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6.5.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

n 496

Knaben

Norm, das Hausmädchen zur Aus

Dienstboten Aufwartefrauen

iil-Anzüze

Ishi ist der einzige UcberkbcnDc aus dem südlichen Tiana-

£

wo die Hilfsfrau zur nähme geworden ist:

1895

1907

2 093

3 924

27 409

22 636

leidsamen Formen . Mk. 7.50 an

1895 51 480 25 240

9 687

urft ihm einen Pfeil durchs Herz zu schießen. Beute dient ihm als Kleidung.

1882

1895

1907

rt-Anzüge

lau und farbig

Tas bedeutet ein außerordentlich energisches Vordrin­gen der Frauenwelt in das bisher ein Privileg des Mannes bildende offene Erwerbsleben, eine neue Belastung des schon angespannten ArbcitSmarklcs. Besonders zahlreich wandten sich die Frauen (und Mädchen) dem Handel und Verkehr zu; eine große Zahl wurde aber auch von der Landwirtsd)aft absorbiert, welche an sich schon die Haupt- mcngc der weiblichen Erwerbstätigen beschäftigt. Tiefe Berussabtcilung mit ihren wenig günstigen Löhnen und Arbeitsbedingungen ist das große Reservoir, in das sich zunächst, hier hat Pierstorff Recht, diebillige Frauen- kraft" ergießt. Wie tiefgehend die Verschiebungen in den drei großen Hauptberuisabteilungen sind, zeigt folgende Tabelle der weiblicl)en Erwerbstätigen, aus der wiederum die hohe Steigerung gerade in der jüngeren Zeit deutlich hervorgeht:

w-Anzüge

au und farbig

Uer-toge

r Werkstatt gefertigt

Zn Industrie und Gewerbe finden wir die Frau in erster Linie im Bekleidungsgewerbe 112008), und zwar '>029 als Näherinnen, 4837 als Schneiderinnen, 865 in der Putzmacherei und 1029 in der Schuhfabrikation. Ter zweite große weiblich Berufszweig ist das Handclsgetvcrbc (8679). Im Warenhandel sind ein hoher Prozentsatz (25 Proz ) der Selbständigen Frauen, ferner 4460 Verkäuferinnen, und nur 455 sind in den .Handelskontoren tätig. Auch die Nah- rungs- und Genußmittelindustrie beschäftigt viel weibliche Personen, darunter allein 5214 die Tabakfabrikation. Rund 3000 sind in der Lederindustrie tätig, 3645 in der Wäscherei, 2211 in der Textilindustrie (Weberei 456, Posamenten 373, Filzsabrikation 355, Spinnerei 305). Daß sich die weibliche Welt, wenn aud) immer noch vereinzelt, auch den leid) teren Handwerken zuwcndet, und zwar als Gehilfen und Lehrlinge, sei nebenbei bemerkt. Wir zählen 1352 in der Sattlerei, eine selten große Zahl, 167 Tischler und Drechsler, 7 Klempner, 43 Grobschmiede, 21 Töpfer, 43 Kammacher, 18 Bürstenmacher. Wie schon in den Handelskontoren scheint man das weibliche Geschlecht in Hessen auch in den Bureaus der öffentlichen Aeniter nicht besonders gern zu sehen. Wir finden im Staats-, Gemeinde und Iuslizdienst nur 81, bei der Eisenbahn 59 und in Post und Telegraphie 319. Das sind im Vergleich zu anderen Ländern nur bescheidene Ziffern. So ist für die Mädchen mit besserer Vorbildung nur wenig gesorgt: größere .kontingente sindcn im Er­ziehungswesen (1999) und in Gesundheitspflege und rankendienst Beschäftigung (3012).

Eine besondere Betrachtung verlangt das Problem der weiblichen Dienstboten. Trotz des zunehmenden Wohl­standes, dem die Erhaltung eines Dienstmädchens leichter lallt als früher, sehen wir allgemein ein Abnehmcn dieser vielbegehrtcn Hilsstruppe. Als notdürftiger, bei weitem nicht ausreichender Ersatz erscheinen die Aufwarte­frauen, die nur stundenweise im Haushalt der Herr­schaft tätig sind, dort aber nicht wohnen. Die Zahlen verschieben sid) immer ungünstiger, und es besteht kein Zweifel, daß wir uns den amerikanischen Zuständen nähern,

1907

57 764

33 694

14 084

Es ist bekannt, daß unter dem Dienstbotcnmangel das Platte Land viel mehr zu leiden hat wie die Städte, die Großstädte am wenigsten. Diese sind für die Dienstmädchen von besonderer Anziehungskraft. Wenn sid) trotzdem auch in den Städten die Dienstbolennot besonders bemerkbar macht, so liegt das an der Erhöhung des städtischen Wohl­standes und dem dadurd) gesteigerten Bedarf.

Noch bei Betrachtung der Gesamtergebnisse der 4695er Zählung konnte das Kais. Statist. Amt zu dem Kapitel Frauenerwerb" schreiben:Das weibliche Geschlecht hat sein natürliches Arbeitsgebiet nicht in der volkswirtschast- lid)en Pxodultion, sondern im Haus, in der Familie, in der Hauswirtschaft. Für eine Reihe von Frauen ist freilich die Möglichkeit, ihren Beruf zu erfüllen, nicht gegeben, so daß sie zu eigenem Erwerb gezwungen sind." Aber schon damals machte das Amt richtig vorahnend den Nachsatz: Außerdem besteht für die Frauen insofern Anlaß, sid) an der volkswirtschaftlichen Produktion immer mehr zu be­teiligen, weil öurd) die moderne Entwicklung von Gewerbe, Handel und Verkehr mancherlei im Haus geübte Frauen-

Anzüge

nten Stoffen

k. 1.75 an

Lin Zeuge Ser 5teinzeii.

Ishi ist ein Mann aus der Steinzeit. Wenn er auch in unseren Tagen lebt, so gehört er unserer Zeil dock; nicht an. Er ragt noch in die paläolilhtsche (die alte Stein-- Zeit hinein. Er ist vierzig­tausend Jahre hinter unserer Zeit zurück.

Daß Ishi mit unserer Zivilisation nähere Bekanntschaft machte, ist ein Werk des Zufalls. Sein ganzes Leben hatte er in den un- zugänglickien Wildnissen von Deer Creek, einem felsigen und steil abfallenden Canon ui Tchama Couml), Kalifornien, verbracht. Vor einiger Zeit brach dort ein Waldbrand aus und Ishi mußte flüchten. In drei Meilen Entfernung von Oroville stellten ihn Hunde. Daß er hier gefunden wurde, gilt als eine der wichtigsten anthropologischen Entdeckungen unserer Zeil. Denn in Ishi sieht die Wissenschaft zum erstenmal einen Mann aus der Steinzeit in Fleisch und Blut vor sich: bisher beschränkte sich ihre Kennt- nis auf das, was fossile Ucberreftc sie lehrten, oder auf die Anschauung, die ihr aufgefundene vorgeschichtliche Gerätschaften gewährten.

Wie nach den Mitteilungen einer englischen Zeiischrift Professor T. T. .Watermann von der Kalisorniiä en Universität, der Ishi vom Tage seiner Auftindung an ununterbrochen beobachtet hat, erklärte, entsprechen die Verhältnisse, unter denen dieser Wilde bisher sein ganzes Leben verbracht hat, genau denen, unter denen der vorgeschichtliche Mensch in der Steinzeit lebte. Töpfernes Ge­schirr hat^ Ishi nie beiuipi. Seine sämtlichen Geräte waren aus Stein. Feuer machte er, indem er zwischen seinen Handflächen einen kleinen runden Stab rieb, Der in die Auskehlung eines Zedernblockes paßte. Auf diese Weise kann er in fünfzig Sekunden eine Flamme hervorbringen. Einen mit Stein beschlagenen Pfeil und Bogen benutzte er, und durch Nachahmen ihrer Summe lockte er wilde Tiere herbei. Mit Pfeil und Bogen, wie sie in St. Fran eiseo im Ntufeum ausgestellt waren, traf er auf eine Entfernung oon hundert Fuß genau die Mine eines Hutes. Bei seiner Gc Mngennahme trug er Riemen durch Nase Und Ohren und ein Bärenfell um feine Lenden. Denn er fischt, wirft er vier Stabe ober vier Stückchen Holz in das Wasser, nahe Den vier Ecken des Netzes, und mit einem eigentümlichen Gesänge, Dem nie der Erfolg schlt, ruft er Die Fische herbei. Will er Baren jagen, so legt er lieh dort, wo er ihre Fährte gefunden hat, in den Hinteryalt, uiid itenu ihm der Bär bis auf lünfjig Fuß nahe gekommen, ruft er i-*m getoiifc Laute zu, Deren Bedeutung Dieser versteht. Tas Tier crem sich um und sieht ihn an, und Diesen Augenblick benutzt er,

Sprache; man führte Ishi in das Anthropologische Museum, zeigte ihm Dort die verschiedenen Funde aus Der Steinzeit und ließ ihn ihre Namen zu nennen. (Die Nachricht klingt recht verwunderlich. D. Red.)

Aegyptische Augenkrankheit und Finsen- strahlen. Die kalten kurzwelligen Strahlen, die in die Be­handlung des Lupus und der vaultuberlulose cütgefüljrt zu haben, das große Verdienst des Dänen Niels Zinsen ist, bewähren sich immer mehr bei anderen äußeren Leiden. So hat sie neuer­dings ein finnischer Arzt B. Grö nholm auch zur Bekämpfung Der ägyptischen Augenkrankheit, desTrachoms, angewandt. Nach­dem Die Finfentherapie für die besonderen Bedingungen des Auges angepaßt war, gelang es, oft mit einer einzigen Bestrahlung von 10 Muiuten Dauer, die Trachoinlörner zu zerstören, und die Verdickung der Bindehattt zu beseitigen. Die nächste Folge Der; Bestrahlung war infolge Der starken Wirksamkeit Der Strahlen eine Schwellung und Entzündung der Bindehaut. Allciit diese verschwand baiD, und an lyrer Stelle zeigte sich eine ganz feine, Dünne Narbenbilduiig. Ta auch m Der Mehl zahl Der Falle Die Erkrankung nicht wiederkehrte, erscheint die neue Bchandlungs- roeife den bisher üblichen um Vieles überlegen.

Kurze Nachrichten aus Kun st und Wissen­schaft. Nach derTimes" hat Lord Fcvcrsham ein Bild von Rembrandt, demHolländischen Kaufmann", für ungefähr eine Million Mark an Herrn Friek nach' Neutiork verkauft. Das Bild ist in Dem Buche von Pros. Dr. Bode unter Der Nummer 461 beschrieben und auf Blatt 477 des RembranDtbanoes ui den Kwftuecn Der Kunst reproduzi.'rt. Der Kgl. fächs. Geheime Rat Dr. phil. Karl Neumann, enter. orD. Professor Der Mathematik an Der Universität Leipzig, feiert am 7. Mai feinen 80. Geburtstag. Der bekannte Mathe­matiker ist 1832 zu Königsberg in Pr. als Sohn des Uni-- oeriitätsprofessors -tr. Franz Neumann geboren. Unter zahl­reicher Beteiligung fand am Sonntag im Künstlerhaus zu B er- l i n Die Feier des zehnjährigen Bestehens, der Gesellschaft, für Theatergeschichte statt. Ter eigentlichen Feier ging Die Generalversainmlung voraus, die vom Geh. RegierüNgscat! Pros. Tr. Ludwig Geiger geleitet wurde. In M ünchen ist am 3. d. Mts. der Kgl. :v.imL'irehor und Gymnasialmuftklehrer a. D. Franz Josts Schmid im 76. Lebensjahre g e slo. rhen,

Die Entwicklung der Frauenarbeit in Hessen.

Die frühere Annahme, das; der Frau infolge ihrer körperlichen Veranlagung nur ein ganz spezifische Wir- kunaSkreis Kindererzichunq und Hauswesen zuge- wicsen, also ihre Stellung im Volkskörper von Natur wegen eine gebundene sei, erweist sid) im Lichte der drei letzten Berufszählungen als irrig. iOtit der steigenden Kulturent­wicklung erleidet die Lage der Frauenwelt eine durdsgrei» fende Aenderung. Recht und Sitte, die früher in erster Linie mitbestimmend für die weibliche Betätigung lvaren, iveichen unter dem Drucke der Verhältnisse neuen, anders gearteten Anschauungen und stellen Frauen und Mädchen mitten hinein in den öffentlid)cn Erwerbskampf Die frühere Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau, die in ziemlich scharfbegreirzter Weise durchgeführt war und mit einer gewissen Eifersucht von beiden Teilen gehütet wurde, ist verwischt. Dasfreie Spiel der Kräfte" ist zur Grund läge des modernen Wirtschaftslebens erklärt und der Frauenüberschuß, der in Deutschland fast 1 Million Köpfe beträgt, gibt dieser Situation eine eigene Sdjärfe.

Schon 1895 wurde festgestellt, daß gegen die Berufs­zählung von 1882 die weiblichen Erwerbstätigen in der deutschen Gesamtbevölkerung um 23,60 Proz., die männ­lichen aber nur um 15,95 Proz. zugenommen hatten. In Conrads Handwörterbud) tftr St. atswissenschaften meint zwar Professor Pierstorff, daß eine zunehmende allgemeine Verdrängung der Männer durdj die Fran im Erwerbsleben nicht mit triftigem Grunde behauptet werden könne.Die zunehmende Entwidlung des Erwerbslebens, die teilweise auf Kosten der überlieferten Hauswirtschaft erfolgt, fordert geradezu eine Ergänzung, eine Unterstützung der Männer­arbeit durch die Erwerbslätigkeit der zunehmend frei wer­denden weiblichen Arbeitskräfte In der Regel übernehmen die Frauen diejenigen Verrichtungen, für welche die Männerkraft weniger geeignet ober zu wertvoll geworden ist." Dieser Standpunkt trifft allerdings zu, aber nur für die llebergangszeit. Schon heute läßt sid) deutlid) erkennen, daß eine ganz andere ^Neuregelung dieses Verhältnisses im Anzuge ist.

Aud) Hessen ist von diesen Veränderungen im Gesell sdsttftskörper nicht frei geblieben. Die Zahl der in einem .VMUiptbcruf erwerbstätigen Frauen und Mädd)eu, ein­schließlich der Dienstmädchen, steigerte sich bei den letzten Drei Berufszählungen wie folgt;

Wasch-Hosen

von °-90 *

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Aoqer Ausw»bL in gr°sser

Stamme. Er ist Der einzige Mensch in der Welt, der noch die Sprache des süDlichen V.ana-InDtaner versteht. Eine scharf aus­geprägte und eigentümliche Mundart spricht er. Die mit feinem auDcren InDiauerDialelt Äehnttckfteit hat. Tie Sprache, Die Diefe Indianer hatten, besteht tatsächlich aus zwei verschiedenen Sprachen, Die eine sprachen Die Männer und Die andere Die Weiber. Fast jedes Wort unterfcheidet sich in der Endung auf irgcnDcine Art, je nachdem es von iWännern oder Weibern gesprochen wurde. Ein Mann, der zu seiner Frau sprach, mußte daher die eine Sprache sprechen unD_ Die andere, zum mindesten verstehen können. Tieier schwerfällige Sprachendualismus steht fast ohnegleichen da. Er kommt zwar aud) bei den Maraiben vor, die von den Nach­folgern des Kolumbus in Westindien entdeckt wurden. Bei ihnen aber waren die Weiber des Stammes meistenteils Gefangene au» anderen Infeln. _5ic lehrten ihre Sprocke die Töchter, während die Söhne der Sprache ihrer Väter sich beDienten. Trotz des Umstandes, Daß Ishi unter Den Verhältnissen der Steinzeit lebte, entspricht er doch Dem, wofür man Die Menschen aus der Steinzeit bibber gehalten hat, durchaus nicht, weder in geistiger noch in körperlicher Beziehung. Ter Indianer ist merkwürdig aufgeweckt und verständig, und Professor Watermann behauptet. Daß er sich in sieben bis acht Jahren Die Kenntnisse angeeignet haben dürfte. Die Der gewöhnliche Durchschnittsmensch besitzt. Bis zu seiner Gefangennahme war Ishi nie mit Weißen in irgendwelche Be­rührung gekommen. Tic südlichen Y)ana<\nDianer lebten außer­halb des Gebietes Der spanischen LrnDbcwilligungcn in Kalifor­nien, und als 1865 Pioniere auf die Jagdgründe der Indianer An- sprud) erhoben, kam es zu fdaueren Kämpfen, bei benen sämtliche 2-anas bis auf etwa zwölf niedergemetzelt wurden.

Bisher ist es noch nidjt gelungen, etwas Positives über Das, was Ishi oder andere Angehörige seines Stammes glauben, zu ermitteln. Ter Indianer will oon ieinen Toten nicht sprechen. Von seinem Aberglauben har er jedoch verschiedenes erzählt, und dieser steht in engem Zusammenhang oder bildet Diellctdu sogar einen Teil seiner Religion. Wie er glaubt, hat der Rabe, Der ja immer ein Tieb war, einst das Feue. einem dummen Gotte ge­stohlen, und von Dem Raben hat es Der Mensch geraubt. Starb em Mitglied seines Stammes, so sengte Ishi sich mit einer brennen­den Kohte fein schwarzes Haar ab und Die Haare seines Bartes reißt er sich einzeln aus. Von kurzen Geschichten ist Ishi kein Freund. Tie kürzeste. Die er zu erzählen weiß, die Geichichte

Lnzüge

normen ___

,50 au -----

Zunahme gegen 1882

39,4 e'e «9,4%

182,0 X

beschäftigungen, z. B. Spinnen, Weben, Nähen, Backen, aus Der Hauswirtschaft verdrängt und als besondere Be­rufe jetzt ausgeübt werden. Insolgedcffcn ist die Möglich­keit der Hausproduktion jetzt eingeengt und Die freigcwor denen Arbeitskräfte sud)en anderweitig außer Dem Hause Beschäftigung" Das Statistische Amt bat aber wohl nicht geahnt. Daß Die Entwicklung sid) schon in Den folgenden zwölf Jahren 1895 07 so energisch) vollziehen würde. So sehr es zu wünschen ist. Daß Der Frauenwelt wieDer aus nahmslos das Haus, die Familie erobert werden könnte, so sehr wird man, bis Dieses Ziel erreicht ist und wirb es je erreicht?, Die soziale Gesetzgebung anspannen müssen, damit Die weibliche Welt in ihrem Recht und ihrem Fortkommen nicht gehindert wird.

1882

Landwirtschaft 41432

Industrie 17 867

Handelsverkehr 4 992

Die Besetzung von Hfcoöos durch die Italiener.

Die italienisd;en Unternehmungen sind in Tripolis selbst ziemlich lahm gelegt. Heute werden ans Rom wieder zwei italienischeErfolge" mitgetcilt, die aber nur beweisen, wie hartnäckig die Türken und Araber 0)i ihrem Wider­stände festhalten. Wie oft hat es immer geheißen, Der Feind fei zerstreut worden, und immer erscheint er wieder in starker Stellung". So aud) jetzt wieder vor Homs,, wo itad) der heutigen Meldung die Italiener wieder in Noten sich befinden. Der italienische Streiszug an der tunc)ifd)cii Grenze mit demZurückwerfen des Feindes" wird wohl aud) keine Bedeutung auf sid) haben. So muß­ten die Italiener nach neuen Sensationen greifen, da ihnen zu allermeist daran gelegen ist, die Türken einzuschüchtern und die europäische öffentliche Meinung gegen diesennutz­losen Widerstand der Türkei" auszuwiegein. Wie eine große Kriegsaktion wird heute Die Besetzung Der Insel Rt-odos gemeldet. Man denkt ladyeitD an denKamps mit dem Drachen" und fragt sich,Was rennt das Volk, stürzt Rhodus unter Feuersslammen?" So schlimm ist es nicht. Rhodos ist zwar die größte Insel im ägäischen Meere und sperrt mit Kreta und Scarpanto dgs ägäische Meer halb­kreisförmig ab. Wenn Die Italiener nun triumphierend darauf Hinweisen, daß sie die Seeverbindungen zwischen Konstantinopel und Syrien abfdpieiDcit oder gar die türki­sche Hauptstadt ganz isolieren wollten, so ist diese letzte Absicht undurchsührbar und das andere fein in Die Augen stechender Fortschritt. Das Vergnügen der Besetzung von Rhodos Hütten die Italiener sid) schon längst leisten können. Es lag auf der Hand, daß die türlische Besatzung der lieber- macht der Italiener keinen großen Widerstand entgegen- setzen würde. Das Schlaueste, was sie beim Bombarde­ment Der Insel eine solche hat nach Konstanlinopeter Meldungen stattgefunDen tun konnten, war, sid; schleu­nigst in die Berge zurückzuziehen. Da ging natürlich die Landung in wenigen Stunden glatt von statten. Sckstvie- riger, wird sicher Die Besetzung Der anderen großen, nörd­lich gelegenen Insel Chios werden. Die an Der Küste vor Smyrna liegt und wo Die Türken größere Verteidi­gungsvorbereitungen getroffen haben dürften.

Gleichzeitig mit diesen neuen Kriegsmeldungen setzen die Türken ihre Hoffnungen auf eine Reise des deutschen Botschafters Frhrn. v. Marschall nad) Berlin. Darin dürf­ten sich die türfi)d)en Blätter aber täuschen. Zweifellos wird aud) der Krieg bei der Berliner Aussprache in Frage kommen, und Herr v. Marschall wird Bericht erstatten können über die deutsch-freundliche- oder friedliche Strö­mung in Konstantinopel. In Der Hauptsache aber wird Die Reise mit Stellenveränderungen in hohen diplomatischen '21 emtern zusammenhängen Man hat seit einiger Zeit berichtet, Frhr. v. Marfchall wolle von «einem Posteit in

Das Fell seiner I von U-tut-Ne, der Waldcntc, erforoerte zweiundfünfzig phono- I graphische Aufnahmen. Allmählich gelangte das Anthropolische Fnstitut in San Francisco in den Besitz der Kenntnis seiner

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Ik-Anzüge ormen und nur besten i Qualitäten

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Nr. 106 Erstes Blatt 162. Jahrgang Montag, 6. Mai (9(2

Der Siebener Anzeiger /tX. ve,ugSvreiS:

erscheint täglich,, außer JnXBalf SB inonatlicb75Ps^viettel-

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für die Redaktion 112 w __ W polittschen Teil: August

WS? General-Anzeiger für Gbechessen LLsKS ^""^"Taflcsnumnu" Rotation5druck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Stcinöruderci H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchttlstrahe 7. a^d-.^^ß-^für den bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Zernfprccher Nr. 269 Seschäflrftelle vahnhofstrahe lös. Änzeig'enteü: H." Beck.