Ausgabe 
4.12.1911 Erstes Blatt
 
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Ralbfleifd), gewöhnliches Schiveinefleisch . . . . Wurst von pur Schweinen

Auergesellschaft

. Berlin 0.17

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mals schon eines recht lebhaften Verkehrs erfreut haben, wie folgende Bekanntmachung der Bürgermeisterei beweist:

Man bringt hierdurch wiederholt in Erinnerung, daß die Bürgermeisterei jeden morgen von 912 Uhr für jedermann offen ist, dagegen Nachmittags, äusser in den dringendsten Fällen, um - fo weniger jemand zugelassen werden kann, als durch solchen Ueberlaui wie seither, die Bürgermeisterei gestört und verhindert wird, die ihr obliegenden Geschäfte besorgen zu können.

Vermischtes.

Blinddarmentzündung eine Jnfektions krankh eit? Zwei englische Aerzte Tr. Poynton und Dr. P a y n e haben die Resultate ihrer Versuche mit künstlicher Er­zeugung von Appendizitis (Blinddarmentzündung) bekannt ge­geben: Nach derUmschau" hatten dieselben bei akuten rheuma tischen Erkrankungen ein eigentümliches Kleinwesen festgestclU, das sie mit dem Namen Liplococcusrheumatismus belegten, weil cs

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Vas englische Königspaar in Indien.

Bombay, 1. Dez. Das englische Königs paar ist heute vormittag an Bord derMedina" hier einge- trofsen. Es wurde bei seiner Rundfahrt durch die Stadt von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Nach Vollendung der Rundfahrt kehrten der König und die Köni­gin an Bord derMedina" zurück.

Gießen im Jahre (828.

Bon N. N.

Vor mir liegt die Nummer 9 desGiesser AnzeigungSblatteS* vom 1. März 1828, ein vergilbtes Hestchen im Onauiormat. Es war das damalige Älmtsverlimdigungsblatt der Behörden, das alle Bekanntmachungen und Erlasse in dem schwulstigen Kanzleistil dec damaligen Zett, der heute unser Lächeln erregt, gewissenhaft ver­

morden. Das Schriftstück, in dem das Abkommen Artikel für Artikel besprochen wird, schließt mit folgendem Satz: Dem Bedauern, welches bei uns die Kongoabtretung hervor- rust, müssen wir di' in Marokko erzielten Ergebnisse gegenüberstellen. Aber man darf diesen Vertrag nicht bloß als eine Jnteressenentschädigung ansehen. Man muß vor allem wün- schen, daß dieses Abkommen, in dem es die entstehenden Schwierig­keiten regelt und eine ebenso lange Periode der Spannung beendigt, eine Aera der Entspanmmg und der Ruhe in den Beziehungen der beiden Länder herbeiführt.

Der Bericht Longs wurde vom Ausschuß mit 15 gegen eine Stimme, die des Deputierten de Ehambrun, eines Schwagers des Forschungsreisenden de Brazza, angenom­men. Drei Sozialisten enthielten sich der Abstimmung.

Schwarteumagen ... 15

Schinken oder Dörrfleisch 14

Schweme'ett.....16

Brodtaxe und Gewicht:

-m. Hungen, 4. Dez. Die Maul- und Klauen­seuche greift hier immer weiter um sich. In verschiedenen Gehöften i|t sie neu ausgebrochen und einige Tiere sind schon verendet. Auch die Gemeinde.Schafherde ist jetzt davon befallen worden.

Krcis Alsfeld.

.+ Alsfeld, 3. Dez. Direttor Zobel von der Ms- selder K o rn h aus-Geno s s e n sch ast hat seine Stel- lung gekündigt. Direktor Zobel hat es während seiner Tätigkeit für die.Genossenschaft verstanden, das Kornhaus Alsfeld zur Blüte und weit über Oberhessen hinaus zu Ansehen zu bringen.

Kreis Friedberg.

w. Bad-Nauheim, 2. Dez. Tas seiner Vollendung entgegen gehende Grand Hotel, sowie das Park-Hotel und das Hotel Metropole sollen nach denOberhess. Volksblätlern" zu einer Aktiengesellschaft verschmolzen werden. Als Generaldirektor wird der Besitzer des Park-Hotels genannt. Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach a. M., 3. Dez. Eine gefährliche M e s i er st e ch e r e i spielte sich am Samstag abend in dem Hofraum Großer Biergrund 40 ab. Der dort wohnende ver-

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, Für die viel nab und fern bei kben Frau, gutei siaiham [orote für die troff; herzlichen Dank

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1 Maas ordinäres Bier 4 Kreuzer,

1 Doppelbier. . 6

Die zweite Seite eröffnet dann die lange Reihe der amtlichen fßerntfliingen und Erlasse. Einen großen Raum nehmen darin dil Bekanntmachungen desGroßh. Hess. Stadtgerichts" ein.

Eine sehr anmutige Znsaminenpellung enthält folgende Ber­ka u f s a n z e i g e:

In der Begausung des verstorbenen Schreinermeisters Tebuk in der Calbarinengasse sind aus freier Hand zu verkaufen: zwei gute Forte-piano, wie auch zwei Kühe und der vorhandene Kuhmist ganz oder teilweise."

Bon den amtlichen Stellen muß die Bürgermeisterei sich da­

zeichnet. O, welch glückliche Zettl Heute Teuerung aus allen Gebieten des Wirtschaftslebens und man vergleiche die amtlichen Fleischpreise, Brodlaxe und Bierpreise vom 1. März 1828" 1

Pfund gutes Lchsenfleisch ... 9 Kreuzer, Rindfleisch .

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zu besiichen. Am Montag, 11. Dezember, findet ein ein­maliger Vortragsabend von Professor Marzell Salzer statt, der gewiß wieder großes Interesse erregen dürfte. Von weiteren Gastspielen stehen noch ein solches von Frau Agnes Sorma (2. Februar 1912) und Ernst v. Possart im März 1912 in Aussicht.

** Ueber den Biographen. 'Die Glanznummer des diesmaligen Programms istGretchens Liebesroman". Dieses spannende Werk ist geschickt auf den Film gebannt. In er­greifender Weise wird uns das Schicksal einer jungen Modistin geschildert, die von der Liebe zu einem reichen Manne bewogen, ihr Heim verläßt, ohne an das Herzeleid, das sie ihren armen Eltern durch diese unüberlegte Tat verursacht, zu denken. Doch bald verblaßt bei dem Manne das Bild des Mädchens, und sein Herz wendet sich einer Variets-Tänzerin zu. Das arme Mädchen steht Heimat- und mittellos da. In ihrer Verzweiflung bringt sie es übers Herz, ihre Eltern um Verzeihung zu bitten. Am Sterbe­bett der Mutter kniet sie, von ihr nicht erkannt. Ihr Vater stößt sie ans dem Hause. Nach einer Zett endlosen Jammers ver­sucht sie ihrem verfehlten Leben ein Emde zu machen, wird jedoch durch die ^bühnheit eines Handwerkers hieran gehindert. Genesen und mit den ihrigen völlig versöhnt, reicht sie schließlich dem braven Manne die Hand fürs Leben. Die Hauptdarstellerin hat ihre Aufgabe meisterhaft erledigt, wie sich auch die übrigen mitwirlenden Künstler alle Mühe gegeben haben, das Stück zu einem der bestgespielten Lichtbilder zu gestalten. Auch das übrige Programm ist sehr schön zusammengestellt.

** Die Ernte in Hessen-Nassau. Nach der jetzt vorliegenden Statiitik hat die Ernte in Hessen-Nassau auf Hektar und Tonne gerechnet in diesem Jahre gegen das Vorjahr folgende Ziffern ergeben: 64 456 Hektar Anbaufläche (gegen 64 445 Hektar in 1910^ ergaben 131513 (gegen 125181 Tonnen in 1910), Sommerweizen 3122 (2315) Hektar Anbaufläche ergaben 5748 (4207) Tonnen, Winterroggen 139 341 (146 351) Hektar Anbau­fläche ergaben 954 (764) Tonnen, Sommergerste 24 236 (22 629) Hektar Anbaufläche ergaben 42 591 (37 965) Tonnen, Hafer 152 828 (148 523) Hektar Anbaufläche ergaben 578 140 '291 251) Tonnen, Kartoffeln 87 752 (86186) Hektar Anbaufläche er­gaben 885 870 (953 033) Tonnen, davon waren erkrankt (0,4 (7,5) Proz.: Kleeheu 40 973 (45 079) Hektar Anbaufläche ergaben 132 045 (273 507) Tonnen, Luzerneheu 4977 (5231) Hektar An­baufläche ergaben 21219 (33 632) Tonnen, Wiesenhau 181067 (181483) Hektar Anbaufläche ergaben 320 731 (882 739) Tonnen. Am interessantesten bei dieser Statistik sind wohl die Vergleiche zwischen der diesjährigen und vorjährigen Kartoffel- und Futter­ernte, die den Berveis liefern, daß besonders die letztere kaum die Hälfte des im vorigen Jahre erbrachte. Die Getreideernte dagegen ist in diesem Jahre bedeutend besser ausgefallen.

Lanotrets

HL. Klein-Linden, 3. >Dez. Gestern abend veranstaltete die hiesigeHeimatvereinigung" int Saale des Gasthauses Zur deutschen Eiche" eine volkstümliche Abendunterhaltung, die das GeprägeHeimat" im besten Sinne des Wortes trug. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag des be­kannten Volksdichters und Bauers H. Naumann aus Nanz- hcmsen bei Lohra über: Heimatdorf und Heimatliebe. Ein echtes, von warmer Liebe für die Heimat durchdrungenes Dichtergemüt sprach aus den tiefempfundenen Ausführungen des Redners. Gedanken, wie sie der Dichter und Bolksschriftsteller in seinen Geschichten eines hessischen BauersmannesVom Heimat­acker" und'Tu mein stilles Tal", sowie in seiner prächtigen Gedichtsammlung sutn Ausdruck bringt, wußte er in poesiedurch- hauchten, ergreifenden Bildern vor dem gespannt lauschenden Publi­kum zu 'entrollen. Pflege des Heimatssinnes durch Pflege der Liebe Mm Vaterhaus, zum Heimatdorf, zur heimatlichen Flur, aber auch Pflege des deutschen Gemüts und des deutschen Volkstums sind notwendig in unserer hastenden, drängenden Zett, in der das Herz vielfach M kurz kommt, in der die Städte mit all ihren Zerstreuungen eine gewaltige Anziehungskraft auf unsere Land­bevölkerung ausüben und deren Eigenart und Bodenständigkeit zu verdrängen drohen. In diesen Gedanken gipfelten die trefflichen, zu Herzen gehenden Ausführungen, die mit einem ernsten Mahn­wort an Jungfrauen und Jünglinge, an Eltern, Lehrer und Pfarrer schlossen. Umrahmt war der Vortrag von 'Deklamationen der Schulkinder, sowie prächtigen Vorträgen des Zitherkränzchens und des Gesangvereins Harmonie; eine theatralische Aufführung durch dieWandervögel" vervollständigte das hübsche Programm der eindrucksvollen Veranstaltung, die einen vollen Erfolg für die dankenswerten Bestrebungen der Heimatvereinigung bedeutet.

k. Wies eck, 4. Dez. Der hiesige Turnverein, der nächstes Jahr auf sein 50 jähriges Bestehen zurückblickt, hielt am Sonntag abend eine sehr stark besuchte Hauptver­sammlung ab. In ihr wurde hauptsächlich die Vorstandswahl und das 50 jährige Jubiläumsfeist behandelt. Als 1. Vorsitzender wurde der nun schon seit 27 Jahren zur vollen Zufriedenheit amtierende Ludwig Daubert einstimmig wiedergewählt. Auch der übrige Vorstand wurde aus gut bewährten Mitgliedern zu­sammengestellt. Aus Anlaß seines 50 jährigen Jubiläums wurde dem Verein vom Lahn-'Dünsberg-Turuerbund, der gegenwärtig 30 Vereine umfaßt, das 7. Bundesfest übertragen. Ein alter Gründer, Herr Heinrich Kolb I., wurde als Festprchident ernannt. Als Festtage wurden der 20., 21. und 22. Juli in Aussicht ge­nommen. Nachdem noch der Gesamt-Festausschuß ernannt und einige lokale Fragen erörtert waren, wurde die Versammlung mit einem dreifachen auf die deutsche Turnerei ge­

schlossen.

heiratete 7 'fr : ?riL?Ciitcr Adam Jos. Blam.geriet nach' reichlichem Alioholgenuß mit dem Fuhrunternehm-'r Franz "Winter in Streit, der schwere Folgen gezektigt *at. Als Blam im Verlaufe des Streites Winter mit einer Eisen­stange bedrohte, zog dieser sein Messer und brachte seinem Gegner einen gefährlichen Stich in die Lunge bei. Blam wurde in schwerverletztem Zustand ins städtische Kranken­haus gebracht. Winter wurde heute in seiner Wohnung verhaftet, aber später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Kreis Wetzlar.

# Krofdorf, 3. Dez. Durch ein unglückliches Zusammen­treffen von Umständen wird die Inbetriebnahme der elektrischen Beleuchtung verzögert. Erst streikten die Monteure in der Elek­trizitätsbranche, bann kam dazu das Schadenfeuer in den Siemens- Schuckertwcrken Nürnberg, das die für uns ^bestimmten Trans- formatoren vernichtete, und jetzt, nachdem alles bis aur die Schalttafeln fertig ist, kommt der große Berliner Metallarbeiter­ausstand hindernd in den Weg. Trotz aller dieser Zufälligkeiten hofft man bestimmt, daß es noch vor Weihnachten in unserem Orte Lickt werden wird. Von unseren 313 Wohnhäusern haben sich 213 Besitzer zu der Abnahme von Elektrizität berett finden lassen. In der Installation für diese Gebäude haben »ich die Firmen Brinkmann in Gießen, die SiemenS-Schuckert- werke und das Elektrizitätswerk Gießen geteilt, so daß etwa 7$ der Gebäude eingerichtet ist. Sobald unsere Gemeinde mit Strom versehen werden kann, sollen die Arbeiten für Gleiberg beginnen, wo man mit 30 bis 35 Anschlüssen rechnet, unter denen sich auch die Burg befindet.

Hessen-Nassau.

sl Marburg, 2. Dez. In einer heute nachmittag im Pfeifferschen Saale abgehaltenen zahlreich besuchten Versamm­lung des landwirtschastlichen Kreisvereins Marburg gab Herr Bauverwalter Siek aus Kassel beherzigenswerte Ratschlage betreffs Förderung der heimatlichen Bauweise auf dem Lande. Bei Neu- und Umbauten von Wirtschaftsgebäuden empfahl er, auf feuersichere Decken, guten Untergrund, sowie gute Isolierung und Lüftung Bedacht nehmen zu wollen. In vorkommenden Fällen möchten sich die Landwirte an die Bau­stelle der Landwirtschaftstämmer in Kassel wenden.

W. F r a n t f u r t a. Pt., 3. Dez. Heute früh gegen 6 Uhr stürzte der etwa 48jährige Schuhmacher Konrad H al­ter in den Main und ertrank. Trotzdem er sofort aus dem Wasser gezogen wurde, blieben Wiederbelebungsver­suche erfolglos. Die Leiche wurde nach dem Friedhof ge­bracht. Wahrscheinlich liegt Selbstmord vor. Um y88 Uyr morgens schoß sich der 27jährige, aus Würzburg gebür­tige Kaufmann Wilhelm Karnvach in selbstmörderischer Absicht eine Kugel in die rechte Stirnseite. Ins Kran­kenhaus gebracht, erlag er nach wenigen Stunden der schweren Verletzung.

Arbeiterbewegung.

Tie Aussperrung der Metallarbeiter.

Berlin, 4. Dez. Die Zahl der ausgesperrten Metall­arbeiter wird von der Arbeitgeber- und Arbeitncbmer- Organisution verschieden groß angegeben. Während die Industriellen mit 60 000 Ausgesperrten rechnen, hat der Deutsche Metallarbeiter-Verband nur 32000 festgestellt. Irgendwelche Schritte, die dazu beitragen könnten, dre Aus­sperrung schneller zu beseitigen, sind bisher von keiner Seite unternommen worden. Im Norden und Nordwesten Berlins und besonders in «Ober- und Nieder-Schöneweide macht sich der Erfolg der Aussperrung bei den Geschäfts­leuten bereits stark bemerkbar. Die Pastoren der Re- formationskirchein Moabit erließen eine Bekannt­machung zur Unterstützung der durch die Aussperrung in Not geratenen Gemeindemitglieder helfend tzinzugreifen. Diese 'Bitte wurde an der Kirche angeschlagen.

Königsberg, 2. Dez. Infolge des Form er aus- stand es, der letzten Dienstag in der hiesigen Uniongießerei, Fabrik für Lokomotivbau, wegen Differenzen im Arbeitsverhältnis ausbrach, versüßte heute dre Direk­tion die Aussperrung der Arbeiter für alle Be­triebsabteilungen. Es kommen etwa 900.Arbei­ter in Frage.

--»Hausen, 3. Dez. Unsere Gemeinde-Heb­amme Frau Jobs. Lang feierte am Sonntag ihr vierzig­jähriges Deinstiuoiläum. Sie versieht seit dem Jahre 1871 den Hebammendienst in der Gemeinde Hausen und hat jetzt das 63. Lebensjahr überschritten. Sie hat sich während dieser Zeit in der Gemeinde sehr beliebt gemacht, uni) es wurden ihr an ihrem Jubeltage viele Glückwünsche bar»

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Aus Stadt und Lund.

Giegen, 4. Dezember 1911.

* Tageskalender für Montag, 4. Dez.: Oeffentl. Ver­sammlung deS Alldeutschen Verbandes: Vortrag von Prosessor Dr. Rich. Gras du MouliN'Tckart-Müuchen: SDtarottopolttit. Abends 8X Uhr in Steins Garten.

*

** Vorn Bau der Gießener Kinderklinik. Die von der Avoßh. Zentrale für Mutter- und Säuglings­fürsorge aus Mttteln der Ernst-Ludwig- und Eleonoren- Stiftung zu errichtende Kinderklinik auf dem vom Staat zur Verfügung gestellten Bauplatz an der Friedrichstraße ist jetzt im Rohbau fertig gestellt. Der innere Aus­bau des Gebäudes wird während des Winters so gefördert werden, daß die .Einrichtung bis atm September k. I, be­endet sein kann, so daß im Oktober der Betrieb der An­stalt: mit 30 Betten eröffnet werden wird. In der An­stalt soll die .Ausbildung von Schwestern für Dritter- und Säuglingsfürsorge (Eleonorenschwestern) erfolgen und es ist geplant, später ein Unterkunftshaus für diese Schwestern im Anschluß daran zu errichten. Uebrigens ist die ganze Anlage so gestaltet, daß ihre spätere Vergrößerung mög­lich ist.

"Für die Ueberlaubtentrale Gießen haben von den vorgesehenen 43 Gemeinden im Kreise Gießen sich nun folgende 39 Orte mit 32 500 Einwohnern zum An­schluß gemeldet: Albach, Mendorf an der Lahn, Mendorf ci. d. Lumda, Merlshausen, Mten-Äüseck, Annerod, Bel­tershain, Beuern, Burckhardsfelden, Climbach, Daubringen, Garbenteich, Geilshausen, Großen-ÄUseck, Harbach, Hausen, Heuchelheim, Kesselbach, Klein-Linden, Lindenstruth, Lon­dorf, Lumda, Mainzlar, Odenhausen, Oppenrod, Reinhards- hain, Reiskirchen, Mdgen, Rüddingshausen, Ruttershausen, Saasen, Stangenrod, Staufenberg, Steinbach, Treis a. d. Lumda, Trohe, Watzenborn-Steinberg, Weitershain und Wieseck. Nachdem die Lieferung des für die Zentrale nötigen Lettungsdrahtes vergeben worden ist, werden in der aller­nächster Zeit die Maschinenlieferunaen für die Zentrale ausgeschrieben. Die Arbeiten zum Anschluß der Orte im Kreise an das Gießener Werk, für die die Pläne bereits borlregen, werden so gefördert werden, daß ein Teil der Gemeinden bereits am 1. Oktober k. I. Strom erhalten, der übrige Teil kann mit dem 1. Oktober 1913 aus Strom für Ficht- und Krastzwecke rechnen.

** Nationa lliberaler Verein. Der Vorstand zählte in seiner Sitzung am Samstag zum 1. Vorsitzenden des Vereins Herrn Prof. Dr. Körte, zum 2. Vorsitzenden Herrn Kommerzienrat Klingspor. Die übrigen Aemter Sieben in den Händen der seitherigen Inhaber. Zum engeren Vorstand wurden neu zugewählt die Herren Geh. Juslizrat Prof. Dr. Bier mann und Landgerichtsrat Neuenhagen. Die Aussprache über die kommenden ReuchStagSwahlen zeigte volle Einmütigkeit bezüglich der Haltung der Partei im hiesigen Wahlkreis.

Alldeutscher Verban d. In der Bemerkung des Alldeutschen Verbandes in der SonntagSnummer über die heute stattsindende.Marokkoversammlung muß es statt: dieses letaleklimatische^ Land heißen: dieses letzteklimatische 2anb*. Ta Graf du Wtoultn-Eckart noch am selben Llbend nach München zurück reisen muß, wird die Marokko- Versammlung heute abend pünktlich um 8'/^ Uhr eröffnet werden.

" Stadttheater. Es sei nochmals auf das einmalige Gastspiel von Frau Charlotte BastS am morgigen Dienstag in dem LustspielMrs. Dof von S. M. Ntangham hin- gewiesen. Hoffentlich veranlaßt die Preisermäßigung für Abonnenten noch recht zahlreiche Abonnenten, diese Vorstellung

Für 1 Kr. Schwarzbrot» . . 18

, 1 Weck..... 6

1 Teigscher.... 10

Bierpreise:

Gießen, den 29. Februar 1828.

Bürgermeisterei daselbst."

Ein Stück aus der alten, guten Zett läßt uns die folgende Bekanntmachung schauen:

'Dtorgen, den 2. März, haben das Frischbacken die Bäcker« meister: Lcunpus am Kreuz und Kaspar Köber in der Neustadt."

Ein Bild allen, schönen Gießener Kulturlebens enthält die nach­folgende Anzeige des Stadtmusikus I. Bauer:

Äitt guter Harmoiiiemusik werde ich nach Endigung dek Goltesdieniles morgen int Bufchischen Garten die Ehre Haden auszuivarlen. StadtmusttuS I. Bauer."

Tempora matantur!

Lin neues (Erdbeben in Züd'Dentschland.

Ueber ein neues Erdbeben in Süddeutschland, das jedoch keinen Schaden anrichtete, wird uns gemeldet:

Ebingen (O.-A. Balingen), 2. Dez. Heute früh um 8/<7 Uhr fing die Erde wieder kräftia zu beben an. Ter Erdstoß war von einem starken unterirdischen Rollen begleitet und erreichte fast die Stärke des Stoßes vom 16. November. Ter Bevölkerung bemächtigte sich, obgleich sie durch die Erfahrungen der letzten Wochen schon einigermaßen abgehärtft war, wieder eine starke Beunruhigung. Schaden scheint das Beben aber nicht angerichtet zu haben.