Aus den Reichrtagsaus'chüffen.
:: Berlin, 5. März.
Ter Bvdstetauß'chuß verhandelte heute beim Kanalamtstitel des Haushalts des Reichsamts des Innern zunächst über die Mirage der Haf- tung der Lotsen für Sachschaden. Beim Kapitel Reichsgesundheirs- amt wurde hierauf die Frage der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche sehr eingehend behandelt. Das Zentrum Hal in einer Entschließung einen Ergän-ungsetal beantragt, zu Stipendien bei der Erforschung der Maul- und Klauenseuche und zu einer großen Prämie für den Entdecker des Seuchenerreyers und des Heilmittels. Diese Entschließung wurde schließlich einstimmig angenommen. Tie Erllärungen des Reichsgesund- heitsamtes lauten nicht gerade optimistisch. Tie Aufsuchung des Erregers wird vom Reichsgesundheitsamt nicht als die zurzeit wichtigste Aufgabe betrachtet, vielmehr die Gewinnung von brauchbaren praktischen Mitteln. Ein Serum scheint gesunden zu sein, aber es ist wegen des hohen Preises nicht geeignet für ausgiebige Verwendung; wesentlich wäre es, das Gift der Maul- und Klauenseuche künstlich zu züchten, damit ein billigeres Serum gewonnen werden kann. Es sollen nun sämtliche vorhandenen Mittel erprobt werden. Die bisherige Erprobung hat aber ein negatives Ergebnis gehabt.
Eon konservativer Seite wurde der Wunsch geäußert, es möchte bei der Bewilligung von Mitteln in Anbetracht der durch die Finanzreform geschaffenen günstigen Finanzlage weniger engherzig vorgegangen werden. Hieraus erwiderte der Schad sekretär: die Finanzlage des Reiches sei und bleibt so, daß die Notwendigkeit besteht, die gesunden Finanzgrundsätze auch fer- n er bi n an zu wenden, was s i ch im weiteren Verlaufe der Etatsberatung zeigen wird.
Die Wahl xr. Beckers,
Der Wahlprüfungsausschuß begann heute mit der materiellen Prüfung der beanstandeten Mandate. Die ganze heutige Sitzung nahm die Prüfung der Wahl des einer Fraktion nicht angehörenden, früher nationalliberalen, Dr. Becker-Hessen in Anspruch, ohne daß man schon zu irgend einer Entscheidung kam. Er ist in Bingen- Alzey in der Stichwahl gegen den volksparteilichen Kandidaten Pfarrer Korell mit 12 012 gegen 12 010, also mit nur zwei Stimmen Mehrheit gewählt worden. Die Verhandlung über die Gültigkeit oder Ungültigkeit einzelner Stimmen gestaltete sich im Ausschuß äußerst kompliziert. Den Bericht für die Ungültigleit der Wahl Hal Abg. Dr. Neumann-Hofer (Vp.), das Gegenreferat Abg. Quarck (nl.); irgendeine Stellungnahme der Ausschuhmitglieder nach Parreirücksichten war nicht zu bemerken. Nach dem offiziellen Wahlprotokoll handelt es sich um zwei Stimmen, die im Wahlbezirk Sprendlingen mehr gezählt wurden als Wahlluverts vorhanden waren. Nach der früheren Uebung des Wablprüfungsausschusses werden in solchen Fällen die überzähligen Stimmen kassiert und dem Sieger in Abzug gebracht, da ja das Wahlgeheimnis die Feststellung nicht ermöglicht, für welchen Kandidaten die überzähligen Stimmen abgegeben sind. Während der Verhandlung traf nun heute ein Telegramm im Ausschuß ein, wonach zwei Wähler erklärt haben, sie hätten jeder zwei Stimmen für Korell abgegeben. Ein Zwang zur eidlichen Vernehmung der Wähler ist ja nun nicht möglich, da dem das Wahlgeheimnis entgegenfteht. Im Ausschuß gingen die Meinungen auseinander, ob nun trotz dieser telegraphischen Meldung die beiden Stimmen dem Abg. Becker abzuziehen seien, was von volksparteilicher Seite vertreten wurde. Zunächst wurde die Entscheidung über die Frage Sprendlingen aus- gesetzt. Man wandte sich dann den Wahlprotesten zu, deren einige sich auch gegen den unterlegenen Kandidaten richten. Tas bisherige Ergebnis der Prüfung ist, daß Dr. Becker vier Stimmen, Korell drei Stimmen zugezählt erhält. Die Prüfung wird morgen fortgesetzt; vermutlich wird das Ergebnis eine weitere Beweiserhebung s ein.
Der Ausschuß für das Reichs- und StaatSaugehörigkeitgeseh begann heute seine Beratung, die sehr eingehend geführt wird und daher einen langsamen Verlauf nimmt. Nach der Vorlage lautete die grundlegende Bestimmung des § 1: „Die Reichsangehörigkeit wird durch die Staatsangehörigkeit in einem Bundesstaat erworben und erlischt mit deren Verlust." Diese Fassung wird durch Annahme eines Antrags der Nationalliberalen geändert. Es heißt jetzt: „Deutscher ist: erstens, wer die Staatsangehörigkeit in einem deutschen Bundesstaat besitzt. Elsaß-Lothringen gilt im Sinne dieses Gesetzes als Bundesstaat. Zweitens: wer die Reichsangehörigkeit unmittelbar besitzt." Nach 8 2 wird die Staatsangehörigkeit in einem Bundes st aate erworben durch Geburt, Legitimation, Eheschließung und durch Aufnahme. Die Nationalliberalen beantragen, statt ,church Aufnahme" zu setzen „durch Aufnahme des Angehörigen eines anderen Bundes st a a t e s". Dieser Antrag wurde abgelehnt; er wird aber voraussichtlich in der zweiten Lesung wieder ausgenommen werden.
Deutschem Ueieh.
Aus Wilhelmshaven wird berichtet: Der Kaiser verließ am Dienstag um 10 Uhr vormittags die „Deutsch- lund" und begab sich auf dem Wasserwege zur kaiserlichen Werst, die er unter Führung des Staatssekretärs v. Tirpitz besichtigte. Der Großherzog von Oldenburg ist am Dienstag zur Teilnahme an den Besichtigungen eingetroffen.
In der badischen Zweiten Kammer teilte der Minister des Innern Freiherr v. Bo dm an mit, daß die badische Regierung mit der Regierung von Elsaß-Lothringen ins Benehmen getreten sei über die Fortsuhrung der RheinregulierungbiS Basel. Bezüglich dec Schisf- barmachulig des Oberrheins bis Konstanz habe man sich mit der Schweiz über die Bedingungen eines Wettbewerbes zur Gewinnung von Entwürfen geeinigt. Es schwebten zur- zeit noch Verhandlungen wegen Zusammensetzung des Preis- gerichts.
Ausland.
Die „Neue Freie Presse" meldet aus Ofenpest: Der Mimslerrat beschloß, daß der Ministerpräsident am Ton- nerstag dem Kaiser den R ü ck t r i 11 d e S g e s a m t e n K a - binetts anbiete, falls der Kaiser den Standpunkt der ungarischen Regierung in der W e h r r e f o r m bezüglich der Einberufung der Ersatzreservisten nicht annimmt.
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Hcer und Flotte.
Ein französischer Gesetzentwurf über bas Militärflugwesen.
Paris, 6. März. Heute nachmittag brachte der Kriegs- nimmer M tller anb in bcr Kammer den Gesetzeiitwurs über das Militärflugwesen ein, durch welchen der „fünften Masse" emo lelbltändige Organisation verliehen werden soll. In der Begründung des Entivurfs heißt es u. a.:
Die Armee hat gleich dem ganzen Lande mit leidenschaftlichem Znterege die rasche Entwicklung des Flugwesens in den lebten Zähren verfolgt, und sie hat sich bemüht, alle Fortschritte des- leloen^zu Gunsten der nationalen Verteidigung nutzbar zu machen. Die Selbständigkeit der „fünften Waffe" bedeute nicht, daß die- lelbc ein geschlossenes Korps biloen solle. Das Personal werde
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V.
teilnet) mer von 1866 und 1870/71 eine M armor
Schon jetzt kori
man sich einen Begriff machen, wie praktisch der 9leubau f-i
liehen Abteilung zur besonderen Zierde.
dem Verband der Vereine ehemaliger 116er beitrctcn wolle Ans der Versammlung heraus wird eine ganze Reihe gut e <<.•
Theater- »Hänsel und
zeigt außer Silhouetten und Zeichnungen eine sorgfältig aus
geführte Ansicht von Gießen in Aquarellmalerei. Es unserer Stadt gelegene Fürstliche Salinenhof ist m ist die beste Stadtansicht auß dieser Zeit, gemalt von C. W. einen neuen Pächter (Karl Flemming, Sohn des seitherig^ Lberaintmann Flemming war feil
ebenso Joi. Hegele als Kassierer, Wilh. tlleeb als 1. ödjriittübnt; als 2. Vomhender Will,. Dern, 2. Schruttuhrer Robert Will als Beisitzer Kieb und Wilh. Krick. In diesem Jahre soll eine totali
der Verein seine erste diesjährige M o n a t s v e r s a m m : u n bei Restaurateur Haubach ab. Bezüglich der Regiments
oagabun bu6* am nächsten Sonntag obenb gelten Gut- scheine. Weitere Gelegenheit zur Verwendung von Gutscheinen werden noch die beiden Vorstellungen am Palm-Sonntag bieten. Da die Spielzeit mit dem 31. März schließt, ist es ratsam, die Entnahme von Gutscheinen von jetzt ab ein- zuschränken.
” Unsere städtischen Werke haben, um für alle Möglichkeiten gerüstet zu sein, ihren nicht unbedeutenden Kohlenbedarf bis Mitte Mai gedeckt.
•• Besitzwechsel. Tie Stadt Gießen hat die 2850 qm iimfassende Besitzung deS SchneidmüllerS Euler am Hainm für Zwecke des EleltrizitätSwerkeS für 100000 Mk. gekauft.
** Fleisch aus dem AuSlande. Ein Konsortium trägt sich mit der Absicht, wie in Frankfurt a. M. und Köln, auch Gießen mit Fleisch aus Holland und Schweden zu versorgen. Tie Verwirklichung des Planes, unsere Stadt mit wohlfeilerer Fleisch nah rung zu versorgen, hängt von dem Entgegenlommen der städtischen Verwaltung und der Kreis- behöcde, sowie der Möglichleit ab, das eingeführte Fleisch in Gießen verzollen zu können.
beträgt 74 cm, der Umfang 192 om. Fräulein von Klip-
stein schenkte eine tadellos erhaltene schöne Bronzefibel arbeiten sind in den letzten Tagen so beschleunigt wordc, und zwei Bronzenadeln aus Hallstadt im Salzkammergut., daß der Neubau wohl un Mai dem Verkehr übergeb» Justizrat Grünewalb stiftete einen großen, massiven werden kann. Tie drei Unterführungen und die beiden Val - Bronze hals ring, gefunden m der bronzezeitllchen Siede- iieiQbaflcn gehen ihrer Vollendung entgegen, ebenso dr lung dec Lindener Black. Der Ring gereicht der vorgeschicht- direkte Anschluß an die Wettertalbahn. Schon setzt fori
hier: Ausspruch der Enteignung.
** Verein ehemaliger 116er.
in einer Versammlung beschlossen, für die Feldzug«
** Cine öffentliche Sitzung des Provinzial - A u s s ch u s s e s findet am Samstag, 9. März, vormittags 8/4g Uhr, mit folgender Tagesordnung start: 1. Entügiiung von Gelände zuc Karlsstrage und zum Ernst- Ludivlgcing zu B a d - N a u h e i m. 2. Antrag der Gemeinde L-teinsurth auf Ablösung der der Gesamrsamilie Löw von und zu Steinfurth obliegenden Verpsiichrung zur An
erhält!"
*♦ Tageskalender kür Mittwoch, 6. März Verein: d. Opern-, oiHeilung im Sladtthealer:
M Lehrerpersonallen. Uebertragen wurde dem bericht des 1. Vorsitzenden G. Schrader war zu ersehen, bau 6tr Schulamtsasplranten Jak. KrauS grill aus Niedec-Weisel Verein rüstig vorgejchrmen ist 14 AlNglleder gewonnen hat »» WU.an .» dem HkrÄ’ÄÄÄ’Ä
Lehrer Hch. Schmidt zu Rtiddmgshausen eine Lehrecstelle an der Gemeüibcschule zu Großen-Liuden.
*'Titeloerleihungen. Der Großherzog hat dem Bauinspektor für besondere BauauSführimgen Hugo Land- mann zu Offenbach, dem Baumfpeklor des HochbauainkS Sieburg Ludw. Klump zu Dieburg unb dem KreiSbau- inspektor deS Kreises Darinsladt Hch. Baltz zu Darmstadt den Charakter als ,Baurat* verliehen.
Am SamS:ag 6iel:
sprechend abyeändert werden könne. In Friedenszeiten werden £ den Militärfliegern gewisse Vergünstigungen gewährt und bei tödlichen Unfällen ihren Hinterbliebenen dieselben Rechte bewilligt, wie dcn Hinterbliebenen berimjti:iege©e-
LeieV'tdÜe ber Vorsitzende mit, daß ihm aus den tetfaxtbentm opfpfcn. ^a^ie durchschnittlich -o -itllwncn pranks vor- teilen Ober Hessens Nachrichten von alten Kameraden sujegangc; gcic* • seien, nach denen dort Bereinigungen gegründet uxrbcn sollen, di
Gretel"; Ehaiupagnervisioueii. Auiaug 7 Uijv.
♦
** Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Werlführer Martin Wesp zu Arheilgcn, in Diensten der Firma Ferdinano Schm-dt, Posamenten,abr.t zu Darmstadt, das Allgemeine Ehrenzeichen mit oer Inschrift „Für treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
'* Psarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Pfarrer Adolf Korell zu Königstädten die evang. Pfacrstelle zu Nieder-Jngelheim übertragen.
Stadttheater. Zu der Aufführung von .Lumpaci- da» Publikum angelegt ist.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 6. März. AIS Beröber deS Raut- Mordversuchs wurde heute mittag der 26 Zahl alte Schuhmacher und Aushilfskellner Ludwig Gölz a i Schönberg a. d. B. ermittelt unb verhaftet. Er leugH energisch, bie Tat auSgeführt zu haben, obroobl man t < beiden geraubten Uhren unb ben ganzen gestohlenen St-. « betrag von 40 Mk. genau in ben Geldstücken, wie sie di
bgcljnlien wurde, zeigte, daß sich tüchtige Züchter hier bereu- gebildet haben. Tie Einuahinen waren Alk. ö29,4ö und die Ausgaben Att. 288,76, somit ist ein Kasfenbestand von Alk. 240,vS vorhanden. Ter settheitge Vorsitzende Scirrader wurde roiebergciüäili,
Aur Stadt und Land.
wie st en. 6. März 1912.
Tie Hinterlandbahn.
AuS Rodheim ). d. i> wird und geschrieben:
Tie in Nr. 53 des Gieß. Anz. veröffentlichte Zuschrift betr. die Hinterlandbahn, war gewiß vielen auS der Seele gesprochen. Es tut bitter not, daß endlich einmal diese für die Orte des südlichen Kreises Biedenkopf, des Verstals und der Hohensolmser Gegend, nicht minder aber auch für die Stadt Gießen selbst so üveraus wichugc Frage enecg.scher in die Hand genommen, daß aber auch die Oeffentkichleit über den derzei.iaen Stand dieser Frage orientiert w^rd. Mit geradezu unheimlicher Heimlichkeit wird das Projekt Gladenbach —Wetzlar von dem betreffenden Komitee und allen amtlichen Instanzen auf das energischste betrieben, — und von Gießen aus werden seit einem Jahre alle an einer Verbindung mit Gieren interes,ierten Kceije immer wieder beschwichtigt und aus e.ne „in nächster Zeit" zu haltende Versammlung vertrö,tet. Wenn erst einmal die Verbindung nach Wetzlar sicher ge^dd, bezw. ausgeführt ist, dann soll auch eine solche nacl) Gießen, bezw. ins Biebertal „in wohlwollende Erwägung" gezogen werden: mit diesem Zuckerbrot wird uns oer Muno gestopft. Auf solche Zutünstsmusik aber pfeifen wir; denn n>er garantiert uns für die Verwirklichung? Wir verlangen aber jetzt schon feste Garantien dafür, daß man nicht im einseitigen Interesse der Stadt Wetzlar wichtige Ver- tehrsinteresien weiter Krei,e einfach tocschweigi unb mit Füßen tritt. Wir find gewiß, daß wir im Sinne von bieten Tausenden von Bewohnern der Orte des Biebertals und seiner Umgebung, der weitecliegenden Orte tote Frankenbach, Crumbach, Kdrchvers, Altenvers, Weipoltshausen, Rolshausen usw. bis zur Bahnlinie ^öiederwatgern—Gladenbach sprechen, wenn wir an die Stadt Giefjen und an die Verwaltungen der Kreise Biedenkopf und Marburg und an alle beteiligten Ortsvorstände den Ruf ergehen lassen: „Sorgt dafür, daß die projelciecte Bahn die rechte Linienführung und den Anschluß nach Gießen
Ansstellluig abgeljalteii werben.
-m Laiigb, 5. Vlärz. Der Kriegeroerein htt
vom Vorstand ausgearbeitcten Verbands!atzungen genehmigt. T nächste Vertreterveriammlung des Verbands srndet am Säoista^. 19. Mai, hier statt. Hinsichtlich der Aenderung der Verein, satzungcn, die sich in einigen Punkten als notwendig enviefer, wurde eine Anzahl bestimmter Anträge festgelegt. Beschloijen wurde, möalichn bald durch Töchter von Mitgiiedern eine Sammlung Kur Anschaffung einer V e r e i ns f a^hne zu Dermitalieu. Auch soll der Vorstand vergrößert und ein Schießausschuß gebüt:1 werden. Die bestellten Gewehre sind eingetroffen und sollen dem näa-st gegen AnerkennungSuriunde ausgegeoen werden. Bei künftigen Sterbesällen sollen die Kameraden im „Gießener Än- zciger" zur Beteiligung an der Beerdigung ausgesordcrt werden
Eine S cyneider- Aus «per rnng m auch in Gießen zu erwarten, wenn die Lohnslreitigseiten zwijchen dem x2lrbfilgebcr- nnb dem Arbeitnehmeiverbanb nicht erledigt werden. Wenn das nicht der Fall ist, so ist für ben 9. März eine allgemeine Aussperrung der Schneider in 168 Städten, zu denen auch Gießen gehört, beschloffen.
•• Selbstmorbversii ch. Gestern abenb gegen 10 Uhr geriet em angetrunkener Arbeiter in ferner Wohnung mit einer Frau in Streit nnb bie Schutzmannschaft mußte Frieden Nisten. Nachdem die Ruhe hergcsiellt war, brachte sich bei Aiann mit einem Brotmesser drei Schnitte in den Unter- a r m bei in der Absicht, sich die Pulsadern zu öffnen. Auch hierbei mußten Schutzleute einschreiten. Sie brachten den Verletzten zur Wache und legten einen Notverband an; ein Arzt verbesserte den Verband unb bann begab sich bcc Ver- letzte zu feinen Ellern, aniiatt zu seiner Frau.
Landkreis Gießen.
--- Lollar, 5. Marz. Am ^uiuitag hielt im Ortr- gewerbeverein Lollar und Umgegend RechtSanwal: Kaufmann aus Gießen einen Vortrag Über bas Erb- recht des B. G. B. unb das Testament. Ter gut besuchten Versammlung entwickelte der Vortragcnbe die^ cun> regeln bes neuen Rechts und zeigte an Hand von Beispielen, welche große Umwälzung das neue Erbrecht gebracht hat. Besonders behandelte der Redner die Frage der Schulden- ha.tung der Erben und die Frage, wie sich d.e Handiverier als Nachlaßgläubiger gegen Schaben schützen. Hinsichtlich des Testaments wurden alle Jorinen erörtert und namentlich die Rechtsprechung besprochen, bie sich an bas sogenannu^ „eigenhändige" Testament angeknüpst hat. Tie sich an- Ichließende Aussprache zeigte, welch großes Interesse die erschienenen an dem Gegenstand des Vortrags hatten und die klaren Ausführungen des Redners erleichterten bas Ver- stehen des Vortrages sehr.
— Leihgestern, 4. März. Gestern hielt der Kaninchen- unb GeNügelzuchlvercin (aller Verein) feine Hauvl- v e r s a ui m 1 u n g bei Gastwirt A. Tern ab. AuS dem Jahres»
schlüge zur Unterstützung des Regiments, namentlich bei der Em quarticrung, der in großer Aniabl zu erwartenden Festgasre g. maäst. Einstimmig wurde die Gründung des Verbandes uno t-
in der großen Armee rekrutiert werden. Doch werben bie Offiziere chaffunq und li-itcrring des Faselviehs dieser . .n:e:.ide. und Unteroffiüere je nach Bedarf, Alter und Neigung zu ihrer 3. Reklamation gegen die Beigeordnetenwahl in Qu eck früheren Waffe zurückkehren können. Ter Fliegerbestand wird 4. Enteignung des Grundstücks Fl. I Nr. 68 der Gemärt:n.- jeweilig im Dekret-Wege festgesetzt, damit er den Umstanden ent- Friedberg (Hofrette der Iohs. Gröninger II. Eheleute'
Ueberfallene angab, bei ihm oorfanb.
Kreis Wetzlar.
w. Wetzlar, 4. Dtärz. Der städtische Borans chlcg wurde in Einnahme und Ausgabe auf 648 805.78 Mk. K ' gesetzt. Die Steuersätze bleiben dieselben wie im vorig r Jahre, nämlich: Grundsteuer 225 Proz., Gebäudesteucc -'l 1 ■ Gewerbesteuer 225, Einkommensteuer 225 und 103 Proz. Ur- läge von Steuersätzen für Einkommen nicht über 'AM Der Vorsitzende glaubt, daß der Höhepunkt der * schraube erreicht sei, da im nächsten Jahr eine ganze "2tr- ■ der alten Anleihen nicht mehr erscheinen werde, so <uu < Rate für bie Bahn Wetzlar-Butzbach, deren letzter Tcck o:c| Jahr eingestellt sei. Ter Steuersatz der Grunbsteuec v> 225 Proz. entspricht einem Satz von 3 für das Taufend 0 Steuer nach dem gemeinen Wert.
x Krofdorf, 4. März. Das SR u ft c r u n ß * geschäft im „Schützengarten" zu Wetzlar ist sur Bürgermeisterei wie folgt festgesetzt: Bürgermeistecei bad) am 15. unb 16. März unb Bürgermeisterei Launsv^ Mittwoch, den 20. März.
Cordier aus Frankfurt a. M. 1794. Frau Konditor Lind Pächters) übergegangen.
überwies eine Anzahl sauber geschnitzte alte Kuchenformen, ein halbe« Menscheualler Pachter von fürstlichen GulShöi^ Em interessantes, mächtiges WrrtfchaftSgefäß, etwa aus unb wurde von dem Fürsten entsprechend geehrt, indem ihr dem Jahre 1200 vor Chr., das 1910 in Oder-Hörgern der Titel ^Toiuäuenraf verliehen wurde. — BiS zu '-tiegim tut Verein mit großen Bronzenaöeln und Bronzearmband deS Frühjahres sollen die Psla sterarbeiten in hieligr freigelegt wurde, konnte aus den Trümmern nut großer stabt beenbigt sein.
Mühe wieber zusammengesetzt werden. Tie Höhe der Urne Kreis Friedberg.
m. Bab-Nauheim, 6. Alärz. Die Bahnhos^-
•e 'JJlufeum. Die W. Gailsammlung ist burch zwei
große, kunstvoll eingelegte Truhen bereichert worden. Ein Gedenktafel m der Kirche anbringen zu lasten.
Gießener Stu deut en sla in ui buch aus dem Jahre 1792 Kreis Büdingen.
? Bübingen, 5. Viarz. Der in unmittelbarer Rä c


