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2.2.1912 Erstes Blatt
 
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Sreitag, 2. Zebruar 1912

162. Jahrgang

Erstes Blatt

bcr" ttieotoaifd-rn Multät bei der Rektoratswahl. indem I ichen den gläubigen Satbolitcii und den übrigen Teutleben [ie für den ',urillen c-'areis stimmten TieP-Nauer I besteht, schon wakrlich «rotz und bdlaeeneroert genug.- Donauzeitung--, das BIM des ZentrumSsührers Pichler, follte im Interesse der innere» Ci freit « nfeter erilärte daraus eine Entrechtung" der theologischen 7xa- Natron unb des gegen,curgen Zt.istanbni|seS a Iler kultätcn werde sick der bayerifche Landtag nicht gefallen Volksgenossen, jede Beziehung, dre hier ntetz.besteht, sorg-

Dte heutige Nummer umfaßt 10 Seiten-

ireichen, wo oir

u§ slattsindet.

Sunsch vom Fo^

I 1

lar 1912.

2i Reiskirchen.

Volksgenossen, jede Beziehung, die hier nottr besteht, sorg lältig ausrecht erhalten. Von diesem Gesichtspunkt, dem der nationalen Wohlfahrt, betrachten die Regierungen die Sache, und sie treten darum (wie mir scheint,>mll Recht für die Erhaltung der Fakultäten ein.

Nr. 28

Irr ««ehener Anzeige» »rfrf)riiu täglich, auüet 3ciinian§. - Beilagen: airimnl wöchentlich KiebenerZaw.iliendlätter, iwkMllitlvöchenlt.NrciL- UotllördenNreksSiehen «TienstligundHreuaau preunnl monotl. Land- wirtschaftliche Seitsragen rxemipicd) - 'JlnfdUiilie: für die Redaktion 112, Verlag n. Exvedit'on 51 IHtucfic für Depeschen:

Anzeiger «testen.

Annahme von Anzeigen für die TageHinnniner HS vonnillagS 9 Uhr.

Mi.

rden in den Jifirh >uhbacher2iadlll!^

M Stm. start nibüli, 12-25 31m. statt:

tn.IMl8tin.ftQd.:

m. (7-9 Ztm. statt:

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it (2-4 Ztm. statt:

lblÜUbrausderHa: i nn der Kreuzungi iflieierniiämmen. i. a, Leiterbäume, Sen­gen usw.

steret Butzbach.

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; den Waldnnqtn 1 ,f dem Submisstc:! gert in den DiD

iii 20,41 Fstm.

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berufen.

An zweiter Stelle ist als Leistung der Gesellschaft der An­kauf und die Uebernahme der von dem bekannten verstorbenen Direktor des Berliner Aquariums Tr. Hermes begründeten Bio­logischen Anstalt zu Rovigno zu nennen. Tie Anstatt ist seit dem 1. Oktober von der Geiellschafr übernommen worden. Tie Bedeutung der Station, vor allem al* Lieferantin lebenden Materials aus dem Mittclmeerc für künftige biologische Institute, ist bckannt. Tie Mittel zum Ankäufe und zur Umerhaltung dieser Anstalt sind durch eine Stiftung geboten worden. Von Ansang an war cs der Gesellschaft nicht zweifelhaft, daß sie ihre Haupt tätigkeit auf dem grasten Gebiete ter Entwicklungslehre und Bio­logie suchen müsse, wo die Bedürfnisse am dringendsten sind. Um ein sicheres Urteil' zu gewinnen, wo man anlangen und nne man fortschreiten solle, welche Anstalten die notwendigsten inen und welcher Umfang den einzelnen Anstalten zu geben sei, wurde mit einer grasten Umfrage begonnen, die der Unterrichts Minister in die Wege leitete. Eine Reihe hervorragendster Zoologen. Botaniker, Anatomen, Physiologen und Mediziner haben ihre Gutachten abgegeben, und auf dieser Grundlage lanb am 6. Za nuar unter der Leitung des Ministers eine gemeinsame 2 i u u n 9 fast sämtlicher Gutachter statt, die nahezu einen ganzen Tag daucr'.c und tine Fülle von Anregungen brachte Ein grostcs, rcichaus gestaltetes JnstitutfürEntwicklung s - u n d V er - erbungs lehre ist aas dringendste Bedürims. ^ die Gr sellschaft auch das Gebiet der experimentellen Therapie besonders berücksichtigen und die <ö i r n f o r, ch u n g, sowie die Mikrobiologie nicht allster acht lassen wird, darf bestimmt angenommen werden. Schon jetzt aber hat sie einzelnen erprobten Forschern Unterstützungen zu ihren Arbeiten gewahrt, Inn sonders B. die F o r ' ch u n g, u b e r das Radium und dem Radium verwandte -Stoffe gefördert. Endlich hat ne 1iC) auch bereits auf dem Gebiete ter Geisteswincn'chatt btfa ngt Tie bisher lediglich von einem Privatmann, Prof. Dr. sarr.e, unternommenen Forschungen auf dem Gebiete der islami­tischen Archäologie bat ste unterstützt und den veroienst- vollen Gelehrten in den Stand gc-:tzt, die Ausgrabungen in Samarra in größerem Umzüge fortzumhren unb rpeter auch an anderen Stellen den spaten anzuictzen. Ferner hat tec Gesellschaft eine Summe bewilligt, um ut Aegypten die­jenigen Bildwerke vollständig aufzunehmen, die mr die aUc.Bolk^ künde von Bedeutung sind. Tas sind im ganzen die -Wtungm der Kaiser-Ailhelm-Gesettschaft in ihrem ersten Jahre.

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(W Reue Derdi-Funde. Zum 100 Geburtstage Verdis, den Italien im nächsten Zähre feiern wird, soll Verdis Briefwechsel veröffentlicht werten und deshalb hat inngst ein

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Eichelsdorf.

VcinaSvr-1 r: monnllicb^.i Vi^Dtevtel* jährlich Tlt. 2.20; durch ilbhole- il Smeiflftellcn Uiouattich tiö "vf.: durch die Volt 'Dit.2.uteuel- jährt, auvscht. Beiiettg. Zeitenpreu>: lokal 15 UL anoivän» 20 Pfennig.

heirebaf lenr: '21 Goetz, veraulwontich füi den poliiiicheu Teil: August Goetz; für .Feuitte- to«',.Beruiifchte-' und (Äeudii-Maal: '-leu- rntb; für .Stadt und Land-: E.Heß. <üi den Aujetgenteil: $». Beck.

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Man kann zur Begründung dieser Stellungnahme auck noch auf folgendes Hinweisen: Auch vor dem Mobernislen- erd bestand für die katholischen Theologen keine wirtliche Forschungsfreiheit. Durch den Eid ist eine wesentliche Veränderung in dieser .Hinsicht nicht eingetreten, wenn auch die Grenzen für die historisch-kritische Forschung noch etwas enger gezogen worden sind. Wenn darum vor dem Eide das Bestehen der Fakultäten erträglich schien, so durste dies auch jetzt der Fall sein. Und wenn v o r dem Eide trotz der bestehenden Schranken von manchen katholischen Tlieo- logen wissenschastlich Tüchtiges geleistet wurde, so wird die Hoffnung nicht zu kühn sein, daß auch n a ch dem Eid dies in gewissem Umfange möglich sein wird.

A. Messer.

Frage.

Aber die Forschung ist nur eine der Aufgaben der Universität. Sie liat auch dem Staat und der Kirche B c - amte zu erziehen und überhaupt an der geistigen Bildung derführenden" Schichten des Volkes mitzuarberten. Tie Aufhebung der tatholisch^theologischen Fakultäten würde zur Folge haben, daß die gesamte Aus­bildung der katholischen Geistlichen in bischöflichen Semi- iianen sich vollzöge (wie das bei uns in Hessen ja schon der Fall ist, seitdem 1851 Bischof Ketteler den katholischen I Theologiestudierenden den Besuch der Gießener Fakultät I untersagt IM). 9hin ist die geislrge Sonderung, die zwi-

Sobald die Housenwollen das 4000'-MeterÄiveau durch- während sie die Kosten des .Betriebes (120 000 MkZ mit tem brcd/cn, ist höchste Vorsicht siebotcn, da jetzt die Gefahr elektrischer VereineChemische N^chsanstalt teilt. Zu Leitern der wincu Entladungen vorlicgt, die leickt eine Entzündung des Ballongases schaftlichen Arbeiten des Zntzratts smd Prof. Beckmann aus Leipzig, bervorruien können. Ganz besonders zu vermeiden hat der Lust- Prof. Willstätter aus Zurich und Prof. Haber aus Karlsruhe

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Aufschrift 7"Wtkrv.» 7 botm- 8 ft 5 Jn, wosttk^. Ntmmuntoj c n^mittai;

1912. tianftoltCbery.

Ausführungen. e

Adols harnaS über die Leistungen der Uaiser-Wilhefm-Eefelljchaft.

Im nächsten Hefte ter von Max Cornicelius terausgeaebenen internationalen Monatsschrift für Wissenschaft, Kunst und Tech­nik" veröffentlicht Adolf Harnack einen Bericht über die Ä liier- Wilhelm "Gesellschaft zur Förderung ter Wissenschatten am Schlüsse ihres ersten Jahres. Tie Gesellschaft hat am 11. Januar ihren ersten Geburtstag gefeiert, und ter, man darf wohl sagen, amt- liehe Bericht itees Lesters .Harnack, aus dem wir bereits nach den Aushängebogen Mitteilungen machen können, wird nicht verfehlen, in den weitesten Kreisen lebhaftes Interesse 3-u er- rt9kl2)er Bericktt zeigt, daß die Kaiscr-Wilhelm-Ge''cllschaft sich ganz in i'/r Stille berests sehr bedeutend entwickelt und eine intensive Betätigung in die Wege geleitet hat. Tie Zahl der Mitglieder beträgt 169, eine Zahl, die doch recht beträcht­lich erscheint, wenn man bedenkt, daß ter festgesetzte Mindest- teitrag 20 000 Mk. ist, wozu itoch ein Jahresbestrag twn 1000 Mr. kommt ES belaufen fick batet die Jahresbeiträge allein auf ehva 150 009 Mk., wozu nixft die sehr bedeutenden .'tatet aa m der Gesellschaft treten. Tab ei befindet sich die Gefellschaft h noch immer in ihrer Gründungspenode, die famtalfräftigcn a-eut- idicn int Auslande z. B. werten erst jetzt ron ihrem Bc- sicben unterrichtet. Beiläufig legt Harnack Wert darau', den Jrr- nnn zu widerlegen, als ob die Gescllsckutt eineterltnudje" ict: ti: Berliner bilden unter ihren Mitgliedern noch kein volles "Äas bat nun diese sckvn jetzt so rasch ausgestattete Organi­sation bisher geleistet? Erstlich wirf, wie in der Hauptsache tercity bekannt geworden ist, in Tahlem bei Berlin mit tem VereineEl.misch? R.ichSanstalt" das K a i s e r - W i l Helm- Institut für Ebemie in drei großen Abteilungen gebaut. Ter Staat hat nicht mir das nötige Gelände unentgeltlich zur Verfügung gestellt, sondern auch die Unterhaltung der ph.tsikalisckf- chemifcken Äbteilung übernommen. Für den Bau unb lt? innere Einrichtung der anderen Abt.ilungen steht mehr als eine Million zur Verfügung, von ter die Gesellschaft den lleineren Test trägt.

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dazu erachte.

Auch der Württcmberaische Kultusmintster Fleischhauer hatte sich für die Erhaltung der katholischen Fakultäten ausgesprochen. Er hob freilich mit Reckt her- gor, daß durch den Eid die schon vorher für den Katholiken bestehende Beschränkung der freien Forschung eine Ver­stärkung ersahren werde, welche die Frage nahelege, ob und inwieweit sie mit der Grundlage unserer Universitäten vereinbar sei.

Diese Frage wurde zu derselben Zeit vom Ausschuß des deutschenH o ch s ch u l l e h r e r t a g e s"-) verneint, indem er erklärte, daß Hochschullehrer, die den Eid geleistet hätten, nicht Mitglieder der Vereinigung sein könnten.

In Freiburg t. B. kam es bei der Neubesetzung einer theologischen Professur zu ernsten Schwiertgketten. Um so drastischer dokumentierte sich die Abhängigkeit der bayerischen Regiertrng vom Zentrum darin, daß sie der Würzburger Universität einen Geistlichen, der den Eid geleistet hatte, oltroiZerte, indem sie den vom akademischen Senat Vorgeschlaaenen einfach überging und einen nur nm der Fakultät Vorgeschlagenen ernannte.

Daß der Eid noch manche Konflilte zur Folge haben wird, zeigt auch folgender Fall. In München war am Ende des Sommer-Semesters 1911 dem Herkommen ent­sprechend die katholische Fakultät an der Reihe, den Rektor zu stellen. Der Senat lehnte aber den von der Fakultät präsentierten Prof. Atzderger, der den Eid geleistet hatte, ab und wählte den Theologen Knöpsler, der dies nickt getan hatte. Viele demonstrierten sogar für die Ausschaltung

t) In Baden bat man sogar am Ende des Jahres solchen geistlichen Lehrern allen Unterricht außer Religion unb Hebräisch °Ü4^tTerHochschnllch ertag" umfaßt eine gr {je Anzahl bete scher und öftermclnfcter Professoren. Ti: Hauptversammlung nn Herbst hat fick ebenfalls auf den Standpunlt des Ailsschlusse^ gestellt.

Der Modernifteneld und die deutschen Universitäten.

(Schluß.)

Im preußischen und im württembergischen Landtag wurden die Regierungen wegen ihrer Stellung zum Eide interpelliert. In der Erklärung beider Ministeriett kam zum Ausdruck, daß man durch das einseitige und schroffe Porgehen der Üurie verstimmt sei. Der Ministerpräsi- hent v. Beth mann-Hollweg erklärte am 7. Mai u. a., er habe durch den Gesandten am Vatikan den ftarbinal* staatssekretär darauf aufmerksam mackfen lassen, daß er die Konflikte, die entstehen sollten, der Kurie allein zu- schreiben werde. Ein zwingender Grund, die katholischen Fakultäten aufzuheben, sei aus dem Eide aber nicht abzu- leiten. Dagegen werde man darauf verzichten müssen, geist. lichen Oberlehrern an Mittelschulen, die den Eid geleistet hätten, den Unterricht im Deutschen und der Geschichte zu übertragen.') Der Abgeordnete Porsch erNärte daraus, die Katholiken könnten niatt anerkennen, daß wegen des Eides der Unterricht in Zukunft anders erteilt werde. Sie würden darin eine sehr unparitätische Behandlung sehen, daß man zwar jüdische und atheistisch gesinnte Lehrer diesen Unter­richt erteilen lasse, katholische Geistliche aber für unfähig

Entladungen vorliegt, die leickt eine (-----

bervorruien können. Gan; besonders zu vermeiden hat der Lutt- schiffer die Böen mit horizontaler Achse, die in den Fronten ber Gewitter auftreten und den Ballon rasch in große Höhett reißen können. Ter bann notwendigerweise folgende Absturz

kamt zu Katastrophen führen. Ter vorsichtige Luftschfsser wird aber diese gefährlichen Wolkenbildungen leicht erkennen und durch rechtzeitige Laitdung ihnen zu entgehen wissen. Lebhaften Benall zollten die überaus zahlreich erschienenen Sporlsfreunde den inter­essanten, mit Lichtbildern und Experimenten reich illustrierten

^eyener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesfen

Hotations6ru<! und Verlag der vrühl'schen Unw.Gnch^ und Sleindruckerei H. r-nge. Htöaltion, Expedition und vrnSerel: Schulftratze 7. Büdingen: Zernsprecher Hr. 269 Seschästsstelle vahnhosliratze 16a.

kultätcn werde sich der bayerische Landtag nickt gc lassen. Nötigenfalls müsseeine Aenderung in der Lrgant- sation der Upiverjitäten" herbeigeführt werden: d. h. das Ministerium müsse deren Selbstverwaltung bcschraffken und den Reltor einsack ernennen. Terartige Vorgänge lassen noch ernste Sckwieriglcilen von der Zukunft erwarten.

Tas badische Ministerium hcll sich (wie aus der oben erwähnten Erklärung Tr. Böhms hcrvorgeht) daftir ent­schieden,daß es künftighin bei Berufung katho.tlchcr theo­logischer Professoren dein Umstande, ob die vorgeschlageneit Kandidaten den Antimodernistencid abgelegt haben, eine prinzipielle Bedeutung nicht mehr beimesscn werde": denn die grundsätzliche M'lehnung solcher ftanbibntcn, btc den Gib geleistet haben, würde das Einyehen der katholisch- theologischen Fakultät an der Universität (Freiburgs zur Folge haben. Die Regierung legt aber Wert auf den Fort­bestand dieser Fakultät.Sie betrachtet es als etnen Vor­teil, wenn die Studierenden der katholischen Theologie die wisscnschastlichc Vorbildung für ihren Berus auf derselben Hochschule erhalten wie die Studierenden der atideren ata- bemischen Berufsarten, mit denen sie in ihrem späteren Beruf zusammenzuwirken genötigt sind. Auch für die theo­logischen Professoren kann die Berührung mit den Pro-- sessoren der anderen Fakultäten, mit denen sie philologische, geschichtliche und anoere wissenschaftliche Interessen ver­binden, gewiß nur förderlich sein."

So haben also die beteiligten Regierungen sich s ü r den Fortbestand der katholischen Fakultäten und damit auch für Zulassung von Universitätslehrern, die den Eid geleistet haben, entschieden. Die Mehrzahl der deutschen dock sch ul lehr er dürste wohl auf dem entgegengesetz ten Standpunkt stehen. Tie Frage ist in der Tat außer- ordentlich schwer zu entscheiden. Gar manche Gründe lassen sich sowohl für wie gegen die Aushebung der katholisch- theologischen Fakultäten anführen. Der beschränkte Raum verbietet es, an dieser Stelle tn eine ausführliche Erörte­rung einzutreten; nur auf zwei wichtige Gesichtspunkte sei hingedeutet. . ., .

Daß der Modernisteneid die Fo r s ch u n g s f r e i h e i t beschränkt, läßt sich objek.iv dartun. Wer nun überzeugt ist, daß unsere Universitäten einer freien, vorurteilslosen Forschung zu dienen haben, wird alte, die sich durch den Eid gebunden haben, nicht als geeignet zur Mitarbeit an dieser Ausgabe der Universität anseten. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachten zumeist die Hochschullehrer die ganze

Die Reii)stagsu)at)len und die badische Kammer-

Karlsruhe, 1. Febr. In der Zweiten Kam^ wer wurde heute die allgemeine FinanzbespreckMig zu .Ende geführt. Die Redner aller Parteien lonstutierten die erfreuliche Finanzlage und betonten, daß weise Vorsicht auch in der Zukunft am Platze sei.

Im Verlaufe der heutigen Aussprache erNärte der so­zialdemokratische Abgeordnete Dr. F r an k-Mannhetm, daß auch im Reichstag ein Zusammenarbeiten der. Sozialdemokraten mit den Liberalen mögltch sein werde unter den gleichen Bedingungen wie in Baden: unter Er - Haltung der Selbständigkeit jeder politischen Gruppe. 2k Sozialdemokraten seien bereit, ihre Unterstützung zu lechen, wenn es sich um Durchsetzung liberaler Forderungen han­dele, wie Reform der Geschäftsordnung des Reich-stage-, eine gesetzliche Ministerveranwortlichkeit und Beseitigung der ungerechten Wahlkreiseinteilung.

Staatsminister Frhr. v. Dusch erklärte, daß die bür- gerlichen Parteien un Reichstag in sehr vielen Ttngen geg-'n die Sozialdemokratie zusammen gehen müßten. Ter Minister sagte in Beantwortung einer Anfrage des Abg Frank, daß die Regierung für ein Aus na ymeg im Sinne ganz besonderer Maßnahmen gegen die Arbeiter­schaft nie zu haben sein werde.

Am Schluß der heutigen Sitzimg erklärte Finanzmintster Rheinboldt, daß die badische Regierung nie cm Hehl daraus gemacht habe, daß sie die große Bedeutung bet Finanzreform trotz mancher Fehler m ihren Etnzel peilen, bie in der Ausschaltung ber Erbschaftssteuer und in der formalen Grundgestaltung ber Regierungsvor schlüge liegen, voll würdige und den großen Erfolg dank­bar anerkenne. Das Werk werde man trotz seiner Schwächen in Einzelheiten im ganzen betrachten müssen, pmat es in dringender Rot geschaffen worden sei, als man der Möglich­keit einer Lösung fast verzweifelte. Im Interesse bc- Reiches und der Bundesstaaten sei zu wünschen, daß sick

3m Reich der Wolfen.

Gießen, 2. Februar.

In dem hessischen Verein für L uf tschiffahrt (Ortsgruppe Gießen) hielt gestern abenb Privatdozent Dr A Wegener einen intcrefiantcn Vortrag über bas Rem; der Wolken, das zugleich auch das Reich des Luftscknssers genannt werten verdient. Im Licktbild zeigte der Vortragende em Profil teT Atiuofphärc. Die Wolkenschtckt erstreckt sich un al! gemeinen nur bis zur Höhe von 10 Kilometer: hier fckweben bie fehlen, aus Einkristallen bestehenden Federmolkchen. ^.te Zone, tee uns die Riederickläge bringt, liegt, noch weient ich tiefer bi» 2-4 .Eiloincter Höhe, lieber die,er schichte von 10 000 Meter beginnt mit iveiterer Erhebung die Zufammcmetzung der Atmo- fphäre sich langsam zu andern und in etwa 80 Kilometer befiehl bie Atmosphäre aus dem leickt brennbaren Wa'ierstoff. ^icfe Regionen zwischen 80 und 200 Kilometer sind der Litz der Stern­schnuppen und der strahligen Polarlichter.

In noch größeren Höhen über 200 Kilometer ist, >vre dc. Vortragende nachgcwiescn hat, cm nock) leuytercs GaS al^ *~Q|iei' stosi, das Geocoronium mit großer ^ickerheU un-unehmen. ^as Reick des Lustschisfers ist auf die uii>erste Lchichtc bis 10 Kilometer beschränkt. Zu seiner wissenschaftlichen Enorfchung gibt es im wesentlichen drei verschiedene Akethoden. An den aerpnautumen Observatorien Lindenberg, Hamburg und Friedrichshafen. iverten taglid) Drachen ausstiegc veranstaltet, deren '.Aariinalhohe bis etwa 7 Kilometer rcickst. Weiter kommen flieg tu ricr bnllonc in Frage, bie in einer bestimmten Höhe platzen und tallfdnrm- artig nur die Erde sallen ^Marimalhöhe 30 Milometcr. Um nicht zuletzt dient der Freiballon in hervorragend er ^enc zur Erforschung der Atmosphäre, ^.äring und Berion erreickten aus ihrer berühmt gewordenen Hochfahrt gerade die obere Oren,c des Wolkenniveaus in 10 Kilometer. Die ausgiebige Benutzung dieser Forschungsmethoden hat die Pbyttk der Wolken tn Kn letzten Jahren lehr gefördert. Man unterscheidet iwei gründ'üb­lich von einander zu trennende Wolkenformen:, die Schicht' und 5)aufenwolken. Erstere bergen für den Luftschiffer feine Gefahren. Ähre Oberflächen eignen sich gerate besonders gut für ruhige und weite Jährten. 'Tie Schichtwolken sind nämlick mein auch an Schichtflächen in ter Atmosphäre gebunden, bie kalte -uttsckichten »on warmem Lustwasser trennen. Hierbei tritt häufig die vorrn $>er Wogenwo11e auf. Wie Helmholtz tzachnnes, wird Änc Atmosphäre, ebenso wie die Wasserobersläche, in ^pettenbewe- egung versetzt, wenn über ruhige Luftschichten rasch jlicnenbe ^uft» nnasicn hinweggleiten: die Wellenberge dieser Lu'twogcn ottden Bie Wogenwolken. In zweiter Linie entsteht Wollenbildung durch ftuhleigente Luftströme. Tie hierbei gebildeten H a u f e n w o l k e n h'ind für den Lustsckifrer weniger harmlos. Immer aber werden idie starken Bertikalbevegungen in ber Atmoiohare, die nch dem iLuftfchiffer angenehm bemerfoar machen, eine große Ballastausgabc ! triorbern, durch bie eine ^.-rtürzunz ber Fahrtdauer einirut

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