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5.8.1911 Erstes Blatt
 
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Nr. 182 Erstes Blatt 161. Jahrgang Samstag, 5. August 19U

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WK General-Anzeiger für Gberhessen MM

Annahme eoe aej»igtR Rotationsbrurf nnb üerlaq btr Brütfl'iditn Univ.-Buch und Stembruderei H. tauge. Rebahion, <$rpebition und Drudcrei: §chttlstraße 7. LQcinbe: ^cb: II r Den bt! vavättago^u^ Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Seschäflrstelle Bahnhoffttahe kb a. sliijetQcnteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfahr 14 Seiten.

politifebe Wocbcnfcbati.

(Rieften, ». August.

Das schwere l£iicnbal)itunglüil bei .'hrbci ßor»0orf, das biec treuen Beamten das fitben tollete, Hai einige Aehnlich fett mit der Kataitiovbe von Mulltteim. Beide wurden, wie man versichert, biudi die 5d)iilb eines Beamten veranlass Cbrool)l beim Bahui os Müllheim eine Gleisuntcriührung durchbrach, erkannte man vorläufig den Lvkoinonvfülsrkr als den allein Schuldigen Er war, trotz ausdriictlicher An Weisung, zu rasch gefahren Darüber, ob die Gleisunter jührung bei langsamerer Anbrt untn allen Umstünden ßand> gehalten hätte, wurde nicht viel gesprochen Es heißt so häufig, von enu > Lokomotivführers Besonnenheit häng« das Leben vieler Menschen ab. Sollte man da, wenn auf einer SchueUzugsßrecke eine bestimmte Gefahr lauert, die Perantwortlichteit des Losomotivi'iihrers nidinvcscnllrcki ent lasten, andere Beamte, im jage unb aur der Ztrcch, in diese BctanliDortung teilen? Tas; bei Müllheim 11 Menschen ihr Leben lassen mußten, layt diese fjragcJd)oii bcicduigi erscheinen, Für die Zugentgleisung aut der Strecke Hall e Berlin wird, wie es heißt, ent Weichensteller veran: wörtlich gemacht werden Ter D»3ug ivar durch falsche Äeichenslelliing auf ein Auswcichglene geraten, das für einen fahrplanmäßig vor dem D-jug Hersahrenden Güter ,ug bestimmt war. Tiefer Güterzug hatte am MitOvoch Verspätung und war schoit eine Station früher abgeleitet und von dem Schnellzug nberholt morden Tem Weichen­steller von Niedergörsdorf soll, imc neuerdings verlautet, das Surndbleiben des Giiterzugcks nicht gemeldet worden fein, w daß vielleicht nicht er, sondern ein Stationsveamter bet iochbarstatiou Blonsdori die Schuld an der Entgleisung tragen wurde. Die amtliche llntersuchnng ist noch nicht völlig abgeschlossen Man darf aber schon ycute die Frage ct leben, der Sahrbienfi ans der Strecke .HalleBerlin ein­wandfrei eingerichtet, ist sie nicht zu sehr belastet ? Wenn es '.ichtig ist, was dieTentsche Tageszeitung" schreibt, daß auf icbcni Gleise der yvciglcifigcn Anhalter Bahn burcli schnittlich all cf i eben M i nu t e tt ein Jug fahre, so wird dte Sache bcbentltd). Es soll allzu häutig Vorkommen, daß ein Güter ober Personenzug, wie bei Niedergörsdorf, auf ein Auslveidigleiic gebracht u ird. Solche (füge litten oaun natürlich ebenso häufig unter Verspätungen Bestätigt sich das alles, so würde ein Teil der Schuld an dem letzten Unfall auch bic mangelhafte Anlage der Anhalter Balm tragen müssen. Beide .Katastrophen, bei Müllheim fotvoh! wie bei Niedergörsdorf, bedeuten eine Mahnung für die Bahnoermaltung. Nicht auf eine Bestrafung bei beiden ichuldigen Beamten kommt es in erster Lime an sic werden für ihr Per fehlen natürlich zur Verantwortung gc zogen werden müssen wichtiger erscheint es, das; die Eisenbahnverlvaitniig den Betrievsmängeln, aus die man hinweist, schleunigst steuert. Was fickt ctiua als mangelhaft herausgestellt haben sollte, muß ohne langes Bcsimten ab gestellt unb geändert werden. Wenn die Anhalter Bahn nier Gleise erfordert, dann soll man sie ohne falsche Er sparniSrücksichten eben bauen.

Tic ewigen Reibereien auf dem Bat lau haben dieser Tage eine llcberrafd)ung gebracht Nach so mannigfachen Berickilcn über Siege und Erfolge der türlischen Truppen führer fommt auf einmal das dicke Ende Beim letzten

Wechsel des Oberkommandos zur Unterdrückung des alba nifchen Aufstandes hieß es \a zwar schon, an die Stelle eines energischen, zugreifenden Truvpenfülsrers sei ein milder abwartender,bivlomaiifierenöer Soldat getreten Tas scheint letzt bestätigt zu werben, freilich ist zu allen Miß Helligkeiten noch eine Spannung mit Montenegro, wo bic Malissoren ^uiludtt gefunden l aben, hittzugetrelen. Tie Herren Empörer erhalten vom sungtürkifchc.i Regiment un geahnte ,;itgcständnisse, gerade so. als ob sie ans blutigen Lck'lachten sieggekrönt an ben Busen des Vaterlandes zurück lehrten. Schadenersatz, Straferlaß, Ttenernachlaß am zwei Jahre, Wiedererrichtung bei zerstörten Käufer und tne Ei füllung ah ihrer früheren Wünsche. Es wäre, so scheint es, wirklich besser gewesen, wenn die hohe Pforte s r ii h e r ein Einsehen gehabt hätte. Wenn sie den Wünschen der Albaner, bic un türkischen Reiche ihre Eigenart bewahren wollen, gleich cntgegengetoinincn tuäre, so hatte sie diesen blutigen, dornenrcicheii Umweg sich ersparen können Man war |id' doch wohl in Monftauuiiopci von vornherein klar darüber, das; bic Behandlung der stolzen Albaner, die von jeher bei Türkei die besten solbaten stellten, bejonberc Vorsicht ct heische.

Rach langen Verwickelungen und Venvauolungen wird eines Tages auch der marotkanische Schmetterling als fünft liri) au»gebrütctcr Spätling die tzulle verlassen. Rach den heute vorliegenden Berichten ist bas Fieber wieder zurückgc gasigen. Eine in Berlin tuid Paris verabredungsgernaß i erau gegebene Erklärung weist daraus hin, daß beide Regierungen in den Grundsätzen sich gc

einigt haben. Tie Pariser Blätter wissen immer etwas ntei/t als die deutschen. Es fommt also höchst wahrscheinlich ZU ..Komvcnintioiuii" für Teutschland außer halb Marotlos, während bic beut(d)cu wirtschaftlichen An spräche auch fernerhin gütig berücksichtigt werben sollen Natürlich steh: das zunächst aus dein Papier: Frankreich hat bisher trotz der .'tbrnamungcu mit ben denOchen Inter essen nie viel Feberlesens gemacht. TerTemps will neuerdings wieder erfahren haben der QCbanfe war früher schon einmal auigetaucht Portugal werde in die Teilung mit hineingezogen. Wir follen von der poNn giefischen Kolonie Angola einen Teil bekommen. Tie Einzelheiten sind zwar nach der amtlichen Erklärung noch stcht ' st, man in Pari-, von unr Franzosen /riegi V r nichts Tie englische Presse schlägt zwar auch recht friedliche Tone an, aber, nachdem Tcutschtands Anspruch' in Marvtko g t u n dsätzIi rti zurück gedrängt sind, wer bürgt dafür, daß hu- späteren einandersetzungen Übei ente deutsche Gebt tserweit

reiche diplomatische Hilfe fick

Werden wir uns am Ende mii einem ausgebrannten Hvdi flächenstrich Angolas begnügen müssen? Auch der Weg der Verhandlungen zu Algeciras war langsam und müh sam, und cs i'i si x - id i . Hk viel dabei heran gesprungen. Planen die englisch sranzöjischen Freunde jep:

Vie überwundene Krifis,

Tie heutigen Mudungen, welckse eie Vage wieder ruhiger erscheinen fassen, lauten

Berlin, 4. August. Fn den Unterredungen zwischen Eain b ou und v. 5l i d er l e n -W äch t er hat eine A n Näherung über den prinzipiellen Stand vunft stattgcsmideii. Tie Ausarbeitung des Einzelnen

erfordert etngeliende Prüfung, womit zurzeit hie zuständigen Reick,sresforts befaßt sind Tas Ergebnis wird dann di-rw die Reichskanzlei dem Kaiser zu unterbreiten fein

Dazu meldet dieKöln. Jtg noch aus Berlin

Tie Mitteilung h.-. WolN'cben Teicnravheiibiircaue i". iph amuucl/men ivar, keine t n i c i 11 fl e h c u t i (b c d x f 1 cu r «i, sondern Frankreich h n i »i mhhi not bet öffentlich ung e i n v e r n a n d e n erklärt V.> m nm eine Ant'aluuing in einer Einigun». .kki ü'fiii. nbn .vin- uoi läung nidn mein Wenn di .limabening übet d u grundiä ... . Standvnnfk in flchiimcn Beratangcn cr'oLu-. i» heat c>n wie man tu er meint, vielte,ch: ein üf(H(<trfibuiia dr- ml seh» unausstehlichen gehrimrr Ber'uvrcn , das fein, erne Probe bestanden hat.

Tic Pariser Blätter bringen gleichfalls amt lick, bc cinflnrtc Tarstellungen FmT c m p s" gelangt noch d.c Meinung zum Ansdinck daß für das Bustandikomincu einer deutsch sianzösischcn Verständigung England cm in »ckstig ci Faktor bedeut e. Zu London wünsche man tatsächlich nichts sehnlicher, als daß die Einigung recht bau- zustande komme unb zwar int Wege einer W r c n z b e r i ui tigung zugu n st e u Kameruns. Andererseits ivi d in Pariser diplomatisch«'!, Miciien daraus Angewiesen, hm; England durchau - nicht abgeneigt wäre, feinen Einsluß auf Portugal igeilend zu machen, wem, ein d c u t s w p o r t u g i c f i s d) e? A b t o m tu c n bezüglich A n g o l a » sich früher ober später m die Wege leiten ließe_____________

(Ein neuer Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin.

«l? Racknollicr bc» Botschaftcr Tr. <? i 11 wurde der i": hciifle amcnlatuid-.r Botidirtri in Hom, 3ohn Ü>. x! e 11 b man zmn Votschafter der 8 c t c i n i a t e n Staaten in Berlin ernannt, nachdem der Kaiser dieser Aabl zugr stimmt Hal

Ter neue amerikanische Bot-uafter in Berlin UMipe, io schreibk das Bert Taste-dl., am 28 Mär; 1857 in Pittsdwst lieberen Er ist von Haufe aus ulroßiudusrrieller unb war jrüirx Prüfiden: der Carnegie Steel EomvaM' Auf buif Präfidcm irtiit veracht etc ci im Fahre 1S97, <il» Präsiden i Mr »rnlen ihm die Efnennunst nun amerikanisklscn (ücfanbten iu Bern anboi Tort blieb V ei ihm an bi» zum Fabre 1900 und wurde dann nad, Äonftaiitinoi»! urru c.i, wo < « Zunächst als (^cianbi -i i.itb seit dem ."obre 1905 al» Botschafter beglaubigt war Sei' Sommer- 1909 mar L.isWmn Voticha t-r der Veieimateu ^taairn

Belt Fontaine bei Biarritz uno hat eine stäudige Wolsuimg in ------------------ - ...... Der englische Kriegsminiftcr für ein Einvernehmen mit Deutschland.

London, 4. Ang. Bei der Eröffnung der S o nt in c r-

Deutschlands in der Weltgeschichte behandeln gestern abend di

Festrede über das iLernaGroßbritannien und Teutschlano, eine ethnologische Studie^ T.r Kriegsminister hob den lingcheuren Einfluß der Philosophen auf da» praktische Vcbcn Deutschlands hervor unb sagte, bic Engländer und

Gelegenheit nnd 8es gemein bei der großen Mission, die Welt zu zivilisieren.

E» wäre, so iubr er fort, außerordentlich beOaucrlid . wenn da» friedliche Rebeiiemanderwirkeu der beiden Völker für bu-

Reinhold Begas.

dahingefchiebene große Btldhaue», bat einmal für den echten Künstler einedreieinige" Begabung ge'orde-. i ..Eine männliche Energie, eine iveiblich. 3artn.'it und eine kiiidliche Rawitat". 2icii Eigenfchaften waren i.di selbst in hohem Maße zuteil gc wordcn. Kraftvoll und stolz, invadncn aus der Selbstzutt t eines tuditiflen Mannes, war die Tallran, mit der er f ine nch ktdr. ui» Fartc und Weide verlierende Phantasie Zwang, au-? bei; ivunöcrpolltn Einzel beiten, bi? iMn mühelos stcl angen, groß, stesch.losicne Äonunientalwcrkc zu schaffen.

Seine ersten Auregmigen bat Begas in Der Sumte Rauck imviangcn. aber au» ben: streng ilassizistifcknt, nüchtern ernsten Weicu bice» großen Meisters, mich mehr aus Dem langiufiiuicn. zur Me.nic erstarrten Nachabiitungin icuicv Schuler flüchtete fick) der tustcndliche Feuergcist nach feinen erneu realiiuidi tastenden Vcr suchen in die foimigen Gcildc italischen Lebens uno lachens.. SinnlichkCii. 3ii Rom, in lener l;iitimft4rcid'cn Ev.'w: dcuiirt' iraticnücher Kunst, ba Böcktin, Feuerbach, Viaref; n. a. die nordifche Schwere durch cie Weihe de? antiken Bodens über wanden, i". auch die Kunst Reinhold Bega» geboren w.-.d.'n Ein Hauch vrarueliichcu Geiste», lene umimclt von der Licdlichkei: Der Rolokovlaiut. wie sjc di? Gärten von Sanüouri v.rictwm. ,lt über de-. Meiner» Früdwerlc gebreitet. Ter weidlich Körvcr iu seiner blühenden Weichheit, m dem ichwchtcnden <optel dc Adern und der blcnöcii6cii Haut fetien in Dem Marmor kinec Werke lebenbig zu werden und ,;u erwärmen, eine itnnlich gelöste Grazie, eine üppige Lästigkeit umfängt die Glieder inner Dingt lagerten, sich bückenden oder hebend, u Frauen

Von Der reinen Klarheit der Antike war Bega» währenD seiner itaticni'cheu Btlbuugsialire zu der Kumt des Barocks vorgedrungen, unb als er wieder nach Der Heimat ;urüdkehrte, war ct rech: vorbereitet, um nun Die Anregungen au'znnchmcn, die von dea Werken Des größten vreußu'ch.en Künstlers, von Sdiüter, aus gingen. Tie stark bewegten Fai.iwcngrupven an d.c Berliner Börse verraten bereit», nne er sich von Dec 'Rachabmunz bei gigantischen diu men Mick elangew» ;u einem eigenen. S. sahnt unb Kraft ver'chmelzenbcn Snl büibutchrang. Freilich groß, neue Werte hat Begas nia-i geschaffen: seine .Kunst wurzelt, cm eckte» Kind de» 19. Jahrhundert», gan; im Hiitoenchen, uno der bildnerische Ausdruck iceii'"ä;er Kräne, bic Gestaltung geistiger Fdceu find uickr l'cui eigentliches Gebiet. Seine vochst. 'Jicum- schajt bewährte cc in Der förpcrlid en Erfassung eine» mehr an: malijd?en,_ seelisch noch nid-t gelösten ZustanDes: darum ist er »m iu prächtiger SchilDcrer von Kindern, deren nod) nicht butdp gcsormte, drollig plumpe Körperchen er köstlich zu gehen vermochte^

And) eine gtoße Anzahl (»IrabDrnfmälcr bat Begas gefchasfcii; fein bcrübmtcitfdeiH der Sarkophag Friedrichs III. un Potsdamer Mausoleum. In seinem ersten großen Monument, dem Berliner Schiller Tcnkmak, wallet noch eine schlichte Anmut Der Linien Es ist gerade Die Einfachheu, die un» beute entzückt, umhrcnö bic geistige Bedeutmtg de» Rationaldidners in der würdig be negten Schiller Gestalt nicht recht erfaßt ist. Fn mufierbaiter Weise wußte Bega» Großzügigkeit he» Entwurf? unb Reichtum entzückendster Verzierung iu Dem großen Reptunbrunnen auf dem Berliner Sdiloßvlau zu vereinen. )n einer rauschendcit Vision Hebt sich die Gestalt Dc» mecrbcberricheiibcn Neptun empor über da» üibclbaftc Wasservolk, ho» feinen Thron umgibt Alle» ist Dec Mafien. Solclier -j in Hang von Monumentalität und deko ratiuni Einzelheiten ist Bega« in seinen beiden größten und bcrül.mtcsteu Tcnknals'chovsuiigcn, dem RationalDcuiinal Mauer Willclm» I. und dem Bismarcldcnkmal vor dem Reichstag, nickt gelungen. Ein ganzes Meer von wmibervolleu Einzelheiten strömt

aus Diesen beiden gigantifd cn Werken enigegen, aber Der un

vergeßliche Eindruck ein r r iftloncnrn Silboiicltc, Der nur durch qunften einer alb'cüigeu Ausgestaltung des Teiails zurucktre.cn mälerreickc Berlin nnm dem Kriege erhalten hat.

Ticie großen monumentalen Gestaltungen waren iebod- Am gaben, die Bega» nur mit einer ungeheuren Energie unb Fmcnutät de? Schaffens seinem Talent abjuriugcu wußte Fm Gruiide tonnte er dock nur Vollendete» in kleineren Formen, tu Du zarten Anmut des Genre», in Der rund gejormten Ziergruppe, im Porträt bieten. Tavvu 5 ugen gerade die Tcnkmäler mit ihrem ausgezeichneten Tctaü'chmuck am bci.cn Tavou erzählt die lange Galerie icuicr Pon rät büßen. Durch die Bega» Kunst großen Männern wohl ein länger dauernde? Forllcbetl errtchlel hat, al» in Den mächtigen Werken, Die er 511 ihrem Andenken erwnncn. Seine Bildnisse Dc» alten Kaisers, Kaiser FricDrid-s, /Bismarck», Mollkes, Menzels u. a. werden Die Züge dieser Großen 111 Den Formen der Bildhauerkunst so unsterblich erhalten, wie Lenbachs Gemälde in den Formen der Malerei.

Mag auch Die Jufunit nicht alle seine Werke als vollendct auedennen, au» icder seiner Schöpfungen strahlt dieTreieir:g k.-il" her Gaben, Die er vom großen Mümtlcr oedäugte, die Energie De» Manne». Die Zartheit der Frau, die Naivität des Kindes.

Im Irauitbaufc des verstorbenen Künstlers folgendc. Tclcgramr': des Kaisers einadauirn: Ti' Nachrickl voll dem tmerwarteten Hcimganre des Altmeisters Bega? he: mir; lief beweg:. Tie unvergeßlichen Werke, d-c der grc^c .'tun .icr geja-affen Hat, sichern ihm ein bleibendes. Andenken, un Dfurimm

Volke, Da? mit mir seinen Tod beklagt. In seinen Schülern, deren Wirken mir zum größten Teil bekannt gcioordeu, wird seine Kunst iorileben. Jdi nehme an Der Trauer der Aamili hcrilin;cn Anteil."

Zu Wilhelm Scherers 25. Todestage.

6. A u g u st.)

Köstliches halt Du erwählt Wer jung Die Erde verlassen, wanDelr audi ewig jung im Reiche Pcrsephoneia », ewig erscheint er jung den Müniiiflcu, ewig criehnet!" In einer iolrtjen Ber lläTung, wf sie Athene in täcu'tbc»Achilleis" Dem jung it Helden als tünftige» Los vreiß, sehen nur Heutigen die (Gestalt Wilhelm Sckercr», Dc» großen Literarhistorikers, Der kaum 45 Jahr au von Der Sonnen hohe seines Schaffens mitten heraus nu bc. Fülle feiner zukunftsreicben Ideen vor nun einem Vierteljahr iiunßeri Durch den Tod forigeriifcn wurde.

Scherer eine der glänzendsten und bicndeuDßcn O)c:chn.-i erjefeinungen gewesen. Die das an großen Männern Der Wissernchof; io reiche 19. IalwhunDert berrorgrbracht hat .11» et in h tiOcr Jahren mit seinen ersten, die Wette und Tie'c bc» Dnnsch n Bollsicbens nmioanncnDcn *.1r bei teil L'eroortrat, Da roar bic Liter i rurgefchichte nod) nidns anderes als eine ungeheure Mo: f lainmlung von Namen. Tilcin unb Talen, wie fi< Moberft n jo ßeißig geiammeu, galt als ein von Philosoph^ und Geschick:- mit ickcelen Augen angesehener Neuling, dessen Slofigebie: ein n; Gervinun zur Ertlörung unb Erläuterung feiner sittlichen^ uno volitis'dsen Anschauungen dienen mußte. AI» Scherer 2* 1 * * *) Iol. spaicr nach einer unbegreiflich fruchtbaren und inivcrglc-ckl-" aurrgendeii Tätigkeit als ein früh gebrochener Mann Di? Feder iallen ließ. Da hatte Die junge Wifienfchofl ihre genial enonnene Methode, hatte ihre Richtlinien, Wege unb 3inc vorgezc n i. Die heute langsam beschriuen werben und noch auf lange Ijinou. fünftigen Gefchlcchtern maßgebend bleiben müssen Rur ein jugciiD lief) tiihner. roagemutiger, ja wagehalsiger Geist Konnte eine solch? Tat roUbrmgcn: Scherer mußte den Mut zum Fdttcii und haben, unb der stolze Flug ieiner Gedanken, seine ßeis bemcgli^- Phamas'ie, die überall Verbindungen und Iusammcnh.in >c sah. Dtc vi^: rrzmcigte Sücratur einer Epoche im Großen und < :n cn ;u ubfrichaucn wußte, itc haben ihn manchmal von Dem Boo.ii Der T atiachen hmrocggeiragen, auf dem ei sonst al» streng Philologe so wßßand. Aber gerade cieic Verbindung eine» ii.a lerii'ch feinen Ahnungsvermögens und sorgsamster Bcoöachtui- erd' d ? Kleinen und Kleinsten haben au» ibm Do» Ideal eine.

.-uesarbcitcrs geschaffen, dem unvcrgänglidjc Werke gelungen sind.

In Jakob Grimm, dem .'Utmcißer Der demschen Germannu., per eh ne Scherer Den eigemlichen Begntnder der Wissenschaft, die