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10.7.1912 Erstes Blatt
 
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gebung absuchten, trat ein Derr, mit dem Hut des Derrn in der Hand, an |tc heran, itelltc sich als Gehernuckutzinarrn Dor, der den Auftrag habe, die Sickcnpolizeiaufsicht im Philosophenwold auszuüben und gab an, den Dut im Walde gefunden zu haben.

ließ sich 1,50 Mark Finderlohn verabfolgen, notierte die Adresse des Derrn und gab ihm seinen Dut zurück. Bestem aber meldete sich der Gehcrmschutzmann wieder bet dem Derrn und erbat sich ein Tasäxntuch der Tante. An diesem solle sein ausgezeichneicr Polizeihund Witterung nehmen und dann wolle er den Dut der Dame im Walde suchen lassen. Dem Ansinnen wurde luilljahren und abends 7 Uhr sollte die Tarne am Schützenhause sein, um die Suche nach dem Dule mitzumachen. Sie hatte vorsorglich aber einen echten Geheimen verständigt und zu ihrer Sicherheit mit. genommen. Ter Pseudo-Geheimschutzmann erschien und führte die Tante in den Wald, wo sich dann auch der wirkliche Geheim» schutzmann einstellte, der den angeblichen Kollegen, der sich als ein hier beschäftigter Schneider entpuppte, festnahm und hinter Schloß und Riegel brachte. Jedenfalls wird ihm das Handwerk auf längere Zeit verleitet sein.

** Ein Platinkcssel im Werte von 18000 Mark wurde in der Nacht vom 6. auf den 7. L Mts. aus einem Laboratorium in Berlin mittelst Einbruchs gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt.

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Au» Staöt und Land.

(V) ie Ben, 10. Juli 1912.

Von der Straßenbahn.

Die städtische Straßenbahn bildet zweifellos mit ihren Beförderungszahlen eine interessante Statistik unseres Straßen­verkehrs. Der Verkehr hat im abgelaufenen Vierteljahr gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs erheblich zu­genommen, wie die nachstehende Zusammenstellung ergibt. Die Zahl der beförderten Personen betrag

Ausland.

W i e n, 9. Juli. Wie dieNeue Freie Presse" erfährt, hat

Tainplsü fließ am mit dem beide der sthörig, j chädigt | chädig Otrund gk Buenos i

Deutsches Reich.

Der Kaiser ist heute nachmittag 2'/° Uhr in Begleitung des Generalarztes von Jlberg, des Flügeladjntanten Obersten v. Kleist inib des Majors v. Dommes auf dem Bahnhof Pankow- Deinersdorf eingetroffen und im Sonderzng nach S w i n e m ü n d e abgcreisl. Die Kaiserin ist mittels Sonderzuges um 10.55Uhr nach Schloß W i l b e l m s h ö h e bei Kassel abgereift.

Die hochoffiziösen.Berliner Politischen Nachrichten" bringen eine Mitteilung über die W i e d e r e i n b r i n g u n g der Erb- s cha s tS steil e r v o r l a g e, worin es heißt, man wird in der Annahme nicht fehl gehen, daß bas Reickrsfchatzarnt ben verbün­deten Regierungen einen Entwurf einer Reichsverrnögens- steuer mit verschiedenen Varianten: Vermögenszuwachssteuer und dergleichen Nebenentwürfe für die Einführung von Erbschafts­steuern zur Beschlußfassung unterbreiten wird. Aus der Mit­teilung geht ferner hervor, daß, die Regierung es wahrscheinlich ablehnen dürfte, eine Divibendensteuer vorzulegen, sotpie bic Besitz- steucrvorlage ber Laubesgesetzgebung zuzuweilen.

Aus den zahlreichen B e i l e i d s k n n d g e b u n g e n an die Hinterbliebenen des entschlafenen Finaiizministers a. D. D o - brecht sind die folgenden hervorzuheben:

Seine Majestät ber Kaiser und König haben bic Mel­dung von dem Dinscheiden Ihres Derrn Vaters, bes ehemaligen Staats unb Finanz in ini stets Dobrecht mit Schmerz unb Bebauern entgegengenommen und lassen den Dinterbliebenen Allerhöchst Ihr wärmstes Beileid zu dem schweren Verluste aussprechen. Auf Allerhöchsten Befehl der geheime Mäbinett5rat v. Valentins.

Die Nachricht von dem Dinscheiden Ihres von mir so hoch- verehrten Gemahls erfüllte mich mit aufrichtigster Teilnahme. Mögen Eure Exzellenz in Ihrem tiefen Schmerze Drost an dem Bewußtsein finden, baß bic Verdienste, die sich ber Verewigte im Lause seines gesegneten Lebeiw um unsere vaterlänbische, wirtschaft­liche und kommunale Entwicklung erworben hat, ihm ben Tank des Vaterlandes über das Grab hinaus sichern. Reichskanzler.

Schmerzlich bewegt von dem Dinscheiden Ihres Gemahls^ meines hochverehrten früheren Amtsvvrgängers, sprcckre ich Ihnen meine aufrichtige Teilnahme ans. Das Finanzministerium wird das Andenken an seinen früheren Chef stets treu bewahren. Unter- staatssekretär Michaelis ist beauftragt, mich bei ber Leichenfeier iu vertreten. Finanzminister Tr. Lentz e.

Auf die am Sonntag gelegentlich des Marinekongresses in D ü f s e l d o r f 1912 an den Kaiser und Großadmiral v. Tirpitz gerichteten Telegramme gingen folgende ?lntnwrten ein

Großadmiral v. Köster, Schloß Jägersho^Düsselborf. Neues Palais. x>d) habe mich über den freundlichen Gruß und die treue Kundgebung vom Mannekongreß der dort vereinten ehemaligen Angehörigen meiner Marine gefreut. Sagen Sie allen Kongreß ! teilnehm er n meinen kaiferlichen Tank! Wahrung der Flaggen . treue seitens der alten Marinekameraden auch im burgerluchen

Kreis Alsfeld.

§ Ruppertenrod, 9. Juli. Zwei junge Burschen im Alter von zirka 20 Jahren hantierten in der Nähe des Dorfe» mit einem alten verrosteten Jnfanteriegewehr, wt nicht recht funktionieren wollte. Ein 37 Jahre alter Landwirt, Vater von drei itinbem, ging vorüber. Kaum war er einige Schritte von den Schützen entfernt, so krachte ein Schuß, der ben Mann in den Leib traf. Der Arzt veranlaßte die sofortig« Ueberführung des Verwundeten in die Klinik nach Gießen. Tort wurde sofort die Operation borgenonrmen und die im Körper itzengebliebene Kugel entfernt. An dem Aufkommen des Mannet wird gezweifelt.

Kreis Lauterbach.

~ Lauterbach, 9. Juli. Die Heidelbee rernte, die im nördlichen Teil des VogelSbergeS, hauptsächlich in bef ausgedehnten Walddistrikten zwischen Lauterbach, Grebenat. und der preußischen Grenze alljährlich lohnende Beschäftigung bringt, hat im Laufe voriger Woche begonnen und ist ir diesem Jahr außerordentlich gut ausgefallen. Von den Händlern wird das Pfund mit 10 Pfg. bezahlt, beim Einzel- verkauf kostet datz Liter 1516 Pfg. Manche Gemeinden haben die Schulen geschlossen (Heidelbeerferien) und die Kmder sind zurzeit eifrig mit dem Einsarnmeln der Beeren, die ooc-

" Ordensverleihungen. Der Großherzog hat dem Lokomotivheizer 9(bom Heppert in Gießen und dem Bahnivärter Georg Nieinhard zu Rülfenrod auS Anlaß ihrer Versetzung m den Ruhestand das Allgemeine Ehren- zeichen mit der Inschrift »Für treue Dienste" verliehen.

* Eisenbahnpersonalien. Ernannt: HilfSbahnw. Betz in Bleichenbach und Rußmann in Hermannstein zu Bahnwärtern. Versetzt: Regierungsbaumeister Lenzian von der Eisenbahndirektlon Frankfurt zur Köniql. Regierung nach Posen, Bahnhofsverwalter Decken von Grebenhain-Crainfeld nach Höchst (Main), Eisenbahnassistent Eichhorn von Fulda nach Grebenhain-Crainseld, Richter von istockheun nach Greußen, Br eit Hecker von Hadamar nach Stockheim, Rangierführcr Zimmermann von Bad-Nauheim nach Frank­furt. Pensioniert: Ober- und Geh. Baurat ElauSnitzcr von derEisenbahndirektionFranks,irt, Lokomotivheizer Heppert in Gießen, Schaffner Martin in Gießen, Weichensteller Ko st in Friedberg. Eine Belohnung erhielt: Lokomotivführer Hartmann m Fulda für Abwendung ?inec BetriebSzefahr.

* Zu dem Jubiläa ms-Gauturnfest ist noch mitzuteilen, daß nach dem großen Schlachtenpotpourri die Musik nach der Festhalle zog, wo die Damenriege deS Männer- TurnvereiuS unter Leitung des TurnwartS Karl Fix sehr gut gelungene Hebungen am Pferd ausführte. Zu erwähnen ist ferner, daß auch im Verborgenen tüchtiges geleistet ivncde, und namentlich hinter den Kulissen mit aller Anstrengung gearbeitet werben mußte, um, soweit eS die Verhältnisse zu- ließen, bas Beste zu erreichen. Der geschäftsführende AuS- schuß ersucht unS, darauf hmzuweisen, daß laut Inserat alle Rechnungen bi5 zum 15. dS. MtS. an die Auftraggeber ein- zureichen find.

m e * Sck> neibergesellealsGeheim schutzmann. Am Montags abend batten ein Derr unb eine Tarne vom Festplatz a11^ einen Spaziergang in ben Philosophemvalb unternommen, -deibc^ bauen ftd) auf eine Bank gesetzt unb bic Düte abgelegt. Ulv Heuer mm n am Himmel sichtbar mürbe bekanntlich brannte cs in^Altcn-Buseck entfernten sich beibe kurze Zeil, um nach dem Feuerschein zu sehen uno ließen die Düte liegen. Bei ber Rückkehr waren beide Hüte verschwunden. Während sie hie Um»

h. Büdingen, 9. Juli. Bei dem Probeschießen. am Sonntag das deutsche Bundesschießen in Frank- urt einleitete, errang sich Herr Franz Lehning von )ier als bester unter 170 Schüßen die von der Stadt Frankfurt gestiftete Ehrenscheibe.

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Zunahme 16 442 10 046

Das Unternehmen wurde von April bis Juni d. Js. täglich von 3708 Personen, 1911 von 3408 Personen ober

Leben biKbet im Verein mit der wachsenden Marine selbst das beste Bollwerk gegen Sturm unb Da^en.

St. 'Blasien. Eure Exzellenz sage ich für die gütige Benach­richtigung über den Eindruck unserer Torpeboboote am Rhein unb die treue Gesinnung unserer alten Kameraben aufrichtigsten Dank. Möge Ew^ Exzellenz' Tätigkeit als Protektor bes Marine- longresses reiche Früchte tragen für das weitere Blühen unb Ge­heißen ber Marinevereine. Tirpitz, Großadmiral.

träum. Die gestrige Operettenvorstellung Vergleich zu den seitherigen Vorstellungen kaum zu Ende gegangenen Turnfestes recht gut besucht unb willig folgten die Zuschauer den sonderbarlichen Vorgängen am Hofe be5 Fürstentums Flausenburg, das anscheinenb

Die Gegenrevolution in Portugal.

Lissabon, 9. Juli. Wie verlautet, haben die Kammern gestern abend einstimmig unb ohne Diskussion bie Regierung er­mächtigt, bic fonftitutioncllcn (Garantien in ben Orten, wo es notwendig ist, aufzuheben.

Lissabon, 9. Juli. Die Royalisten griffen mit zwei Geschützen die Stabt Ehav^s an, würben aber burch bie Ar­tillerie der Republikaner mit Verlusten zurückgeworfen. Die Re­publikaner hatten keine Verluste. Die Dauer des Kampfes be­trug 2 Stunden.

Die Royalisten verwendeten bei ihrem Angriff Schnellfeuer­geschütze. .Sie verwundeten 4 Offiziere unb töteten 6 Soldaten, während sie selbst zahlreiche Tote unb Verwunbete verloren. Die republikanischen Truppen wurden bei ihrer Rückkehr von der Verfolgung des Feindes mit Freudenkundgebllngen empfangen. Ein Offizier wurde in E h a v e s, als er seine Soldaten auf­forderte, die Waffen gegen bie Republik zu erheben, von den­selben getötet. Die Verluste der Kolonne Eonceiro betragen 30 Tote und 100 Verwundete.

Lissabon, 9. Juli. Vorgestern abend sollen die Ver­schwörer über die Berge von Serra de Gerez zurück- geschlagen worden sein. Der KreuzerAlmirante" ist auf seiner Reise bei Espozendc aufgelaufen. Er wurde bald wieder flott. Nach Blättermeldungen sollen mehrere Kriegsschiffe nach Norden gehen ober schon gegangen sein. Land- und Marinetruppen seien an die Grenze entsandt worden. Außer in den Grenzbezirken herrschte allenthalben Ruhe.

Nach einer Blättermeldung aus Madrid waren die Wo ff en-und Munitionsvorräte ber portugiesischen Auf­rührer durchweg spanischen Ursprungs. Man frage sich, wie es den Ausrü-Hrern ohne Mithilfe der spanischen Behörde möglich gewesen sei, sich Gewehre, Uniformen und sogar zwei Kanonen zu verschaffen. Ein Teil der Soldaten der monarchistischen Expedition soll aus der spanischen Provinz Galicien stammen. Eanalejas habe erllärt, daß er Nachforschungen über die Verzweigung der Verschwörung angeordnet habe unb Maßnahmen gegen alle jene treffen werde, die im Verdacht stehen, die Mack-ew- schasten der portugiesischen Monarchisten gefördert oder auch nur geduldet zu haben.

Ministerpräsidenten ein Diner zu. 3*9 Gedecken in dem Som­merpalais' auf der Jelagin-Jnsel statt. Zu dem Diner sind die anweserrdem. Minister, die Mitglieder der deutschen Bot­schaft und der bayerisck>e Gesandte geladen.

Nowoje Wremja" bezeichnet die Meldung, daß Kaiser Wilhelm dem rusjffchen Marinem mist er angeboten habe, russische Kriegsschiffe in Deutschland zu bauen, als unrichtig.

(Ein neuer italienischer Sieg.

Rom, 9. Juli. General Eamcrana telegraphiert aus Tripolis: Nach einem glänzenden siegreichen Kampfe bemächtigten sich die Italiener gestern M e s n r a t a s. Um 3 Uhr 30 Minuten nachmittags wurde die italienische Flagge unter Zu rufen ber Truppen auf der Kasbah von Mes.rratas gehißt.

Deute morgen traf T,Herüber folgenbe ausführliche Meldung des Generals Eamerana ein: Mesuratas ist in unserer Ge­walt. Heute um 3,30 Uhr nachmittags, genau einen Monat nach unserem Siege bei Zanzur, ist unter ireubigen Rufen: Es lebe Italien! bie italienische Flagge auf der Kasbah von Mesuratas gehißt worben. Um 4 Uhr morgens gingen alle verfügbaren Truppen zum Angriff über, währenb Kriegsschiffe bie Küste vom Kap Zuruk bis Beira überwachten. Unser rechter Flügel sollte von ben Höhen an ber Küste auf bem schwierigen Terrain voller Hinterhalte ben linken Flügel des Feindes umfassen, während im Zentrum bic Hauptmacht im offenen Gclänbe vorrückte und Ka­vallerie den linken Flügel schützte. Der Kampf begann sofort sehr lebhaft. Die gesamte verfügbare Artilberie trat bald in Tätigkeit unb beschoß sehr wirisam bie feinblichen Schanzen. Der Feind, ber in stark befestigter Stellung am Ostranbe der Oase von Mesuratas war, leistete erbitterten Widerstand, aber weder fein heftiges Feuer notfr sein Widerstand konnten den stürmischen Angriff unserer tapferen Truppen aufhalten. Der Kampf nahm alsbald den Umfang einer großen Schlacht an. Der rechte italie nische Flügel fand stärkeren Widerstand, warf sich aber verstärkt durch ein Bataillon ber Reserve mit unwiderstehlicher Wucht auf ben Feinb, burchbrach seine Flanke unb griff ihn von rückwärts mit bem Bajonett an. Um 10 Uhr befanb sich der Feind hier in voller Flucht gegen den rechten Flügel des Feiirdes, der bas hinbernisreiche Terrain ausnützte unb immer wieder hartnäckigen Widerstand leistete. Erst nach Einnahme des Dorfes Zuruk, das durch wiederholte heftige Bajolrettangriffc genommen wurde, konnte der Vormarsch der Italiener, wenn auch unter Schwierig­keiten, bis nach Mesuratas sortgefetzt werden. Als bie Italiener in Mesuratas ankamen, setzte ber Feind feine planlose Flucht ins Innere des Laubes fort. Die Türken ließen ihre Toten auf dem Kampfplatz zurück. Ihre Verluste sind noch nicht feftgefteUt, übersteigen aber viele Hunderte. Die Italiener hatten 9 Tote und 121 Verwundete.

täglich von 300 Personen mehr benutzt als im Vorjahr. Für bie beiden Linien allein betrachtet betrug im abgelaufenen Vierteljahr die Tagesfrequenz der roten Linie 2239 Personen und die der grünen Linie 1469 Personen.

Die Einnahme aus dem Personenverkehr im zweiten Quartal d. IS. beträgt

1912 1911 Zunahme

Mk. 32 884. Mk. 30 258. Mk. 2626.

Bei dieser Zunahme ist allerdings zu berücksichtigen, daß jetzt mehr Wagen fahren als 1911.

gestrige gemeinsame Ministerrat nach Genehmigung der ordnungsgemäßen Forderungen der einzelnen Ministerien die Forderungen der Heeresverwaltung über die Neubewaffnung ber Ar 111lerie für das Jahr 1913 abgclebnt. Die Forde­rungen scheiterten an dem Widerspruch ber Vertreter Ungarns.

Bern, 9. Juli. Bundesrat Marc R u ch c t, Chef bes De-

irgenbiuo zwischen Oesterreich und Deutschland liegt. Tie Darstellung war wohl die beste, die wir in dieser Spielzeit zu sehen bekamen und der Scharm, mit dem die Darsteller zu Werke gingen, übertrug sich rasch auf die Zuhörer. An erster Stelle wäre Fräulein 9B a 1(6 als Franzi zu nennen, bie ein Musikankenmädel von seelenreicher, liebenswürdiger Anmut gab, der das junge, rote Blut feurig durch die Adern ging. Sehr schon war Irl. T hall er als Prinzessin Helene, die sich mit rührender Zartheit in ihr so burlesk tragisches Geschick sand. Der Leutnant Niki deS Herrn Be er Neckte voll tausend kleiner Teufelchen und fand auch in den bewegten 9lugenblicfen echte, herzliche Töne. Als Leutnant Mvutschi tat sich Herr Grosser angenehm hervor. Herr Feld en spielte den Vetter des Fürsten mit großem Erfolg, war aber doch ebenso wie der Fürst selbst, den Herr Norden wirkungsvoll spielte etwas allzu stark karikiert, zu unglaublich trottelhaft Das Duett vrnn Pikolo brachte er in Gemeinschaft mit Fräulein Walls zil ganz besonderer Geltung. Fräulein Scholz gab der Lbcrtammerfrau wieder eine ganz besondere Linie, eine köstliche Mischung von steifleinenem Hofspießertum und llebermut. Herr Norden führte die Regie im allge­meinen flott und sicher nur oie überflüssigen Mätzchen, bie er oft einschob wie das tief in die Knie gehen u. a. störten. Sehr nett war die Damenkapelle, die sich viel Bei» fall errang. Das Orchester unter Herrn Nährens Lei» tung war nicht immer ganz auf der Höhe, was wohl auf die Anstrengungen der letzten Tage zurückzuführen ist.

Stadttheater. »Die lustige Witive", Lehar- pikante Schöpfung, wird am nächsten Dienstag wieder ihren Einzug halten unb zwar mit einem glänzenden Gaste, Frau Margarete Beling-Schäfer vom Mannheimer Hoftheater. Frau Beling-Schäfer ist zweifellos eine der charmantesten Operettensoubretten der Gegenwart und speziell ihre ,Hanna Glawari^ gilt als derzeit beste Verkörperung derlufiigrx Witwe". An den Kurtheatern zu Nattheim, Homburg und Ems hat Frau Beling in dieser Saison bereits gastiert und überall das Publikum im Sturm erobert; auch hier wirb man es der Direktion Dank wissen, daß sie die Bekanntschaft mit einer so charmanten Künstlerin vermittelt.

Landkreis Gießen.

kh. Watzenborn-Steinberg, 9. Juli. Gestern und vorgestern beging der GesangvereinHar­monie" die Feier seines fünfjährigen Stiftungsfestes, verbunden mit Fahn enweihe. Eingeleitet wurde die Festlichkeit durch einen Liederabend und Konzert am Sams­tag. Sonntag vormittag 10 Uhr begann das mit dem Feste verbundene volkstümliche Wertungssingen, woran sich ein lehrreicher mit großem Beifall aufgenom­mener Vortrag des Prof. Trautmann -Gießen schloß Nachmittags N/s Uhr setzte sich der Festzug durch bie i geschmückten Ortsstraßen in Bewegung. Nach der Be­grüßungsansprache auf dem Festplatze sprach Frl. Christine Harnisch einen Prolog und überreichte die neue, hübsch ausgefüyrte Fahne. Dann folgten die Liedervorträge der Gastvereine. Um 6 Uhr wurden Ehrendiplome an die beim Wertungssingen beteiligten 10 Vereine verteilt. Am Mon­

tag fand ein großes Volks- und Kinderfest statt. Turchiveg war das Fest wohlgelungen und die Festleitung harte ihre Aufgabe bestens erfüllt. Der Besuch war am Sonntag durchweg aut. Nur die Pächter des Juxplcches schienen mit iljrer Einnahme nicht ganz zufrieden gestellt zu sein.

= Alten-Buseck, 9. Juli. Zu bem Brande, über den gestern berichtet wurde, fei noch mitgeteilt, daß das Feuer genau auf der Stelle wütete, wo im Jahre 1809 ebenfalls drei Scheuern Nebengebäude von den Flammen vernichtet wurden. Außer bereits genannten Wehren beteiligte sich auch die Feuerwehr Großen-Buseck mit großem Eifer an den Löscharbeiten.

vartements des Innern, der 1899 Mitglied des Bundesrats, Bundespräsident 1905 und 1911, hat heute der schweizerischen Bundesversammlung seine Entlassung eingereicht.

Paris, 9. Juli. Der Bericht des Senators Baud in über den Protektoratsvertrag schließt mit der Bemerkung, baß die Lage in Marokko geeignet fei, Frankreich noch ernste Sorgen aufzerlegen. Aber alle Schwierigkeiten seien wohl voraus- gesehen worden und die Regierung sei in der Sage, jeder Even­tualität die Stirne zu bieten. Tie zivilisatorische Ausgabe, welche Frankreich seit acht Jahren in Marokko verfolge, werde noch manches Opfer erheifchcn und es werde viel Geduld unb Konscguenz dazu gehören, um diese Aufgabe zu einem guten Enbc zu führen.

Paris, 9. Juli. Im Ministerrat unterzeichnete Präsibent FalliöreS ben Gesetzentwurf, burch welchen bic Anleihe der Stadt Paris von 200 Millionen Franks für den Bau billiger Wohnungen bewilligt wird. Marincminifter Telcaffe teilte mit, daß ber höhere Marinerat dem Gesetzentwurf über ben Bau von Panzerschiffen im Jahre 1913 zu- ftimmte. Zwei Panzerschiffe sollen am 1. Mai, die beiden an­deren Ende des Jahres begonnen werden.

Saloniki, 9. Juli. Ueber den Angriff ber Ar - n aut en auf Aktsche Hisfar wirb gcmelbet: Die Arnauten umzingelten bie türkischen Truvpen unb bebrängten sie sehr. Auf beiden Seiten gab es empfindliche Verluste, doch ist ihr Umfang noch unbekannt. Aus El-Bassan eingetroffene Verstärkungen durckbrack)en die Stellungen der Arnauten. Gleichzeitig wurde die Wiederherstellung der Telcaraphenleitung unter starker mili­tärischer Bedeckung begonnen. Die Behörden des Wilajet Kvssowo verkündeten bie Anwenbung des Banbengesetzes gegen bic aus- rührerischen Arnauten. Eine Anzahl Angehöriger der flüchtigen Arnauten soll bereits gewaltsam aus der Gegend von Diakowa, Ipek und sPrizrend nach Uesküb gebracht worden sein. In Saloniki wirb beftinrmt versichert, baß bie zu den Monastirer Deserteuren entlaubte Offiziermission nach Monaftir zurückgekehrt ist. Die Lage unb Verfassung der Meuterer sei beklagenswert. Es fehle an Mitteln, sie seien bereit, nach Monastir zurückzukehren, falls ihnen Begnadigung zugeftanden werde. Mehrere hohe Offiziere der Monastirer Garniivn wurden nach Konstantinopel berufen, darunter der Platzkommandant Schewket-Bey.

Mazagan, 9. Juli. Briefliche Mitteilungen aus Ma- karesch vom 7. d. M. besagen, daß die Lage dort ernst sei. Die Stadt ist von aufrührerischen Stämmen umgeben unb bie Europäer finb in ihren Wohnungen eingefchlossen.

rote

Linie

grüne

Linie

1912

1912

1911

1912

1911

Beide Linien

April

63154

58 579

43 270

39 402

106 424

Mai

65 888

62 348

45 392

40 956

111 280

Juni

74 815

66 488

44 887

43 125

119 682

Zusammen 203 857

187 415

133 529

123 483

337 386