Ausgabe 
5.8.1911 Erstes Blatt
 
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Zivilisation zerstört oder nur behindert würde durch unnötigen Argwohn, der aus Unwissenheit und Mangel an Mäßigung ent­stehe. Selbstbcschränkung sei dringend nötig. Wie vortrefflich würde es für den Frieden der Welt sein, wenn, gerade wie Eng­länder, Franzosen, Nüssen und Amerikaner mir das beste von­einander glaubten, dieselbe Tendenz auch zwischen den Englän­dern und Deutschen beginnen würde. Augenscheinlich gebe, es keinen unüberwindlichen Grund dagegen, ältere Freundschaften bewahren, während man neue knüpfe und die Erwägungen der Selbstverteidigung nicht ausgäbe. Ein solcher Wechsel würde wahr­scheinlich die finanziellen Lasten erleichtern. Deshalb sollte Eng­land danach trachten, seine Nachbarn ringsherum zu verstehen und seine insularen Eharakterzüge zu verbessern. Wenige Tinge seien wünschenswerter, als daN England und Deutschland einander verstchcn lernen.

Zur (Entführung Richters.

Athen, 4. Ang. Tie Agence d'Athönes erklärt die über den Transport des gefangenen Ingenieurs Richter über die griechische Grenze, Der im Einverstarwnis mit den griechischen Grenzoffizieren geschehen sei, verbrei­teten Gerüchte als Erfindungen böswilliger Bericht­erstatter. Es sei festgestellt, das; die Gefangennahme Rich­ters auf türkischem Gebiet erfolgte, wo sich seit mehreren Wochen sowohl der Gefangene als auch die Räuber befanden, die mit den lokalen Behörden in Saloniki im Briefwechsel zur Regelung der Frage des Lösegeldes ständen.

Saloniki, 4. Aug. Ta behauptet wird, die Räuber hätten den Ingenieur Richter in der Grenzzone Tirnavvs rn Griechenland verborgen, wurde eine Kompagnie griechischer Sott baten mit der Abstreifung jener Gegend betraut, diese führte ;edoch zu keinem Ergebnis.

Die $d)ieösgerid)tsoerträge der vereinigten Staaten.

Washington, 4. Aug. Die Unterzeichnung der Schiedsgerichts Verträge erfolgte unter großer Feierlichkeit in der Bibliothek des Präsidenten im Weißen Hause in Gegenwart Tafts und der Vertreter der betreffen­den Staaten. Staatssekretär Knox und der engl. Botschafter Bryce unterzeichneten den Schiedsgerichtsvertrag mit Eng­land, den mit Frankreich unterzeichneten Knox und ein Vertreter der französischen Botschaft, da der Botschafter Iusserand augenblicklich in Paris weilt.

Die Mitglieder des Senats glauben nicht an eine baldige Ratifikation der Verträge. Einige Mitglieder des Aus­schusses für auswärtige Angelegenheiten sprachen die Ansicht aus, daß die Verträge in den Methoden mangelhaft seien, die vorgesehen find, um für schiedsgerichtliche Regelung bestimmte Fälle vor einen Schicdsgerichtshof zu bringen. Der .Anklang, den jede auf die Erhaltung des Weltfriedens hinzielende Bewegung in der öffentlichen Meinung findet, wird doch schließlich zweifellos die Ratifikation der Ver- trägc sichern.

Heer und Flotte.

Berlin, 5. Aug. Unter den Regimentern der Garde- k a v a l l e r i e - D i v i s i o n, die in den letzten Wochen Divisions- ererzieren in Altengrabow abhielten, sind zahlreiche Er­krankungen vorgekommen, die auf eine Ruhrepidemie schließen lassen. Wahrscheinlich werden große Teile des Regiments der Garde du Korps, der Garde- Kürassiere und beider Garde-Dragvnerregimen­ter im Lager von Alten grabow isoliert werden. Die Regimenter werden daher voraussichtlich weder an der Kaiser- yarade noch an den Kaisermanövern teilnehmen.

Metz, 4. Aug. Ta auf dem Truppenübungsplatz Clsenborn Erkrankungen an Ruhr aufgetreten sind, ist es notwendig geworden, den Platz zu räumen. Infolgedessen kehren die dort befindlichen Truppen des 16. Armeekorps, der 68. Infanteriebrigade und der 33. Feldartilleriebrigade am 5, und 6. August in ihre Garnisonen zurück.

Deutsches Reich.

Die württent bergische Z w e it e Kammer hat das Lotteriegesetz gegen die Stimmen der Sozialdemokratie und des größeren Teiles der Volkspartei angenommen, ebenso den Staatsvertrag mit Preußen zur Regelung der Lotterieverhältnisse.

Ausland.

Der Kongreß der französischen E i s e n b a h n a n ge­stellten nahm mit 262 Stimmen bei 26 Stimmenenthaltungen eine Erklärung an, welche die Sabotage mißbilligt.

Der Ausschuß des ungarischen Abgeorduetcn-

die Entwicklung der deutschen Volksseele erforscht: seinen Tank, den er stets in vollgültigen Tatsachen abstattete, hat er ihm dargebracht in Der meisterhaften Biographie Jakob Grimms, die man nicht mit Unrecht dieBibel des deutschen Philologen" ge­nannt hat. Mit leuchtenden Farben hat hier der junge Scherer am Anfang seiner eigenen Laufbahn das Musterbild eines echten Gelehrten gezeichnet, dem er selbst sein ganzes Leben lang nach­gestrebt hat. Tie öerausgabe DerDenkmäler der deutschen Poesie und Prosa", die der 26jährige mit Grimms größtem Schüler, Müllenhosf, zusammen unternahm, führte ihn tief hinein in die Anfänge und Tiefen des deutschen Wesens, als dessen Grundzug er die große Leidenschaft und die Hartnäckigkeit int Guten rote im Bösen bezeichnet hat: noch weiter zu den Quellen stieg er in seinerGeschichte der deutschen Sprache", in der er es unternahm, den Ursprung germanischen Sprechens und Denkens nachzuweisen. Scherer, von Geburt Oesterreicher, war unter­dessen mit 27 Jahren ordentlicher Professor an der Universität Wien geworden. Aber der freie, nur nach Wahrheit strebende Mann, in dem die leichte Anmut und die sprudelnde Lebendigkeit des österreichischen Geistes sich mit leidenschaftlicher Aktivität und einem stolzen Ernst vereinte, war seinen Landsleuten nicht Oester­reicher genug. Er zeigte ihnen zu schroff ihre Fehler, er stimmte nicht mit ein in den allgemeinen Jubel, und als man in dem so lange vernachlässigten Grillparzer plötzlich den großen National- oidjtcr entdeckte, bekannte er in einem berühmt gewordenen Aufsatz leine Abneigung gegen den Schöpfet DerSappho" und bahnte in tiefgründiger, pspchologisch-ästhetischer Untersuchung den Weg zu einer unbefangenen Wertbestimmung des großen Ocsterreichers. Solch schonungsloses Bekennen und die heiße Liebe zum deutschen Reich, Die Verehrung des aufstrebenden Preußen machten ihn in Wien unbeliebt, so daß er einen Ruf nach der neubegründeten Straßburger Universität annahm. Als herrliches Geschenk brachte er seiner neuen Wirkungsstätte mit O.' Lorenz zusammen dieGe- sckiichtc des Elsaß" Dar, deren literarischer, von ihm geschriebener Teil den Deutschen zum erstenmal zeigte, wie man gründlich und gelehrt und doch anschaulich-lebendig, spannend-interessant Litera- lnrgeschichte schreiben kann. 1877 wurde er nach Berlin gerufen, und hier hat er das Wert vollendet, das ihn am meisten bekannt gemacht Hal, seine deutsche Literaturgeschichte, eine großanige Freskodarstettuug unseres Geisteslebens von den frühesten Anfängen bis zu Goethes Tode.

Um Goethe als das Zentrum sammelten sich immer mehr alle Interessen Scherers. Er ist der Begründer einer Goethe- Philologie, die ans der allseitjgen Erlenntms der Tatsachen das Seelenleben und Die Kunst des größten Deutschen ergründet, um Den letzten Wahrheiten der bcutidkii Kultur überhaupt aus die Spur zu kommen. Dieser menschlichste aller Philologen ist Dem menschlichsten aller Dichter näher geloinmen als jeber andere Ge­lehrte^ denn er besaß Dieselbe große Gabe, al_> ein ewiger Frager und Sucher den Kern der Tinge zu ergründen, aus Ahnung und Sehnsucht die Wahrheit zu erkennen nstd das Wunder des Genies, das dem profanen Auge stets unbegreiflich und unerklärlich bleibt, in Sinnbildern darzustellen.

it a u f c s verurteilte die Abgeordneten Pal uni) Poszgay Dem Abgeordnetenhanse öffentliche Abbitte zu leisten, was diese taten.

Deutschland und die Revolution auf Haiti.

Nach einer Meldung desNewyork Herald" aus P o rte- au-Prince ist ein Offizier des deutschen Kreu­zersBremen" mit 45 bewaffneten Marine­soldaten an Land gegangen. Tie Marinesoldaten wurden auf der deutschen Gesandtschaft und bei verschiedenen deutschen Kaufleuten verteilt. Die Landung ist auf Ansuchen einer Bauunternehmungsgesellschaft erfolgt.

Aus Stadt rund Land.

Gießen, 5. August 1911.

' Tageskalender: Samstag: Kaufmännischer Verein: Militär-Konzert im Garten des Vereinshauses abends 8 Uhr.

Biograph: Neuer Spielplan.

Kinematograph: Neu-r e-pielplan.

Auszeichnung. Ter Großherzog hat dem Lokomotivführer Karl Hilgärtner zu Ntdda aus Anlaß seiner am 1. August d. Js. erfolgten Versetzung in den Ruhe- stand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Dienste" verliehen.

Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Neu- Isenburg; eine mit einem evangelischen Lehrer zu be­setzende Lehrerstelle an Der Gemeindeschule zu Sprend­lingen; eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mühlheim; die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wald-Amorbach. Das Präsentations­recht steht dem Fürsten zu Löwenslein-Wertheim-Rosenberg zu. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Inhaber der Stelle kann eine Ortszulage gewährt werden; eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langen.

* * Postpersonaln achrichten. Verliehen aus An­laß des Scheidens aus dem Tieitste: das Hessische Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriüFür langjährige treue Tienste" dem Ober-Brielträger H a b e r k o r n in E h r i n g s h a tt s e n. Etats- mäßig an gestellt: die Telegraphengehilfin N o l 1 in Bad- Nauheim. A n g e n o m m e n als Postagent: Bürgermeister Krug in Schwarz und Glasermeisler Z e i ß in Holzheim. Freiwillig a u s g e s ch i e d eit: die Postageuten Handwerk in Holzheim und Krug in Schivarz.

* Doktorjubiläum. Montag, den 7. d. Mts., be­geht in seltener geistiger und körperlicher Frische der in den weitesten Kreisen der Stadt hochgeschätzte Rentner Dr. Adolf Mettenheimer sein goldenes Doktorjubiläum. Die Philo­sophische Fakultät der Universität Jena hat dem Jubilar in außerordentlich anerkennenden Worten das Doktordiplont er­neuert und ihm durch den derzeitigen Dekan die Glückwünsche der Universität übermitteln lassen. DaS Elogium des Diploms lautet:Adolphus Mettenheimer, Giessensis, pharmo- copolae eruditissimus et optime meritus, studiis chemicis, botanicis, pharmacognosticis semper de- ditissimus.

** Evangelisch-lutherische Konferenz für Oberhessen. Man schreibt der Tarmst. Ztg.: Nachdem außer der Freien LanoeSkirchlichen Veretnigung auch die Frankfurter Konferenz hessischer Geistlicher und die Fried­berger Evangelische Konferenz Eingaben gegen die Auf­hebung des Examenszwangs in Gießen für künftige Diener der hessischen evangelischen Landeskirche gemacht und die Veröffentlichung ihrer Eingaben in dieser Zeitung bewirkt haben, legt die evangelisch-lutherische Konferenz für Ober­hessen Wert wenn auch nicht auf Veröffentlichung ihrer Eingabe, so doch auf die Konstatierung der Tatsache, daß auch sie bereits vor etwa einem Jahre eine von ernsten Be­denken eingegebene Bitte um Aufhebung des Examens­zwangs in Gießen an Großh. Oberkonsistorium gerichtet hat. Sie läßt sich in dieser Forderung auch nicht durch die in den Gegeneingaben angeführten Gegengründe beirren und ist der Zuversicht, daß Die Berechtigung ihrer Forde­rung schließlich doch anerkannt wird und daß die kirchliche Gegenwart mit ihren neuesten Erscheinungen sie immer mehr als berechtigt und dringend erscheinen lassen."

** Iit der letzten öffentlichen Stadtver­ordnetensitzung fielen, wie wir schon gestern bemerkt haben, auch einige Worte über die Berichterstattung. Stv. Justizrat Grünewald meinte im Anschluß an Die Er­klärung des Stv. Dr. Ebel (die keine Richtigstellung der von uns früher veröffentlichten Sätze enthalten hat), die Berichterstattung über Die öffentlichen Sitzungen habe oft manche Bemerkungen verstümmelt wiedergegeben; besonders wenn man sich einmal impulsiv äußere, sei man in die Hand des Berichterstatters gegeben. Ta das allgemein ge­haltene Urteil sich auch auf den G. A. beziehen tonnte, haben wir bei maßgebender Stelle Erkundigung eingezvgen, wo­bei uns versickfert wurde, daß unsere Berichterstattung bis­her zwar selbstverständlich die Verhandlungen nicht immer wörtlich wiedergegeben habe, daß sie jedoch stets einwand­frei gewesen sei und den Sinn der Ausführungen, abgesehen von kleinen Irrtümern, die immer einmal vorkommen und leicht berichtigt werden können, korrekt festgehalten habe. Heute schreibt uns Stv. Justizrat Grünewald:

Gießen, Den 5. August 1911.

An Die Redaktion des Gießener Anzeigers Gießen.

Verehrliche JRebaftion muß ich leider bitten, das Referat über Die letzte Stadtoerordnelensitzung in zwei Punkten zu be­richtigen.

Ich habe nicht g"sagt, der gemeinnützige Bauverein habe bei der Bürgermeisters nicht das Entgegenkommen gefuiibeit, das er verdiene.

Ich habe lediglich die Anfrage gestellt:Ter Herr Ober­bürgermeister rootte mitteilen, woran die Frage des Geländeerwerbs für den gemeinnützigen Bauverein hänge." Auf die allerdings heftige Entgegnung des Herrn Oberbürgermeisters habe ich erklärt, ein Vorstandsmitglied habe mich zweimal ersucht, diese Anfrage zu stellen, weil der Fortgang der Sache aus unbekannten Gründen sich verzögere.

Von mangclltdem Entgegenkommen der Bürgermeisterei habe ich kein Wort gesagt.

Ob das Vorstandsmitglied sich auf die Entgegnung des Herrn Oberbürgermeisters, der Bauveretn habe gar feinen Grund zur Beschwerde, äußern will, muß ich ihm ebenso überlassen wie die Verantwortung für Den mir erteilten Auftrag.

Zweitens ift~ cs mir gar nicht eingefallen zu sagen, die K r o f d o r f e r Straße sei seit acht Jahren aufgebrochen, sondern die Rod Heimer Straße seit acht Tagen.

Hochachtungsvoll Stadtv. Grünewald.

Wir haben unseren Berichterstatter hierüber gehört und er bleibt Dabei, die gestrigen Sätze hätten den Sinn Der Anfrage l'.cv Herrn Grünewald richtig wiedergegeben. Ta wir natürlich Die Verhandlungen nur gekürzt und nicht wört­

lich wiedorgeben icii, wird es immer schwer sein, jeden einzelnen Redner völlig zufriedenzustellen. Der letzte Satz der Zuschrift des Herrn Grünewald weist lediglich auf einen Druckfehler hin.

Die Neustadt wird anstelle der Gasbeleuchtung ebenfalls elektrisches Licht erhalten, womit den bered), tigten Wünschen der dortigen Anwohner Rechnung ge- tragen ist.

" Die Einkaufspreise für Rindvieh sind erheb- lich gesunken. Trotz de§ sehr billigen Angebots ist Schlacht- vieh bei dem Ucberangebot bei unseren Metzgern in Gießen schwer unterzubringen. Ochsen in bester Ware werden mit 80-84 Mk., Rinder 1. Sorte mit 7580 Mk., 2. Sorte mit 6870 Mk., Kälber 1. Sorte mit 7074 Mk.. 2. Sorte mit 5765 Mk. je Zentner Schlachtgewicht angeboten und bezahlt.

* * Alice-Sch ul-Verein. Am 1. und 2. August fand in Abt. II des Aliec-Schnl-Vereins (Seminar für Hauswirt- schaftslehrerinnen'» die staatliche Prüfung der Semina­ristinnen, in Gegenwart Des Regierungsvertreters Profesior Dr. Alles, Kreisschulinspektor und der aus Mitgliedern des Vor­standes bestehenden Prüfungskommission statt. Sämtliche junge Mädchen neun an der Zahl bestanden mit gutem Erfolge in Theorie und Praxis.

* * Bei der Prüfungskommission für das höhere Lehramt waren für das soeben verflossene Sommer - semester nicht weniger denn 119 Kandidaten gemeldet. Hiervon können 10 sogenannte Erweiterungsprüfungen in Abzug gebracht werden, die von früher bereits mit Erfolg Geprüften freiwillig zur Erhöhung ihrer lehramtlichen Verwendbarkeit abgelegt werden. Von den verbleibenden 109 Bewerbern sind 93 zu einem Ergebnis gelangt, während 16 durch Zurückstellung oder Rücktritt für dies­mal ausschieden. Von jenen 9.3 haben 19 nicht bestanden, 74 waren erfolgreich, und zwar 63 beim ersten Anlauf, während neun auf Grund einer zweiten und zwei auf Grund einer dritten Prüfung ans Ziel gelangten. Mitausgezeichnet" bestanden vier, mitsehr gut" 24, mitgut" 28, mitgenügend" 18. Auf die sprachlich-geschichtlichen Fächer entfallen 12 nichtbestandene und 46 bestandene Prüfungen, darunter vierausgezeichnet", 17sehr gut", 14gut" und 11genügend". Auf die mathe­matisch-naturwissenschaftlichen Fächer entfallen sieben nichtbestan bene unb 28 bestanbene Prüfungen, Darunter siebensehr gut", vierzehngut" unb siebengenügend". Faßt man die Vor­bereitungsschule ins Auge, so kamen von jenen 93 Kandidaten 41 vom humanistischen Ghmnasium (28 Philologen unb Histo­riker, 13 Mathematiker und Naturforscher), 29 vom Realgym- nafium (20:9), 23 von Der Oberrealschule (10:13), das sind 44 Proz. unb 31 Proz. und 25 Proz. An den 19 Mißerfolgen ist bas Gymnasium beteiligt mit 7 (= .37 Proz.), das Realgym­nasium mit & (= 26 Proz.), die Oberrealschule mit 7 (= 37 Proz.). Bei ben 74 Erfolgreichen erscheinen unterausgezeichnet" Drei Gymnasiasten unb ein Realgymnasiast, untersehr gut" 12 Gym­nasiasten, sieben Realgyinnasiasteii, fünf Oberrealfchüler, unter gut" 11 Gymnasiasten, 10 Realgymnasiasten, 7 Oberrealschüler, untergenügend" 8 Gymnasiasten, 6 Realgymnasiasten, 4 Ober­realschüler. Im ganzen entfällt vom Erfolge auf das Gym­nasium 46 Proz., auf bas Realgymnasium 32 Proz., auf die Oberrealfchule 22 Proz.

** Ter Ausnahmetarif für Düngemittel und Rohmaterialien der Kunstdüngererzeugung wird bis ein­schließlich den 30. April 1917 für Den Binnen- und Wechsel verkehr Der preußisch-hessischen und der Lldenburgischen Staatsbahnen, der Reichseisenbahnen 'in Elsaß-Lothringeu und der Militäreisenbahn verlängert.

Kreis Büdingen.

H. Büdingen, 4. Aug. (Gemeinderatssitzung.) Anwesend waren: Bürgermeister Fendt, Beigeordneter Tottcr, Die GemeinderatsmitglieDer Schulz, Treser, Hinkel, Rullmaim, Keil, Diemer, Wittekind und Schäfer, als Sachverständiger Kreis straßenmeister Straub. Ein Gesuch des Landwirts Friedrich Eckert I. um Erlaß des Beitrags zn Den Kosten der Kanalisation im Steinweg, wird abschlägüch beschieden. Nach den Beding ungen über die A u s f ü h r u it g der Kanalisation haben die Hauseigentümer nur zwei Anschlüsse kostenfrei zu verlangen. Mehranschlüsse sind auf Kosten Der Anlieger auszuführen. Bei den früheren Kanalisationen war von einem Kosten- ersatz Der Anlieger abgesehen worden. Tie Bewohner der Bahnhofstraße, von Denen jetzt diese Kosten gefordert werden sollten, erhoben Dagegen Einspruch. Der Gemeinderat erkennt den Einspruch an und sieht von einer Erhebung ab. Von Der deutschen Gesellschaft der Kaufleute mar ein Beitrag zur Errichtung für Erholungsheime beantragt worden, dieser Antrag wird vorläufig z u r ü ck g e st c l l t. Zur Fest­stellung der Rechtsverhältnisse an Den Stadtmauern war von der Aufsichtsbehörde Die Anfertigung von Meßbriefen emp­fohlen worden. Ter Gemeinderat steht diesem Ersuchen wegen der Kosten ablehnend gegenüber. Tie Stadtmauern und Türme sind, forocit sie nicht durch Tausch in das Eigentum des Fürsten übergehen, bereits auf den Namen der Stadt im neuen Grundbuch eingeichrieben. Anliegern, die etwaige Rechte geltend machen wollen, bleibt es überlassen, dies bei Großh. Amtsgericht zu beantragen.

Vertrag mit Dem Unternehmer über die bereits ver­gebenen Pslasterarbe iteu wird nach eingehender Beratung genehmigt. -Lent in Der vorigen Sitzung bereits beratenem (96)1(0) um Verlängerung des K an als in der Mühltor- straß-? wird entsprochen und die Arbeiten noch in diesem Jahre au«geführt, wahrend die Kosten im nächsten Jahr verrechnet werden fallen. ä.tc Erledigung eines Schreibens des Notars Justizrat Kraft, roegen ilblehnung verschiedener Rechte in das Grundbuch wird vertagt. Tie Akten sotten Dem Rechtsanwalt Keil zur Emnchtnahme übersandt roerben. Ter von ^rvßherzogl. ^.berförfterci Büdingen voraelegte Wirt fchastsplan wird genehmigt. Die Prüsung Der Pf nor'scheu R echnung wird Der Kommission und Der Verwaltung Der Stis- tung überwiesen, nachdem der vorgelegte Vermögensnachroeis ein­gehend geprüft worden war. Das Vermögen der Stiftung bc> tragt nahezu 50 000 Mark. Zur Teilnahme an einen in dmem Herbst in Darm,ladt stattsindeuden Kursus über Vogel- 1 chutz follen junge Leute interessiert werden. Vön einem Beitrag A. den Kosten aus der Gemeindekasse wird vorerst abgesehen. j£ic Befchluffe der Gaswerkskommission iDcrben genehmigt. Als wesentlich kommt, in Betracht, daß Die Kohlenlieferung für das Gaswerksupter fehr günstigen Bedingungen^ auf 2 Jahre ait Ludwig Schulz vergeben wurde und daß bei Der städtischen Straßen -. beleuchtung Die Einführung bet Fernzündung beschlossen ist.

Kreis Friedberg.

L. F r i c d b e r g , 4. Aug. Der vom Ministerium angcorbnctc Zeichenkurfus jur Volksfchullehrcr wurde während der Sommer jenen in den beiden Seminarftädten Alzey und Friedberg ab gehalten Er begann hier, wie bereits mitgeteilt, am 10. Juli und wird morgen vormittag geschlossen werden. 24 Lehrer, vor nebmlidj auö Oberhessen, nahmen daran teil. Heute abend findet für Die Teilnehmer eine Abschiedsfeier statt. Geh. Oberschulral Scheuermann wohnte heute Dem Unterricht bei und sprach Nch lehr anerkennend über die Leistungen aus.

Bad-Nauheim, 5. Aug. Mit den Vorarbeiten zur Er­richtung des Grand-Hotel Bad-tziauheim wurde im Jahre 1910 begonnen, im Frühjahr 1911 wurde Der Bau in Angriff genommen LS vnirde befonderer Wert darauf gelegt, daß der Rohbau während ^^^"'ermonate erstand und vor Beginn des Winters unter ad) nimmt. Zur Saison 1912 wird ein absolut gesundes Haus den Gast empfangen. Da Der jetzige heiße Sommer den Bau voll kommen austrocknete. Tas Grand-Hotel Bad-9!auheini liegt am dem vom hessischen Staate erworbenen 5400 Quadratmeter großen Grundstück, von allen vier Seiten frei und vom eigenen harten umgrenzt Tie 80 Meter lange Ostfront, sowie die Süd- leite haben als direktes Gegenüber den 1100 Meter langen Gradier bau. Der seiner Umgebung eine ständige kühle, ozonreiche Atmo­sphäre spendet, während die Nordseite Den Blick hat in die neuen