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Mittii
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Provinzial-rlusschutz der Provinz Obrrhcffen.
L. Gießen, 4. Dezember
Anwesend Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Ufmaet und 6 Mitglieder. Anfang 9, Ende 12 Uhr.
1. Enteignung von Gelände in den Gemar kungen Schwalheim und Bad-Nauheim zur Er Weiterung des Bahnhofs Bad-Nauheim. Die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. hat für das fragliche, dem Kreis Friedberg gehörige Gelände, so weit es als Krersstraße weiter benutzt wird, 30 Pfg, und so weit eS als Straße wegfällt, 1.25 Mk. für den Quadratmeter geboten. Mit diesem Angebot erklärte sich die Kreisstraßen- rerwaltung nicht einverstanden. Die Lokalkommission schätzte den Wert ebenfalls auf 30 Pfg. und 1.25 Mk Dieser Schätzung schloß sich heute der Prorinzialausschuß an und sprach die Zulässigkeit der Enteignung des bean Pruchten Geländes aus.
Ausland.
Stiftung einer halben Million.
Die „Neuer Freie Presse" meldet: Der Bankier Sh Sp rin gerader jüngst die Baronesse von Roths heiratete, spendete eine helbe Million Kronen für bad i reichische Rote Kreuz.
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Petersburger Stimmen zur Rede des Reichskanzlers.
Petersburg, 4. Dez. Zu der Rede des deutschen Reichskanzlers schreibt „No wo je Wremja":
Die Geschichte wiederholt sich, aber die Umstände sondern sich. Das Rußland von 1912 ist dasselbe wie das von 1909. Eine nähere Betrachtung der Worte des deutschen Reichskanzlers zeigt, daß diese nicht absolut, fonbem nur bedingt zu verstehen sind, da der Kaiser eine Unterstützung Oesterreichs nur in dem Falle, daß die Existenz Oesterreich-Ungarns bedroht werde, jur nötig hält, trotzdem sei Bor siebt für Rußland geboten und es fordere daher die staatsmännische Umsicht, sofort dieinDeutsch- land liegenden kolossalen Summen derrussischen Staatskasse zurückzuziehen.
Der „Rjetsch" schreibt:
Die Rede ist ein neu e r u nd sehr ern st er F a kto r d er Charakterisierung der internationalen Lage, lieber die Momente, welche die Gefahr eines euro- p ä i s ch e n Konfliktes in sich bergen, stimmen die A u f - fassungen der russischen und deutschen Diplomatie überein. Die Rede spricht deutlich aus, daß Deutschland nur Lebensinteressen Oesterreichs unterstützt. Die Zeitung bedauert das Schweigen der russischen Diplomatie, das durch die Haltung der russischen Presse nicht begründet sei. In Petersburg le: der Wunsch nach Frieden nicht geringer als in Berlin. Ter deutsche Standpunkt treffe in vielem mit den vermuteten russischen zusammen.
Die „B i r s ch e w p j a W j e d o m o st i" schreibt:
. "In russischen diplomatischen Kreisen sei man von der Friedensliebe Deutschlands überzeugt. Die österreichische Krieqs- fertlgkeit unterliege trotz allem Säbelrasseln einigen Zweifeln. Italien sei kriegsmüde und Deutschland trage sich mit einer Umbewaffnung seiner Artillerie. Die LV?^-Entente sei dagegen auf alles gerüstet. Deshalb sei die russische Diplomatie optimistisch und hoffe, daß Bulgarien die Früchte seiner Siege ungeschmälert genießen werde.
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Ein genossenschaftlicher Zusammenbruch.
Vor geraumer Zeit müßte über das Vermögen des Spar- und Kreditvereins Niedermodau in Hessen, e. &. m. u. das Konkursverfahren eröffnet werden. Nach der Kvnkursbilam betrugen die Aktiven rund 900 000 Mark, die Passiven 2 500000 Mark. Jedes haftpflichtige Mitglied der Kasse muß jur Deckung des Fehlbetrages zweihunderttausend Mark als Vor schuß einzahlen. Der Kreditverein zählt 196 Mitglieder. Ti er als „Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht" gegrünbd ist, hasten die 196 Mitglieder mit ihrem ganzen Vermögen jfa den Fehlbetrag von 1600 000 Mark. Von den 196 Mitgliedern ist ein Teil vermögenslos oder nahezu vermögenslos. '91 nbeit besitzen em Vermögen von 1000 Mark, 2000 Mark, 4000 Mail usw. Nur ganz wenige besitzen ein Vermögen, das auf 100 000 Mk oder mehr zu veranschlagen ist. Ein einziges Mitglied soll ein Vermögen von etwa 200000 Mark haben. Die gesamten Vermögen aller Mitglieder werden den Betrag von 1 600 000 Mark bei weitem nicht erreichen, so daß Trine Aussicht besteht, den Fehlbetrag durch die haftpflichtigen Mitglieder vollständig zu decken. Nach dem Genossenschastsgesetz ist der Fehlbetrag in zifstr- inamg gleichen Beträgen auf die haftpflichtigen Mitglieder au3< zuschlagen. Hierbei sind die Ausfälle, die bei den ganz ober teilweise zahlungsunfähigen Mitgliedern entstehen, zu'berücksichtigen. Da nun, wie sich aus den obigen Zahlen ergibt, das gesamte Vermögen aller Mitglieder zur Deckung des Fehlbetrages nicht ausreicht, so war es nach dem Gesetz erforderlich, die Zu- ichüise der Mitglieder von vornherein so hock zu berechnen, datz das geiamte Vermögen jedes Mitgliedes mit Beschlag belegt werden kann. Ta das höchste Vermögen eines Mitgliedes auf 200 000 Mk an-T^t tvird und da die Haftsumme ziffernmäßig für jedes Mitglied gleich sein muß, hat das Konkursgericht die Haftsumme für iedes Mitglied auf 200000 Mark festgesetzt. Hätte das Gc> richt die Haftsumme geringer festgesetzt, so hätte dies zur Folge haben können, daß die minderbemittelten Mitglieder alsbald mit ihrem ganzen Vermögen in Anspruch genommen worden wären, während die begüterten Mitglieder Zeit gefunden hätten, ihr Vermögen in Sicherheit zu bringen; später wären dann die D^luste der Spareinleger um so größer geworden. Da jedes bei 19b Mitglieder mit seinem ganzen Vermögen haftbar ist, muß nach dem Gesetz das ganze Vermögen jedes Mitgliedes in Beschlag genommen werden. Aus dieser gesetzlichen Notwendigkeit entspringt ein namenloses Elend. Die meisten Mitglieder sind nichts im geringsten an dem Zusammenbruch der Kasse schule. Vollständig ahnungslos sind sie Mitglieder des Sparvereins geworben, wie tausend andere Menschen Mitglieder anderer Vere« geworden sind.
Unter der Führung des Banldirettors Stein in Darmstadt fat sich nun als G. m. b. H. ein „Schutzverein für Nieder- m o b a u" gebildet, der seine Tätigkeit in der nächsten Zeit ir verstärktem Maße aufnehmen will. Um die wirtschaftliche ikrisil die der Zusammenbruch Niedermodau verursacht hat, mögliO rasch zu überwinden, will der ,,Schutzverein" die Forderungen der Spareinlagen gegen einen entsprechenden Nachlaß erroetb» und Auszahlungen an die Spareinleger leisten. Die hierzu erforderlichen Gelder will der Schutzverein teils vom Staate, teils von der ^onkursverwaltung als Darlehen entnehmen. In der Glaubigerversammlung in Reinheim erklärte sich der Konkursverwalter Rechtsanwalt Dr. Hoffmann II. (Darmstadt) mit Zu ftmunuTig des Gläubigerausschusses grundsätzlich zur Gewährung von Mitteln bereit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auck der hessische Staat im Interesse der schwer notleidenden Bevölkerung das von dem Schutzverein erbetene Darlehen gewähre, zumal nack der ictzigen Sachlage ein Risiko für den Staat hierbei nicht bestehe
ist und wohlwollend Beurteilt wird, im Verein mit den Verbündeten der Monarchie Stellung nehmen. Wie verlautet, handelt es sich nicht um eine Konferenz, die bindende Beschlüsse fassen soll, sondern um eine Zusammenkunft der Botschafter, durch deren Befprechungen die späteren Verhandlungen der Großmächte vorbereitet und beschleunigt werden sollen.
Der tapfere Schukri Pascha.
Konstantinopel, 4. Dez. Nachdem die funken- telegraphische Verbindung mit Adrianopel lange Zeit unterbrockten war, ist sie nunmehr wiederher- aestellt. Ter Kriegsminister hat gestern eine Funkenspruchmeldung von dem Platz komm an bauten erhalten, welche ankündigte, daß er genügend Lebensmittel und Munition besäße und daß der Wider st and noch für einen Monat möglich sei. Das Großwesirat veröffentlichte um Mitternacht ein Funkentelegramm des Kommandanten, das gestern aufgegeben und nachmittags 2 Uhr 37 Min. hier eingetroffen ist. Es wird darin gemeldet, daß in der vergangenen Nacyt im Westen ein unbedeutender Gewehrkampf stattgefunden habe und daß um Mitternacht ein s chw ach es Bombardement erfolgt sei, welches keine Wirkung cmsgewiesen habe. Um 2 Uhr nachmittags dauerte ein unbedeutendes Artilleriefeuer auf der südlichen Seite an. Hinzu- gefügt wird in der Depesche, daß mit Unterstützung des Allmächtigen die Garnison in der Verteidigung Adrianopels bis zum Ende aus harre.
Ein Minenleger für die Türkei.
Kiel, 4. Dez. Von der Germaniawerft lief heute mittags ein für die Türkei bestimmter Minenleger mit einem Deplacement von 380 Tonnen vom Stapel. Die Geschwindigkeit beträgt 15 Knoten.
Das unabhängige Albanien.
Konstantinopel, 4. Dez. Ismail Kem al richtete ian die Pforte ein Telegramm, in dem es heißt: Die Albanesen, die bis.zu diesem Augenblick dem ottomanischen .Reicbe treugeblieben sind, jede dieser Treue widersprechende Handlung vermieden und nicht verfehlten, stets Hilfe zu leisten, haben, da ihr Land gegenwärtig vom Feinde überschwemmt ist, einstimmig beschlossen, ausschließlich zur Verteidigung ihrer nationalen Rechte, ohne der Türkei irgend einen Nachteil zu bereiten, in den Vilajets Skutari und Janina als unabhängig zu verfahren. Sie bitten die türkische Regierung, ihnen ihre Unterstützung nicht zu versagen.
Wirischafllicher Boykott in Serbien.
Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Belgrad: Die serbischen Kaufleute haben einmütig die Vereinbarung getroffen, alle aus Oe st erreich st am menden Waren in Verruf zu erklären.
Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Petersburg: Wie aus guter Quelle verlautet, steht die Abberufung des Herrn v. Hartwig von seinem Posten als russischer Gesandter in Belgrad bevor.
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die herzlichen intimen Beziehungen, die zwischen London und Berlin entftanbeii sind. Wir heißen die freundschaftlichen Reden, die über diese Seite der Verhandlungen im Reichstag gehalten wurden, willkommen und sehen den dauernden guten Ergebnissen von dem so gelieferten Beweise entgegen, daß beide Regierungen uneigennützig in der Friedenssachc Zusammenwirken können. Das Blatt fährt fort: Wenn die Mächte gut beraten sind, tun sie alles, um den Balkanbund zusammenzuhalten und Serbien warnend ausmerksam zu machen, daß es durch Demonstrationen und Agitation in diesem Stadium nichts gewinnen wird, während sie ihr Bestes tun würden, seine wirtschaftlichen Bedürfnisse nach der Beendigung des Krieges zu berücksichtigen. Oesterreich kommt hoffentlich definitiv zu dem Schluß, daß es sich leisten Jann, zu warten. Tenn es ist ganz klar, daß, wenn die Frage durch die friedlick)e Tiplomatie gelöst wird, es nichts zu fürchten hat. Wenn die Vertteter der Mächte um, den Konferenztisch sitzen, machen sie damit, was in dem serbischen Anspruch exzessiv ist, kurzen Prozeß.
Die „Times" schreibt:
.Wir können nicht umhin zu glauben, daß die f r a n z ö s i s ch e n Blätter, die versuchen, der Repe des Reichskanzlers eine schlimme und provokatorische JMerpretation zu geben, ihrem eigenen Lande und der Sache des Friedens einen sehr schlechten Dienst erweisen. Wir haben keinen plausiblen Grund für eine solche Auslegung, die nicht nur an sich gelungen, sondern mit der folgenden Erklärung des Staatssekretärs unvereinbar erscheint. Glücklicherweise haben andere einflußreiche Organe der jranzösischen öffentlichen Meinung eine verständigere Auffassung von der Erklärung des Herrn v. Bethmann-Hollweg. Sie sagen, wie wir selbst Beiläufig bemerkten, daß einiges in den Erklärungen in der Form unnötig umgeschminkt sei. Was den -xsnBalt ber Rede betrifft, so weisen sie darauf hin, baß in die Rede nicht mehr hineingelegt werden kann, als was der französisck^ Minister Präsident in Nantes sagte.
Die „Times" sagt weiter:
Die diplomatische Auffassung über die w e i t e r e W i r - kung der Rede dürste vertrauensvoller werden, wenn des Kanzlers Unterstützung eines kollektiven Borg ehe ns und seine Befürwortung zur Zurückstellung der Erörterung isolierter Fragen Zeit gehabt hat, die öffentliche Meinung zu burcfy= bringen. Die Rebe muß als ganzes gelesen werden, und so aelesen erscheint sie uns eminent friedliebend. Deutschland hat für den Frieden gearbeitet und arbeitet für den Frieden. Das ist die wesentlichste Tatsache.
Die „Times" bemerkt mit Genugtuung die Aufnahme der Rede in Petersburg und daß ber Hinweis auf eine Aktion Deutschlands im Falle eines Angrisss auf Oesterreich- Ungarn mit Ruhe ausgenommen wurde. Das Blatt fragt weiter, ob es im Interesse der österreichisch-ungarischen Monarchie liegen könne, Kampfmaßregeln gegen Serbien zu ergreifen, die in Rußland Feine Sympathien erwecken könnten und die Europa in Brand setzen würden. Wir können nicht annelMen, führt die „Times" fort, daß Serbien seinerseits so unklug sein würde, eine Verständigungslonzession rein wirtscktzist- lt.chen Charakters zurüchiuweisen. Es hat.einen gewaltigen Gebietszuwachs durch den Krieg gewonnen, ber ganz aus slawischen Territorien besteht. Es kann nicht in seinen wirtschaftlichen Inter- elfen liegen, seinem neuen Gebiet ein Territorium hinzuzufügen, das, wie Mbanien, von einer anderen Rasse bewohnt wird, die den Serben auf Grund ber Religion und bes Blutes feindlich ist.
Stichwahl gegen einen Polen gewählt worden. In der nauptwahl erhielt der Pole 8487 Stimmen, der Abg vor Halem 8307 Stimmen. Dazu kamen 161 sozialdemolrat-'ch» und 21 zersplitterte Stimmen. Ten 8487 polnischen stander also 8489 andere Stimmen gegenüber. Die Polen stellte, nun unter Beweis,^daß ber Wahlkommissar zu Unrecht zwei polnische Stimmen fürungültig erklärt habe, so daß eine Stichwahl berveigefuhrt wurde. Die Polen beantragten, ihren Kandidaten von Saß-Joworski für gewählt zu erklären. Sie zogen aber ihren Antra, später wieder zurück und der Wahlprüfungsausschuß er Härle die Wahl des Abg. v. Halem für ungültig.
Die Anwesenheitsgelder der preußischen Landtags ab geordneten.
Jrn Ausschuß des preußischen Llbgeorbnetenhauses wurde ein Antrag, daß ber Gesetzentwurf noch üt ber laufenden Tagung von der Staatsregierung eingebrackt werde, mit 11 gegen 9 Stimmen angenommen. Der erste Absatz des Antrages Titsurth auf Aushebung des Gesetzes von 1876 wurde mit 12 gegen 9 Stimmen angenommen, daß die Gewährung der Reisekosten und der Diäten neu zu regeln sind. Der Antrag, daß die Freisahrtkarten für die ganze Monarchie und die ganze Legislaturperiode gewähr! werben sollen, wurde mit 12 gegen 9 Stimmen angenommen ber auf gesetzliche Einfülwung von Anwesenheitsgeldern mit 14 gegen 7 Stimmen abgelchnt.
2. Gesuch des Friedrich Herr zu Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Ka f feewirt-DNlM^ . lchaft rm Hause Neuenweg 18. Die Bedürfnisfrage Mmi« mar von der Stadtverordnetenversammlung verneint wor- | (m MUJIll den und auch das Polizeiamt sprach sich gegen das Gesuch aus. Das Kreisamt trug deshalb Bedenken, die Erlaubnis jät erteilen und legte die Akten dem Provinzialausschuß zur Beschlußfassung vor. Dieser entschied, daß die nachgesuchte Erlaubnis nicht zu erteilen sei.
3. Gesuch des Heinrich Deckmann zu Bleichenbach um Ausstellung eines Wanderge-! werbescheins für 1912. Das .Kreisamt Büdingen erteilte den nachgcsuchten Wandergewerbeschein deshalb nicht, weil Deckmann noch keine 25 Jahre alt ist und für \ eine Ausnahme von der gesetzlichen Bestimmung keine Veranlassung vorliegt. Die Voraussetzung einer solchen wäre, daß er 4 Jahre das Gewerbe betreibt und der Ernährer »einer Familie ist. Beides ist nicht der Fall. Mit Rücksicht hierauf konnte auch der Provinziakmsschuß sich nicht fiir
w Die 2 I । einer orrde ft k worden, rc .M Anläffei M^t Beröffent b..v, ES bedc I gesorgt wir!
- Orden Dp charakterisier Itzrk der Oberp I Itfit und zum [ Irenen Krom j "Lehrer; I I^-nitSaspiran I Iw Lehrerstelle i I Lc Dr. Joh. I Ihlj zu Bildes I LJos. Loos ■ |!:rn aus Fräi I Mnbach, Rich< Mt Zensheiin, - Ktb aus Heusei Meabach,' den
Deutsche- Reich.
Der rumänische Kronprinz beim Kanzler.
Der Kronprinz von Rumänien besuchte am Mittwoch mittag den Reichskanzler.
Anfragen wegen Marokko.
Rerck^tagsabg. Soff ermann, Junck und Frhr. von Richthosen richteten an den Reichskanzler drei An- fragen erstens: Ob die beiden Punkte des französisch-spanischen Abkommens, deretwegen bie Reicksregierung in Pari-; angefragt hatte, ,ich aur den Lahnbau Tanger—Fez und auf bie s °UblSwan?Iunc9 »bs -vabaks beziehen. Zweitens: Ob der Reichskanzler gedenke, ber Aust^ebung ber deutschen Post '"Ma r o k k o zuzustimmen? Drittens: Ob es dem Reichskanzler bekannt )ci, daß die sranzösuche Regierung nicht gewillt ist, in Marokko dieienigen oftentlichen Arbeiten, welche den sttategischen und Verieidigungsintereisen oder- ber militärischen Sicherheit zu dienen bestmimt sind,-den durch die Mgeeirasakte und bas beutsch- sranzosiiche Mommeii vom 4. November 1911 festgesetzten öffent- Udjcn Submisiion zu uMerwersen, und was die französische Regierung unter den Arbecken der genannten Art versteht?
Kleine Anfragen im Reichstag.
m Äm Reichstage sind folgende kleine Anfragen eingelaufen- „Beabiichtigeil die verbündeten Regierungen, entsprechend den vom Reichstage wiederholt gefaßten Entschließungen, dem Bedürfnisse ^k^"?^tlrcher Regelung des Bergrechts in Deutschland durch Gmbrmgung eines Reick^berggesetz-Entwurfs
Q. >r3lt der Reichskanzler bereit, nachdem alle bisherigen Versasiungsentwürfedermeck- lenburgrlck en Regierungen von dem mecklenburgisck»en Slandetag abgelchnt worbeii |inb und der letzte von ihm abgclchnte aber von den Regierungen von neuem zur Beratung gestellte Verias'ungseMwurt, ber bie ständige Verfassung und die polittsche Rechttongkeit des mecklenburgischen Volkes im Wesen aufrecht erhalt, aber Bestimmungen enthält, welche das Interesse des Rei^s ^^^^n^^ngstahigstut dieses Bundesstaates erheblich durch Relchsgeietzgebung die mecklenburgischen Bersastungszustandc zu ordnen? (Dr. Herzfeld.) Tct Wahlprüfungsausschuß des Reichstags erklärte di^ahl des Abg. v. Halem (9tp.) für ungültig. Der Abg. v. Halem tvar m Sch wetz in der'
Der letzte Angriff der Montenegriner.
Rjeka, 4. Dez. Nach Berichten des Generals Martinowitsch unternahmen die Türken gestern auf der langgestreckten Linie vom Flusse Kiri bis Vraka einen scharfen Ausfall gegen die montenegrinischen Stellungen mit der Absicht, die feindlichen Linien zu durchbrechen. Auf beiden Seiten entwickelte sich ein heftiges Gewehrfeuer, in das auch die Maschinengewehrabteilüng eingriff. Nach mehrstündigem Kampfe gelang es den Montenegrinern, die Türken unter starken Verlusten zurückzu werfen, eine den Tarabosch beherrschende Höhe unterhalb des Schirokagora au besetzen und dort Batterien aufzustellen. Dadurch erscheint die Stellung der Montenegriner erheblich vorteilhafter für das weitere Vorgehen gegen Skutari. Die Montenegriner verloren ge-^ ftern sechs Mann und einen Offizier, sowie mehrere Verwundete. Die Verluste der Türken sollen bedeutend sein.
Ueber den Kampf bei Skutari am Montag wird nachträglich gemeldet: Das Gefecht war sehr erbittert. Nur durch das Eingreifen derZetabrig ade gelang es den Montenegrinern, den Rückzug zu decken. K ö n i g N i t o l a u s befand sich in der Gefechtslinie. Er fuhr abends über Rjeka nach Centinje zurück. Die Verluste der Montenegriner sollen viel größer fein als die Montenegriner angeben. Die Zensur wird jetzt schärfer gehandhabt. Der König verteilte an die Truppen Geld und Medaillen, um die Kampflust zu heben.
Das dcutsch-cngllfchc Zufammenwirken.
Die „Westminster Gazette" schreibt:
Die deutsche Regierung übte durchweg einen weisen, mäßigenden Emslust aus: nichts kann England ivillkomniener sein, als dialektische Sprache, durch mit besonderer Sorgfalt ausgewählte historische Musikrinlagen ein Kulturbild aus dieser Epoche der deutschen Vergangenheit barzustellen, die bisher dramatisch so gut wie gar nicht benutzt rvorben ist. Die Breslauer Uraufführung war von Cberregin'eur Bonno mit aller Liebe und Sorgfalt vorbereitet. Ler Antor mürbe nach den beiden Schlußakten mit zahlreichen Hervorrufen bedacht.
m - Ei ne Uraufführung von Webekind. Aus Munwen, 1. Dezember, wird uns geschrieben: Tie Uraufführung des wmaktigen modernen Mysteriums „Franziska" von F r a n k Wedekind im Hause der Münchener Kammer- l Picke bat m einer sog. geschlossenen Vorstellung ftattgefunben Für die oilentlichen Ausführungen, deren erste auf Dien-taa an- geieut ist, sind von der Zensur erln'bliche Streichungen vorge- schriebcn. Wedekind läßt m lalewoskopartiger loser Bilderfolgc doS Leben eines Mädchens voriibrrzielien, das als eine Art weib- 1*tPCL‘ .oa»lt nach 6-rciheit des Genusses und Handelns lecktt Die Rolle des L^ephlsto spielt ein in allen Satteln gereckter Agent, dcr^ sich selbst charakterisiert als Sklavenhalter, Olesanas- ma gift er, Kuvpler, Sckxiuspielakrobat, Marttschreier, Bräutigam Fresser, HeiratSschwinbler, Bauernfänger, Revolverjournalist' Bänkelsänger und schliesslich als ein betrogener Narr. Ter ehe- licken SUaverci sucht Franziska dadurch zu entgehen, daß sie
x r en rinm)nuuuil?d)eiL[. Verkleidung auszukostcn bemüht ist und sogar als Mann eine Ehe mit.einem jungen Mädchen eingeht Der groteske Unmut die,er Ehe, bie mit dem Selbstmord der
5cau enöct' sSnreckt stark nach Küwromanttk. Franziska nun unUr Leitung ihreS Meisters in meitere Abenteun ^Tbre stürmische Vergangenheit schließt, nachdem sie ein Kind geboren mit der Aussicht^ auf eine gutbürgerliche .Ebe. Der ?“tor ithcint damit den eap bekräftigen zu wollen, baß auch das aussäjävelsendste Weib leiner ureigensten Natter nach schließ! lick cke einzig walwe Bernebigung nur in der Mutterschaft findet und dav ist bei Wedekind die größte Ueberraschung. Viele Szenen
Udenelhaft ihr Lorbild in Goethes F^ust, nameMlich hnrn??;1! t.11^ • an t^stspiel beim Herzog von Roten^
lCr hat,CI?.at>cy cinen varobisttschen Beige,chmock, oon dem sagen ist, ob er untrenoillig oder mit bewußter '^Lbsicht desAutors beigemischt wurde. Echt L^ekindfckist eine Bn- derriichung ber Nacktl^it, die vom Publikum da^ dmck ein7n '^uudekopi symbolisiert ist, angegeifert wird Tie
.,'^^üo Veit Kunz wurde von Wedekind dar- gestellt, ber in der Dcimtube in einer außerordentlich cckt an n?^nb%Ä^arCt,i*eVC ols LaMenspieler stürmischeii Erfolg n' zielte. Die Franziska spiele Tilly W.edckinb ' 9 n


