Metern fast im Bau beendet sind. Im nächsten Jahre — im Winter ruht die Arbeit — soll die südliche Quermole und die Haseneim'ayrt in Angriff genommen werden Ter Bau des Tor- pedoboothasens wird annähernd 30 Millionen Mark kosten.
Aus Stadt und Land.
Dietzen, 9. September 1912.
•• Empfänge. Der Großherzog empfing am 7. Sept, fccn Finanzamtmann Doerr, Vorstand des Finanzamts Schotten.
•• Auszeichnungen. Der Grobherzog hat das Ritterkreuz erster Klaffe dcS Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Flieger August Euler in Frankfurt a. M. und das Ritterkreuz zweiter Klaffe desselben Ordens dem Leutnant v. Hiddeßen im Leib-Dragoner-Regiment (2. Großh. Hess.) Rr. 24 verliehen.
**Lehrerpersonalien. Ter Grotzherzog hat am 7. September d. Js. den Oberlehrer an dem Ludivigs-Georg-Gym- nasium zu Darmstadt, Professor Eduard Winter auf sein Nachsuchcn unter Anerkennung seiner langjährigen und treuen Dienste und hinter Verleihung des Charakters als „Geheimer Schulrat" mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an in den Ruhc- stano verseht und den Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt Professor Ernst Kleinen zum Oberlehrer an dem Ludwig Georgs-Gymnasium zu Darmstadt, den Oberlehrer an dem Landgraf-Ludwigs Gymnasium zu Gießen Professor Dr. Julius Fink zum Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt, den Lehramtsassessor Dr. Jakob Horn zu Gießen zum Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberrealschulc zu Gießen, sämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an, ernannt. Ebenso hat der Grotzherzog den Oberlehrer an der Pik- toriaschulc und dem Lehrcrinncnscminar zu Darmstadt Professor Karl Thylmamr, auf sein Nachsucl)en unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und unter Verleihung der Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und den Kreisschulinspektor bei der Krcisschulkom- mission Offenbach, Schulrat Balthasar Schaub auf sein Nach- suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und unter Verleihung des Charakters als „Geheimer Schulrat" mit Wirkung vom 1. Oktober d. Js. an in den Ruhestand versetzt. Gleichzeitig hat er den Kreisschulinspektor bei der Kreisschulkommission Büdingen Schulrat Heinrich Scherer zum Kreisschulinspektor bei der Kreisschulkommission Offenbach mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an und den Oberlehrer am Realgymnasium und dey Oberrealschule zu Gießen Ernst K e tl e r zum Oberlehrer am Landgraf-Ludwigs Gymnasium zu Gießen mit Wirkung vom 16. September 1912 an ernannt. Ferner bat er den Pedellen an der Realschule in Butzbach Philipp Rumpf auf sein Nachsuchen, unter Anertennung seiner treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an in den Ruhestand versetzt.
•• Maul- und Klauenseuche. Im Großherzogtum Hessen ist die Provinz Rheinhessen völlig scuchenfrei; in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen dagegen herrscht die Maul- und Klauenseuche zusammen in 9 Gehöften, die sich auf 5 Gemeinden in 4 Kreisen verteilen; die Schweine - seuche herrscht in Oberheffen in 4 Gehöften, die sich auf 4 Gemeinden in 3 Kreisen verteilen. — Im Regierungsbezirk Kassel wurde am 31. 9(nguft in 92 Gehöften, welche sich auf 10 Gemeinden in 4 Kreisen verteilen, die Maul- und Klauenseuche feslgestellt. Die Schwcineseuche herrschte in 22 Gehöften, welche sich auf 18 Gemeinden in 12 Kreisen verteilen. Der Regierungsbezirk Wiesbaden ist jetzt von der Maul- und Klauenseuche frei, dagegen herrscht die Schweineseuche in 27 Gehöften, welche sich auf 22 Gemeinden in 9 Kreisen verteilen.
** Postscheckverkehr. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende August 1912 auf 70 644 gestiegen. (Zugang im Monat August allein 1048.) Auf diesen Postscheckkonten wurden im August gebucht 1253 Millionen Mark Gutschriften und 1 258 Millionen Mark Lastschriften. Tas Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug int August durchschnittlich 141 Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspostscheckämter mit dem Postfparkassenamt in Wien, der Postsparkasse in Ofeupest, der luxemburgischen und belgischen Postvernxfftung sowie den schweizerischen Postscheckbüros wurden 6,1 Millionen Mark umgesetzt und zwar ans 2660 Uebertragungen in der Richtung nach und auf 12 220 Uebertragungen in der Richtung aus dem Auslande.
Kreis Alsfeld.
th. Romrod, 8. Sept. Am Donnerstag fand in der hiesigen Kirck>e die diesjährige Dekanats-Synode statt. Nach dem Eröff- nungsgottesdienst erstattete der Vorsitzende den Rechenschaftsbericht: danach betrug die Zahl der Kirchenbesnck>er durchschnittlich 5416 gleich 32,4 Prozent (1910: 5408 gleich 32,7 Prozent, der Konfirmanden 23 284 gleich 139,2 Prozent (1910: 22 817 gleich 138.1 Prozent. Geopfert wurden gegen 15 612 Mark: im Jahre 1910 13 691 Mark, lieber die Tätigkeit des Erziehungsvereins, in dessen Pflege sich gegenwärtig 42 Kinder befinden, erstattete Pfarrer Hoffmann-Hopfgarten Bericht und über die .Heidemission Pfarrer Tannenberger -Schwarz; auf das Feld ber inneren Mission führte Pfarrer U n v er z a g t-Kirtorf. Im Anschluß an den Bericht über den evang. Bund durch Pfarrer Dr. Becker- Alsfeld faßte die Synode folgende Entschließung: „In der lieber» zeugung, daß dieselben Gründe, die vor 40 Jahren zur Annahme des Jesuitengesei es geführt haben, noch heute verwalten, und daß eine Wiederzulasfung des Jesuitenordens den Ion essionellen Frieden anfs empfindlichste gefährden würde, bittet die T-ekanats-Sytwde des Dekanates Alsfeld Großh. Ministerium, int Bundesrate zur Aufrechterhaltung des Gesetzes einzutreten und jeder Erweichung in den AuSsührnngsbestimmungen die Zustimmung zu versagen." Pfarrer S o m m e r l a d - Meiches empfiehlt, nachdem er über den Gustav-9ldolf Verein berichtet hatte, in diesem Jahre die Kon- firtnandengabe für eine lwfsische Tiaspora-Gemeinde in Bieber bei Offenbach. Bürgermeister Korell-Eudvrs und Pfarrer Sommer- lad-MeicheS wurden dann zu Mitgliedern des Dekanats Llussckmsses gewählt, ferner als (Stellvertreter Bürgermeister Schmidt Strebendorf und Pfarrer Dr. Becker Alsfeld Pfarrer Belle-Wahlen sprach sodann tibg: „Tie Stellung der Kirche zu den Sekten und (Wemein» fdxnteu unter Berücksichtigung der Verhältnisse im Dekanat". An der Aussprache beteiligten sich drei Plärrer. Zum Schluß verbreitete sich Pfarrer S a u e r m e i n eingehend über die Pfriinden- verbesserung.
Kreis Friedberg.
X Friedberg, 8. sept. Einen gemeinsamen Besuch der Ausstellung „Ter Mensch" in Darmstadt hat der Bezirks-Lehrer- verein Friedberg Bad-Nauheim für den 18. September geplant.
L. Friedberg, 8. Sept. An unserem neuen Postgebäude auf der Mainzer Dor Einlage wird sehr fleißig gearbeitet. Man hat bereits das Fuitdament fertig. Es soll bis zum Beginn des Winters unter Dach fein. Ebenso emsig wird am Umbau der alten Blindenanstalt gearbeitet, in die die Kulturinspektion verlegt wird. DaS Gebäude mutz zum 1. Oktober fertig gestellt sein.
+ Butzbach, 7. Scpt. Heute vormittag wurde der Arbeiter Wilhelm Will, geboren am 27. August 1893 zu Gießen, wohnhaft in Butzbach, wegen fahrlässiger Brand- stistung verhaftet. Er hatte am 5. September ds. Iß. zwischen 1 und 3 Uhr in daß der Stadt Butzbach gehörige Pulverhäußchcn am Griedelcr Wald, daS leer stand, em Feuer angezändet, wodurch daß Gebälk Feuer fing und daß Gebäude eingeäschcrt ivurbe.
X Butzbach, 17. Sept. Aus der Gemeinderatssihung vom 6. September. Anwetend: Bürgermeister Flach, die beiden Bei- geordneten Hadermann und >?cu, die Gemeinderatsmitglieder Brau bach, Grauer, Heil, Heyd, Küchel, Müller, Dröster, Lvpenheimer
Entschuldigt fehlt: Tr. Vogt. Vor Eintritt in die Beratung des Entwurfs des Ortsstatuts für die städtischen Beamten und Bediensteten wurde über die Annahme eines städtischen Arbeiters gesprochen. Nach längerer Verhandlung wurde beschlossen, einen Handwerker — Maurer — als ständigen Arbeiter anzunehmen. Alsdann wurde der von der Finanzkommission ausgearbeitete Entwurf des Ortsstatuts verlesen und mit einigen kleinern Abänderungen einstimmig angenommen, ebenso die G e - haltsskala. Als Mindestkaution sind von dem Stadtrechner zukünftig 12 000 Mark zu stellen. Das Ortsstatut tritt mit dem 1. April 1913 in Kraft. — Das Gesuch des Lehrers P i m p e r um Artbringung einer Straßenlamve vor seinem Wohn- hause in der Taunusstraße wurde zur Erledigung an die Baukommission verwiesen. — Tic weitere Baumpslanzung der Grundstücke am Hochbehälter wurde genehmigt. — Dem Beschlüsse der technischen Kommission, eine doppelt wirkende Diapdragmapumve anzuschafsen, wurde einstimmig zugestimmt. — Gemeinderat Oppenheimer erstattete Bericht über den am 16. ylugust d. Js. einstimmig gefaßten Gemeinderatsbeschlutz über eine Eingabe an das Ministerium des Innern, um der herrschenden Fleisckmot entgegenzuwirken. Zu dem Beschluß, der den hessischen (vernein- den von über 3000 Einwohnern zugestellt wurde, haben folgende Städte und Landgemeinden ihre Zustimmung gegeben: Darmstadt, Gießen, Mainz, Friedberg, Offenbach, Mzey, Langen, Lorsch, Mörfelden, Erbach, Grünberg, Heidesheim, Schotten, Oppenheim, Vilbel, Arheiligen, Pfungstadt, Dieburg, Ober Rarnstadt, Alsfeld, Heppenheim, Büdesheim, Finthen, Mühlheim, Ober-Ingelheim, Wieseck, Kostheim, Bischofsheim, Groß-Zimmern, Nieder-Jngellreim, Egelsbach, Wimpfen, Seligenstadt, Gonsenheim, Michelstadt, Groß-Gerau und Weisenau. In der Eingabe wird das Ministerium ersucht, im Bundesrat dafür einzutteten, daß die Grenzen für lebendes Schlachtvieh geöffnet werden, unter Wahrung des notwendigen Schutzes für den heimischen Viehbestand, daß die Zölle für Vieh und Fleisch vorübergehend ausgehoben werden, daß die Einfuhr von frischem Fleisch erleichtert wird besonders durch Aenderung des 8 12 des Reichsfleischbeschaugesetzes vom 3. Juli 1900, daß die Einfuhr von gefrorenem Fleisch durch geeignete Beförderungsmittel erleichtert wird und daß die Futtermittelzölle aufgehoben werden, sowie der Wunsch ausgesprochen, dahin zu wirken, datz sofort der Reichstag einberufen würde.
Starkenburg und Nheinhcffcn.
d. Mainz, 7. Sept. Die schwedische Regierung sandte einen Generalsekretär hierher, um sich wegen der Einfuhr schwedischen Viehs zu informieren. — Gin anßerordent» l ich er Kreistag wird am nächsten Freitag wegen der Eingemeindung von Kostheim hier stattfinden. Au8 formellen Gründen muß der Kreistag der Eingemeindung zustimmen. — Negierungsrat v. Krug verläßt Ende dieses Monats nach 14jährigerTätigkeit am Kreisamt u. der Provinzialdirektion unsere Stadt, um als Vorsitzender des Oberversicherungß- amts in Darmstadt zu wirken.
d. Mainz, 7. Sept. Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern abend bei der Verhaftung des 19jährigen Matrosen Gg. Bauer auS Oppenheim hier ab. Anfänglich ging Bauer gutwillig mit dem Schutzmann, dann sprang er plötzlich davon. Als ihn der Polizeihund stellte, gab er einen scharfen Schutz ab, ivorauf der Hund von ihm abließ. Die Verfolgung zog sich durch mehrere Straßen, bis es auf der Großen Bleiche gelang, den Flüchtigen festzunehmen.
Hessen-Nassau.
8 Marburg, 8. Sept. Die Vorarbeiten für die Einrichtung einer Marburger Ueberlandzentrale sind eifrig im Gange. Um die Landbevölkerung .für die Sache zu intcreffiercn, werden jetzt auf den Landorten belehrende Vorträge über die Bedeutung der Elektrizität für die Landwirtschaft gehalten. Die Marburger Ueberlandzentrale wird so eingerichtet, datz sie im Bedarfsfälle an die Ueberlandzentrale der Edertalsperre angeschlossen iverben kann.
8 Marburg, 8. Sept. In der Exerzierhalle des Jäger- bataillons fand heute mittag in Anwesenheit zahlreicher Jnter- effenten und Vertreter der Stadt eine Vorstellung der Mar- -burger Sanitätskolonne vor dem Inspekteur Oberstabsarzt a. D. Dr. Reymann aus Kassel statt. Die Hebungen leiteten Kreisarzt Dr. Hildebrand und Kreisassistenzarzt Dr. Rapmund.
= Rauschenberg, 8. Sept. Die Arbeiten zum Bau einer BahndurchdasWohratal sind jetzt eifrig im Gange. Dicht vor Kirchhain, an der Straße nach Anzefahr, wo die Bahn in die Main-Weser-Linic einmündet, erhebt sich schon iveit ins Feld hinein der neue Bahndamm. Die Wohratalbahn bildet die Fortsetzung der seit längerer Zeit im Betrieb befindlichen Bahn Zimmersrode—Gemünden, die nach Frankenberg weitergeführt werden soll. In Kirchhain mündet sie in die Main- Weser-Bahn. Von hier aus kann man jetzt schon mit der Ohm- talbahn die Bahn Gießen—Fulda bezw. die Vogelsberggegend erreichen. Nach dem Ausbau dieser verschiedenen neuen Linien, der Wohratalbahn und der Verbindungsstrecke Gemünden—Fran ken- berg ist eine direkte Verbindung zwischen dem darmstädtischen Oberhessen mit der Kasseler und Waldecker Gegend sowie mit dem westfälischen Industriegebiet durch die Bahn Frankenberg—Bestwig geschafsen.
* Frankenberg, 7. Sept. Die Kaiserliche Post interessiert sich lebhaft für eine Automobilverbindung zwischen hier, Vicrmünden, Sachsenberg, Dalwigstal, Medebach, Corbach Vöhl, und Hatzhausen. Es hat sich ein Komitee gebildet, um eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung zu bilden, die den Betrieb übernehmen soll. Man hat sich an die interessierten Gemeinden, von denen die meisten Orte heute noch eine unzureichende Fahrpostverbindung haben, gewendet, um diese für die Durchführung des Unternehmens zu gewinnen. Die Postbehörde ist bereit, einen Zuschuß zu gewähren.
X Hanau, 8. Sept. In bemerkenswerter Weise äußert sich die Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Kassel über die Erfolge des an Soldaten erteilten landwirtschaftlichen Unterrichts. Sie schreibt: Landwirtschaftlicher Soldatenunterricht sand im abgelaufenen Berichtsjahre in fämtlichen Garni- so neu des Kammerbezirks statt und wurde in ähnlicher Weise wie in den Vorjahren durchgeführt. Wenn auch ein endgültiges Urteil über die Wirksamkeit dieser Einrichtung mit Rücksicht auf die kurze Zeit des Bestehens noch nicht gefällt werden kann, so kann man doch jetzt schon sagen, daß die bisherigen Erfolge nicht ganz den Erwartungen entsprochen haben, und daß insbesondere ihre Bedeutung als Mittel zur Bekämpfung der Landflucht vielfach etwas überschätzt worden ist.
ICircbe und Schule.
X Bad-Nauheim, 8. Sept. In der Dankoskirche sand heute nachmittag das Dekanatsmisiionsfest statt. Tie Fesivredigt hielt Pfarrer Widmann-Gedem, der hier früher als Pfarrassistent tätig war. Nachdem Pfarrer Möbus-Lsthrim den JahresberiÄ entartet hatte, sprach Missionar Gutckunst über die Mission in unseren Kolonien Togo und Kamerun.
wandern und Keifen, Söder und Sommerfrischen.
— Salzungen, 7. Cevt. BiS heute sind 4 4dl Personen zur Kur hier eingetroffen.
Gietzcner Strafkammer.
. Gießen, 6. Sept
Etngezogen wurde ein falsches Zweimarkstück. — Vertagt wurde nach längerer Beweisaufnahme eine Straffache gegen einen .Lehrlma, der des Diebstahls beschuldigt wird: er ist vom Erscheinen in ber HauptverHandlung entbunden und nickt anwesend, -ta ihn die zeugen nach der vorliegenden Photographie nicht mit genügender Sicherheit wicdererkennen können, envicS sich seine per
sönliche Anwesenheit in der Verhandlung als notwendig, weshol er zu dem nächsten Termin geladen werden soll. — Wegen
Beleidigung
ist vom Schöffengericht Hungen der G. Ehr. in Langd „ 14 Tage Gefängnis verurteilt worden. Er hat in Gegenwart freier Zeugen mehrere Spottgedichte auswendig „IierumernemadM". JW einem dieser Gedickiw wurde der Hebamme D. nadigdagt, sie putzsückrtig und klatschhaft, trage Streit in die Häuier und trr- gleicfx-n mehr später wurde unter auffallenden Umständen rne Slbschriit dieses Gedicktes gefunden, so datz der Angeklagte in Verbackt stellt, das Gedicht auch verfaßt und nicbcrgvfcMeben und es auch durch Niederlegen der Abschrift noch weiter verbreitet ui haben. Ta sich der Angeklagte aber fpcigcrt, eine längere probe von [einer Hand z-vecks Schristocrglriaumg zu geben kann ihm dies nicht nachgewiesen werden, sondern nur die 1 breitung des Gedichts durch den oben erwähnten münblitfvn 1 trag; er ist auch nur wegen dieses Vortrags vom Schoff.nge bestraft. Seine 'Berufung, die auf Freisprechung abzielt, muve daher insoweit ohne Erfolg bleiben: dagegen hielt das Berufun g geeicht, ohne die schwere der Beleidigungen zu verkennen, cur Geldstrafe von 70 Mark für ausreichend und erkannte auf fr ne an Stelle der Freiheitsstrafe, indem es besonders berüdiifam#, daß der jetzt 71 Jahre alte Angeklagte noch unbestraft ift — feeyn
Untreue und Unterschlagung
hatten sich zu verantworten: 1. der frühere Hilfsweichensteller h, jetzt in Tarrn stad t, der auf der Station Vilbel-Nord, wo er Zeitweilig mit der Fahrkartenausgabe betraut tmirbc, den Erlös verkaufte Fahrkarten in Höhe von 45 Mark nach und nach cinnahmte, aber nickst ablieferte, und der dafür mit zehn t Gefängnis bestraft wird: ferner 2. der Fuhr kn echt O. V. in F berg, der als Bierkutsckyw bei den einzelnen Kunden seines Ti irerrn einkassierte Gelder für gelieferte Waren nickst ablieicrte
o etwa 180—190 Mark veruntreute, was mit sechs Woäxn ängnis geahndet wird, während er von der weiteren '^richuldig seinem Tienstherrn eine Kartätsche entwendet zu haben, fr sprachen wird. — Wegen
Majestätsbeleidigung
hat sich ein ausländsscher Arbeiter zu verantworten, ber in einet Friedberger Wirtschaft eine den Deutschen Kaiser beleidigend« Aeußcrung getan haben soll. Da die Angaben der Zeugcii ich widersprachen, ergab sich kein schlüssiger Beweis für die bem Angeklagten zur Last gelegten Tat, weshalb er fmgciprodxi und der gegen ihn vorliegende Haftbefehl aufgehoben wurde.
M ehrere Viehseuchenvergehen wurden in der Nachmittagssitzung verhandelt. - Ter Landinst H. Sch. hat zwei auS Preußen ein geführte Schweine in ime Hofreite in Hitzkirchen eingestellt. Er hat geglaubt, der fr* amtlichen Anordnung genügt zu haben, wenn er die Tierc « feiner Hofreite in einem besonderen Raum für sich unterbnnjt, da ein Gehöft, in dem kein Klauenvieh stand, sich damals a Hitzkirchen überhaupt nicht befand. Die fragliche Verordnung rtr» bietet aber uneingeschränkt das Einstellen in eine Hofreite, -» der sich anderes Klauenvieh zu Nutz- oder Zuckst.zwecken b.-. findet. Urteil: 15 Mark Geldstrafe. — Der Metzgermeister flj. ist beschuldigt, entgegen kreisamtlicher Verordnung eine mit bet Bahn hier angekommene Käih von dem Bahnhof weggebracht n haben, bevor er sich bei dem Polizeiamt darüber ausgewi 1 hat, daß die Kuh keiner Quarantänevorschrist lnzterlag oder daß sie an ihrem Bestimmungsort für die Quarantäne an: meldet war. Das Urteil wird nächsten Freitag verkündet. — Der Handelsmann I. I. in Burggräfenrode hat entgegen fr ; ■ amtlicher Verordnung in die damals zum Sperrlu-zirk gehörior Gemarkung Okarben fünf Ferkel eingeführt. Urteil: 15 I Geldstrafe.
Berufung
verfolgte der Bäckergeselle K., der wegen Diebstahls einer Cu > tungskarte, Körperverletzung, Gebrauch eines ihm nicht zufrm- wenden Namens gegenüber einer zuständigen Behörde und schung einer zu seinem Fortkommen dienenden Urkunde zu - i Wochen Gefängnis und fünf Wochen Haft von dem Sch^st» gericht Nidda verurteilt wurde. Er will die Strafen herabgffM haben. Die Berufung wird mit der Maßgabe verworfen, b<f die fünf Wochen Haft als durch die Untersuckwngshast oerbch crllärt werden. Der Angellagtc unb die Staatsanwaltschaft erkannten die Rechtskraft des Urteils sofort an.
Kleine Cageschronik.
Auf dem Bahnübergang Altenteich der E i s e n b a h n st r Jl Hilchenbach-Erntebrück stieß ein Brüsseler Auto m e bi l mit einem Personen zug zusammen Bier, (Iniaistr wurden auf das Gleis geschleudert. Der Chauffeur ist tot, cu Frau des Besitzers schwer, dieser und fein Sohn leicht oerlc-t Das Auto ist völlig zertrümmert.
Aus Gemünd wird mitgeteilt: In der Nacht auf Samtuu brannte das Touristenhotel Bergmann mit Gefchästshidlfm und Nebengebäuden nieder. Sämtliche Bewohner und Gäste nm» den gerettet.
Din in der New Dörfer Affäre Gibfon angeftelltr Ermittelungen haben ergeben, daß auch der Neffe der enuorbetn Frau binnen nach der Ermordung der Frau spurlos t-n schwunden ist. Auch der Mann einer Dienerin wurde erscko'sti in einem Sumpf aufgefunden. Gibson ist noch nicht verha'te: wird aber überwacht.
Nach den letzten Feststellungen beträgt die Zahl der Cpf< bei dem Unglück der Grube Clarence 88, und jiixir 3 Tote, 15 Verletzte und 42 Vermißte.
Handel.
— EineLokomotivenversteigerung dürfte nickt o Vorkommen. Tie Eisenbahndirektion Kassel hatte den Utr'a; von 12 älteren Lokomotiven ausgeschrieben, und die Angebote daiü sind von Kausliebhabern schriftlich abgegeben worden. Es wäre dafür 15 deutsche Firmen Nehmer, von denen die ftinna 7t v Krieger-Berlin mit 61 380 Mark, oder im Durchschnitt für nr Lokomotive 5150 Mark Höchstbietende blieb. Die Differenz in? scheu dem höchsten und dem ntebrigfren Gebot betrug 23 468 5c
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Im Banne der Schönheit
Seht manches Männerberz verloren. Wirkliche u. dauernde eit verleiht der rege mäßige Gebrauch der Myrrholinfeife, die c« inem Damentoilettetische fehlen sollte. b *


