Ausgabe 
10.2.1912 Viertes Blatt
 
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anher, alS sollt,

das Zelt abgebrochen lvcrden," kann fid) an eine europäische Torrn br.' Decken- und Servierens nicht gc-

Arbcitcn, hie sic mir zu überlassen gedachte. Mizzt probierte meine Duldsamkeit aus, indem sic ihren Bedingunaen täglich eine neue anfügte. Mit her letzten meine Küche 31t Her größcen war meine Geduld zu Ende! Sie ging bereits nach acht Tagen, hatte aber ihr Mietgeld Von einem halben Pfund Sterling und ein Pfund Sterling Wochen lohn schon vorweg/' s)<od) einer älteren MalteserinMartz", die durch simulierte .Krankheit schwere Sorgen und .Brsten veranlaßt, erscheint eine etwas reife, für malerischen Putz eingenommene Schönheit ita lienischer 'Jlbftammung,Annette".Für die vernachlässigte Ar­beit des Bcstcckpolicrcu.', Geschirrttocknens und Fensterputzen- ent-- schädigte sie mich durch luuswollcs, eicht italienisch,'.' Drapieren bunter Kleidungsstücke an Bal tonen und Fenstern. Annette kochte und wusch den lieben langen Tag auf sehr summarische Art Für sic gab e4 nur ein Gericht:Allerlei" - in dem alle Arten von Fleisch, (Hcmüfcn und Gewürzen satt und krattlos mitein ander verfocht waren Bei ihrem Sduiifcn fang Annette vom Morgen bis zum Abend int trcmoliereuben Sopran." Nun ging die Hausfrau von ben von europäischer Mnltur beleckten dienst- baren (Geistern zu Mäddwn über, tue die Beziehung zur Ur­wüchsigkeit eines primitiven Lebens noch nicht verloren hatten. Eine sehr solide ausfchauende riesenhafte Felladstn Saida scheuerte für 40 Mark monatlich das ganze HauS,schien aber zu glauben, eine heimatliche fel(adnfd)e Lehmhütte um sich zu haben, da sie den ideellen Wert polierter Möbel, neuer Teppiche und frischer Tischwäsche nicht t-rfafotc und würdigte.Sand und Wasser" waren Saidas Losung. Leider sand id; überall die Spuren ihrer edit sellachisdten Reinlichk^t; sie nahm z. B Bücher, Hefte und Photographien einzeln in ihre energische Behandlung nut dem tropsnassen Sd>euertuch. Nad) meinen Vortt'ürsen liest sie sich stets mit indigniertem (Hemurmel und mit voller Wucht auf die Steinfliesen der Halle nieder mrd bat mich obendrein noch um Mafiee zur Stärkung!" Hojs'na, die Negerin, ist durch nichts aus ihrem Schmutz herauszubringeii und die schlanke iunge Araberin Amina hat noch zu viele Reminiszenzen an das ßeltlcben der Bor eitern, häuft beim Aufräumen alles in einer Decke aufein«

c Ze i tschrift al -5 Heiratsvermittler. 3n oem <5d:nUltellervmin zu London erzählte der -Heraus- gcber bev Cornhill Magazine eine reizende Geschichte, aus feiner langiährigen Tätigtet!;Eines Tages wurde tnir für meine

wdhneic Aber schließlich erscheint ein ruhender Pol in dieser Erscheinungen Flucht: burd) die Anstelligkeit und Tüd)tigfcit einer jungen Griechin, Eukrasia, findet die Dienstbotennot ein Ende.

Frcruen-Feuttleton.

Dienstbotcnnütc im Orient.

Unsere Hausfrauen, die fid) über die Ticnftbotcnfragc die Kovse zerbrechen, mögen sich damit trösten, das; ihre Nöte gering sind im Vergleich zu denen, die eine deutsche Haustran iin Orient burdMumarfjcn hat. Dorothea Schnhmaclwr wibwet eine amüsante Plauderei in lieber Land lind Meer der vielgestaltig bunten Galerie von Hausgeistern, mit beiten sie in Kairo ihre wirt­schaftlichen Erfahrungen machen mußte. Sie begann mit einem IIeinen Laufjungen, her ihre Besorgungen machen sollte, und endete mit hodchezahlten Tienftinäddien, aber ob männlich ober weiblich, ob weist, braun oder schwarz in der Hautfarbe, sie alle umschlang daö gemeinsame Band der Unbrauchbarkeit. Der kleine Ackuned, ein ebenso schlauer wie nieblidu'i brauner Wicht von zehn Jahren eröffnet den Reigen. Sduitzhastigleit, diasch- haftigfeit und Zerstreutheit wären seine Fehler, aber er war doch ein recht begabtes, vielversprechendes Kind Sein Nad)folger war Hammed, dessen Gutmütigkeit wie Naivität keine Grenzen kannten. Ich traf ihn einmal im Salon wie er mit dem Schrubber - beseit gefliffentlid) bat .Staub vom Piano fegte. Ein anderes Mal rieb Hammed mit dem Eifer eines dankoaren und mit sich zufriedenen Dieners die Fensterscheiben ab und zwar mit meiner neuen Flanellbluse! Er hatte sie ergriffen, da er den ähnlich gestreiften Stoff, beu id) ihm zu jener Arbeit angewiesen, als Turbantud) verwendet hatte. Auf meine sprachlose lieber* raschung reagierte er mit einem scheuen Hundeblick, lief; die mißhandelte Bluse fallen und schlich hinaus, um ben Nest des TageS. jede Arbeit verfdnnälKnb. in der Babestube zu bleiben. . Ein Gewaltmensch war Manssur, der jebe Dreinrede als Be­leidigung empfand und behauptete, daß er als Bcrberiner allein wisse, was auf räumen sei ,,?\d) ergab mich und dachte: gut, rote er reinmacht, soll mir gleich fein; lebet nad) feiner Art! Als fid) aber mein Widerspruch gelegentlich noch einmal mächtig regte, warf er mir voller Empörung die Scheuerbürste vor die Füße, sprang von der hohen Hansl etter mit einem fürchterlichen Satz herab und -um Fenster hinaus! Da europäische Nerven derartigem nicht gewachsen sind, mußte Manssur uns verlassen " Bon dem männlidwn Geschlecht hatte unsere Hausfrau genug. sie wollte es nun mit einer europäischen ..bonue a tout tatre", roie sich im Orient unser sdstichtesMädchen für alles" nennt, versuchen

Nachdem sie burd) das Inferno der Vermieterinnen hindurch atgangen war, fand sieMizzi".Sie stammte angcblid) aus Kärnten und hatte nur eine Leidenschaft: die Anfertigung von öftcrreid)iid)cn Mehlspeisen. Dies gesd)ah auf Kosten per übrigen

Zeitschrift von einem Schriftsteller, der fd>on verschiedentlich gu3 Beiträge geliefert hatte, ein Artikel eingesandt, den ich für uw brauchbar hielt. In höflichen Worten lehnte ich ihn ab und lanbtf das Manuskript zurück Aber wie gröl'; war mein Erstaunen als id) einige Tage oaralif einen Brief erhielt, in dem b*} Sckwiftfteller mid» inständig bat, beit Artikel au drucken. G begrünbcic ferne Bitte l)öchsl eigentümlich:Mein bester Fr«M ist verlobt und steht kurz vor der Heirat Ader unglückliche weise 1)at er sich mit seiner Braut entzweit. Um nun die bahn wieder inS Geleise zu bringen, habe ich die Geschichte geschrie^H deren Inhalt unbedingt die beiden wieder zusammenführen roirt Ta die Braut eine eifrige Leserin deö Corrchill Magazine ist, fi müssen Sie unbedingt diese Geschidste abdrucken: denn Sie öfläg nicht so hartherzig sein, zwei Herzen, die zusammen gebdrer. auseinandcrzubringen." Was konnte ich anders tun, als dt Geschichte abzudrucken? Und der Erfolg blieb, wie ich erstchh nicht aus! Ter Groll der Braut roid), und die beiden Liebendes söhnten fid) aus. Aber eines hat mid) doch geärgert: man lull mid', den eigentlichen Heiratsstiftet, noch nicht einmal zur doch* zeit ein.

Ein Amazonen st aat. In Ozeanien existiert ett kleines Königreich, das unter der Oberhoheit Hollands steht, einet König aus alteingesessenem Herrschergeschlecht und eine unn>* hängige Negierung bat. Ter Kleinstaat, über ben einige Reisend« neuerbingd merkwürdige Einzelheiten berichtet haben, nennt für Bantam Er wird durchaus von den Frauen beben fd)t, aber nickt etwa im Sinne einer auf Einflüsterungen und Intriguen b* ruhenden Machterschleichung, sondern im politischen und tali'äd* liehen. Bantam hat Aivar einen Fürsten, er uirtersteht flgf einem von drei Frauen gebildeten Ministerium, die die Geschähe des Landes leiten. And) alle andern Staatsgeschäsl werden Wl Frauen ausgeführt, dem Mann dagegen ist Ackerbau, vanM und Industrie Vorbehalten. ToS Seltsamste ist, daß auch dck Trupeyu Bantams ein ?lma.zonenkorpS sind und das; die LeibwNckß bc? Fürsten aus zweihundert jungen kriegerisch auSgrbtlbdt* Mädchen besteht. Eine wirklick)c .Kriegsgefahr soll dem kleiner Staat übrigens nicht brohen, und fo ist die Frage ivohl berechn^ wer in der langen FriedenSzcit dem andern wohl gefäljrhdxl wird: der König seiner Leibwache ober diese ihrem Fürsts Uebrigens sollen die rriegert)dn*n Frauen von Bantam KV liebenswürdig und gastfreundlich sein: die Männer sind <£* scheinend mit ihrem Regiment sehr zufrieden, denn sie bmnen UP* Frauen und Besck)ützer mit dem Ehrennamen, die kritgeriscv« Engel.

von nur 2 Prozent Erfahrungsgemäß nimmt 1 Kubikmeter Bauholz etwa 2,n JHlogramm Fluornatrium auf. Dieses Mittel 6ft fein Lefdrütztes Spezialpräparat, sondern im freien Berkans für . a 20 Mark pro Jentner zn erhalten. Tie MaterialLosten einer solchen Imprägnierung betragen daher nur 1 Mark Pro ftubitmetei Tie Anwendung von Fluornatrium zur Haus- fck wemmbelampi'ung hat in Oesterreich die besten Resultate ge­geigt, denn solche Imprägnierungen haben sich seit 10 Jahren »Io durchaus vilzsicher erwiesen.

Ta ausgebreiteter Hausschwamm die befallenen Wohnungen aut Benutzuirg unbrauchbar macht und somit den Wert des Laufes schmälert, spielt die 3d)roammfragc beim Hauskauf eine groß- Rolle und gibt Veranlassung zu vielen Prozessen. Das l$ortommen von Haus schwamm berechtigt den Käufer, binnen Jahresfrist vom Kaufvertrag völlig zurückzutteten ober Minde­rung deS Kaufpreises zu fordern. Nock) 30 Jahre über bas so­genannteGewährSjahr" hinaus haftet der Verkäufer dem Käufer bann, wenn ersterer beim Abschluß des Vertrages wußte, daß Lausschwamm in dem Hause sei, dies aber verschwieg. In der F$rajri0 Leigt sich nun nicht selten, daß vorhandener Hausfchwamm erst nach Ablauf des Gewährsjahrs entdeckt wird. Ist in einem solchen Fall nicht der unbedingte Nachweis zu erbringen, daß der Verkäufer ben Fehler arglistig verschwieg, so hat der Käufer den Schaden: er muß für alle Reparaturen auf kommen und be­sitzt dazu noch ein minderwertiges Haus: denn der Schivamm- verbacht bleibt trotz durchgeführter Reparatur an dem Hause hängen und darf beim Weiterverkauf nicht mehr verschwiegen werden.

Das Vorkommen von Hausschwamm bot schon immer dem Käufer einen Rechtsgrimd, binnen Jahresfrist Wandlung zu ver­langen, d. h. vom Vertrag zurückzutteten. Erst feit dein Jahre 1909 wirb auch Trockenfäule einer Reichsgerichtsentschcidung zufolge dem Hausfchwamm luristifch gleichgestellt, und Treu und Glauben im Verkehr verlangen, daß nickt nur erkannte Trockenfäule, sondern auch der Verdacht auf Trockenfäule beim Verkauf an­gezeigt wird.

Der Erreger der Trockenfäule ist ebenfalls ein Pilz, und der Krankheitsverlauf ist ähnlicher Natur. Der Botaniker Prof. Dr. Mez hat nachgewiesen, daß der Hausschwamm burd) chemische Umsetzung des Holzes zehnmal mehr Wasser erzeugt als der jErreger der Trockenfäule. Dadurd) wird der Hausschwamm un­abhängig vom Feuchtigkeitszustand des Hauses, Derma g trockenes Holz anzugreifen und fid) überallhin zu verbreiten. Trocken- fäule dagegen ist aus an fid) feuchte Stellen angewiesen, bleibt deshalb in einem gut gebauten, nicht nassen Hause lokal bc- > schränkt.

Ein anderer Hausschwammkcnner, Dr. N- Wotz, hat die praktischen Unterschiede zwischen Hausschwamm und Trockenfäule wie folgt präzisiert: Ski Trockenfäule ist die Reparatur sehr einfad) und die Beseitigung, für deren dauernden Erfolg man sich verbürgen kann, leicht und sicher. Hingegen sind die Repara- dttten bei HauSschwanun wesentlich umfangreicher und kostspieliger: glcid)wohl kann die Garantie, daß der Hausfchwamm nun gründ­lich beseitigt sei, nicht geboten werden.

«Eine Tragödie im (Eise öes Niagara.

- Der Einsturz b?r Eisbrücke über den Niagara hat eine furcht­bare Tragödie mit fid) gebracht. Am Sonntag standen wohl 35 Menschen auf der Brücke, als plötzlich ein Kckirschen durch >das Eis gingDas EiS bricht!" Der Schreckensrnf war das Signal zu hastiger Flucht. Alles stürmte zum Ufer. Kaum zwei iMinnten später begann sich das Eis zu lösen und zu treiben, -dock) alle hatten das Ufer erreicht mit Ausnahme des jungen Ehepaares Stanton, eines 17jährigen Amerikaners 'Surrell Heeock lunb eines anderen unbekannten Maiincs. Sie rannten zum amerikanischen Ufer und waren beinahe schon in Sicherheit, als ein freier Wasserstteifen sie zurücktrieb. Nun begann die Jagd nach dem kanadischen Ufer. Doch kaum fünfzig Meter vor bem retten­den Lande sah man Frau Stanton erschöpft zusammenbrechen. Der jirngd Hecock unb der andere Mann waren voraus: Hccock aber wandte sich sofort zunick, um Mr. Stanton und seiner Frau stir helfen, und diese heldenmütige Regung kostete ihn das Leben, denn der andere Mann crrcid)tc glücklich noch das Ufer. Plötzlid) löste fid) das Eisftück, auf dem oas Ehepaar Stanton und der -junge Hecock fid) befanden, los unb glitt die Stromschnelle hinab. Ein paar Sekunden später brach bic Scholle mitten durch und ttrennte bic Stantons von bem Jüngling. Inzwischen stürmten Feuerwehrleute auf bic beiden Niagarabrücken unb von der ersten lief; man ein siebzig Meter langes Tau hinab. Hecock packte es und blieb daran hängen, während die Scholle unter ihm sort-- Iricb: aber das Seil dehnte sich, der junge Mann geriet bis an die Brust ins Wasser' unb war im näd)ften Augenblick von zwei Tutranftürmenben Eisblöcken schwer verwundet. Noch gelang es ihm sich zu halten, er kletterte sogar einige Fuß am Seil empor: ibann aber versagte die Kraft, er" begann herab,tuglcitcn, stürzte (herunter unb verschwand in ben eisigen Fluten. Dem Ehepaar Stanton war ein anderes Seil zugeworfen worden Der Mann erhaschte eS und versuchte, das Tau an feine Frau zu binden, aber die Gewalt der Strömung ließ das Seil reißen unb bas Paar trieb weiter, ber zweiten Brücke entgegen. Hier wurde ein neues Seil herabgelassen jittb Stanton packte auch das Ende. Wieder versuchte er, seine Fraic an dem rettenden Tau fest zu binden, aber seine Hände waren von der Kälte bereits steif und erfroren, er war nickst imstande, das Seil zu halten, es entglitt

seinen Händen, und nun war keine Rettung mehr möglich: das Sckstcksal des jungen Paares war besiegelt Man sah noch von der Brücke die Fran in die Knie sinken unb sich bekreuzigen, xann zog sie ber Mann an sich, hielt sie fest in seinem Armen, auch er war in die Knie gesunken und von der Brücke konnte man sehen, nne bic Köpfe sich gegeneinander neigten. In diesem Augenblick wurde die Eisscholle von einer mächtigen Woge gepackt und barst, in­mitten der knirschenden Splitter und des tosenden Wassers ver­schwanden die beiden engurnftblungencn Menschen.

Von beiden Ufern des Stromes aus und von ^ciden Brücken hatten Tausende pon Menschen bad schreckliche Schauspiel mit angesehen und die vergeblichen Nettungsverfuche beobachtet Tic Eisbrücke, auf ber Die UnglüdhdKn gestanden hatten und bic ihnen zum Verhängnis wurde, hatte sich in den letzten Wochen gebildet: ein mächtiger Eisbogen von fast 25 Metern -tide, dreihundert Metern Breite und fünfhundert Metern Länge, wun­derte von Neugierigen und Touristen hatten in den letzten Tagen diese Brücke besucht und von ihr aus in das Tosen der Eiswasser hinabgeblickt.

Börsen-Wochenbericht.

= Frankfurt a. M., 9. Februar.

Das Desckäit bewegt sich nach wie vor in ruhigen Bahnen, so daß die Umlätje in den wenigen Papieren, dir die zeitweise regeres Interesse fid) geltend machte, keine allzu große AuSdelniung erlangten. Ale Hauptgrund für die allgemeine Z u r ü ck - Haltung gelten politische Benirchtungen, die fid) seit den Neichs- tagsivahlen sestgesetst haben '2)1 it besonderer Spannung hatte man der Thronrede entgegengesehen, weil man von ihr eine ?luf- klärung über die politüche Lage erhosile. War nun auch die Thron­rede m Ton und Inhalt überaus lriedlich gehalten, so hat sie dock) die Nugeivißhcit nickst beseitigt, die uameutlich über die Deckung der Ausgaben für die neuen IVehroovlagen entstanden »st. Wohl sind die (9erüd)tc, die von Dividenden, Kupons- unb Kotiernngs- fteuern wissen wollten, bereits o'sizwS dementiert, aber die Börse will in den neuen Steuerlasten klarer sehen, ehe sie ihre Reserve fallen läßt. Mit Mißtrauen beobachtet man bic wechselvollen Berichte auS Amerika. Das sinb Ulf sichcrheitsfaltorcn, benen bic Börse dadurch Rechnung trugt, daß sie fid) von weitsichtigen Operationen scrnhält. In ihrem Grnnd- znge ist die Börse optimistisch gestimmt, waS angesidsts der Boll- bcschästigung der Schwcrindnstric und der wichtigeren Spezial- inbustrien, sowie der Preissteigerungen am belgischen, franzö­sischen, Sicgcrlänbcr unb oberschlcsischen Markt begrcistich genug erscheint. Befestigend wirkte auch die Meldung, daß die Bank von E n g l a 11 b sich zu der schon in ber vorigen Woche er­warteten D i S k 0 n t e r m ä ß i g u n g um Ve Prozent entschlossen hat, zumal inan erwartet, baß die Reichsbank halb folgen werbe. Der Privatbiskontsatz hat sich hi uns in ben letzten Tagen etwas versteift, was mit ben Einzahlungen auf bic neuen heimischen Anteilen zusammenhängen bürftc. Auch bleibt zu "beachten, daß bic Stäbte jetzt mit ihren Ansprüchen an ben ßklbmarft heran- treten unb bereit Gelbbcbars dürfte recht bcttächtlid) sein. Der befriedigende Verlauf der Zeichnung auf die 4proz. preußischen Konsuls und bic Reichsanleihc hat ben Kurs ber -Iproz. deut­schen Staats Papiere etwas gehoben. Von fremden Fonds konnte sich bic österreichische .thronenrciitc auf die gute Ausnahme, die die neue Anleihe im Jnlanbe gesunden hat, etwas erholen: auch Chinesen zogen auf die günstigeren Aussichten für eine baldige Wiederherstellung der Ordnung im Lande an, dagegen waren Griechen, Serben unb Portugiesen matter. Bankaktien lagen zum Teil fester, weil burd) bic demitäcksttgc Abtrennung ber Tioibcnben rechnungsmäßige Kursabschläge eintreten, die man bald wieder elnzuvringen cinofit. Volt "Bahnen ivarcn Ameri­kaner Bruchteile höher, aud) Schantungbahn gebessert, Schiff- fahrtsakticn abgeschwächt. In Montanwerten blieb das Geschäft ruhig unb bic Kurse nur wenig verändert. Die Vorgänge bei den Hohenlohewcrken haben etwas Vcrftimmt. Andere Jndnstriepapiere verfolgten wenig cinheitlid>e Haltung. Hefvorzuheben bleibt die Steigerung von Aktien d>eniischer Fabriken namentlich bic stürmische Anfwärtsbewegnng von Scheideanstalts- Aktien, die auf die aiigcfünbigtc Dividenbe von 50 Proz. unb bic beabsichtigte KapitalserHöhung über 100 Proz. aiyogcn. Hvlz- vcrkohlung gciüaiincii 16 Proz., Höd)ster Farblvcrkc 20 Proz. unb Kunstscibe. 30 Proz. Fraitzösische Schuhfabriken gaben auf ben Rückgang ber Divibeitde stärker nach. Privatbiskont 3»/i Proz.

Märkte.

Gieße», 10. Febr. TlarMb cricht. Auf heutigem Wockeu- marfte kostete: Butter pr. Pfd. 1,101/20 9)if., Hühnereier 1 St. 89 Pfg,, Käse pr. St. 68 Pfg., Räfematte 2 St. 56 Plg., Tauben pr Pr. 0,801,00 Nlk., Hühner pr. St. 1,001,60 'Hif,, Halmeit pr. Stück 0,801,80 Plk., Euteu pr. St. ),802,20 Pik., Gänse baS Pfd 7580 Pfg^ Odisensleisch pr. Psd. 8694 Ptg.. 'Jinibfleifd) pr. Pfund 8486 Psg., Kuhfleisch 70 Psg., Schweine, sleifch pr. Pfund 6486 Psg^ Kalbfleisch pr. Psd. 8084 Pfg., vammelfleifd) pr. Pld. 6084 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 8.50 bis 9.00 Pik., Weißkraut das Stück 15 bis 30 Psg., Zwiebeln per Ztr. 12,0015,00 Pik., Milch bnS Liter 22 ' Psg., Aepsel per Ztr. 15 biS 20 Mk., Siüsse 100 Stück 5000 Pfg., per Ztr. 000 Aik., Birnen baß Pfund 2025 Pfg. Piarktzcit von 82 tthr.

fc. Frankfurt <1. M., 9. Febr. Heu- und Strohntarkt. Angefahren waren 6 Wagen Heu unb 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 4.304.70 Mr., Stroh (Korulcmgslroh) 0.00 0.00 Pik., Wirrstroh 0,000,00 Pik. Alles für 50 Kilo. Geschäft langsam

Geborene: in eine Tod

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höchsten

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63-64

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Gl-62

4950 48-49

65-72

58-64

5053

50-52

7479

60-70

4043

39-43

103-106

90-97

81-89

70-80

90-93

9092

74-78

7282

63-64

6263

82-88

7580

35-33

29-33

O ch s eit.

Pollfleifck ige, ouSgemästete. höchsten Schlacht- werte i im Alter von 4-7 Jahren . . . .

Die nock nicht gezogen haben (uuqejod)t) _. . Fuuge, fleischige, nicht auSgcmäücte und ältere auSgemänetr Piäßtg genährte junge, gut genährte ältere . .

Butten.

Pollfleischige, auSgcivw höchsten Schlachtw. . .

Pollfleifchige, jüngere .

Die Zufuhren waren aus Oberhessen, den Kreisen Dieburg und yanau.

k.0. Wiesbaden. V le h h oi -M a r k tb e ri ch t vom 9. Febr, Aultrieb: Rinder 6 (Lchfen 14, Kühe 46, Bullen OK Kälber 128, Schafe Schweine 102.

Tendenz: Rmder mittel, Kälber und Scha'e ruhig, Schweine mäßig. $rc* w

0 9 Lebend- Schlacht-

gewicht

Wcmg gut euuvideUe Färsen

Sleltcrc öusgcmäfiete Kühe und ivenig gut ent- wickelte piugere Kühe Mäßig genährte Kühe und Färsen K al b ec.

Feinste Mastkälber

Pictüere Plast- und hefte Saugkälber . . . .

Geringere Plast- und gute Saugkälber . . .

Geringere Saugkälber od)«ü. Weidemastschafe:

Mafllämmer und Masthammel .....

Schweine

Pollfleifchige Schiveine von 80100 kg-Lebend- gciuid)t ..............

Bollfleischige Schweine unter 80kx Lcbeudgetvid)t

Bollfletschige Schweine von 100120 kg Lebend­gewicht Vollfleischige Schweine von 120150 kg Lebend­gewicht

Fürs en. Kühr.

Bollfletschige auSgemäftetedürfen

Sch lacht wertes

Bollfletschige auSgemäftete Kühe

SchlachtiverteS bis zu 7 Jahren .

6364

5458

49-53

4248

Die nach- ft Q s,nd a,u Sonntag, 11. Febr. 1912 stehenden **vl ftilü von 12 Uhr inittag-* bül - i hr nacnu nur für dringende Ifälle sicher anr.ntrelfen: v

j>r. Ploch. Asterweg 34. Dr. Wagner, Weat-Anlage 27

der Station Gietze«.

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Höchste Temperatur am 8.

Niedrigste , 8.

Niederschlag: 0,3 mm.

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bis 9.

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+ 9,0 C.

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4- 0,4 0 c.

Wer leicht zu Erkältungen neigt, tut gut, vor Eintritt der rauheren Jahreszeit durch den Gebrauch eines KrafligungSmittel- feine Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Als ztt- verläfsigeS KräftigungS- und BorbeugungSmitte» gegen Srtältungen ist

...ScottsEmulsion

fett Jahrz-Hnlm b-wshrt. Bnluchcn S,k d°h« dr, kcoiiichen nicht lange andere Präparate, sondern greifen Bälau««». ^ten Scotts Emulsion, deren Er«

folge unbestritten find.

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Beftandkekle. F»insler Medt»im»l.»»l>»rtran I6OA vrima »ly»erin^0,0, nnttr vbovpboriasaurer Roll 4,3, unterphoSpkiorigsaurer Natron IP, PMv. Lraganl ifl ttinfler arab. Gummi vuw 3,0, ffDaHti 13»A VUlobot HA ©uiju aiomattl* jmulflor. mll tztmt-, fDlanbti- und »aiUUKTiabt U 3 X-öCka.

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Meteorologische

Febr. 1912