Ausgabe 
4.12.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Erstes Blatt

161. Jahrgang

K MttAimi-er

viertel'

Nr. 285 Erstes Blatt 161. Jahrgang Montag, 4. Dezember 1911

Der «letzeuer Lnzet-tt O /S Z*X. XfT O rllt

trfdxtnt töfllid), außer jpÄMö Af M V monntltd)75-B1.,uicrteI-

M miofcoitof II

T^vfiLiltlLvL <£1IliIClllr I

tond» Ty jr Mr I - i*< I I <y W< Iv

östlicherelttraae« M M w MO

fimüpred) -Vliildiliilie: N jy MU tUfmuiroorthd) tiir ben

für bie Stedakiiou 112, * A po!Ut|d)en led: Sluauft

»S General-Anzeiger für Cberhefjen g® fül^r^ofleinümm Rofafionsörutf unb Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch. und Zleindruckerei n. Lange. Nedaltion, Lrpedition und vruckerei: Zchulstrahe 7. ^°nd-'^.veü''ür den bl» vornüllaqs 9 Uhr. vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umsafzt 12 Seiten.

Der Pyrrhussieg Aehrenthals.

AlS im September dieses Jahres der österreichischrnn- garische Kriegsminister Frhr. d. Schönaich gehen mußte und iym Ritter von Auffenberg folgte, war es kein Geheim- niS, das; hinter diesem Wechsel der Thronfolger Franz Ferdinand und die ihm ergebene österreichisch-ungarische Militärpartei steckte. Denn unverhohlen hatte man es Schönaich zum Borwurf gemacht, daß er sick nicht in einer den Ansichten des Erzherzogs entlprechenden Weise für die Schlagfertigkeit und die Ausreck)terHaltung der Ein­heit der Armee vor den Delegationen eingesetzt hätte. Auf Seiten Schönaichs standen ohne Zweifel neben dem Kaiser auch die Ministerpräsidenten Gautfch und Khuen Hedervary und der Minister des Auswärtigen Graf Aehrenthal. Denn, wie die Verhältnisse in Oesterreich-Ungarn einmal liegen, konnten die Vehrreformgesetze, die von den beiden Parlamenten auch heute noch nicht erledigt sind, nur bann unter Dach und Fach gebracht werden, lueim man sie den allerdings zu verves.ernoen Finanzen der Tvppeunonarchie anpaßte und überdies auf die nationalen Forderungen der Ungarn in gewisser Beziehung Rücksicht nahm. Und wenn Freiherr v. Schönaich dennoch stürzte, so lag das eben daran, daß der Erzherzog-Thronfolger den greifen und dazu noch kränkelnden Maijer Franz Joseph für feine wei­ter reichenden tzeerespläne umjo leichter gewinnen konnte, als die Marokkoangelegenheit und namentlich die Tripolis- affäre Europa in Braiid zu stecken drohten.

Graf Aehrenthal, der da erklärt hacke, daß bie Ma- rokkoangelegenheit Oesterreich-Ungarn (solange nicht Ruß­land Temschlaud angreise) nichts angehe, und der über­dies hinsichtlich des italienisch-türlischen smeged der An­sicht war, die Machte würden auf jeden Falt eine Aus­dehnung des Kriegsschauplatzes auf den Balian zu ver­hindern wissen, hcu nun an dem Erzherzog-Thronfolger, der einst, zur Zeit der Besitzergreifung Bosniens und oer Herzegowina [ein Gönner war, Revanche für die Ab.ägung Schönaichs genommen, indem er den Ehef des General- stavs, Feldmarschackeuinaut Frhm. Eonrad v. Hötzen- dorf, zur Strecke brachte, um an seine Stelle den Feld- marschalleutnant Ritter v. Schemua zu setzen. Denn er mußte in Hötzrudorf das zu einer inneren strifc und zum Kriege nut Italien treibende Element sehen, weit dieser Bertrauensinann des Erzherzog-Thronfolgers keine Rücksicht auf die österreichisch-ungarischen Finanzen, die parlamentarischen Zustände und das Dreibuiiosverhaltnis nehmen wollte, sondern jegr energisch und unentwegt dafür eintrat, die Truppen nicht nur in Bosnien, sonoern auch in Südtirol andauernd zu verstärken und überdies dort gegen das politisch nnstchere Italien weitere Grenzbefesti­gungen anzulegen, die etwa 200 Millionen ilronen erfordert hätten. Dec jetzige Reichskriegsminister v. Auffenderg hat kürzlich eine Jnspettionsrei.e nach der icatienischen Grenze unternommen und bie dortige Grenzbesetzung und Grenzbesestigung .für völlig ausreichend eriiürt, so daß, da Aufsenberg ja zweifellos im Einvernehmen mit dem

Eichener Lonzertverein.

4. Konzert: Zweiter Lotistenabend.

Gieuen, 3. Dez.

Ihne weit reichere Auswahl dju Mu,iun,.rumen^n zum uiajcl* dortrag diente einstens den vielfältigeren Jntercisen bei £urcr und der Virtuosen. £>eute hat üch tules im rocfer.tlidKX konzentriert auf die zwei Haupl-e-oloiustrumente Klavier und Violine. Das erstere, obwohl jüngere, Muntwertzcug hat das ältere Strcick)- inftrument an ridieitiger Ausdruck^mt.glick)keil, technischen Ver- Iciferungcn und allgemeiner Velicbtheu xucryolt, wenn auch die Violine in der Land bedeutender Virtuosen sich als ebemumig behauptet abgesehen von ihrer dominierenden Stellung als Kern und unentbehrlicye Führerin unserer Kammer- und Orchestermusck.

Zwei nach Eharakter und Deutung grundoenchiedene Munt- Werkzeuge und zwei nidü minder üericmebeiic Kunstier-Jnbivi- duaiitäten, bie den zweiten Soloabend des Kvnzerwereins zierten, Lamond, der gereifte, wohlbekannte und erfo.gsichere rci acker- beberndjer, der uns in feinem Streben nach scy.ia-ter Große und Vermeidung weichlicher Gefühlsschwelgerei so winvatiich ist auf der anderen -seitc ein ncuaufgeyender Stern am Gciger- Öimind: I. Szigeti-Budapest, der naturgemäß vorerst beion- teren Wert auf den Glanz feiner Birtuosemeiftungen legen muß, indes trotz seiner Jugend nicht nur über eine fabelhafte Technik, fvndern aua> über eine sehr respektable Höhe kunsuecischer Auf- faifung verfügt. Bon den v>aoen Lamonds muüjicn wir bc- wnberS hervorheben: Tie mächtige Walbft.in-Sonate von Veetyo- ven und des gleichen Meisters Scherzo aus der Sonate co. 31 Ar. 3. Nicht in gleichem Maf-e vermochten wir uns zu erroamien lei der Interpretation Chopinicher Werke, besonders der düster großartigen B-moll»Sonate, io doch auw die fccUung im übrigen SU bewerten fein mag: die wohweremiigte Scheu vor jeder ^nui- Mentalität führt bat Künstler doch hier und da an bie Grenze, Wo sagen wir einmal eine etwas zu avEetüdK Strenge uns HarteGeradlinigleck" beginnt; Beethoven liegt feiner Eigenart zweifellos besser als der mitunter so weich und taimnifo) schck.crnde Ehopm. Szigeti errang feine Lorbeeren vorwiegend i.i cki kalt des Stückes von Corelli eingefchobenen) Chaconne von Bach und tu den 3 Sätzen der Symfome espagnole von X'alo; hier w.e in feinen weiteren Tarbicmngen verbiU'ste er durch eine gidnjenoe Beherrschung feines Instrumentes, bie ihm die AnwarOcha't au' einen Platz in der erften Reihe der Geigenvirmosen eröffnet; be­merkenswert ist seine Sicherheit in den höchsten Regionen der Violine und in den Flageolettonen. Obwohl im Aeußeren keines- ivegS anZigeuncrb.ut" erinnernd, zeigt doch der junge Ungar ein national angehauchtes Temperament, Feuer und Ausdauer. <n dem dankbaren Ave Maria von Schubert-Wilhelmy konnte er auo? taä geiangvollc Element seiner Kunst zur Geltung bringen.

Veide Solisten ließen jich dura) den üürmini) geitendeten Beifall zu liebenswürdigen Zugaben bewegen. Sie Kiari^roe- lleining der Violinsrücke wurde in dankenswerter Wri,e von ttzerrn ö. Fifcher-Wiesbaden übernommen. P

Erzherzog-Tbronsolger zum Kriegsminister an Stelle Schön- aicyS ernannt wurde, Kaiser Franr Joseph durchaus die Berechtigung hatte, den Wünschen des Grafen Aehrenthal AU folgen und den überaus tüchtigen Generalstabschef Frei- Herrn Eonrad v. Hötzendvrff zwar von feinem Posten zu entfernen, ihm aber diese Entfernung durch die Ernennung zum Armeetnspekteur, durch ein huldvolles Handschreiben und die Ueberreichung eines hohen Erbend zu versüßen.

Frhr. Eonrad v. yötzendorf ist in letzter Linie als ein EpferderAufrcchterhaltungderDreibunds- Politik, und speziell der Aufrechterhaltung eines guten Berl-ältnisses zwischen Eesterreick)-Ungarn und Italien, wie eS Aehrenthal will, gefallen. Tenn wären seine Pläne an eine Aufstachelung der öffentlichen Meinung Ecsterreich- UngarnS gegen Italien vermögen wir nicht zu glauben in Südtirol zur Durchführung gelangt, so hät.e man in Jtalieii zweifellos darin eine Bedrohung erblickt, die int Gegensatz au der wiederholt von Aehrenthal im Einver­nehmen mit dem deutschen Reia^ bcicafugtcii Neutral.tät gegenüber Italien und uer Türket gestanden hüt.e. Italien wfirde sich dann ohne Zweifel fajon jetzt den Entente­mächten besinitiv augefchlo.sen haben, der Dreibund wäre also schon jetzt in die Brüche gegangen, tvähreno es nun, wo man i.i Eesierreich-Ungarn orhrn. v. Hötzendorf der Dreibundsidee geovsert 1)0;, imuur ,i:t.iiiuj erfa/eint, den Dreibund noch über das Jahr 1912 hinaus zu er­halten.

Unter diesem Gesichtspunkte betrachtet, ist mag man auch von Italien als Dreibundsgenofße hatten, was man will der Steg AehrenlhalS über die unter Führung rs sie. ende Militärpartei nur zu begrüßin, ganz abgesehen natürlich davon, daß es durch­aus tadelnswert i.c, wenn ein General, mag auch hinter ihm der Erbe der Havsburger Krone stehen, bie Politik des für das Auswärtige verantwortlichen Ministers zu durchircuzen sucht, ohne Dafür irgendwelche Deckung durch bie Parlamente zu haben. Bezwcate bie ö,ierreichi,che Mili» tärpartei bucch u)re Haltung gegenüber J.aiien nur, auf bie italienische Regierung einen Druck bahin auszuüben, baß sie von einer Scwei.eeung bes Kriegs>chauplatzes, durch bie ber etiropaifche i&ikerfrieben in Gefahr geriete, eno- gültig absieht unb womöglich mit ber Türkei einen für beide Teile ehrenvollen Frieden fchließt, jo wurde es sehr zu bedauern fein, wenn ihr durch den Sieg Aehrenthais ein Strich durch die Sied)iiung gemacht würde.

Wer in Zukunft Recht behack, ob der Erzherzog-Thron­folger Franz Ferdinand mit seiner italieufvindckchen ober ber Minister bes Auswärtigen Graf Aehrenthal mit (e.iicr ltaliensreunblichen Pocktit, wird sich erst nach ber kunfckgen Haltung Italiens im Kriege gegen bie Türkei en.fcheiDen lassen. Unternimmt J.ack;N trop seines wieberhocken Ber- fprechenö, es nicht zu tun, dennoa) Streiszuge an der Adria, und wir,t es bie Kriegs.ackel auf ben Batmn, weil es b.e Tripo.isfrage weder in Tripolis selbst, noch im Aegäijchen Meere und den kleinasiatifchen Gewa,sern zu einem iym günstigen Aus trag bringen tann, wie es heute eigentl.ch lvahr,cheinlich ist, so durfte ber jetzige Sieg bes Gra,en Aeyrenthal nur einen Pyrrhussieg bcoiutcn und Oesterreich- Ungarn mit J.acken nur zu bald bie K.ingen kreuzen. Was

Var Spiel vom Sterben der reichen Manner.

(Berliner Theaterbrief.)

Berlin hat wieder ein großes Theaterereignis gehabt, das Max R c r n 1) a r d 1 und X)ugo v. Hofmannsthal g m iniam oeraiii.altct hab.n. lieber o.e Äuf.uycung, die auß^rorden.iiu- ,.ari besucht war, wird uns geschrieben:

In der weiten Halte des Zirkus Schumann hat nun Hugo von Hofmannsihal^E-n^u.rung ' der a.te.r M.ra- liiät .^Jedermann" unter der Regie Atax Reinhardts ihre Uraufführung erlebt. Tie weite Rotunde oes Zirkusraumes ift bis zu den höchsten Sitzr.chen von erwar.ungsvoite.i Meirichen gefüllt. Tas nüajtcrne Stoh.gerüit der TeueiUDvlbung verhüllen mäcytige bunlle Lleinwandflaa-en, nur wenige Kichrer leuchten, auch sie sind von dümpicnden Stoffen oerhälck. Dann cc.Lf ..en die lept.n Ti -üquellen, ti.t mihnenoeS te.i k r^ iljer Glocken,

wogt aus unbeianmer F rne dura» d.e St.Ue, e.n Heller S--ein

fällt auf das flaaw Podium, auf dem nun der Svielanfagcr

erscheint. Tas ist der Auftakt, mit dem das Spiel vom Skcroen

des reichen ManneS beginnt.

Schlicht und roh ist das Schaugerüst gezimmert, ein steiler, kerrafsenartiger Aufbau, dec Eingang zu den Stufen von Gottes Thron. Im Halbdunkel steht die finstere Gestalt des Todes und emp ängt von der Stimme des unsichtbaren Herrn den Auftrag zu seinem Botgang: Jvdermann soll vor Gottes Rick-trrstuhl er- scheinen und Rechenschaft ablegen, wie er die Tage s.ineS Erden- dascins angcw.ndet. Tann beginnt für den unbefangenen Zu­schauer die Ueberraschung, die nach und nach in eine S.immung sinnender Ergriffenheit hinüberführt. Unten,auf Erden", er­scheint in prächtigem G wand der reiche Jedermann, c.n btitrcr, sorgloser, den Freuden dieser Welt zugewanoker junger 9)1 nsch. Eine Reih.' von bunien Episoden veranschaulicht die kindl.che Kurzsichtigkeit dieses leichtfertigen Erdensohnes. Mit dem Er­scheinen d.r jungen lebensfrohen Buhlschaft und der ausge.assentn Kumpanei der wein- und weiberfrohen Freunde kommt Leben, Farbe und Bew.gung in das Ganze. Tann beginnt ein lustiges Gelage. Rur Jedermann sitzt freudlos inmitten der fröhlichen Gesellschaft. Und während die Genossen ihn vergeblich aukzu- beitern suchen, tönen dröhnende Glockenschläge, hingen drohende und mahnende Stimm.n, die nur er allein hört. Bis dann plötzlich still und unerbittlich die grauenvolle hohe Gestalt des Todes hinter s.inem Stuhle aurta_ua,t, Lachen unb Scr^rzen auf ben Lippen er'-arren laß: und mit strengem Wort den Richtoere ten vor den Richterstubl des Herrn fordert. Eine Stunde Frist läßt er dem Toren, um seine irdische Rechnung abzuschließen.

Bon Granen geschüttelt, sind die Genossen von Jedermanns Glück en.'lohen, zuerst d.e Buh.svan, dann die Kumpanen. Unb nun beginnt das erschütternde Spiel, wie der lebende Jeder­mann vergebens Ausscyau hält nach einem einzigen Geführten, der ihm treu bleibt unb ihn auf der Reise zum Gericht begleiten möge. Erst in dem Augenblick der höchsten Not erscheinen in

das für Deutschland unb für das ganze übrige Europa im Gefolge hakle, ist klar. Und bie Gefahr eines ganz Europa burchlohenden Bölkerkrieges ift nm so näher gerückt, als ber Ernst ber Lage zwischen Tentschlanb und ben Entente- Mächten auch heute noch nicht nur fort besteht, joubern jidi vielleicht durch die Gerüchte von deutschen und englischen Flottenrüstungen sogar noch verschärft hat.

Wien, 4. Tcz. In dem auswärtigen Amt nahestehend, n Kreisen ist das Gerücht verbreitet, daß Graf Aehrenthal dein Kaiser neuerdings feine Entlassung angc boten habe. Tie Veranlassung soll das offiziöse iS ommun.au? d» > Kriegsministers bilden Von eingeweihter Seite wird ferner ver sichert, daß ber eigentliche Grund zu dem encrgiidieu Auftreten des Grafen -Ehren.pal gegen jeo - Provozierung Italiens baram »urückzuführen sei, daß tnc bisherige Fühlungvtiahme mit ben Drei Jtabinclkn Wien, Berlin und Rom die Er Neuerung des Treibundes als bereits gesickert ergeben habe

Die Volksbewegung in Persien gegen Nuhlanö.

Teheran, 2. Tez. Persien hat in seiner Ant­wort auf das russische Ultimatum in ruhiyer Sprache bie Erünbe bargclcgt, die es bewogen haben, bie russischen Forderungen zurückzuwcisen In ber Antwort wirb die russische Regierung aufgeiorbcrt, die Tatsachen eingehender zu prüfen unb alvbanu ihre Forbernngen neu zu sormu lieren.

In der Stabt herrscht große Erregung Tic Bazare unb Läden sind geschlossen. Tausende junger Lent oeranflaltcn Umzüge und Kundgebungen unb hab. n Plalake angeschlagen und brachten Rufe aus: Tod ober Freiheit! In Mauroin soll Pt 1 nz Firmann Firma ermorbet worden sein. Heute morgen wurde der Recu tionär Had)i Moyamed das Cpfer eines Attentates

Russischer Tee unb Zucker werden dopkot tiert. In ben Straßen fanoen russenieindtiche Kund­gebungen statt. Ter S t r a ß e n b a h n v e r k e h r, der von einer velgtichen Gesellschack unterhalten wirb, nmrbc von der Menge unterbrochen, bie die Scraßenbm,n für ein russi­sches Unternehmen hält. Auf zwei politisch unbedeutende Personen wurden Mordanschläge verübt

In den Moscheen rufen die Geistlichen alle Perser zur Uinigung und zum Kampfe gegen bie Auslcin der au|. Biele Gewehre sind verteilt worden. Russischen Patrouillen ist es zu verdanken, daß heute die Ruhe nicht gestört worden ist.

®eiitrreid)if.i;e l?.ljstruppen für Llfina.

Wien, 2. Tcj. Bo.i oern gegenlUurdg uc Schang­hai liegenden KreuzerKaiser Franz I 01 e f I." |üib ein Schiffsleulnant mit 38 Mann zum Schutze der 0 st erreicht scheu Niederlassung in Tientsin ein grcgaiiciiuunianl, ein Lcyifisarzt unb 42 Mann zu* Berstariung des W a ch t b e t a a; e m e n i S der öfter r e i d) 11 U) c n Gefanb 1 schaft 1 it Peking mit Tampiei nach Tientsin abgegangen.

SraatreiJ) und öas Marotioaviommen.

Ter Bericht des Tepuri^r.en L 0 n g über bin französisch beutjchen Lertrag ift am Samstag d.r Kammer vorgelegk

der Gestalt einer kraftlosen kranken und verhärmten Frau die bis­lang vergessenen kümmerlichenGute-Wcrte'" JeOennanns: cue einzigen. Die ihm jetzt zur Seit,- stehen. In stiltcc »erhärte; Honnung auf Gotte-, warmherzigkrit tritt er Die große Re.se an.

Tiefe schlichten Borgänge steigern sich zu einem wachsendcu Eindruck, deifen Lchrhastig.e.t wahrend des Spiels kaum zum BewUtz.fein bringt, unb üj r bc:a Ganzen liegt eine religiöse W.ih:, bie sich fait geg.n den stürmifck-en Beifall auslehnk, in bem ber Abend ausklang. H 0 f m a n n s t h a l s Verse bemühen sich, b fajliqic naive R.imtunn ber altenJJtoraiilät briznbepa.ten, wenn euch bie draiuiche Derbheit uns Schlagkraft baoei den zarteren fänden des Wi.ncr Poeten entgleitet. Mittelpunkt d r Dar stellung ftanb M 0 ifsis lebensvolle Verkörperung bes Jco.r manu uno bewältigte rnüh.los den Auftrag von irotiaict Lustig feit unb trostloser Bcrzweislung zu der stillen übersinnlichen Verklär.heit des Enbalkorbs. Von larbenfaiter, prächuger Leben bigkeit waren die GelagKzenen, bei denen and) die für ö1*, Spiel gcsckafiene naive volts^mlia-e Musil von Nilson glüahd) zur Wirkung kam und den S.immungsreiz dieser schönen Wieder­erweckung vergangener Zeiten verstärkte. Wd.

Friedrich Ternburg f.

Berlin, 3. Tez. Ter Schri.titeller Friedrich Tern­burg, der Baler des ehemaligen Staatssekretärs Terr bürg, ift im 78. Lebensjahre gestorben.

Friedrich Ternburg wurde am 3. Oktober 1833 in Mainz geboren. Er hat seine Jugend in Gießen verlebt, studier! Die Reckte und wurde HoigeriustSadvokat in Darin,ladt. Inden er sich ber politischen Pubnzi ük widmete, wurde er auch in b:c hessisa-e 2. Kamm.r gewählt. Dem Reickstag gehurte Ternbiug von 18711881 an als Abgeordneter für ben Bezirk Ticöurg Offenbach. 1875 würbe er Ehefredak.eur derNativnalz ilung". Zuletzt war Ternburg FeuUlewnredackeur desBerl. Tageol/'

Friedrich Ten.uurgs *00 wuroe uucai ein schmerz astes Blasenleiden beschleunigt. Ternburg feiert noch am 3. Cf tober klaren Geistes und in voller Lebensfreude in seine Grunewaldvilla seinen 78. Geburtstag.

ZumJubiläumderdeuichenBurschenschafi Tie ftonimbüon der deutschen Burschenschaft bereiiet zum Jul läumsjahr 1315 euteGeichickste der Burschenschaft bis zu b. 1 Karlsbader Befchälisen" vur. zie 'ocarbeirang Hai P. Dentzck' übernommen Ferner soll eine Sammlung ten Lebens.:.or'T oedeutcnc-er Burschenschafter von H. Haupt und P Wenyl.. Ijcreu - gcgebeit werden. Mia) tuif c. . ngt. Ge auildarstellung bet Bur- Ichenicyafi-geichichtc wird zu Yenern Zeüpuntt erscheinen.