gen uni> begab sich vor die Gqsandt schäft en..Serbiens, Bulgariens und Rüglands, wo re den betreffenden Staaten ihre Sympathie zum Au.drus brachten Ans dem Auslande melden sich viele ^remnllige Ein Freiwilligenkorps ist bereits gebildet worden. Lormil- tags defilierten vor dem Konrg die zur Grer^- gehenden Truppen, der Katunska-Brigade- ^r
König begrüßte die Soldaten do m i herab. Eine ungeheure Menschenmenge iubette den vorbeiziehenden Truppen begeistert zu. Die Militarmus spielte patriotische Märsche. -Kronprinz Dani o und Prinz Peter sind heute nach Podgaritza ab gereist^ Uuch für tüe Abreise des Königs ins Innere ist alles vorbereitet Ter Kriegsminister Martinowitsch hat sich nach Amr vari^begeber . $ ufib Prinz Mirko sind zum Hauptquartier nach Podgoritza abgereift. — Der türkische Geschäfts trag er verließ mit dem Gesandtfchastspersonal
Ter verabredete Schritt der Großmächte.
Die Aaence Havas veröffentlicht toi Aext der Note, die heute den B a l k a n sta a t e n durch die.Vertreter Ruß- landß und Oesterreichs überreicht worden i)t. xie R^e- rungen Rußlands und Oesterreichs erklären darin den Bal- kanstaaten. jede Maßregel, die gieeignet wäre, , eint
Störung des Friedens herbeizniubren, energi, ch mißbilligen, 2. daß sic, gestutzt am Artikel 23 des Berliner Vertrages, die V e r w i r k l i ch u n g d e r R c so r men in der Verwaltung der europäischen Türkei im Interesse der Bevölkerung in die Hand nehmen wenden, wobei e-, pch versteht, daß die Reformen keine Verletzungde r L> 0 u v er ain 11 a t des Sultans und der t e rr i t o rraltn J n te gr'tat de o t t o m a n i s ch e n Kaiserreichs mit sich bringen. Ties«^ Erklärung behält allerdings den Mächten die Freiheit, zu einer gemeinsamen weiteren Prüfung der Resoamsrage vor. 3. sollte trotzdem der Krieg zwischen den Balkanstaaten und dem turnichen Reich ausbrechen, so werden die Machte beim Uu^ gang des Kampfes keine A en de rung des territorialen Statusquoder europäischen Tur r e r z u - lassen Die Mächte werden bei der Pforte gemeinsam L-chritte im Sinne der vorstehenden Erklärung unternehmen.
Sofia, 8. Okt Die Gesandten von Oesterreich- Ungarn und Rußland lsaben heute mittag gemeinsam im Namen der Mächte den verabredeten Schritt unternommen. „r . a
Belgrad, 8. Okt. Die Nachrichten über das Einvernehmen der Großmächte betreffend eine Vermittlung in der Frage der Reformen rufen hier das lebhafteste Interesse hervor, stoßen jedoch teilweise auf Zweifels Insbesondere äußern einzelne Preßorgane die Besorgnis, die Verbreitung dieser Nachrichten bezwecke die Vereitelung der Aktion der Balkan st aalen, ohne daß ihnen eine v o l l e G a r a n t i e für die Erfüllung ihrer berechtigten Forderungen geboten werde. Patriotische Kreise beginnen deshalb darauf hinzudrängen, daß die militärische Aktion der Balkanstaaten beschleunigt werde.
Wie der „Tanin" meldet, teilten am Montag die Botschafter Frankreichs und Rußlands in Konstantinopel die vom Minister Sasonow und Ministerpräsident Poincars zur Verhütung des Krieges gefaßten Entschlüsse mit. Die Gesandten der Balkanstaaten kennen die Absichten ihrer Regierungen nicht und legen sich deshalb Zurückhaltung auf. Der griechische Gesandte äußerte, er könne nicht ermessen, ob die Maßnahmen der Pforte die Lage zu klären vermögen. In Konstantinopeler-serbischen Kreisen wird der Krieg nach »vie vor als unvermeidlich gehalten. Dort wird auch geglaubt, daß die Anwendung des Gesetzes das Einvernehmen der Balkanmächte stören und Streitigkeiten wegen der Abgrenzung der einzelnen Zonen Hervorrufen würde.
Was macht der Balfanbunö?
Ein von der bulgarischen Sebranje an die Parlamente in Belgrad, Athen und Cetinje gerich tetes Telegramm spricht die Hoffnung aus, daß die christlichen B a l k a n st a a t e n unlösbar vereint im g e meins am en Kampf gegen die Anarchie und Tyrannei, unter der die Stammesgenossen in der Türkei zu leiden hätten, der Ordnung, Gerechtigkeit und Freiheit zum Siege verhelfen werden.
Sofia, 9. Okt. Der Ministerrat setzte die Antwort an die Mächte aus, offenbar, um sich zu erst mit den verbündeten Balkanstaaten zu verständigen.
Die Zalstunlstfnstrn in Serben .vertagt'!
Belgrad, 8. Okt. Das von der Skupschtina angenommene Moratorium bestimmt, daß die Z a h l u n g s fristen auf drei Monate vertagt werden. Außer dem wurde der Justizminister ermächtigt, nach Bedarf die Gültigkeit des Gesetzes zu verlängern. — In parlamen torischen Kreisen wird hervorgehoben, daß durch das Mora toriuni nur die Stundung in* und ausländischer Zah lunasverpflichtringen von Privatpersonen, nicht aber auch vom serbischen Staat verfügt lvird. Der serbische Staat werde trotz der außerordentlichen Zustände seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen.
Alexandria, 8. Okt. Zahlreiche griechische Re s er vi sten reisen täglich nach dem Piräus ab. Das Transportschiff „A r g o" fährt heute mit nahezu tausend Passagieren ab. Viele griechische Kaufleute gaben ihren Angestellten Urlaub ofaie Gehaltsabzug.
Uebergriste Serbie: S.
Nach einer Zeitungsmeldung werden d i e Oe ster- reicher in Serbien sehr schikaniert Deutsch- sprechende werden auf der Straße von Polizisten ungehalten und nach ihrer Legitimation befragt. Oester- reichische Sendungen werden von der Post nicht befördert Der deutsche Gesandte intervenierte erfolgreich für einen verhafteten Deutschen. Er lehnte es ab, dem Freigelassenen aus Ersuchen der Belgrader Polizei mitzuteilen, daß er Serbien binnen 24 Stunden zu verlassen falbe.
Eine studentische Kundgebung in.Konstantinopel.
Am Montag nachmittag sand in Konstantinopel eine Studentenversammlung statt, die angeblich von dem jungtürkischen Komitee organisiert worden war, um der Regierung Verlegenheiten zu bereiten. Der Leiter der Versammlung >oar ein Mitarbeiter des „Tanin". Tie Studenten, die aufs höchste erregt waren, verlangten stürmisch deli Krieg, verhöhnten Griechen und B u l - garen und schrien: Nieder mit Artikel 23! Gegen 2.30 Uhr erschienen über tausend Personen vor der Pforte, während der Ministerrat tagte, besetzten die Tore zum Hof und veranstalteten lärmende K u n d g e b u n g e n , bis die Tore der Pforte gesperrt wurden. Das Knegsministerium schickte eine Kompagnie Soldaten ab, die vergebens in die Pforte zu gelangen versuchten. Die -Studenten begrüßten die Truppen mit einem Hoch auf die Armee und hielten die Pferde der Ossi
Here an. Erst einer weiteren Kompagnie gelang es, in die Pforte hineinzukommen Schließlich mußten der Groß wesir und der Marineminister unter den Studenten eqajei nen. Sie hielten Reden, in denen sie betonten, die jt e* srierung tue ihre Pflicht und ucrDolUanbige 6ie Vorbereitungen. Die Studenten entfernten sich schließlich unter lärmenden Kundgebungen.
Das jungturkilche Houplkomitre
in Saloniki hat an alte Niederlassungen in der Provinz ein Rundschreiben erlassen, in dem diese aufgefordert werden, in dem gegenwänigen kritischen Augenblick alle Streitigkeiten beiseite zu lassen, sich zu einigen und der Regierung die Hand zu reichen, damit die Nation tn dieser kritischen gefährlichen Lage einig und kräftig sei.
Belagerungszustand in Mazedonien.
Nach einer Meldung der Agence Havas ist in Mazedonien der Belagerungszustand proklamiert worden.
Bei der dentfclen Palastinadank
läßt sich für das erste Halbjahr 1912 eine günstige Entwicklung des Geschäfts aus allen Konten erkennen, obwohl die Zweigniederlassungen in Palästina infolge des italienisch-türkischen Krieges zu den Erträgnissen in geringerem Maße beitragen konnten als im Vorjahr. Durch die neuerdings ausgebrochenen Balkanwirren wird der Geschäftsgang nicht maßgeblich beeinflußt werden.
Ein englisches Geschwader unterwegs.
Gibraltar, 8. Okt. Bier Kreuzer des englischen Mittelmeergeschwaders sind nach Malta abgefahren.
Sasonow in Berlin.
Berlin, 8. Okt. Minister Sasonow ist heute morgen hier eingelroffen.
Sasonow empfing am Dienstag mittag in Berlin tot bulgarischen Gesandten Geschow und den griechischen Geschäftsträger Thleodoky im Hotel Adlon.
Sasonow ist am Dienstag abend 11.41 Uhr nach Petersburg abgereift.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 9. Oktober 1912.
** Tageskalender für Mittwoch, 9. Oktober: Stad 1 - theater: Ter Traum ein Leben. Anfang 7 Uhr.
Vortrag des kausm. Vereins weibl. Angestellten. Frau M. Schmidt: Welche Vorteile bringt die Angestellten- Versicherung den weibl. Angestellten? Abends &1/» Uhr im Caf6 Metropol.
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** Psarrpersonalien. Ter Großherzog hat dem Pfarrer Friedr. Schuster zu Hering eine evang. Pfarrstelle an der Christusgemeinde zu Mainz übertragen.
** Lehrerpcrsonalien. Ernannt wurde der Lehrer Karl B a ck zu Bensheim zum Lehrer an der Seminarschule ba= selbst unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer. — Uebertragen wurden dem Lehrer Konrad Wetzel zu Crumstadt und den Schulamtsaspiranten Hch. H e s s i n g e r aus Wörrstadt und Otto K e i tz e r aus Ilbeshausen Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Nauheim.
** Aus dem hessischen Versicherungswesen. Nachdem das Landes-Versicherungsamt ausgehoben worden, ist der Präsident des Reiä)s-Versicherungsamtes, Wirkt. Geh. Oberregierungsrat Tr. Kaufmann in Begleitung des Regierungsrates Fritz in Tarmstadt eingetroffen, um das Personal und den Betrieb der nunmehr der Aufsicht des Reichs-Versiche- rungsamts unterstehenden Versicherungsträger, die Landes-Versicherungsanstalt und die land- und forstwirtschaftliche Berufs- genossenschast, genauer kennen zu lernen. Heute vormittag wurde die Landes-Versicherungsanstalt und heute nachmittag in Begleitung des Geh. Regierungsrates Dr. Dietz die Ernst-Ludwig- Heilstätte bei Sandbach eingehend besichtigt. Der Präsident, der sich mit einer großen Anzahl von Patienten unterhielt, war von allem, was er gesehen, hoch befriedigt und insbesondere auch Darüber erfreut, daß die Patienten immer mehr die Vorteile der sozialen Versicherung und ganz besonders des Heilverfahrens einsehen, daß sie immer mehr selbst zur Ueberzeugung kommen, daß vorbeugen besser als heilen und heilen besser als Rente bewilligen ist. Ganz besondere Anerkennung sand auch, daß die Patienten in der Ernst-Ludwig-Heilstätte, seit es ihr Zustand erlaubt, mit leichten Arbeiten, hauptsächlich im Freien, beschäftigt werden. In den nächsten Tagen werden noch weitere Besichtigungen im Lande erfolgen.
** Kolonial-Bildern us st ellung. Tic Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde wird in Verbindung mit dem Frauenbund der Deutschen K o l o n i a l g e s e l l s ch a f t und dem Frauenbund vom Roten Kreuz für die Kolonien vom 15.—25. <nicht 27.) Oktober d. Js. eine Kolonial-Bildcr- a u s st cllung veranstalten. Der Maler Ernst Vollbchr-München hat seine große Kunst daran gesetzt, uns Land und Leute unserer Kolonien Ostafrika, Südwest-Afrika und Kamerun durch Bilder näher zu bringen. Der ganze Zauber jener südlichen Land- iebaiten und seiner Luftstimmungen hat er in charakteristischen Gemälden und Skizzen festgehalten und die Bewohner in ihrer Eigenart geschildert und malerisch wiedergegeben. So bildet die äußerst reiche Sammlung eine ganz vortreffliche Ergänzung der tablreicben Schilderungen, die die Gesellschaft für Erdkunde in den Jahren ihrer Tätigkeit nns in ihren Vorträgen bot. Zudem wird der Schöpfer dieser Bilder selbst von Zeit zu Zeit Führun gen unternehmen.
** T i e freiwillige Sanitätskolonne veranstaltet auch in diesem Jahre wieder einen Ausbildungskursus in erster Hilfeleistung bei Unglücksfällen, wie dies aus der heutigen Bekanntmachung int Inseratenteil ersichtlich ist. Tie sto- lonne legt großen Wert daraus, vielen Personen die Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die sie befähigen zur Linderung der Schmerzen Verunglückter beizutragen und den Arzt zu unter stützen. Die Hauptaufgabe her Sanitätskolonne besteht wohl in der Unterstützung des staatlichen Sanitätsdienstes, int Kriegsfall Aber die Erkenntnis, daß die rein theoretische Ausbildung nicht ausreicht, hat^schou seit Jahren dazu geführt, daß in fast allen Städten die Sanitätskolonnen auch die Hilfeleistung bei allen vorkommenden Unglücksfällen übernommen haben und so ist diese Hilfeleistung mit zu einer Hauptaufgabe der Kolonnen geworden. Wie fegensretch sie dabei wirken, bat auch die hiesige Kolonne bewiesen. Die Ausbildungskurse sind bestimmt, den Kolonnen neue ausgebildete Mitglieder zuzut'ühreu, stehen aber auch sol dien Personen offen, die in ihrer Stellung und Berni Kenntnisse und Fähigkeiten, wie sie ein derartiger Ausbildungskursus gibt, verwerten können. Tie Ausbildung erfolgt durch einen Arzt- hoffentlich wird die Muhe der Kolonne durch recht zahlreiche Beteiligung belohnt.
"Vom Hanfabund wird uns mitgeteilt, daß der Geschäftsführer des Bundes, RetchStagSabg. Freiherr von Richtbo'en, am nächsten Freitag abend in Mainz (im . Heilig Geist*) über die Politik deS HansabnndeS sprechen wird.
" Fischkochkurse. Nachdem die Stadtverwaltung huret) die Einrichtung des städtisch, n Seefischmarktes für den Bezug billiger Fische reforgt hol, sind nunmehr auch unent. .teltltche Ftschkockkurse in der HauShaltungSsckule der Alice chule abgehalten, in denen Frauen und Mädchen vraktische Anleitung zur Herstellung verschiedener einfacher Fijchspetsen erhalten. (2. Inserat).
LandkrctS Gtep,en.
Odenbausen, 8. Okt. Seit September 1908 steht unsere Gemarkung an Zeichen der Feldbereinigung. Im August d. Js. wurden die neuen Aecker und Wiesen Den Besitzern überwiesen. Nachdem noch verschiedene Einsprüche erledigt waren, wurde gestern und heute das Masfcngclände verkauft, wofür an nähernd 46000 Mark gelöst wurden, ein Beweis, daß das Gelände, wenn auch unsere Gemarkung bergig ist, dennoch hohett Wert besitzt. Der Zuschlag für das verkaufte Gelände wurde sofort erteilt. Das lange anhaltende Regcnwetter haben unfere Landwirte benutzt, an hen neuen Grundstücken Vcrbefserungen vorzunehmen, überall sieht man die alten Raine mit Hecken verschwinden, um urbares.Land daraus zu machen. Doch bleiben am sehr steinigem Boden noch manche Hecken als Vogelschutz stehen, was sehr zu begrüßen ist. Herr Geometer 1. Kl. Schmidt von Gießen hat die Feldbereinigung, die sehr schwierig war, ausgeführt.
') Lich, 8. Okt. Das Ende voriger Woche eingetretene F r o ft* weiter hat den Hackfrüchten bereits geschadet. Tie Dickwnrzeln sind schon etwas .gedrückt', da sie, besonders die bereits stark ent- blätterten, unter dem Frost schon gelitten. Diele Bauersleute haben, soweit sie damit noch nicht ganz fertig sind, das Kartoffel- a u s in a eft e ii einstweilen eingestellt, da sie das Einfahren der oberirdischen Hackfrüchte für notwendiger erachten. — Daß die Kartoffelernte außergewöhnlich gut ausgefallen ist, wird von allenthalben berichtet. Eine Seltenheit dursten aber doch einzelne Kartoffeln im Gewicht von 2% und 3 Pfund sein, die hier geerntet worden sind. Knollen von l1,,—2 Pfund waren eine häufige Er fcheinung. Man hat bei diesen niiKergeroöbnlicb dicken Kartoffeln aber schon viele gefunden, die von innen zu faulen ansangen, ohne daß man es ihnen äußerlich ansieht.
Kreis Büdingen.
= Lindheim, 8. Okt. Tie Landwirti'chaftskammer eröffnet am 3. Januar 1913 den ersten fünfmonatlichen Haus- h a l t u n g s k u r s u s für 1913 an ihrer Haushaltungsschule zu L i n d h e i m. Tor vraktische und theoretische Haushaltungsunter richt erstreckt sich auf die Anleitung im selbständigen Kochen mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des ländlichen und bürgerlichen Tisckws, Zubereitung und Aufbewahrung der Speisen, in der Käsebereitung, Federviehpflege, Gartenwirtschaft, im Waschen und Bügeln, Reinhalticng des Hauses, Buchführung. Ta in diesem Kursus auch ein sehr gründlicher Handarbeitsunterricht, in welchem das Stricken, Wäscheschnitt-Zeichnen, Wäschezuschneiden, Hand- und Maschinennähen, Ausbessern erlernt wird, da ferner auch allgemein bildende Fächer, wie Aufsatz, Rechnen, Singen, Ge- sundheitslehre und Krankenpflege gelehrt werden, ist die Teilnahme an dem Unterricht nicht nur Töchtern von Landwirten, sondern auch denen des Mittelstandes sehr zu empfehlen. Daß zur Erlernung eines zu großen Lehrplanes wie des oben angeführten ein mehrmonatlicher Lehrkursus notwendig ist, ist als selbstverständlich zu betrachten. Wenn auch in letzter Zeit vielfach Wander-Haushaltungskurse errichtet wurden, auf denen in wenigen Wochen die Einführung in einige Obliegenheiten des Haushaltes bezweckt werden soll, so muß doch jeder Vater, der seiner Tochter die gründliche Ausbildung in den hausmütterlichen Pflichten geben lassen will, seinem Kinde einen längeren Unterricht zukommen lassen. Tie Landwirtschaftskammer kommt den Eltern sehr entgegen, indem sie den Unterricht und Pensionspreis denkbar niedrig festgesetzt hat. Für Unterricht und Logis sind pro Kursus für Hessinnen 25 Mk., von Nichthessinnen 40 Mk. zu bezahlen. Tie Kosten für Verpflegung berechnen sich nach der wirklichen Aufwendung. Anmeldungen zur Teilnahme an dem am 3. Januar beginnenden Kursus sind alsbald an die Ortsschulkommission der Haushaltungsschule zu Lindheim zu richten, die ebenso wie die Landwirtschaftskammer selbst auch ausführliche Programme und Anmeldebogen auf Verlangen versendet. Bei nach dem 1. Dezember 1912 eingehenden Anmeldungen ist Berücksichtigung zweifelhaft.
Kreis Lauterbach.
= Lariterba ch, 8. Okt. Die hiesige Bezirks- sparkasfe hat aus ihrem im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten Neingeminn von 7578 Mk. iviederum namhafte Spenden bewilligt. Es erhielten: Tie Handwerkerschule hier 534 Mk., die Heilanstalt für Kranke 400 Mk., die Webschule 250 Mk., der landw. Bezirksverein, der Kriegerverein, der Vogelsberger Höhenklub je 200 Mk., der Badeverein 150 Mk., der Turnverein, die Handels- und die Volksschule je 100 Mk., für Dienstbotenprämien 200 Mk, das Diakonisseu- haus Elisabethstift Darmstadt 50 Mk., für die Krankenschwester in Wallerrrod 50 Mk. und für die von Pfarrer Knott daselbst herauSgegebenen Geschichtsblätter 20 Mk.
Kreis Schotten.
--Hai:tmannshain, 8. Okt. Im Schmalbachschen Saale hier findet am nächsten Sonntag mittag ein Vortrag statt über die Frage: „Welche Kartoffelsorten eignen sich für die verschiedenen Verl)ältnisse am besten'? Redner ist Landwirtschaftslehrer Wagner- Büdingen.
KrciS Friedberg.
1^ Ockstadt, 8. Okt. Auch unser Dors erhält elektrische Beleuchtung von der Zentrale Wölfersheim; die Straßenbeleuchtung ist soweit fertig. Viele Häuser werden angeschlosien und bis Weihnachten wird unser Dorf seine elektrische Beleuchtiing haben. In zwei Jahren ist der Bau einer Wasierleitung vorgesehen, wie auch die Heizung unserer neuerbauten Kirche.
Starkenburg und Rheinhessen.
m. Offenbach a. M., 8. Okt. Zum B e r u ss v o rmund der Stadt Offenbach wurde in der Simmg des ftabtifefa-n Ver fassunas- und Vermögensaussckmfses Assessor Tr. Aull gewählt. Tas Änfangsgehalt für den Posten, um den sich eine große Di- zahl Bewerber gemeldet batten, wurde auf 5000 Mk. festgesetzt. Außer der Berussvormundschaft soll ihm der stellvertr. Vorsitz des Kaufmanns und Geiverbegerichtes übertragen werden. — Ter Weißbinder Adam Zipp, der 28 Jahre alt ist, ist seit 2Jahren verheiratet und ist bei seinem Onkel in Arbeit, während die Frau in der pharmazeutischen Industriegesellsckxift beschäftigt ist. Ihr erst 11 Monate altes Töcküercfan war tagsüber bei der im Vorder Hause wohnenden Sätzviegermutter des Zipp untergebracht. Zipp brachte heute seinem Kinde einen Schuß in den Kopf bei; bann richtete er die Waffe gegen sich selbst und schoß in die rechte Schläfe, wodurch der alsbaldige Tod herbeigeführt wurde. K-urz vorher batte er seinem Onkel einen Brief gesandt, der lautete: „Lieber Onkel, komme sofort, ich habe mich erschossen." Tas Kind ist ii- uvischen ebenfalls gestorben. Aus einem seiner Frau hinter- lassen en Briese geht hervor, daß Zipp aus Eifersucht die schreckliche Tat verübt hat.
Kreis Wetzlar.
# Krosd orf, 8. Oft. Unsere Wasserleitung ist letzt in Betrieb genommen worden, um vorerst 7—8 Tage hindurch daS Rohrnetz gründlich zu reinigen. Zwei Pumpen, die durch zwei Elektrc motoren von 20 PS in Tätigkeit gesetzt werden, schaffen das Waffer vom Wiesengrund 128 Pieter hoch in das Sammelbecken auf die Burg Gleiberg. Allerdings ist hierzu nur die Hälfte der Pumpen und der Kraftanlage nötig, während die andere Hälfte als Reserve dient.
Hessen-Nassau.
h. Marienberg, 8. Oktober. An der Bahnstrecke nach Erbach siyd neuerdings wieder bedeutende Erdrutschun- g e n eingetreten, die in einer Ausdehnung von etwa 40 000 Quadratmetern den Bahnkörper gefährden. An vielen Stellen haben 'ich die Gleise schon fast einen Meter hoch gehoben. Anscheinend haben die bis letzt aufgewendeten 300 000 Mk. zur Beseitigung der


