Ur. 57
Erscheint tL-Uch mÜ Aufnahme beS EenntegL
S
auf bcm
zwischen
die An-
unterschrielnüien Vertrag aufmerksam macht.
etwas al
P.
Er
Bo
die
tte „titftenet LamlllendlSNer^ werten bcm .Brotiger* »termal wöchentlich deigelegt, bal „Krchbtatl fti bte Kreis «letzen" iroetmal wöchentlich. Tie „Landwlrtlchaftllche» Lett- frage," erscheinen monatlich iroetmaL
Jntronner
ama »ehr.
Mg.
und 5. dS. Ni! - ,s. Empfang le t lniererhebstklip !arz.
erei treiS.
'"Meiste, -o.
lager? 13% x ehe Ar| lsten fRangs.
Donnerstag, 7. März 1912
RstaNon,druck unb Verlag ver Vrühllcheo Unteerfiräta - Buch, und 6tembru(fcctL 9L Senge, Dieben.
vorgeschlenkert wird Na. loenigstens bat man uns doch das einst obligate Gaze Ballettröckchen erspart, das stets die fatale Illusion erweckte, als ob cs die Lücke kachieren sollte, wo die untere, den Bewegungs-Mechanismus.enthaltende Körperhälfte an die obere — meist weniger Interesse erweckende — Hälfte angeleimt oder eingeschraubt wäre. — Um das Ballett, dessen „Idee" ohne weiteres aus dem Titel erhellt, bat Paul Lincke eine Musik hcrum-
Wahlkrcise _ ..
Mg. Dr. Osann (Ntl.^ Tie Klagen des Abg. Dr. ,rulda sind unbegründet. Es verkehren 46 Züge zwischen Frankfurt und Darmstadt, davon sind nur 5 beschleunigte Personenziige. 34 will aber insbesondere mich gegen die Ausführungen bev “ ' "isenbabnarbeitcr sind eine ganz be-
UW..X Eiienbahnarbeiter hat die Lerpflich rung, in den Eisenbahndienst zu treten. Wir haben cs in <vrant reich erlebt, zu welchen Folgen ein Eisenbahnarbeitcrureik fuhren lärm. Wir müssen totem Eiseubahnrninifter dankbar fein, dal; er seine Arbeiter nochmals auf den bereits bei ihrer Einstellung
*•%.
Redaktien. Expedition und Drackerel: €4ul« straße 7. Expedition und Vertag: 5L
Rrtattwir^-GOHL. Tel.-AdruAnzeigerGieben.
MU'""'
- Herbonr J •
ier d'c-. ., t am ■
d
schuldsweißen Beinen das Schwarzschen nicht lassen können. Un nötig, zu sagen, daß das große Publikum anderer Llnncht war und sich von der -?lpo:Heose der — ach so wahlverwanbten — Schaumwein- und Trikot-Industrie willig begeistern ließ: — „Mit den Füßen tapp, tapp, tapp — Mit den Händen klapp, klapp, klapp."
in welchen den Berkchrsverha ltni ssen entsprechende
M>g. B e st i'Ntl.) wünscht Berkehrsverbesserungcn Bahnhvf Osthofen.
Abg. Lang i3?tIJ fordert bessere Verbindungen Erbackr und dem zentralen Odenwald.
Abg. K o r c 1 l - Königstäbten (Fortichr. Vp.) bittet ... — stellungsverhältnisse der Schaftuer und Sdsaffnctanivärler zu verbessern Wünscht dann noch einige Berkehrsverbcsserungen, besonders zwischen Darmstadt Main;. Wendet sich dann gegen die Ausführungen des Abg. Dr Osann. Den Eisenbahnarbeitern soll kein Stteittccht zugebilligt werden, sondern sie sollen nur nicht zu Bürgern zweiter Klasse herabgedrückt werden.
Berladegeleise für den übrigen Güterverkehr einzulegcn und den sich fortgesetzt steigernden Güter- und Personenverkehr durch ein erweiterungsfähiges Bauprogramm Rechnung zu tragen, insbesondere die Möglichkeit der Vergrößerung des unzulänglick>en Empfangsgebäudes hierbei im Auge zu behalten, endlich allen in letztem, landespolizeilichem Prüfungstermin vorgebrachten Wünsche und Einwendungen zu berücksichtigen und zu beschleunigen."
Abg. K o r e l l - Angenrod (Bbd.) wünscht einige Bcrbesse rangen. Tie Arbeiter in den einzelnen Bahnmeistereien müßten gleichbezahlt werden.
Abg. Soh er r (Zentrum) wünscht, daß der Schnellzug 112 von Frankfurt auch in Dingen halte. Sodann spricht er noch einige andere Wünsch: aus.
Abg. v. Brcniano «Zentrum): Man hat Grund, sich über das Verhalten der Eiscnbahndirektion zu beklagen. Man ist der Ansicht, das; zwar für Preußen, aber nicht für Hessen gesorgt werde. Diese Ansicht mußte vvn der Regierung zerstört werden.
Tie Abg. Aul er (Ntl.), Friedrich (Bbd.) und Meißki (Bbd.) sprechen Spezial wünsche aus.
Abg. Bach (Ntl.): Der Verkehr nach Mainz leidet durch die Umleitung der Züge. Tic Leute fahren nicht nach Mainz, sondern nach Wiesbaden. Dadurch wird Mainz gcschädigt und eine
eilag'dti-8.^
Schilderungen des Südens und in dem wir einen Entdecker bei? bcutschen Natur, besonders Holsteins, lieben.
Die Bilder, die man dereinst von ihm rühmte, seine Land«, schäften aus der römischen Eampagna und dem Albanergebirge, die krissäische Ebene in Griechenland, sein Abend im Kloster Dusaco in Portugal — sie erfreuen nur noch durch ihre technische Virtuosität, aber Naturstudien, die er als Jüngling und als Mann in Tänemark, Jütland und Holstein malte, sind durch die Schlichtheit und Schärfe ihrer Beobachtung, die Feinheit des Tones und der Luftstirnmung, die fräftige Einheitlichkeit der Durchführung Meisterwerfe, die wie ein frühes Vorausahnen und Gestalten des Großen in unserer mooerncn Kunst wirken Ter Sohn des Künstlers, der Geschichtsschreiber der Kunst des 19. Jahrhunderts, Cornelius Wurlirt, auf den sich ebenso wie auf einen anderen Sohn des Meisters, den bedeutenden Kunsthändler Fritz Gurlitt, viel von seinem feinen Geschmack und seiner edlen Begeisterung vererbte, hat ohne alle Befangenheit dem Vater den Platz angewiesen, der ihm in der Entwicklung der Landschafts- malerei zukommt. Ter unbcirrle Glauben an die Natur als die einzige Lehrmeisterin erfüllte all feine Werke in einer Zeit, wo die Künstler sich so gern zu Handlangern der Aesthetik erniedrigten. Er ließ sich von keiner Theorie in Fesseln schlagen, denn er besaß, wie der Sohn schön sagt, „einen Künstlerstolz, einen Stolz auf das Stintftlertum, dessen Größe sich nur an feiner persönlichen Bescheidenheit messen ließ: in ihm war eine finnige Klarheit, die ihm alles das unpraktische Grübeln und Katalogr- iieren verhaßt machte, das Aufbauen von Schachteln, um die künstlerische Wahrheit in diesen cinpacken zu können. Nicht daß er schmollend abseits gestanden hätte. Tie Besten feiner Zeit waren seine Freunde, Gelehrte wie Stitnftler. Ader er fühlte in seinem Schaffen den Halt, der ihn gelehrte Unterweisung über das Wesen der Stiinft kurzweg ablcbnen ließ. Er fand im sinnlichen Erkennen, in der künstlerischen Geschlossenheit der Weltauffassung die höchste Weisheit, die ihm keine Zergliederung des Erkannten ersetzen konnte. Er fand in ihr auch das reichste Glück." Die Gelehrten mochte er nicht leiden: als Atelierbefuch war ihm ein Bauer lieber als ein Professor. „Der Bauer erkennt, ob ich eine Eiche oder Buche, Buchweizen oder ein Kornfeld male: der Gelehrte will immer was am Bild erklären, er sucht etwas darin, er guckt nicht auf die Leinwand, sondern hinter die Leinwand."
Er machte aber auch mit gebildeten Biiberkäufern manche tragikomischen Erfahrungen. So kam eines Tages die große Stifte mit einem verkauften Bilde zurück: der Besitzer war zwar zufrieden, aber er bat, daß die Bauern, die als Staffage in der Landschaft saßen, einen Gesang aufführten. Da machte Gurlitt denn jedem ein dunkles Pünktchen in das winzige Gesicht, dort wo der Mund sich öffnet, und schickte die „Abendlandschajt mit
Aba. Raab wenden. Die Eisenbahnarbeiter sind eine sondere Art Arbeiter. Stria I
-ei Melsdorf. .
ographen-V tolze-Scbrey
ier IW»
L Ul
Es tritt bann eine Pause ein.
Finanuninister Dr. Braun: Der Erlaß der Eisenbahn' bireklion Mainz ift nicht von bieser allein ausgcgangcn, sondera auf Veranlassung des EiscnbaHnministers Tie Grotzhcrzogliche Re gierung kann diese Maßnahme nur vollkommen billigen. Für die Stellungnahme der Großh Regierung ist dabei maßgebend einmal die von bcm preußischen Eifcnbahnminister betonte Mcksicktnatnnc und die Sonderheit des Eisenbahnbetriebes: zweitens ist zu be tonen, daß das Recht über die Vereins- und Versammlungsfreiheit nicht beeinträchtigt ist (OhoN Von einer bfirgerlidKn Beschrän hing kann rata die Siebe sein In ber Beratung des R icks vereinsgcfetzes bat der nunmehrige Herr Reichskanzler betont, die Behörden müßten das Recht haben, ihre Arbeiter von -Vereinen und VersammKingen fern^u ballen, deren Zweck dem Wesen des Beamtentums widerstreite Es ist weiterhin auch nicht das Moah tionsrecht der Eisenbahnarckeitcr beeinträchtigt, das Sboalitions- rccht ist kein politisches, sondern ein wirtschaftliches. Es wäre aber zu bemerken, daß gerade die Eisenbahnarbeiter nach § 6 der Gewerbeordnung ein Koalitionsrechl überhaupt nicht lmben. Es wird also in dem Erlaß deS preußischen Eisenbahnministers ein Eingreifen weder in das. Koal ft ions reckst, noch in die Vereins und Versammlungsft ihcit einerseits, noch nach hes'ischem Staatsrrcht andererseits gesehen werden können. Die hessische Staatsregicrnng hat es nicht nötig, sich für verpflichtet zu halten, sich den in dem Erlaß zum Msdrack gebrachten Standpunkt zu eigen zu machen.
Ein Antrag Molt Han fordert Ablehnung des Antrages Henrich und Genossen.
Mg. Tr. Winkler (Bbd.) spricht einige Wünsche aus. Was den Erlaß ber Eisenbahndirevion Mainz angeht, so unterschreiben bic Arbeiter biefen Vertrag in vollem Bewußtsein seiner Tragweite. Der Redner bespricht dann die Vorteile, die die Eisenbahnarbeiter genießen.
Mg. Dr. Weber (Bbd.) begründet seinen Antrag bezüglich des Bahnhofes Schotten, der wörtlich wie folgt lautet:
„Wir beantragen, die Kammer wolle beschließen, die Großh- Regierung zu ersuchen, daß sie wirken wolle, daß 1. der zur Er Weiterung des Bahnhofes Schotten vorgelegte Elftwurf nicht zur Ausdhrnng gdrradjt /wird und 2. neue Pläne vorgelegt werden.
ME
rung.
Is. werden eil - le, tieiilrutb, Jb vorfhoarteiSiit
= 0L5 tVm, HI i &ym., V..QL1-: ftm.; Efchrf!
3 = L$
idie HL SL1 i Kl. 2 St = 05 8m.: Erle V! . i et = w = 04t 3m.;Su
11 St - 3S »SL 2 ®t=03 Jtih Ahorn ? in. Jlutjreifii tzeiierbäume. 6 igenj. Brettl, ; Reigen), 23)1. inbe; ftniiWL ‘ , Rm.-. 24 Gitte c ) Buche: Ltödk,'
am Vorderen m roten + bk mmcin roerta in »Mer hnstation W sorstwaft schrc
Gießener Theaterverein.
„Hänsel und Gretel" und „Ehampagnervisionen"
Cper von E. Humperdinck. Ballett von Thiede-Leonhardt u.Lmckc.
(Gastspiel des Darmstädter Hoslheaters.)
Gießen, 6. März.
Der dritte und leider letzte Opernabend dieses Winters brachte Uns, wenn auch feine Novität, so doch ein als Zugstück edler Gat lang seit längerem fick bewährendes Werk, “n bl'm mJn Heber feine Frcube haben kann „Daniel unb Gretel , bie einige Ddct, mit der Humperdinck durchdringen konnte, verdankt dies den. cemütoollen, echt deutsch anheimelnden Marckemton und mdit Ni aber der reizenden Vertonung desselben, wenn ne auch weniger ursprüngliche Erfindung als Illusttationsgcfck.ck und eine fern innige, glücklickw Hand au Ausgestalten gegebener Motive ocrraL he Instrumentation ist prächtig wie von dem ehemaligen Schuler tick Gehilfen Wagners nickt anders zu erwarten: mancknnal wird vntcr dem Aufwand des ganzen Göttcrdammerilng.' Orchester- cnr last allzuschweres Pracktgewand gewoben, daß die em ackra RSrchenkinder zu erdrücken droht. -- Die ausfuhren^n ^nstler Uten ihr Bestes in Gesang, wie be,anders auch m Uhr Uottcm Seid: das prächtige Besenbinder-Paar (Herr --emvcr und- Frau Rudolph exzellietten daneben noch durch lehr gdungene aä i he Knusperhcre tat hierin des Guten — d abenteuertick iäßlickwn — fast zu viel. War wirklich .rrl- voward und nicht etwa ein Angehöriger des stärkeren Gcicklcchts der m^ diesn yro l-sken Hülle steckte, bann hat sic eine ungewöhnliche ^lblwerleu^ rung grübt: die höllische Gewandtheit, nut ber der Beicnriu ftrfuticrt wurde, hätte einem Ballett Mftglicd alle re gemacht. Ziusikalisch tat fick Frln. Bruker als „®mcl bewnbns hervor Sie sonst wackere Leistung von <yrln -Lchaub >,,.0anlel wur
htrch ihre etwas flackernde Stimme beeinträchtigt, au ) <aumännrhcn sang nicht gerade hervorragend, dock uiutz - bitlioerweise die Schwierigkeit einer Beietzung von Nickt wemg^r As sechs Frauenrollen gegenüber nur einer .NannerroUe b ru idtigeu. Die Leitung Kapellmeister Kittel und ^erregmeur ■Mbed) verdient alle Anerkennung. Leider machte der -- v- itrtb zu ausgedehnter Pausen und hoher Temperatur wi'd 'chr fühlbar: das Vergnügen wird dock durch langwalzen immer ilnnet — und steigt auch nicht mit den Thermometergradtt
Als hors d'oeuvre durften wir vor der Oper da- »au« .Thampagner Visionen" genießen. Lätzt man dos Genrt 0 > ' lo mag das Werkchcn als ein ganz nettes, wenn auch nicht tu on hts originelles oder geistreiches Schaustück votieren, eig^nttich ot ttet uns das Ballett älteren Stils etwas abgcstandeir an tr dem Zeitalter der „Reform-Tänze" ist man dock etwa-- trittW M gegenüber dem System des rhythmiichen Bemichlenkerns -ncnal es leider nicht lauter Elfen-Bein ist, was un- da oven
Schädigung der großen Stadl Mainz bedeutet auch eine Sclwdiguna des ganzen Landes. Tas Interesse von Mainz und Bingen niuß in der richtigen Weise gewahrt werden.
Finanzniinistcr Tr. Brann: Wenn mau all die Wünsche hört, so müßte man annehmen, daß in Hessen grauenhafte Zustände herrsckien. Ich kann diese Wünsche nur zur Kenntnis nehmen, die meisten Redner des Hauses erwarten wohl and) eine direkte Antwort auf ihre Wünsche nicht. Sie wollen wohl auch nur die Aufmerksamkeit ber Regierung haben Das wird geschehen. Ich kann weiterhin nicht in Aussicht stellen, daß id> neue Linien nur befürworten konnte Das gilt besonders für eine Verbindung zwisckieu Cffcnbad) und dem inneren Odenwald Mn Personenverkehr allein läßt sick) eine Bahn nicht rentabel macken Offen- badi bat feinen Mangel an Arbeitern: and» braucht ber innere Obenwald seine Arbeitskräfte selbst. Ich kann nicht weiter ein* gehen auf bie — beinahe hätte id) gesagt zahllosen Wünid». Was Oberhcssen angeht, so wird die Babu Alsfeld Niederaula gebaut. Bezüglich Mücke Grünberg schweben Verliandlungen mit der Firma Lraz in Berlin. Der Abg. Solierr berührte das U'-berfahren eines Platzes wie Bingen Tas ist allerdings reckt nußlick Ick ■ darf aber darauf Hinweisen, daß diese Nidnberechtigung einzelner Plätze nickt etwa bloß zum Nadstecke hessischer Städte ^beklagt wird, sondern daß auch preußische Städte das gleiche Schicksal teilen. Es ist nur ein schlechter Trost, den man Bingen damit geben fan
Mg Finger iNtl.) äußert einige Wünsche unb iordert, daß die Primaner und Sekundaner nidst als Scküller betrachtet roerben, sondern daß ihnen gestattet wiirde, and, mit ihren Schülerkarten bie Abteilungen für bic anberen Reisenden zu benutzen
Abg Raab <Soz.) bittet, dem Anträge Henrich zuzustimmen. Die Grtotberungen, die in bezug auf den Erlaß ber Eisenbahn- direktion Mainz erfolgt seien, waren Webereien. Ter R ebn er ficht ben Erlaß nach wie vor als eine Beschränkung ber persönlichen Freiheit an.
Abg Wigand (Zentrum) tritt für Entlastung der Bahn Aschaffenburg—Würzburg ein unb wünscht bessere Verbindung zwischen Worms und Würzburg. Auck) er verteidigt den Erlaß der Eisenbalmdirektion
Abg. Lutz iBbd.) bespricht nochmals die Verhältnisse Mucke—> Gruiiberg.
Der Präsident schließt bic Sitzung nach 1 Uhr. Fortsetzung heute nachmittag 3 Uhr.
Nachmittagssitzung.
Ter Präsident eröffnet die Sitzung um 3« < Uhr.
Abg Adelung >Soz.) bittet um bie Errichtung einer Haltestelle in Dienheim Man müßte alles daran setzen, den Eisenbahn- arbeifmt das Koalitionsreckst zu lterl'd>affcn Ter Mg Wigand bat gesagt, daß die Arbeiter den Eid verweigern Tonnten, wenn sie sich nickt mit ben Bedingungen einverstanden erklären könnten. Die Arbeiter schwören überhaupt keinen Eck. Auch wendet er sich gegen die einzelnen Ausführungen ber Abgeordneten, die den Eisenbahnarbeitern das Koalitionsrecht verweigern. 'Utan nurb dahin kommen müssen, sich mit ben Organisationen zu verständigen
Mg. Ulrich (Soz). Ick stelle bie Fra<ze, ob jemanb mit seiner Arbeitskraft auch seine politische und religiöse Ueberzeugung verkauft? Stellt man dieselbe Forderung an die Beamten? Unsere Beamtenordniing kennt eine solche Bestimmung nicht Genau so wie eine solche Forderung in religiöser Beziehung ein Unrecht wäre, genau so ist sie es in politischer Auch die mckftsozialdemo- tratischcn Arbeiter verurteilen einen solchen Erlaß
Abg. Henrich (Fortschr. Vp.) bittet seinem Anträge zu- ziislimmcn. Wir stehen auch auf dem Standpunkt des Koalitions- recktes, aber wir sind dafür, daß den Eisenbahnarbeitern beamten» artige Stellungen zuerkannt werden, was das Koalitionsrecht von selbst ausschließt.
Mg Bach lNtl.). Wenn der Minister davon sprach, daß auch preußische Städte unter dem Uebcrfahrcn zu leiden haben, io muß man doch bedenken, daß 'es sich dabei um preußische Städte handelt unb baß bie Ableitung roieber preußischen Städten zugute kommt.
Mg. K o r e l l - Angenrod iBbd.). Man macht der Regierung ungerecht Vorwürfe, sie hat schon vieles erreicht.
Damit ist die Debatte über Kapitel 10, Staatseisenbahnen, geschlossen. Der Eintrag des Ausschusses wird einstimmig angenommen.
geschrieben, die ganz nett in die Ohren, resp. Beine geht. Der Champagner, ber ihr vorschwebt, hat ben gesundheitlichen Vorzug, nobolarm zu sein: er gemahnt häufig mehr an bie Ge iilöe, wo die „Berliner Weiße" oder der „Aeppelwein" gedeiht. Jedenfalls hat diese Musik den Vorteil, die Ohren nicht zu sehr aui Kosten der Mgen in Anspruch zu nehmen Letztere kamen ia bei ber unleugbar hübschen Arrangierung unb Ausführung vollauf zu ihrem Rechte: wir bemerkten auch ein ungewöhnliches Maffenaiifgebot von Opernguckern. In meiner Nähe saß ein lackbesckuhter Salon-Löwe: roäbrcnb ber Oper hielt er cs mit
bcm Löwen in Schillers Handschuh: „Unb sieht fich stumm — rmgs um — mit langem Gähnen", beim Ballett war er ganz, Monokel — ich glaube, er bebauerte, nicht auch noch seine Hühneraugen mit einem Zwicker bewaffnen zu können. — Nun, wie gesagt, arrangiert, dekoriert, musiziert, getanzt unb gelächelt würbe ganz wacker. Man bat ungewöhnliche Kosten nicht gescheut, — wie wir kürzlich zu lesen bekamen — uns dieses besondere Schaustück zu bieten Ich hörte indes einige Pedanten, bie bici'c Kosten - frage gänzlich ungerührt ließ, unb bic meinten: schabe, — um bas schöne Gelb hätte man einen höheren Kunstgenuß bieten können! Doch, das waren Nörgler, bic selbst bex rosa unb un
hessische Zweite Kammer.
bs. Darmstadt, 6. März.
Der Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um 9*/< Uhr.
Auf Aiftrag des Abg. Brauer (Bbd.i werden die Reglern ngSvorlagc, das Brückengeld an der Rhelnbruckc bei Mainz bett., sowie der Anttag^ Ulrich u. Gen. auf Aufhebung ber Brückengelder von der Tagesordnung abgesetzt und deren Beratung auf morgen verschoben.
Das HauS kommt bann zum zweiten Punkt ber Tagesordnung, Weiterberatung des Hauptooranschlages. Erster Redner ,st der Mg. Raab <So; . Er will gleichfalls eine Besserstel lang der Beamten der Main und Neckarbahiien Ferner beschwert er sich über die schlechte Beförderung der Arbeiter in den Ar beitenügen. Tie Eisenbahn Direktion Mainz hat einen Erlaß cm 27. Dezember an die Eisenbahnarbciter gegeben. Dieser Erlaß bat den Unmut der Arbeitersckwft erregt; er läßt daran zweifeln, daß wir überhaupt in einem Reckstsstaat leben. In diesem Erlaß wird den Eisenbahnarbeitern die 'Beteiligung an sozialdemokratischen Vereinen ufro. sowie die Haltung von sozialdemokratischen Druckschriften verboten. Tiefer Erlaß widerspricht dem Satz, daß alle Hessen vor dem Gesetz gleich siick. Warum ist dieser Erlaß nur in Mainz und nicht nur in Frankfurt gegeben? Ich frage bte Regierung, ob sic sich mit diesem Erlaß einverstanden erklärt. Jeder Mensch muß Freiheit für seine politische lieber icugnng haben. Hunderte und Tausende werden gezwungen, ihrem Lorgesctzten gegenüber zu heucheln. Tadurch wird die Spionage gefördert. Die Arbeiter loerben sich mit diesem Erlaß abfinden müssen, aber wieviel böses Blut wird dadurch gemacht! Diese Tinge werden im ganzen Lande verurteilt. Wir können mit Den Wirkungen des Erlasses zufrieden sein.
Präs. Köhler bemerkt, daß noch 13 Redner auf der Liste stehen, unb daß er deshalb bitte, sich möglichst kurz zu fassen.
Abg. Finger (Ntl.) spricht der Eisenbahn-Direktion Tank dafür aus, daß sie den Aittegungen aus Herstellung besserer kttbindungen gefolgt sei. Er bespricht bann einzelne Linienführungen.
Abg. Hartmann (Soz.) bespricht die Ueberfüllung der Frühzüge unb fordert die Oefftrung der 3. Masse für Arbeiter.
Mg. Wigand (Zentt.) wünscht bessere Zugverdindungcn nach Heppenheim.
Abg. Singer (Zentt.) spricht einige Wünsche bezüglich seines Leimatortes aus.
Abg. Dr. Fulda ,Soz.). Abg Finger sprach davon, daß bic Eisenbahn'Direktion den Wünschen des Publikums entgegen komme, dem ist aber nicht so. Es hat sich ein Verkehrs-Verband Frankfurt a. M —Darmstadt gebildet Dieser Verband wünscht ii. a , daß die sog. beschleunigten Personenzüge eingeftihrt würden Taburd) wird der Verkehr nach F-rankfurt geleitet. Ferner wünscht ber Verkehrs-Verband Ikberbadmngen der auf dieser Strecke befindlichen größeren Stationen. Auch die Heizung der Arbeiter ;figr ist mangelhaft. Auch soll für bessere Unterbringung ber stahrräder gesorgt werden
Ter Präsident Köhler teilt mit, daß ein Antrag finge» qangen sei, ber die Bereitstellung von 5000 Mark fordert, bie für Unterstützung der Beamten der Main-Neckarbahnen Verwendung sindcii sollen. Ter Antrag ist unterzeichnet von ben Abgg. Ach, Henrich unb Raab.
Mg. Reh (Fortsckr. Vp.) spricht einige Wünsche aus.
Der Präsibent Köhler verliest einen Antrag des Abg. Tr. Teber, den zur Erweiterung des Bahnhofes Schotten vorgelegten Entwurf nickst zur Ausführung zu bringen, sondern neue Baupläne vorzulegen t
Abg liebel (Zentt.) bespricht einige liebel,tänbe aus feinem
weiterangsbautcn borgeteben werden um a) die
dürfnissc deS Langholztransportes zu befriedigen, Beschaffung von Holzlagerplätzen ermöglichen: b) ausreichende
Zweites Blatt tf>2. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhesjen
Lin Maler der holsteinischen Heimat.
(Zu Louis Gurlftts 1OO. Geburtstag, 8. März.)
Es ist das Scknckfal so manchen Malers aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gewesen, daß er weit in die Ferne hinaus, nach dem Laicke Italien und zu noch südlicheren Sonnenländern zog, um die Schönheit zu suchen mit heißem Bemühen, und daß er sie bann schließlich fand in der engsten Heimat, in den stillen Wundern ber nördlichen Landschaft. Unter den Künstler- persvnlickkeitcn, die auf solchen romantischen Umwegen eine lange unbeachtete, von uns heute besonders verehrte Heimatskunst heraufführt en, ist eine ber liebenswertesten Gestalten ber Maler Louis Gurlitt, den man früher schätzte wegen seiner farbenprächtigen


