Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.
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Anwesenheit zu schenken; eine ganze Reihe von interessanten ^Neueinstudierungen stehen bevor, bei denen Reinhardt m den meisten Fällen das Szepter des Regisseurs sührcn will. Unter anderen Heinrich IV. und Maria Stuart; während wir in den K a m m e r s p i e l e n, wohl bald nach der Premiöre eines neuen Stückes aus dem Lande der Ehrenlegion, Albert Basser mann als Meister Anton bewundern werden.
Mit der beginnenden Spielzeit eröffnet auch Rudolf Lothar die Pforten seines neuen „K o m o d i e n h a uf e s" an der Stätte des ehemaligen „Reuen Operettentheaters". Statistisch veranlagte Gemüter haben berechnet, daß der neue Tirektor, — wenn er nur die Mehrzahl der angenommenen Lüerte spielen will, — wöchentlich ein bis zwei Premieren wird veranstalten müssen. Tas wird ein wenig übertrieben sein, kennzeichnet aber die Breite des Ehrgeize.. Ucber Die Hohe ist bisher nicht viel mehr beiamck, als das; das elegante Konservationsstuck vergnüglicheren Genres lünstleriich gepflegt werden soll. Tas Unbekannte m dieser. Ausgabe ist das Ensemble, über das selbst Habitues der Thcaterstammlokale nichts zu sagen wissen; eine Fülle nicht übermäßig bekannte Künstler sind verpflichtet, aber noch, hat keiner die Bölter gezählt, als der Herr der neuen Bühne selbst. Er wird uns feine schar ja bald entgegen^ schicken. Wd.
— Leutnant Niedermayers Forschungsreise nach Persien. Anfang September d. I begibt 'ich eine größere Exveditwn unter Leitung des bayerischen Arlillcrieleur- nants O. Nieder mayer nach Persien, um geographisch., geologische, ethnographu'che, archäologische uno epigraphische Untersuchungen anzustellen und Sammlungen »usammensubringen. Teilnehmer an dieser Expedirron, die unter oent Protektorat der Prinzessin Therese von Bayern und der Bay?ri>ä>en Akademie Der Wissenschaften sieht, sind Pros. Tr. R eichel t uno Tr. Tiez.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Franz Lehar, der in diesem Fahre pausieren wollte,■ ist, wie uns mit geteilt wird, jutjeit in Fichl mit der Komposition einer dreialtigen Operette „Endlich allein" beschäftigt. Ter Text dieser Operette, die unorünglid) als Einakter geschrieben war, iü von Willner und Bodanzky verfaßt. Tie Uraunührung o . Operette soll zur Lüerhnachtszeu in Wien im Theater an der Wien unter Mitwirkung des Londoner Regisseurs Royce statlfinden. — Rudolf Ritter, der ausgezeichnete Tenor, ist bereits für Die nächste Spreizen an das Münchner Künstlertheater verpjlichici worden.
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charaktervolle Tradition Tast der Kaiser in der großen Waffenschmiede des Reick^cS, die ihren Teil hat an den Siegen des großen Krieges, gerne weilt und manche Anregung dort sich gclyott hat, das ist sehr begreiflich. Sein historischer Sinn verweilt gern bei solchen Bildern der Vergangenheit, in denen die Arbeit eines einzelnen Hauses sich mit den Ereignissen ans einer großen Zeit lebendig verkettet. Fürwahr, jeder Deutsche kann stolz sein ans deutsche Männer wie die Krupp: mit dem Eisen, das sie schmiedeten, haben sie in der Tat ein Stück deutscher Entwicklung formen helfen. Es ist ausgefallen, daß der Kaiser bei der Feier der Kanonenkönige fast aller Berufung auf itnsere Rüstung und Kriegsbereitsckmft sich sorgfältig enthalten hat. Mit einem gennssen nachfühlenden Wohlgefallen sprach er davon, wie das Haus Krupp nur den friedlichen Radreifen in fein Wappen ausgenommen und wie es sozialpolitisch vorbildlich gewirkt habe. Keine Fanfare; und die Offiziösen haben nicht unterlassen, hinzuzu- fi'tgen, daß der Kaiser die Rede vom Blatte abgelesen habe. Sie war wohl vorbereitet, und der Reichskanzler, der mit vielen Ministern auch an der Feier teilnahm, hat in Swine münde vielleicht seinen Einfluß dazu geltend gemacht. Des Reiches Politik wandelt die Bahn des Friedens, wenn auch eine bedrohliche Wolke wieder am Himmel erschienen ist. TaS neue russisch-französische Techtelmechtel bringt Deutschland nicht in Aufregung, weder das amtliche Deutschland noch die deutsche öffentliche Meinung. Tas Schift, das den französischen Ministerpräsidenten Poincarv nach Petersburg brachte, ist auf seiner Fahrt durch die Ostsee vom deutschen Geschwader mit Salutschüssen begrüßt worden. Auch diese' Kundgebung, die wohl von „oben" gewünscht worden war, und in Hinsicht daraus, daß Herr Poincarä uns ja hatte meiden wollen, ein wenig heiter anmutet, paßt in den Kurs. Wenn nur unsere Staatsmänner nicht nur im Dulden, sondern auch im Wollen und in der Tat ruhige Entschiedenheit zeigen würden! Mit Worten und lieber- redungslünsten, wie sie Herr v. Kiderlen-Wächter in Kissin- gen angewandt hat, kommen wir nicht viel weiter. Monarchen und Staatsmänner müssen in der Oessentlichkeit sparsam mit ihren Worten sein; wenn sie etivas sagen, dann muß man auch eine Wirkung davon spüren Dutzcnd- reden, und wenn sie noch so schön feuilletonistisch auf* geputzt sind, sollten sic meiden. „Tein Wort sei heilig, drum verschwend' cs nicht!" Die zweite Kaiserrede, beim Kruppschen Festessen, zeigte rein menschliche Seiten des Kaisers, und hier seh'te das ministerielle Bekleidungsstück Bethmann Hollwcg ganz gewiß. Ein kurzer Trckck- spruch wäre der Feier auch gerecht geworden, wie Herrn ttrupp von Bohlen und Halbach, der erst vor i; Jahren ins Haus des Kanonenkönigs eingetreten ist, ein höherer Orden ebenso geziert haben wurde, wie der Titel eines Gesandten und bevollmächtigten Ministers. Tie große Stiftung von 14 Millionen, die den Angestellten des Kruppschen Werkes zugute kommen soll, bringt aber die Sache wieder ins Gleichgewicht, denn sic zeigt, daß auch die neue Generation Krupp in den sozialpolitischen Bahnen ihrer Borfahren weiter wandeln tvill. Wir ztocifelii nicht, daß die hohe Ehrung, die jetzt dem Hause von Kaiser und Regierung zuteil geworden ist, dazu beitragen wird, das Zusammenarbeiten mit den Interessen des Reiches zu fordern.
Tas Fest an der Ruhr ist vorzeitig abgebrochen worden; das historische Festspiel, das einige Hundert Personen dem
politische Wochenschau.
Gießen, 10. August.
Wenn Homer heute Tcbte und dichtete, so würde er vielleicht von vielen „geflügelten Worten" berichten. Dem modernen Helden und Redner stellen technische Hilfsmittel ;ur Seite, die dem Altertum fehlten, und die schwarze tim ft trägt die geflügelten Worte weit über den Umkreis des Sprechers. Während man der Luftschiffahrt an ben ländesgrenzen häufig ein Halt entgegen gefeilt Ijat, hemmt kein Verbot die Fliegerei auch der verwegensten amerila ntfchen Wahlrede. Mit Recht, denn wir müssen es ja erfahren, wie der Präsident der Bereinigten Staaten vom Volke auserwühlt wird. Wir staunen nur darüber, wie fo plumpe, mit ihrem Schwergewickck eigentlich auf den Sand bestimmte rhetorische Erzeugnisse so leicht geflügelt ihren Weg über den Ozean nehmen können. Was Roosevelt seiner Fortschrittspartei in Chicago vorgemacht hat, erinnert so lebhaft an die Programuirede jenes österreichischen Kandidaten, der da, offener als der „männliche Elch", einfach anfing: „Da ich also die Ehre habe, mich um dieses Mandat zu bewerben, fühle ich mich verpflichtet, lchnen eine Reihe von Versprechungen zu machen." Warum bat Roosevelt während seiner früheren Präsidentschaft nid)t schon alle seine schönen Versprechungen eingelöst? Es war 3eit genug, den Auswüchsen der Trusts zu Leibe zu gehen und die Arbeiterverlstiltiiisse menschlicher zu gestalten. Man kann cs nicht recht einschen, warum die Leiter der Roosevelt- schen Fortschrittspartei den Ausschluß der Negcrdelegicr tm aus den Südstaaten beschlossen haben, denn deren Schädel sind gewiß nicht minder widerstandsfähig als die der übrigen Parteigenossen. Roosevelt zählt aber auch auf die Negerrasse, der er auf seinem Nakionalkonvenk so niedliche Schmeicheleien sagte, wenn sie auch nicht „all, all hono- rable men" seien. Trotzdem sollen, wie schon ausgeführt wurde, Teddys Aussichten gering sein, denn die großen Parteiströme wird selbst dieser Tausendkünstler schwer aus ihren Betten leiten köirnen. Immer klarer aber wird es, wie wenig würdevoll es war, als das amtliche Deutschland den Abenteurer und politischen Seiltänzer auf seiner Rückkehr von afrikanischen Jagdgefilden wie einen regierenden Monarchen empfing und ehrte, obgleich er Privatmann war und noch dunkel ließ, ob er die Präsidentschaft wieder zu übernehmen gedenke. In Wahrheit hat Roose- rett auf diese Weise seinen Wahlfcldzug schon damals, in Europa, begonnen, und König Eduards Tod hat die Re- klamefahrt etwas vor der Zeit abgeschnitten. Mes hak nichts geholfen: Der ehemalige Cowboy wird wahrscheinlich rühmlos in der Versenkung verschwinden.
Die Worte des Kaisers bei der Hundertjahrfeier der ftirma Krupp in Essen haben im ganzen Reiche einen lebhaften Widerhall gefunden. Namentlich seine erste Rede im Lichthof des Bcnvaltungsgebäudes war eindrucksvoll nud gab der Bedeutung dieses nationalen Großunternehmens für die verschiedensten Zweige der Volkswohlfahrt den wirksamsten Slusdruck. Die Männer des Hauses Krupp l)al'en dem Reiche große Tienste geleistet, und es ist ungemein reizvoll, der Geschichte dieser Gründung zu folgen. Man spürt dabei den fast übernienschlick)en Schaffensgeist der Unternehmer und eine starte, höchst
mas die neue Berliner Sljcaterjaifon verspricht.
Aus Berlin wird uns geschrieben:
Eine Wock)e noch und die Bühnenhäuser öffnen wieder ihre Pforten. Schon raschelt es in den Theaterkanzleicn.
schönen Verheißungen geht ein Ueberfluß auf uns nieder, (ja Wirklichkeit ist die Zahl der Bühnen, die künstlerisch wertvolleres YLeuland suchen, mit den Jahren bescheiden geworden. Tas Lessingtheater verrät keine Arbeitspläne; hier bestimnicn Saison und Autoren das Pensum. & die Autoren schreiben, wird Programm. Eine neue Komödie Hermann Bahrs „Das Prinzip" wird wahrscheinlich das Repertoire zuerst zu erobern suchen. Im Ensemble ist der jüngst dahingeschiedene Monnard noch richt ersetzt; an Stelle von Irene Triesch, die zum Lheater an der Kvnigsgrätzer Straße übergeht, tritt Tilla Durieux in das Ensemble des Lessingtheaters. Barnows- iys Kleines Theater ist in den lebten Jahreti, seit im Sericnfpicl Rekordziffern erblühten, literansch bescheidener geworden und unternimmt feine Eroberungszüge über die behaglichen Grenzen der Erfolgswahrscheinlichkeiten. Und Mfted Hahns Neues Schau j pic l h aus ziehtZich, wie icht jedermann weiß, mit einer wohlerworbenen Schulden- Irft von rund dreiviertel Millionen zur wohwerdienten^Ruhe zurück. Das Schicksal des ftrebfameu, wohlmeinenden Tirek- •ynä, der hier jcin Lebensideal in Scherben gehen sieht, mag Teilnahme erwecken; dem Unternehmen werden wenig Tränen nachgeweiru. In ihrem Streben hat diese Buhne eure gerade künstlerische Linie nie zu finden vermocht.
Die Theater der Direktton Meinhardt und Bernaucr: das Berliner Theater und das Theater an der ^önigsgräßer Straße, scheiden für yochgestimmte Erwartungen auf einige Zeit aus. Im Berliner Theater -oird wohl bald eine neue Berliner Pofte mit Ge,ang die freunde harmlos-heiterer Abendstunden locken. Im Kvnigsgrätzer aber werden die fünf Frankfurter noch einige Wochen roMunasfähig bleiben, bis em neues Lustspiel von RcPler oder Lothar Schmidt sich um die schwierige Erbschaft die,es Acekorderfolges bemühen wird.
So bleiben zwei Unternehmungen: Reinhardts Deutsches Theater und das noch angeborene, aber schon Hang- roll „Deutsches Schauspielhaus" getaufte Unternehmen des Herrn Lantz. Herr Lantz tritt damit als $D3iugftcr in die Gilde reichshauptsladtijcher Theaterleiter,
und auch als Künstler. Tas Arbeitsprogramm läßt an schönen Verheißungen nichts zu wünschen: Eröffnung mit dem „Egmont", dann ein ganzes Bündel von Klaftiker- Aufführungen, die Wallensteintrilogie an einem Abend, da- zwijck-en ein Strindberg-ZhkluS. Und auch Lebende iommen zu Wort, zunächst Eduard Stucken und Adolf Paul; dieser mit seinem „Triumph der Pompadour", jener mit seiner „Gesellschaft des Abbe Ehateauneuf". Dazu erste Kräfte: Kayßler, Hermann Nissen <ber sein präsidiales Walten an der Genossenschaft mit schauspielerischen Lorbeeren zu verschönern hofft), Alfred Abel, Rosa Bertens, Helene Fehomcr. Mit künstlerischen Mitteln, wird scheinbar nicht gegeizt, und auch nicht mit Geld. Praktiker, die durch Erfahrungen mit Skepsis belastet sind, sehen barm eine Ehancenverschlem- terung für das junge, etwas enthusiastisch angelegte Unternehmen tyerauibäminern. Ter Etat ist höchst stattlich, die Pachtsumme für dies baulich nicht just glücklich angelegte Theater (einst Gregors Komische Oper- noch stattlicher: schon das erste Jahr wird zeigen, ob dem Ehrgeiz der Tircl- tion der Ehrgeiz des Publikums gleichkommt.
Mit einem besonders reichen Arbeitsplan treten die Reinhardt scheu Unternehmungen in das neue Theater- zahr. Mitte September wird bereits eine Uraufführung jum Deutschen Theater laden:EanSternheims „Don Juan", dem nut kurzem Zeitabstand eine zwecke Premiere des gleichen Lichters folgt: eine Tragi- tomöbic „Bürger Schippe l", von der Großes erwartet wird. Kurz vor Weihnachten wird Reinhardt endlich M a c t e r l i n ck s „B l a u c n V o g e l" inszenieren; von Vollmöller wird eine Pantomime vorbereitet, die „Abenteuer einer venezianischen Nacht" schildert. Ein Hauptereignis soll die 'Neueinstudierung des „Julius Cäsar" in dem neugcpachteten riesigen Sportpalast bilden: auch diese weitere Etappe aus dem Wege zum eigenen Theater der Fünftausend wird Reinhaidt selbst inszenieren, ebenso wie die geplante Berliner Aufführung de- „Mirakel", die wahrfchcinlich noch vor Weihnachten verwirklicht wird. Auch von Fritz von Unruh, dem schnell anerkannten Dichter der Offiziere", erwartet man noch in dieser Spielzeit ein neues Werk, eine Tragödie, bte zick: Zeck von Preußens Fall spiell und den Prinzen Louis Ferdinand 5 um tragischen Helden erhebt. Ucbcr» naupt scheint Max Reinhardt dieseri Winter der Reichs- Hauptstadt länger und reichlicher als sonst die Ehre ferner
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Nr. 187 Erstes Blatt 162. Zahrgang Samstag, 10. August 1912
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Kaiser und den übrigen Gästen verfuhren sollte, ist von einem erschütternden Trauerspiel überholt worden Ick» Bergleute haben bei dem Grubenunglück in Gerthe ein schreckliches Ende gesunden. Da schweigt freilich alle Festfreude, und wenn Hunderte von Frauen und Kindern sich einem untröstlichen Jammer nm ihre jäh verlorenen Ernährer hingeben, da muß es ringsum stille werden. Der Kaiser hat den Verunglückten trauembe Worte iiarfigcrufcn und lobend hinzugesiigt, daß sie auf dem Felde der Ehre gefallen seien. Tao Bild erhält noch einige beinahe ergreifendere Züge dadurch, daß die Bergleute schuldlose Opfer jinftcrcr Naturgewalt geworden sind Sic lüolltch keine Sicgespalmen gewinnen, fondcrn ihre schlichte tägliche Pflicht und Arbeit hm. So wird vor allem die Ausgabe empfunden werden, die Hinterbliebenen der Beriinglückten vor Not zu bewahren. Ter Kaiser ist dabei rasch voran - gegangen, und sein Beispiel fand bald Nackiciferung. Leider ist dieser traurige Massentod, wie heute gemeldet wird, nicht ganz unverschuldet: die schlagenden Wetter waren schon vor dem Unglück an der Brandstelle bemerkt worden, und die rechtzeitig mitgeteiüe Warnung hätte beachtet werden müssen. Ticjenigen, die sich über die nötige Vorsicht hinweggcsetzt haben, hat das Unglück zuerst dahin- gerafft, und ein gerichtliches Nachspiel wird her Fall schwerlich haben. Tagegen wird eine eingehende Untersuchung über die Feststellung der schlagenden Wetter im vorliegenden Falle und über die Art und Weise, wie die Uebcrwachung und Kontrolle erfolgte, für das m Zukunft zu befolgende System vielleicht nützliche Winke geben.___________________
Der Kaifcr auf der llnglücksftelle in Gerthe.
Villa Hügel b. Essen, 9. Ang. Ter Kaiser begab sich heute nachmittag mit Prinz Heinrich, dem Reichskanzler und den Herren des Gefolges nach der Unglücksstelle bei Bochum.
Gerthe, 9. Aug. Seit Stunden erwartet? in d.n die Zeche Lothringen" umsäumenden Straßen > tige Menschenmenge die Ankunft des Kaisers. Auf dem Zechenplape waren die Beamten, Arbeiter und Rettungsmannschaften aufgcftellt. Am Tore erwartete der Gr ub e n vv r st an d die Ankunft des Kaisers, mit den Direktoren Gehres und Brandenbusch an der Spitze; auch die Herren des Bergamts hatten sich eingefunden Um 3/40 Uhr trafen die Automobile des Käisers und des Gefolges ein. Ter Kaiser liefe sich den Grubenvorstand, darunter Kommerzienrat Korte-Bochum, vorstelleu und begab sich mit ihnen in das VerwaltunLsgebäude, wo ihm an Hand von.Plänen die Lage der Unglücks stelle und die näheren Umstände des Unglücks darge- 11 eilt wurden. Gleich darauf ließ sich Der Kaiser zwei Mann der Rettungsmann ter vi r ft eilen,
deren Söhne bei dem Unglück umge kommen sind. Alsdann begab sich der Kaiser zu der auf dem Hose aufge- l'reilten Rettungsmannschaft uno begrüßte zuerst den Siei' ger Kühn, einen der Geretteten. Ter Kaiser ließ sich d,e Grubenlampe zeigen unb unterhielt sich mit verschiedenen Bergleuten und Rettungsmannschaften. Um 5.21» Uhr erfolgte die Abfahrt von der Zeche.
Bon der Zeche begab sich der Kaiser nachmittags nach dem K rauten haufe „Be r gmanII ■? ii eil", wo er bev verunglückten Bergleaten einen Besuch abftattctc.
Bochum, 9. Aug. Der Kaiser mit Gefolge ist um


