Provinz Starkenburg und dem Oberlandesqericht als Rechts anwalt Mgelassen. Aus dem Rechtsanwaltsberuf schied er aus, als er am 10. Februar 1883 in das Ministerium der Finanzen als Vortragender Rat und juristisches Mitglied bei dessen Abteilungen mit denr Amtstüel „Obersinamrat" berufen wurde. Am 12. September 1891 erhielt er den Charakter als „Geb. Obersinairzrat" und am' 1. Juli 1893 wurde er zum Ministerialrat im Ministerium der Finanzen und Vorsitzenden dec Abteilung für Steuerwesen befördert. Vom 17. Februar 1883 bis zum 1. Juli 1893 gehörte er auch dem Vcrwaltungsgerichtshos als Mitglied an. Am 13. Juli 1898 wurde er zum Ministerialrat im Staatsministerium und Ministerium des Innern mit dem Titel „Geheimerat" und am 22. Februar 1899 zum Geh. Staatsrat im Staatsministerium ernannt. — v. NI rüg hatte an der im Jahre 1899 fertig gestellten Steuerreform hervorragenden Anteil. Die bedeutungsvolle Denkschrift über die Reform rührte von ihm her. Für seine Verdienste um dieses Gesetzgebungswerk wurde er durch Verleihung des Komturkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens PlMvvs des Großmütigen ausgezeichnet. Bei seinem 50jährigen Dienstjubiläum am 23. Dezember 1907 wurde ihm die Slrone zu diesem Orden verliehen. Seit 1898 gelwrt er dem Bundesrat als stellv. Bevollmächtigter an. In dieser Cigen- schast weilte er alljährlich mehrere Wochen in BeNin^und nahm regen Anteil an den Arbeiten des Bundesrats. Seine Mitarbeit hat durch Verleihung preußischer Orden entsprechende Würdigung gefunden. Im vergangenen Jahr hat er nach dem Ableben des früheren Gesandten ^-rcih-n-nt von Gaaern auch mehrere Mon-te die Ges f ö c der S?eff s l en Gesandtscha t in Be l n geführt. Mit ihm scheidet ein hochverdienter Staatsbeamter aus dem Amt, der es verstanden hat, sich durch feine vornehme Gesinnung und sein liebenswürdiges, entgegenkommendes Wesen in weiten Kreisen ungeteilte Sympathien zu erwerben. Besonderes Wohlwollen hat er stets gegen die Beamten, die berufen waren unter ;feiner Leitung zu arbeiten, bekundet. Sie icerben ihm allezeit ihre Verehrung und Tanlbarkeit bewahren.
" Der Senior der hessischen Ritterschaft ch. In Kassel verschied nm Freitag im 92. Lebensjahre der Aeliesle der hessischen Ritterschaft, Moritz Freiherr v Dörnberg. Ain kurfürstlich hessischen Hose bekleidete Baron v. Dörnberg, der innerhalb der hessischen Ritterschaft das Erbamt eines Oberschenks und Erbküchenmeisters innehatte, hohe Stellungen, und war zuletzt nm kurfürstlichen Hofe Hau§- und Ober-Hosinnrschatl. Der König von Preußen ernannte ihn zum Kronrat und verlieh ihm das Prädikat Exzellenz.
** Ko hlenmangelinAus sicht. Wenn die Eisen- bahnverwaltung nicht bald den Wagenmangel beseitigt, lvird es im Lande an Kohlen mangeln. Nach einer Umfrage haben die städtischen, privaten und industriellen Werke für die nächsten Wochen noch Kohlen auf Lager und man glaubt auch nicht, das; man deshalb in Der leaenheit kommt, weil die Zechen trotz des Wagenmangels bestrebt sind, beim Versand, von Kohlen die Industrie zu bevorzugen. Dagegen kann es für Heizzwecke wohl Mangel an Kohlen geben, weil die Kohlenlager der Händler in unserer Stadt geräumt sind. Während sonst täglich Kohlen über unsere städtischen Lastwagen gehen, ist es in der letzten Woche vorgekommen, daß an der Neu- .. ft ab t vier Tage lang keine Kohlen verwöget: wurdet!.
** Vereinte Kräfte führen zum Ziel. Nachdem die hiesigen Metzger gute Erfahrungen mit dem genossenschaftlichen Zusammenschluß bei der Häute- und ,Fettverwertung gemacht haben, wollen sie demnächst da- iTnit vorgehen, das im Schlachthof gewonnene Blut ge- -meinschaftlich zu verwerten. Das Produkt wird gesammelt, durch die Schlachthofsverwaltung denaturiert, da- ,mit es für Nahrungsmittelzwecke unbrauchbar wird, und dann an die chemische Industrie abgegeben.
** Aus der Herberge. Im Monat November kehrten in der Herberge zur Heimat 1329 Gäste (gegen 1315 im November 1911) ein. Von diesen nahmen 397 Herberge gegen Arbeitsleistung (428) in Anspruch, während 932 Selbstzcchlen waren (887). — Durch den Arbeitsnachweis der Herberge wurden von 69 angcmeldeten Stellen 60 besetzt und zwar 44 in Gießen und 16 nach auswärts. Von den in Arbeit gekommenen waren 34 ungelernte Kräfte und 26 Handwerker. Letztere verteilen sich auf folgende Gewerbe: Schuhmacher 6, Schneider 5, Bäcker 2, schreiner 4, Spengler 2, Schmiede 2, Kupferschmied 1, Schlosse 1, Gerber 1, Müller 1 und Friseur 1.
Landkreis Gießen.
g. Dart bringen, 8. Dez. Heute fand im Weimerschen Saale eine gut besuchte,Versamtnlang statt, in der Finanz- aspirant Lehr aus Gießen einen interessanten, auf genauer Sachkenntnis beruhenden Vortrag über die In valid en- und Hinterbliebenen-Versicherung nach den Bestimmungen der Reichsversicherung hielt. Schuhmachermeister Grölz begrüßte die Amvesenden, Pfarrer Guß mann dankte dem Vortragenden, zumal der Reinertrag der Veranstalttntg von dem Redner der Kleintinderschule hier überwiesen wurde.
Kreis Büdingen.
Büdingen, 7. Dez. Gestern nachmittag starb hier nach kurzer, schwerer Krankheit der Kreisamtmann Oskar Froelich im Alter von 37 Jahren. Der tüchtige Beamte mar 1875 in Darmstadt geboren.
Büdingen, 7. Dez. (Schöffengerichtssitzung.) Der Landwirt I. E. IV. von Büdingen wurde wegen Beleidigung des Polizeidieners R. in Büdingen zu 20 Mk. oder 5 Tage Gefängnis verurteilt. Der Friseur B. B. in Büdingen würde wegen Sachbeschädigung zu 3 Mk. ober 1 Tag Gefängnis verurteilt. — Der Okiftnnrt H. R. II. von Rinderbügen, welcher in seiner Wirtschaft einen 12jährigen Schüler mit Aufträgen von Bier bis 1 Uhr und beschäftigte, wurde wegen Kittderschtltzoer- gcchens zu 3 Mk. oder 1 Tag Gefängnis verurteilt. — Der Gastwirt und Metzger W. I. von Büdingen batte gegen einen amtsrichterlichen Strafbefehl wegen Ucbertrctmtg der Feierabend stunde Einspruch eingelegt. Er nahm ihn vor, Beginn der Haupt Verhandlung zurück und nmrbe mit den Kosten des Verfahrens belastet. — Die Strafsache gegen den Fabrikarbeiter H. St. und seine Ehefrau von Büdingen wegen Pfandverfchleppuug mürbe zwecks weiterer Beweiserhebung ausgesetzt. — Die H. I. Ehefrau von Langenbergheim wurde wegen Forftentwendung in wiederholtem Rückfälle zu 3 Mk. ober 1 Tag Gefängnis verurteilt. — Der W. B und der H. R., beide von Lorbach, nmrben wegen Sachbeschädigung verurteilt und zwar erhielt B. die Verweis ürafe und R. 3 Mk. ober 1 Tag Gefängnis In der Privat klage des Kreistierarztes Dr. K. Sch. von Gelnhausen gegen den Bürgermeister 3d:, von Burgbracht wegen Beleidigung wurde der Angellagte zu 10 Mk. oder 1 Tag Gefämmis verurteilt. — Die Taglölpierin E. M. Witwe von Büdingen hatte mit ihrem rechtsgültig eingelegten Einspruch gegen einen amtsrichterlichen Strafbefehl wegen Itebcrtretung des Art. 211 des Polizeistraf- gesetzes feinen Erfolg Sie wurde zu einer Haststrafe von 14 Tagen verurteilt.
A Düdelsheim, 7. Dez. Ein Kriegerdenkmal will unser Kriegerverein für die KriegSteilnehiner von 1866 und 1870/71 errichten. Die Kosten fallen durch Sammlungen unter der Bürgerschaft aufgebracht xverden.
A Ortenberg, 7. Dez. Eine Abschiedsfeier zu Ehren des von hier scheidenden Oberamtsrichters Tr. Fuhr fand heute im .Mauergarten* unter sehr starker Beteiligung statt. Der Feier ging ein Fackelzug der Vereine voraus. Oberamtsrichter Dr. Fuhr hat 14 Jahre hier gewirkt; er siedelt jetzt nach Bad-Nauheim über.
A Merkenfritz, 7. Dez. Zwischen hier und Gedern trug sich auf der Bahnstrecke Stockbeim — Gedern ein Unfall zu. Tas Bierfuhrwerk Schutt-Büdingen rourbe an einem Bahnübergang vom Zuge erfaßt und zertrümmert. Knecht und Pferde erlitten erhebliche Verletzungen Auf dieser Rebenbahnstrecke, die ohne Schranken ist, kommen öfters Unfälle vor.
Kreis Friedberg.
= Bad-Nauheim, 9. Dez. Im Krieger- und Militär-Verein „Hassia" sprach gestern Lehrer Oßwald über die Hessischen Truppen in den Feldzügen Napoleons gegen Spanien (1808—1812) und Rußland (1812). Seinen mehr als einstüirdigen fesselnden Ausführungen lauschte die Versammlung mit großem Interesse. Reicher Beifall wurde dem Redner am Schlüsse seines Vortrags, an dem sich gesellige Unterhaltung der Dereinsmitglieder anschloß.
Starkenburg und Rheinhessen.
m. Offenbach a. M., 8. Dez. Die Neuregelung der Gehälter der städtischen Beamten und^Lehrer soll nid)t, wie anfänglich beabsichtigt, durch prozentuale Steigerung erfolgen, sondern durch bestimmte Beträge. Die gegen Jahresgehalt beschäftigten Beamten, Angestellten und Lehrer der Stadt Offenbach fallen einstweilen mit Wirkung vom 1. Lktober 1912, vorbehaltlich der späteren Aufreihung bei der endgültigen Gehaltsregulierung Zuschläge zu ihrem Gehalt aus folgenden Jahresfätzen erhalten: Bei einem Diensteinkommen bis 1200 Mk. einschließlich 84 Mk., über 1200—2000 Mk.: 168 Mk., über 2000-2500 Mk.: 180 Mk. und über 2500 Mk.: 228 Mk. Bei nicht gegen Jahresgehalt angestellten Leuten sieht man Anträgen entgegen. Dieser Beschluß findet keine Anwendung auf die Beamten, Angestellten und Lehrer, deren Gehälter bereits neuerdings^ reguliert find, auf die Beamten der Klasse A und auf die nach § 56 der Beamten- orbnung wegen Bestehens einer Disziplinaruntersuchung ausgeschlossenen Beamten. Es handelt )id) bei der Erhöhung um 452 Beamte und 251 Lehrer und Lehrerinnen einschließlich der Schulverwalter und Schulverwalterinnen. Von den Beamten würden 46 eine Zulage von 84 Mk., 238 eine solche von 168 Mk., 69 eine von 180 Mk. und 99 eine Zulage von 228 Mk. erhalten, so daß für diese Beamtengruppe für ein Jahr 78840 Mk. erforderlich wären. Von ben 251 Lehrern und Lehrerinnen handelt es sich bei 87 um eine Zulage von 168 Mk., 19 um eine von 180 Mk. und 145 um eine Jahreszulage von 228 Mk. Die Aufwendungen für die Lehrer belaufen sich auf 51 096 Mk., so daß die Gesamtausgaben für Beamte und Lehrer 129 936 Mk. im Jahr betragen würden. «Es ist auffällig, daß in einer Stadt mit sozialdemokratischer Stadtverordneten-Mehrheit gerade die niedrig bezahlten Beamten bei der Zulagenbewilligung so schlecht behandelt werden sollen. Red.) — Wegen umfangreicher Wechselfälschungen wurde der Buchhalter Karl Roß, bei in einer Gürtler Warenfabrik in Stellung war, verhaftet. Roß hatte während der letzten beiden Jahre Wechsel gefälscht und auf diese Weise Geschäftsausstände von über 4000 Mk. eingezogen.
Kreis Wetzlar.
Wetzlar, 6. Dez. Die Beteiligung bei der Wahl zur Handelskammer war sehr schwach. In der ersten Wahlabteilung wurde Fabrikant Dr. Ernst Leitz fr. wieder und für ben eine Wieberwahl ablehnenben Direktor Jansen Generaldirektor Bergrat Gro edler neu gewählt. Die 2. Wahlabteilung wählte ihren bisherigen Vertreter, den Fabrikanten Adolf Neumann wieder: und in der 3. Abteilung wurde Kaufmann Wald schm ibt wiedergewählt.
Gedenket der hungernden Vögel!
Kun ft und Wissenschaft.
Münchener Theater- und M u f i f b r i e f. Eine dramatische Schulsatire. — Aus dem Konzertsaal. Aus München, 6. Dezember, wird uns geschrieben: 9tad) dem Wunsche der Autoren Franz v. Schöuthan und Rudolf P r c f b c r hatte die Uraufführung des breiaktigen Lustspiels „Der Retter in der N o t" in der neuerdings üblichen Weise an Dielen Orten zu gleicher Zeit stattfinden sollen. Das Münchener Volkst Heater, deren Direktion das Stück ebenfalls zur Uraufführung von den geschäftlichen Vertretern der Verfasser, dem Berliner Theater Verlag, erworben hatte, ist von dieser Absicht erst später ver ständigt worden und hat sich dem Wunsd-e nickst gefügt; Ivie es heißt, will der Berliner Theater-Verlag deshalb Klage gegen das Volkstheater cinrcidy-n. Dem Erfolg des Stückes schuf ganz allein eine Reihe sehr geschickt gearbeiteter schwankartiger Szenen: irgendwelche literarisch hervorhebenswerte Eigenschaften besitzt das Werk nickst. Das Bestreben durch Hereinziehung aktueller Fragen des heutigen Lebens die Teilnahme der Zuhörerschaft anzuregen, Hal die Verfasser veranlaßt, die üblichen Anklagen gegen das Huma nistische Gymnasium in einer derbfatirisckieu Vernlkung der Schul Professoren zu erörtern. Neben vielen abgebrauchten Spötteleien über den Lehrgang der Gvmnasiallehrkurse, die dem klassisch philologischen Studium zu großen Spielraum auf Kosten der vaterländischen Geschichte und neueren Literatur einräumen, be kamen wir viel über die lleberbürbung der Schuljugend, falsche Lehrmethoden und pedantisches Walten der obersten Schulbehörden zu hören. Durch eine Gruppe kleinbürgerlicher Philister, die als Abordnung einer Elternvereinigung auftritt, wird die Aktuali tät des Stoffes hervorgehoben und gleichzeitig dem Bedürfnis des Publikums nach possenartiger Belustigung Rechnung getragen Eine durch Fräulein Äulinger mit sprudelnder Lebhaftigkeit verkörperte Wiener Lebedame, ein jovialer noch jugendlicher Hofbeamter, dem seine eingestandenen mangelhaften Pennälererfolge kein Hindernis für eine glänzende Staatskarriere waren, und die im dritten Akte auftretende Episodenfigur eines in allen Taschenspielerkünsten und als Anekdotenerzähler gewandten Weinreisenden bieten wirkungsvolle Gegenstücke zu einem prächtig gezeichneten bnreaukratisch-strengen Schulrat und einigen altbekannten und bewährten Lehrertypen, wie sie hundertmal auf dem Theater karikiert worden sind und man sie in einzelnen Exemplaren auch heute noch in jeder Stadt antrifft. Der Beifall, der dem Lustspiel gespendet wurde, war nach dem ersten und zweiten Akte am stärksten.
C. K. Tie Entdeckung eines gallischen Grabes in Italien. In Filvtrano bei Ancona bat man ein gallisches Grab mit reichem Inhalte entdeckt, das ans dem Ende des vierten Jahrhunderts v. Ehr. stammt. Ter Hauptschmuck des Grabes besteht, wie der Cicerone beriditet, aus einer Kette, zwei kleinen Amphoren und zwei Ringen, die alle aus Gold gearbeitet sind.
Ferner wurde ein reicher Schatz an Bronee- und Terracottagesäßer gesunden. Tie Gegenstände, die wegen ihres Alters und d-r künstlerischen Arbeit sehr wichtig sind, werden im Museum oci Ancona ihre Ausstellung finden.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. In Dresden ist am 6. d. Mts. der Bckbhanr Professor Oskar Rassau im 70. Lebensjahre gestorben. — George Howard Darwin, Professor der Astronomie uit Philosophie der Universität Cambridge, der Sohn Charles Tarwin's, ist gestorben.
Vcrmifcbfes.
ks. Entenjagd unter Wasser. Bon einer seltsame Art der Jagd weiß ein Mitarbeiter des „Wide World-Magazin / zu erzählen. In einem entlegenen Gebiete Indiens hat er ge sehen, wie die Eingeborenen Wasservögel mit der bloßen Han: fangen, indem sie fick) mit Hilfe einer List unter Wasser ai vürschen Der indische Boy eines Engländers führte den Enter sang auf diese Weise vor. Er entkleidete sich, schlang sich einer Riemen um die Hüften und holte dann eine Entenattrappe bertci die aussah, wie eine schwimmende, jedoch unmittelbar unter Waffe abgeschnittene ausgestovfte Ente. Es jvar jedoch nur' ein hohtzc mit einem Entenbalg überzogenes Gestell. Hier hinein steckte dc Boy den Kovs, bann schwamm er — rückwärts — auf eine- Schwarm Enten im Wasser zu, die die sdn'inbare Ente als ihres gleichen aufzunehmen schienen. Tann sah man aus der Fern. wie plötzli-ckt eine der Enten untertauchte, um nicht wieder an die Oberfläche zu kommen; ebenso erging es einer zweiten, eimt dritten uiro., ohne daß die Enten Verdacht schöpften, bis b>c Inder bei einer schlecht zugrifs, so daß sie sich losreißen könnt. Sie flog laut schreiend davon uitb mit ihr der ganze Übritt Schwarm. Der Inder aber hatte alle mit der bloßen Har> erlegten Enden am Gürtel.
t'(. A u s den Geheimnissen eines Krokodil magens. Ein Leser hat einer englischen Wochenschrift von frn Geheimnissen des Magens eines Krokodils erzählt, das er in Madras erlegt bat. Nack) dem Inhalte zu urteilen, muß ba? Krokobil einen guten Magen gehabt haben, beim bei der Oeffnunq ivurben^ oorgefunben: eine vier, bis fünf Meter lange Schlangc, .’n:ei Tabakspfeifen, eine große Menge Scherben von Whish itafckcn und ein paar - - Hofen.
vücherlisch.
— Leo Frobenius, „11 n b Afrika sprach..." Volkstümliche Ausgabe. Ein Prachtbanb von zirka 700 Seilen, mit 68 ganzseitigen Bilbern, über 200 Textillustrationeu, einem bunten Bild und 4 Plänen in Tafeln. Elcg. gebunden 12 Mark fVita, Deutsches Verlagshaus, Berlin-CharlO Seit Leo Frobenin- ber Welt die Hoffnung, bas verschollene unb sagenhafte Allam? wieberzufinben, geschenkt halte, seitdem er zum dritten Male in die Tiefe des bunflen Erdteiles hinausgezogen mar, seitdem dan die ersten Nachricksten von gan.z fabelhaften Entdeckungen ein- traten — seitdem erwartet die Welt dieses Buck) mit Lpantlun, Heute wissen mir schon aus den hier und b.i durchgesickerten Rach, richten, daß Frobenius in der Tat Schätze von ungeheure» Kunstwerte der afrikanischen Erde entrissen bat. So liegt hin ein Buch vor, das sich als Monument aus der Weltliteratur hervor- hebt. Hat uns früher Frobenius die geniale Atlantis-Idee beschert, so schenkt er jetzt der Welt die Kenntnis von ein paar' Jahrtausenden menschlicher Entwicklungsgeschichte und den Au; blick auf Erschließung unenblid) zauberhafter Geheimnisse. Mit einem gewaltigen Striche reißt Frobenius das Vorurteil, das bit- lang dem „dunklen", „geschichtslosen" Afrika gegenüber bestand, nieder! Er lehrt uns kennen, baß auch hier wie anderweitig mächtige Kulturfluten ihre Wellen hinüber in bie norbische Welt geworfen haben. Dankbar aber roirb bas beutsche Volk dafür sein, bas es biefe Veröffentlichungen nicht nur in schwieriger, wissenscha'i lieber Form, sonbern auch in einer volkstümlichen Fassung erhält, bie bei prächtiger Ausstattung bei der großen, weltgeschichtlich^ Bebcutung bes.Jnlialtes und der schlick>len und doch so packendni! Form der Darstellung das schönste Geschenk ist, welches ein Familienvater ben Seinigen barbringen kann.
Handel.
D i e K o h l e n p v o b u f t i o ii in Hessen. Die nioual- liehe Statistik ber Kohlenproduktion des Grobherzogtums öefimi weist für November folgende Zahlen nach: An Rohbraunkobleii! luurben geförbert 36 20» t, verkauft 120 t. Ter größte Teil der! Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder waren zur lucitcren Vw arbeitung bestimmt. Alis den verarbeiteten Rohkohlen wurden! erzeugt 1600 t Braunkohlenbriketts und 858 t Naßpreßsteitt! Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, soivie des Abiatzes utib Selbstverbrattckis verblieben abiafr! iähig — t Nohtohlen, 4437 t Briketts unb 4422 t Naßvreßsteiue. zusammen 8859 t Braunkohleuprodttkte, im Gejamtivert ooi 112 300 Mark.
X. Hanau, 8. Dez. Die 1910 unter Führung von Hanauer und sächsischen Industriellen gegründete 91 f t i e it g e f e l lf cb ai Hanauer R u n |t I e i b e f n b r i r in Groß-Auhetm behübet fii in Schwierigkeiteit. Ihr Aktienkavitnl betrug aniangs 2% Bck., die Hauptversammlung vom 17. Cftober hat jcdoch beschlöße;! bie hien von 2 zu 1, die L-Aktien von 5 zu 1 zusammenzulrtr unb Kür die erforberlirfjc Sanierung Vorzugsaktien in der Hck von 966 000 Alk. ausziigeben. Tie Unterbilanz hatte sich iv 760000 Mk. gestellt. An die Gläubiger ivutbc das Anstnneu p stellt, ein Dioratorimn bis zum 1. April 1913 zu gewähren, (tieften land die zweite (tiläubigerverfantinlung statt. Es wurde folgender Beschluß gefaßt: Ter ^lust'ichtsrat hat bts zum 20. Dez. d. I. bei (tiläubigcrauSidniB schristlich ztt erklären, daß er solidarisch uti selbstschuldnerisch die Bürgschaft dafür übernimmt, daß, wenn bl zum 10. Januar 1913 mindestens 700 000 Mk. Borzugsaktien g:- zeichnet sind, die Gläubiger bis zum 1. fiebr. 1913 50 Proz. in ter, 25 Vroz in vollbezahlt geltenden Vorztigsaktten unb 25 Proz. > «tienußscheineu gegen Verzicht auf ihre norberungen erhalten - Ter Betrieb der Fabrik ist feit Freitag stillgelegt.
Berlin, 7. Dez. Ein Commttnigu4 ber N a t i o n albor!! für Dentschlanb erklärt zum Zusammenbruch ber P'l-' Warenfirma Gustav Leichtentritt in Berlin: Mit Dt Firma Leichtentritt, bereu Inhaber burch Selbstmord geendet bet staub bie Natioualbank in Geschäftsverbinbuug. Tie Forbei7Nl ber Bank beträgt 920 000 Mark, wovon ein nicht unwefentlih» Teil gebeckt ist. Auf bie obige Höhe stieg die Forberung erst Ji ben letzten Tagen burch die Hereinnahme von Schecks mit aul-! märte, bie instruktionswibrig vor Eingang gutgeschrieben roarcil Turch ben bie Bank treffenden Verlust wird bie Divibenkv»! schätzung von sieben Prozent nicht berührt.
* Der amerikanische Trust und das beutscktl Tabakgewerbe. Seit einiger Zeit droht dem deutschen Tal«f4 gewerbe, besonders der deutschen Zigarettenindustrie, bie Gefcftl burch einen amerikanischen Konzern vertrustet zu werben. einzelnen Tabakiuteressenten in Jnbustrie, Zwischen- und Kstüi baubel haben sich baher vor kurzem zu einem Verband zum SdiiflJ der deutschen Tabakindustrie mit dem Sitz in Frankfurt zusamnoV geschlossen. Der Verband tritt zum erstenmal an bie DeffentlMj feit burch einen öffentlichen, burch Lichtbilder illustrierten Ko« trag, ber am Mittwoch, 11. Tezember, in Frankfurt ftattfind«
Märkte.
th. Gießen. Heu- unb Stroh mar ft auf garten. Die Zufuhren an Heu sind in den letzten 14 Tagen spärlich gewesen. Ter Zentner Heu wurde für Mk. 3.20— 3.50 <J«| handelt. Die Zufuhren von Stroh blieben ganz aus.
Neue
Jede echte Osram-Lanipc muss die Inschrift „OSRAM“ tragen
— Überall erhältlich Aucrgesellschaft Berlin O. 17 lj'1
OsramDrahflampen
" Unzerbrechlich.


