Ausgabe 
1.8.1912 Zweites Blatt
 
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beim Heranbränqcn deS ahnungslosen Publikums wurde als nicht notroenbig unterlassen. M

Tie Tarne schildert bann die bekannten Vorgänge beim Einsturz der Brücke und fährt fort:

Tas Kurhaus und bie Cafes waren im Augenblick leer. .Tie Kapellen verstummten Tie Gäste, bie ihre Angehörigen auf ber Brücke vermuteten, stürzten dorthin und erkämpften sich den Durch­gang zur Brücke, die endlich abgesperrt war Ein Vater suchte lachend, dem Irrsinn nahe, sein Kind und lüftete bie xecfen bcr darunter LicgcnDcn, die gerettet waren, bis er unter einem kleinen Tuch die Leiche seines uindes fanb. Ein furchtbarer Zug bcr Geretteten, noch die Tobesangst auf ben Zügen, kam in kleinen Abstänbcn, in Tischdecken und geborgten Mänteln eingehüllt, trie­fend und sich kaum schleppend, bannst, mit zerrissenen Haaren durch die entsetzte Menge Tas Betragen der Angestell­ten des Kurhauses brachte die empörten Zuschauer bemahe zu Tätlichkeiten. Zwei Herren und Drei Tarnen, alle fünf eben noch dem Tod entronnen, in bunte Kaffeedecken gehüllt, suchen Unterkunft im Kurhaus, als dem nächsten der Häuser an der LanDungsbrücke. Es wird ihnen die Antwort:Dir können sie nicht ausnehmen, es ist alles besetzt."Zn irgend einen Saal" ruit es aus dem Publikum. Tas yeht nicht, da ist heute R ä u n i o n." Ta erreichte aber bie Empörung des Publikums den Gipfel, und es brach den Verunglückten selber durch bie An­gestellten Bahn, um "ihnen endlich das Tach zu erzwingen. Ein ähnliches Erlebnis hatte ein Herr, bcr gerettet war, wassernast, in einen Mantel gehüllt, die Brückenbarriere passierte, und bcr nicht burchgelassen werben sollte, weil er keinen Groschen bei s i ch hatte. Sein Gelb steckte im nassen Anzug ober in bcr See. Tas alles sind gerade keine ehrenvollen Denksteine für die Verwaltung des Lstsccbabes Binz.

Auch in bcrVoss. Ztg." war zu lesen gewesen, das; nach dem Unglück am Brücken eingang noch Groschen er­hoben worden seien._____________________________________

Au» Stafct uttö £atiö.

Gissten, 1. August 1912.

♦♦ Aus dem Militär-Wochenblatt. Gar- nisonverwaltungs-Jnspektor Hoffmann in Halberstabt würbe als Kontrolleführer nach Giesten versetzt Dem Zahlmeister Welsch vom Znsanterie-Regiment Kaiser Wil­helm (2. Hess.) Nr. 116 wurde der Titel Lberzahlmeister verliehen.

* Der letzte diesjährige badische Ferien­sonderzug wird von Gießen am 15./16. August 3.31 Uhr nachts abgehen. Tie zu diesem Zuge erhältlichen ermäßigten Fahrtarten nach Karlsruhe, Baden-Baden, Frei­burg, Basel, Triberg, Villingen. Schaffhausen und Kon­stanz gelangen vom 5. bis einschl. 11. August zur Aus­gabe. Die wahlweise nach mehreren Stationen gültigen Fahrkarten können ab Offenburg auch zur Fahrt mit ge­wöhnlichen Zügen über die hochinteressante Schwarzwald­bahn verwendet werden.

** Königlich Preußische Klassenlotterie. Tie Erneuerung der Lose zur 2. Klasse der 227. Lotterie must mit Vorlegung der Lose 1. Klasse spätestens bis zum 5. August abends ti Uhr geschehen sein. Auch müssen Die Freilose zur 2. Klasse gegen Rückgabe bcr Gewinnlose 1. Klasse bis zum vor­erwähnten Zeitpunkt eingesordert sein.

Landkreis Gießen.

? Lang-Göns, 31. Juli. Am Sonntag, 4. August, sollte dahier ein Missionsfest ftattfinben, muß aber wegen der weiteren Verbreitung der Maul- und Klauenseuche aus- follen. Im Vor- und Nachmittagsgottesdienst in der Kirche wird jedoch ein Missionar sprechen.

-m. Hungen, 31. Juli. Die von der Firma Lolat- ölicBen in Beton erbaute neue Brücke am unteren Aus­gange der Stadt ist nunmehr soweit fertiggestellt, daß sie dem Verkehr übergeben werden kann. Sie ist mit den beider­seitigen Platten-TrottoirS etwa 8 Meter breit. Die Brücke, auf der jetzt bequem zwei Fuhrwerke gleichzeitig passieren können, entspricht nun dem heutigen Verkehr und mit ihr ist einem lange Jahre bestandenen Uebelstande abgeholfen. lieber ein ungewöhnlich starkes Auftreten der Wespen wird in diesem Jahre allenthalben geklagt. Tie lästigen Be­sucher kommen scharenweise biS in die Behausungen.

b. Kesselbach, 30. Juli. Unsere Kirmes findet am 1 8. 91 n g u st statt.

Kreis Büdingen.

w. Büdingen, 29. Juli. lSchössengertchtSsihnng) Ter Zimmermann B. V. von Welnljaar und der Melzgcrgeselle I. H. von Wolf werden wegen Uebertrctung der Nadiohr-VerkehrS- Lrdnung je in eine Geldstrafe von 1 Mk. ober je 1 Tag Hast ver­urteilt. Ter Handelsmann B Seb in. von Kilianstädten wirb wegen Betrugs als nicht hinreichend überführt von Strafe und Kosten freigesvrochen. Ter Maurer B. T. von Marborn wird wegen BctrngS in eine Geldstrafe von 3 Mk. ober 1 Tag Gefäng­nis verurteilt. Tie W. E. Ehefrau und bie F. R. Ehefrau, beide von Eckartshausen, werben wegen gegenseitiger Körperverletzung in folgende Strafen verurteilt: a) die E. zu 6 Tlf. ober zwei Tage Gefängnis, b) bie 91 zu 3 Mk. ober 1 Tag Gefängnis. Ter Taglölmer 91. H. von Hainchen, z. Zt. in UntersuchnngSbast, wirb wegen Lanbstreicherei zu einer Woche Hast verurteil.'. Aach vor- düst ter Stra c erfolgt U berweisung an die Lanbespolizeibehörde. Tic Taglohner H. M. und W. Et, beide von Hauigrünbau, werden wegen gemeinschaftlicher vorsätzlicher Körperverletzung mittels gefährlicher Werkzeuge in folgende Strafen verurteilt: n) M. zu 3 0 Mark oder 6 Tage Gesängnis, b St. zu 50 Mark ober 10 Tage Gefängnis.

(6) Echzell, 31. Juli. Am letzten Sonntag veranstaltete bie Ortsgruppe Ober Hessen des GriZfon-Klubs ihr Pro­mi lienfeft. Mit ihr war das 3. Preistontauben- schießen verbunden. Am Morgen versammelten sich die Schützen, etwa 20 Herren. Jedem 3drüben wurden 20 Tauben geworfen. Es standen 10 Ehren preise, »nm grvszcn Teil von Mitgliedern gestiftet, uir Verfügung des Richterkollegiums Ter erste Preis wurde mit 17, bcr 2, 3., 4. unb 5. Preis mit 16, der 6 , 7. und K Preis mit 15, der 9. Preis mit 14 und der 10. Preis mit 13 Treffern vergeben. Am Rachmittag fand Preiskugclschießen bcr Tanten stakt Auch hierbei waren die Leistungen ganz vorzüglich. Tic vier vrackttvollen Ehrenpreise wurden mit 32, 28, 27 und 27 Ringen erbeutet Außerdem wurden von den Tamm eine Anzahl Ehrenscheiben hcrausgeschossen Rach BccnDigimg des Schießens sand in den, in einen Tannenwald umgewandelten Räumen des Restaurant Sehbolb Preisverteilung und Konten statt Letzteres wurde von den Mitgliedern des Eck zeller Musikvereins vorzüglich zu Gehör gebracht Reden und ein Tänzchen trugen viel dazu bei, die vorzüglickfe Stimmung noch zu heben.

Kreis Alsfeld.

/\ 91 n 9 dem Ohmtal, 31. Juli. Eine solch vor- treffliche Kornernte wie die jetzige haben wir während beS letzten Jahrzehnts nicht gehabt; gegen die vorjährigen Erträge wirst sic jetzt die dreifachen ab. Sie nähert sich nun ihrem Ende, ist aber auch schon größtenteils eingefabren worden. Die Kornhausten standen in einer Zahl im Felde, wie man sie so nur in der Wetterau sieht. Dabei sind Stroh und Körner gleich gut ausgewachsen. Da der Fruchtsegcn dre Scheitern füllt, so muß das Korn gleich gedroschen werden. Die Daiupfdrefchmasch.nen beginnen schon ihre Tätigkeit. Hoffentlich geht nun in Bälde der hohe BrotpreiS zurück.

Kreis Friedberg

W. Bad-Nauheim, 31. Juli. Das letzte Künstlerkonzert der Großh. Kurkapelle -Winder- stein-Orchester) unter Mitwirkung des Hofopernsängers Paul Seidler-WieSbaden wurde von Eduard M o e r i ck e, dem Kapellmeister vvm Deutschen LperiE)aus, Berlin^Lharlottcn- burg, geleitet. Es gelangten Liszts sinsonische Dichtung Tasso lamenw e Irionfo" und Beethovens Leonoren-Luver- türe Nr. III zur Aufführung. Sic gab Gelegenheit, die eigenartige und feinsinnige Eyarakterisierungslunst des Di­rigenten au bewundern. Das volle Haus dankte mit reichem Beifall. Hofopernsänocr S c ib (er, ein klarer, ansprechen­der Tenor, fand für die Wiedergabe Schumannscher Lieder und der Gralerzählung aus Lohengrin sehr freundliche Auf­nahme. Das nächsten Samstag, 3. August, stattfindende 5. Künstlerkonzert verspricht wieder sehr genußreich zu werden. Die Leitung hat Professör Hans Wind er­ste in und der mitwirkende Solist ist der hessische Hof- tonzertmeister Gustav Havemann, der bekannte vorzügliche Violinist. Er wird das Brahms-Konzert in T-dur sowie das Mozart-Konzert in A-dur, beide mit Begleitung des Orchesters, zu Geyör bringen. Tas Orchester spielt Mendels­sohns Ouvertüre zumMärchen von der schönen Melusine" und Mozarts Ballettmusik aus der PantomimeLes petits riens".

Hessen-Nassau.

X Hanau, 31. Juli. In der vergangenen Nacht hat sich hier die bei einer Beamtenfamilie in Stellung be­findliche Erzieherin Antonie M a t t o aus Leipzig aus dem Fenster ihres Wohnzimmers aus die Straße ge­stürzt und einen Bruch beider Beine sowie eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen. Der Beweggrund für die Tat ist unbekannt.

fc. Treysa, 30. Juli. Beim Baden in der Schwalm ertrank der Lokomotivheizer Schnickel von hier.

Das normale IDetter im August.

Unser meteorologischer Mitarbeiter schreibt uns:

Tic Welle, die der Gang der Temperatur im Jahreslaufe zu beschreiben pflegt, hat bereits ihren höchsten Scheitelpunkt er­reicht: bcr August steht schon merklich unter bem Zeichen bcs absteigenden Astes ber Temperaturkurve: ganz besonders gilt dies für bie Nacht temperakuren, bie infolge zunehmender nächtlicher Wärmeausstrahlung stärker zu sinken beginnen, sobald flarer Himmel sich einstellt. Tie mittlere Tages temperatur beträgt in den Ebenen Mitteldeutschlands am 1. des Monats normalerweise 18 19° und sinkt bis zum 31. auf 1617°. Auch die Nach- mittagswärme zeigt einen ähnlichen Rückgang von 2425° auf 2223°. Für die Nacht betragen die entsprechenden Tempera­turen 1314° unb 1213°. Im August sind die Wärme­unterschiede zwischen Ebene und Gebirge schon merklich geringer als im Juni und Juli, denn die Wärme hat sich allmählich auch den hölfereu Luftschichten durch Mischung und Leitung mitge- teilt. Dieser Ausgleich der Tcmperaturgcgcnsätzc zwischen dem Erdboden und den höheren Atmosphärenschichten ist im September noch vollkommener. Nachts kann es schon häusig vorkommen, baß bie Berge wärmer als bie vom Bodennebel bedeckten Taler sind, eine bei klarem Winterwetter regelmäßige Beobachtung. Im allgemeinen kann der August noch viele heiße Tage (Tropentage mit über 30° Wärme, bringen, wie wiederholt im vorigen Jahre. Auch 1892 am 18. August stieg bie Wärme auf 3637° an. Dagegen lassen bie Nachttemperaturen schon bcutlich ben Einfluß ber zunehmenben Wärmeausstrahlung erkennen. Ein Sinken ber Temperatur auf 5 unb 6° unb noch tiefer in ben frühesten Morgcnstunben ist besonbers zu Ende bcs Monats eine normale Erscheinung. Ja Reif kann in exponierten Tallagen leicht vor­kommen. Daher sind bie Tagesschwankungen bcr Temperatur auch noch recht groß unb betragen im Mittel etwa 10° wie int Juli. Im Sept, sinken sie aber bereits auf 9° herab. Die größte Tagesschwankung von 20° würbe am 8. August 1859

beobachtet. Die mittlere Monatswärme beträgt im Rhein- unb Maingcbict unb am Ranbc bes Taunus runb 18° im Tages- burchschnitt, 24° im nachmittägigen unb 14° im nädttlidien Mittel Das Sinken ber Tempcratltr ist in ben ersten 10 Tagen bcs August noch unbebeutenb unb wirb erst in ber zweiten Hälfte stärker. Eine außerorbentlich hohe Temperatur hatte ber vor­

jährige August. Eine ähnliche Hitze brachten bie Jahre 1857 und 1859 mit 26 Sommcrtagen. Dagegen war ber August 1896 so kühl, baß selbst im warmen Maingcbict kein einziger Sommer­tag zustanbc kam.

Bezüglich seiner Bewölkung ist ber August in vielen Gegenben Mittclbeutschlanbs bcr heißeste Monat bcs ganzen Jahres: nur bie Hälfte des Himmels ist im langjährigen Durch­schnitt mit Wolken bebeckt. Ein sehr trüber August herrschte im Jahre 1882, ein sehr heiterer 1898 unb 1911. Auch 1886 war bcr Augusthimmel sehr klar, außerorbentlich trübe aber 1897. Die Nebel Häufigkeit nimmt allerdings zu, boch pflegen diese morgcntlicheii Strahlungs- unb Talncbel bei höher fteigenber Sonne sich halb aufzulösen.

Entsprechenb ber geringen mittleren Bewölkung ist auch bie Nieberschlagsmengc gering, ganz besonbers im Vergleich zum normalen Juli, bcr ja in uuferer Gegenb von allen Monaten bie größte Regenböhe zu bringen pflegt. Frankfurt hat als nor­males Mittel ber Jahre 18571907 eine Regen höhe von 59 Millimeter gegen 73 Millimeter im Juli. Natürlich schwankt bie Regenhöhe stark nach bcr Orlslagc unb steigt mit zunehmender Höhenlage bcs Landes. Jür Hessen gelten im 10jährigen Durch­schnitt svlgenbe Nicbcrschlagslwlrcn in Millimeter (nach ben Be­rechnungen des Großherzoglichen Hydrographischen Bureaus in Darmstadt>: Worms 73, Oppenheim 65, Mainz 62, Alzey 66, Bingen 54, Walb-Mickxldach 106, Bensheim 86, Gernsheim 76, Felsberg 105, Groß Gerau 63, Langen 79, Darmstadt 76, Beer selben 103, Groß-Umstadt 79, Ottenbach 17, Schotten 89, Bab- Salzhausen 71, Grünberg 76, Lich 70, BadMauheim 61, Fricb berg 60, Herchenlmin 101, Gebern 99, Bübingen 88, Vilbel 64, Gießen 56, Herbstein 89, Alsfelb 62 Millimeter.

Ter vergangene Juli war sowohl in seinen Tempera tu r- aG auch in seinen Regenverhältnissen dem vorjährigen sehr ähn­lich. Auch die allgemeine Druckverteilung auf bcr nörbHdxm halbkugel zeigte denselben Typ wie im Vorjahr. Ein außer - orbcnilid) beständiges Hochdruckgebiet überlagerte bas Festlanb Europas unb erwies sich als ein Teil bes staubigen Awrcnhodis. Das mußte roieber übernormal warmes unb trockenes Wetter im Infolge haben. Nur vom 30. Juni bis 6. Juli lag in ganz Teutfd'lanb bie Mitteltemperatur bieses Zeitraums unter dem Normalwcrt, meist im Betrag von 02 Grab. Nur Trier hatte eine über 3 Grab nicbcrc Temperatur. An allen anderen Tagen lag die Temverattir dagegen 23 Grad über bem Normalwert. Nachflebend feien bie Temperattlrabweidmngen für bic nnduigftai f?rte mitgeteilt (4- zu warm, zu kühl». 713 Juli Frankfurt a. M. -2.7, Aachen 3.1, Magbeburg 3.1, Bremen 4 5, VerUif 4.1, Breslau 2.9, Memel 1.6 Grab. 14. 20 Juli in derselben Reihenfolge^: 0.7, 1.3, 1.6, 1.9, 3.2, 17 3 1 Grab 21 2 7. Juli: 0.5, 0.6, 1.3, 1.6, 2.3, 0.9, 1.4 Grad. Atter

Ding< kamen so extrem höbe Temix*rahirvn wie im Vorjahre nickt zur Entwicklung. Vom 3. Juni bis 6. Juli erreichten die Maximal- temperoturen in Mittel- unb Sübdeutscklanb knapp 25 Grab nictrt am '> Juli . nur in Ostbeutfcklanb wurden 27 Grab er- reicht. Ader bereits am 12. stieg Die Wörme in ganz Teuticklanb diesmal mit Ausnahme Ostbeuiichlcmds auf über 30 Grob an ?iCnu k ^niveratur von allen Stationen hatte Trier mit 14 Grab am 13 Juli Aebnlick lagen bie Temperaturverhältniss. voni 11 20. Juli, bie Vockstwarme trat meist am 17. unb 18 rin

ctwfl. kühler war bic Pcrwbe vom 21 27., bas Maximum

mtt nahe 30 Grad nel im Venen auf den 25 Juli

Audi bie Rcgcmällc ivaren m ben meisten Gegenden zu gering r.od) gingen besonders in Sübbcutfcblahb (am 20. unb 21.

außerorbentlick bringe (Mthttcr nieder, btc große Regen liefe- Tock dürften diese iahen Niedericklöge sehr raick ben F| zugeführt worben sein, ohne nachhaltig ben Boden zu befeu Denn überall klagt man über große Bobenlrockenbcit. ' folgende Regenmengen wurden vvm 130. Juli gemessen: bürg 47 (), Memel 111 I), Berlin 20 - , Metz. 3rai 37 (), Karlsrulw 83 (+', München 148 , Paris

Dien 119 ( zu trocken, -r zu seuck: In einzelnen Okgi Memel, Berlin kommt bic Dürre bcr vorjährigen fast c Memel batte nur 4, Frankfurt a M. 7 Regentage auizuw Auch dieser Sommer steht ausgesprocken unter bem 3cieben Trockenheit.______________

Gießener Strafkammer.

Gießen, 30. Juli.

Der Beamte der Sittenpolizei.

Degen Amtsanmaßung würbe bcr Schneiber K. B von Gi, zu einer Gelbstrafc von 25 Mark, welche im Jatte ber Uw brmglichfeit mit 5 Tagen Gefängnis zu verbüßen ist, ,'onne bic Kosten des Verfahrens verurteilt. Er hatte fick am R.

9. Juli 1912 bem Stubiercnben H. I unb seiner Begleit/ gegenüber als Beamten ber Sittenpolizei bezeichnet, bcr im 'Lb sophenwald auf bie LicbcspärcHen acht zu geben habe. Tic 3i kämm er nahm an, baß er bas Delikt begangen Habe, um Trinkgelber zu verschaffen. Bei ber Strafzumessung fiel die | Herige Unbestraftbeit unb bas sofort abgelegte Geständnis . Angcttagten strafmildernd ins Gewicht.

Wegen Körperverletzung im Amte

wurde der Lehrer L. A. von Glashütten unter Zubilligu^ mildernder Umstände zu einer Gclbsttase von 75 Mark d«. urteilt. Er hatte eine Schülerin, bic vom Armenamt in Offen, bad) a. M. einer Familie in Glashütten zur Erziehung über, geben war, in einer Weise mißhandelt, die sich als Hebe. .. schreitung seines Zuchtigungsrechts darstclltc.

Wegen Beleidigung eines Gerichtsvollziehers^ war bcr Angeklagte, Kaufmann E. H. S- von Bellmuth, vem Schöffengericht in Ortenberg zu einer Gelbstrafc von 25 AiHD verurteilt worben. Trotzbem er eingestanb, bie bclcibigenbcn A». gerungen getan zu haben, hatte er Berufung eingelegt. Tic; würbe als unbegrünbet zurückgewicsen.

Wegen schwerer Körperverletzung, begangen an seiner Ehefrau, war bcr Angeklagte I. S. ln|] Schlitz vom Schöffengericht in Schlitz zu einer Gefängnisstr^r von 4 Wochen verurteilt worben Die Strafkammer eradÄl biefc Strafe für burckaus angemesfen unb wies bie Berufung ! Angeklagten als unbegrünbet zurück.

Wegen fahrlässiger Gesangenenbefreiung, . würbe ber Gesängniswärter A. D. von Vilbel, bcr burrf) unvov sichtige Aufbewahrung eines Gefängnisschlüfscls bas EnttvrichW eines Gefangenen ermöglicht hatte, zu einer Gelbstrafe von 75 9v|: verurteilt.

Ein Heiratsschwinbler.

Wegen Betrugs im wicberbolten Rucksalle würbe bcr Sehnlich D, Z. aus Wiese, ber zurzeit wegen bes glcidien Bcrbrecbent in Hersorb eine Gefängnisstrafe von einem Jahr zu uerbüfri 1 hat, zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr unb brri Monate, Gefängnis verurteilt. Er hatte bic Zeugin M. S. von Cbtv Wöllstabt durch Vorzcigen cints Rettamc Tmlsendmarksdicins, die Vorspiegelung, er sei Obermontcur, unb bas Versprechen da Ehe veranlaßt, ihm Gelb zu leihen. Strasmilbcrnb kam in Vc tracht, baß bic Betrogene nur um einen geringen Betrag qc schäbigt worben ist.

Von bem Vergehen ber Milchfülschung hatte bas Schöffengericht in Schotten bie Angeklagte E. 3. frei- gesprodnm. (Segen biefc» Urteil hotte bie Staatsanwaltschaft Be- nrfung verfolgt. Die Berufung würbe unter Abänderung bcr schösfengerichtlichen Kostenentscheidung im übrigem als unbcgrM> zurückgewicsen.

Wegen Verbrechens wider die Sittlickkeit wurde der 14 jährige Volkssckuler K. A von Stockheim zu rinn Gefängnisstrafe von 2 Wodym verurteilt. Degen des 'fugend. lid)en Wters des Angeklagten, seiner vernachlänigten Erzichmq unb seines unumwunbenen Gestänbnifses beschloß bic Strafkammer, ihn zur bebingten Bcgnabigung zu empfehlen.

Landwirtschaft.

BesichtigungaußcrhessischerGcmüsebaub^ triebe. Tie Landwirt fckaftska in mer für bas Groh Herzogtum Hessen will ben Hessischen G-müsezüchtern Ari legenheit geben, sich einmal den bedeutenden und altni Gemüik- bau von Bamberg unb Würzburg nebst UmncbuM anzusehen. Sie veranstaltet baher bei genüg en der Beteiligung am 16. unb 17. August eine Besichtigungsrrise dorthin unter Führung von Obst- unb Wrinlmuinfp^-ftor Psemer-Tarmnadt. t Bayerische Jachleute stehen bereitwilligst zur Verfügung. Tic Ad-t fahrt erfolgt am 15. August mittags 11,37 Uhr ab Tarmsradt, k bie Rückfahrt am 17. August abend.', baß bic meisten Teiln Inner ' noch an bicsem Tage ihren Wokmott erreichen können. Ar- sickitigt werben Gemüsekulturen in Würzburg, Vrilshöckbeim, Etwashausen, Albertshofen, Baicrsbors, Esieltrid) unb Bamberg, darunter auch Frühgcmüsckulturen. Tie Teiln. Inner wollen sich» bis längstens 10. August bei ber Lanbwirtsd»itskammcr, 9ibcn* straße 34, melben, worauf ihnciz weitere Miurilung zugehen rvir>

vermischte».

kf. Vom Wäsckermabel zur Primabonna. 3cif einigen Tagen hat Lonbon eine neue Sensation: frrau Ami Slwrwin, eine bekannte englische Sängerin, hat in bem '.Irbntc rinnendror ber Lonboncr Vorstubt Elcrkcwvctt ein Wäschermädrl cntbeckt, bas burch seine gcrabem außergovöhnlich schon unb volle Stimme nach ihrem Urteil ,prr Primadonna geradezu proben- niert ist Wie Fräulein Louisa McEuin. bi jetzt 24 Jahre rilrtt, überhaupt dazu gekommen ist, einem Gesangverein bei'.uneten, laufet wie eine Romanze. Bor nicht allzu langer Zeit erfdnen vor der Wäscherei, in ber Prräulrin Louisa sich mühsam ihr täglickks Brot herbiente, ein alter Geigenspieler, ber einige Weisen herunter- liebelte. Die Mäbchen baten ihn, auch ein Lieb zu spielen, und begleiteten ihn mit ihrem Gesänge. Aber, nur eine au.' b* Sdxir sang zu Ende, und baß ivar Louisa McEuin: bic andere» batten in großer Bewunderung aufgehört und lauschten nnbdtM den Tönen, bic aus Louisas Kehle hervorauollen. Als bas Li», zu Enbe war, trat brr Greis mit Tränen in ben Augen aut das Däschermöbcl zu unb mit einigen Worten stammelte er, bah n eine solch schöne Stimme nie in seinem Leben gehört habe.Uw ich verstehe etwas bavon, glaube cd mir, mein Kind!" So fd>loi ber Greis sein Sob. Louisa aber nahm sich ben Rat des.llnu ihre Sitipmc weiter auszubilden, zu Herzen, trat dem Ardcitv' rinnenchore bei, wo sic selbstverständlich fofort ben Lener « Begeisterung versetzte. Tiner stellte sie ^rau Amy cbernni vor, bic dann auf einer Abcnbgescllsd>aft vor einer Reibe n* kunitverstönbiycn Gästen bas Wäschermädel fingen ließ. Unb ailf nxrren hingerissen?^ Im Nu waren bic Mittel gezeichnet, * tj ermöglichen, bas; Fräulein Louisa ihr Waschfaß verlassen nr> Gesangsunterricht nehmen kann. Eine Reihe uamhafter Künstle unb Künstlerinnen haben sich angcbolcn, Jröulein Louisa umsonst weiter zu bilden.

kf. Welche Stadt bat ben stärksten Verkehr' 3n allen GrotzUädten ist in den jüngsten Jahrzehnten der febr ganz ungeheuer gewachsen, unb man l e kommt einen BegnN von Innern Umfange, wenn man fich die Beben fung bcr Zadle» vergegenwärtigt, die basStraub Magazine" über ben tM* bernen Gromtabwerkehr veröffentlicht In London erm® er feine größte Höhe auf dem kleinen, im Herzen bcr Eitn belegene« Platze, an dem die Börse, die Bank von Englanb unb ba-> Äausto» poinc liegen, lieber diesen Platz flutet fünf unb einen halben Tfl8 in Der Woche, nämlich von Montag früh bis Samstag miuags, in bem Zeiträume von zehn Tagesstunden ein Strom von einer