Dienste dcr friedlichen Fort
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aut ihn auSbrachle. Tarant folgten einige
--- Alsfeld,
Am nächsten Sonntag,
Ec ist crfreullch für jeden, der Sinn chc. Schon BlSmarck galt tue Teil»
wurde Die Feier vo> jungen Leuten burri
ungen, die reichen einigen in der untl Schreien und Lärmt
** Tageskalender tür FreUag, 2. Februar. Stadttheater. oianipiel von '21 g n e 6 6 o r m a: ,1'ionna 93anna.* Alijang 8 Uhr.
Vortrag von Lektor Montgomery: On Engliah Student Me. Abends 8'/, llhr un groben pdrjaal der Univerjilät.
eiiall landen. Leider
*<z^afiftubc sitzenden
4. Februar, soll die Einweihung des wiedcr- hergestellten Rathauses in feierlicher Weife stattsindcn. TaS Programm sieht einen Festakt in der Halle des Ra> Hauses vor, daran anschließend Rundgang durch das Rathaus und alsdann eine gesellige Zusammenkunft der Feslteilnehmcc int Gasthaus ,Zum Deutschen Hatjet*. Musikalische mib gesangliche Darbietungen werden zur Verschönerung der Feier beitragen« Pfarrer Dr. Becker wird als städtischer Archivar, der sich um daS städtische Urkundenwesen große Derdien'ie erworben hat, einen Festvortrag halten über daS hochinteressante Leben und Treiben auf dem Rathause in früheren Jahrhunderten, daS nunmehr, erbaut im Fahre 1512. auf em 4UOjäbrtge3 Jubiläum zurückblicken kann und nach sein-
•• Vom Grobherzoglichen Hofe. TaS Sroß- herzogSpaar begab sich, n. d. .Darmst. Ztg.*, am Mittwoch nachmttiag mit Gefolge im 2luto zum Besuche des Reger- Konzertes nach 'Diautj. Vor dem Konzert folgten die Herrschaften einer Einladung deS Prooinztaldircltorö Geheimrat Dr. Breidcrt und Frau Gemahlin zum Abendesien.
** Entlassen wurde der Akkuariacsassistent bei dem Amtsgericht Herbstein, Karl Michael Gabelmann, auf Nachsuchen seines Dienstes.
’clung Bulgarins il)m
Frauen vereinS vom R oten Kreuz für diekolonien ut, wie man unS fchrech^, seit seiner ersten Hauptoersammluitq un November 191 500 auf über 1000 'JJlitglteber an-
gewachsen. Diese H hat für die koloniale
Ausschuß Verdis Haus, sein Landgut Sant' Agata bei Busso, ausgesucht und seine hinterlassenen Papier durchsorscht. Hierbei sollen überraschende Entdeckungen gemacht worden sein, so z. B. eine vollständige Sinfonie „Aida", deren Vorhandensein bislang allgemein bezweifelt wurde. Außerdem befanden sich vorbereitende Studien zu der gleichnamigen Oper mit Anmerkungen über die Handlung, ein vollständiges Libretto zu einem „König Lear", das von Verdi selbst abgesaßt worden ist. Eine Musik hierzu hat Verdi nicht geschrieben. Besonderes Erstaunen erregte ein vollständiges, eigenhändiges Manuskript Verdis, „Geschichte der Päpste", worin jeder Papst in einem zusammenfassendcn Urteil von etwa zehn Zeilen Länge behandelt ist. Wichtig für die Herausgabe von Verdis Briefwechsel sind 5 Bände von Brief entwürfen Verdis, die alle seine Geschästsbriefe von 1840 bis 1900 umfassen. Schließlich ist noch ein dreiaktigcs Libretto „Usca" gesunden worden, eine Arbeit des Journalisten Perosio in Genua, die dieser im Auftrage Verdis nach einer Novelle Dall' Lngaros geschrieben hat. Besonders überrascht waren die Mitglieder des Ausschusses, als sie ein Bildnis Verdis sanden, das der bekannte italienische Kunstgelehrte Ugo Djetti in ganz Italien vergeblich gesucht hat, nämlich Verdis Porträt von Domenico Morelli. Dieses Bild galt bisher als verschwunden ober gar vernichtet.
kf. Altchriftliche Gräber bei Gargaresch. Bei Gargare sch in Tripolis, das in der jüngsten Zeit im Mittelpunkte der italienischen Interessen stehl, find vor wenigen Tagen eine ganze Reihe Gräber ausgefunden worden. Man verdankt die Entdeckung einem Zufalle. Beim Anlegen eines Laufgrabens stießen ein paar Soldaten des 82. Infanterieregiments auf Gräber, richtige Grabhohlen; die Offiziere nahmen sich der Sache an, und so wurden die Grahkammern so gut iteigelcgt, wie es die Nichtfachleute verstanden. Offenbar handelt es sich um Gräber aus dcr altchristlichen Zeit von Tripolis, wie einzelne Symbole aus Terra- cotten beweisen, z. B. das Symbol des Fisches und daS Lamm des guten Hirten. Außer den Sceletten scheinen die sreigelegten Graber nur noch wenige Terraeottcn zu enthalten; außerdem wurden Sarkophage geiu.iden, die zu einer niert.uuiOiucn Form dcr Bestattung gedient halten: in ihnen lagen viereckige Bündel, die zuerst für Steine gehalten wurden, sich später aber als mumienähnliche Verpackung bestatteter Leichen heranSstellten.
— Kurze Nachrichten aus Kunn und Wissenschaft. In Würzburg ist am 30. Januar der Tomdcchant und päpstliche HauSprälat Tr. theol. Heinrich Kihn, von 18/4 bis 1904 ord. Professor des Kirchemechis in der theologischen Fakultät der Universität Würzburg im Alter von 78 Jadren gestorben. 1884, 83 bekleidete er baS Rektorat der Würzburger Hochschule.
eine Ansprache hielt, in der er des Kaisers gedachte und ein Hoch theatralische Ausfuhr-
•• etabffbeater. Wogen verschiedener Kran!he.u« fälle im Personal muß am TicnStog als VolkSoorstellung statt deS im Wochenspielplan angeführten CchalispielS ,(Solberg* das Lustspiel »Doktor RlanS* von L'Arronge ge-
nähme des getarnten Volkes an der überseeischen Betätigung unserer Station als Grundbedingung emec gesunden Kolonial- Politik. TaS jetzt Süddeutschland, und namentlich auch Hessen, wachsendes Interesse zeigt, lst zu begrüßen. Möchten noch recht viele sich dazu entschließen, für die sanitäre Erstarkiing unserer Kolonien mitkämpfen zu helfen. Der junge Landesverband geht recht energisch an die Arbeit. In kurzer Zeit ivird Hessen seine erste Pflegesehwester htnauSsenden. Fräulein Wera von Geldern-Lrispendorf, die ihre Kraft schon früher längere Zeit in den Dienst der werktätigen Nächstenliebe gestellt hat, wird als Krankenschwester deS Landesverbandes nach Teutsch-Ostafrika gehen. Welch großes Interesse die Ehrenvorsitzende deS LaubeSoerbandeS, die Großherzogin, der Sache entgegenbringt, bezeugt der Empfang, der der ersten Schwester des Hessischen Landesverbandes am Großherzoglichen Hofe zuteil wurde.
•• Wem gehört die Kassette? Gestern nachmittag wurde ein etwa 13 Jahre alter unbekannter Junge dabei beobachtet, ivie er an einer Mauer am Schorrgraben in der Ost-Anlage einen Backstein herauSnahm und dann eine eiserne Geldkassette au8 der Oeffnung heroorholte. Er stellte bann die Kassette wieder in das Versteck und entfernte sich. Die Kassette wurde von der Polizei auS dem Versteck und in Verwahr genommen. Der Eigentümer wird sich wohl auf diese Zeilen hin melden, damit die Geschichte aufgeklärt wird. Die Kassette ist verschlossen und der Inhalt nicht bekannt.
- Don der Biebertalbahn wird uns mitgeteilt, daß der Zug, von dem am Montag abend der Arbeiter von Heuchelheim überfahren wurde, keineswegs eine außerordentliche Geschwindigkeit hatte, sondern sich innerhalb der von der Aufsichtsbehörde festgesetzten Geschwindigkeit hielt.
** Hessische Schlachtungsstatistik. Nach der amtlichen Slalistik über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau wurden im Großhorzogkum.im Oktober, November, Dezember 1911 (oezw. 1910) geschlachtet: 788 (68 - Pferde, 5163 (4970) Ochsen, 315 (325) Bullen, 12 712 (10040- zruhe, 9011 (9645) Jungrinder über drei Monate alt, 18 4id (16 377) Kälber bis drei Monate alt, 109 741 (93 76M _ Schweine, 5863 (5856) Schafe und 6224 (5101) Ziegen. — Im ganzen Jahr 1911 (oezw. 1910) wurden geschlachtet: 1919 (1734) Pferde, 17 629 (18 253) Ochsen, 1391 (1432) Bullen, 41940 (42 785) Kühe, 35 036 (39 965) Junarinder über biet Monate alt, 78 756 (79 262) Kälber bis drei Monate alt, 380 238 (331693) Sclfweine, 12 782 (14841) Schafe und 31074 (30 516) Ziegen.
** Preußische Klas s en-Lotterte. "Die Lose dcr 2. Klasse der 226. Lotterie müssen unter Vorlegung des Vorllassenloses bei Verlust des Anrechts bis zum 5. Fcbc. abends 6 Uhr eingelöft werden. Auch müssen die Freilose gegen Rückgabe der Gewinnlose bis zu diesem Termin ein- gelöst sein.
Landkreis Giehen.
:s-Watzenborn-Steinberg, 1. Febr. Der Krieger« Verein feiert Samstag, den 3. Februar im Saale „Zur Krone" zu Steinberg den Geburtstag des Kaiser-. Die Kapelle Harnisch wird konzertieren. U. a. findet ein längerer Vortrag über: „Eine Reise an die Nordsee und Helgoland" statt.
=i 2 i n b e n ft r u t b , 81. Zau. Am Sonntag feierte der Krieger- und Gesaugvercin Kaisers Geburtslag. Ter Gesangverein sang einen BegrüßungSchor, woraus Lehrer Hahi'
tragende zu Gehör kommt. Der einzige -----
bann bestehen, daß von dem Instrument d« Zischlaute „f‘ usw. nicht hörbar wiedergegeben werden. Aber immerhin muß d^- Grammophon als hervorragendes Mittel, künstlerische Genüsse ju übermitteln, betrachtet und anerkannt werden. Es ist eigentü:.^ lich, daß der größte Teil der Zuhörerschaft ihre Plätze ganz in der Nähe deS Instrumentes iväyltcn, während doch gerade v.-n Den entfernter liegenden Sitzen in diesem Falle die Töne am reinsten und wohlklingendsten ausgenommen werden können. - Knote, Demuth, Preuse-Matzenauer, Morcne und Bosetti kamen zu Worte und ihre Darbietungen fanden lebhaften Beifall.
•• Der Landesverband Hessen üeg Deutschen
teilen wird, gewachsen -eigen. .. w
Sofia, 1. Febr. Prinz Friedrich Leopold ist um 31/. Uhr nachmittags im Sonderzug hier eingetrosfen. An der Grenze wurde er von dem Eisenbahnminister, den ihm beigegebenen Offizieren und dem bulgarischen Militärattachce in Berlin begrüßt. Eine Kompagnie des 25. Infanterie Regiments ernneS die militärischen Ehrenbezeugungen, die Musik spielte die deut'che Hymne. In Sofia wurde der Prinz am Bahnhof vom Koni^ den Minister des Auswärtigen und des Krieges und den spitzen der Militär- und Zivilbehördcn erwartet. Während der Zug tm Bahnhof entlief, intonierte die Musik der Ehrenkomtwgnie die deutscye Hymne. Ter Prinz nabin im Königsicylcß Wohnung.
vom türtifdpitalieiufd)en ttkiegLschauplah.
London, 1. Febr. Llonds Agentur meldet aus Pertm: Zwei italienifche Kriegsschiffe bes ch 0 s s e n S ch e ch Said und dampften bann in nördlicher Richtung weiter.
geben werden.
** Das 2. Grammophon-Konzert nnirbe gestern abend Vom Alldeutschen Verband in Steins Garten ver- anstaltet. Trotzdem der Soielplan sehr reichhaltige und bie 5um Borttag gekommenen Stücke sehr gut waren, ließ der Besuch zu wünschen übrig. Es liegt eben an dem starken Vorurteil, bis man noch gegen das Grammophon hegt. Davon befreit werden jetzt alle fein, die gestern abend Gelegenheit hatten, die Mcist.r der Stimme mittelst dieses Instrumentes zu hören. Wenn man auch nicht sagen kann, daß das Grammovhon vollwertigen Erfou ür die eigene Tarstellungswcise des Künstlers bietet, so kann mon sich doch der Verwunderung nicht verschließen, mit welcher frür.c und Reinheit des Tones bei einem guten Instrument der '«; ■
- - - - - Mißstand wird wohl
alle Parteien dieser Steilungnai). .e amc tzjcrt mi eten.
Die ztammer Ijat sich heute abend au, Montag vertagt.
Tie „Widerskhung' der Sozialdemokratie beim Ausbruch eines Krieges.
Paris, 1 Febr Tie „Hurnanftö" veröffentlicht ein Interview mit dem Abgeordn ::n Karl L i e b k n ech t, der unter anderem gesagt habe: „Die »traft der sozialistischen Partei mutz tm Htn- bild auf Kriegszciten stärker als im Hinblick auf FriedcnSzetten sein. Wenn der Krieg erklärt werden sollte, so müssen wir ihn verhindern können, tnbem wir uns ihm einfach widersetzen. Von den 5 Millionen Bürgern, die die Reserven deS deutschen Heeres luden, ist die H ä l f t e aus unseren Reihen hervorgegangen, xie beiden ersten Reservejahrgängc und die jungen Leute von lb Lu 20 Jahren gehören der Mehrheit nach zu unS; die Regierung weiß dies und ist darüber sehr beunruhigt
Diese Erklärung des sozialdemolratiichen Führers wird Oie Kriegsgefahr insofern erhöhen, als sie auf bie Franzosen zur Revanche aufmuntemd cinwirien kann.______
«Eine Annäherung zwischen Oesterreich und Kurland.
Tie Wiener „Neue Freie Presse" veröffentlicht folgende etwas sensationelle Notiz: Von unterrichteter Seite jütrb bestätigt, daß der Thronfolger E rz h e r z 0 g Fr a n 5 <y e r - binanb während seiner längsten Anwesenheit in Berlin mit dem Reichskanzler v. B e t h m an n-H 0 llw e g und dem Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter wichtige Bc- s p r e ch u n g e n gepflogen hat, in denen die Notw end igle i t e i n e r A n n a h e r u n g z w i s ch e n R u ß l a n d n nd Oesterreich-Ungarn betont wurde. Diese Notwend.g- leit wurde damit begründet, daß nach zuverlässigen Ztlsor- mationen im Frühjahr ein größerer Aufstand in Albanien bevorsteht und daß Serbien, Bulgarien, Montenegro, Rumänien und die Türkei sich zu alten Eventualitäten rüsten. Eine Annäherung Oesterreich-Ungarns an Rußland wurde dazu beitragen, den Frieden auf dem Balkan zu sichern.
Sollte man der Türkei nochmals an den Kragen gehen wollen? Der angeblich bevorstehende neue Ausstand in Albanien rechtfertigt kaum eine so große Aktion. Vielleicht ist die Meldung übertrieben. Wenn sie in vollem Umfang auf Tatsachen beruht, so ist die albanische Besorgnis kaum die einzige und letzte Ursache. Vermutlich wird bald irgend eine amtliche Aeußerung, wahrscheinlich ein Dementi, erfolgen.________________________
(Ein verlaus portugiesischen Gebieter an Deutschland.
Berlin, 2. Febr. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus London: Der Berliner Vertreter der „Daily Mail" meldet aus guter Quelle, daß Portugal sich bereit erklärt habe, den nordöstlichen Tei l der Insel Timor an Deutschland zu verkaufen. Der südwe,iliche Teil der Insel ist niederländisch.
Der Nachricht ist wenig Glauben zu schenken, da erst vor einigen Tagen amtlich versichert worden ist, Portugal denke nicht daran, Kolonialgebiet zu verkaufen.
Die 6roBiöI)rigldtsertIärung des bulgarischen Kronprinzen.
Die „Nordd. Allgem. Zt^." schreibt: In Bulgarien wird am 3. Februar die Großjährigkeitserklärung des Kronprinzen Boris in Anwesenheit zahlreicher Vertreter fremder Staaten festlich begangen. Die Anteilnahme Deutschlands an der Feier kommt in der Entsendung deS Prinzen Friedrich Leopold von Preußen zum Ausdruck, der im Auftrage des Kaisers dem Prinzen den Schwarzen Adlerorden überreichen und die Glückwünsche unseres Kaisers überbringen wird. Dem jungen Königssohn, der beim Eintritt in die Großjährigkeit mit Symvatyie begrüßt wird, ist eine ebenso sorgfältige wie vielseitige Erziehung zuteil geworden, deren Durchführung König Ferdinand persönlich überwachte. 9tatürliche Anlagen und der Entwicklungsgang deS Prinzen berechtigen zu der Hofsnung, er werde dereinst sich den Aufgaben, die die Zukunft im
Ausland.
Die niebcrIänöi|U;C c r n c Kammer nahm die Revision des Militärgesetzes an, wonach das Heereskon- tingent Don 17500 auf 23000 M a n n er h ö h t wird bei einer Dienstzeit von achteinhalb Monat.
Deuljcl^e Kolonien.
Ta8 NeichSgesetz über b:e Presse in den Schutzgebieten.
Berlin, 1. Febr. Eine Verordnung des ReichSkanz- lers setzt das R e i ch s g e s e tz über die Presse vom 7. Mai 1874 mit unwesentlichen Aenderungen für die Schutzgebiete Afrikas und der S ü d s e e in Kraft. Besondere Bestimmungen besagen, daß die öffentliche Verbreitung von Druckschriften, die geeignet seien, Eingeborene zu ^Gewalttätigkeiten gegen Weiße anzureizen, verboten ist. Ist zweimal binnen einer Jahresfrist eine Verurteilung auf Grund dieser Bestimmung ober auf Grund einiger anderer be- onders namhaft gemachter Bestimmungen erfolgt, kann der Gouverneur die Verbreitung der Druckschrift bis auf zwei Jahre verbieten. Bei inneren Unruhen, insbesondere Eingeborenen-Aufständen usw., kann der Gouverneur Veröffentlichungen über Vorgänge bei den Eingeborenen oder über Truppenbewegungen und Verteidigungsmittel ver- jieten. Eingeborene werden nach den für ihre Bestrafung geltenden Bestimmungen bestraft. Ans den selbständigen Betrieb des Preßgewerbes, die Herausgabe und den Vertrieb von Druckschriften durch Eingeborene findet die Verordnung keine Anwendung. Die erforderlichen Vorschriften erläßt der Gouverneur. Tas gleiche gilt von der Herausgabe und dem Vertrieb von Druckschristen, die ganz oder zum Teil in der Eingeborenensprache abgefaßt |inb. Die Verordnung tritt am 1. April 1912 in Kraft.
Ans Staöt und Land.
Dieven, 2. Februar 1912.
Zur Frage der weiblichen Handwerker.
In der letzten Zeit ist die rechtliche Stellung der Frau im Handwerk, d. h. die Frage, ob und in welchem Umfange die besonderen gesetzlichen Bestimmungen für Handwerker auf weibliche Gewerbetreibende anzuwenden sind, in Handwerkerkreisen wie in den Kreisen der erwerbstätigen Frauen selbst wiederholt der Gegenstand eingehender Erörterungen gewesen.
Zur Vermeidung von Zweifeln weisen wir auf folgendes hin: Die Gewerbeordnung macht, abgesehen von den Arbeiten chutzbestim- mungen für Frauen, hinsichtlich der Ausübung des Gewerbebetriebs keinen Unterschied zwischen dem männlichen und weiblichen Gewerbetreibenden. Danach finden auch die daS Handwerk betreffenden Vorschriften der Gewerbeordnung, besonders die über daS Lehrlingswesen, über die Ablegung der Gesellen- und Meisterprüfungen und über die Befugnis zum Anleiten von Lehrlinaen auf männliche und weibliche Gewerbetreibende gleichmäßig Anwendung.
WaS die Zulassung der Frauen zu den Gesellen- und Meisterprüfungen anlangt, so ist zu berücksichtigen, daß bisher die über die Ausbildung der Handwerkslehrlinge, sowie über die Ablegung der Gesellen- und Meisterprüfung bestchcrrden Vorschriften in Bezug auf weibliche Personen meistens nicht beachtet worden sind, und daß diese daher vielfach nicht in der Lage sein werden, die für baS betreffende Handwerk vorgeschriebene Lehrzeit, die Mlegung der Gesellenprüfung oder die vorschriftsmäßige Gesellenzeit nachzuweisen. ES würde nicht gerechtfertigt sein, hierfür allein die Frauen verantwortlich zu machen und von ihnen jetzt plötzlich die strenge Erfüllung der für die Zulassung zu den Gesellen- und Meisterprüfungen der Regel nach zu beobachtenden Vorschriften zu verlangen. Vielmehr erscheint eS billig, daß sie während einer gewissen Uebcrgangszeit zu den Gesellen- und Meisterprüfungen auch dann zugelassen werden, wenn sie die vor- geschriebene Lehr- und Gesellenzeit, oder die Ablegung der vorgeschriebenen Gesellenprüfung nicht nachzuweisen vermögen.
Entsprechend den UeberaangSvorschristen in Art. II dcS Reichs- gcfebcS vom 30. Mai 1908, bctr. die Abänderung der Gewerbeordnung, können derartige Gesuche bis zum 1. Oktober 1913 berücksichtigt werden.
Mit Rücksicht auf die geschilderten Verhältnisse erscheint innerhalb der Frist bis 1. Oktober 1913 auch eine Erleichterung hinsichtlich der Erteilung der Beiugnis zum Anleiten von Lehrlingen gcrechtscrtigt svergl. § 129 Abs. II GL ). Tie Handwerkskammer efürroortet daher die Erteilung der Anleitungsbcfugnis an weibliche Handwerler durch die Verwaltungsbehörden (Großh. KreiS- ämlcr und Städtebürgermeistereicn) auch ohne Nachweis einer Lehrzeit, wenn sie am 1. Oktober 1908 bereits 5 Jahre ihr Gewerbe selbständig betrieben haben ober während einer gleich langen Zeit als Direktrice ober in ähnlicher Stellung tätig waren und bas nach den früheren Vorschriften erforderliche Alter (24 Jahre) hatten. Die Anträge hierfür sind an die vorgenannten Verwaltungsbehörden zu richten, etwaige Ansragen erledigt die Handwerkskammer zu Darmstadt.
Degea.
Aucrgesellschaft . Berlin 0.17
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