Ausgabe 
8.10.1912 Zweites Blatt
 
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162. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 257

dem

1. Bestellung 7" V.

liso

3.

4.

bis 6io N.

516

1030 P.

215 N.

Briefpou mit Zg. 71 von Frank'nrt löo* V. Poll nut Zug 45 von ^rmihnrt V° N.

54U

8*o

bis 916 B.

V. bis 12so gl.

" Metzle Post Briefpoü v. Lieh 687 D

Dienstag, 8. Ottober 19(2

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'ichen UnwersitälS - Bttch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGiehever ZamiliendlStter" werden dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS Krellblatt für den Kreis Stehen" jweintal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatltch zweunal.

61° N. Poi'len 0. Schnellzüae von Franlinrt u. Mahel 544 N.

Zlrbeiterbewegung.

Polnische Arbritrrforderungen im oberichlesischen Jndnstriebez rt.

B r c s l a u , 7. Olt. Am gestrigen Sonntag fattben im ober schlesischen Jndustricbezirk cnva 50 Versammlungen von Mitgliedern der Polnischen B c ru ss v c r c i n t g u n g unter den Bergarbeitern statt. Gefordert wurden L o h n c r h o - [iiiiifl, der Achtstundentag unter Anrechnung der Gut- und Ausfahrt, Verbesserung der Arbeitsordnung usw. In der Entschließung, welche die Forderungen zusamnumfastt, werden die Grubcnvcrwaltungen ersucht, mit den Arbeitcrausschüsien tn Unter­handlungen zu treten. Tie Antwort wird bis 5 um 27. D tober gefordert. Ferner wird gefordert, daß btc ©ruben- vcrwaltungen die G e r m a n i s i e r u n g s b e st r e b u n g c it bet den polnischen Arbeitern unterlassen mögen. In einer twitcrcii Entschließung werden die .Gemeinden aufgesordert, int Vmblick aus die allgemeine Teuerung Fleischverlausssiellen emzunchten.

Parteitag der fortschrittlichen Volkspartei.

~ Mannheim, 7. Olt.

Am heutigen dritten Sitzungstage des Parteitages der Fort schrittlichen Volkspartei wurde

"bie Frauenfrage

behandelt, die eigentlich schon auf der Tagesordnung des- ge­strigen Verhandlungstages gestanden hatte, der vorgerückten Zett wegen aber verschoben wurde. Dte Verhandlungen wurden vom Vorsitzenden Landtagsabgeordneten Funk kurz nach Uhr er­öffnet Es hatten sich wiederum außerordentlich zahlreiche Teil nehmer eingefunden, insbesondere waren sehr viele Damen an­wesend Es lag folgende Entschließung des geschaftsfuhrenden

für die Friedrich Meyer 2 11 f i ung den »etrag vo n 3 0 000 Mark, ivorauf die Tagung gcsäüofscn wurde.

Am NackMittag fanden ein Festzug und verschiedene Volks- Versammlungen statt.

bl Richtung ii a ch Muffel: ä

1291 n 119-4- 1':® 411», 716», 81«»,*6», 1210», 1«», 312», * 320'4-, 505», 8°7», lO^Q, 117.

c) R ichtung II ach StöIn:

4»o..*, 6<7», 8N», 1239(» , 3-3(»), 613», 1010«".

d) Richtung n a ch Koblenz:

451G 613», 8io», 12"», 3*3 "), 5°i("«), 5°6, 918».

' ' e) Richtung nach Fulda:

537», 8"«", 1208», 2i,; («), 336s««»), 552,«), 920».

' f) Richtung n a ch Gelnhausen: 542#, 81«(), 1234s»), 216 (), 504», (847).

e) Richtung Gießen - L 0 llar Grünberg: 539», 207(»),

h) Richtung nach sJt o b l) e i m (Bieber): 5°1(*), 803* (nur Sonntags), 116C), ö30«,).

i) Landp 0 sten:

1. G i e ß e n W ie s eck A l t e n-B n f e cf: 6i°», 830([7j), 320(»), 60<Q> [Sonn- und Feiertags Botenpostf.

2. © i e 6 e n Steinberg Gruningen :

846 () [Sonn- und Feiertags Schafsnerpost mit Zug b«r V.f.

3. Gießen L ü tzellinden:

680», 310s»). [Sonn- und Feiertags Botenpostf.

Beim Postamt 1 treten die Schlußzeiten int allgemeinen ein: für gewöhnliche Brieffendungen 10-20 Minuten, für Einschreib­briefe 2530 Mitt., für Wertbriefe und Pakete 30-60 Rim. vor "Abgang der Züge.

Tie Stadtbriefkasten werden geleert:

Werktags zivischen 5*o und 6<3 V., 8»o und 9" V., 10'v und 11'0 P., 1139 B. lind 1230 91., 2<5 und 3°o 91., öi° und 612 di., 6°o und 80 91., 9£2 und IO 91.

Sonntags zwischen o u. 6°° V., lOo und 11° V., 7£ und 820 91. Genaueres ergeben die Leerungstafeln an deit Briefkasten.

Die eingesammelten Briefe gelangen mit der nächsten Besör» derungsgelegenheit zur Abseudimg.

Pom Postamt 2 (Schul>traße)gehen iverktags Versande nach

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e<»5L <Rebaflion:e^U2. Tel.-Adr.: AitzeigerGießen.

Deutsch-sozialer Parteitag.

Erfurt, 7. Oktober.

Der gestrige Tag brachte, wie schon gestern erwähnt wurde, in einer össentlichen Versammlung zunächst^ciiien Vortrag des früheren Reichstagsabg. Raab über die Frage:

Schutz»oll oder Fi eihandel.

Durch die Schutzwllpolitik konnte für alle Berufsstande, für Industrie, Landwirt dürft, Hanbwcrk, .handel und Arbeiterne.no, eine wesentliche Verbesserung der Lebenshaltung herbctgcsuhrt iverden. Da wo die Preise für notwendige Bcbansarttkel ge stiegen sind, sind die Löhne oder sonstigen Einkommen Verhältnis mäßig noch ivesentlich stärker in die Höhe gegangen. Deute braucht kein Mensch wegen Arbcitsmangel auszuwandern. xie Parket wird deshalb festhalten an der bisherigen bewährten Wirtlchatts- volitik, um im Innern gesunde Zustände zu behalteil und nach außen für Machtstellung gegenüber übelwollenden Machten em zutreten. In seinem Vortrage über:Warum \ t n b mir Wegner ber Juben?" ging Reiä)stagsabg. xr. Werner auf die Geschichte des Judentums eilt. - Tie Jubensrage sei keine religiöse Frage, sonbern eine Rassenfrage. Von der Judenbesret ntig seien bte Juben zur Weltherrsätaft gekommen, weshalb müsse ein entschiedener Stampf gegen die jüdische Ueberhebimg durch-

^Der Parteitag sieht zurzeit von einer Abänderung des Matzes 8 des Parteiprogrammes betreffend die Rechte der Frau mit Rücksicht auf die in der Partn Uehe^en Meinungs­verschiedenheiten ab, erkennt aber das R«l)t eines leben Partei­genossen an, seinerseits über die Erweiterung ber Rechte ber Frauen über die in das Programm aufgenommenen Grundzuge hinaus einzuwirken."

Reben dieser Entschließung lag noch eine Reihe von An- trägen vor. Abgeordneter Mommsen begründete die Ent­schließung des Vorstandes und bemerkte, baß er fernen Vortrag über die Frauenstimmrechtssrage halten wolle, da sowohl uni qeschästssührenden Ausschuß, wie in der Gesamtpartei die gleiche I Einheitlichkeit in den Anschauungen über die Frauenstimmrechts- frage herrsche wie vor zwei Jahren, xer geschaftsfuhrenbe Au. schuß habe die Frauenfrage stets tnt Auge behalten. Tie Be ratung der Anträge im geschäftsführenden Ausschuß habe mit aller Deutlichkeit gezeigt, dan der Standpunkt hinsichtlich der Frauenfrage sich innerhalb ber Partei gegenüber d^n ^me 1910 absolut nicht geändert habe Es gebe heute iwrfj hervor^ ragende Parteifreunde, die die Aufnahme diese-.' Punktes tn bas Programm nicht mit ihren Grundsätzen vereinbaren können ^ir kennen diese Männer, es sind echt liberale Manner. Die Frauen frage hat keine Bedeutung in Bezug aur die Geschastssuhrung. Heute haben wir viel wichtigere Fragen m unserem Vater lande zu behandeln. Ich will dabei die Bebeuwng ber grauen frage nicht zurückstellen. Wir wollen seinen Zwiespalt ni un­sere Reihen tragen und damit die Stoßkraft unserer Partei schwächen. Der geschästsführende Ausschuß 'N, der Meinung, bab wir in dieser Frage keinen Zwang ausüben sollen aus Manner,, die grundsätzlich anderer Meinung sind. Es gib<I.auch.grauen,^biel nicht Anhängerinnen des Stimmrechts sind, die aber trotzdem treue Freunde und Mitarbeiterinnen unserer Partei sind, wes­halb wollen wir auch von einer Aenderung des Absatzes^ v des Parteiprogramms absehen. Eine Abstimmung über bte Frauen- Ammrechlssrage schabet nur. Ich habe mtch zur Sache selbst nickt geäußert, und Sie wissen nicht, welche Ansicht ich tn dieser Sache habe. Ick habe die Ansicht des geschästssuhrenden Aus- ichusses vertreten und stelle deshalb meine eigene Ansicht zuruck. Daß der geschästsführende Ausschuß obiektiv hierbei bandelt, zeigt ihnen die Wahl des zweiten Vortragenden zu bxeicm xhema Der Redner ersuchte zum Schlüsse nochmals um Annahme des Antrages und fügte hinzu: Lassen Sie uns Männer werden, dann wird die Frauenfrage sich selbst lösen.

Die zweite Vortragende, Dr. Gertrud Bäumer, führte aus' Wenn wir liberale Frauen beute kommen mit den Anträgen, bie auf ber Tagesordnung stehen, so tun wir bas nicht, ivcü roir einen Kampfplatz für unsere Ansichten sucknm Wir stehen tn dieser Sache a^ Angehörige der liberalen Parteien hier und, nicht, in erster Linie al" Frauenrechtlerinnen. Wir emp inden m diesem Augenblick stärker als ic, daß die Frauenbewegung eine liberale Bewegung ist. Die liberalen Parlnen haben uns grauen die Waisen gegeben mit welchen die ,vraucn versuchen, die Stnfis im Wirtsckmrtsleben zu überwinden. Die Volkspartei muß bte Frauen­bewegung begrüßen.

Frau Voß-Zietz erklärte den Antrag der Parteileitung

für unannehmbar.

Es wurden hierauf sämtliche Ant rag e a u r P r o- grammänberung zurückgezogen und Schluß ber Aus­sprache beschlossen.

Alle weiter vorliegenden Anträge zum Organisationsstatut wurden dem Zentralausschust überwiesen. Rach einigen funen Bemerkungen des Reiclistagsabgeorbneten W i e m e r l^ ber Vorsitzende Funk ben Parteitag nut bem Ausbruck ber Fr^bc darüber, baß bie Partei nicht nur vorwärts, sondern auch aus­wärts marschiere. t _

Am RackMittage unternahmen bie Teilnehmer bes Kongresses einen Ausflug nach Heidelberg.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesfen

politische Sagesschau.

Zar Ausschließung fcilbebranb3 am der lozialdemokraNschen Partei geht bemBornxirts" folgenbe Erklärung zu:

Die Unterzeichneten bedauern den Ausschlu» des Genossen Hilde'brcmd durch den Chemnitzer Parte,lag. (W, irfigultig, ob oder wieweit sie Hilbcbranbs Ansckwuungen billuieu iwer verweilen, fürchten fic bah der Beschlutz eine Hemmung b er wiss en I s ch a f t l i ch e n Forschung in ber Partei zur «rolge bab'-n wird, und sehen darin einen Widerspruch ju .bem alten so zialbemokratlschen Grunbgebankcn, bah bie vrakniche Polittk bei Partei au, ber wissenschaitlickwn Erkenntnis der Tatsachen zu beruhen habe Die llntcrwidmclen erwarten, baß Äilbebranb, K es auf bem Parteitage erklärt bat, sich nach Wie vor als Sozialbemokrat fühlen unb für bte^«ozia demokrattc a, beiten wirb, unb baß ein spaterer Parteitag Gelegen beit sinben wird, den Chemnitzer Spruch wieder aufzu

5 Unter ben Unterzeichnern befinden sich folgende bc kcntnte Genosseti: Arons, Auer-^nchen, die Reich.-tag.-1 abqg. David, Erdmann, Fiscl)er-Dresden, <onne, fernei ~ 11 Hue, Käthe froMml), Linbemmm-stilttZart, Lboe-Breslau, Maurenbreck>er, Müller-München, Pcr^, Qucsfcl, Schippc'. Severing, Südekum, Timm-München, Vollmar, Weil-Otrah-

^Dieser Erklärung schließt sich Edu ar b Bernstein mit folgendem Schreiben an: .

Ich betrachte mit ben Unterzeichneten btcier Grfianmfl unb in voller Uebereiustimmung mit ihren Aussuhrnngeil über bas Verhältnis von wisscnschastllcher Forschiing unb braklischer 4-0 Sifin ber Sozialbemokratie ben Ausschluß Gerharb vilbcbranbs M.s ber Partei als einen bebauerlichen Miß griff unb gebe mich mit ihnen ber Erwartung bin, baft bie Partei bei ber ersten geeigneten Gelegenheit bicfcn Mißgriff imebcr gut machen wirb Zugleich glaub,' ich aber auch der Erwartung Ausbrull geben zu sollen, baß bieser Ausschließungsbeschluß kemen wisschcnsckmstlich arbeitenden Gcnosseii veranlassen wirb, im For­schen nach dem, was ist, zu erlahmen und im Bekennen des für richtig Erkannten zu ermatten.''

das Thema

Zur Zeitlagennd zurJahresarbei t".

Ter Evangelische Bund hat nach schweren Kämpfen einen Heerbann , von einer halben Million deutscher Protestanten zusammenge!ul)rt. Im Jahre 1912 umfaßte er in 40 Haupt- unb 3209 Zweigverciuen 458 753 Mitglieder. Tic Versammlnugs und Preßtatigk.ir haben einen großen Ausschnmng genommen Ter Feldzugsplan gegen die Aushebung ober Milbening bes Jcsultengesetzes ist vom Zentral- unb Gesamtvorstanb erneut geprüft unb feitgelegt worben, xer Evangelische BuNd bcNagt ben Streit mit ben pennten nur um bes Vaterlanbcs willen, bas eine bessere Verwenbung sur seine Geistes kräile habe. Der Evangelische Bunb ziehe aber in ben Kampf mit unerschütterlichem Vertrauen auf feine gute Sache.

Rcickfstagsabgeorbneter Professor Tr. O r t m a n n lTorgau legte zu bem ThemaZur gesetzlichen Regelnug ber Jesiulenfrage | unb zur Abwehr des Jesuitismus" eine Enft^ictzung vor in bei gegen bie Abschwächung ober Aushebung des Jeiuitcngesetzes Wider­spruch erhoben und daraus hingcwieien imrb, das; dieses Gesetz auch heute noch eine nationale und staailicbe Notwendigkeit iei, da eine Erhöhung der Bewegungsfreiheit der Jesuiten mit schwereu Störungen des konsessiouellcn Friedens verbunden ,em mußte. Tie Entschließung wurde einstimmig angenommen.

<>n ber Hauptversammlung erörterte ber Varsitzeiibe General leutnant v. Lesscl bie Frage:Das haben wir ererbt unb was bleibt noch zu tun übrig?" Ter gmmlrtgcn Ausdehnung des Bundes stellte er die vielsach noch unbearbeiteten Gebiete außer­halb des Bundes entgegen und betonte, daß dem Bund noch die rückwärtigen Verbindungen fehlen, die von ber <yront zur oeelc des Volkes führen. Alle bisherigen Erfolge bes Bunbes hegen Dorroiegcnb aui bem Gebiete ber inneren Sammlung .

I Lanbtagsabgeorbneter Geheimer Regierungsrat Professor xr. Reinke Kiels verbreitete sich über das Thema

,Die Freiheit in der Wissenschaft".

5r nahm in entschiedener Weise Stellung gegen die von Profcswi Ostwald auf dem Hamburger Monistenkongres; inszenierte Ver dötterung der Naturwissenschaft und behauptete tm Gegensatz zu diesem, daß die Naturwissenschaft die unfertigste aller Wissenschaften ,ei. Außerdem haben, was Ostwald allerdings verschweige, die großen Naturforscher von Eopernikus bis auf die Gegenwart in ihrer Mehrzahl nicht dem Atheismus ge^ > huldigt Pfarrer Kremers (Bonn) überbrachte als Grundstock

geführt werden. .. ., , , ..

Kurz nach Beendigung der ösfentllck>eii Benammlung, die vier Stunden dauerte, fand ein Familienabend statt, bei dem Abgeordnete unb anbere Rebncr Ansprachen hielten.

Am. heutigen Tage begannen bie Verhandlungen vormittags 9/2 Uhr ,m Saale besAlten Ratskellers" mit einem Vorträge bes Reichstagsabg. Tr. Werner über:

Die Rassenfr ag e".

Ter Rebner schilbcrt in genauen Darlegungen Eiitwickelung, Wesen unb Bcbeutung ber verschiebenen Nassen, babci bre lieber legenheit ber arischen unb besonbers ber germanisa>en Nasse ein gehenb nachweisenb. Ic höher ber Bcstanb au gcrmanischcm Blut in einem Volke sei, bcsto höher stehc seine Kiiltur, wo germanisches Blut zurückgcbrängt werbe, werbe auch bic Stilltnr sinken. Ter Rebncr weist bann nach, wie aus ber ganzen Ero, : bic hervorragcnbstcn Förbcrer ber Kultur zu allen Zeiten Manner germanischer Rasse nmren unb noch sind, xas sei selbst von Männern anderer Rassen besonders hervorgehoben worden. ,,^ir verlangen Schutz gegen die srcmde E'.nwanderimg hefex stcheuder Rassen und bekämpscn vor allen Tingcn auch die Mischehen nicht nur in den Kolonien, sondern auch im eigenen _mibc, m der­selben Richtung wie aus ihren letzten Tagungen der xcutschbund unb ber Allbeutsck>e Verbanb zum Ausbruck gebracht habe«.Mn die Erkenutnis von bem Wesen ber Rassen unb der Blut.'frage habe, der- müsse Rassenzucht betreiben. Verständnis für die Be­deutung der Rassenfrage zu schassen, solle auch die besondere Auf­gabe ber Teutschsozialen Partei sein.

An ben reichlich zweistünbigcn Vortrag schloß sich eine cin- I qehenbc Aussprache, in ber alle Rebner sich in zustlmmenbem Sinne äußerten. Tie Frage ber Mischehen würbe bc onbcrs ausführlich bchanbelt unb bazu die nachstehenbe Cmtschlicßung

Postamt 1 und dem Bahnhof :

913, 1115, 1250 155, 243, 415, -Z22, 555, ß55, 730 8«;

an Sonn- und Feiertagen: 9 1245, 14...

Tie Lchlußzeiteu ticten ein: für gewöhullche Bricw o Minuten, für Einschreibbriefe 15 Minuten unb für Wertbriefe unb Pakete 30 bis 40 Min. vor Abgang der Berfaude.

Aur Stadt und Land.

Gießen, 8. Oktober 1912.

PostbesvrdcrungH-Gelegenheitcii in Gießen nach dem Winter Fahrplan 1912/13 zusammengestellt.

Folgende Züge iverben zur Beförderung von Ceuduugen bc- benutzt. Es bedeuten: » Beförderlmg von Senbungcn icber Art, Ä Beförberung von Brieffcuduiigen jeber Art und Bcutcl- ftürfen, D Beförderung von gewöhnlichen unb Einschreibbriefe,i, 4- Bewrberuug von Paketen, Beförberung von Briefen in ge- fchlostencn Beuteln, ' Besörbcrung von Sendungen jeder 'Art in gefcküosfenen Wageuabteiluugeu, ( an Sonn- unb eeevtagen nur Eilbriefe unb gewölrnliche Pakete, ( ) Benutzung nur an Werk­tagen. Tie mit », Q* unb bezcichueien Züge führen Postwagen mit Briefkasten.

a) Richtung nach Frankfurt: 947® 4590, 6i, 6tyeee, 80», 104», 10254-, 123 (»), 12i2(®, 217 (»,), 5 4 », r,530, 6454-, 7^.», 820», 911».

B r i e f b e st e l t u u g:

Um bas Publikum über die rechtzeitige Bestellung der Briefe zu unterrichten, geben roir nachstehend eine lleberficht, roelche Briefe bei den euuelnen BesleUgäugeu planmäßig abgeiragei, roevben.

Venie Post Letzte Brieckasienleerung " bis 646 P.

* Bahnpersonalnachrichten. Verseht wur­den: Lokomotivführer Sigle von Gelnhausen nach Gießen und Wenzel von Nidda nach Gelnhausen, Schaffner Knau ß von Main,; nach Gedern, Lokomotivl)<izer S tein- mann von Elm nach Friedberg, Unterassistent Reck von Frankfurt nach Bad-Nauheim, Stationsschafsner Theiß von Weilburg nach Wetzlar. Pensioniert: Werchen- 'teller Loh und Erb in Gießen, Schaffner Becker I. tn Gießen, Bahnwärter Bzir k in Lich. Tie Prüfung be- standen zum Lokomotivführer: Heizer Hoffmann und Manns in Gießen, Hermann in Dillenburg.

** 5§ Iahresfest des Wartburgvereins.

Am Sonntag, 13. Lkt., feiert der Gießener Wartburgverein sein 25. Jahresfest. Am Sonntag morgen um 7 Uhr wird das Fest eröffnet durch Choralmusik auf dem Stadttirch.n- turm, ausgeführt von dem Posaunenchor des Vereins. Um 91Uhr findet Festgottesdienst in der Stadtkirche statt. Prediger ist Professor D. Dr. Schoell vom Friedberger Predigerseminar. Nachmittags 3 Uhr findet eine Feier im cnaeren Kreise statt, im Gemeindel)aus lKirchstr. 9). Hierbei wird der Verein vom Beirat, von verschiedenen Behörden und Freunden der Sache begrüßt werden. Abends 7 Uhr soll auch die Geselligkeit zu ihrem Recht kommen. Tte Feier, die in Steins Garten stattsinden soll, wird jeden­falls sehr stark besucht werden. Der Abend wird neben Darbietungen des Posaunen-, Streich- und Trommler­chors, Ansprachen und turnerischen Vorfübrungen die Auf­führung eines BühnenstücksDeutsch und F-rei" bringen, verfaßt von Superintendent Dr. Lehmann-Freiberg. Tas Stück, an. dessen Einstudierung seit Wochen gearbeitet wird,

einstimmig angenommen: np

Ter Parteitag zu Erfurt begrüßt die ablehnende Haltung der deutschsozialen Abgeordneten in der Mftchehcnfrage und spricht bic beitimmtc Erwartung aus, daß die Regicruiig gegen­über der bedauerlichen mischehensreunblichen Reichstagsmehr­heit festbleiben wird." c. _ r. ... ,

Tic Wahlen zur Parteileitung ergeben die Zuwahl von fünf neuen Mitgliedern zu den bisherigen. Zum 1. Vorfitzenden wird Amtsgerichtsrat La tt mann wiedergewählt.

Ter Antrag Leipzig, im Jahre 1913 einen außerordent­lichen Parteitag in Leipzig abzuhalten, wird angenom­men, ebenso ein anderer Antrag, der sich mit der stärkeren Heran- 1 jiehung der einzelnen Vertrauensmänner zur Mitarbeit bet Ver­anstaltungen der Parteileitung beschäftigt____________________

Hauptversammlung des Lvangclif l en Sundes.

~ Saarbrücken, 6. Okt.

Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung aus dem ganzen deutschen Reiche wurde die 25. Hauptversammlung des Evaiigehfchcn Bundes imSaalbau" hier eröffnet. Tie Einleitung bildete em Bcgrüßungsabend, wobei Generalleutnant z. b- ~ c 11 cinL.ln einer Ansprache hervorhob, daß heute, wie vor loO Jahren Mtß- aunft und Feindschaft an den Grenzen lagern. Voraussctzilng für unsere Sickierhcit sei die völkische Gesckzlossen hctt, und bte Reichs- einheit müsse bastchcn rote ein Fels von Granit, ohne trgeub rmc Einbuße an Macht, Ansehen unb Rechtslfohit. Alle xcuticken müßten baraus achten, baß von biesem Bau auch nicht ctn L-temchen genommen werde.

In der Mitgliederversammlung teilte Generalleutnant von I L e s s e l mit, daß die nächste Bundestagung in G ö r l i tz stattfinden I werde, woraus in die Tagesordnung ein getreten wurde. Ten ersten Vortrag erstattete Sic. Everling (Halle a. S.) über