in der Kräftigung der freundschaftlichen Beziehungen beider Staaten."
Der Kaiser ließ hochgestellten Schweizer Persönlichkeiten zur Erinnerung Andenken überreichen. Bundespräsident Dr. Forrer, Bundesrat Hoffmann, Chef des Militärdepartements, erhielten Bronzebüsten Les Kaisers, die übrigen Bundesräte sowie Dr. Bourcart, Lctretär der politischen Abteilung und Gesandter de Cla- paröre ein photographisches Porträt in vergoldetem Rahmen mit Unterschrift. Auch die Schweizer Offiziere des Ehrendienstes wurden mit solchen Andenken beschenkt.
Oschatz, 8. Sept. Der Kaiser trifft am 9. September morgens im Sonderzug im Manövergelände ein, wo die Kavallerie- unb Aufklärungs-Hebungen zu den Kaisermanövern beginnen.__
Aus Hessen.
Ermittelung des Umfangs und des Wachstums der fidetkommtsiarisch gebundenen Güter.
Ein Antrag Urstadt, der der Zweiten Kammer zugegangen und von den Abgeordneten Damm, Grünewald, Heerdt, Henrich, Korell und Reh mitunterzeichnet ist, lautet:
Großh. Staatsregierung wolle die Zentralstelle für die Landes st al ist: k beauftragen mit der Ermittelung der ländlichen Bcsitzverteilung, namentlich im Hinblick auf die Feststellung des Umsangs und des Wachstums der fideikommissarisch gebundenen Güter.
In der Begründung wird die Besorgnis ausgesprochen, die fideikommissarische Festlegung des Grund und Bodens habe in Hessen einen so außerordentlich hohen Grad erreicht, daß energische Fürsorge für die Zukunft des Bauernstandes am Platze wäre.
„Eine mäßige Verbreitung des landwirtschaftlichen Großgrundbesitzes als Großbetrieb tarnt aus technischen Gründen an uitd für sich günstig wirken, aber die fideikommissarische Bindung, die gleichbedeutend ist mit" oer Entziehung des Bodens aus dem freien Verkehr, birgt mancherlei Gefahren in sich. Da, wo der gebundene Großgrundbesitz von dem Eigentümer als geschlossene Besitzung verwaltet wird, ist der landwirtschaftliche Ertrag namentlich von der Viehhaltung durchschnittlich geringer als auf Bauerngütern. Allerdings kann, durch die Verpachtung eine angemessene Bewirtschaftung erreicht werden, wobei indessen auch alle Nachteile des Pachtsyltcms mit in Kauf genommen werden müssen. Nur der 'Besitzer kann seine wirtschaftlichen und sozialen Ausgaben voll erfüllen. Gefährlich für Volk und Staat sind die Fideikommisse noch dadurch, daß fie vielfach die Verwandlung von Ackerland und Weide in Waldungen zur Folge haben. Es ist bekannt, daß auf diesem Wege eine ganze Anzahl von Dörfern entweder ganz verschwunden oder wesentlich verkleinert lvorden sind. Aus allen diesen Gründen halten wir es für dringend notwendig, authentisch fest;ustellen, welchen Umfang die fideikommissarische Bindung in Hessen bereits angenommen hat, damit eventuell gesetzgeberische Maßregeln in Vorschlag gebracht werden können, um eine allmähliche Verminderung der Fideikommisse herbeizuführen."
Die Zusammenkunft in Buchlau.
Buchlau, 7. Sept. Als der Reichskanzler von Beckhrnann Hollweg und Bvtschaster Graf Szö- ayeny^Mar ich gegen V24 Uhr teintrafen, hatten sich mit dem Grafen und (Mfin Berchtold und deren beiden Söhnen die bereits anwesenden Gäste, nämlich Botschafter v. Tschirschky und Gemahlin und der frühere Botschafter Graf v. Lüttow undLsräfin v. Haugwitz auf der Schwßterrasse versammelt. Graf und Gräsin Berchtold hießen den Reichskanzler und den Botschafter Szögyeny sowie die etwas später eintreffeüde Gräfin Szögyeny, den Prinzen v. Stolberg-Wernigerode und Legationssekretär Graf v. Hoyos auf das herzlichste willkommen. Nachdem der Reichskanzler für die Bewillkommnung gedankt und Botschafter v. Tschirschky und dessen Gemahlin sowie die anderen Gäste des Hauses begrüßt hatte, nahmen die Herrschaften den Tee ein. Heute findet zu Ehren des Reichs^ kanzlers ein Diner statt. Morgen vormittag treffen der erste Sektionschef Frhr. Macchio und Legationsrat v. Beth- jnann Hollweg aus Wien ein. Die geplanten größeren jagdlichen Veranstaltungen wurden wegen des regnerischen Wetters fallengelassen. Nach dem Frühstück soll ein gemein* samer Ausflug nach der die benachbarte waldige Berg- tuppe krönenden alten Burg B u ch l a u gemacht werden, der bis zum späten Nachmittag dauern durfte. Der Reichskanzler fahrt morgen abend nach Schlesien weiter, die "anderen Gaste werden im Laufe des morgigen Abends wieder abreisen.
Schloß Buch lau, 8. Sept. Reichskanzler v. Beth- mann-Hollweg und Graf Berchtold pirschten heute früh auf Hirsche. Der Reichskanzler erlegte einen Achtender. Nach dem Frühstück wurde der beabsichtigte .Ausflug nach der Burg Buchlau unternommen. Znzwischen klärte sich das Wetter auf. In bester Stimmung besuchten die Gäste unter der Führung des Burgherrn und der Gräfin
los an, bann brach mein Kollege, Pater Domingo, in ein scl-allendes Gelächter aus, das sofort von dem gesamten Publikum johlend begleitet wurde und — der Vorhang fiel!"
— Die neue Stahlfeder. Die „Köln. Ztg." erzählt folgendes „postalisches Intermezzo": Ort der Handlung: Ein Münchener Postbureau, Zeit: An einem Freitagabend zur Fremdensaison. Personen: Eine Dame, ich, Schalterbeamte, Bureau- Vorstand, Bureaudiener. Eine schicke Dame tritt in den Schalter- raum der Post, besetzt einen freien Schreibtisch, entnimmt ihrer eleganten Haüdtasäte einige großformatige Briese, die sie adressieren will. Sie versuchi alle herumliegenden erreichbaren Federhalter, aber entweder steckt keine Feder darin, oder wenn doch, so hat die Feder nur ein Beän, oder sie spritzt derart, als ob lA-B-C-Schützcn sie längere Zeit eifrig bearbeitet hatten. Tie Dame, eine Ausländerin, luenöct sich fragend an mich, wie sie wohl zu einer ordentlichen Feber gelangen könne. Ta sie nur mangelhast Deutsch spriclft, erbiete ich mich, ihr zu Helsen. Wir gehen zum ersten Schalterbeamten. „Könnten Sie vielleicht dieser Dame eine Stahlfeder geben?" Er geruht nur, mit dem Kopfe ein Verneinungszeichen zu machen. Beim zweiten Schalter werde ich säwn bescheidener: „Würden Sie nicht die Güte haben, dieser Dame für einige Minuten eine Stahlfeder zu leihen?" i'lnt- wort: „Ich brauche meine Feder selbst." Beim dritten Schalter Haden wir .Glück. Ich moduliere meine Anrede folgendermaßen: „Wären Sie wohl so liebenswürdig, uns Ausschluß zu geben, aut welchem Wege wir zu Liner Stahlfeder gelangen könnten ?" — „3a, da müssen Sie sich an den Bureauvorstand wenden." Der Herr Vorstand, den wir nach Durchschreiten soundso vieler Gange finden, ein hoher Beamter, hat ein Einsehen mit unserem An- suchen; er überreicht mit Daumen, Zeigefinger und großer Liebenswürdigkeit aus einet vollen Schachtel eine nagelneue Stahl» feber. 4.'ie Dame srrahlt vor Vergnügen, und nachdem abermals ein «chreibpult erobert ist, sehe ich sie eben ihre -Schreibtätigkeit beginnen. 'Aber da naht sich ihr das Verhängnis. Ein Bureau- biener mutz wohl beobachtet haben, wie sie die Stahlseber dem Halter emoerleibte, er schreitet mit großen Schritten auf sie zu, nimmt die trüber aus dem Halter und spricht mit strafender Stimme: „>za, ivas wär denn dös! Eine ncie Feder! DöL gibtS net. Heint iS ja erst Freitag, am SarnStag kommen die neuen. Wo tarnen wir beim ba hin." Sprache zerknickte Die Ftzder und Iparj sie IN den Papierkorb,
Berchtold die hochinteressante alte Feste unb die nicht minder interessanten kulturhistorischen und naturwissenschaftlichen Sammlüngen, die von den Borfahren des Grafen Berchtold angelegt und von ihm selbst vervollständigt sind. Hierauf wurde in der Burg ein Imbiß eingenommen. Tann lehrten die Herrschaften nach dem Schloß zurück. Ter Reichskanzler fahrt heute abend gegen 11 llhr über Ungarisch-Bradisch ab und gedenkt, auf der Rückreise sich in Grätz bei Troppau bei dem Fürsten von Lichnowski zu einem kurzen Besuch auszuhalten. Botschafter v. Tschirschky unb Gemahlin verlassen Buchläu morgen zu weiteren Besuchen in Österreich. Auch die anderen G,äste reisen teils Heute abend, teils morgen ab.
Wien, 7. Sept. Der Reichskanzler ist heute morgen um 8.10 Uhr auf dem Westbahnhof eingetroffen, wo der deutsche Geschäftsträger Prinz zu Swlberg-Werni- gerode und die Herren von der Botschast zum Empfange anwesend waren. Im gleichen Zuge mit dem Reichskanzler befand sich, von Salzburg kommend, der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand mit Familie. Aus dem Perron des Westbahnhofs begrüßten der Thronfolger und die Herzogin von Hohenberg den Reichskanzler auf das herzlichste. Sie unterhielten sich einige Zeit mit ihm. Der Reichskanzler setzt heute mittag in Begleitung des Prinzen zu Stolberg seine Reise nach Buchlau fort
Deutsches Nerch.
Zum Ableben Dr. Burchards.
Der Senat erhielt aus Anlaß des Hinscheidens des Bürgermeisters Dr. Burchard eine große Reihe weiterer herzlicher Beileidskundgebungen, u. a. von dem Großher- zog von Baden, dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, dem Großherzog von Oldenburg, dem Herzog von Sachsen- St'oburg und Gotha, dem Fürsten von Bülow, dem Aufsichtsrat und Vorstand des Norddeutschen Lloyd, sowie auch von Mai)er Franz Josef. Der Reichskanzler sandte aus Berchtesgaden folgendes Telegramm:
Mit tiefer Betrübnis erhalte ich soeben die Nachricht von dem Hinscheiden des Bürgermeisters. Ich bitte Sie, dem hohen Senate, der hierdurch so unerwartet seines hochverehrten Präsidenten beraubt wurde, mein aufrichtigstes, aus dem Herzen kommendes Beileid aussprechen zu dürfen. Das Ableben des durch seine Charaktereigenschaften ime seine staatsmännische Begabung, sein reiches Wissen Ivie sein reges Interesse für alles Schöne gleich hervorragenden Mannes bedeutet einen schweren Verlust nicht nur für seine Vaterstadt Hamburg, sondern auch für das deutsche Reich, an dessen innerer Entwickelung er Zeit seines Lebens als warmer Patriot fein ganzes Streben und Können gesetzt hat.
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Die schwedischen Journalisten in Leipzig.
Leipzig, 8. Sept. Eine Deputation, die von den schwedischen Journalisten gestern von Lützen nach Altranstädt entsandt wurde, fand bei dem Besitzer des Schlosses, Grasen Hohenthal, herzlichste Aufnahme. Dr. Soeder- berg legte mit einer Ansprache einen Kranz an der Gedenksäule nieder. Der Schloßherr zeigte der Deputation das Zimmer, in dem der Friede geschlossen worden ist, die noch vorhandenen Andenken aus dieser Zeit und erinnerte an den Besuch des Königs Gustav in Altranstädt. Der Abend in Leipzig gehörte den journalistischen Bereinigungen der Stadt. Tie Ortsgruppe Leipzig des Reichsverbandes der deutschen Presse hatte zu einem festlichen Dämmerschovpen in dem' Ratskeller, >der Verein der Leipziger Presse im Anschluß daran zu einem .Abendessen in dem berühmten „Thüringer Hof" eingeladen. Vormittags erfolgte nach herzlicher Verabschiedung die Weiterfahrt nach Essen, wohin eine besondere Einladung des Herrn Krupp v. Bohlen und H albach die schwedischen Gäste und ihre deutschen Begleiter ruft.
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Der „Reichsanzeiger" gibt einen Erlaß des bayerischen Ministeriums des Innern bekannt, durch den vom 10. September ab die Einfuhr von Rindern und Ziegen aus den schweizerischen Kantonen Luzern, Unterwaden, Uri und Zug nach und durch Bayern bedingungsweise wieder zugelassen wird.
Am 10. September findet im Hansa-Bund in Anwesenheit von industriellen und gewerblichen Sachverständigen, sowie im Beisein von Reichstagsabgeordneten und Angehörigen der Landwirtschaft eine Konferenz statt, welche sich mit den unter allen Umständen erforderlichen Maßnahmen zur Beseitigung der Fl e isch t e u e r ung beschäftigen soll. Die Zentralleitung des Hansa-Bundes, so heißt es in den Mitteilungen des Hansa-Bundes, steht auf dem Standpunkt, daß.nach Lage der Verhältnisse eine sofortige Zusammenberufung des Reichstages zwecks Behandlung dieser Fragen leider kaum erreicht weroen kann, hält aber unter anderem die in Aussicht genommenen Tagungen der Hansa-Woche und des Hansa-Tages für besonders geeignet, den in Betracht kommenden Faktoren gegenüber die Wünsche des deutschen Gewerbestandes ^u diesen überaus wichtigen Fragen nachdrücklich unb in Erfolg versprechender Weise zur Geltung zu bringen.
Aus Hamburg wird mitgeteilt: Am Samstag vormittag haben 2ö0 deutsche Aerzte mit dem Dampfer „Cincinnati" Cuxhaven verlassen, um die bedeutendsten Städte Nordamerikas und den internationalen Hygiene-Kongreß in Washington zu besuchen.
Ausland.
In einem Flottenbesehl drückt der russische Kriegs - Minister sein tiefes Bedauern über die Verhängung deS Kriegszustandes in Sewastopol aus und betont, die russische Flotte durchlebe einen historischen Moment. Ter Wille des Kaisers habe sie zu neuem Leben gerufen, die Volksvertretung habe ihr ihr Vertrauen und reichliche Mittel gegeben. Der Wille des Kaisers ruse sie jetzt -zur Pflichterfüllung. Gegenüber den Verrätern und P 1 l i d) t d e r g e i) e n e n sei kein Verzeihen möglich. Schmerzlich sei es dem Kaiser gewesen, zu erfahren, daß in der ihm so teuren Flotte der Same der Unordnung entstanden sei, dock) fei die Anueckung nur auf einige Schisse gedrungen. Ter Minister schließt, er sei glücklich, ber gewissenhaft ihre Pflicht erfüllenden Mannschaft den kaiserlichen Tank zu übermitteln.
Der 3ubiläumstag der Schlacht von Borodino.
Petersburg, 7. Sept. Ein Tagesbefehl des Kaisers an die Armee und Flotte weist auf den heutigen Jubiläumstag der Schlacht von Borodino hin und betont, daß ganz Rußland mit dem Kaiser zusammen Dank unb Verehrung den Helden des Vaterlandes und des tfriegets zolle. Weiterhin ist der Wunsch ausgedrückt, daß die Herzen der dtachkommen dieser Helden in dem Bewußtsein der Pflicht erstarken möchten, damit sie, wenn die Vorsehung dem Vaterlanbe eine neue Prüfung auferlegen sollte, dieselbe volle Ergebenheit und Tapferkeit bekundeten, Ivie die Vorfahren, in der Gewißheit, daß ihre Nachkommenschaft in Dankbarkeit ihrer Namen gedenken werde, .Ein anderer. Tagesbefehl kündigt verschiedene Bex-,
günftigungen für die Nachkommen der Teir nehmer des Krieges an.
Borodin 0, 7. Sept. Tie kaiserliche Familie ist hi. etngetroffen.
Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich m ihren Kindern unb den Großfürsten vom Bahnhof zu oe, aus dem Felde von Borodino von der Witwe des in fce Schlacht von Borodino gefallenen Generals Tutschkow c richteten Kloster und von hier zum B 0 r 0 din 0 »Dent mal, wo Teile der Regimenter aufgestellt waren, d an der Schlacht von Borodino teilgenommen haben. Ferne befanden sich dort sämtliche Minister, die Spitzen ber SRm iär- unb Zivilbehörden, und zahlreiche Abordnungen, da. i unter auch die beiden französischen Deputationen. Nachö^ der Kaiser die Front der Truppen abgeritten hatte, bJ gaben sich der Kaiser und die Kaiserin in das Invaliden,^ Haus, wo die Zeitgenossen der Schlacht von Boroduw, ber^ Nettester 123, der Jüngste 110 Jahre alt ist. vertan: waren. Der Kaiser zeichnete die Veteranen durch eine spräche aus. Darauf schlossen sich der Kaiser und de Kaiserin der Kirchprozcsfion an, die sich mit dem Mmiet- gottesbilde, das während der schlacht von Borodino der russischen Armee mitgeführt worden war, zum Boro- dino-Tenkmal begab.
Am heutigen Haupttag der Borobinoseier fand ir Beisein ber kaiserlichen Famllie int Lorodinoklosicr el- feierlicher Gottesdienst statt, darauf eine Prozession ncci dem Borodino-Denkmal, in der der Kaiser, seine iöiic und die Großfürsten zu Fuß schritten. Am Denkmal ivu;. den Kränze niedergelcgt, auch von den fran- zösischcn Deputationen. Nachdem der Kaiser unü die Großsürsten das Feld umritten hatten, zogen die Lru;. pen im Parademarsch vorüber. Den anwesenden Ox-mcm;... Vorstehern gegenüber sprach der Kaiser die Hoffnung ar? die Bauern würden ihrem Kaiser treu und gewisfenhajr dienen wie ihre Großväter, ivelche 1812 ihr Blrkt für Vaterland vergossen hätten.
Eia Eisenbahnunfall.
Moskau, 7. Sept. Nachts ging auS Moskau ta Zug mit dem Großfürsten Michael Alexandrowitsch uw dem Verkdhrsminister nach Borodino ab. All jich be Zug der Station Fili näherte, kam auS Petersburg bet Zug mit dem Großfürsten Nikolai SNichailowitsch, den Rj. nistern der Marine, der Volksaufklärung, der Justiz, bd Ackerbaus und der Oberprokurator des heiligen Snncb? entgegen. Um dem unvermeidlichen Zusammenst 0ß vorzubeugen, lenkte der Weichensteller den tersburger auf ein Reservegleis. Ter Zug zertrümmerte den Prellbock. Die Vorderlokomotive ftuni: um. Verletzt wurde niemand. I 1 ■ । ■■■■■■ ■ i---------—
Ans Stadt nnd Land.
Gießen, 9. September 1912.
Landwirtschaftliche Krcisschau zu Gießen vom 14. bis 16. September 1912.
Wenn auch die Landw. Kreisschau zu Gießen bura den Ausschluß von Klauenvieh infolge eines uiierroanc ausgetretenen neuen Seuchenfalles in Lang-^fönS eine tmt । ftndliche Lücke erhalten hack, so ist es dock) den Bemühunga her AuSstelllingsleitung gelungen, durch weitere AuogrstiS tuna bei bestehenbleibenben Ausstellungsabteilungen un) j Einschiebung neuer Programmnummern bie alte Anüetz> ungskraft ber Veranstaltung wiederherzustellen und la Besuch für jeden Landwirt und Freund der Lanbwirtscht 1 lohnend und interessant zu gestalten. Folgende Abicilunin werden in ber Ausstellung, Die am Samstag vormittag t> öffnet wird, vertreten sein: eine sehr reichhaltige mit alle Neuheiten der Technik ausgerüstete Ausstellung von lanbn Maschinen, Geräten und Hilfsstoffen, die Pferde- unb <> flügelausstellung, eine alle vorausgegangenen sttcißjdwr. in Größe und Ausstattung schlagende Ausstellung von zeugnissen des Pflanzen- und Obstbaues, eine ^lusstellui.- von Erzeugnissen der Molkerei und Imkerei unb eine fttz umfangreiche unb interessante Ausstellung von wissenicbei? lichen Arbeiten. Um die Schaulust solcher Ausstellung'- besucher, die zu einem gründlichen Studium der genannte 1 Abteilungen leine Neigung Haven, zu befriedigen, ist ft Sonntag das Engagement eines Fliegers oder ein Feu« I werk in Aussicht genommen und der Montag wird bua das Preisreiten, Schaufahren, die Springkonturrenz u« | das Rennen mit Auslauf, wozu 30 Nennungen vorliegcn.n- Schauspiel darbieten, das nicht allein sportliches Jniccef besitzt, sondern sich ber allgemeinen Teilnahme erfreue wirb. Hoffentlich hat nun der Himmel enblich ein sehen unb läßt die Darbietungen der Gießener )h:ci5)QC, zur vollen Geltung kommen.
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** Finanzminister Dr. Braun ist aus dem U- taub zurückgekehrt und hat heute die Dienstgeschäfte nnebc übernommen. |
♦* Die Kreisschulkommission beabsichtigt den Lehrern des Kreises eine aemeinschastliche Fahrt »rr Ausstellung „Der Mensch" in Darmstadt zu unternehm^
** Für treue Dienste. Ter Großherzog bat 26. August d. I. dem Großh. Masckinemvärter in pc Hessisch-Preußischen Eisenbahngemein)cyafr Karl Ber« r Gustavsburg aus Anlaß seiner am 1 .September 191- folgten Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine zeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" veruev^-
*♦ Der Hessische Landes-Lehrervereinl^- seine nächstjährige Vertreter- und Hauptversammlung - der Pfingslwoche in Bad-Nauheim ab. Am ilbaw ersten Tages sott versuchsweise ein VolkSabend 1: finden. Am zweiten Tage stehen „Die ftaateburgeruc- Erziehung in der Volks- unb Fortbilbungs)chme u« „Rousseau" auf ber Tagesorbnung. ..
•• Lohnerhöhung von Eisenbahnarbe l 1 DaS EifenbahnbetriebSamt Gießen übermittelt uns unter auf die gestrige Notiz in unserem Blatte die folgende 9«x* richt, aus der die Richtigkeit unserer ersten, am Freitag fchienenen Notiz erhellt:
Tie Mitteilungeu über die ab 1. dS. MtS. emtreienben erhöhungen von Eisenbahnardeitern sind am 7. d. MS. oen [taten Dienststellen zugegangen. Frühere MttieülMg war angängig, weil dte belr. Verfügung erst am Anfang oes hier einging. _ ... >
•• Der Kaufmännische Verein veranstalM, genügender Beteiligung, am Sonntag, den 22. d. Mts., l> Besuch der Ausstellung »Der Menschs, wozu ein " von hier nach Darmstadt abgelasien wird. Ter Sonoer--. verkchtt ohne Aufenthalt auf den Zwischenstationen.
' Preisausstellung. Der Ehrenpreis,t Löwer, Gießen, bei dem großen BunbcSfest dcS Ytuw' I RabfahreibundeS in Braunfchwctg errang, ist in dem I fenstcr der Teutschen-Fahrrad-Jndustrie am Ktrchcnplatz gestellt, v ' ' e


