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6.6.1912 Erstes Blatt
 
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Die Schuld daran frage keines

ernsten Lage seine Wiener Reise verschoben.

Sie (untren den Rock des Herrn Jesu Christ,

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Der deutsche Geschwaderbesuch in Amerika,

Norfolk, 5. Juni, itontcrabmiral Nebeur - Pasch- witz und die Offtziere des deutschen Besuck-sgeschwaders reisten heute nach Washington ab, wo sie drei Tage Gäste des Marinedepartements sind. Cin Teil der amerikanischen Offiziere begleitet sie. Tie Bundeshauptstadt bereitete eine Reihe glänzender gesellschaftlicher Veranstaltungen zu Ehren der deutschen Gäste.

Washington, 5. Juni. Ter deutsche Botschafter Gras Be r n sl o r s! gab den deutschen O ffizieren ein große-

losbrcchen werde, wegs die Opposition.

Ministerpräsident v.

vierten Jahrhundert nach Trier gekommen sein die dort ge­borene Kaiserin Helena, Gemahlin des Caesar Constantins und Mutter Constantins des Großen, habe ihn samt Christi Grab, Kreuz, rkreuzesinschrist und Kreu-esnägeln im Jahre 326 im heiligen Lande gesunden und aus Anhänglichkeit an ihre Vater­stadt der Kirche zu Trier zum Geschenk gemacht. Aber schon im fünften Jahrhundert soll der Rock nicht mehr auffindbar gewesen und erst int Jahre 1196 wieder zum Vorschein gekommen sein. Tann verschwand er nochmals, um im Jahre 1512 von neuem entdeckt zu werden. Möglich, daß dieses mehrfache Verschwinden in Zusammenhang steht mit den zahlreichen Um- und Erweite­rungsbauten, die der Tom, ursprünglich eine römische Gerichts- Halle aus der Zeit Balemianus des Ersten und Gratians, im Laufe der Zeit erfahren hat.

Lukacs hat angesichts der

Wien", 5. Juni. DieNeue Freie Presse" meldet aus L f e n p e st : TaS Magnaten Haus verschob die Beratung der Wehrreform bis zur Erledigung durch das österreichische Parlament. Tie Beratung des Rekrutengesetzes für Ungarn wurde ebenfalls zurückgestellt

Der heilige Rock in Trier.

Vor vierhundert Jahven, am 6. Juni 1512, wurde im Tom tu Trier der vermauerte Hauptaltar geöffnet und darin mit vielen anderen Reliquien der Stock, den JesuS von Nazareth getragen haben soll, wiedergefunden. Ten Anlaß zur Oeffnuug des Altars soll angeblich Kaiser Maximilian gegeben haben. Als der Kaffer, jo erzählt die Legende, aus den Niederlanden gekommen war, und während eines kurzen Aufenthalts in Köln die heiligen drei Wnige im Tome anbetete, wurde er durch einen himmlischen oenbboten ausgesorderr, alsbald gen Trier zu riehen und dort im lltar des Tomes einen Schatz zu heben. Maximilian kam in Segleüung des Erzbischofs von Köln und vieler Fürsten der -lufsorderung nach, konnte er doch kaum den Augenblick erwarten, da man den Altarthät biedren an". In einem aus lenen ""agen stammenden Liede, das die Legende behandelt, heißt es

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Ter mit dem Blick überrunnen i)t. Als es neulich geschehen wäre. Sie meinten all' aus Herzens Grund Und dankten Gott den reidren Fund, Tie Fürsten und der Kaiser roertbc.

Ter heilige Rock wurde noch in demselben Jahre^ 1512 unter süßem Zulaus des Volkes im Tom ausgestellt, seitdem und 'vlche Ausstellungen in den Jahren lo31, .655, 1734 1765, 1810, 1844 und 1891 erfolgt, xu btnben Ausstellungen 1734 und 176.5 fanden aber nicht in 2ner, ,andern rirsnahmsweise in GbrenbreitcnUcui itatt welche .^nsiepiBige- xcit die Reliauie ausübt, geht daraus hervor, dyre auS- ie'.lung sowohl 1844, wie 1891 weck über eine Million Pilger md) Trier führte.

Rock" ist eigentlich nicht die rechte Bezeichnung, denn es ictiibelt sich um eine nach unten glockenartig erweuerte hcrn^ cr:ige Tunika von etwa 1,7 Meter Lange, mit Ueberftreifen notwendigen Kopslock) und kurzen, weiten .arnitlri cllles in einem Stuck aus feinen oaden gewebt und mithin ohne :.D: Naht. Tas Kleidungs,mck hat iid) bis am. dcnllnken Aermel, ff: einen Riß außveisr, und am bic KBt idima: bcitunmhaie Ebe, bic wohl purpuiähnlich genre,cn fft, -'enckich gut erhalckw 'i.cch der Ueberlicfcruny des Episkopats ,oll der Rock schon im

Eine bedeutungsvolle Entdeckung im Weltenraume. Auf der Bonner Sternwarte ist von Prof. stn et soeben an dem neuen Stern in dem Bilde der Z w i l linge eine Wahrnehmung von weittragender Bedeutung für unsere Kenntnis vom Weltall gemacht worden. In dem auf der Bonner Sternwarte aufgeiwrnmenen Spektrogramm derNova Geminorum" sind duntle Linien gefunben worden, die den radio­aktiven Substanzen Uran und Radium angehören, lieber die Entstehung der neuen Sterne macht man sich jetzt folgende Vor­stellung: Sobald cm Fixstern oder eine Sonne in fernsten Welt- svstemen auf ihrer Bahn durch das Universum mit ausgedehnten Nebelmassen in Berührung kommt, wird jener Himmelskörper durch den babe: auftretenben Widerstand in intensive Glühhitze versetzt und laichtet hell airf, ähnlich wie ein Meteorkörper, der in die Atmosphäre der Erde einbringt und uns ^als leuchtende Stern­schnuppe sichtbar wird. Hat nun die vom Stern getroffene Nebel mässe eine ungleichförmige Tichtigkeit, so zeigt der naie Stern entweder Helligkeitsschvankungen ober sogar ein gelegentliches erneutes Aufleuchten. Besonders das Vorhandensein von Ra bium, dessen ganz ungeheure Energieauelle an Licht- und Wärme- strahlen bekannt ist, würde sowohl für die Entwicklungsgeschichte unseres Sonnensystems als auch für die alsdann fast unendliche Tauer desselben mit immer neuem Ersatz der verloren gegangenen Lickt- und Wärmestrahlen ungeahnte Perspektiven eröffnen. Weitere Untersuchungen über das Spektrum jenes neuen Sterns in den Zwillingen müssen daher mit Spannung erwartet werden.

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Telephon W ich eingettoM se Malta--" gartoff*1 wiebeln iS.Herlnf- berget S»J and

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Hermann Suder man n s neue Pläne. Hermann Sudermann weilte dieser Tage als ®aft des bekannten Verlegers Sonzogno in Mailand, um mit diesem über ein Opernlibretto zu beraten; er will, wie wir schon mitteiüen, den Text der Over, die von dem jungen Komponisten Ezio Camussi in Musik gesetzt werden soll, seinem TramaJohannisseuer" entnehmen Einem Mitarbeiter desSecolo" gegenüber ipradj er sich auch über seine weiteren Zukunftspläne aus. Von Mailand wollte er sich nach Ravenna begeben, da er an einem italienischen Trama arbeitet. Es sollT e r letzte Dichter" heißen; dieser letzte Dichter ist Claudius Claudianus.Ich denke an ein sünfaktiges Trama, dessen Handlung sich zwar nie und nirgends begeben hat, aber sich zur Zeit des Honorius doch begeben haben könnte Tas Stück wird in Ravenna, in Rom und in Mailand spielen" Sudermann erwähnte weiter, daß er vor kurzem auch ein Sitten- drama mit dem TitelTer gute Ruf" vollendet habe, das in diesem Winter in Berlin zur ersten Aufführung gelangen soll. Es handelt von einer verheirateten Frau, die um des guten Rules willen sich und ihre große Liebe einer andern reichen und egoistischen Frau opfern muß. Ihr Vater wurde bei seinen Spekulationen von einem Syndikat, an dessen Spitze der Gotte der Rivalin steht, ruiniert.Es ist ein Trama, so sagte der Tichter weiter, m dem ein Herzenskonflikt in einem Milieu der Geldaristokratie eine bebeutiamc Rolle spielt In vier Akten liegen Leiden schaff en und Begierden mucinanber im Kampf. Aber die Katastrophe führt zu jener Moralität, die ich in allen meinen Werken im Auge gehabt habe."

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Tern ordentlichen Professor der oraltischen Theologie und Ethik in der evangelisch-rheologischen Fakultät der Universität Tübingen, Tr. theol. et phil. Paul Wurster, wurde bas Ehrenkreuz des Orbens der Würtrembergischen Krone verli.hen, mit dem der persönliche Adel verbunden ist. Jrn Jahre 1906 folgte W. einem Rufe als Professor und Tirektor des Predigericminars nach Friedberg. Seit 1. April 1907 ist er Professor in Tübingen. Tie 3 7. Wanderversammlung der s ü d westdeutschen Neurologen und Irrenärzte findet am 8. und 9. Juni 1912 in Baden-Baden statt.

lief)er Lärm. Zum Toben, Schimpfen und Zischen wurden die verschieden st en Lür m Instrumente ange­wendet. Graf Tffza ließ sich mit eiserner Ruhe nieder, machte einige Auszeichnungen und suspendierte unter großem Lärm die Litzung. Tie Abgeord­neten sowohl der Regierungspartei als auch der Oppo­sition blieben auch wäh-end der Pause im Sitzungssaal, wobei sich ein leidcvschaftlicher Wortwechsel entspann.

Gegen Schluß der Panse entfernten sich die Abgeord- neteit der Regierungspartei aus dem Saal. Polizisten betraten den Saal und entfernten 30 oppo­sitionelle Abgeordnete aus dem Hause. Der Quästor verlas die Liste jener Abgeordneten, deren Aus- Weisung her Präsident wegen systematischer Ruhestörung angeordnet hatte. Tie Polizisten forderten die Abgeord­neten auf, sich zu entfernen, die nach langem Sträu­ben und lebhaften Auseinandersetzungen bis an die Eingangspforte des Abgeordneten­hauses geleitet wurden.

Nachdem die Ausschließung vollzogen war, erschien Graf Tisza neuerdings auf der Präsidentenestrade, abermals mit ungeheurem Lärm empfangen. Sämtliche Oppositionelle verließen hierauf den Saal. Gegen zwei Oppositionelle, die beim Hinausgehen einen Höllenlärm verursachten, soll wegen renitenten Be­nehmens vorgegangen werden; diese Angelegenheit wurde an den Ausschuß verwiesen. Graf Tisza verlas hierauf das Urteil des Jmmunitätsausschusses, wodurch der Ab­geordnete Julius Justh wegen der gestern verübten Widersetzlichkeit gegen den Präsidenten und wegen Störung der Beratung im Rückfalle zur Ausschließung von 15 Sitzungen verurteilt wird. Bier Abgeordnete wurden von io Sitzungen ausgeschlossen, die übrigen 31 Ab­geordneten sind zur Abbitte verurteilt worden. Hierauf ging das Haus zur Beratung der Militär st raf- prozeßordnung über.

Eia Krawall auf der Strafte.

Berlin, 6. Juni Ter BerlinerLokalanzeiger" meldet aus Lfenpest: Als die aus dem Abgeordnetenhaus ausgeschlossenen oppositionellen Abgeord­neten in Begleitung einer etwa hundert Mann starken Meüge, die Eljenrufe auf sie und das allgemeine Wahl­recht" ausbrachten, zum Hotel Pannonia gingen, he r - weigerte ihnen am Museumsring ein Mili­tär k o r d o n den Durchgang. Der an der Spitze gehende 'Abgeordnete Julius Justh reute den die Sol- dtaen kommandierenden Hauptmann durch eine abweisende Antwort auf die an ihn gerichtete Frage, wohin sie gehen wollten, so daß der Hauptmann mit gefälltem Bajo­nett gegen Justh und feine Begleiter vor­rücken liest. Erst als die Spitzen der Bajonette bei­nahe die Brust der Abgeordneten berührten, komman­dierte der Hauptmann: Nicht stechen? In­folge Vermittlung des Stadthauptmanns Czirmany konn­ten die Abgeordneten schliehlich ihren Weg fortfetzen.

Ofen pest, 6. Juni. Graf karolyi erklärte, als die Polizei zum drittenmal im Abgeordnetenhaus erschien, er werde den Grafen Tisza niederschiesten, wo er ihm begegnen werde und bekräftigte diese Trohung in höchster Erregung mit feinem Ehrenwort.

Gestern abend neun Uhr war die ganze Stadt von Militär besetzt. Der Abgeordnete Justh erklärte, daß die Revolution nunmehr jeden Augenblick

Neuer £ärm im ungarischen Abgeordnetenhaus.

Was in den letzten Tagen im ungarischen Abgeord­netenhaus vorgegangen ist, überragt bei weitern die be­kannten Vorgänge im preußischen Abgeordnetenhaus. Diese letzten sind soeben vom Genossen Bernstein in denSo- zialisttschen Monatsheften" alsVerstoß gegen die kul- rur" bezeichnet worden, dessen die Sozialdemokratie fidj habet schuldig gemacht habe Solche Auftritte diskredi­tierten den Parlamentarismus und dürften von Sozial- tremofr eiten im Parteiinteresse nicht herbeigeführt werden. Tas gilt auch für die ungarische Opposition. Sie hat die parlamentarische Arbeit systematisch gestört und die Annahme der Wehrvorlagen, für die im wohlverstandenen Landesinteresse eine Mehrheit vorhanden war, verhindern wollen. Da ist die Begründung, die der willensgute Präsi­dent Graf Tisza für sein ftramme» Vorgehen dar- legte, nicht anfechtbar. Seiner rücksichtslosen Energie ist es gelungen, über sämtliche das Wehrgesetz betreffen­den Vorlagen abstimmen zu lassen und ihre Annahme in einer kurzen, wilden Szene durchzusetzen. Die Regierung und Graf Tisza haben diesen Gewaltstreich in voller Ab­sicht unternommen. Seit dem Sturze des Grafen K'huen und der Wahl Tiszas zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses war die Losung: Biegen oder Brechen. Es war längst ein offenes Geheimnis, daß die Regierung und die Mehrheit des Parlaments im Falle des öcheitems der von Lukacs noch unternommenen Friedensverhandlungen entschlossen waren, der parlamentarischen Revolution von unten die Parlament arische Revolution von oben entgegenzusetzen und auf den Mißbrauch der Geschäftsordnung durch die Oppo­sition mit gleichen Mitteln zu antworten.

Die lebten Vorschläge, die die Lppositton am Sams­tag im Abgeordneten Hause durch Franz Kossuth unter­breiten ließ, die aber in jeder Zeile den Geist des Grafen 'Albert Apponyi atmen, mären voll von den staatsrecht­lichen Tüfteleien, die das politische Leben Ungarns seit ! Jahren vergiftet haben, daß sie für die Regierung unan­nehmbar waren. Sie enthielten mehr ober weniger ver­steckte Spitzen, gegen die Rechte der Krone, gegen Oesterreich, gegen die Regierung und die Majorität und liefen schließ­lich auf nichts anderes hinaus, als daß der Kampf um alle gemeinsamen Fragen der Monarchie, vom Wehrgesetz !angefangen bis zur Bankfrage und zum wirtschaftlichen Ausgleich, im Jähre 1917 gleichzeitig eröffnet worden wäre. ?lls dann Herr v. Lukacs die entsprechende ablehnende Ant­wort gab, brach die Opposition die letzten Brücken der Ver- ftänbigung ab und man stand vor dem Kampfe.

, | Die Volksstimmung in Ungarn steht, wie aus mancher- i! lei Berichten zn entnehmen ist, auf der Seite des Grafen Tisza. Darum konnte er, als gestern int Abgeordnetenhaus von neuem Lärm ausbrach, dasselbe Verfahren anwen--

ben und wiederum einige dreißig Abgeordnete polizeilich abführen lassen. Die Wehrvorlage, um die der wilde stampf tobt, ist just für Deutschland von großer Bedeu­tung. Sie sieht eine Erhöhung des Rekrurenkontingents um jährlich rund 30000 Mann vor und einen allmäh­lichen Uebcrgang von der dreijährigen zur zweijährigen Dienstzeit. Es leuchtet ohne weiteres ein, daß die An­nahme dieser Vorlage die Bündnisfähigkeit Oesterreich-Un­garns in hohem Maße zu steigern geeignet ist.

Wir erhalten folgende Berichte:

Ofenpest, 5. Juni. Die Zugänge zum Abgeord- netenl-aus sind von Gendarmerieabteilungen und Polizisten besetzt. AIS Präsident 03raf Tisza im Sitzungssaal er­schien, brachen neuerdings Sturmszenen aus. Er wurde mit einer Flut von- Beschimpftenaen und Verwünschungen empfangen.Rufen Sie die Polizei herbei!" wurde ihm entgegengerufen, dabei herrschte ein entsetz-

ver italienisch-lürlische Krieg.

Ein Zwischenfall au der arabischen Südkustc.

M a s s a u a , 5. Juni (Agenzia Stefanie TaS italienische KriegsschiffPiemontc" unternahm m Iren letzten Tagen eint jtfrcuAfahrt im Roten Meer an der arabisdren Südküstc. In der Nahe von Mekka wurde eine bewaffnete Barke abgesandt, die ein arabisches Segelschiff burchiudirn sollte Die Barke wurde mit Gewehrfeuer empfangen, daS burd) das Feuer der an l'anb befindlichen regulären Truppen per stärkt wurde. Ein Matrose wurde leicht verletzt. DerPiemonte" eröffnete daraus auf das türkische Lager ein heftiges Feuer, das großen Schaden anrichtete. Tas arabische Segelschiff ging in Flammen auf. Tie am Land stehende Moschee wurde von dem ckalienischen Geschützfeuer oerfdtont.

Türkische Vorbereitungen.

Konstantinopel, 5. Juni. Ta die Pforte einen Lan- dungsversuch der Italiener in Smnrna und südlich von Sca­la n o v a befürchtet, erfolgen gegenwärtig größere Truppen- konzentrationen in der Gegend von Smhrna. Tie ganze zweite Tivision wurde von Konstantinopel nach Smvrna geschickt. Tie drei konzentrierten Divisionen bilden cin Armeekorps, dessen Kommando der frühere Marineniinister Mahmud Mudrtar übernimmt. Es verlautet, daß auch die Redifdivision aus Ama- s i a Mobilisierungsbefehl erhält.

Ein Kamps im Buchame;.

Konstantinopel, 5. Juni Einer Tepesdie des Ober- kommandierenden in Tripolis zufolge, sand in Buchaniez ein Kampf mit fünf italienischen Bataillonen In­fanterie, einer Batterie Artillerie u n d einer Maschinengewehrabteilung statt. Tie Italiener ver­suchten von zwei Seiten anzugreffen, um die Türken und Araber zu umzingeln, wurden jebod) zurückgeschlagen. Tie Türken und Araber hatten. 5 Tote und 23 Verwundete.

Grundlose Hinrichtungen.

Konstantinopel, 5. Juni Nach hier einaetroffenen Meldungen sind in Terna zwei Leute h i n g e rj ch t e t wor­den, ein Einwohner, weil er ohne Erlaubnis in die Stadt zurück- kehrte, und ein Neger, den die Italiener in ihre militärischen Abteilungen, die sie dort bilden, einreihen wollten, der aber die ihm angezogene militärische Uniform vom Leibe riß und erklärte, er wolle lieber sterben, als gegen seine Glaubensgenossen kämpfen. Die beiden Hinrichtungen erregen in der Türkei und in Aegypten große Aufregung.

Aussetzung von Verbrechern.

Konstantinopel, 5 Juni. Der Baki von Smyr^.r meldet: Ein italienisches Torpedoboot hat in der Nähe von karmaritza etwa 3 0 gemeine Ver­brecher, die in einem Gefängnis auf Rhodos gefangen gehalten wurden, an Land gesetzt Den türfiid>en Be­hörden gelang es, alle diese Verbrecher wieder seitzuneh- men. Etn anderes Torpedoboot landete 2 8 Häftlinge, wovon 11 von den Behörden wieder festgenommen wur­den. Die nichtmohammedanischett Häftlinge wurden von den Italienern nach Piräus gebracht.

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nr. 151 Erstes Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 6. Juni 19(2

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General-Anzeiger für Gderhefsen SäS

NotatfonZdnlck und Verlag der vrühl'schen Unkv.-Vuch' und Zteindruckerei H. Lauge. NedaMon. Lrpedftio» und Vntckerel- 5chulsttahe 7. ^-^': Mr den bi- vormittag- 9 Uhr. vüdingen: Zernsprecher Nr. 269 Seschäftzftekle vahuhofttratze 16a. anjeigentcii: v. Beck.

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