Gießen, 9. August.
Man schreibt uns:
Antrag
»er uns erzähl!, wie 5ontlKim den
Wäre bequem gewöhnlicher unbrauchbar, sind zerstört.
erhältlich getvefen, aber durch eine Tat un- Barbarei machten die Türken die Brunnen Einige Brunnen, die noch brauchbar waren,
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Metzgen Lchlach-
Bei bet I gebrach. I Einkäufe I
wir unseren Referenten selbst Faust spielte und sang:
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Apolitische Tagesschau.
Einen Kompromißvorschlag in der Jesoitenfrage
für gute Ware gern Mk. 83—84 für den Zentner stewicht- bezahlt, wenn sie nur zu haben märe. !)ohen Preisen werden Schweine zur Schlachtbank die nicht vollständig auSgemästet sind und die
das deshalb auch den milden Beanstandung gab. Aber wären
Ter verstorbene Kardinal Fischer und da8 Zentrum.
Die „Köln. Volksztg." will einer „Märchenbildung", wie sie die „Köln. Korresp." verbreitet habe, vorbeugen und bringt mehrere Tatsachen bei, aus denen geschlossen werden müsse, daß Kardinal Fischer kein Gegner des Zentrums gewesen sei. Aber einige Angaben der „Köln. Volksztg." selbst, die sich aus den Fastenhirtenbrief des Kardinals vom 13. Januar 1910 beziehen, verstärken den Eindruck, das; .Cardinal Fisdstr tatsächlich Bedenken gegen die Kölner
in Gießen anläßlich ihrer RuhestandSoersetzung. Verseh wurden: der zum Bahnhofsvorsteher beförderte Bahnhofs, vermalter Ludwig von Laubach nach Betzdorf; der Bahn« hofSverwalter Stürmer von StraßeberSbach nach Laubach: der Eisenbahn-Assistent Fessel, unter Ernennung zun BahnhofSverwalter, von Friedberg nach StraßeberSbach; bt: Eisenbahn-Oberassistent Grub von Wetzlar nach Frank« urt a. M.; der Eisenbahn-Oderassistent L. Dickel, unter Ernennung zum BahnhofSverwalter. von Darnlstadt nach Würgendorf; der Eisenbahn-Oberassistent Scholz von Bad« Nauheim nach Frankfurt a. M.; der Bahnmeister-Diäto: Jung von Idstein nach Alsfeld und der Eisenbahnschaffnr: Boß von Grebenhain-Crainfeld nach Schlitz.
"Versetzt mürbe der Finanzamtsgehilfe Jak. He; zu Homberg an das Finanzamt Groß-Gerau.
" Der Verbau d der Desinfektoren in Hesfet hat den Leiter der Hessischen DeSinfektoren-Schule, Medizinal» rat Dr. Böttcher in Gießen, einstimmig zu seinem Ehrer» Mitglied ernannt.
— Eine Erinnerung an Heinrich Sontheim den eben versrorbenen Sruttganer Hofopernsänger, finde: die „Boss' Btg " m einem ^tuttgancr Theaterbericht des Fabres 1870 Sontheim - *- —
hat an ihr gewirkt.
Die Italiener bei Zuara.
Z u a ra, 8. Aug (Agcnzia Stefani.) Erkundung s- z ü g c, die in weitem Umkreis um die Oase vorgeuommen mürben, stießen auf keinerlei feindlichen Widerstand. Die Ausschiffung des Materials wird fortgesetzt, um größere Vorräte an Land zu schaffen. Trinkwasser
Au» Stadt und Land.
Gießen, 9. August 1S1L
•• Staatsbahn -Personalnachrichten. J liehen wurde das Preuß. Verdienstkreuz in Gold bem 1 Eisenbahnbetriebssekretär Flies in Fulda; das Allgemein Ehrenzeichen in Silber dem Weichensteller Kost in Fauerbach bei Friedberg, dem Eisenbahnschaffner Martin in Aßlot, Handarbeiter Orf in Fulda, sowie dem Weichensteller Balser
auschauticht werden, ebenso die Schutzmittel gegen die Infektionskrankheiten, besonders die .Kinderkrankheiten.
Auch über den Alkvholismus, die Tuberkulose, Typhus, Ruhr, Eholerafu.a.. m. erhält der Beschauer zahlreiche Unterweisungen. Ter sich hier anschließende Saal enthält eine nähere Tarstellitng über die G e chlechtskrankheiten, die namentlich -dadurch soviel Elend in der Welt anridrten, weil sie aus falscher Scham meist geheim gehalten werden; hier wird durch graphische Darstellungen und Wachsmodelle viel zur Aufklärung und Belehrung beigetragen.
Ein anderes Bild gewährt Saal XV, in welchem die Körperpflege behandelt wird. Entsprechend dem Grundsatz, daß in einem gesunden Leib auch ein gesunder Geist ist, wird hier gezeigt, daß die Minbrr, die körperlich schlecht entwickelt sind, auch geistig minderwertig sind.
Im folgenden Saal werden noch hinsichtlich der Evnäh- rung zahlreiche Belehrungen, sowie Aufklärung über den Nahrungsbedarf, den Wert der Hauptnahrungsmittel gegeben, und der letzte Saal endlich ist dem äußeren M e n s d) e n , seiner Kleidung, gewidmet, wobei nament- lid) die Sckhidlichkeit des undngienischen Schuhwerks, des Korsetts u. a. m. dargetan wird.
Der Leser wird schon aus diesem kurzen Ueberblick über die Haiiptabteilungen der Ausstellung ersehen können welch ungemein reichhaltiges Material auf allen (Gebieten der Bolkshl>giene und Körperpflege hier in lebendiger Darstellung veranschaulicht wird. Sie bildet das denkbar beste Mittel zur Informierung und Belehrung über alle der Gesundheit und Körperkrastigung dienenden Maßnahmen so daß ein redit eingehendes Studium der Ausstellung' jedermann nur dringend empfohlen werden kann.
- Zeit würben dem Sffle neid)
Torrnnt. Dem Wesen nach besteht also zwischen Kohten- sttmb- und Sck^agwetterexplosion kein grundlegender Unterschied; während bei dieser das Explosionsgemisch schon vorhanden ist, muß es sich bei jener zur Zeit der Explosion erst noch bilden Bei den gemischten Explosionen wirken gleichzeitig Schlagwetter und Kohlenstaub, indem erst das eine zur Explosion kommt und diese auf das andere überträgt. Als Entzündungsursache kommen fast immer nur die Beleuchtungs- ober die Sprengungsfrage in Betracht. Solange diese nicht gelöst sind, bleibt eine absolut explosionssichere Grube ein schöner Traum. Vor- sicvt und Sachkenntnis der Arbeiter, sowie Umsicht der Verwaltung sind auch heute nod) die Hauptfaktoren, die für die Sicherheit unserer deutschen Grubenzechen Gewähr leisten müssen.
g .ii'ddinae langen und Mei iß v-nuhl worb> h fifgrabungen fr-g vor 2 W tribit hiesigen pM Anzahl sc |«Lage dieser s rafn etwas ho! ii: .Minnenskehei hi «ße Mühe I i,.'i.-.i der Pusche fäg ergab, baß i Bibern war. : tirten und tcn •.xn auseinander ttd sich immer e
Ivar noch e i$e bienen sollt« Innere des । ibe. Goldene 9?i ligen Zierat kor
" Die Preise für Schlachtschweine Haber augenblicklich in Deutschland eine Höhe erreicht, ' ‘‘ noch nie der Fall war. Es werden von unseren
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'v. ca. 480 £ und an Lberl i-üär am
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^9?un, bnb irfitrcrf>t ? Tai fiert t die idealste aller Gestalten in der volunnnöfcsten aller Ta,um, und der Gedanke liegt nicht fern, daß die,er <yaufl mit einem jungen Sontbeim
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^aß aud) hier echt großstädtische Grundstücksspekulationen betrieben werden, hatte das R c i chs vcr si ch eru n g s a m t in letzter Zeit sestzustcllen Gelegenl^eit.
Gemäß §29 Bau-Unfall Versicherungs-Gesetzes hat es aus Antrag der Baugewerks-Berussgenosscnschaft mehrere Baustellen- verkaufer als die Bauherren erllärt und sie zur Zahlung der Un- tallvcrsichciimgsbciträge an Stelle des zahlungsmisähigen Bauherrn verurteilt. Der S-achstand ist folgender:
..., Sommer 1909 verkaufte E, dem wegen Wechscl- falschung eine längere Gefängnisstrafe verbüßenden, vollständig mittellosen Bauunternehmer B. einen Baukomplex für 32 500 Mk Line Anzahlung mit 4000 Mk. wurde dadurch gemacht, daß C die,en Betrag gleich am Baugeld, welches er neben dem Bauplatz dem B. noch gab, kürzte. Auch die Kosten des .Nauiatts gingen am Baugeld ab, ebenso ein Betrag von 2000 Mk., den B a'U Anzahlung für ein Grundstück in Bad-Nauheim an C. zu zahlen Kaufpreis wurde dem C. eine Hppo- ^000 Mk. als Sicherheit eingetragen. C. kontrollierte die Ausführung des.Poppelwohnhauses, verbürgte sich Lieferanten gegenüber und bernebigtc sie auch teilweise unmittelbar. Ter Vertrag gehörte, so führt das Reichsversichenmgsamt wörtlick) an, stinem^Jnhalt nach zu den großstädtischen Bauspekulationsge-
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peberte der Stuttgarter Bülme seit 1831 an unb Jnilidj mit >iarten Unterbrechungen, volle vierzig Jahre Lciiier Phänomenalen Stimme entipraeb auch nicht
geführt werden. Damit . Frhr. v. Hertling eigenmächtig in Bayern durchführen wollte.
Richtung gehabt hat, die ihm wahrscheinlich später ausge redet wurden. In jenem Fastenhirtenbries hieß es:
.Leider scheinen noch einzelne der Unsrigen sich darüber nicht so ganz llar zu sein, und entreben unter dem Einfluß des Zeit- g istes eine I n t e r konfe,'si o n a li si erung oder vielmehr stonfessionslosiZkcit auch dort, wo sie bisher au? guten Gründen als ausgeschlossen galt. Geht man doch hier und da so wett, daß man möglichst schon den Namen „katholisch" vermieden wissen möchte und statt des mann- und Herzhaften Bekenntnisses zu unserem heiligen katholischen Glauben lieber von der sogenannten „christlichen Weltanschauung" spricht, als hätten wir uns unseres Glaubens zu fd)ämen!"
Natürlich wurde diese Stelle als gegen die Kölner im Zentrum gerichtet angesehen. Dio „Köln. Volksztg." war damals dieser Auffassung entgegengetreten, gibt aber erst jetzt an, was Kardinal Fischer ihr gegenüber in zweimaliger Aussprache hierzu erklärt habe. Jene Worte des Hirtenbriefes seien nicht gegen das Zentrum gerichtet gewesen; er habe niemand bestimmt dabei im Auge gehabt und wollte nur im allgemeinen vor zu w e i t g e h e n- oer Jnterkonfessionalisierung warnen. Trotzdem hatte er (immer nach Angabe der „Köln. Volksztg.", bei der Abfassung des Hirtenbriefes die Erörterungen au dem damaligen Jugendkongreß in Darmstadt im Auge, und hierzu bemerkt das Zentrumsorgan:
Der Herr Kardinal hatte sick) damals über jene Verhandlungen insofern in einem Irrtum befunden, als er infolge einer nicht ganz erschöpfenden Berichterstattung über jenen Kongreß glaubte, daß einzelne Vertreter der katholischen Jugendorganisationen in jenen Verhandlungen zu weit gegangen wären. Daher sein Ausdruck „einzelne der Unserigen". Als ihin aber zuverlässig berichtet worden war, daß die katholischen Jugendvercine konfessionell bleiben und neu entstehende ebenso gestaltet werden würden, und daß nur ein Zusammenarbeiten mit den anderen auf vielen Gebieten erwünscht und angebracht sei, ließ er seine Bedenken voll ständig fallen, und die Sache war für ihn erledigt."
Wir finden in faM .Siefen Angaben mehr eine Bestätigung als eine Widerlegung dessen, was „Köln. Ztg." und „Kölner Korrespondenz" geschrieben haben.
schwanger gehe. Nun fangt er gar zu spielen an; wehe! Jetzt hat er sich die große marme Hand auf die zu tief gegriffene Vtchch gedruckt, und fünffach gespreizt schwingt er brobenb bie andere. Nach einer kleinen Weile legt er sich die mudgesdm.ungene auf, und die schwitzende Wärmflasche übernimmt die Rolle der ersten; so turnt er fort, als hält' er bei Maß. mann studiert. Umarmt er, hört er auf zii schlegeln; dock) faßt er nun den Gegenstand lernet Lust mit sinnlich lüsternen Augen Sw.fbQnn • n?nimeTt euch fest an den Ton, der ihm aus der MirC;t,lrromt'ffuV^ drückt die Augen zu und im Entzücken schlürft^ |o voll ihr könnt, die silberreichen Tropfen des berr- nickst,.wie er dasteht und wie
schwitzt. Das war Gounods „Faust"." ey-rJ- • fiehtL viel roher als heute die Kritik vor vierzig k ClttCS deutschen Caruso oder, wie man damals sagte, dem „deutschen Duprez" gegenüber gewesen ist. *
r - T. UcJ5c Nachrichten aus Kunst und Wissen- ann Sudermanns neuestes Werk 9« m?ktC 9tu ' ftin 'modernes Gescllsck)aftsltück, wurde bisher von Die Uraufführung am Komödien haus in
Jf cinfl- ^^ernber statt. — Fra n z A bam
rin n«La 1" 068 Schauspiels „Zaosenstteich", hat
ein neues modernes Bulmenwerk, das den Titel , F r a u c n" schamviel in vier Aufzügen, Jübrt, vollendet. — Gegen den Aircftor des Berliner Neuen Schauspielhauses, Alfred Halm l.I ""om inner Gläubiger der Anttag auf Eröffnung des wordrii. lieber den Antrag steht der Beschluß L^Konkirrsnchters noch aus. Die Maßnahme, zu der sich die Türk -lunuhrungSrecht gezwungen sieht, hängt mit der ?cs)ater Bettlebs<ieselIichaft zusammen. Wie ein nenm detriebs?wsellld)aft gegründet worden, nachdem ^ ^gen Halm von der Theater- und Saal bau Gesellschaft an [tcl Ermiinonsvenahren rechtskräftig geworden war Durch Halm in'^"nung d^ Konkurses .ollen nun alle von toaften E°rSC<^J4r bcn ^tfdnitt der Wisset
«Siarat?! ,fei 'hm gelungen, einen sehr einfachen S J i i t" uraVeV 7n ^ci ntm^e
T/anfilirt1 emdtn6rrgifdK" ''latiirforfSenbrn' ©»ft'lWaft'iJ Mor PrUoi*
liiguste tvorrl, ist m Bem gestorben (fr v‘t bcfiri’t r brtm und ?lrb:Ucn' namenlluh übtt
oepen und Gletscherveränderungen.
wacht bas Zentrumsovgan die „Auasbg. Postzta.":
Falls der Bilndesrat nickst für Aufhebung des Jesuitengesetzes sein sollte, soll die Rcichskanzlerbckanntmachung vom 5. Juli 1872 aufgehoben werden. Den einzelnen Bundesstaaten soll die Zuständigkeit eingcräumt werden, den Vollzug des Gesetzes, soweit die priesterliche Tättakrit und aushilfsweise Heranziehung der einzelnen Mitglieder der Gesellschaft Jesu, denen bei- Aufenthalt in feinem Orte des Reichs untersagt werden kann, in Betracht kommt, so zu regeln, wie es für ihre konfessionellen, kirchlichen und inner- polltuchen Bedürfnisse notwendig erscheim.
Das Jesuitenstesctz würde also weiter bestehen, aber in heu Einzelstaaten verschieden ausaeführt werden. Damit würde das erreicht werden, was Fryr. v. Hertlina eiqen-
Beschlagnahmung eines deutschen Frachtschiffes.
In Antwerpen wurde ein deutsches Frachtschiff „Hermia" aus Hamburg beschlagnahmt, da es anstatt der angegebenen Ladung Reis für die Türkei Waffen und Munition an Bord führte. Das Schiff und die Kriegskonterbande wurden beschlagnahmt Wegen der falschen Deklaration werden ungefähr 115000 Mark von dem Schiffsbesitzer zu zahlen sein. Ob das Schiff seine Reise fortsetzen darf, ist von der Hafenbehörde noch nicht entschieden worden.
Die FriedenSverhandlimgen.
Heute kommt aus Konstantinopel über die angeblichen Friedensverhandtungen wieder ein Dementi, aber es lautet schon ein wenig unbestimmter:
Konstantinopel, 8. Aug. Die Meldungen der Blätter über Friedensverhandlungen sind verfrüht. Ein Mitglied des Kabinetts ermädjtigtc Vertreter des Wein. Korr. Bur. zu der Erklärung, daß die gegenwärtige Regierung n od) keine Zeit hatte, sich mit der Friedensfrage zu befassen.
General Dschavid Pascha ist hier eingetroffen. Die gemeldeten Beratungen der Minister Kiamil Pascha, Hilmi Pascha, Reschid Pascha und Noradunghian werden fortgesetzt. Diese Minister bilden einen ständigen Ausschuß, der die allgemeine Politik der Regierung bestimmen soll.
Der frühere Großwesir und langjährige Minister des Sultans, Abdul Hamid, Abdur Rahman Pascha, ist gestorben.
jedie Den Zweck haben, dem Verkäufer aus dem GnindstLS durch den Bau einen Gewinn zu verschaffen. Der ernrebte Gewinn ist sehr erheblich gewesen, beim C. hat beim Erwerb nur 2u 7 i'To Quadratmeter gegeben und einige Monate soäter 34 w?» von B. genommen. Bei solchen Bauspekulations<u schütten "bat der Verkäufer vom winschaftlichen Standpunkt aus, als Bau- Herr zu gelten.
Ebenso entschied das Reichsversicherungsamt bei äbnhdxn 6-cschälten beider bez. des Grundstücks in der Parksttaßc Bad-Nauheim.
Im gleichen Jahr verkaufte F. dem B. Baugelände für 39 000 Mk. Darauf baute F. zwei Doppelwohnhäuser, zu benen anfänglich F. das Baugeld in Wechseln gab. Beim Fort schreiten der Bauten sanden sich wettere Baugeldgeber, die auch Die B^chicl einlösteu und schließlich die Häuser selbst fertig stellten, als tz zahlungsunsälig war, und wegen Fälschung von Wechseln auf deren Namen verhallet war. Hier sagt das ReickrSversicherungz amt: Mögen die späteren Baugeldgebcr auch die durch den Bau- stellenverkauf schon geschaffenen Verhältnisse für sich ausgenu-r haben, Bauherr ist doch nur der Bodenspekulant F, der den Äd fatz der Baustellen zu höheren Preisen erzielt hat, als sie von soliden Bauunternehmern gezahlt werden können. Das Gesamt gelänbe des F. war s. Zt. vom Lrtsgericht mit 10 pro Quadrat« meter zur Wertzuwachs neu er geschätzt worden, wogegen nach Hcr- Itcdung der Straßen die Bauplätze mit 15 Mk. bewertet wurden Bei dem Verkaufspreis von 20 Mk. habe F. einen höheren (&. winn erstrebt. Der Einwand, daß ihn ein Quadratmeter des verkauften Geländes selbst auf 18—20 Mk. zu stehen gekommen sei. weil er von der Stadt 800 Quadratmeter für 16 000 Mk hätte zukaufen und 3800 Quadratmeter zu 1,12 Mk. pro Quadratmeter zur Straßcnanlage hätte abgeben müssen, und unter dem Aufschlag auch Zinsverluste enthalten seien, ändert an der Beurteilung kaum etwas. Tenn der Umstand, daß F. 20 Mk. pro Quadrat meter an die Stadt bezahlt hat, erklärt sich dadurch, daß es sich um kleine Stücke, zur Abrundung deS Vordergeländes des st gehandelt hat, die stets höher be.zahlt werden müssen, als ibt wirklicher Wert ist. Daß die Stadt s. Zt. nur 1,12 Mk. pro Quadratmeter bezahlt hat, gereichte F. selbst nicht zum Schaden, denn nach dem Ortsstattit hätte er doch wieder die Straßen erwerbskosten als Anlieger bezahlen müssen. Ueberdies treibt and) schon ein Grundstückseigentümer, der sein Grundsttlck über den wirklichen Wert an einen Bauunternehmer verkauft, um bunt) den Bau seine Unkosten ersetzt zu erhalten, Bauspekulätion, denn ein Gewinn besteht nicht nur in der Erlangung eines Vermögens. Zuwachses, sondern auch in der Abwendung eines bereits eingetretenen oder noch drohenden Schadens.
Bei solchen Bauspekulationsgeschäften ist nun nach der neuen Rechtsprechung des ReichsverficherungSamtes der Baustellenvn laufer vom wirtschaftlichen Standpunkt auS der Bauherr, weil er an dem Bauunternehmen, zu dessen Gründung er die Mittel gewährt, die wirtschaftliche Macht und auch ein wesentliches Interesse hat. Das Eigentum an der Baustelle gibt dem Unternehmer nur scheinbar die wirtschaftliche Stellung des Bauherrn. In Wirllichkeit ist er von dem Verkäufer abhängig. F. hat darnah die Unfallversicherungsbeiträge zu zahlen.
Auch H. wurde im gleichen Sinne verurteilt, weil er dem d I für 26 500 Mk. Baugelände verkaufte und das Baugeld borfthoR, I ebenso die 2000 Mk. Anzahlung vom Baugeld abzog. H. ließ 1 das Fortschreiten des Baues kontrollieren und gab darnach fein* Ratenzahlungen, zahlte aber auch Lieferanten direkt ►<iu5. Tcij 1 B. die Bauten wegen Zahlungsunfähigkeit nickst rvviter führen ur> H. sein Gelände wieder zurückerwerben mußte, so daß H. gar nicht« I verdiente, sondern nur Schaden hatte, ändert an der Sache nicht» I denn die Haftung der Bauherren für den zahlungsunfähigen Unter- I nehmet wird nicht wieder aufgehoben, wenn er den erhofften I Gewinn nicht erzielt hat, es genügt, daß ein großer Gewinn I erzielt werden sollte.
muffen auf dem Lande noch gute Worte geben, um nie ■ Tiere zu bekommen.
Der Allgemeine Verein für Armen» unfr ■ Krankenpflege zu Gießen hat seinen Jahresbericht f-t I 1911 drucken lassen. Der Bericht liegt der Stadtauflage M ■ heutigen Nummer bei.
** Der Oberhessische Verein für die Basel rl Tliffion wird seine 2. Jahresversammlung am 25. 91ugiri ■ in Langsdorf halten. Außer dem Bericht des Vorsitze • ■ ben Pfarrer v. Schlosser ist ein Vortrag des ^nfpeftc6 ■ der Baseler Mission, Pfarrer Dip per, mit daranschlietzent'r Besprechung, und eine Ansprache deS Baseler Missionars Pfarrer Vörnel, bisher in China, vorgesehen. Am Vc- mittag werden Missionar Gsell in LangSdorf, Pfarrer Dipt^ m Gießen, und Misfionar Vörnel in einer anderen Nachtw' gemeinde predigen.
** Liederkranz. Bei günstiger Witterung unter» nimmt am nächsten Sonntag der „SieberfranA" nnebt einen Herren-Ausflug, der ja stets bei den M gliedern großen Anklana fand. Um 10.20 Uhr vormitta.^ erfolgt die Abfahrt nach Bieber. Von ba führt ein nci» markierter Waldweg, der wunderschöne Ausblicke in H Biebertal bietet, nach Hohensolms und Bubenro', loofelbft ein gemütliches Beisammensein ftattfinbet. hierbei einige Männerchöre vorgetragen werden sollen, v ist die vollzählige Beteiligung aller Sänger sehr cnvünfdt
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entfernt sein Tarücilunoatalcnt M'iitifcrn häufig Gctegcnheil uir
Deutsches Ueich.
Die wegen Spionageverdad)tes verhafteten Engländer wieder freigelasseu.
Kiel, 8. Aug. Die in Eckernförde wegen Spionage- Verdachtes verhafteten und ins Untersuchungsgefängnis übcraeführten fünf Engländer sind heute vormittag wieder frei gelassen worden.
2luslund.
Arn gestrigen Donnerstag nadxmittag übergab der neue deutsche Botschafter Frhr. v. W a n g c n h e i rn dem Sultan der Türkei in feierlicher Audienz - sein Beglaubigungsschreiben. Die bei der Audienz gehaltene Ansprache war in herzlichster Form gehalten. Die Antwort des Sultans enthält neben den üblichen Formeln einen Passus, in dem er seinen hcrzlick-en Gefühlen für den Kaiser Ausdruck gibt. Am Samstag wird der Botschafter dem Großwesir und den Ministern offizielle Besuche abstatten und danach vom Kronprinzen empfangen werden.
Der Kaiser von Japan hat beschlossen, dem clf- jähngcu Thronerben eine europäische Erziehung zu geben. Der Prinz soll vier Jahre eine Schule in England beuchen und dann nach Paris und Berlin gehen, um seine Studien zu vollenden.
ErundstückspekuIatSonen.


