Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten,
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häufet stellen müssen, das diese Frage als eine rein nn-
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fihilosophenwald.
1912.
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Itternächsten Zeit angesehen werben, was auch vom Stand- unft der internationalen Politik mit Befriedigung zu be- ,rüsten ist, so fragt es sich auf der anderen seitc, welche wlitischen folgen die letzte Phase dieses Kampfes in Un-
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und 'Stangrn^ fallen, teils durch t, koefen geworden, tit ■ Submissionswege«.
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Jstm. nach Klassen; sschrist versehen, bis ' iS 11 Uhr, an «r chanftr. 18 einzurci Stellung eines fi l von mündelsich ovember 1912 geüun ,6 innerhalb 4 W teilung ab, oder, dahin geschält hat,
yarische bezeichnet hat. lind wenn die Presse der Oppo- »lition behauptet, das; durch Tiszas Taktik der ungarische Parlamentarismus vernichtet worden sei, so wird man bem gegenüber einwcnden müssen, dast hierzu die Lbstruk- tion mehr beigetragen habe als deren Bekämpfung. Es kann auch mehr als fraglich angesehen werden, ob der
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12.
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an die magyarische Nation geplante Appell der Oppositionsparteien eine sonderliche Wirkung haben nnrd Jedenfalls steht fest, daß dadurch an dem Schicksal der Wehr- Vorlage, für die im Magnatenhause eine sichere, überwältigende Mehrheit vorhanden ist, nichts mehr geändert werden kann.
Auf einem anderen Blatte steht es freilich, welches beschick bem Kabinett Luka cs nach der Erledigung dieser Frage beschieden sein wird Als Graf Khuen-vedcrvary vor zwei Jahren die Regierung antrat, wurde in der Thronrede zur Eröffnung des Abgeordnetenhauses die Neuregelung des Wahlrechts als dringendste und un aufschiebbarc Aufgabe bezeichnet, und gerade der jetzige Ministerpräsident v. Lukacs galt von jeher als ein liefe«- derer Freund dieser Reform, jür die.sich Kaiser Franz Josef schon im Herbst 1905 mit aller Entschiedenheit ausgesprochen hatte. Ob es aber Herrn v. "Lukacs gelingen wird, in dein jetzigen Privilegienparlament eine Mehrheit für eine solche grundlegende Neuerung zu finden, die gerade bei der Regierungspartei, der nationalen Arbeitspartei, auf scharfen Widerstand stößt, kann als sehr fraglich erscheinen, und insbesondere der Kammerpräsident Graf Tisza ist als konservativer und als maßgebender Führer der Adelspartei die Seele der Opposition gegen das allgemeine gleiche und geheime Wahlrecht. Hieraus erhellt, daß mit der Durchdringung der Wehrreform nur die eine Hälfte von Lukacs' Programm verwirklicht sein wird, während der bei weitem schwierigere Teil, der zu noch schärferen und erbitterteren Kämpfen in Cisleithanien führen dürfte, eine voraussichtlich wenig harmonische Zukunftsmusik darstellt.
O f e n p e st, 6. Juni. (Ungarisches k. k. Korr.-Bureau.) Gc- flenüber den im Ausland verbreiteten Gerüchten über eine brutale Behandlung der auS dem Sitzungssaal entfernten Abgeordneten durch die Polizei muß sestgestellt werden, daß sich die Polizisten der größten Höflichkeit bedienten. Nach rnili- täriidxnr Salutieren richteten sie an die Abgeordneten die höfliche Aufforderung, den Saal zu verlassen und diejenigen, die nicht folgen wollten, nötigten sie einfach durch Berührung des Armes oder der Achsel zum Verlassen des Saales. Dieses habe auch genügt. Von einem Hinausdrängen oder Hinaussühren könne keine Rede sein. D-.se Darstellungen cicn lediglich durch die Phantasie einiger blätter entstanden
Ter Widerstand der Opposition.
Ofenvest, 7. 3uni. Aus her Arbeitspartci ist ein einziges Mitglied ausgetreten, das mit dem Vorgehen des Grafen Tisza nicht einverstanden ist Die Opposition will heute geschlossen zum Parlament ziehen. Die 35 ausge- chlossenen Mitglieder sollen jedoch, schon ehe sie in die Nähe deS Parlaments kommen, durch Militäraufgebot zurückgewiesen werden. Alle wichtigen Punkte der Stadt sind militärisch be setzt. Tie oppositionellen Abgeordneten, die bisher den Sitzungen sernblicben, wurden von ihren Parteien aufgefordert, möglichst bald im Parlament zu erfd)cinen, andernfalls sie aus dem Oppo itionsverband ausgeschlossen würden.
Ende dieses Monats soll zugleich mit einem Eriiteausstand und einem Smnpathieausstand der österreichischen Arbeiterschaft ein allgemeiner Aus st and in Ungarn einsetzen.
Wien, 7. Juni. Ter slowenisch-klerikale Klub und der tschechische Verband beschlossen, bedingungs los für die Wehrvorlagen zu stimmen.^
(kst Bon Amundsens Südvolarwerk ist soeben der erste Teil des Manuskriptes aus Montevideo in München ein getroffen. Er enthält nach einer einleitenden kurzen Geschichte der Südvolarforfchung den ausführlichen Bericht Amundsens über seine Pläne und ihre '.'ütsführung. Tas außerordentlich fesselnd ge schriebcne Manuskript umfaßt ferner eine Schilderung des Lebens auf der Eisbarriere, die ll Überwinterung in Framheim und die Begegnung mit der japanischen Expedition. Ter Verlag von Lelnnann in München, der die deutsche Ausgabe veröffentlichen wird, wird diese im Oktober^erscheinen lassen, wenn das Manuskript vollständig vorliegt. In Skandinavien wttl man bis dahin nickt warten und bat mit einer Lieferungsausgabe begonnen, die binnen acht Tagen bereits 8000 Abonnenten erhielt. Auch das Bilder material zur Illustrierung des Werkes ist bereits cingetroffen: aus den 3«»00 etngcuiibtcii Photographien werden etwa 4^ bis 500 der interessantesten Aufnahmen dem Werke beigegeben werden.
— Riesen st atucn auf einer Insel des Stillen Ozeans. Eine Expedition unter Leitung von W. Scoresby Routledge wird demnächst auf der Motorjacht Mana au5laufen, um das Rätsel zu lösen, das die vorgcfckicktttcknn Riesenstand- bilder auf der Osterinsel, etwa 2500 englische Meilen west lich von Chile, der Wissenschaft aufgeben. Tie Expedition besteht außer dem Leiter und seiner Frau aus einem Geologen, einem Archäologen des Britischen Museums und fünfzehn Mann. Tie gigantischen Ncberreste der Osterinsel bieten eines der schwersten Probleme und eines der merkwürdigsten Schauspiele, das die ferne Vergangenheit den später Lebenden hinterlassen hat. Am dem etwa 45 Geviertmetten großen Eiland sind ungeheure Unterbauten aus mächtigen ohne Mörtel zusammengeptgten Steinen
errichtet, die schon weither vom Meere aus fidnbar sin
der dabei verwendeten Steine wiegen 20 Zentner. Tiefe Unterbauten find an einigen Stellen 30 Fuß hock und 200 Fuß lang. Auf der vom Meer abgewandten Seite dieser Bauten sind breite Steinterrassen angelegt, auf denen hohe Figuren standen Viele dieser seltsamen Bildwerke, die aus der Lava eine ackt Meilen entfernten erloschenen Kraters geformt sind, sind von ihrem Unterbau l>crabgestürzt, andere waren wal/rfckeinlich überhaupt nickt heraufgebracht, einige aber tagen noch empvi Im ganzen sind 550 solcher Bildwerke auf der Insel. Sie find sehr verschieden in ihrer Größe: die größte, die bisher gemessen wurde, war 68 Fuß hoch. Tie Länge der Nase der dar- gestellten Figur betrug elf Fuß. Tie Figuren sind nur bis zu den Hüiten in menschlichen Formen gehalten: die Gesichter höben zuruckweichendc Stirnen, breite, gekrümmte Nasen, dünn. Livpcr und mächtige Kinnbacken. Einige der Kolosse wiegen 5000 Zentner Tie Herstellung dieser Statuen und ihre Aufstellung au! den Unterbauten muß durch irgendein Ereignis plötzlich untcrbrodi-n worden fein. Unter den Theorien, die zur Lösung der ^rag- ausgestellt tourden, hat bisher die den meisten Anklang gefunden die in der Insel den letzten Rest eines untergegangenen Festlandes sicht, der in Urzeiten den größten Teil des südlichen Stillen Ozeans bedeckte und möglicherweise Asten und Amerika verband Unter den Felsenbauten befinden sich große Mengen von Gerippen, tratridjeinlid) Knocken von Menschen, die diesen gewaltigen Steinbildern geopfert worden find.
kf. Ter Totensee. Als das klasstsche Land der Zauberei und des Hexenspuks bezeichnet der bekannte englische Afrika, forscher Amaurn Talbot das Land Nigeria. Ter Mittelpunkt all der Phantastereien, die in den Köpfen der Eingeborenen hausen, ut der lotcnfee. Erst nach den schwierigsten Bcr'uckKv gelang es Talbot, die Lage des Sees auszukundfchaften Einei' Führer konnte et nicht finden: denn kein Eingeborener wagte es, sich dem See auck nur in etwa zu nähern Zn vielen Ltammesgesängen hatte Talbot von diesem Totensee allerlei Wunderbares und Geheimnisvolles gehört, uno so brannr et barau’, ihn persönlich in Augenschein zu nehmen. Mitten in dicklem Buichwcrk lag der See: ein ziemlich kleiner Teich, der.' man kaum den Namen See geben konnte Er war so seicht datz der Grund zu sehen war. Krokodile hausten zu Tutzenden darin, und auch riesige Schlangen will Talbot im Waner be merkt haben. Tiefen beiden Elementen ist es wohl 'urufchreiben, so nimmt Talbot an, daß der See einen so sagenhaften Charakter bekommen hat.
" ' h- nach sich ziehen wird Was das Urteil über die
von den meie tMNittel betrifft, mit denen das ungarische Abgeordneten
ließen mcistbirteud - hauä, die 127 Mann starke Opposition, der eine Mehrheit j " ton 286 Mitgliedern der nationalen Arbeitspartei gegen- II 1500 qm, überstand, zur Strecke gebracht hat, so wird man sich hier
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Ghadames, die sagenhafte Stadt.
Professor P e r v i n a » i ö r e von der Sorbonne hat im Auf- ag der französischen Regierung eine Reise in die den Euro em fast unzugänglichen südlichen Grenzgebiete zwischen Tunis ib Tripolitanien gemacht und dabei auch die sagenhafte labt Ghada in c s im nordwestlichen Fezzan besucht, die zu fctreten seit 40 Jahren den Europäern verboten war. Ebe uns u die Berichte des Prof. Pervinguiöre erreichten, hat man von c Stadt in den letzten Jahrzehnten sehr wenig gewußt Nour kmt hat man davon erfahren, wenn in ihrer Umgegend Missionare «mordet worden sind.
Herr Pervinguiöre hat in zwei Tagereisen im Automobil riba erreicht, wo er seine Maraivanc bildete. Nadi neun jigem Marsch durch endlose Felienwüste erblickt man Ghadames, s etwa 1000 Kilometer südlich von Tunis liegt. Aus der •tue gesehen erscheint die Stadt als ein dunkelgrüner Fleck, r von einem helleren Streifen umgeben ist. Es ist die alte tabtmaucr, die die Stadt mit ihren ausgedehnten Gärten ein 'ließt. Vor der Stadt liegt ein Friedhof mit mehr als 100000 räbern, ein kleines Fort und eine türkische Mafcnie. Durch das :abttor tritt man in die breite Hauptstraße, deren Häuser «ein er zweistöckig) aus Ziegelsteinen, die an der Sonne gebrannt Tbcn, erbaut sind. Tie Tacker sind meistens flack, einzeln.' krönt 1 spitzbogiges Gewölbe. Alle anderen Straßen sind tckmal und Akel: sie gleichen Minengalerien. Zwischen den sick gegenüber benbeit Häusern bleibt oft kaum ein Raum von 2 Metern, ^m 'dgeschoß der vornehmen Häuser befinden fick Keller und Maga- le Im ersten Stock ist der große, mit Waffen geschmückte <-aal,, r zum Empfang von Gästen dient oder als .rddafgemad) des ms Herrn. Dieser Raunt wird burdi eine einzige Oesfnung in der tde erhellt. Eine oder mehrere Treppen führen in das zweite iwfroetr, in dem der Harem liegt, und darüber befindet^ vai t Terrasse, auf der fick, die Bewohner wahrend des ganzen ^ages t-Tsubaltcn pflegen. «Nkerkwürdigerweise mobilen die Leute von fradames nach Sipvsckiaften gesondert zusammen: kein .^tglird
Sippe A würde es wagen, fick tm Bezirk oder in d.r <:tranc kt Sippe B wohnlich niederznlassen. Ehemals konnte ieve eir Me der schmalen Straßen durch feste Tore ge,ch!o',en und ver ü-iwnelt werden. Wie die üalienischen LMdtc des MiUetalters h'taind also auch diese innerafrikanische stabt aus einer Anzahl kn Einzelfestungen und Hausburgen .
. Einer ber größten Sdwye von Glmdames ist emo — uelle, die p* Wasser durch fünf Naiiale in bi: Gärten »ckickt, die tu • als k Straßen liegen. Man bat wahre Märchen von dem Jiiuutuin k Stadt erzählt: heute gibt es in ihr aber wohl nicht m er als iM Familien, die wirklich reich zu nennen und. Es gibt in
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erscheint täglich, außer /■Hö V f» A WT M ve,ug»vre«»:
Sonntags. - Beilagen: M I M ▼ monatttck75M,viettel-
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Fenifprech-Anschküfse: | f V V ” Ehesredaktenr:A Goetz,
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Verlag ».Expedition 51 »» politischen Teil: August
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«5 XÄT,“' s<,rua UN« Verlag der vrühl,chen Univ.-Vuch. und Steindruderet R. lange. Heöattion, LrpcdMon und Druckerei: Schulftratze r.
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Vie Regierungrweise Zraiikreichr während eines Krieges.
Tie Franzosen scheinen den Gedanken an Kriege und Siege nicht loswerden zu können. Jnnner und immer
Ghadames nur wenig Kaufläden, denn man sieht es als entwürdigend an, im Hause zu verkaufen: als ehrenhaft gilt nur Zwischenhandel und Warenbeförderung von und nach der Sahara. Bedeutend ist besonders der Handel mit Timbuktu. Goldstaub, Rindslräute, Gummi, Straußenfedern kommen aus dem Süden nach Ghadames und werden dort gegen Seide und Wollstoffe, Erze und Waffen aus Tripolitatiien eingetauscht. Mit dem Verbot des Sklavenhandels hat Ghadames feine Bedeutung verloren: immerhin ist er auch jetzt nicht völlig unterdrückt, und aus den Berichten der Missionare geht hervor, daß jährlich immer noch über 500 Sklaven aus dem Süden nach Ghadames kommen. Aus ehemaligen Sklaven setzt sich übrigens ein großer Teil der Bevölkerung zusammen: die andern sind Berber und Araber. Höchst interessant sind die Märkte der ^tobt; sie befinden sich auf den flocken Dächern der Häuser, die nicht nur gangbare Wege, sondern ganze Plätze bilden.
roieber erörtern sie die Möglichkeit des Ausbruches von krischen Verwickelungen; so auch gestern
der Sitzung des Senates
Paris, 6. Juni Im Senat würbe heute über die Anfrage betreffend die gesetzliche Organisierung d e r n a t i o n a 1 e n V t
Frage her Re g i erung we । se Fran kreich rend eines Krieges, verhandelt Die Konstutution von 1875 regelt biesen speziellen PunU nicht. Kriegsminister Milleranb erwiderte auf bie Anfrage, es fei eine Reihe von Projekten seit längerer Zeil in Vorbereitung, um die Frage zu regeln. Die gegenwärtige Regierung werbe nichts versäumen, um allen künftigen Notwendigkeiten zu begegnen und sie werde ihrer Pflicht vo.l- kommeu genügen für den Fall, baß unglücklicherweise ein Krieg ausbrechen würbe. Es sei unmöglich, Einzelheiten dieser Projekte anzugeben MeS werde dem einen Ge danken untergeordnet, Frankreichs Sieg um jeden Preis und mit allen Mitteln sicherzustellcn Deshalb werde der militärischen Autorität volle, uneingeschränkte Freiheit ein gern und; jede andere Erwä gung verschwinde demgegenüber. (Lebhafter Beifall.) Tie Besprechung wurde alsdann geschlossen und die Tagesordnung angenommen, wodurch die Erklärungen des Mi- nisters gutgeheißen werden.
vom scheidenden deutschen votschaster in London.
London, 6. Juni. Tas diesjährige Tiner des Bib« liothekskomitecs der Korporationen der E i t n von London gestaltete sich zu einem Abschieds fest für den deutschen Botschafter Grafen V o l s f - Ni e t t e r • n i ch. Ter Lordmajor brachte in herzlichen Worten das Wohl des scheidenden Botschafters aus. Graf Wolff- Metternich erklärte in seiner Erwiderung, er wisse die Einladung nad) Guildhall am Vorabend seines Scheidens von einem Lande, in dem er so viele Freunde erworben habe, wohl zu schätzen. Er glaube, nicht fehl zu gehen, wenn er die^ Einladung als den Ausdruck der freundschaftlichen Sympathie mit seinen bescheidenen Diensten während seines Aufenthalts in England auffasse Was sie auch wert gewesen sein mögen, er könne ehrlich sagen, wenn er Gelegenheit gehabt habe, habe er seine Kraft nach bestem Wissen und Gewissen dazu verwandt, die I n teressen beider Länder zu fördern, denn er glaube, daß es im Interesse beider Lander liege, miteinander in Frieden und Eintracht zu leben.
Der Sekretär der deutsckien Botschaft, Legatiousrat Tr Riepenhausen, toaste ans den Lordmajor und bie Korporation der City von London. Er erklärte dabei, er bringe diesen Toast sehr gern auS, da sowohl der jetzige Lordmajor wie sein Vorgänger immer auf die Eintracht zwischen den beiden großen germanisd-en Nationen hin- gewirkt hätte. Ter Lordmajor betonte in seiner Ani- wort, baß bie Bevölkerung Euglanbs bie große Wohltat, bie sich aus bet Freunbjchast zwischen Groß-Britaunien unb "Deutschland ergebe, nicht vergessen werde.
Der Besuch des bulgarischen Königspaarcs in Berlin.
Tas Königspaar von Bulgarien trifft am heutigen .Freitag zum Besuche der kaiserlichen Familie in Potsdam ein, und es wird sul) nod- einige Tage incognitc in Berlin aufhalten, um die Stadt kennen zu lernen.
Tie „Norddeuffche Allgemeine Zeitung" schreibt zur Begrüßung:
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futacs und Tisza als Sieger.
©11-3 das Kabinett Khuen-Hedervary mit heißem Beruhen und mit mehr Eifer als Geschicklichkeit vergeblich angestrebt hatte, namlick) mit der rücksichtslosen, lä„„^ als etn Jahr dauernden Obstruktion einer kleinen Mm- berjett des ungarischen Abgeordnetenhauses gegen bie Wehr- tortaße fertig zu werden, ist dem Kabinett Lukacs in Kf56Im!fcnb !ll?er 3clt gelungen, allerdings nur mit Hilfe des ..tannes der starken Faust, des Kammerpräsidenten i wrasen Stefan Tisza, und auf dem Wege einer Radi- z’vVo' Olt den ungorifdicn Parlamentarismus schweren Erschütterungen ausgesetzt hat. Der Annahme der Wehr reform ist jetzt die der Honvedvorlaae unb ber Militär- ürasprozeßordnung gefolgt, und nad) Erledigung einer Uieipc kleiner Vorlagen und vor allem nach einer Revision ber Hausordnung dürfte das Abgeordnetenhaus seine Session sdstießen, während das Magnaten haus die Beratung der Wehrreform, deren Annahme als völlig sicher gelten kann, bis zu deren Erledigung durd) das österreichische Parlament verschoben hat.
Aud) hier werden den Wehrvorlagen kaum unüberwindliche Schwierigkeiten erwachsen. Tenn wenn es dem Mintsterpräsidenten Grafen Stürgkh auch bisher nicht gelungen ist, aus den mehr als 30 Fraktionen und Frak uönchen des österreichifchen Abgeordnetenhauses eine Arbeitsmehrheit zu bilden, so ist doch nidit anzunehmen, daß sich in Cisleithanien bei der Beratung der Wehrvorlage olnlicke Vorgänge wiederholen, wie sie sich soeben in der 'transleithanisd)en Hälfte der Tonaumonard)ie abgespielt lobfit. Was bie deutschen Parteien betrifft, so treten fie bedingungslos für die Vorlage ein, burdi welche bekanntlich die Tienstpflidit auf zivei Jahre herabgesetzt, aber die Zahl der jährlicki auszuhebenden Mannsd)asten so weit erhöht werden soll, das; der Kriegsstand ber Armee um bie Hälfte steigt. Desgleichen bürfen die Polen zur Mehr- eit für das Gesetz gerechnet werden, während die Südslaven unb Rnthenen kaum ernstliche Opposition machen werden und aud) die Tschechen Bedenken tragen dürften, ie ganze Zukunft ihrer Regierungsfähigkeit wegen dieser rage aufS Spiel zu setzen.
Kann somit die Beendigttng des Kampfes zwischen den eiben feinblichen Reichshälften um die Wehrresorm, der in Jahrzehnt lang die Gemüter diesseits unb jenseits i't Leitha in Erregung gehalten hat, als eine Frage ber


