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1.5.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

162. Jahrgang

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Lin Mahnwort an die Beamtem und Cehrehchast.

Aus Beamtenkreisen schreibt man uns."

Eine unzcitiac Hervorkehrung von Sonderinteressen übertriebene Agitation für Beseitigung von an»

namentlich bei Zusammenstössen zivischen Mitgliedern der Armee und Personen außerhalb derselben, ivcnn durch eine Aende- rung dcr Gcietzgcl> ung der Schutz der persönlichen Ehre wesentlich verstärkt worden ist. D"

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DieSiebener ZamillendlStter- werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beig*legt, bal Krtiiblgti für den Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirlschaltUchen Lett' fragen" erscheinen monatlich jroeunaL

die die

Aus StuSt unS Land.

liegen, 1. Mai 1912.

** I n der P o ft t a r t e n w o ch e, die die Großher zogin im Juni zum Besten der Mutter- und Säuglings sürsorge veranstaltet, werden Ansichtspostkarten und Woyl- ,ahrt-,wiider zum Verlauf gelangen. Tie Wohlsahrtsbilder bringen neue Aumahmen des Großherzogs, der Groß­herzogin, der Groober^oglichen Prinz.n und eine Gruppen- auinaijme der Grotzh. Familie. sie haben die Größe rj: 2 i, sind mir einem geschmackvollen Passepartout versehen und eignen lich besonders zu Geschenken, zum Zimmerschntuck, Laöendckora^ion und dergleichen. Dieselben Ausnahmen werden als Ansichtsposttarten in Bromsilberdruck herg.stol.t und vertrieben. Außerdem werden AnsichtS- postrartcn hesstscher ^anbfdja।tcn nad) für diesen Zweck zur Leriugung stehenden Bildern unseres Landsmannes Eugen Bracht verlaust werden.

so doch zugegeben worden. Ihrer Lösung näher kann sie aus dem prallischen Biege ge,üyrt werden, den die Armee 1897 eingeschlagen hat.

Nach turzcr Aussprache beschloß der Ausschuß, in

Redaktion. Expedition unb Druckerei: Schul- (träfet 7. ErvediNon und Verlag: esS 6L Rti>artion:e^ll2. Lell-Adr-'AnjeigertLiefeen.

Protestversammlung der hessischen vrenner gegen die Beseitigung des branntweinkomingentz.

Unter dem Vorsitze des Landtagsabgcordneten B ä h r hielten die hessischen Brennereibesiyer eine überaus stark besuchte Ver­sammlung zu Frankfurt a. M. ab, in der einmütig Protest gegen. die Abänderungsanträge zum Gesetzentwurf bctr. die Beseiti­gung des Branntwein ko ntrngents erhobelt wurde. Direktor F r o h m a d e r - Berlin führte in einem erläuternden Vortrage die schweren Schädigungen vor, die die hessischen Brenner treffen, wenn der Entwurf tue Gesetzeskraft erlangt. Ter Gesetz­entwurf will durch besondere Vorschriften die SUcinbrcnnereien konkurrenzfähig erhalten, dagegen werden die Betriebe mit 10 bis 3Q0 Hektolitern Jahresproduktion in ihrer Existenz bedroht, viel» letcht auch zugrunde gerichtet. Ten Vorteil genießen dann nur die Großbetrieoc und die Brennereien der süddeutschen Reservat­staaten, zumal bteien im Gesetzentwurf die bisherigen Herstcllungs- bedingungen gewährleistet werden. Hessens Brennereien, deren es ja meistens solche mit 10300 Hektolitern Jahreserzeugtmg sind, würden also von den norddeutschen Großbetrieben und bett bevorrechteten süddeutschen Brennereien einfach existenzunfähig gemacht.

Nach eingehender Aussprache, an der iid) vor allem die Herren Lucke- Frankfurt, Alles- Niederflorstadt, Fritsch- Tilshofen, Walther-Lengseid, -Jakobi-Utphe, Bolz- Groß-Bieberau und der Vortragende beteiligten, wurde ein aus den Eefonomieräten Lucke- Frankfurt, Fritsch Tilshosen und W a l t h er - Lengteld bestehender Ausschuß gewählt, der in den maßgebenden Kreisen Berlins die Wünsche der hessischen Brennereibetttzer vertreten soll. Taraus nahm die Versammlung solgende Entschließung einstimmig an:

Ter vorliegende Gesetzentwurf bctr. Beseitigung des Kontin­gents wird.'wenn er in seiner jetzigen Fassung Gesetz tvird, die hessischen Brennereien zugrunde richten. Tie Versammlmig stellt deshalb das Verlangen, der hohe Reichstag möge das Geietz ablehnen. Sollte dies nicht erreicht werden können, so wird beantragt, den § 5 des Gesetzentwurfes wie folgt zu fassen: Vor dem 1. April 1912 betriebsfähig her­gerichtete landwirtschaftliche Brennereien mit einer Jahreserzcu- gung von mehr als 10, aber nicht mehr als 300 Hektolitern Alkohol dürfen in einem Betrievsjahre die Menge Alkohol, die ihnen in 1908 als Kontingent zugewicsen war, zu der für dte süddeutschen Staaten gewährten Verbrauchsabgabc 5um Verbrauchsabgabengesetz von 117,50 Mark heritellen. Tie innerhalb des Turchschnittsbrandes mehr erzeugten Alkohol- mengeit unterliegen dem Abgabefaye von 125 Mark.

der heutigen Aussprache ist folgendes: Tie rechtsstehenden Parteien zeigen iid) geneigt, der Aufhebung der Liebesgabe ui zustimmcn, allerdings unter gewissen Mautelen zum Schutze des landwirtschaftlichen Gewerbes und unter Widerspruch gegen die weitgehenden süddeutschen Begünstigungen Von der linken Seite wurde dagegen mit besonderem Nachdruck hervorgehoben, daß, solange die Bestimmungen über den Durch schnitt s brand und den V er gällungs.zwang weiteren Bestand haben, die Aufhebung Zier Aontiilgentsspannung tatsächlich nur eine verhüllte indirekte Steuer in sich schließe. Einheitlich scheint die Auffassung zu sein, daß man bemüht fein müsse, durch besondere Bestimmungen eine SB Beteuerung des z u gewerblichen Zwecken dienenden Spiritus zu verhindern, da er sonst die'Konkurrenz mit dem Petroleum nicht aushalten könne. Es wurden Anträge angefünhigt, dahin gehend, daß ein Teil des Ertrages der Aufhebung der Liebes gäbe verwendet werden solle zur Aufrechterhaltung des der zeitigen Preises des gewerblichen Spiritus, sowie von anderer Seite, daß die Betriebsauflage nach oben ausgebaut und die Erträgnisse dieser Maßnahme auch verwendet werden sollen zur Festhaltung des augenblicklichen Preises für gewerblichen Spiritus.

einzelnen ist aus der Aussprache zu erwähnen:

^chatzsekretär Kühn wandte sich mit kurzen Worten gegen die bisher gegen die Vorlage erhobenen Einwendungen liin württembergisches Mitglied der Volksvartel schlug eine Er­höhung der für die kleinen und mittleren landwirtschaftlichen und LPstbrennereicn fli der Vorlage vorgesehenen Spannung von 7,50 Mark auf 10 Mark vor, während der Wortführer der konservativen sich gegen den Anspruch der Süddeutschen wandte und die Herabsetzung der Spannung bis auf eine Mark in Bor schlag brachte. Ter sozialdemokratische Redner bekämpfte den Entwurf durchweg: mit der Beseitigung der Spannung ist er einverstanden, über durch Herabgehen auf den niedrigeren Satz, nomit natürlich der Teckungszweck der Vorlage hinfällig würde. Ein nationalliberalcr Redner aus dem Osten verwies auf die außerordentliche Beunruhigung im landwirtschaftlichen Brennerei gewerbe und sprach wie der konservative Redner gegen die >ud-

ucuiidje Vergunnigung, deren Rechtsanspruch

schließt die schwersten ethischen Konflikte in sich. Sie kann nicht kurzerhand burd, den Gesetzgeber gelöst werden. Ties ist aud) von grundsätzlichen Tuellgegnern wiederholt wenn auch bellagt,

Mittwoch, Mak 1912

tetettenfbrud and Verlag ber vrühl'scheu Unnxrfitätl Buch- unb 6teinbmdcttL

81 Csnge, Dießen.

M.

Dessoft,

letztere Behauptung konnie er nichts als dessen angeblid) schlechte jinanzielle^ Verhältnisse * anführen Venn di? allerhöchste Crbcr den Tr. Sambeth zur Einreichung seines Abschiedsgesud).s ver­anlaßte, so hat sie oamit feinen neuen Grundsatz aus­gestellt, sondern das vertreten, was bisher in der deutschen Armee von jcl;cr geherrscht hat und noch herrscht und das bei den zahlreichen Tuelldecatten im Reichs.ag in teil Erklärungen meiner Amlsvorganger stets Ausdruck gefunden hat. Darnach steht die Tuellvcrweigerung in einem so scharfen Widerspruch zu den in der Armee und den rochen Kreisen darüber hinaus tat» fad)lieb herrsd-enden Anschauungen verletzter Ehre, datz Cfiijietc, die im gegebene» Fall den Zweikampf verweigern, in einen Gegen- satzzudenGrundanschauunge ns einer Kameraden geraten, der nid't ertragen werden kann.

Trotzdem sehe aud) 1 d) den Zweikampf a l s ein Uebel an und werde wie bisher mit allen Mitteln dessen Ein- s d? r ä 11 f u n g betreiben, wie dies meine Pflicht als Ktiegsminister ist. Eine gewaltsame Beseitigung ist aber nicht möglich. .Die allerhöchste Lrder vom 1. Januar 1897 weist den praktischen Weg, das Duell nach Möglichkeit einzuschränken. Infolgedessen ist dasselbe wegen nichtiger Ursachen aus der Armee überhaupt verschwunden. Ein voller Erfolg wird aber erst möglich fein,

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setzte heute die Wahl des Abg. Pauli Hagenoro, kons.), bei der es noch einige Protcnpunttc zu örü cn gut, von ihrer Tages­ordnung ab und begann die Prüfung der Wahl des Reid)stags- präsidcnten Abg. Tr. K a m p f. Er ist gegen den sozialdemo­kratischen Bewerber mit einer Mehrheit von neun Stimmen ge­wählt worden, und der Einspruch vcziept sich u. a. aur nach­trägliche Eintragungen in die Wählern..c. Einige stimmen von den neun Mehrnirnrncu hat der Ausschuß heute iur ungültig erklärt. Zu einer Entscheidung wird der Ausschuß morgen kommen und ooransiichtlich Beweiserhebung be­schließen. Auck) über die Wahl des Abg. Pauli soll der Beschluß gefaßt werden.

xic Brun tweinsteuervo laie.

Zugleich mit der Beratung der Wepcvorlagcn im ansschutz begann heute der besondere Ausschuß ratung der Branntwein st eueroorlage. Tas Ergebnis

-Wiz

essen und Umgegend ti mein Geschäft vom , seither langjähriger ei hier, verkauft habe.

it langen Jahren he­ft meinen besten Dank folger gefälligst über-

Verhandlung der Tuellsrage erst einzutreten, wenn Erklärung des Ministers im Druck vott.ege. Ter Ausschuß

pir-:

» (Violine)^ a- X; der M-

Ihr..

ötc den Zweck verfolgen, gute Wiusik zu mäßigen Eintritts» prelsen zu bitten, von Erfolg begleitet sein möge, terr ober enlipricht damit einer Anregung deS Aiusikp ä dag o- gischen VerbändeS, der durch solche Bolkslonzerle, die

beschloß, die Tueil,rage zum Gegenstand einer beson­deren Beratung zu machen. Von sozialdemokrati­scher Seite liegt eine Enrschrießung vor, wonach der Reichs- tanzler dem Tueliwesen dadurch ein Ende machen soll, daß jeder Lftizier ooer Milckarbeainte, der zum Duell heraus^ordert, oder eine Heraus«oroerung annimmt, oder sonst beim Duell mit.virtt, oder durch die Androhung von.Benachtei.iguugen irgendwe.cher Art einen Angehör,gen des Heeres zum Duell- zu veranlassen sucht, aus dem Heeresverbande entfernt wird.

Tie Wehrvorlagen.

Nach diesen geschäftlichen Avmau.uugen nimmt der Kriegs- m i n i 1t c r das Wort zu allgemeinen ^.anegungen über die m i l v t ä r i) dj c n Gesichtspunkte, aus denen die Vorlage ent­standen sei. Tie Mitteilungen, die er in diesem Zusammenhang Über die H^cressormationen der anderen eure- päischen Staaten maa,;, sino naturgemäß vertrau! ick». Es wird aber am Schlüße seiner längeren Ausführungen in Aus­sicht gestellt, bau ein Auszug daraus für was Protokoll und damit sür die DeffeittUd)teü zur Verfügung gestellt werden soll. Als bann auf die Ansrage des Ausschuß-Vorsitzenden kein weiterer Staats,elretar das Wort nehmen will, protestiert der Ver­treter der Volkspartei gegen bi-c Abwesenheit des Reichskanzlers bei einer so wichtigen Angelegenheit und wünscht wenigstens, daß der Vertreter der auswär­tigen Politik, Herr v. Kiderlen-Wachter, die Beziehungen Deutschlands zu den übrigen Großmächten skizziere. Daraus ergr.ift Staatssekretär v. Kider 1 en W ä ch t e r das Wort. Am großen und ganzen wiederholt er die Ausführungen, die schon der Reichs-, fatizler m seiner letzten Eiatrede uocr die auswärtige Politik und in «einer -Rede über die Wehtvorkage gemacht hat. Insbesondere betont er, daß die momentane politische Lage zu Besürchtungen und daher aud, zu Heeresverstärtungen an sid) keinen Anlaß gebe. Für das, was er im einzelnen dann über die Beziehungen zu den anderen Mädchen lagt, wird hernach Vertraulichkeit prollamiert. Erwähnt kann daher daraus nur werden, bay b i e Verhandlungen mit England ro e i t c r g c I) c n.

Nach diesen Tarlegungcn über die auswärtige Lage gab der Texaritstiientsdirektor im Miiegsminiitctium, Generalmajor W a n- b e l, (hläuterungäi zu den Einzelheiten der Militär­vorlage. Tataus begann die Aussprache, die durch einen Vor­trag des Berichter st atters, des konservativen Abgeordneten Edler Gans zu P u t l i tz eingclcitct wurde.

Tie Vertreter der b ü r g e r 11 d, c n Parteien, die dann ^um Wort kameii, ergänzten dte Bewelssührung des Staatssekretärs unb bes Ministers uoer bie Notwendig teil einer Heeresventärkung ned) bura, eigene Mitteilmigen. Ter Wortführer der Sozial-- demvlraten gab seiner besonderen Fr.ude Ausdruck üoer den letzt aud) von offizieller Seite anerkannten Wert der Jugend­pflege. An diesen Punlt Inupfien sich lungere Erörterungen, bei denen sich besonders der Woruuhrer der Vottspartei mit einer starken Empfehlung der Turnerei beteiligte. Im Verlauf der Aussprache, bie in der Hauptsache ö e r t r a u l i a> geführt wurde, nahmen aud) die Regierungsvenreter, insbesondere der Staats- fetretär des Auswärtigen Amts, roicbcrlrolt das Wort.

Ein frei) inniger Redner betonte u. a. Öic Bedeutung der allgemeinen Politik für die Gestattung der Wehroorlagen. Turd) die deutsche Waschrgefetzgebung würden nicht bie Sym­pathien des neutralen Holland, durch bie Norbmarkpolittk nicht die Tänemarls vermehrt. Ter Redner verwies auf die im vorigen Jahre vom Reichstag auf Antrag der Vottspartei beidjloiicncn Entschließung, bie bie Regierung aufiorbert, bie Initiative zu einer internationalen Verabredung über bie Ein- f d; r ä n 1 u n g der W e h r.a u s g a b e n zu ergreifen. Ter Kriegsminister äußerte sich u. a. zur Frage der Jugend­pflege, die gewiß sehr er.vunsdu fei; aber gegenwärtig würde an die Leistungen her Mannschaften solche Anforoerung.n gestellt, daß die körperliche Tftdstigleit nicht ausreid)e, sondern die mili­tärische Ausbildung hinzutreten müsse. Tte Aussprache'wird morgen fortgesetzt.

Zur orage oer M a n n sch a f t s l 0 h n u n g haben die 2o- zialdemolraten den Antrag gestellt, dte Erhoyung nicht nur um 6, sondern um 10 Pfg. pro Stopf eintreten zu lassen, und zwar fdjon zum 1. Cftober d. I.

Ter Wahiprufungsausschutz

Vom Zentrum wurde zu,m Ausdruck' gebradjt, baß eine Einigung der versdnedenen Interessen gcuinbcn werben müsse und geiunbcn werben könne. Ein nationalliberalcr Redner legte eingehend die Notwendigkeit des Sdmtzes des gcrocrblid,en Spiritus gegen Preiserhöhung bar. Der polnische Vertreter erklärte die Bereit^ jdjaft, an der Schaffung einer Einigung mitzuwirlen, obwohl er aus dem Boden der Aufrechterhaltung der Liebesgabe siehe: er gibt aber zu, daß sic nicht mehr zu halten ist. Von süddeutscher Seite wirb ber Anspruch der Reservatstaaken verteidigt

Am Schluß der heutigen Sitzung erklärte ein Redner des Zentrums, er bdjaltc sich vor, den Antrag zu stellen, daß der Ausschuß seine Beratungen abbredic, bis ber Bubgctansschuß über bie Wehrvorlagen entschieden hat. Ter Aus­schuß nahm hierzu nod) nid)t Stellung.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefjen

Aus Oen Keid}stüg$ausid)u|jcn. .

:: Berlin, 30. April.

Ter Krieg-mimster und der Fall Samb.th.

Ter B u 0 g e t a u s f ck) u ß des Reichstags begann heute He Beratung der Wehrvorlage n. Vor Einiritt in die Tagesoronung . gab siriegsminister v. Hee ringen eine Ertlärung zur Tuellfrage ab:

Der Abg.ordncie Erzberg er vezeichncte am 24. April bie über die Verabschiedung des Loerarzres Tr. Sambeth ergangene . llllerhechste Lrder als einenSchlag gegen das christlich. Volt". ! on der Erregung darüber gao ich meiner Erwiderung eine un­gewollt s d> a r f klingende Fassung, bie zu meinem JÖeöaucrn zu vielen Mißverständnissen Veranlassung gegeben hat. cd) habe niemals im Sinn gelpab», einen Herrn, der aus reinen t n d e ölen '.Vi 0 tivcn TueUgegner ist, als w e n 1 g c r ro ü r b i g UNzusehen. Zm habe den mir von Der Presse in den '.uiunb gclcgicn iüisdrnckpaßt nicht in die gesellschaftlichen Kreise", wie der Wiiibüd ui das untorrigierte Stenogramm zeigt, überhaupt nidn . getrauchr Zch iDürbc mich mit einer Herabsetzung dieser Gegner les Zweilampfes aud mit der aiigcgriifcnen Lrocr in ichrofscn hfezeiiiatz georaat habenl denn diese vertritt ja gerade den um kclehrien^Stanopuntt. Tas Ehrengericht der <oanttatsosfiztere ter L). Tivuwn hatte den Lverarzt Tr. Sambeth roegen Ver Ucung der Standcschre verurteilt und zum schlichten Abschied vorgeichiagen. Tie alierhödjste Lrder lehnt Demgegenüber die oEliäiiguitg des Spruches ab und betont in bestimmter Form, wiB eine 4.ucltbcrrocfgcrung aus religiösen Gründen nicht Gegen- land einer gerichtlichen Untersuchung sein könne, b. h. mit an Je reit Worten, daß hier überhaupt icinc unehrenhafte Handlung Jorhegc.

-sambeth hatte sich jebbd) mit der Begründung seiner Tuell- UUDeigCruiig im Gegensatz zu seinen Staiidesgciwsien gebrad)t. o«me Auftassung und Die meinte ich bei meiner Erroiderung , . llchselte Darin, daß er den Zweilämps mit seinem Beleidiger usici)iic in Rücklicht auf die guttiichen Gebote, Die mensd-tichen "5die logtsuie Vernunftlepre, feine Steilung als Faniili.n umers unb die Latisfakiionsumähigkeit seines Gegners, Für die

oeblfchen und wirklichen llngcredirigicitcn unb Härten scheint Die so sehnlichst erwartete Vorlage der Regierung über die Erhöhung der Beamtengehalte scheitern zu lassen räben denn die Beamten und Lehrer nicht die Einsicht, und nicht Die Selbstzucht, daß die so nötige möglichst schnelle Verabschiedung der Vo.rlage unmöglich ist, wenn mit ihr gll die zahllosen Sonderwünsche der einzelnen Beamten klassen erledigt werden sollen? Lder hält sich eine Be amtenklässc für so hervorragend wichtig, daß jetzt^ nur ihre Dünsche erfüllt, ihre Besck)werden abgcstellt werden müssen, die der übrigen aber bis zu der von der Regie­rung ja in Aussicht gestellten allgemeinen Besoldungs- orbnnng zurückgesept werden tönnen? Man wolle doch die ganze Frage als Geldfrage nüchtern behandeln und sich lagen:es wird uns jetzt eine Zulage von 154 Proz geboten, ist'S auch nicht viel, so doch etwas, wir nehmen es dankbar an, lieber heute, als morgen. Auf unsere Sonderwünsche verzichten wir deshalb iiiait", sie seien aber vertagt, bis bessere Zeiten kommen Tenn aud) der Staat kann nicht mehr geben, als er hat; die Regierung nidjt mehr Steuern foroern, als zurzeit durchsetzbar sind. Man lasse doch die so ernst in Angriff genommene Vereinfachung der Staatsverwaltung erst einige Jahre wirken, die »lassen fick) füllen. Auf die Tauer kann Der hessische Staat mit der Besoldung seiner Beamten und Lehrer hinter den anderen Bundesstaaten nicht zurückbleiben, will er nicht bie besten seiner Söhne in das besser zahlende Ausland treiben und damit eine Auslese nad) unten bewirken, die schließlich für das Ansehen des Landes, seine Gleid)wertig- leit in der Reihe der Bundesstaaten und für ßic ganze Entwickelung des hessischen Bottes von allergrößtem Sd)a- den sein muß.

Also: Annahme des Gebotenen und Vertagung aller Sonderwünsche. Es wäre Pslicht unb Aufgabe der Ver­tretungen aller Beamtengruppen, diese Parole, ehe es zu spät wird, auszugeben.

Ueberlegen denn die Beamten und Lehrer, die so eifrig bei einzelnen Abgeordneten hausieren gehen, nicht, bag sie vielleicht vielen Abgeorbneten eine wt.liommcne Hanb habe bieten, unter dem Deckmantel der Beamtenfreund- '(id-feit die ihnen unbequeme Vorlage zu Fall zu bringen? Es ist boch mindestens auffallend, baß man gerade aus Kreisen, denen man sonderliche 'öeaintenfrcunblidjicit nicht nachlagen kann, hört: es bestünden in der Beiolbungs orbnung so viele Ungerechtigkeiten unb Härten, Die durch bie prozentuale Erhöhung der Gehälter nod) verschärft mürben, bas müsse vermieden unb der Regierung die Vor­lage einer neuen BesOidungSorbnung angejönnen werben. Ist es nicht sonberbar, baß bie,e so sck)öu klingenden Phrasen gerade aus soldfcu Kreisen kommen, aus buten man sonst R ganz anbcrc 2d ne gehört hat ? Dar es in Hessen ober Usonstwo, wo die Rebe umging:Das, biefe Beamten H oder galt es Den Lehrern? , bie von und bezahlt wer­ben, wagen es, politisd) für unicrc Gegner zu arbeiten? Denen wollen wir den Brotlorb höher hangen."

Tie Beamienfchait muß einmütig obige Parole be­folgen unb sich fagen, bie Ungleichheiten uno Härten haben '_iüit so manches Jahr getragen, wir wollen sie nod) weiter tragen,- wenn uns jetzt also alb gegeben wirb, was bitter 9iot tut, eine ber- Steigerung ber Lebenshaltung a n - nähernd entspred;onde Zulage.

Wäre'die Beamten- unb Lehrerschaft einmütig in solcher . weisen Beschraniung unb Selbstzucht, so wäre bas ein ; viel nachhaltigerer Truck auf ben Landtag, als dieser an i unb für sich nicht mürbige Bittgang einzelner Gruppen k bei ben Abgeorbneten 4.ic Beamtenschaft ist in Hessen jj.Qnd) ein poetischer Faktor, mit dem jebe politische Gruppe * unb Partei rechnen mikß und rechnet, keine Partei wird «ofien als Gegnerin der Beamten auszutreten wagen; man »nehme den Abgeordneten deshalb die Rkögttchteit, unter I dem Deckmantel der Beamtenftirsorge bie wohlgemeinte utiD zurzeit einzig mögliche Voriage ber Regie- tung zu Fall zu bringen uno Damit bie Gehaltserhöhung auf Gon weiß wie lange zu verschieben. 9

Anfang!^

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