Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: R. Lange.
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murt* wegen versuchten Verbrechens gegen den 8 3 des Spionage- Mutter seiner Braut, Olga Kling, ausbewahrt, wovon diese Kenntnis erhielt, es aber unterließ, Anzeige zu erstatten
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Bekanntmachung.
Be 1 r.? Feldbereinigung in der Gemarkung Lang-GSns.
In der Zeit vom 5. bis einschließlich 11. Juli l. I. liegt aus dem Amtszimmer der Großherzoglichen Bürgermeisterei Lang- Göns das Verzeichnis der Kreszenz- und Pachtentschädigungen pro 1912 für die Wiesen der Flur IV Gern. Lang-Göns und Flur XI der Gemarkung Großen-Linden zur .Einsicht der Beteiligten offen.
Einwendungen hiergegen sind bei Meidnng des Älusschluises innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns - schriftlich einzureichen und zu begründen.
Friedberg, den 1. Juli 1912.
Der Großherzogliche FeldbereinigungskommissSr? (gez.) Schnitt spahn, Kreisamtmann.
Amtlicher Wetterbericht.
Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Hefien h"it Sonntag, den 7. Juli 1912: Meist heiter, trocken, warm, Gewitterneigung.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen. Der Herr Universitäts-Professor hat in feinem Eingesandt in Nr. 151 des „Gieß. Anz." so weit über das Ziel
Bekanntmachung.
Betr/: Vornahme von Walzarbeiten.
Die am 8. Jurri d. Js. angeordnete Sperre der Kreisstraße Hof-Graß—Rodheim wird hiermit aufgehoben.
Gießen, den 2. Juli 1912.
Großherzogliches Kreis amt Meßen.
Dr. Usinger.
Müller'sche Badeanstalt.
Wasserwärme der Lahn am 6. Iuli: 17 0 K
Bauer scher
Gesangverein
Wir ersuchen unsere Mit- glieder sich am Fettzua zum Gauturnfest recht zahlreich zu beteiligen. Aufstellung l/,1 Uhr am Oswaldögarten.
Nächste Singstunde fitwet Mittwoch, den 10. Juli statt. |Ve/7| TerVorstand.
Ilafurtheafer
«leasen <egr. 1909 CKm Ludwigsbrunnen)
Samdtag, den 13. Juli, »achm. SVi Itbr beginnend: Nom werfest
unt Mitwirkung von Damen und Herren der Gesellschaft, sowie o. dies. Schülerinnen und Schülern.
W* Programm: ~W1
L) Genoveva, ein Märchensviel von Tbeod. Ravv.
2.) Volkstänze, darunter der ,.Schwälmer" in Original Kostümen.
Däner etwa l1/«Stunde.
Preise der Plätze an der Kaste «von 2'/, Uhr ab):
Sitzplatz Mark 1.20k Steh- olatzüOPf., Schülerkart.40Ps. Da der Andrang im Walde 'möglicherweise groß wird, u.
dieZabl derSitzvlätze naturgemäß beschränkt ist,einpfieblt es sich, die Karten im Bor- verkauf zu lösen.
Preise der Plätze im Vorverkauf bei Herrn Ernst
< Evallicr, Neuenweg 9:
! Sitzplatz 1 Mk., Studenten» i karten (nur im Vorverkauf)
60 Psg., Stehplatz 50 Psg., Schülerkarten 30 Psg. Programme fiud an der Kasse fiir 10 Psg. zu haben. iD*/t Bei Regenwetter wird die Aufführung verschoben und Näheres durch Aushang an der Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers bekannt gegeben.
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Lemkes Frau ist eifersüchtig
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Ein Mädchenherz, dram. Handlung.
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Der eifersüchtige Esel
humoristisch, gespielt von Max Linder.
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Gesangverein Heiterkeit.
Wir bitten unsere Mitglieder sich am Festzug des Jubst läumS - Gaulurniestes voll' zählig zu beteiligen. Zu' sammenkunst 12'/, Uhr im
Gerichtssaal.
Leipzig, 5. Juli. Im Spionageprozeß Eilers-Kling wurde heute nachmittag nach 4 Uhr das Urteil verkündet. Eilers gesctzes zu vier Jahren Zuchthaus, 6 Jahren Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht verurteilt, unter Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft. Die Mitangeklagte Kling ist wegen Unterlassung der Anzeige Eilers zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Eilers hatte auf Helgoland einen Fremden kennen gelernt, dem er versprach, geheimzuhaltcnde Angaben zu liefern. Naci) längerer Korrespondenz hat er zwei Zeichnungen aus Helgoland angefertigt und wollte sie dem Fremden übergeben, worauf er 100 Mk. erhalten sollte, er wurde aber vorher in Berlin festgenommen. Die Zeichnungen hatte er in der Wohnung der
Die Kameraden werden gebeten, sich am Fettzuge des Jubiläumöturnsestes zahlreich zu beteiligen.
Antreten 12'/, Uhr am Spritzenhaus. Dortselbst Ausgabe der Freikarten. Uniform: Tuchrock u. Helm. VC/7J Das Kommando.
JjjG Kriegerverein Gießen.
Die Mitglieder werden gebeten, sich recht zahlreich rnn koeftnn z beteiligen, morgigen söhlig Der Eintrittspreis iürZugteilnebmer beträgt 40 Psg. Zusammen funft um 12*/, Uhr bei Kamerad Sauer. [V8/, Der Vorstand.
Handel.
Die Einfuhr schwedischen Rindviehs, die auf Grund des neuen dentsck>-sck)wedischen Handelsvertrages seit April gestattet ist, hielt sich bisher aus mäßiger Höhe. Liebet Saßnitz, wo eine Quarantäneanstalt für die Einfuhr errichtet ist, sind l-.s jetzt etwa 500 Stück Großvieh einge führt, von denen etwa LOO Stück nach Berlin gingen, während der größere Teil nach West--, d.-utschland, Köln, Iserlohn, Dortmund usw. verkauft wurde. Äe Zufuhr mub den Quarantaneanstattcn Lübeck und Rostock war >reit bedeutender. In Lübeck kamen seit April jede Woche 100 Stück sllnvedischcs Vieh und in den letzten Wochen des Juni sogar bis 170 Stück an, während Rostock in letzter Zeit wöchentlich 700 bis <S00 Stück Großvieh aus Schweden erhielt. Die Bevorzugung biT Häfen Lübeck und Rostock gegenüber Saßnitz erklärt sich daraus, trift bic Tiere in Westdeutschland stark begehrt und dort auch bessere Preise erzielt werden als in Berlin. Dazu tommt, daß die Fracht von Lübeck nach Rostock nach den großeit Jleischmärkten in Westdeutschland billiger ist- als von Saßnitz. Die Schweden Der» ii item, daß, wenn Deutschland ein beständiges Absatzgebiet werden würde, ihre Viehproduktion ganz bedeutend erhöht werden könnte.
Fussbodenstunböl 4518
Idief-Nirii&Ä"^ @w»® m
Stadttheater Giessen.
Direktion: Hermann Stetngoetter.
Dienstag, den 9. Juli 1912. abends 8 Uhr: ViertesOperellen-Gastspißl te ßrossh. Kurtiieaters Bad-Naoheim Overettenpreiie! Overettenpreiie!
Abouneuteu zahlen gewöhnliche Preise bei Vorweis des 3. Ermäßigungs Kupons.
Unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Infanterie Regiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116
Ein Walzertraum.
Operette in 3 Akten von Felix Dörmann und Leopold Jacobson. Musik von Oskar Sttaus.
Ter Vorverkauf beginnt Sonntag, 11 Uhr, an der Tageskaffe des StadttheaterS. aek
Landkreis Gießen.
Großen-Linden, 3. Juli. Im Monat Juni wurden keckGemeindebad 110 Wannenbäder (darunter 48 an Frauen) Ittb 412 Brausebäder (hiervon 86 an Frauen) abgegeben.
----Steinbach, 5. Juli. Heute wurden die hinzu» Hkfügten Quellen der Wasierleitung, die von Bauinspektor Lechler und Kreisingenieur Müller gebaut wurde, der De- remde übergeben. Dem OrtSoorstand, der endlich dem seitherigen Wassermangel abhalf, gebührt hierfür großer Tank. Die neu hinzugefügten Quellen liegen an der Gießener Straße und laufen frei in den Niederdruckbehälter, wodurch die Gemeinde jährlich eine ansehnliche Summe spart.
---- Trais-Horloff, 5. Juli. Zu dem Unfall auf der Muhe Friedrich", über den in Nr. 153 berichtet wurde, sei mit- '.eilt, daß die Lokomotive nicht explodiert ist, sondern uüolge Muttchens unter dem Bagger durchgefahren ist. Es wurde zur der Schornstein und der Fuhrersuntd abgerissen.
Kreis Friedberg.
— Bad-Nauheim, 5. Juli. Bis zum 4. Juli nb 18 9 88 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 740k anwesend waren. Bäder wurden bis zum 4. Juli 223 171 abgegeben.
= Wölfersheim, 4. Juli. Am Sonntag, 14. Juli, ir.ch die Vereinigung ehemaliger 116er unter >itung des 1. Vorsitzenden, Apotheker Hempel-Köln, ihr Sommerfest auf dem schön gelegenen Sängerberg (feiern. Mittags ist Festzug vom Bahnhof aus. Als Oiiiftc u*rbcn teilnehmen eine Abordnung Offiziere, die hiesige Nemeindevertrettrng, sowie alle hiesigen Vereine. Die Fest- inifif wird ausgeftchrt von einem Teile der 116er !*'gi- nentsmusik.
h. Rodheim v. d. H., 5. Juli. Ein Schadenfeuer zerstörte gestern die Scheuer der Witwe Schmidt bis auf die Grundmauern.
ehrten in der Her- 1 im Juni 1911) jen Arbeitsleistung 16). - Für den offene Stellen gc- d 36 Handwerkern 32 Stellen außer- ,ach Zimmerleuten, gedient werden.
- Dauer des llrlmB Ztaatsanwall„BM T bei der
11560 Ml Ium J n 378 'M M /S nzelnen verteilte R
999 zu lOflfc 387 , 10 ' 149 Frauen, 640 .
441 Frauen-
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It ?S°F' bisher M Rainer, dem W zu Bad-Nauheun Mr Ludm. Titt. 1" 4-/lasse, dem ■ Ju 'Lad-Naubeim r bflöc.- und Jhn- Gchelmen Baurai at.'lar(3dili£p3 «« 3 Älafie, sowie >cnt Babuhossoor.-
Posj^cskommisiar lauhcim und dem lung in Bad-Nau- ! verliehen.
in außerordentlich h wieder als ein u läßt, hat seine sen, um ostwärts z>> ziehen. Tanul h eingestellt, genau dem die Trocken- große Wahrschcin. seit erhält und sich sbreitet. Das Hot olge, die in den ttcrung beherrschen, icr Witterung gc- scher Hinsicht smd Wirkung weniges stitzkeüsmnMl im ockenheü neigende i, wie denn über« inerlei Anlagen zu wahrscheinlich gegen als zu sencht anS-
Lnftschiffahrt.
Fernfahrt des Schütte-LanK.
Mannheim, 5. Juli. Ucbcr die gestrige Fernfahrt des '^nlschisfes ^chutte-Lanz macht die Lusn'chiffwerst folgende Mit- 'eliiug: Das Wetter war an sich nicht ungünstig, jedoch machten Icä> lokale Wcioittcr, die sich über der Pfalz und dem Rheinland entluden, »eitweisc recht unliebsam bemerkbar. Bei Riederich n st e i n , das um 5 Uhr passiert wurde, nmßle wegen Benzin- rolwbrnchs der vordere Motor über eine Stunde gestoppt werden, '.'heb Beseitigung des Defektes wurde Andernach gegen 6 Uhr i.lerflogen und unt 7 Uhr langte das Luftschiff in Köln an luh enunen Schleifen landete es glatt vor der Militärluftt'chisf- clle. Rach Mitteilung des Führers des Luftschiffes, Haupt- jnann Müller, betrug die größte Höhe, die während der Fahrt ncidjt wurde, 600 Meter. Für den heutigen Tag sind end- iiültiflc Dispositionen noch nicht getrossen. Das LnftscÄff wird iirdigeselnm und dann wird man sich darüber entscheiden, ob man nach Düsseldorf fahren,oder die Rückreise antreten wird.
London, 5. Juli. Zwei Militärflieger, ein Offizier und :iil Unteroffizier, sind heute morgen bei Sttnehenge tätlich abge- stürzt. ।
Letzte Nachrichten.
Magdeburg, 5. Juli. (Priv.-Tel.). Bei der Maschinenfabrik R. Wolf in Buckau sind größere Unter* scylagungen eines Kassenbeamten entdeckt worden, der Spekulationsverluste erlitten und idiese durch Kafserckchiebnn*^ gen verschleiert hatte. Wie ein hiesiges Blatt angibt, sollen diese Unters ch lagun gen 250000 Mark betragen, nach einer Mitteilung der Firma selbst sind sie bedeutend niedriger.
geschossen, daß der Deranstaller der Festlichkeit keine Antwvtt darauf geben will.
Nachdem die Sache nun gar nicht zur Ruhe kommen kann, seien einem an der Feier als Gast ^Beteiligten einige Worte zur Aufklärung gestattet, damit über die Veranstaltung kein falsches Bild entsteht.
Vier Herren, die fett Jahren als ausgezeichnete Sänger in weitem Kreise beliebt sind, batten beschlossen, einem ihnen befreundeten Herrn anläßlich einer Familienfeier ein Ständchen zu bringen. Sie holten sich die polizeiliche Erlaubnis ein und sangen wie üblich vor dem Hause einige Lieder. Diese Lieder wurden so sormvollendet zum Vorträge gebracht, daß die Zuhörer von dem schönen Gesang sicherlich einen großen Genuß hatten. Tie Herren wurden daraufhin zu entern Glase Wein gebeten und haben dann in der Wohnung auf der geräumigen Diele noch eine Anzahl der schönsten Volkslieder gelungen. An der Feier nahm auch an junger Künstler teil, der über eine wmtderbare Tenor- stimme verfügt und der in liebenswürdiger Weise einige seiner besten Gesänge aus bekannten Opern zum Vortrag bradüe. Bemerken möchte ich noch, daß diese Solis sowie auch die QuarttttS, um kein überflüssiges Geräusch zu machen, ohne Klavierbegleitung gesungen wurden.
Die sämtlichen anwesenden Damen und Herren lauschten dem wundersdwnen Gesang mit großer Andacht, und ahnte wohl niemand, daß er eine unangenehme Störung in der Nachbarschaft verursachen würde. Durck» das Eingesandt wurdett wir aber eines besseren belehrt. Der Herr Einsender bezeichnet den Gesang als eine skandalöse Belästigung.
Der Schreiber dieser Zeilen batte Gelegenheit mit einigen Nachbarn persönlich zu spreckien, und wurde ihm die Versicherung, gegeben, daß der Gesang alles weniger wie eine Belästigung gewesen sei. Der Herr Einsender sielst also mit seiner ungeheuren Kritik ganz allein, und ist es von ihm wohl eine große Ueberhebung, im Namen der sämtlichen Anwohner »u reden und Polizei und Stadtrat um Hilfe anzurufen.
Ein derartiges Vorgehen ist geradezu unerhört, denn wo soll es hinführen, wenn bei solchen und ähnlichen Veranstaltungen die Amvohner zu solchen Maßregeln greifen wollen.
*
Gießen. Wenn man auch dem Einsender wegen de? Gesanges in der Stephansttaße nicht unbedingt beipllicksten kann, so muß doch feftgcfteUt werden, daß unsere Polizei nicht entschieden genug gegen den Lärm vorgeht. In unserer Universitätsstadt Gießen, wo in jeder Sttaße Leute wohnen, die geistig tätig sein müssen, ist der Lärm geradezu zur Plage geworden — besonders das Klopfen von Betten und Teppichen hat allmählich Formen angenommen, die keineswegs geduldet werden dürsten. Vom frühen Morgen bis spät in die Rackst besorgen rücksichtslo-fe Menschen diese Arbeiten, die zweckmäßigerweise in den Vormittagsstunden zu geschehen hätten. Wenn hier die Polizei energisch einschreiten wollte, das wäre zweckmäßiger, als gegen Leute, die im Augenblick ausgelassener Freude einmal singen, obwohl auch hier natürlich Grenzen gezogen werden müssen. In unserer nervösen Zeit ist Ruhe das beste Kürmittel.
Vermischte».
*DashöflicheEhineslein. Das geringschätzige Urteil Rncauts de la Marliniöre in Lessings „Minna von Barnhelm" über die deutsche Sprache, wenn er sagt: „Was ist die deutsche ^prak doch für ein plump, für ein arm Sprak!" wird anscheinend auch von den Chinesen geteilt.. Selbst die jüngste Generation des cknnesisdxm Volkes scheint von unserer Muttersprache nickst recht erbaut zu sein, wie die „Kiaulschan-Poft" durch eine drollige Geschickte belegen zu können glaubt. Einem Leser der „stiautschau- Post" begegnete ein kleiner chinesischer Bursche im Alter von etwa 10 Jahren auf einem schmalen Wege. Er wünschte, vorbeigelassen zu werden, und diesem Bestreben verlieh er Ausdruck durch das Wort: „Excusez!" Natürlich war der Deutsche ob der Pfiffigkeit des kleinen Schlitzäugigen belustigt, und er fragte ihn auf chinesisch: „Ei, exeusez, was ist denn das? Erlläre mir das doch!" Um eine Erklärung war der Kleine nicht verlegen. Allerdings gab er sie nicht auf chinesisch, auch nicht auf französisch, von dem er doch eine kleine Ahnung zu haben schien, sondern auf — deutsch. Ter Kleine sah ihn forsch an und sagte bann mit ziemlichem Nachdruck: „Weck!" Spruchs und stolzierte weiter.
* Unwetter in Berlin. Am Dienstag abend ging im Norden, Nordwesien und Nordosten von Berlin ein Unwetter nieder, wie es die Reick-shauptstadt seit langem nicht zu verzeichnen gehabt hat. Zahlreiche Blitzschläge zündeten, lieber» schwemmungen wurden von vielen Straßen und Plätzen gemeldet, so daß die Feuerwehr in ständiger Bewegung war. Am schlimmsten hauste das Wetter in der Schönhauser Allee. Hier stauten sich ab 7 Uhr abends die Straßenbahnwagen. Tausende von Men schen, die ihre Wohnungen im Worben der Stabt, in Pankow unb Riederschönhansen aussuchen wollten, harrten vergeblich der Weiterbeförderung und mußten zu Fuß den Heimweg antreten. Die Zahl der Kellerüberschwemmungen ist ungeheuer. Besonders in der Gegend des Gesundbrunnens wurden die Telephonkabel durch die in das Erdreich bringenden Wassermassen beschädigt, was zu einem Kurzschluß führte und die Aufhebung des Telephon- verkehrs zur Folge hatte.
'Ein gedungener © a 11 e n in 5 r b e r. Montag nacht wurde der Zeichner und Leiter eines Pensionats in Sevres bei Paris namens Eiere, als er mit seiner Frau aus dem Theater heimkehrte, durch eine aus dem Hinterhalt abgefeuerte Kugel t ö t- l i cf) verwundet. Tie Untersuchung ergab Verdacht gegen Frau feiere, die auch muh längerem Leugnen gestand, daß sie ihren Gatten, der sie seif vielen Jahren schlecht behandle, durch einen gewissen Baratt habe erschießen laßen wollen, dem sie für die VoUfi'chrung des RlordeS 500 Franks gegeben habe. Faratt wurde vor kurzem aus einer Irrenanstalt entlassen. Er hat die Flucht ergriffen.
— Vorn lustigen Onkel Sam. Was die Wissenschaft kann. Der Photograph sagt zum Gutsherrn: „Ich habe sehr schöne kinematographische Aufnahmen von dem Leben aut Ihrem Gute gemacht." „Habt Ihr meine Arbeiter in Bc> wegung gebracht?" fragt der Gutsherr. Der Photograph: „Ich denke doch." Der Gutsherr: „Großarttg, die Wissenschaft, was die alles kann!" — I n der Apotheke. Der neue Apo- thekergehllfe hat soeben ein Rezept für eine Frau gemacht, die dafür einen Dollar unb zelm Cents hat zahlen müssen. Kaum ist die Frau tneg, so merkt der Gehilfe, daß der Dollar falsch ist. Eilends stürzt er zum Besitzer und teilt ihm die betrübliche Tatsache mit. „Run und die zehn Cents," fragt der Herr ruhig, „sind die gut?" „Ja, Herr," entgegnete der Gehilfe, „die scheinen echt zu sein." „Run," meint der Apotheker, „da brauchen wir uns keine grauen Haare wachsen zu Iaffen, da haben wir immer noch genug verdient." — Verraten. F-rau: „Was würdest Du tun, George, wenn ich Dich als Witwer zurücklassen würde?" Mann: „Run, ich denke, dasselbe nric Du, wenn ich Dich als Witwe zurückließe." Frau: „O du gemeiner Kerl! Und Du hast mir immer gesagt, Du könntest nie eine anberc nehmen." — Eine Autorität. Zstrei Herren sind in einem eifrigen Streit über den Wert eines Buckves. Endlick» sagt der Ente von ihnen, der selbst Schriftsteller ist: „Rein, John, Du kannst das nicht beurteilen, Du hast niemals selbst ein Buch geschrieben." „Das ist richtig," antwortet John, „aber ich habe auch nie ein Ä gelegt, und doch kann ich ein Omelette besser beurteilen, als irgendeine Henne im ganzen Staat." — Di e A n g st vordem Klingelbeutel. „Hoffen Sie immer noch, den alten Geizkragen zu einem regelmäßigen Besucher Ihrer Kirche zu machen?" „Ja, und mehr denn je." „Wieso denn?" „Wenn die Regierung wirklich an fängt, halbe Centstückc zu prägen, so nehnte ich das für ein gutes Zeichen."
Kleine Cagerchronik.
Das Automobil des Ritters Selchow aus Rudnig (Kreis Ratibor) überfuhr in Bad-Wurzelsdorf im Jsergebirge einen Knaben, der halb batauf seinen Verletzungen erlag. Gegen Selchow wurde ein Strafverfahren eingeleitet.
Der Flieger Wienczier, gegen den ein Steckbrief erlassen wurde, stellte sich selbst der Staatsanwaltschaft. Ter Flieger behauptet, der Anzeige liege lediglich ein Racheakt zugrunde.
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