Ausgabe 
7.3.1912 Erstes Blatt
 
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bs. Darmstadt. 7. Mär;

9luf Antrag deS

die

Gtnedbnahing deS Voranschlages fort

>e" auSgcsctzt.

Abg Dr. 2 sann tvitit da» Kapitel 13 ..Lands!

Äapjtel 14

laatSminifterium" wird angenommen.

ffe, werden

Gin neuer Mordversuch GbenderS?

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H Muschenheim in den Vorstand gewählt. Lich, 4. März 1912.

Großyerzogliches Amtsgericht

Letzte Nacttrictttcn.

AuS der Hessischen Zweiten Kammer.

der st".-.-; ftlen lfc roitht,

Paris, 7. März. Der König der Belgier wird am 17. d. M. auf der Rückreise von der Riviera hier eintresfcn und mit bent Präsidenten der Republik konferieren. Es sollen verschiedene afrikanische Kolonialfragen erörtert werden.

Washington, 7. Mär; Dem Generalstabsches Wood wurden die vollständigen Mobilisierungspläne für 10() GOO Mann wegen der merikanischen Wirren unterbreitet. Zahlreiche ameri­kanische Familien verlassen das mexikanische Gebiet

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche 2Betterbtenfifte(le GH t ft e il WetterauSlichten in Hessen für Freitag, den 8. März 1912: Meist heiter und troden, kühl, in höheren Lagen Nachtfrost.

canlenbilttrl tr Vorjivrnür d lünftiflüen in jtH iche öurotnbunfd lern andern Ich« lieben (350); m tnismätzig oillid erworben rooitc ifcnen Jahre ing ergab in w j der ausge1itd7- halte der Bar »lversammluna e

Die aussldti» Erk, Rmlnri 5- vahlt. Zm LL." Bitbeibdtbung k | ntj" beschlossen, j um zu jeder s- i, die in ßtw >). Er ndjttte1 umRoten tigen prov»on!» Räume zur= L« aus", in dem P

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Arbeitsvergebung.

Für die FcldbercinigungSgesellschast Hatten­rod sollen durch schriftl. Angebot folgende Arbeiten und Lieferungen in einzelnen Losen vergeben werden.

In unser Genossenschaftsregister wurde heute kiiUzetragen bei der Spar- und Darlehnslasse, e. ©. u. H., zu Muschenheim: Nikolaus Spieß III. zu -1 llschenheim ist auS dem Vorstand ausgetreten und °n seine Stelle der Landwirt Heinrich Hofmann II.

Zn Kapitel 15, auswärtige und Bundesvt rh

475.

33.

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Unterfu i.: 'n awteZ

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Arzt gebracht. Bewaff- den Wagen und suchten ab, fanden ihn aber

Gesetzliche Gesellenprüfung

(Bezirk Lollar).

Die diesjährige Gesellenprüfung findet im Monat tlpril statt. 2lnmeldungen haben bis zum 20. März ja geschehen und find 3 Mark Prüfungsgebühr bet beleihen zu entrichten.

5er Prüfungsausschuß d. Lrtsgcwerbes Lollar

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Starkenburg und Nheinhessen.

rm. Darmstadt, 6. März. Eine weitere Verhaftung, bie mit dem Zusammenbruch her Niedermodauer Svar- uitb Darlehnskasse in Verbindung steht, wurde heute vor- tnommen. Auf Veranlassung des Untersuchungsrichters wurde xr etwa 50 Jahre alle Privatier MoseS Isaak biet sestge- rentmen, da aus den bisherigen Ermittelungen seine Mitwirkung :n den Geschäftsmanipulationen der Rechner 3Ibam in Nieder- Hoban und Beck in Darmstadt feststeht. Man sand bei der heutigen vaussuckwng eine Menge von Wechseln, von denen sicher die Mehrzahl gefälscht ist.

8 Bingen, 6. März. Die letzte außerordentliche Sitzung .les Kreistages kam gelegentlich der Beratung deS Projektes einer Sbeinbrüde zwilchen Bingen und Rüdesheim zu dem Entschlüsse:Der Kreistag stimmt dem Beschluß des Krcisaus- > --usses zu und spricht den Wunsch aus, daß die Eisenbahnbrücke, broeit cs technisch möglich ist, naher nach Dingen zu errichtet :nb bezeichnet es al- ein dringendes Bedürfnis, daß direkt mischen Bingen und Rüdesheim eine Straßenbrücke gebaut wird."

Bekanntmachung.

Tie Holzoerneigerung vom 5. L MtS. ist genehmiat. Ausgabe der Abiuhrscheine bei den betreffenden Zahl­stellen von Dienstag, 12. l. Mts. ab. Hol-überwetsung und erster Fahrtaa am gleichen Tage. B/«

Gießen. 6. Mär; 1912.

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Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großherzog­licher Bürgermeisterei Hattenrod zur Einsicht offen. Angebote haben tn Prozenten des Voran­schlages zu erfolgen und sind verschlosten, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 12. März 1912, vorm. 10 Uhr, bei Groß« herzoglicher Bürgermeisterei Hattenrod emzu- reichen, wo die Eröffnung statlfindet. Freie Aus­wahl ausdrücklich vorbehalten, Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, den 4. März 1912. B/s

Grotzh. Aulturin spektion Gießen.

H. Steinbach.

Kleine Lagerchroml.

Am Mittwoch früh gegen 61/« Uhr erfolgte an der Kreuzung der Brunnen- und Invalidenstraße in Berlin ein Zusam­menstoß zwischen einem OmnibuS und einem Straßenbahn­wagen. Der 2lnprall war so heftig, daß der Omnibus, der voll besetzt war, umschlug. Dabei wurden 14 Personen verletzt. Von den vier schwerer Verletzten wurden zwei inS Lazarus-Krankenhaus und zwei nach ihrer Wohnung gebracht. Die Ursache des Zusammenstoßes ist vermutlich, daß die Bremse deS StraßenbahmvaaenS versagte, als der Wagen die steile Vctc- ranenstratze herabsuhr.

Aus dem Dome in Pisa sind zahlreiche wertvolle Votiv- geaenstände und mehrere goldene, Juwelen besetzte Kreuze gestohlen worden.

Ein Pullmanwaßen der kanadischen Nordbahn ent- gleiste gestern bet der Station Prince Albert im westlichen Kanada beim Passieren einer Brücke und stürzte aus einer Höhe von 20 Metern in den Sputh-Saskatschcwan- fluß. Man befürchtet, daß 10 Personen ertrunken sind und noch eine große Anzahl verletzt wurde, mehrere darunter sehr schwer.

Nach Schluß der Redaktion geht uns folgende Drahtnach- richt zu, die wir mit Vorbehalt wiedergeben:

8 Ruppertenrod, 7. März. (Priv.-Tel.) Gestern! abend 9 Uhr ging der Sohn des Landwirts Losch in Kirschgarten von Rieder-Ohmen nach Hause. Aus einem hart am Weg liegenden S t e i n b r u ch wurden drei scharfe Schüsse auf ihn abgegeben. Eine Kugel pfiff ihm hart am Ohre vorbei und eine andere traf ihn in den linken Oberschenkel. Der Verwundete vermochte sich noch und wurde dann später

Eingesandt.

Gießen, 7. März.

DaS Referat im Gießener Anzeiger über die Vorstellung im Stadttheater vom Dienstag abendDaS Glück im Winkel" bedarf doch einer gewissen Ergänzung insofern, als es nötig ist, daß man die Personen auch nennt, die undeutlich gesprochen baben.

Es war dies in der Hauptsache Frl. Mila de la Ehapelle, welche die Frau des Lehrers spielte. Man konnte ihrer Darstellung nur mit der gespanntesten Aufmerksamkeit solaen und hat sie öfters selbst in den vorderen Reihen nur sehr schwer, im letzten Akt überhaupt nicht mehr verstehen können. Wenn auch in diesem Sudermannsckxm Stück im allgemeinen eine diskrete Behandlung deS Dialogs erforderlich ist, so darf darunter doch die Deutlichkeit niemals leiden. Ein guter Schauspieler wird sich immer dadurch auszcichncn, daß er selbst bei leisem Sprechen deutlich bleibt und wer der Sprachtechnik in dieser Richtung nicht genügt, kann niemals als gut bezeichnet werden und verschließt sich selbst den Weg zu höheren Zielen. Auch Frl. de Bruyn, sonst eine sehr talentierte Dame, müßte sich in dieser Beziehung bessern. Ihr Organ klingt beim leisen Sprechen etwas belegt, deshalb ist für sie um so mehr deutliches und nicht zu leises Sprechen eine Notwendigkeit. Am besten sprach das neu engagierte Mitglied Herr Bruchwitz: aller- dings lagbei seiner Darstellung lautes Sprechen im Charakter der Rolle. Möchten sich doch Schauspieler, die es ernst mit ihrem Beruf meinen, ein Beispiel an der vollendeten Sprachtechnik des Herrn Possatt nehmen, der kürzlich den Nathan in Nathan der Weise hier darstellte und den man selbst bei leisestem Sprechen jede Silbe deutlich verstanden hat, hauptsächlich dadurck), daß er die Konsonanten nicht nebensächlich behandelt und selbst wenn er am Ende eines Satzes den Ton etwas fallen läßt, immer voll­ständig deutlich bleibt.

Im übrigen war die VorstellungDas Glück im Winkel", was insbesondere die Darstellung anbelangt, wie schon in der Besprech­ung hervorgehoben, eine ganz vollendete und es ist nur zu be­bau ent, daß sie durch solche bei einiger Aufmerksamkeit und gutem Willen leicht zu vermeidende Fehler um ihre Wirksamkeit gebracht worden ist.

Ein Abonnent aus den vorderen Reihen des Parketts.

Hessen-Nassau.

0 T? ar bürg, 6. März. Tas au- 2 Offizieren, 10 Ober- ^em und 70 Mann bestehende Kommando deS hiesigen IägerbataillonS, welches seit dem 25. Februar zur Verfolgung der Zigeuner im Rböngebirge weilte, ist gestern abend wieder hier eingetroffen. Leider sind seine Bemühungen ohne Erfolg gewesen. Tic philoso­phische Fakultät der hiesigen Universität verlieh dem be­kannten Luftschiffer Major v. Abercron in Mühlheim den Titel eines Ehrendoktors. Der mehrere hundert Mit­glieder zählende Marburger Berschönerungsveretu hat wieder bedeutende Mittel zur Pcrsckiönerung und Instand­haltung der zahlreichen öffentlichen Anlagen und Prome­naden bereitaestellt. DaS Hauptgewicht soll in Zukunft auf die Vermehrung der schattigenTalpromenaden gelegt werden.

x AuS dem Ohm tal, 6. März. Seit aeftern ist die Lhm bei Kirchhain schon wieder aus den Ufern getreten. DaS Wiesental dort bildet einen großen See.

,'orgialtiger geschlossen «cks vorher lieber die Zigeuner, .»tsonders die Ebender, gehen in allen Orten die wildesten Kaubergeschichten um; diese Erzählungen sind alle glatt rhinben Tie Gendarmen sind aus der Schlitzergegend riebet in ihre Standorte zurückgekehrt. Daß man in manchen Ortschaften die Torfwachen nicht allzu ernst nimmt jnb einen sehr gefährlichen Scherz sich erlaubt, zeigt folgen .-es Vorkommnis. In der Mitternacht naht sich in einem Torfe einem Posten unter Gewehr eine verdächtig aus- vbenbe Persönlichkeit; verschallter Rock, tief in daS Gesicht .czogener Hut, Zigeunersprache sind Zeichen, die den Arg­wohn des Postens erregen.Wer da?" schalltS dem Ber- Uchtigen entgegen. Keine Antwort. Auch dem zweiten mb dritten Ruf folgt Stille. Der Posten reißt das Gewehr cn die Backe, da ertönt der Ruf:Ei, ich sein's ja!" Ein putsche aus dem Torfe hat sich den gefährlichen Spaß er- liubt. Der Posten war nicht Soldat gewesen und kannte nicht die Gewehreinrichtung, sonst wäre der Schuß losgegangen und das größte Unheil konnte geschehen.

Kreis Friedberg.

- Friedberg, 6. März. Zur hundertjähri- genJubiläumSseier 1913 des 13. Husar en-9t egi- ments findet hier im Gasthaus zum Gambrinus am nach- iten Sonntag eine Versammlung der Gruppe Friedberg statt.

L. Friedberg, 6. März. Die ®oanjg. Konferenz ür Hessen (sogenannte Friedberger Konferenz) tagte heute nachmittag im Saale der .Drei Schwerter* dahier. Sie war nuöerorbentlid) stark besucht. Ter Direktor deS Prediger- semmarS D. Eger hielt einen fesselnden Vortrag über .Die Erteilung deS 'Religionsunterrichts in den Schulen*. Der Redner stand in feinem Vortrage ganz auf den, Standpunkte btt gemeinsamen Schule, wie sie daS heffifche Volksfchulgesetz oorschreibt, wie auch für Erteilung deS christlichen Unterrichts. Er fordert für den Geistlichen nur ein MitderatungSrecht an Str Beaufsichtigung deS Religionsunterrichts, fein 93eauf- ichtigungSrecht im allgemeinen. Eine rege Aussprache schloß ich an.

7000 Mark für bie Gesandtschaft i n Bert," mehr ge­fordert. StaatSmmister Ewald tritt für die $enillitning der Summe ein, ebenso die Adg.i Molkhan, Dr. dann und Dr. Weber. Abg. Raab vertritt btn sozialdemokratisch ;i Standpunkt. Da- Kapitel wird genehmigt, ebenso tue folgenden Kapitel bi- 22.

Bei Kapitel 23, Ministerium des Zirnern, ipridtf zunächst Minister v. Homberg k.

Zur Präsidentenwahl.

Berlin, 7. März. iTrabtbcritbt.) DerBerliner Lokal- anzeiger" meldet aus Berlin: Das Zentrum ist bereit, als Entgelt dafür, daß die N a t i o n a 11 i b c r a l e n ihre Stellung zur Sozialdemokratie in der ReichSlmzSvräsitnumSsragc geändert haben, diesen den Präsidentensitz zu überleiten. Wte weiter verlautet, würde daher Dr Paasche ReickstagSpräsident werden. DaS Zentrum, das sich mit dem Ersten Vizepräsidenten begnügen will, wird für dieses Amt Tr. Spahn präsentieren, den zweiten Vizepräsidenten sollen die Konservativen in der Perlon deS Herrn Dietrich stellen. Aber es wird auch eine Kombination erwogen, welche btc Linke nicht völlig auSi'chaltet, und eS würde dann Syndikus D o w e feinen Posten als zweiter Vizepräsident behalten. vorausgesetzt, daß die mehr linksstehenden Parteien an einem Präsidium teünebmen wollen, von dem die Sozialdemo^ traten völlig ausgeschlossen sind.

Tie Lage im Ruhrkohlengebiet.

Essen a. b. R., 7. März. Die Lage wird als beun­ruhigend angesehen. Von den 340000 Arbeitern sind zwei Drittel nicht organisiert. Bei diesen, nicht bei den Organisierten, ruht die Entscheidung. In den letzten lagen wurden die Löhne aus verschiedenen Ztuhrzechen erhöht, zum Beispiel bei der großen Hanielfchen ZecheRheinpreußen" ab 1. Marz. Die Erhöhung beträgt bis zu zehn Prozent, während die Verbände fünfzehn Prozent forderten. Aussallig ist, daß utiverHältniSmästig viele Belegschaften Krankenscheine fordern. Diese Erscheinung zeigte sich früher vor dem AuSbrttch des großen AuSstandeS. Namentlich auf den Zechen des Dortmunder Reviers haben sich Hunderte von Bergleuten Krankenscheine ausstellett lassen.

nach Hause zu schleppen nach Nieder-Ohrnen zum nete Männer begleiteten

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unterwegs den Steinbruch verlassen. Heute wurde der Klinik gebracht. Man bringt geuner Ebender in Zusammenhang, den mehrere Leute in der Gegend gesehen haben wollen, so z. B. ein Kaufmann in Ober-Ohmen Ebender soll am Sonntag abend in dessen Laden gewesen sein und die Schulkinder in Ruppertenrod wollen dieser Tage einen Mann, auf den die Personal­beschreibung Gbenders genau paßt, während der Pause ge» sehen haben, wie er über den Schulhof ging.

Kreis Wetzlar.

g. Krofdorf, 7. Mär^. Heute morgen kurz nach Uhr entstand in der nahe bei Krofdorf gelegenen See - mühle aus bis jetzt unaufgellärte Weise Feuer, das die freistehende Scheuer bis auf die Umfassungsmauern niederbrannte. Der Besitzer konnte mit seiner Familie nur das Vieh retten. Bis die Feuerwehr erschien, war die 3dwuer total ausgebrannt. Dem günstigen Winde war es ;u verdanken, daß das sehr nahestehende neue Wohnhaus rom Feuer verschont blieb. In Krofdorf hatte man den iw and nicht eher gemerkt, als bis Arbeiter, die nach Gießen tu an der Mühle vorbei kamen, die Meldung brachten.

8. Wißmar, 6. März. Der tn den 30er Jahren sichende verheirate Karl Adam von Wißmar wird seit zwei Tagen vermißt. Da der Hut und daS etwa 30 Mk. ent­haltende Portemonnaie des Vermißten in dem Nachen eines diesigen Fischers an der Lahn gefunden wurde, nimmt man cn, daß der Mann den Tod in den Wellen gesucht und ge- finden hat. Die Leiche konnte bis jetzt noch nicht geländet werden.

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