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Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.
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Lin Gesellschaftsabend des Reichskanzlers.
Tas Rcichslauzlerpalats hatte am gestrigen Donnerstag seine Pforten weil ausgetan, um, so berichtet das Wolffsche Bureau, die vielen hundert namhasten Persönlichkeiten des amtlichen und politischen Lebens, welcher der Einladung des Reichskanzlers, den Abend bei ihm zu verbringen, Folge leisteten, aufzunehmen. Im Vorsaal empfing der Hausherr, unterstützt von Unterstaatssekretär Wahnschaffe und Geheimrat Hannnann und Oberleutnant Freiherr von Scü, seine Gäste. Im grünen Saal nahm Frau v. B eth m an n-Hol lw eg in unermüdlicher Liebenswürdigkeit den ehrerbietigen Gruß der unaufhörlich Zuströmenden entgegen, welche Geheimrat d. Oppen vorstellte.
Einladungen waren ergangen an die in Berlin anwesenden Mitglieder des Bundesrats einschließlich der diplomatischen Vertreter der Bundesstaaten, tfie bürgerlichen Abgeordneten des Reichstages und des Abgeordnetenhauses und viele Mitglieder des Herrenhauses, ferner an die inaktiven Staatsminister, an die Chefs und zahlreiche Mitglieder sämtlicher Reichsämtcr und Ministerien, die vollzählig erschienen waren und an eine große Anzahl anderer hervorragender Persönlichkeiten. Ein viel bemerkter Gast des Abends, der mit dem Reichskanzler den Mittelpunkt regster Unterhaltung bildere, war der Botschafter Freiherr Marschall von Bieber st ein, welcher sich bekanntlich am Freitag mir dem Reichslanzlcr uitD dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts nach Karlsruhe z u m Kaiser begibt. In großer Anzahl erschienen waren auch die Vertreter von Heer und Flotte, die fül)renden
An» Hessen.
Ter Finanzausschuß der Zweiten flammet wird schon am kommenden Mittwoch, Dem 1 3. Mak» zusammentreten, um zu der B e a m t e n b e s o l d u n g s Vorlage und den sämtlichen ihm gleichzeitig überwiesenen Eingaben, Vorstellungen und Anträgen Stellung zr nehmen.
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brik Aktiengesellschaft
Unteriuchungsrcüe nach Östarabie n entsandt wurde, in am 4. Mai glücklich in Maskat in £man angeiommen, von wo er den Ausschuß drahtlich davon unterrichtcl hat, oaß er Zentral Arabien bereist hat, wo ec mit vielen Schwierigkeiten zu lämpfcu hatte und sich wiederholt in äußerster Lebensgefahr befand. Ter Ausschuß hat Grund zur Aniiahme, daß seine Reise vollnäudig gegluckt ist, sowohl himichtlich des zurüägclegten unbekannten und gefährlichen Weges wie hinsichtlich der Ergebnisse. Raunkiacr reiste am 12. November 1911 von Kopenhagen über Konstan-
Persönlichkeitcn der Bank- und Hand ichen LandwirtschaftsralS, die Vorkämpfer der Luftschiff- lahrl, die Repräsentanten von Wissenschaft und Kunst, der Geistlichleit und der Presse.
Bagdad in Mesopotamien gelangte;
weiter nach Basra fortgesetzt, wo er am 22. Januar emtraf — Unter Beihilfe des Wali von Basra fetzte er seine Reise über Soblir nach Kuweit fort, wo er Gast des Regenten Scheich Mobarri war. Von dort trat er die große Fortchungsreisc an,
tinopcl und Klernasien nach Alevvo, von wo er zu Wagen nach von hier wurde die Reise.
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Die Reichstagrersahwahl in Varel-Zever.
Oldenburg, 9. Man Zn der Reichstagsersatzsiich« wähl Varel-Jever siegte T r. W i e m e r (Fortschr. Vp. mit 13 700 Stimmen gegen Hug «.Soz.), der 13 WO Stimmen erhielt.
Oldenburg, 9 .Mai. Rach einer späteren Meldung sind bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreis Oldenburg II, Varel-Fever, für Tr. Wiemer «Fortschr. Vp.) 15864 uiid für Hug i,Soz.) 13474 Stimmen abgegeben worden.
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schäfte betreiben, eine zweite Frage. Jedenfalls ist es zu begrüßen, daß der Präsident nad) all dem, was vorgefallen ist, einmal ein Exeinpel statuiert, hat, um die Würde des Hattscs zu wahren und der Sozialdemokratie den Grnft zu zeigen Taß diese Aufgabe nidit Icidn ist, bewies der Schluß der heutigen Sitzung, als sich Herr Lcinert über das ihm widerfahrene Mißgefchid beschwerte. Taß hierbei der Präsident iid) nicht ganz auf der Höhe zeigte, das schien man auch auf der Rechten zu empfinden, denn kein Geringerer als Jordan v. Kröcher erhob sich, um seinem Nachfolger gegen den Ansturm von link beizustehen. Wenn setzt das ^.hcma von der Bekämpfung der Sozialdemokratie erneut aktuell werden wird, dann wird man zweifellos gut tun, auch den Ursachen gründlicher nad)$u gehen, als dies bisher der Fall war. Mit Gewalt tvird das Gegenteil von Ruhe erreicht, daS dürfte der heutige Tag klar gezeigt haben. Wenige Stunden nach diesen Vorgängen flatterten bereits die Extrablätter des „Vorwärts" hinaus, die Den „Gc- waltftreich des Herrn v. E r f f a" und die „Diktatur der Blauen" verkündeten. Wer den Vorteil hat, darüber wird kein Zweifel bestehen.
Ter Protest Borchardts gegen seine Ausschließung.
Berlin, 9. Mai. Ter Abgeordnete Borchardt hat gegen seine Ausschließung von der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauies schriftlich Einspruch erhoben. Er begründet ihn damit, Dag die Ausschließung g e gen das Strafgesetzbuch verstoße, das durch die Geschäftsordnung nicht aufgehoben werden könne, daß er vorher nicht zur Ordnung gerufen worden sei, daß Abgeordnete anderer Parteien dasselbe getan hatten wie er und daß schließlich der Präsident überhaupt nicht das Recht habe, einem Abgeordneten vorzuschreiben, von wo er Zwischenrufe machen dürfe. Ter Präsident wird dem Hause vorschlagen, eine Abstimmung über den Protest am nächsten Montag vornehmen zu lassen.
Ferner waren mit dem amerikanischen Botschafter vollzählig zugegen die Telegierten für die internationale Ea- nada-Paetfic-Ausstellung. An der Spitze der großen An zahl von Parlamentariern aller bürgerlichen Parteien waren die Präsidenten Kämpf, Paasche und Tove, Frhr. v. Erffa, Tr. Porsch und Tr. Krause erschienen.
Nachdem die Begrüßung vorüber war, verteilten sich die Gäste an die reichen Buffets und an die einzelnen. Tische, an denen sich bald eine außerordentlich angeregte Unterhaltung entwickelte. Ten Mittelpunkt der Gesellschaft bildete aber den ganzen Abend der K o n g r e ß f aa l, ivo in immer sich erneuernden Gruppen die bewegenden Fragen des Tages, deren Zahl ja nicht klein ist, emsig durch- gefprochen wurden. Ter Reichstanzler selbst wuroe nicht müde, immer neue Gäste in das Gespräch zu ziehen. Tie liebenswürdige Gastfreundschaft des Reiafstanzlerhauses hielt die Teilnehmer vis zur Mitternachtsstunde zusammen. Es gibt wohl kaum einen Ort, und kaum eine Stunde, wo mit dem politischen zugleich das ganze geistige Leben de.' Reiches mächtiger pulsierte als an einem solcheti Abend im Reichstanzlerpalais.
Berlin, 9. Mai. Teilt Vernehmen nach wird sich außer dem Reichskanzler und dem Botschafter Frhr. v. Marschall auch der Staatssekretär des Aeußern nach Karlsruhe begeben, um dem Kaiser am Sonnabend einen' Vortrag zu halten.
Ter Rücktritt des Botschasters Grafen Wolff-Metternich.
Tic „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Botschafter Graf Wolf-Metternich hatte bereits vor Jahresfrist, nachdein er 10 Fahre den verantwortungsvollen Posten in London, zum Teil unter großen Sdpuii- rigkeiten, verwaltet hatte, die Absicht ausgesprochen, sich aus dem politischen Leben zurückzuziehen Verschiedene Gründe veranlaßten den Botichafter, die Ausführung dieser Absicht zu verschieben. Es kamen der Besud) des Kaisers in London, dann die Krönungsfeierlichleiten und die politischen Ereignisse der letzten Fahre, welche einen Wechsel auf der Londoner Botschaft unerwünscht erscheinen ließen. Nunmehr hat, wie wir hören, der Botschafter seinen Ab schred eingereidi t ü n d bewilligt erhalt e n Für die sosortige Wiederoesetzung des Postens ist Sorge getroffen. Sobald die Aeußerung der englischen Regierung vorliegt, ob die in Aussicht genommene Persönlichkeit ihr genehm ist, wird die Ernennung des Nachfolgers und ihre Veröffentlichung erfolgen.
Geist wird nun die sonst so freudlosen Räume beherrschen.
„Fd fühle die Musil schon," tagte Puccini, „Farbe, beitete Frische, Gesang, ja, fingen will ich, ohne Sorge um den Stil, ohne Grübeln, nnberümmen und aus Herzenslust einmal singen!
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ff. Wieder ein neues K r c b s h e i l m i 11 e l! Tie Akademie der Medizin in Paris beschäftigt sich augenblicklich mit einem neuen Krebsheilmittel, dessen Wirliamteu bereits mehrfach erorobt ist. Es handelt sich nm eine neue Behandlungsart der Krebskrankheit, die Tr. Fulius G n e z d a aus Agrant ausgektrbeit.i tat. Ter erfolgreichste Fall, der zur Besprechung kam, ist die Heilung einer Frau, die im Alter von 79 Fahren in Paris operieri von einer Krebsgeschwulst an der Wange befreit ivurde. Tie Änezdaicke Behandlung der Krankheit bepeht in der Tarreichung eines Heilmittels, das fein Erfinder Arphoalin nennt. Es ist eine Eiweißverbindung, die etwa 6 vom Tausend Arsen und Phosphor enthält. Arphoalin ist ein bräunliches, geschmackloses Pulver, das in Wasser und schwachen Säuren unlösliaj, in warmen Alkalien dagegen löslich ist. Es wird innerlich in Form von Kavieln verwendet, aber auch äußerlich als trockene Paste auf die Krebsgeschwulst aufgelegt. Bei der 79jährigen Patientin sind beide Behandlungsarten ausgeführt worden. Viermal ist die Geschwulst mit Arvhoalinpaste behandelt worden und einen ganzen Monat hindurch sind täglich Arphoalinkapseln verabreicht worden. Fn diesem Falle war der Erfolg eine Schrumpfung der Krebsgeschwulst an der erkrankten Stelle, außerdem hörte die weitere Verbreitung der Krebszellen auf. Außer diesem einen Falle hat Tr. Gnezda in den texten zwei Fahren nock, zehn andere Krevs- tranle behandelt. Zwei sind völlig geheilt, mni wesentlich geeifert, zwei Hai Tr. Gnezda nicht weiter verfolgen können, da sie Paris verlassen haben, und der letzte Kranke ist an Pneunomie gestorben. Fn einer der nächsten Sitzungen der Akademie wird Tr. Gnezda mikroskopische Präparate von seinem Krankenmaterial vorzeigen.
— Eine Forschungsreise durch Zcntral-Ara- bien. Aus Kopenhagen, 8. Mai, wird uns gemeldet: Ter Geograph Barclay Raunkiacr, der im Herbst 1911
mit, der seine häusliche Gemessenheit abstreift und an ihrer Seite I vom Ausschuß der dänischen geographischeu Geiellichait aus eine heim Feste bleibt. Fm dritten Akt erkennt die Marquise ihren " Fehler, siebt mit Erstaunen, daß ihr sonst so trübseliger Sohn jroh und heiter wird, daß er das sonst gefürchtete Elternhaus liebt und daun jolgi auch in einer luftigen Szene die Lösung: Lolita und Pedro iinben sich, die fröhliche Seele hat gesiegt und ihr
Eine neue Oper von puccini.
Nack, den Pariser Vorstellungen des „Mädchens aus dem ßoldenen Westen" wird Puccini eine längere Reife na* <svani:ii an treten, um hier im Leben die Menschen und die Atrno'vhäre zu studieren, die den Gruudton seines neuen Werkes bilden soll, ieitn Puceim, so beruhtet der Eorriere della Sera, hat bereits oas Libretto seiner neuen Oper fertig in .'oänDcn: die düst eie Iragit der „Tosca" und die starken theatralischen Akzente seiner übrigen Stoffe werden diesmal.zurücktreten: Puccini schreibt au einer komischen L p c r, an einem heiteren Stoffe, in dem Humor und fließende Melodien sich frei entfalten sollen.
„Tic fröhliche Seele" wird feine neue Oper heißen, und der Stoff entstammt dem gleichnamigen Lustspiel von Cumtcrj; aber die bei allem Ucbermut zarte und farbenreiche Tichtung hat itr Puccini eine vollkommene Umarbeitung bestehen müssen. Giuseppe Adami bat nad) den Fdeen des Komponisten die Handlung vertieft und zugleich die Prosa in lnavpe, wohllautende Verse gebracht. Tic fröhliche Seele ist tue Nick te der strengen, ernsten Marquise Mercedes. Still, gemessen und allen Freuden des Lebens abgewandt, lebt die Marquise ernst und pflichtbewußt in dem düsteren Hause ihrer Väter: lein Lachen schallt durch diese dunklen Räume, die sorglose Heiierkeit, die Freuds am Leben haben hier keine Stätte. Selbst ihr Sohn, der junge Stubern fühlt sich daheim bedrückt und beengt, und wenn er in den Ferien mehr der Pflicht gehorchend als dem eigenen Tränge nach Hause kommt, ’"o geschieht es nur, um Geld zu holen und möglichst bald wieder ui der Ferne Licht, Sonne und etwas Lebensfreude zu suchen. Und in diese Atmosphäre tritt nun Lolita, die fröhliche Seele; sie m nicht leichtfertig, aber sie ist übermütig, fröhlich, sie will fröhlich sein und auch fröhlich madjvn. Fm Bunde mit ihrer Kammer ;ose versucht sie etwas von ihrer Lebensheiterkrit und von ihrem Lachen in dies Haus zu tragen, aber diese Rebellion wird nieder gekämpft, die stillen Sklaven der Etikette und. der Sitte wenden iid) kühl und getroffen von der Prophetin sonniger Heiterk.it ab. Selbst Pedro, der Student und Vetter, vermag unter dem Etustuß dir heimischen Atrnosvhäre ihr nicht -u folgen. Fm zweiten Ak: sehen wir die fröhliche Seele einen kleinen .'Uisilug machen, Licht, Sonne und Vogelsang will sie spüren; sie gerat Dabei in ein Endliches Fest, entzückt alle durch _ibre Fröhlichkeit,^ sät Lachen ringsum und wird unversehens zur Trauzeugin und Feste: i.'nigin t mcr Bauernhochzeit. Ter von der Mutter ausgesandte Pedro i«U sie nach Hanse fuhren, aber noch will sie lachen und lachen i chen und allmählich reißt ihre Fröhlichkeit auch den StuDenten
Lin beschämendes Schauspiel.
Fm preußischen Abgeordnetenhause haben sich am gestrigen Tonncrstag unerhörte Szenen abgespielt. Bei der fortgesetzten Beratung des Besitzbefestigungsgesetzes geißelte der Äbg. Tr. Schieferer (Natl) scharf die enge Verbindung der Tänen und Polen mit Den Sozial Demokraten in der Ablehnung der Vorlage Tabei machte der sozialdemokratische Abgeordnete Borchardt, auf der Treppe unmittelbar vor der Rednerbühne stehend, fortgesetzt Zwischen rufe. Trei bis viermal wurde er vorn Präsidenten Frhr. v. Erffa | gebeten, die Zwischenrufe zu unterlassen, L bczw. sich an seinen Platz zu begeben. Aber Herr U Borchardt verstärkte nur seine Zwischenrufe und blieb, M worauf der Präsident schließlich zu Dem ihm von der Gc J schäftsordnurig an die Hand gegebenen Mittel griff, den I '21 b g. Borchardt f ü r Den Rest der Sitzung a u s - I jujefa liefe en. Nunmehr hielt es Herr Borchardt für an I Der Zeit, feinen Platz einzunehmeii, und in wohlweiser f Borausahnuitg dessen, was kommen könnte, nahmen zu seiner Rechten und Linken die „Genossen" Leinen und Hoffmann Platz. Ten Aufsoroerungen des Präsidenten gegenüber, den Saal freiwillig zu verlassen, berief |id) Abg. Borchardt unter steigender Erregung des ganzen Hauses fortgesetzt auf das Strafgesetzbuch, wobei ihm Die übrigen „Geuosjen" durch die üblichen Zwischenrufe Hilfe leisteten. Tie Sitzung wurde auf eine halbe Stunde u n t c r b r o d) e n. Rach Wiederaufnahme fag der Abg. Borchardt immer noch auf feinen Platz. Weitere Aufforderungen des Präsidenten, feiner Anordnung nachzukvGmcn, blieben erfolglos. Ta griff Frhr. v. Erffa zum äußersten Mittel: der zuständige P o l i z e i l c u t n a n t marschierte auf, und nachdem auch dessen gütliche Auf- jorberungen an Herrn Borchardt fruchtlos geblieben waren, padten zwei Schutzleute zunächst Herrtt Leine r t, der sich Platz zu machen weigerte, am Rockkra gen, dann zwei wettere Schutzleute Herrn Bord)^ardt und desörderten letzteren mit Gewalt aus Dem Saal. Mit verhaltener Erregung schaute das Haus dieser widerlichen Szene zu. Aber damit war die Sache nicht zu Ende. 3u aller Erstaunen betrat wenige Minuten später Der Abg. Borchardt wieder den Saal. Wiederum dasselbe Schauspiel. Abermals wurden die ueiben sozialistischen Volksvertreter am Kragen genommen, jefet wurde draußen Herr Bvrcliarot aus allen seinen Gangen im Hause von den Schutzleuten begleitet. Schließlich ordnete Der Präsident an, Dai; ein Teil Der Eingänge geschlossen, Die übrigen von Schutztua n nspo st e n besetzt würben, um Den Wiedereintritt des Abg. Borchardt zu ver- hinderir. Letzterer spazierte nunmehr frei im Hause umher, und es herrschte danach äufeerlid) Ruhe. Selbstverstänoiich DitDcten sich überall Gruppen, die Den Vorfall eifrig besprachen.
Zu Diesen äußeren Vorgängen bemerkt Die „Natl. Korresp.":
Fm Fnteressc des Ansehens des deutschen Parlamentarismus 1 find üc tief bedauerlich, und es unterliegt gar keinem Zweifel, daß Die Schuld daran allein den S o z i a l d c m o k ra - I ten beiftumeffen ist. Ob freilich Der oben roiebcrgegebenc Anlaß für die Anwendung des letzten zur Aufredstcrhaltung dci Ordnung zur Verfügung stehenden Mittels geeignet war, sdarüber kann man geteilter Meinnng sein. Tas ist aber gegenüber dem Benehmen Der Sozialdemokraten überhaupt, die onen- ichilich die Störung der ordnungsmäßigen Erledigung Der Gc-
Nr. 110 (Elftes Blatt 162. Zahrgang greitag, 10. mal (912
M Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefjen MW
Annahme van Anzeigen notationsörud und Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- und 51eindruckerei R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Zchulstratze 7. oan^. ,ur den bis vormitlags^Eh" yüdingen: Zernfprecher Nr. 269 Geschastsstelle vahnhofstratze 16a. Anzeigenteil: y. Vcck.
glänz Dort
Die durch Die Wüste über die Lasen Bercida und Riad mitten in Zentral Arabien im Lande Der Vatabitt. c Soll wohl Wahhabiten heißen! Tie Red > und weiter nach Osten über Die Laie Fxo'uf zur KüsteZühren sollte. Tiefen kühnen Plan hat RaunUaei offenbar du " hrt und Die Die ihm vom Ausschuß gestellte Aufgabe "t. Raunkiacr geht jeyt nad) Bombay und von icnbagen, wo er wahrscheinlich im Funi eintrifst. e Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. igrefe der Deutschen Vereinigung für Krüove rsorgc. Fn Der Pfingstiooche, Mittwoch, Den 29. Mai 1912, hübet unter Dem Vorsitze von Prof. Tr. F. L a n g e - München im allen Rathausfacue zu München Der zweite Kongreß der Teutschen Vereinigung für Krüvvelfüriorge statt. — Geheimrat Tr.-Fng. Karl Henrici, etatsmäßigec Professor Tür Architektur an der Technischen Hochschule zu Aachen, feiert am 12. Mai seinen 70. Geburtstag. Fm Fahre 1903 ernannte ihn Die Technische Hochschule zu Tarmstadt zum Tr. Fug. hon. causa wegen seiner hervorragenden Verdienste um die Einführung künstlerischer Grundsätze tm Städtebau und seiner vorbildlichen Arbeiten auf diesem Gebiete. — Wie Die italienischen Blätter melDeit, haben Ausgrabungen auf Der Fnsel Brioni zu Der EntDecknng mächtiger U e b e r r e ft e eines byzantinischen M a ft r u nt s geführt. Dessen Mauern 2>. Meter Dick sind. Bisher rourDe die Eingangspforte ireigclcgt. — Fn M ü n chen ist Der Mediziner Universitäts-Professor Geheimrat Tr. Fosepb v. Bauer gestorben.


