Ausgabe 
8.8.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten.

Die neue Aera an den Leipziger Sühnen.

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Httobonna zeigten den phantasiereichen modernen RegUieur. Nun-

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Ediäu)vieler gingen, gastierten L |ind) in Leipzig während De: I läufig Einhalt, r~*v----- ***"

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zwei Beethovenkonzerte spielen.

Zählt man die UebersiUle der üblichen Konzerte hinzu, so verheißt das einen großen Leipziger Musikwinter.

ks. Der Familienkinematograph. Wohl nur noch ein Jahrzehnt nnro es dauern, bis rede Familie anstelle des herkömmlichen Familienalbums, in dem die Bildnisse all der lieben und teuren Angehörigen für kommende General tonen sorg­fältig auibewahrl werden, einKinoarchiv" besitzt. Zn 'Amerika,, dem Lande des Fortschrittes, ist derFamilien-Kientopp" schon längst nichts Unbekanntes mehr. Von der Wiege bis zum Grabe nimmt der Film das Familienleben auf, und dank neuester Errungenschaften besitzen wir ja auch densprechenden Kien- topp", der wohl den Gipfel der Realität baritellt. Es gehört drüben schon jetzt zum guten Tone, daß jede Familie einMino* Archiv" beiitzt. Zn der Regel beginnt es ein junges Brautpaar mit der Aufnahme der Trauung und der Hochzeit. Erscheint das erste Baby, so wird selbstverständlich die Taufe kinematographisch aufgenommen. Und so geht es fort! Zedes nur irgendwie be­deutungsvolle Ereignis wird sorgfältig seilgeb alten, und statt durch tue starren, manchmal durchaus unwahrscheinlichen Bilder des Familienalbums lernt man jetzt seine Ahnen und Berwandten in Lebensfrische kennen. Das Dolliranöigite FamUren-Kinoarchiv soll eine Familie Norton in Chicago besitzen, die am 12. Äpnl 1909 gegründet wurde. Besonders großen Aufschwung werden die Fa- miltenktnos wohl infolge Edisons jüngster Erfindung, die vor kurzem auch in Berlin oorgeftchrt wurde, nehmen. Der Taschen- kinematograph wird wohl in nicht allzu langer Zeit für jeder­mann erschwinglich fein, gerade wie es heute mit dem Pholo- grapbcnapparaie der Fall ist, dessen Anschaffung vor einem Zahr- zchnte ja noch für weitaus den meisten Test Der Sterblichen ein kleines Vermögen erforderte. ,

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Aerzle, die sich selbst operieren.

In den letzten Wochen wurden zwei Fälle berichtet, in denen ein amerikanischer und ein französischer Arzt komplizierte chirurgisdx' Eingriffe am eigenen Körper unternahmen und glücklich zu Ende führten. Tiefe Aufsehen erregenden Meldungen erfahren jept eine interessante Beleuchtung und Ergänzung durch Die For- schlingen des bekannten sranzosischen Mediziners Professor Paul Reclus, der als Mitglied Der Akademie für Medizin im Zu famnicnbaiig mit dem Probleme Der Andsthesie Studien über Die ,>Autotomisten" angestellt hat, über Chirurgen, die sich jelblt operieren.

Einer der interessantesten Fälle ereignete sich im 21pril 1890 tm Krankenhaus BrousDais: er fällt nidn durch die Ldwere des Eingriffs auf, sondern durch die Tatsackjc, daß der ausübende Arzt bet der Operation auf die Benutzung einer Hand angewiesen blieb. Einer der Chirurgen des K ranken Hauses hatte iich bei der Entfernung eines tuberkulösen Knochens verletzt, ein Knochen - splitter ivar ,hm in den Zeigefinger Der rechten Hand angc- Drungen, es kam zur Znfcklwn und alsbald bildete sich am Finger ein großes Geschwür. Ter Arzt zögerte, seiner Heilung den Zeigefinger der rechicn oder gar Die ganze rechte Hand zu opfern, et wollte sich nicht amputieren lassen und beschloß. Den tuber­kulösen Krankheitsherd selbst zu entfernen. Znmiuen inner Schüler fand die Operation statt. Der Finger wurde mit Molam lokal be­täubt, und mit Der linken Hand suhlte der Ch.rurge das Opcrations- mefier, während er mit Dem Taurnen der rechten Hand Die Spitze der klinge dingii-rte. Mit dem Kratzeisen, Das ebenfalls mit der linken HanD geführt ivuroc, kratzte er dann Die Wunde gründlich aus. Tie Operation gelang uolllommcn. DerAuto- tomift" empfand ivöhrend feiner Attjeit nicht Die geringsten Schmerzen.

Eine zweite ebenfalls technisch komplizierte Lelbstoperation unternahm 1895 der Letter eines Pariser Krankenhauses. An Den großen Zehen beider Füße, und zwar an der Znnensette,

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Chicago, 7. Äug. Roosevelt ist heute unter einem b r c i- viertel stündigen Begeisterungssturm rum P r üj i - de iitschaftskandidaten nominiert worden. Acht Tele- gatinncn. Darunter die Telegastn Zane Adam, Indien Die 'Jiomi Nation unterstützende Reden. Bier Frauen wurden zu Mitgliedern des Nationalkonvcnts der Partei ernannt.

Eine Agitation.'rede be8 demokratischen PrasidevtschastSkandidaten.

9J e m Bork, 7. Aug. Wilson hielt in seiner Sommer- residenz Sea Bright eine Rede, in der er feine Nominierung zum dcniokralischen Präsidentschaftskandidatcii annahm und jede Art von Sonderprivilegieii und Privatkontrolle an griff Er er klärte, die ö ffcntlid.cn Angelegenheiten würden burd) die private Zniiiailvc allzusehr cingeidnänft Er charakterisierte den Tarif Der Republikaner als ein System privater Begünstigungen und fprad) von Der energischen baldigen Herabsetzung des Tarifs, Der die Kosten Der Lebenshaltung verteure, das Wort. Was Die Arbeiterfrage anbetrifft, fo sprach er fick für friedliche Vereinbarung im Sinne allgemeiner Teilhaber« fdw ft aus und betonte die Notwendigkeit der Vermehrung der Transponmögllchkeiten und des Wiederauflebens des Handels zu Meere, der der Nation ihren Platz im intcr- naiotnalen .Handel geben solle. Ten Bau des Panamakanals nannte er einen beredten Beweis für das Wiederaufleben des Interesses Amerikas am niteruationalen .HaiiDel.

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ncr 4 und 6, Brahms 1, 2, 4, Mahlrr 4, Egambati o^jur, I hallen iich dösarligc Gcichwiire gebildü, dic^der Mediziner ilk Tsdjaikowsky 4, Lifzt' Dante-Sinfonie, Regers Konzert im alten Stile, Strauß' Aus Zlalien, Till Eulensptegel; ferner Brahms Deutsches Reanicm und RegersNonnen" an Chorabenden. Zur Wagner-Zentenarfeier sollen am Todestage (13. Fe­bruar- nach Der Trauermusik aus DerGötterdämmerung" Teile ausParsioal" mit dem Leipziger Thomanerchor ausgesührt wer­den. Die Zahl der gewonnenen Solisten ist groß, unter ihnen Aaltje Noordewier-Reddingius, Alfred Corlot, das Ehepaar von Straus. Auch Eugen d ' Albcrt wird im Leipziger Gcwand- hause zum ersten Male wieder im Konzertsaal erscheinen und

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P erfüllen und konnte nicht geringe, Aussichten au| ein bedeut- mes Theateriahr eröffnen. Mar ter steig erschien mit einer ganz ualienischen Geist atmenden Co r io 1 a n - Inszenierung, brachte auch seine von Köln her gepriesene Stilbühne und bot bereits ein vannhast strenges Fraueudrama als wertvolle Uraufführung, wo­her er als Regisseur inniges Eingehen aus die Stilarten der Stücke i'fenbartc. 9hl r eine Bühne stand ihm zur Verfügung, Die ~~r*;und kamen. Das gebot ihm, ob-

,o der Ferien Durchgespielt wird, vor- mieder ein wirkliches Schauspiel zu schaffen, aber _ WiDersttebenden erkannten eine starke Persönlichkeit. Sem

I Epiclplan für Den Winter ist abwechslungsreich, jedoch noch nicht ibgef(bfoffen. w _

Die Oper, feit alters in der Stadt Bachs und Wagners | Horherrschend, ließ Den Ucbergang ebenso deutlich ernennen. Hans löiwufclD fand in Ernst Lert einigermaßen Ersatz. Eulam- »twsNinon Lenclos" undLobetanz", auchDer schmuck der

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SrieöensDerhanölungen?

Köln, 7. Aug. DerKölnischen Zeitung" wird au-5 Petersburg gemeldet - Zm Ministerium des Acußern wird mir bestätigt, daß in Zürich Verhandlungen zwischen türkischen und italienischen Diplo­maten stattfinden. Tie Türkei sei wegen der wachsen­den inneren Schwierigkeiten, die nach Aussage russischer Diplomaten hier sehr ernst genommen werden, jetzt geneig­ter, Frieden zu schließen. Die Verhandlungen sind zwar kurze Zeit abgebrochen morden, jetzt aber ivieocr im Gange. Ter türkische Botschafter in Petersburg soll die Unterhand­lungen führen. Tie Anregung zur Wiederaufnahme soll von der jetzt nachgiebigeren Türkei ausgegangen sein.

Aus Konstantinopel wird dagegen heute gemeldet: Die Gerüchte von Friedens Verhand­lung en in der Schweiz werden offiziell d euren- tiert. *

Teddy'r Aussichten.

Ein Kenner der anierifani|'d)cn Politik schreibt uns: Als Theodore Roosevelt auf dem Konvent feiner neuen Fortschrittspartei in Chicago die rote Fahne schwang und ! Re Besucher des Kolosseums in den begeisterten Rus aus- machen:Man gebe uns endlich unseren Teddy!", da -onken echt amerikanisch die Wettquoten auf die e Niederlage Roosevelts von 4 : 1 auf 2 : 1. Tiefe mit Stolz I ir alle Welt gedrahteten Zahlen fagen fo viel und so wc- . mg wie eine Börienkursnorierung, sie geben nur die Stim­mung der Stunde, das Gefühl des Augenblicks wieder. Aber die Frage, ob diedritte" Partei, deren Programm Roosevelt in sage und schreibe 23 000 Worten erläuterte, lebensfähig fei und einer großen Entwicklung entgegen- | gehe, ist damit nicht beantwortet.

Die Geschichte derdritten" Parteien in Amerika ist f eine traurige Kette fortgesetzter Niederlagen, die wenig yoffnung für die Zukunft läßt Ein Blick auf die vergeb­lichen Versuche, die bisher gemacht wurden, die Alleinherr- id^ift der alten Parteien zu brechen, bestätigt die schiech- itn Aussichten, die Roosevelts neue Partei m den Augen aller politisch Geschulten hat. Dabei zählen wir nur die bekannterenGründungen" auf:

1830: Sinti Masonic Party; diese Partei Der Dankte ihre Entstehung einem zufälligen Ereignis, näm­lich dem geheimnisvollen Verschwinden eines ehemaligen Logenbruders, den man von feinen früheren Genossen er­mordet glaubte, und löste einige Antipathien gegen die pcheimen Gesellschaften aus; sie verschwand nach wenigen Jahren.

1840: Abolitivnists (später Liberty Party, Tree Sailers); diese Leute bekämpften die Polygamie und die Sklaverei. Sie gingen in den 1850er Jahren, ohne selbst irgend eine Bedeutung erlangt zu haben, in der republika­nischen Partei auf.

1834: Native American Party; deren Pro $ gramm: Ausschließung aller nicht in Amerika Geborenen von den öffentlichen Aemtcrn usw.; die Partei faßte nur Boten in New Hort, Philadelphia und einigen anderen Stählen, sie ging bald ein, um später «riebet unter einem enteren Namen aufzuleben, nämlich:

1844: K«ow-«otymgs. Diese merkwürdige Bezeichnung rührte daher, baß btc Mitglieber der Partei, einer An flelicimcn Orden, auf alle Fragen nach ihrer Organisation [ und Ausdehnung zu beantworten hatten: I know nothing, IIch weiß nichts!" Die Kmownothings gelangten in den ' 1850er Zähren zu einiger Bedeutung. 1856 hielten sie ihre erste (und einzige) Nationalkonvenlion ab und brachten es bei der Präfidentschaftswahl jenes Jahres auf 874 534 stimme« gegen 3179 433 Stimme« der beiden großen Par­teien. Wenige Jahre darauf verschwanden die kitow- nothings.

1872: Prohibition Party (Prohibitionifts); ihr Programm. Bekämpfung des Alkoholismus durch Reich, btaat und Gemeinde, Ermäßigung der Post-, Eisenbahn- unb Telegraphentarife, sowie Frauenstimmrecht und ge­sunde Währung (Einlösbares Papiergeld). Tie Stimmen- zahl der Prohibitionisten stieg von a6Uö im ersten Zähre

Die Bersöhuullg der Albaner.

Saloniki, 7. Aug. Zdrahim Pa.scha ließj-allen Arnautenführern Die Nachricht der Jtammcrauf- lösung verkünden, wobei er hinzufüate, daß neue, völlig unbeeinflußte Wahlen im Laufe von drei Monate« vorzunehmen wären und die Behörden in keiner Weise sich einmische« dürften. Tie Arnauten nahmen die Nachricht mit unbeschreiblicher Freude auf und richtete« Tankadressen an den Sultan, den Großwesir und den Senat.

Widerstand der Jungtürken in Ealoniki.

Saloniki, 7. Aug. Durch Anl)änger des jungtür* tischen Komitees ist eine Bewegung im hiesigen Offizier- korps hervorgerufen worden, lieber hundert Offi­ziere hielten eine Versammlung ab und richteten eine Protestkundgebung an den Sultan, in der strenge Be­strafung der Meuterer und der Offiziere, die zu den Re­bellen übergegangen sind, gefordert, und die Wiederer­öffnung des bisherigen Parlaments Er­langt wird, widrigenfalls sei eine Katastrophe für das Reich unvermeidlich. Äer Korpskommandant hat eine lln-

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auf 246876 im Jahre 1888 und hat seitdem um diesen Betrag geschwankt Tie Partei besteht noch!

1874: Greenb ack-Pa rty Ursprünglich eine reine Währungsreformpartei, welche Einziehung der National- banfnolen, Erklärung dcs Papiergeldes zum einzigen äSah- rungsgelde, Gestaltung der Begleichung aller Schuldver- bindlichkeitcn in Papiergeld usw. verlangte. 1877 bekam die Partei, der zuerst nur Farmer und Kleingewerbetrei­bende angehört hatten, Zuzug aus Arbeitertreisen Sie nannte sich nun Greenback Labor Party. Ihre Stimmen- zahl schwoll ganz bedeutend an Sie erreichte im Jahre 1880 308578, sank aber 1881 schon wieder auf 175 370 Bei der Präsidentschaffswahl 1888 zählte die Partei nur noch 146 836. Tann verschwand sie auch.

1890: Peoples Party, ober auch Populists Tic Populisten fehlen sich aus Vertretern der Farmers Alliance, einem rabitalcn Bauernbunbe, den Knights of Labor, den Single-Tax Clubs (Henry George!) und anderen Partei- splittern zusammen und verfochten wesentlich lleinbäuer liche und kleinbürgerlich-demotratische Tendenzen. Ihr Pro­gramm erreichte Den Gipfel einer selbst für amentanische Parteibildungen unerhörten Konfusion. * Es forderte u. a. freie Silberprägung, Verstaatlichung der großen Verkehrs- inftitute, Errichtung von Postsparkassen;alles Land, das von Korporationen ober von Fremden besessen wird, soll dem Bebauer ausgeliefert werden"; Einfüljrung des Refe­rendums; direkte Wahl des Präsidenten durch das Volk; Einführung des gesetzlichen Achtsiunbenlages; Abschaffung der Pinkerton police u. a. Ter Erfolg der Populisten ist bisher der größte gewesen, den einedritte" Partei in den Vereinigten Staaten errungen hat. Schon bei der Prä­sidentenwahl im Jahre 1892 brachte sie es auf 1055 425 Stimmen, und, was noch wichtiger ist, auf 22 Elettoral- ftimmen. Es war das erste Mal seit dem Bürgerkriege, daß überhaupt für einedritte" Partei Elektoralstirnmen abgegeben wurden. 1894 flieg die Stimmenzahl der Popu­listen auf über 1 \'2 Millionen, und 1896 gehörte die Partei bereits der Vergangenheit an! Tie demokratische Partei, die damals in ihren Reihen die schwere Zörisis zu bestehen Halle, ffaß die Populisten, die alle für den Silberdemokraten Bryan stimmten, fast vollständig auf. Ein kleiner Rest blieb ohne jede Bedeutung.

Dieses tragische Schicksal allerdritten" Parteien gibt doch zu denken. Nur menn es Roosevelt gelingt, diese sprechenden Tatsackjen der amerikanischen Parteigeschichte durch unerhörte persönliche Erfolge zu w.derlegen, dürfen feine Anhänger den Chor von Chicago anftimmen:Gloria, gloria, halleluja!"

Tie Nominierung Roosevelts.

Chicago, 6. Aug. Roosevelt begründete auf dem Nationalkonvent den A u s s ch l u ß d e r N e g e r d e l e g i e r- t e n aus den Sübftaaten. Er sagte, der Charakter der republikanischen Negerdelegierlen aus den Sübftaaten habe nicht nur Die republikanische Partei, sondern auch die Ne- gerrasse diskreditiert. Tas Vorgehen der Fortschrittlichen Partei entspräche dem Interesse des ganzen Landes und der Sieger selbst und verhindere die Zustände, die die Re­publikaner ruiniert hätten. Er hoffe, daß in Zukunft die­jenige« Neger, die an Charakter und Lebensstellung den Wetgen ebenbürtig seien, als Delegierte zum Konvent der Zorffchritllichen Partei zugelassen werden würden.

I batten sich bösartige Gejchwüre gebilDcl, Die Der Mediziner in Gegenwart eines Kollegen operativ selbst entfernte. Noch schwie­riger aber war Dom Standpunkt Der chirurgischen Technik die Selbftoperation des früheren Professors an Der anatomischen Hoch­schule von Toulon, Tr. Jules R e g n a u l d. Ter Arzt wollte Die Wirksamkeit Der damals noch neuen Methode der lokalen Anästhesie erproben, und zwar an sich selbst. Von zwei Kollegen begleitet ging er in Den Operationssaal: Die beiden Aerzte blieben an­wesend, um im Notfall helfend emzuspringen. Ter lakonische Bericht Regnaulds über diese lelbstoperation lautete:Es ge­lang mir, ganz allein, ohne Assistenz meinen linken Leistenbruch zu operieren; cs erwuchsen nicht Die geringsten Schwierigkeiten/ kein Geiühl des Unbehagens, der einzige leichte Schmerz eMstand bei der Injektion des Morphiums und bei der ersten Kokain- injehton. Der Eingriff nahm 1 Stunde und 15 Minuten in Anspruch; ich verwandte 4 Zentigramm Kokain." Die Opera­tion glücue und erbrachte den Nach-oeis, daß in dringenden Fällen einsam wohnetide Aerzte, die nicht schnell genug einen Kollegen jur Hilfe rufen können, mit Hilfe Der Lokalanästhesie bei manueller Sicherheit iuid genügender Kaltblütigkeit sich selbst operieren

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Kr. 185 Erster Blatt 162. Jahrgang vonnerrtag, 8. August 1912

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egSr General'Anzeiger für Gderhessen

^dttT^es^ümmer Rotatfonsörud und Verlag der vrühl'kchen Univ.-Vuch- und Stetnbrudcrei R. Lange. Rebakffon, rrpedikion und vruderei: Zchulftrahe 7. «and-- E.Hetz' Mr Den

bii vormittöq-' 9 Uhr. Bübingen: Fernsprecher Nr. 209 Geschüslrftelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

Aus Leipzig wird uns geschrieben:

Nad) sieben mageren Jahren hat Leipzig seinen ersten Jn- knbanten, Geheimrat Martersteig, mit Den größten Hoss- Bungeu begrüßt, hat zugleid) DurchgreisenDe Beschlüsse zur Lln> hahnung einer gründlichen Theaterre'orm durch Den Bau eines -eigenen großen Schauspielhauses und Pachtung einer llbntten) Bühne angcbahnt, und unter den schwierigsten Ver- R.hälttiisjen vermochte Der neue Herr im beendeten Uebergans- tuartal, manchem Widerstande zum Trotz, schon viele Erwartungen

rieljr trat auch Der neue CpernDireltor Otto Lohse sein Amt nt, ein vornehmer Musiker von reichster Inspiration, nach glatt- imDcr Laufbahn heute gefeierter Gastdirigent in allen eure jUfcheu Shinftientren. Lohse geht ein großer Rur vormtS, und e *..*0 Icipzig bcriprid)t sich von ihm Bedeutendes. '«'Ulen ^nlarnit le ich es Interesse juiveiiDcuD, null er besonders Die Sptelopcr stiegen. Bereits für Mitte Oktober steht Die Lhduiiulirmig des Schneiders von Malta" von Waldemar ki c n 0 t - ,a n D an.S amson und Dalila" loirD Ende August in tpllftdnbiger Neuinszenierung herausgebracht, tm ^eptember

1itznersR ose vom L i e b e s g ar t e n", im Winter auch rciiBncrö Bearbeitung vonTempler und Jüdin", ^a» l.mdllaumsjadr 1912 soll Wagner und Verdi m gleichem '.Aaßc Echören. Ter Verdi-Cyclus beginnt mitErnani" ^er c r i i u a 1 - Frag e gegenüber steht Lohse auf dem vernunstigen :LinDpunIte, das große Werk nur an Weihetagen weihevoll Ihuizusühren, und hofft alle Schwierigkeiten mit Begeisterung zu bewältigen. . w ... .

An der anoeren alten Pflegestätte der Mu«k, Dem ü>e- o «e nDhause, plant '21 r t b u r 9! ikisch Ausführungen Sucher Beelhovenscher Sinfonien, daneben .Sinfonien von Bruck^