Ausgabe 
9.2.1912 Erstes Blatt
 
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Überall efhlltilcb.

1909

77 942

1910

72936

Alle Rechte unverändert

Auergesellschaft k Berlin 0.17

1911

63 309 Fremde.

gestellt worden und wird fortgerührt werden. Zn 46 Hotels, Gast- und Logier wirtschaften b.icben über Nacht

Ausland.

Auf dem Wege zur Home Ruleversammlung in Seif aft wurden der englische Minister Chur­chill und seine Gattin von einer erbitterten Menge von Home Nule^egnern empfangen, welche dem Auto­mobil des Ministers den Weg zu sperren suchten. Die Polizei half Churchill, den Versammlungsort, den Fuft- ballspiclplatz, zu erreichen, wo Militär in einer Stärke von fünftausend Mann in der Nähe bereit gehalten lvurde, um etwaigen Unruhen die Spitze zu bieten. Trupps von Home Rule-Gegnern ziehen mit ätöden bemaffnct durch die Straften. Die Wogen der Parteileidenschast geben hoch.

Der französische M arineminister hat die Hasenbehörden von Brest und Lorient beauftragt, alle er» sorderliä)cn Vorbereitungen zu treffen, um am 1. Mai die Kiellegung zweierDreadnoughts" von 23500 Tonnen vorzunehmen, die in drei Jahren vollendet sein sollen.

Aus Stadt und Land.

Gienen, 9. Februar 1912.

Der Fremdenverkehr in Gießen

ist erheblich zurückgegangen. (Sine amtliche Statistik über den Verkehr der Logiergäste in Hotels und Gasthäusern ist durch das Polizciamt fnr die drei letzteit Jahre zusammen­

Dom italieniid)=türfifct)en Kriegsschauplatz.

Niederlagen der Italiener Bei Beughasi.

Konstantinopel, 8. Febr. Tas Kriegsministe­rium übermittelt der Presse eine Depesche des Komman­danten von Benghasi, imch welcher die Italiener bei den nächtlichen Angriffen der Türken und Araber am 25., 26. und 27. Januar große Niederlagen erlitten. Die Italiener hät­ten über 1300 Tote gehabt, die auf ungefähr 10 Scha­luppen aus die Kriegsschiffe gebracht worden seien. Die Stadt fei voller Verwundeter. Einige italienische Kompagnien seien vollständig vernichtet worden. Die Türken und Araber hätten im ganzen 28 Tote und 89 Verletzte.

Deutsches Ueich.

In der Sitzung des Bundesrats am Donnerstag wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen: die Vor­lagen betreffend die Prägung von Zweipsennigstücken im Betrage von zwei Millionen Mark, die Prägung von Ein­pfennigstücken im Betrage von drei Millionen Mark, ferner der Entwurf des Gesetzes betreffend den Gütertarif für den Kaiser-Wilhelm-Kanal. Der Ergänzung der Materialvor­schriften für die Land- und Schiffsdampfkessel wurde zu­gestimmt.

Die Wirtschaftlich e Vereinigung bleibt, wie uns Abg. Dr. Werner schreibt und >wie auch das Wolffsche Bureau berichtigt, als durchaus selbständige Gruppe des Reichstags bestehen. Vorsitzender ist Abg. Behrens, Schriftführer Abg. Dr. Werner-Gießen, der bi? W. Vg. in der Budgetkommission beim Postetat vertreten wird.

wn Rheinvaben beabsichtigte, ite dayer ganz folgerichtig 1909 aus der Einkommensteuer auszuscheiden und die Erwerbsgesell- Aatten mit einer besonderen Gesellschaft äst euer zu belegen. Die Verwirklichung dieses an sich richtigen Gedankens war aber zu wenig einwandfrei entworfen, um bie Zustimmung des Landtages w erlangen. Inzwischen hat das Reich mit der Talonil'uer seine Hand auch auf dieses Steuergebiet gelegt. Ihm gehört auch der Bassermannsche Vorschlag einer Reichsdividenden- fteucr an. Manches weist da raut hin, dieses Steuergebiet bei der Deckung des neuen Neichsbevarfs besser als durch die Talon­steuer auszunutzen. Die Beiteuerung des Gros unserer Erwerbs- qesellschasten durch das Reich würde ernstlichen technischen Schwie­rigkeiten nicht begegnen, dagegen wohl geeignet sein, die Erb- anfall steuer, auf die es doch in erster Linie abgesehen zu sein scheint, in erwünschter Weise zu ergänzen. Und zwar nicht bloß hinsichtlich der Ertrages, fonbern auch nach der Richtung der Ueberwindung der Schwierigkeiten, welche die Ver­abschiedung der Orban falt neuer zweifellos bieten wird. Es ist an sich eine schwere Zumutung für die Parteien, welche 1909 diese Steuer ablehnten, jetzt dafür zu stimmen. Und zwar um so mehr, als die demokratische Presse sich eifrig bemüht hat, aus dieser Steuer einen Geßlerhut fürRitter und Heilige" zu konstruieren Die Ueberwindung di-ser Schwierigkeiten, über deren hervorragende Bedeutung für unsere Gesamtnolitck man nicht im Zweifel sein kann, könnte vielleicht durch die Verbindung de r Erban fall st euer mit einer Besteuerung des mobilen Kapitals wesentlich erleichtert werden. Vielleicht böte eine solche Verbindung dann die Brücke zur Ver­ständigung.

Herr v. Zedlitz meint, die Lage der Dinge weise ge­bieterisch daraus hin, die organische Neuordnung des preußi­schen Steuerwesens bis dahin $u verschieben, daß sich die Rückwirkung der Maßnahmen des Reichs daraus zur Be­friedigung seines Einnahmebedarfs übersehen lassen.

Heer und Flotte.

Generalfeldmarschall von Hahuke f.

Berlin, 8. Febr. Heute nachmittag ist Generalfeld- marschall von Hahnke gestorben.

Der Verstorbene hat bekanntlich in hoher Gunst bei Kaiser Wilhelm II. gestanden. War er doch von 1888, also fast von der Zeit des Regierungsantritts Wilhelms II. an, bis 1901 Chef des 'Militärkabinetts. Zu vielerlei Missionen wurde er in diesem bewegten ersten Jahrzehnt der Regierung des jetzigen Kaisers herangezogen. Erinnert sei daran, daß er nach der ersten Aufforderung des Kaisers an Bismarck zu dessen Rücktritt, die der Chef des Zivilkabinetts v. Lueanus zu überbringen hatte, dem Altreichskanzler nach zwei Stunden bereits eine zweite Aufforde­rung überbringen mußte. Hahuke ist stets weniger als Militär wie als Hofmann hervorgetreten. Wegen seines hohen Alters hauptsächlich trat er vor elf Jahren von dem Militärkabinettsposten zurück und übernahm den Ehrenposten eines Gouverneurs von Berlin und eines Oberstkommandierenden in den Marken. Hahnke war geboren am lz Ol'wber 1833, hat also ein Alter von fast 79 Jahren erreicht. Er hat als Hauptmann im Garde-Grena- dier-Regiment Nr. 3 den Feldzug gegen Dänemark und im Stabe des Kronprinzen Friedrich Wilhelm den Krieg gegen Oesterreich mitgemacht, den Einheitskrieg von 1870/71 als Major im General­stab des Kronprinzen 18*2 wurde er Chef des Generalstabes des dritten Armeekorps, 1881 Kommandeur der 1. Garde-Jnsan- lerie-Brigadc und Kommandeur von Potsdam, 1886 Kommandeur der 1. (Varde-Division und, wie erwähnt, 1888 Chef des Militäc- kabinetts. Hohe Ehrungen sind ihm wiederholt vom Kaiser zuteil geworden: so wurde er zum Mitglied deS preußischen Herren­hauses, zum Inhaber des Schwarzen Wlerordens und schließlich sogar zum Kanzler des Ordens vom Schwarzen Adler ernannt.

Im Jahre 1909 fanden die Viehmärkte ungehindert statt. Sie wurden Anfang November 1910 verboten und durften 1911 überhaupt nicht abgehalten werden. Vergleicht man die Zahl der Fremden der Jahre 1909 und 1911 mit­einander, so ergibt sich, daß durch den Fortfall der Märkte im letzten Jahr ein Minderbesuch von 14633 Gästen sich ergeben hat. Es macht dies auf die 46 Logi'r- oder Gast­häuser, die noch nicht einmal alle für Biehmärkte besuchende Fremde in Frage kommen, wenn man ein Logisgeld von 1,50 Mark annimmt, einen Linnahmeaussall von rund 22000 Mk. oder für jedes Gasthaus 500 Mk. im Jahr. Ter Ausfall an Miete für einzelne Wirte, die für Marktgäste eingerichtet sind, ist natürlich erheblich höher, besonders bei den Wirten, welche jenfti.s der Lahn wohnen und durch große Stallungen für das Einstellen des Marktviehs ein­gerichtet sind. *

** Tageskalender für Freitag, 9. Febr. Stadl- t Heater,paus Son nenn öfters Höllenfahrt*. An- ang 8 Uhr.

LicUlbildervortrag von Tr. Olpo-Tübingen: Aerzl- liebe Million und trovifdic Krankheiten. Abends b1/. Uhr im großen Hörsaal der Universität.

** Uebcrtragen wurde dem Schulamtsaspiranten Phil. Schnell aus Pfaffen-Schwabenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nein-Krotzenburg.

** Das Vorlesungsverzeichnis der Landes- Universität sür das Sommersemester 1912 ist erschienen und sür 20 Ps. zu haben. Die Immatrikulationen beginnen am 15. April, während die Vorlesungen am 22. April ihren Anfang nehmen.

** Hoflieferant. Der Großherzog hat dem In­haber der Ferbersclhen Universitäts-Buchhandlung, Buch­händler Karl Koch, den Charakter eines Hofbuchhändlers verliehen.

** Ä'o it i c r tti er e i n. Das Konzert der Mei ning er Hofkapell e wird außer den beiden Regerschen Werken, aus die bereits hingewiesen wurde, SdptbeitZ EiUr'aet aus der Rosamunde, jenes kleine reizende Orchester stück, und als Hauptnmumer des ersten Teils die 4. Symphonie von Brahms in E-nwll bringen. Es ist ein bemerkenswertes Zeichen Regerscher Siiniftaufunung, daß, er Brahms auf seinen bisl-erigen Programmen eine so bevorzugte Stelle eintäumt. Ist doch gerade denMeiningern" von Bülow und Fritz Steinbach, nicht zum wenigsten aber auch von dem nur allzufrüh verstorbenen Brahmsfreund und Kenner Mühl- s e l d^her die liebevolle Pflege Brahmsscher Werke eigen. Unter den Symphonikern des 19. Jahrhunderts steht nach Beethoven zweifellos Brahms in erster Linie. Es ist nicht zu vielgesagt, wenn Kretzschrnar schreibt, daßsein Name in der Musik­geschichte aller Wahrscheinlichkeit nach an die Spitze der Jnstru- mentaltonknnst treten wird". Während uns die 3 ersten Sym­phonien (zulest die freundliche zw.ste in T-dirr) unter der Leitung Prof. Trautmanns aus früheren Konzerten her bekannt siild, ge­langt die vierte zur erstmaligen Aufführung in Gießen. Sie ist int Jahre 1885 entstanden und vielleicht als die reifste anzusprechen. Einfach in ihrer Anlage und .übersichtlich in den Hauptthemen zeigt sie den Komponisten des Deutschen Requiem in der Fülle seiner schöpferischen Kraft und im Besitze einer so mächtigen Individualität, wie sie sich kaum in einem anderen seiner sym­phonischen Werke so eindrucksvoll offenbart. Ein Werk für wenige, aber auserlesene und verständnisvolle Hörer, wie Reimann sagt. Mit einem fast elegischen Gesang in schlichter Einfachheit be­ginnend, erfährt sie schon im ersten Satze nach relativ kurzer Durch­führung eine gewaltige Steigerung. Dem zwetten wie dritten Sähe liegen einfache, fast an mittelalterliche Klänge gemahnende Themen yu Grunde. Das eigenartigste und interessanteste, rin Meister­stück musikalischer Erfindung und Durchführung ist das Finale. Es ist eine kunstgerechte Chaconne mit 30 Variationen nebst Koda. Das adfttaTtigc Thema erfährt im Verlaufe dieser Variationen die genialsten und überraschendsten Umformungen. Besonders ergrei­fend sind der E-dur-Satz int 3/s Takt und die feierlichen, weichen Alkorte der Posaunen, die hier eine wundervolle «Klangwirkung hervorbringen. Der Stimmung itach lenkt das Werkin dos Ge­biet, wo Leid und Freude schweigen, und das Menschliche sich vor dem beugt, was ewig ist" (Kretzschrnar). Als Simphonie wird sie als das großartigste Werk der neuzeitlichen symphonisä>en Literatur bezeichnet. Wer sich für das Werk interessiert, sei auf die sehr gute, nicht ganz leichte Bearbeitung für Klavier von Robert Keller, zweihändig, Verlag von Simrock, und die vierhändige Bearbeitung (C. F. PeterS) hingewiesen. Analysen existieren von Kretzschmar u. a. und ebenso gibt es von dem Werke die bekannte kleine Eulenburgsche Orchesterpartitur.

** Schimettläufe auf dem Hoherodskops. Der Schiklub Wintersport, Gießen (Gießener Schiklub) sieht sich veranlaßt, seine auf Samstag und Sonntag angesetzten Schi- wettläufe auf dem Hoherodskops wegen der ungünstigen Witterung bis auf weiteres zu verschieben.

** F. Cumberland, der bekannte Antispiritist, zeigte gestern abend in Steins Garten vor einem zahlreichen Publikum die M a ch t der Suggestion. An seinen ver­blüffenden Gedächtnis- und .Kopfrechenkünsten (er errech­nete u. n. im Kopf zweistellige Zahlen bis zur 3. und 4. Potenz) bewies der Vortragende auch die Fähigkeit der Autosuggestion als Hilfsmittel bei geistigen Leistungen. Bei dem sogen. Gedankenlesen wurden von Mm. Cumberland geradezu überraschende Erfolge erzielt. Die weiteren Dar­legungen waren abwechslungsreich unterbrochen durch die Vorführung von Zauberkunststücken und antispiritistischen Experimenten, wobei die Suggeswn in Verbindung mit ge­schickt hervorgerufenen Sinnestäuschungen sich als eigent­licher Zauderstal) erweist, mit dessen Hilfe derehrliche" Zauberkünstler und vor allem die schwindelhaften Medien ihre Künste fertig bringen. Tas Publikum, das sich zum Teil aktiv an den Versuchen beteiligte, folgte mit regem Interesse den gelungenen Versuchen und zeigte sich zum Schluß durch lebhaften Beifall dankbar für einen Abend, aus dem man mancherlei nachdenklich stimmende Anregung mit nach Hause nehmen konnte.

** Karneval in Gießen. Die beiden karnevalistischen Veranstaltungen in Steins Garten waren ausschließlich von dem Bund deutscher Karnevalvereine veranstaltet, der sich die Aus- stabe gestellt hat, hier wieder einen schönen, vornehmen Karneval ms Leben zu rufen. Diese Wsicht ist gelungen, denn es hat sw) sofort eine geschlossene Gesellschaft von Gießener Bürgern gebildet, die sich als Große Gießener Karneval-Gesellschaft 1911 die Pflege des Karnevals zur Aufgabe gemacht hat. Mit Unter­stützung der auswärtigen Herren vom Bund wird die Gesellschaft am Fastnachtsonntag einen großen Karnevalzug veranstalten, der bei der Gießener Bürgerschaft starken Anklang findet. Tie Spenden Aur Ausgestaltung des Zuges gehen natürlich an die Große Gie- hcner Karnevalgeiellschaft 1911 über und auch ein etwaiger lieber - lchuß bliebt in Gießen. Eine Versammlung, die sich mit dem

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einen billigeren Kredit zu erlangen, die Zinsgarantie über­nommen habe. Stadtv. Henrick kommt dann zu den so­zialpolitischen Fragen. Die Gewerbetreibenden werden be­unruhigt, weil die neue Erwerbsgesellschaft immerhin mono­polistische Interessen habe. Deshalb habe man alle mög­lichen Kautelen in den Vertrag hineinzubringen versucht. So sei die Genehmigung der Bürgermeisterei bei der Ver­gebung von Arbeiten und Lieferungen erforder­lich. Dabei soll aus hiesige Gewerbetreibende be­sondere Rücksicht genommen werden.

und Vorteile der Beamten sollen _________

von der Gesellschaft übernommen werden. Auch sind alle Arbeitsverträge einem Ausschuß vorzulegen. Troyalledem wird man aber keine volle Freude bei der Sache empfin­den Tie Teilnahme einer Erwcrbsgesellschaft an kom­munalen Angelegenheiten wird als ein Fremdkörper emp­funden. Hier aber muß die Frage lauten: Können die Darmstädter Derkehrsverhältnifle bleiben wie sie sind, und gibt cS unter den obwaltenden Umständen einen besseren Ausweg als den hier vorgeschlagenen? Das muß verneint werden. Nach der geschäftlichen Seite bestünden keine Be­denken. Die neue Gesellschaft wird kaufmännische Rück­sichten nickt auS den Augen verlieren. Ist die Lösung dec Frage auch nicht ideal, so ist sie doch nach Lage der Äichc immerhin die bestmöglichste.

Stadtv. Dr. Bendc r verteidigt ebenfalls das 8er- tragSwerk. Er sprach besonders über die Dertragsdauer. Es war beabsichtigt, eine möglichst geringe Dauer fcslzu«

weiteren Ausbau dcs Zuges besaßt und bei der jeder Interessent willkommen ist, iludet heute abend im Hotel schütz statt. Eine große Anzahl hiesiger Fuhrhalter haben ihre (fk)panne bereits zur Verfügung gestellt. Auch eine Reihe fertiger Wagen sind bis jetzt angcmelbct.

** Eine neue Polizeiverordnun^g, die Auisict't über die Hunde betreffend, die am 1 März d. I. in Kraft tritt ist im heutigen Amtsblatt veröffentlicht. Sie enthält namentlich neue Bestimmungen über das Anleinen' der Hunde aus Straßen und Plätzen, die wir der Beachtung aller Hundebesitzer empfehlen

Landkreis Gießen.

= Ettingshausen, 8. Febr. Am Sonntag sand hier im Saale des Gastwirts Sommer ein Überaus zahlreich besuchte Gemeindeabend dcs Evangelischen Bundes stall. Er stand unter dem Zeichenchristlich-deutsch". Diese Losung klang h«n> durch durch die Reden und durch die gut vorgetragenen TeNa mationen der Schulkinder Lehrer Kraußbaar sprach über Elternhaus und Schul e". Seine Aussührungen sanden reichen Beifall. TerGemischte Chor" und der Männergesang vereinKonkordia" trugen zur Verschönerung des Abends durch ihre schönen Borträge bei. Reichen Beifall sand auch das herr­liche Solo des Lehrers Lack, der überhaupt am Gelingen des ganzen Abends reichen Anteil hatte. 3m Säüußwort drückte Bürgermeister Keil dem Veranstalter des Abends, Pfarrer Nies, den Tank der Gemeinde aus, der schon vorher allen Beteiligten herzlich gedankt hatte.

Kreis Friedberg.

x B ad-Nauheim, 8. Febr. Professor Dr. Helmke Friedberg, der durch seine Ausgrabungen auf der Capersburg in den letzten Jahren bekannt geworden ist, sprach an zwei Abenden, am Dienstag und heute, überTrier a l s römische Kai­ser st a d t" beide mit Beifall aufgenommenen Vorträge durch zahlreiche Lichtbilder erläuternd. Den oberen Klaffen der die- Figen Schulen waren Eintrittskarten zu beiden Abende« frei überlassen worden. Zum zweiten Male seit Bestehen kann an unserer Ernst-Ludwig-Schule die Einj ädrigen Prüfung stattfinden. Die Anfertigung der schriftlichen Ar­beiten dazu erfolgte diese Woche.

L. Bad-Nauheim, 8. Febr. Die Pläne zum Umbaut uns eres Bahnhofs-Empfangsgebäudes wurden vor einiger Zeit von der Eisenbahndireklion eingefordert, weil einige Aenderungen vorgenommen werden sollten. Dadurch könnte an dem Bau nicht weiter gearbeitet werden. Jetzt sind die Zeich­nungen wieder zurückgekommen und die Arbeiten haben wieder begonnen. Die Bausirmen hoffen, bis zum Beginn der Haupt­badezeit fertig zu werden.

Hesfen-Naffau.

'} Marburg, 8. Febr. Vergangene Nackt e r s ch o ß sich tn >einer Wohnung aus unbekannten Ursachen der Student der Medizin Franz Schultheis aus Hersfeld.

Zur Regelung der Derfet)r$fragen in Darmstadt.

bs. Darmstadt, 8. Februar.

In der heutig en Sitzung der Stadtverordneten wurde die Neuregelung der Berkchrsfragcn in der Stadt besprochen. Oberbürgermeister Dr. Glässing l)vfst, daß die vorliegenden Vertragsentwürfe nach großen Ge­sichtspunkten Beurteilung sinden. Dem vorliegenden Ver­tragswert gehöre ein gutes Stück Zukunft. Der Einfluß der Stadt ist in ausreichendem Maße gesichert. Er sei sich bewußt, daß Wünsche und Beschwerden dem neuen Unter­nehmen nicht erspart bleiben 9hir schweren Herzens gebe die Stadt einen Teil ihrer Selbständigkeit auf, sic bringe dieses Opfer in der Voraussetzung, daß der Einfluß der Stadt genügend sichergestellt ist.

Stadtv. Henrich führte aus, daß es sich um eine riefeinschncidcnde Frage handele, die nicht allein vom ltheo­retischen Standpunkte aus zu betrachten sei. Tic Verkehrs­verhältnisse in Darmstadt seien nicht einheitlich. Um zu einer Aenderung zu kommen, gäbe es verschiedene 29ege. Man könne die Süddeutsche Ei send ahn-Gesellschaft aufkaufen, man könne abwarten, bis der Vertrag mit di ser Gesell- chaft, der noch 25 Jahre läuft, erledigt sei, oder man könne ich einigen. Aus mancherlei Gründen müsse man sich für )en letzten Weg entscheiden. An dem neuen Unternehme» ist Darmstadt mit 50 Proz. beteiligt. Gern hätte man 51 Proz. gewünscht, um die unbedingte Mehrheit zu haben, das konnte aber nicht erreicht werden. Das unbclingte Einspruchsrecht sei aber der Stadt gesichert. Es wer sc sich die Frage auf, ob es richtig sei, eine Cnoerbsgesellsclhaft in die Interessen der Stadt hincftlHubeziehcn Ties sei in dem vorliegenden Fall aber notwendig gewesen In wirt­schaftlicher Hinsicht ergebe sich daraus eine Vereinheit­lichung des Verkehrs und ein erheblich billigerer PreiS für elektrische Energie. Dazu kämen noch andere Erleichte­rungen. Ter Zehnpfennigtarif solle bestehen bleiben und noch ausgedehnt werden, was besonders beachtet werden müsse, wenn man berücksichtigt, daß der neue Bahnhof V< Stunde von der Stadt entfernt sei. Eine Schattensci 0 fei die Abschneidung des südlichen Stadtteils auS dem Zehn- pfennigtaris Ein Borzua fei es auch, daß neue Linien, die von der Staotverordnetenversammluna ge­wünscht werden, eingerichtet werden müssen, soweit sie einem wirklichen Bedürfnis entsprechen Der Redner bespricht dann die finanzielle Seite des Vertragswertes und hebt hervor, daß die Stadt, um