Zweites Blatt
Nr. 58
162. Jahrgang
Giehener Anzeiger
EHcheinl tlgTld, mti Ausnahme befi Cenntagi.
General-Anzeiger für Oberhessen
„•lefcenei ^amdienblätter* werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich deig-legt. bal „Kretsblaft für ben Kid» Vietze," zweimal wöcheniltch. Tie „tandwirtschallUchev Sell- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Zreitag, 8. März 19^2
lUteftonlbrud unb Verlag der vrühlNcheo UnwersuLt» - Buch- und etembtudeaL Ä. Lange, Gießen.
Redaktion. Exvedttion und Druderel: Sckul- strahe 7. GxpedlNon und Vertag: e-E 51. Redakiwwa^AllL. rel.-Adr^Anze,,erGietzen.
mit
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uppin-Templin), Dr.
wird Der
Mittwoch.
Ter Audchutz für das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz g.neqmigte die §§ 3 bis 5 in der Fassung der Regierungsvorlage.
Voranschläge für 1912.
Der Voranschlag der städtischen Armenkasse mit 104 200 Mk. üt Einnahme und Ausgabe genehmigt. Zuschuss dazu aus der Stadtkasse beträgt 61 400 Mk.
Der Voranschlag der Plocksdfen Stiftung wird 5551,20 Mk. genehmigt.
Es folgt die Beratung des
Milteilungkn.
Der Vorsitzende teilt mit, daß ihm (stabil). Habenicht heute morgen 1125 Mk. als Reinertrag des Konzertes des Kronbancrschen Q u a r t e t 1 v e r e i n S für das warme Frühstück für Schulkiiidcr übergeben habe. Er fprid)t im dcamen der Verscunmlung dafür Dank aus.
Arbeiterbewegung.
Bremerhaven,?. März. Infolge der Differenzen, welche im Betriebe des Stauereiunlernehmers Hin sch ent- standen sind, hat ein Teil der bei den Schiffen deS Norddeutschen Lloyd beschäftigten Leute heute morgen dre Arbeit eingestellt. Etwa 200 Mann verblieben bet der Arbeit. Heute abend findet eine Versammlung der Arbeiter statt, in der über die weitere Stellunbnahmc Beschluß gefaßt werden soll. Sollte eine Einigung nicht erzielt lverden, so ist seitens der Firma die Einstellung anderer Arbeiter ins Auge genommen.
Voranschlags zur Stadtkasse.
Die hauptsächlichsten Zahlen daraus haben wir schon geteilt, so daß wir hier nur noch die bei ben einzelnen Titeln gemachten Bemerkungen und Anregungen roicbergeben.
Von einer allgemeinen Aussprache über ben Voranschlag würbe
21 us öen Reid)$tagsaus;d)üfien.
Berlin, 7. März. Voftbeamtenwun che im Bnd etanos hutz.
Der Bubgetausschuß verhandelte heute über den P o st h a u s - halt in Anwesenheit der Staatssekretäre des Reichspostamts und des Reichsschatzamts. Aus Anfrage von nationalliberaler Seile gab der 9kgicriingSoertrcter der Hoffnung Ausdruck, daß bic Oberpraktikanten wahrscheinlich bis 1920, spätestens bis 1921 in Postinfpektorstcllen eingerückt sein werben. Von nationalhbcralcr Seite ivnrbe weiter ber Antrag gestellt, ben ReidiSkanzler zu ersuchen, in einem Nachtragsetat den O bcr- p o st a s s i st e n l e n und glcichgeordneien Beamten unter bdtimm« len Voraussetzungen eine persönliche Zulage von 300 Mark zu gcnxiliren. Diese Beamtenlatcgorie sei tatsächlich bei der Besoldungsresorm ungerecht behandelt worden. Die Regierungs- Vertreter wenben sich mit großer Schärfe gegen diesen Antrag, der von größter Tragweite wäre und zahllose neue Anforderungen nach
Eine Schädigung oieser Beamtetckategorie sei bei den verschiedenen Reformen nicht eiiigetrctcn. Der national- liberale Antrag wird angenommen.
Auf Anfrage von Zentrumsseite erfiärt der -Staatssekretär, es müsse zwar die Zulassung tum mittlere n V o st d i c n st in mäßigen Grenzen gehalten werden, eine völlige -Schließung fei aber mit ))Uicksicki auf die Zukunst nicht möglich. Von verschiedenen Seiten wird eine V'c bessern ng ber Lage ber Postunter b e am - ten in ben großen Stabten gesorbert, etwa burch rafclsere etatsmäßige Anstellung, durchschnittlich uad) zehn Jahren. Wegen eine von der Sozialdemokratie geforderte Reform des Be- oldungsgeseves dagegen würben aus der Milte des Ausschusses selbst starke Bedenken geäußert: ebenso von einem Re- gierungvöcrtrctcr Von der Regierung wird zwar nicht bestritten, daß die Löhne der Postboten vielfach unter den Löhnen der privaten Betriebe stehen, allein trotzdem sei der Andrang ein ganz enormer, da die in Aussicht stehende sichere Anstellung mit Pensionsanspruch sehr hoch eingeschätzt werde. Eine Festsetzung der z e h n j ä h r i g c n Wartezeit wäre fetyr gcfälrrfid). Aus der Mitte des Ausschuises wurden jebod) wiederholt bessere Anstelliingsverhältnisse für die Industriegebiete verlangt. Es könnte vielleicht auch auf drin Wege einer Erhöhung des Wohnungsgelbes für kinberreiche Familien uorgegangen werben. Tatsächlich habe ia aud) der Reid)slag fdyon früher eine höhere Besoldung ber Postsdiassner unb Briefträger bcsdüossen. lieber eine Reihe von Anträgen, bic sich in ber Riditung d"r heutigen Aussprache bcivegen, wirb in der liächsten Sitzung abgestimmt werben, die morgen ober Dienstag ftatifinben wirb. Dr. Werner-Gießen hat folgenbe Ent schließnng beantragt: den Reichskanzler zu ersuchen, erstens seinen Nachtragsetat einzubringen, der beit llntcrbeamten ber Reidispost den 'WohiiungSgelbzusdiuß IV bes Tarifs gewährt, zweitens einen Nadstragsetat einzubringen, ber ben Unterbeamten der Reichspost eine einmalige Teuerungszulage gewährt.
Der GeschäftSordnungsauSschuß beschäftigte sich heute mit dem Antragsrecht bei Anfragen. Von konservativer Seite wurden die bekannten vcrfassungsreckft'licheu Bedenken, gegen die sich außer den liberalen'Rednern mit Eutschiebcuhcit auch der Redner des Zentrums wandte, vorgebracht und beantragt, das; die Abstimmung stets eine namentliche sein soll und auf Wunsch von 30 Mitgliedern vertagt werden muß. Die Liberalen machten die'Konzession, daß sich die Anträge auf die den Gegenstand der Anfrage bildende Angelegenheit beschränken sollen. Im übrigen legte man fid) über die staatsrechtliche Seite der Sache tunlichste Beschränkung auf und zwar deswegen, weil diese Seite in der letzten Legislaturperiode mit faiim zu überbietender Ausführlichkeit vom Ausschuß be- handelt worden und eine Auseinandersetzung darüber hernach im Plenum nicht nur unvermeidlich, sondern sogar wünschenswert ist. Daß bei der Besprechung von Anfragen Anträge gestellt werden dürfen, die dahin gehen, daß der Reichstag das Verhalten des Reichskanzlers billigen oder nicht billigen möge, wurde gegen die drei Stimmen der Konservativen angenommen.
Ter Wahlprufungsaußschuß
mein Gewissen. Vor meinem Gewissen halte ich mich für einen so guten Menschen wie Sie Herr Schmitt
J(bg. Dr. Winkler nati wendet sich gegen die Angriffe Dr Fuldas gegen ben Bürgermeister Pons. Die Worte des Abg. Korell-Köniastäbten hätten aus ibn keinen Einbruck gemacht. Ick habe nie gciagt. baß ich mich schäme, Katholik zu sein, wie Herr .\lorctl-- Ntönigüäbten behauptet. Das Zentrum hat sich als politisch zuverlässig erwiesen in dem Maße als bie freisinnige Partei iidi als unzuverlässig erwiesen bat Das ist der Grund, warum ich mich gewandelt habe. Der Auswanb seiner Gelten hat bas nicht roibcrlcgcn tönnen, was feit langem gegen ihn vorliegt. Ich habe mit Recht von dem 'JÜbg. Morel l-Köiiigstäbten bie Behauptung ausgestellt, baß er ein Mimikrv sei. Redner führt einzelne Lat- fachen dafür an. Gegen Korcll-Königstäbten sind Vorwürfe erhoben morden, die er nur durch Gegenangriffe widerlegt hat.
'JCbg. Städler inan.) verteidigt den Verfasser ber von dem Abg. Schmitt angeführten Broschüre.
Die Sitzung wirb um 7 Uhr geschlossen. Fortsetzung morgen 9 Uhr
beantragt beim Plenum die Gültigkeit der Wahlen der Abgeordneten Dietrich (kons., Ruppin-Templin), Dr. Erdmann (Soz., Dortmund-Hörde), Eolshorn (Welfe, Melle-Diepholz, gewählt gegen Wachhorst-Te-Wente), Schulenburg lnl., Hamm-Soest).
Tie Prüfung der Wahl des Abg. Kuckhoff (Zentr, Köln-Land, der in der Hauptwahl mit 13 Stimmen Mehrheit gewählt ist und dessen Hauptgegner ein Sozialdemokrat war, führte beute noch zu keinem entscheidenden Ergebnis. Es handelt sich hier darum, daß in einem Wahllokal gewählt ist, das zu Kvln-Stabt gehört. Nächste Sitzung
hessische Zweite Kammer.
bs. Darmstadt, 7. März.
Nachmittags sitzung.
Der Präsident Korell-Angenrob eröffnet bie Sitzung um 3*/4 Uhr.
Abg. Fulba (Soz.): Ter Abg. Schmitt ist im Unrecht, wenn er meint, daß hier keine parteipolitischen Ansichten ge äuftert werben sollen. Abg. Schmitt iit selbst nicht ber Ansicht, daß bic Gesetzgebung bes vorigen Landtages allgemein besriebigt hätte Er selbst unb seine Parteifreunde wollten den Schönhcits fehler des neuen Wahlrechtes, bic Pluralstimmcn beseitigen. Nun, wir haben ja einen dementsprechenben Antrag gestellt, unb ber Abg Schmitt kann ja biesem Anträge zustimmen. Ter Rebner kritisiert dann bie einzelnen Gesetze, besonbers bas Wahlrecht zum Proviiniallanbtag. Weil ein Schutzmann einem sozialbemokrati- fdjeu Stadtverorbneten Material bezüglich der MlcibcrgclbDcrteilung übergeben hatte, sei dieser Schutzmaiin bcfvibclt worben. Für bie Verstaatlichung ber Polizei in Cficnbad) sinb politische Grünbe audfdilaggebcnb. Wir müssen enblid) zu einer liberalen Politik m Hessen kommen. Ter Rebner kommt auf ben Bürgermeister Pons, Neu Isenburg, zu sprechen, ben er in langen Ausführungen der Grundstücksspekulation unter Mißbrauch seines Amtes beschuldigt.
Minister v. Hombergk: Soviel mir bekannt ut, gehörte Bürgermeister Pons ber Terraingesellschaft an, unb barin sehe ich noch kein Verbrechen. Tas ist audj kein Grund, gegen ben Bürgermeister einzuschreiten. Nachbem er fid) als Kanbibat für bie Lanbtagswahlen betätigt hat, haben sich bic Gerüchte verbichtet. ES ist bas Kreisarnt Offenbach in eine Voruntersuchung ein- getreten. Diese ist auch beschlossen. Solange bas Versahren schwebt, kann ich keine Mitteilung machen. Abg. Fulba hat sich ja schon als Staatsanwalt betätigt.
Baurat Schöberl kommt nod) einmal auf bic Vorgänge bezüglich ber Tarmstäbter Ueberlaudzentrale zu sprechen. Tas Kreisarnt Groß-Gerau hat Tarmstabt bic Lieferung von Strom angeboten. Tie Stabt stellte aber zu schwere fBcbingungcn.
Abg. Lutz (Bbb.) spricht bem Minister des Innern seinen Dank für die Anerkennung ber Lanbwirlschaft aus. Was bic Zigcuncrplagc anlangt, so Dcrftcljcn wir nicht, warum man biesen Leuten Wanbcrscheinc ausstellt. Bezüglid) ber Bauten muß der Luzus eingeschränkt werben Der Abg. Urftabt hat von ber Schäblichleit der Fibeikommisse gesprochen. Damit bat er offene Türen eingerannt. Herr College Schmitt hat heute morgen sich mit bem Abg. Korcll-Königstäbten besprochen Ich will nicht Prüfen, was baran wahr ist, aber wenn nur bic Hälfte baoon stimmt, bann ist er schon für uns erlcbigt In unserer evangelischen Minhc steht nicht alles so, wie es sein sollte. Eine Richtung gewinnt bie Oberlstiud, bic offen mit ber Sozialdemokratie geht. Ein großer Teil unser ev Pfarrer hat fid) mit Iatho einverstanden erklärt Besonbers in Gießen soll diese neuere Richtung vor Händen sein. Unsere Obrigkeit sieht ruhig zu. Wenn unsere cvan qclischc Kird;c so weiter arbeitet, bann sagen bic Leute, wozu bezahlen wir benit bie Steuern Die Herren Professoren haben das Vorfchlagsrecht, aber bie Regierung hat boch and) ein Redit. Man ist der Ansicht, daß dort das Heidentum großgezogen wird. Wenn das wahr ist, daß .Kollege Korcll Königstäbtcn bedauert hat, daß eine Einigung mit ber Sozialdemokratie nicht zustande gekommen ist, dann sieht man ja, wohin die neue Richtung führt. Man muß sich schämen, evangelisd) zu sein.
auf die übrigen Arbeiterverbände behandelt worden sind. Nack) der „Dailn News" sind durch bic Beschränkung des Eisenbahnverkehrs 100000 Eisenbahnangestellte beschäftigungslos geworden, und d.ik OKwerkschafteu haben federn Organisierten 13 Schilling pro Wock>e al> Entschädigung für die Arbeitslosigkeit zu zahle«. Nach dem „TatIn Ehroniele" ist der ciussührcnde Ausschuß der Bergarbeiter in zwei Parteien gespalten, von denen die eine an den bcfa)loffenen Sätzen ber Minimallöhne nn • bebingt sesthält, währenb die aitbcrc bereit ist, zu verhandeln Die Grubenbesitzer v o ii SüdwaleS bleiben unbeugsam und wollen das Prinzip der minimal- löhne nur unter dem Zwange ber Gesetzgebung annehmen.
Lonbon, 7. März. Bisher ist kein Fortschritt in ber Richtung auf eine P e r st ä n b i g u n g im Kohleu- treik zu verzcidtuen, obwohl ber Inbuftricrat ber nxilifi- chen Bergwerksbesitzer und der ausführende Ausschuß des BergarbeiterverbandeS iu London getrennte Beratungeiv abhielten.
Abg. Korcll- Königstäbtcn (Fortschr. Vp.): Ich habe heute morgen keine leidttc Stunbe gclrabt. DaS, was hier losbrach, war bereits angekünbigt, es hieß, baß ich bemnächst geiagt bekäme, was id) für ein Mann sei. Tas Wort ultramontan gehört nicht zu meinem Sprachschatz. Ter Rebner wenbet sich gegen Angrufe deS .Mainzer Journals". Id) hätte etwas mehr Obiektivilat von Herrn Schmitt erwartet. Ich sehe im Zentrum kemc Partei, der man von vornherein mit Haß begegnen muß. Dnr haben nicht die Absicht gehabt, hier Wahlreben zu halten. Der Rebner reditiertigt sein Verhalten in ber ElcktrizitätSbebattc. Ich habe ba-\ was richtig gestellt würbe, and) ofienthd) öcrfunbct xsd) habe keine Männer vom Bunbe ber Saiibimrtc als gcmclngcsahrlich bezeichnet Wenn Sic nicht trennen können, bann ist cs be
bäuerlich. Ter Herr Mollcgc liebel hat ausgesührt, bau bas
stohlensnnbikat unserem Herzen nahe stehe Tas ist cme Behauptung, bic ich parlamentarisch nicht bczeid)ncn kann Was Mich besonders gekränkt hat, ist die Phrase von ben Ungläubigen aut der Linken unb ben Gläubigen aus ber Rcdfteu. Hier tttzt nicht ber Unglaube. DaS ist eine politische Brunnenvergntung, gegen die ich mit aller Kratt anfälligen werbe. Wenn nm einer als gläubig hinsteUt unb sagt, daß er eine Notlage nur im Jntereftc derjenigen lindere, bic seinen Glauben teilen, |o ist bas nicht gläubig. Kollege Schmitt hat gesagt, ob es em Zeichen von Delikatesse sei, baß ich mich in biese Tinge milche, was kein katholischer Psarrcr tun würbe. Nun, vielleicht nicht hur, aber Baben hat auch nod) ein Parlament. Tas „Mainzer xsounia hat sich sehr wohl um bic Iatho Angelegenheit gekümmert. Habe idi mich cingemischt in Angelegenheiten der fai bohl eben -^rche Ist das Motnproprio eine Angelegenheit ber ratbolndicn Mirrtic f Aber Dr Osann hat ja als Erster baS Motupropno erwähnt. Warum greiit er mich an? Wohl auS Grünben ber voiiNvcn Zusammenarbeit ber rechten Parteien? Abg «chrnttt hat geiagt, ich säe absichtlich Mißtrauen Ich will nicht, bau zwecken ben Konfessionen Zwietracht besteht. Wcnn^dlc katholi'chc Ntircke Vorstöße macht gegen ben konfessionellen Trieben, dann habe id, bas Recht, bagegen auszutreten Habe ich nicht etwa .alle dieiemgen kalt gestellt von meinen Parteisrennben, bic lomcnionclle Hetze betrieben ? Das hat selbst bic Zentrnmsprcne anerkennen muiicn. Ter Rebner verliest Aeußerungen Tr.^WinNers au-.-, bem Wahl- kamvf 1905 gegen bas Zentrum, ^h werbe au, vohtstchem Gebiete solange' ein Gegner des Zentrums fein, solange ba» Zentrum antiliberalc Gesinnungen hat.
Was nun die Schule angebt, so habe ich bie -schule nicht Nitchristlichen wollen. Ich verlange, baß fein Broajig au^geuht wirb. Ich habe ber Schule keine rchgioien Ok-mhlc verletz Denn ich von all biesen Dingen nicht sprechen so", wovon toll ich ben« spredwn? Nun noch ein Wort über ^^Bucher.Meine Herren, ber „Walbbanernbub" cridicmt einigen verren bes Zentrums als gesährlich Warum miiu bas Buch bcun aUj> bet Bibliothek überbauet entfernt werben? Man den katho
lischen Kinbern ja verweigern. Glaubt beim 'toUigcschmitt, bau ein Schabe baburd) entsteht, wenn derartige Sucher ungiitcnt werden Es scheint eine lonicssionellc Ueberivannung vorznllcgen. Bin id) äußerlich ein HochfaHrenber Menich,'onn >ch nid t-- baiür Mein Gewissen, meine Abnchl steht nicht ba. in. Ich bitte Herrn Kollegen Winkler mir. bas L»aus zu nennea, wo mein Bilb Hängt unb berartige Sanierungen getan würben Herr Kollege Sdimitt Hat gesagt, idi Hätte zu gegeben, unwahr Hastig tu sein, -er Hat ein Urteil, ocrle.cn. '• ■ ’\irr. ;1*1** In bieicnt Urteil ist erwiesen, baß id) für kratie agitiert habe. JTann Mollcgc ödimitt cv mit umim jurnt schen Gewissen vereinen, aus Grund dieses Urui!-- wir Vorwur t zu machen. Tie Herren schleppen Schmutz glccxen mick berd.i seit zehn Jahren unb greifen mich Perlonhd) an _ Vatren <dle meine Anhänger für so bunim und ifriiwUo».
überall meine Freuiwe,- selbst bei ben barrtopngen Lbtr.incn. Id) erzähle meinen Gläubigen nichts anderes, al-.- e^- in Di . h. Itäbtcn gefdiieht. Der letzte Richter, bem ich mich unterwerfe, ist
Mstanb genommen.
Bei Kapitel 2, Gebänbe, rügt Slabtv. Wallenfels ben schlechten Zustanb bes ftäbtifchen Gcbänbes in ber Walltorstraße. Man solle bas Gebäude Herstellen unb vermieten. Stabtv. Löber unterstützt bies. _
Mapitel 9, Märkte, gibt Stabtv. Dr. Ebel Anlaß zu ber Frage, ob nricbcr Vichmärflc gehalten werben bfirfen. Der Vorsitzenbe verneint btes, ba im Umkreis von 15 Kilometern nod) bie Maul- unb NtlauenieudK herrscht.
Titel 12, Kirchen. Stabtv. Vetters fragt, warum für bic Unterhaltung der Uhr auf der katholischen Kirche 70 Mk. bezahlt werben müßten. Nack, Mitteilung bes Vorsitzenden beruht dies auf einem früheren Stabtvcrorbnetciüieschluß. Stabtv. Dr. Ebel meint, baß Gießen überhaupt zu wenig öffentliche Uhren habe.
Titel 22, gemeinnützige Zwecke Stabtv. Tr. Ebel fragt, wann bie in Aussicht gestellte Besichtigung ber stäbtifchen Lesc^illc Dorgenommen werben solle. Der Vorsitzenbe sagt, sie werbe demnächst stattfinden; ber für bie Herstellung ber Lesehalle crforberlidic Betrag fei schon in ben Voranschlag eingestellt.
Titel 28, Bäckc. Stabtv. Vetters wünscht eine bessere Einrichtung des Frauenbades. Der Vorsitzenbe beftätigt, baß ber Besuch bes neucingericfrtcten F rauenbabes im vergangenen Sommer gut gewesen sei Man wolle abwarten, ob es auch in biesem Jahre so bleibe und bann bic Einrichtung verbessern Nach Mitteilung bes Stadtv. Löber sinb bie babenben Frauen mit bem Bob zufrieden gewesen.
Bei Triel 29, Kanäle, wirb bie Bemerkung, batz nach bet neuen Stäbteorbnung von Unterrichts- unb BilbungSanstalten, .Kranken unb Pflcgcanstaltcn usw. keine Abgaben der fraglichen Art erhoben werden dürfen, auf Vorschlag bes Vorfitzenben bahin geändert, daß bie hierfür vorgesehenen 20 000 Mk. „für etwaige Ausfälle" in Anspruch genommen werben.
Bei Titel 30, Sei bst Versicherungsfonds, regt Stabtv. Sinn an, ob nicht bie Versicherung bei einer Gefell schatt vorzuziehen sei. Bei einem größeren Unfall werbe der Selbstverfiche- rungsfonbs viel zu fiein sein.
Bei Titel 31, Elektrische Straßenbahn, regt Stabtv. Tt. Ebel ein billigeres Abonnement an, burch das bie'Benützung Iebenfalls sehr- gehoben werbe. Vielleicht könne man 12 statt 11 Falnmarkcn für eine Mark geben. Der Vorsitzenbe ist nach den Erfahrungen anderer StraßenbahnverwalMngen entschieden dagegen.
Bei Titel 34, F a s e 1 v i e h, macht stabtv. S i m o n auf einen Wunsck) hiesiger Vichhaltcr wegen Haltung eines Ebers aufmerksam. Sie ber Vorsitzenbe mitteilt, ist ber Antrag am Montag cingegangcn unb gebt zunächst an bie lanbw. Deputation. Es sei dabei aud) bie Frage zu erörtern, ob nicht auf Grunb bes Artikels 196 ber neuen Stäbteorbnung bie Kosten auf bie Interessenten ouszuschlagen seien.
litel 37, Vertilgung schäblicher Tiere, möchte Stabio. Simon burch die Sorte „unb Schutz nützlicher Tiere" erweitert haben. Er borke vor allem an ben Vogelschutz, für ben trotz mancher Anregungen noch nicht viel geschehen sei. Er schlag- dot, ben Hockwasserdamm an ber .Klärbecken-Anlage zweckent- spreckvnd zu bepflanzen. Beig. Meller HK*ift barauf hin, daß an anderer stelle des Voranschlages schon ein Betrag für den Vogelick-utz vorgese!' n sei. Stabio. Wallenfels ist mit dem Vorschlag bes stadtv. simon cinrerstanben Doch solle auch baS Land dafür etwas tun, ba burch bie Feldbereinigung alle Hecken entfernt würden stabte*, simon empfiehlt nochmals seinen Vorschlag. Taß bi Feldbereinigung bic Hecken beseitige, sei richtig. Es geschehe, um Muiturlanb zu gewinnen. Auch anderwärts würben Fehler gemacht, so habe bic stabt vor mehreren Iahven an ber Lahn alle Büsche entfernt. Nach Mitteilrmg beZ Vorsitzenheu
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 7. März.
Anwcsenb: Oberbürgermeister Mecum: bie Scigeorbncten Keller unb Emmelius: bic Stabtocrorbncicn Dr. Ebel, tiidyenauer, Faber, Friebbergcr, Habcnidst, Dr. Habcrkorn, Helfrich, Helm, Hülm, Iann, Leib, Löber, LooS, Petri, Plank, Sd>afTftaebt, Simon, Dr. Sommer, Troß, Vetters, Wallenfels, Dr. Sim- menauer, Winn.
Dom englischen BergarbeiterKusftand.
Die Lonboncr Blätter heben hervor, daß der aus- führende Ausschuß der Bergarbeiter am Mittwoch zum ersten Male eine Besprechung mit den Führern der Arbeiterpartei gehabt hat. Alle parlamentarischen Vertreter der Bergarbeiter sind zwar vor einiger Zeit der Arbeiterpartei beigetreten, haoen aber ihre eigene Organisation beibehalten und sie haben bei den bisherigen Verhandlungen über die Kvhlenkrise die Führer der Arbeiterpartei nicht konsultiert. Man nimmt an, daß bei der gestrigen Besprechung einerseits die Frage der Gesetzgebung über die Rrinilnallöhne und anbei.erjeits bie Wirkung bc5 Streiks


