Ausgabe 
10.7.1912 Erstes Blatt
 
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zustecken oder ins Haar zu binden." Dann gibt es große Rosen, mittelgroße, die etwas besonders Gefälliges haben, kleine und gai^ kleine. Diese kleinen und ganz kleinen oder Zwcrgröslein gehören zu den Bielblütigen, die neuer­dings als Klcttcr-, Kriech- und Hänge- oder Trauerrosen ungemein beliebt uub verbreitet geworden sind. Bei einigen Arten dieser Viclblütigen stehen so viele der kleinen Blüten ihrer zwanzig bis dreißig können cs sein in Rispen an den Zweigenden so eng zusammengerciht, daß sie, aus einiger Entfernung betrachtet, gar nicht mehr voneinander getrennt erscheinen. Man glaubt einen Flieder- oder Schneeballstrauch in voller Blüte vor sich zu haben. Erst wenn man nahe herantrrtt, erkennt man, daß es lauter einzelne Röslein sind. Und wie allerliebst und zierlich sind die>e, mögen sie nun weiß oder rot, ganz gefüllt, halb gefüllt oder cm,ach sein. Es kommt vor, daß an demselben Strauch gefüllte und einfache Blüten zu finden sind. Wie Farbe und Umfang, so ist auch der Dust bei verschiedenen Rosen verschieden. Einige duften sehr stark, andere schvücher oder ganz schvach nur. Ja, cs soll Rosen geben, die gar keinen Duft haben.

Ein Gespräch über die Rosen, das zwischen zwei Elfchen statt­sand, habe ich neulich belauscht. Nachdem sie von den unsäglich vielen Rosen, unter denen man sich kaum noch zurechtsindcn könne, gesprochen hatten, sagte das eine der beiden:Wie ich höre, handelt es sich um einen Wettstreit oder eine Konkurrenz, wie etwas derart auch schon unter den weiblichen Wesen der Menschenwelt slallgefundcn haben soll. Tic als die schönste befunden wird, erhall einen.Preis." Darauf sagte das andere:Und die wilden Rosen sind ganz von dem Wettbewerb ausgeschlossen?" Tas erste darauf:Natürlich! Tie einfachen Naturkinder reichen doch an so etwas nicht heran."Ober stehen zu hoch darüber!" schloß das erste. So sprachen die Elfchen. Wenn sic aber meinten, die wilden Rosen waren an einem solchen Wettstreit ganz unbeteiligt, so befanden sie sich doch im Irrtum. Bei sehr vielen von den Gartenrosen oder den Edelrosen, wie sic auch genannt werden, bildet ein wilder Rosenstamm die Unterlage, auf die das Edel­reis aufgepropst oder aufokuliert ist. Die wilde Rose darf, bann roedcr Blatter treiben noch Blüten entwickeln, sondern ist nur dazu da, die vornehme Rosenart zu tragen und zu ernähren.

Ob etwas Aehnlichcs auch bei den Menschen oorkomint? Zurzeit Bad-Nauheim. JohannesTrojan.

E in etruskis cher Bronzehelm. Um ein sehr kostbares Stück ist die Lipperheidischc Helmsammlung vermehrt worden, nnc Dr. Schröder in den Amtlichen Berichten aus den königlichen Kunstsammlungen milleilt. Es handelt sich um einen 0,195 m hohen, 0,20 m breiten uiü> 0,275 m tiefen etruskischen Bronze Helm, dessen Erwerb Generaldirektor Bode der Sammlung vermittelt hat. Das Stück zeichnet sich durch seine gute Erhal­tung, die starke Farbigkeit seiner Hellen, blau und grüngejledten Patina und den Reichtum an fremdartig anmutenden Verzie­rungen aus. Die besondere italische Form mst schmaler Krempe und gescheiteltem Kopf weist das Werk in den Bereich etruskischer Kunst. Jedoch verrät die dekorative Ausgestaltung des ganzen Oberteiles, die als ein sehr charakteristischer Vogel körper mit an», gelegten Flügeln gebildet ist, eher die Hand eines griechischen1 Kunsthandwerkers. Auf griechische Anschauungen weisen auch dies wunbcrlichen Ornamente hin. So sollten die großen, mit blauen Ernailsternen eingelegten Augen von dem Träger des Helms Unheil abwehren und damit die Wirkung der Schutzwaffe verstärken., Aehnlickfe Nebenbedeutung haben die Masken, die als Haller des Busches über (Stirn und Nacken dienen. Tie wie Flügel oder Flossen aussehenden seitlichen Ansätze am vorderen Kops müssen auf einen Triton gedeutet werden, der als Todesdämon galt. Der Silenskopf im Nacken des Helms, der plastisch ausgeführte Kranz von Locken vorn über der Stirn all das erinnert an griechische Helme; die aus Bronzeblech geschnittene und aufgc- lötete Palmette gemahnt dagegen wieder mehr an etruskische Helme. Ter Helm, der gegen Ende der achaischen Zeit, um die Wende des 6. zum 5. Jahrhundert v. Ehr., entstanden ist, wird von einem Griechen in Anlehnung an etruskischen Geschmack verfertigt worden sein.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. In den Prachträumen des deutschen Klubs in Buenos' Aires fand am Sonntag bie Eröffnung der Ausstellung der in Berlin bestehenden Gesellschaft für deutsche Kunst im Aus- lande durch den deutschen Gesandten Dr. Frhr. von dem Bussch- Haddenhausen statt. Der Reuterforscher Prof. Gäbertz^i.r im Alter von 57 Jahren in Berlin geworben. Tie 50jährige Toktorjubelfeier begeht am 18. Juli Geheimer Rar Professor Dr. meö. Theodor Leber in Heidelberg, einer der hervorragendsten Augenärzte der Wetz»

Mittwoch, |0. Jun R2

162. Jahrgang

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Erstes Blatt

Nr. 160

i Gichenn Anzeiger

Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten.

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Markt- 'ässe 34.

1899

28,8

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Schauspiel ans stlers.

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Petersburg, 9. Juli. Der Reichskanzler v. Beth- rnann-Hollweg erledigte heute vormittag verschiedene Arbeiten. Er fuhr dann zur Besichtigung des Neubaues der deutschen Botschaft und einiger Kirchen und frühstückte auf der deutsck)en Botschaft. Für den Nachmittag ist eine Fahrt nach Peterhof und die Besichtigung der Schlösser und Parkanlagen vorgesehen. Am Abend findet bei dem

lönne.

Tie Manöver selbst werden sich zwischen Bern inib Zürich abfpielen, einem Terrain, das den Charakter Thürin­gens zeigt. Die Vorbereitungen für dieses Manöver be- fctstiftigen noch zurzeit den schweizerischen Gencralstab. Die Manöver werden einen größeren Maßstab anneymen als sonst und es werden größere Reserven für diese Manöver eingezogen werden. Vergegenwärtigen muß man sich, daß die Schweiz ein Heer mit längerer Dienstzeit nicht kennt, sondern die ausgebildeten Rcttuten nach einigen Monaten entläßt, um sie alle Jahre zu Waffeniwungen einzuberufen. Im Manöver stehen somit Milizen, die erst für das Ma­növer größtenteils cinberufen sind. Die Seyweiler Ma­növer werden aus diesem Grunde für den deutschen Kaiser interessant sein, weil sie ihm zeigen, wie ein Milizheer manöverierk, das noch kurz vor seiner Ankunft einer burger- ttcheii Besck-ästigung nachging. Hieraus ließen sich auch iur die Verhältnisse der deutschen Reserveüdungen Nutz-

en und ifi *n ißender Schön- xunm ist hoch'

1910

28,7 (1909)

19,7

33,1

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Belgien Frankreich Spanien Italien Oesterreich Ungarn

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monatlich75P^viertek« jährlich Mk. 9^0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost 2.viertel« sährl. Mlsschl. Bcslellg. Zeilenpreis: lokal löPf* auswärts 20 Pfennig, (»chefredakteur: 91. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuille­ton',,Vermischtes' und .DerichtSsaal": K. Neu­rath; für ,Stadt und Land": E.Heß; iür den Anzeigenteil: H. Beck

EjS General-Anzeiger für Gderyefsen

Annahme^ von Anzeigen notationsdrud uvd Verlag der vrühl'schen Univ.'vuch- und zieindruckerel H. Lange, Rcöaftion, Lrpebition und Druckerei: zchulstrahe 7. l!s Büdingen: Zernfprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße-.

politische Lagerschau.

Tas Staatsangehörigkeitsgesetz und die Ausländsdeutschen.

Das neue StaatsangelwrigkeitSgesetz soll vom Reichs­tage erst im Herbst endgültig verabschiedet werden. In den Meisen der Ausländsdeutschen ist lebhaft bedauert worden, daß das Gesetz nicht schon jetzt in Kraft treten tonnte und es wird befürchtet, daß der Entwurf noch scheitern könne. Es wird in diesen Kreisen ^ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es eine Pflicht des Reichstags sei, dieses Gesetz, das seit Jahren von allen Deutschen im Auslande im Interesse deS Ansehens des Reiches er­sehnt werde, im Herbst so schnell als möglich zu verab­schieden, damit es am 1. Januar 1913 in Kraft treten könne. Viele ehemalige Deutsche werden alsdann mit Leichtigkeit ihre frühere Staatsangehörigkeit wiedererlangen können. Für die Ausländsdeutschen wäre das neue Staats­angehörigkeitsgesetz das wertvollste Geschenk für das Re- gierungchubiläunt des Kaisers im Jahre 1913.

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Geburtenrückgang und Konfession.

lieber den nun auch in Deutschland eingetretenen Rück­gang der Geburten äußert sich die Zentrumspresse, be­sonders in Bayern, in der üblichen, ein,eitig konfessionellen und dem Ernst der Frage wenig gerecht werdenden Weise. Was gemeinsame Angelegenheit und Sorge aller Deutschen ist, wird gleich wieder politisch geprägt und konfessionell abgestempelt. Man wirft sich in die Brust und preist als Allheilmittel ultramontaneWeltanschauung" und Zentrumspolitik, ja, eine Anzahl bayerischer Blätter verschreiben dem deutschen Volk die Jesuiten, um dem Geburtenrückgang zu steuern. Es sind wirklich Aller­weltskerle, diese Jesuiten. Seltsam nur, daß die Statistik der Länder, in denen sie frei schalten können, eine ganz andere Sprache redet und daß es auch dort seit langem einen Geburtenrückgang gibt. So betrug die Geburten­ziffer, wie dieM. N. Nachr." mitteilen, auf je 1000 der Bevölkerung berechnet, in

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Der Kaifet in 6er Schweiz.

Znnr Kaiserbesuch in der Schweiz schreibt man 11,13 Ser' bevorstehende offizielle Besuch des deutschen Kai- Jicr3 in der Schwetz zu Anfang September wirft bereits seine Schatten voraus uikd wird in den schweizerischen Htmtflcn zum Gegenstand von Besprechungen gemacht. I i4 Urogramm für den Kaiserbesuch ist jetzt bekannt gc qebcn worden. Bdan bedauert allgemein, daß der Besuch ves b en liehen Kaisers der erste offizielle Besuch eines 3c uffclxri Herrschers nur wenige Tage währen wird. Da her Schweizer in erster Linie Geschäftsmann ist, so 'rtrrüfrt er den Besuch eines Vertreters einer Großmacht f^oit aus Gesclstiftsinteresse und'erhofft für die Herbstsession einen gleich starten Fremoenandrang wie jetzt mi Sommer: mis England und Amerika liegen für den September schon l-.ibtrcidic Vorbestellungen für Holelquartierc vor, nament- iid) in Zürich, Luzern und Interlaken, Orte, die der Kaiser inudieii will. Dieser Besuch tvird zwar nur kurze Zett dauern und eS ist fraglich, ob der Kaiser die Neubaustrecke der Jungfraubabn zum Jungftaujoch eröffnen wird, da ein Besuch des Berner Oberlandes mindestens zwei -rage m Anspruch nel/men nnlrde. Man erzählt sich allerdings, daß der tfaifer gerade auf diesen Pmtkt des Programms großen Wert lege. Die Neubaustrecke der Jungfraubahn ivirb schon in einigen Wcheu befahrbar sein und voraus­sichtlich schon im August erösftict werden, was einen Be­such des Kaisers im September nickst ausschließt.

Man l)at in deutschen Zeitungen in politischer Hinsicht und mit Mcksicht auf die Sicherheit des Kaisers Bedenken gcäufcrt und sogar von dem Besuck)e der schiveize- Aschen Manöver abgeraten. In den amtlichen Kreisen der Berner Negierung ist man der festen Ueberzeugung, daß der Kaiser in der Schweiz eine fteundliche Llusnahme finden wird und daß die zu treffenden Sicherheitsmaßregeln vollständigen Schutz geivähren werden, falls Zivifchenfällc < rintrctni sollten. Für die Zeit der Anwesenheit des Kaisers wird in der Schweiz eine schärfere Kontrolle fremder Be° suck^er ausgeübt meroen, doch nimmt man an, daß irgend­welche unliebsamen Zwischenfälle vermieden werden können. 2ie Schiveizer sind der Natur nach ruhig und einer großen Begeisterung nicht fähig, sie werden aber den deutschen' Kaiser gastfrei und liebenswürdig empfangen. Interessant ijt es schon jetzt, das Gebaren der Zeitungen in Frank- c-ich und der französischen Schweiz zu beobachten, die fick) ' al) und zu mit dem kaiserlichen Gast beschäftigen und befürchten, daß der französische Einfluß in der Schweiz - der leider auch in der deutschen Schweiz sich immer mehr t bemerkbar macht, durch diesen Besuch Einbuße erleiden

Nachttägliches zur Naijerzusammenlunst.

Petersburg, 9. Juli. Ministerpräsident Ko- kowtzow erklärte einem deutschen Pressevertreter, er habe bei der Kaiserbegegnung in Baltisch-Port die Ueberzeugung von der aufrichtigsten Friedensliebe und der warmen Freundschaft des deutschen Staatsoberhaup­tes für Iiußland sowie von der Offenheit und Ehr­lichkeit der deutschen Politik geivonnen. Tie per­sönliche Annäherung der Monarchen und der Staatsmänner sowie die crschöpseudcn Aussprack)en hätten dauernd zur Festigkeit des gegenseitigen Vertrauens und der achtungs­vollen Freundschast geführt.

Die B l ä t t e r besprechen weiter ba^ Kommunique über die Zusammenkunft von Baltisch-Port.Ncwojc Wremja" drückt ihre Freude darüber aus, daß die Fwenndschaft der beiden Monarchen so aufrichtig und herzlich wie früher sei, wodurch die Spannung des gegenwärtigen internatio­nalen Lebens gemildert werde. Der Gedankenaustausch der Staatsmänner gebe keinen Grund zur Beunruhigung, sondern müsse in den denkenden Kreisen Deutschlands uns Rußlands befriedigen, da bte Staatsmänner unrein ge­kommen sind, daß unter den gegenwärtigen Umständen kein genügender Grund vorhanden ist, neue Abkommen abzuschließen. Die wirklichen Freunde der klugen und starken russisch-deutschen Freundschaft könnten frei atmen. In der Hauptsache bleibe alles beim Alten und Erprobten. Die deutschePetersburger Zeitung" hebt die Joentität des deutschen und des russischen Kommuniques hervor und sagt, daß es klar und unzweideutig die Lösung der Ausgabe ocr Befestigung und vertrauensvoller deutsch-russischer Be­ziehungen ausdrücke. Ein Weltenbrand könne nicht ent­stehen, solange zwischen Deutschland und Rußland Freund­schaft herrsche. DieBirshewija Wjedomosti" schreiben: Tie Begegnung war nicht eine Fortsetzung des Potsdamer Abkommens im Sinne derer, die ein neues Abkommen er- hofften, aber es bestätigt neuerlich die fest? Absicht, di- traditionellen Beziehungen zu erhalten.

anwendungen machen. Bekanntlich behält der Sck)iveizer Soldat nach der Ausbildungszeit seine gesamte Ausrüstung und Bewaffnung, so daß der Kaiser auch bei der zum Manöver einberufenen Miliz lehrreiche BetteidungSstudwn machen kann. Die ersten Witz karten sind kürzlich tm Handel erschienen, die den Kaiserbesuch glossieren. Der Kaiser beobachtet in slürassieruniform das Sckneßen eines Schweizer Milizsoldaten, der den Eindruck eines deutscheii Landwehrmannes macht. Ter Kaiser ist mit der Treff­sicherheit dieses Schützen selxr zufrieden und lobt il)n.Affo 100000 solcher Schützen seid Jl)r, wenn aber nun 200000 Preußen kämen", setzt der K'chser hinzu. Und jovial ent­gegnet lächelnd der Schweizer:Das schadet nichts, Maje­stät, dann schießen wir alle noch einmal."

Tie deutschen Kololrien in bar. größeren Städten der Schweiz bereiten sich auf den Emp-fcnrg deS Kaisers schon vor. Die größte deutsche Kolonie der SckMiz in Zürich hat Schritte unternommen, um den Kaiser begrüßen zu können. Man hofft, daß der Kaiser bei seiner Anwesenheit in Zürich eine Abordnung der deutschar Kolonie empfangen wird.

Vor einiger Zeit tauchten Gerüchte auf, daß die deutsche Gesandtschaft in Bem zur Botschaft erhoben werden solle. Sowohl in Berner als in Berliner amtlichen Kreisen ist nichts von einer solchen Absicht bekannt. Es ist auch nicht verständlich, iveshalb Deuffchland in der kleinen Sck)weiz eine Botschaft unterhalten sollte, die nur in Großstaaten oder koinmerziell wichtigen Ländern unterhalten werden.

0er Rosenwettftrett.

Welch eine Menge von Rosen der verschiedenen Arten und Spiclarien ist jetzt in Gärten, unb Parkanlagen blühend zu sehen! kiiu nicht geringer Teil unseres deutschen Vaterlaiides ist über ^,'achr, so möchte man sagen, in ein Rosarium verwandelt worden.

Wie mannigfaltig schon in Bezug auf die Färbung erscheinen sie! Rot ist die Rosensarbe im Besonderen, cs romnu aber vor in ciclen verschiedenen Tönen, wie ja auch von ^arbeit gesagt wird, unb eine große Anzahl von solchen Tönen ober Tonarten i)t bei den Rosen zu undcn. Da gibt es Helles und helleres Rot und eine Farbe, die Rosa genannt wirb. Zu ben rosa Rosen gehört bie als aller Königin geltende Ceittifolie, bei der das Liebliche in einer Vollkommenheit hervortritt wie bei keiner andern. Tann haben ;iiir Rosen, deren Farben Hochrot, Ponceau, so benannt nach den Prunkgewandern der Puniercn, dunkelroi, Scharlach und Purpur > ilb. In bicsen Rosen kommt das Prachtvolle zur Ersck-einung. Neben den roten Rosen stehen die weißen, wie schon im Märchen der Prinzessin Rosenrot sich eine Prinzessin Schneeweiß­chen gesellt. Reizend sind bie ganz ivcißcn Rosen, aus, beren Kelchen uns das Unschulbsvollc und Reine anznbiicken sck^int. Eine große Atolle spielen in der Rosenkultur bie gelblichen Rosen, bie im Rosenhandel als Teerosen und Teehybriden beEannt inb. Eine Art davon ist so zart gelblich angehaucht, daß man fic ait weiß nennen inochtc. Bet anderen Arten gibt sich deutlich ein lellcd Gelb zu erkennen, das ins Schwefelgelb und Jsabellengelb ulcrgefoi. Stellenweise auch spielt das Gelb ins Rosige, Fleisch- farbige und lachsfarbige hinein. Bei allen diesen Rosen gibt sich im Bau der Blüte und in ihrer Färbung in hohem Grade etwas Feines, Geschmackvolles und Elegantes kund. Endlich und zu nennen bie eigentlich gelben ober lebhaft gelben Rosen, die aus ber Türkei stammen. Kapuzinerrosen heißen sie ober and) Eglantinen. Ticse sinb etwas für sich, etwas ganz apartes. '.Eicht mit zarten, schüchternen Jungftäuleins sind sie zu vergleichen, sondern eher mit luftigen Jungen. Man hört sie ordentlich ladien.

Sehr verschieden ist bei den Rosenarten auch der Umfang ber Blüten. Da gibt es rote und auch weiße, die sind, wie ich neulich ernte Tarne sagen hörte,so groß wie Untertanen". Man erschrickt beinahe, wenn man sie an sicht und möchte zu ihnen sagen:Aber Köslein, wie könnt ihr so groß,sein! Ihr erinnert ja an bic Monicn, von denen Riesentimgsrauen sich ein Sträußchen so drücken sie sich aus zusammenpslücken, um es sich vor

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TaS sind durchweg Rückgänge und zum größeren Tett erheblich stärkere als bei uns in Deutschland. Es ist eben grundfalsch, die Konfession allein zur Beurteilung Ijermi zuziehen. Diese Metl)vde ist gefährlich, mcil bjUnird) die Einsicht in die wahren Ursachen verhindert und eine wirk­same Bckämpftlng des Uebels erfcküvcrt wird. Richt ba6 jetzige mit der katholischen Kirche in Zwist liegende Frank­reich erst, wie die Zentrumspresse vielfach irrig liehauptct, sondcnt das kacholische, unter klerikaler Sei hm g stehende Frankreich vor der jetzigen Republik hat die schlimme Sitte erfunden, die drüben zunt Rückgang der Bevölkemng über­haupt geführt Ijat. Und auch heute noch bleibt der streng katholische Süden Frankreichs hinter den nördlichen, indu­striellen Distritten zurück. Das Enlvölkcrungsproblem ist überall verschieden, das kotrfessionelle Moment spielt aber jedenfalls erst in letzter Linie eine Rolle.

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