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Parteimache, auf Parteivorteile berechnet. Der Zentrumsredner verteidigte seinen Entwurf mit dem Grundsatz, daß die vorhandene Kreiseinteilung die Grundlage der Wahlkreise sein müsse. Der Wortführer der Nationalliberalen steht auf dem Boden des Regierungsentwurfs. Er empfiehlt für die größeren Städte das Pro- vortionalwahlverfahren und lehnt den Zentrumsantrag ab, da dieser den Anschein erwecke, daß er aus Parteigesichtspunkten hergestellt sei.
Staatssekretär Delbrück lehnt es ab, im Ausschuß die Wahlkreise festzusetzen. Die Verwaltungsbezirke schützen nicht vor Willkürlichkeiten, die bei jeder Art von Einteilung Vorkommen können. Die Proportionalwahl ist von der Mehrheit des Landesausschusses abgelehnt worden. Wir haben nicht die Absicht gehabt, eine Partei zu bevorzugen, aber wir wünschten, daß die Minderheiten zum Wort kommen. Wahlkreisgeometrie ist nicht betrieben worden. Die Volkszählung von 1910 ist nvch nicht soweit bearbeitet, um sie zu Grunde zu legen. Große Verschiebungen zwischen 1905 und 1910 liegen nicht vor. Der fortschrittliche Antrag würde nur ein Wunsch bleiben, da int Fall der Neueinteilung doch ein neues Gesetz gemacht werden müßte. Deshalb ist es besser, diesen Antrag nicht in das Gesetz aufzunehmen.
Der Redner der Reichspartei will die Wahlkreiseinteilung nicht in das Gesetz aufnehmen, so gern er sonst den Grundsatz der vorhandenen Bezirke annehmen würde. Er ist gegen den Proporz und wird für die Regierungsvorlage stimmen.
Ern Zentrums ab geordneter erklärt, es sei zuviel zugemutet, eine Vorlage anzunehmen, in der nach Zugeständnis des Staatssekretärs Parteien offen begünstigt würden, die er als Minderheiten bezeichnet. Die Frage sei, ob eine willkürliche oder eine natürliche Abgrenzung stattfinden solle. Es würde möglich sein, die natürliche (Verwaltung^-) Abgrenzung durch Kaiserliche Verordnung zu übernehmen.
Staatssekretär Delbrück versteht die Heftigkeit nicht, mit der das Zentrum ihn wegen Schädigung ihrer Besitzstände angreift. Bei anderen Gelegenheiten ist das Zentrum für Proporz und Minderheiten eingetreten.
Der Zentrumsantrag wird mit dreizehn gegen 9 Stimmen abgelehnt. Die fortschrittlichen Anträge werden gegen acht (Stimmen abgelehnt, ebenso der sozialdemokratische Antrag. Der § 1 in Fassung der Regierungsvorlage wird mit 14 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Es stimmen dagegen Zentrum, Konservative, Antisemiten, Polen.
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Samoa im Budgetausschuß.
Ter Budgetausschuß setzte die Aussprache über die Verwaltung vonSamoa fort. Es liegt die Entschließung der Zentrums vor, auf Herbeiführung eines den Verhälttrissen entsprechenden Ausbaues der Selbstverivattung in Samoa, wobei eine Zusatzentschließung der Sozialdemokraten die Beteiligung der .Eingeborenen und Ansiedler verlangt, ferner auf regelmäßige Vorlegung des. samoanischen Voranschlags an den Gouverne- Mentsrat.
Die Entschließung des Zentrums toirb nach einer Aussprache schließlich zurückgezogen. Ein Mitglied der Reichspartei wünM .Einrichtung von Funkenstationen im Interesse der Kolonien. Der Staatssekretär teilt mist daß Vorbesprechungen und Zeichnungen von Kapital bereits erfolgt stnd. Die Angelegenheit werde von zwei Gefellschaften studiert. Ein ZentrumsaMrag will die Summe bewilligen unter der Voraussetzung, daß angemessene Tarife für alle Verfrachter festgesetzt würden. Da der Budgetausschuß hierüber Beschlüsse nicht zu fassen hat, weil die Position bereits in zweiter Lesung in der Vollversammlung abgelehnt worden ist, wird ein entsprechender AMrag für die dritte Lesung vorbereitet. Weiterberatung Sonnabend.
Aus Heften.
L and t a gs ab g eord n e t er Adam Seelinger in Lampertheim, der seit November 1899 den Wahlbezirk IX Starkenburg (Lorsch-Gernsheim-Zwingenberg) in der Zweiten Kammer der Stände vertrat, hat sein Mandat niedergelegt. Seelinger war bekanntlich wegen Gebührenüberhebung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden; der Großherzog hatte diese Strafe in eine Geldstrafe um- gewandelt.
Deutsches Reich.
Im Ausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses für die Beratung des Gesetzes über die Feuerbestattung wurde der grundlegende § 1 mit Stimmengleichheit ab- gelehnt, wodurch das ganze Gesetz in der ersten . Lesung gefallen ist. Die zweite Beratung findet am Freitag statt.
Für den Zusammentritt des Ausschusses für die Ausarbeitung eines Entwurfs für das neue Strafgesetz- buch im Reichsjustizarnl ist der 4. April endgültig festgesetzt worden. Den Vorsitz wird der frühere Ministerial- oirektor im Justizministerium, Lucas, führen.
Im Reichstag haben die Aba. Behrens und Kölle beantragt, der Reichstag wolle beschließen:
„Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, die Verwaltung der Reichseisenbahnen anzuweisen, daß 1. möglichst für alle Arbeiter in den Werkstätten, Betrieb und Bahnunterhaltung Arbeiterausschüsse errichtet werden; 2. den Arbeiterausschüssen bei Gestaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen eine geeignete Mitwirkung ermöglicht wird; 3. in dem Bericht über die Verwaltung der Reichseisenbahnen auch über die Tätigkeit der Ar- Leiterausschüsse berichtet wird; 4. alle Arbeiter und Handwerker der Reichseisenbahnen nach zehnjähriger einwandsfreier Dienstzeit aus dein Arbeitsverhältnis mit vierzehntägiger Mndigung in ein gesichertes Arbeitsverhältnis (Diplomverhälrnis) überführt werden.
Reichstagsabgeordneter Dr. Werner ist gestern in Berlin eingetroffen und hat seinen Sitz auf den Bänken der Wirtschaftlichen Vereinigung eingenommen.
Die Berliner Stadiverordnetenversamm- lu n g wählle Kirschner mit 98 von 98 gültigen Stimmen aus die Dauer von 12 Jahren zum Oberbürgermeister wieder. Acht Stimmzettel waren unbeschrieben.
Ausland.
Wie die „Agenzia Stefani" mittettt, konstituierte sich das neue italienische Kabinett nunmehr offiziell. Die Liste attspricht der schon mitgeteilten.
Aus Konstantinopel wird gemeldet: Der Sultan bestätigte das Todesurteil gegen den Mörder des Oberst- leutnants v. Schlichting. Der Mörder wird am Sonnabend erschossen.
Aus eine Anfrage nach angEchen militärischen Maßnahme: der chinesischen Regierung gegen Blagewjescht- s ch e n s k erhielt die Peterburger Telcgraphen-Agentur aus Charbin folgende Schilderung: Die fünf Millionen Pen bewilligte die chinesische Regierung nicht, die der Gouverneur von Heilung-Kiang für die Verpflegung der aus Rußland ausgewiesenen und aus den vestverseuchten Orten gezüchteten Chinesen, sowie zur Organisation öffentlicher Arbeiten verlangte. Der Gouverneur schildert die Lage der Arbeitslosen als sehr traurig und beklagt sich darüber, daß die Ausweisung zu schnell erfolgte. Die Blagewjeschtschensker Matter berichten von einem Ueberfall notleidender Chinesen auf russische Reisende auf dem Amurfluß. Viele Chinesen kehrten trotz des Zollkordons und des Seuchenkordons aus das russische Ufer zurück. Die chinesischen Behörden von Aigun und Sechelin verweigern wegen Mangels an Mitteln die Gewährung von Unterstützungen. Die Presse von Blagew- jeschtschensk eröffnete Sammlungen für die notleidenden Chinesen.
Aus Stadt und CaitO.
Gießen, 31. März 1911.
Aus der Sitzung der Stadtverordneten.
Trotz des schönen Frühjahrswetters, das draußen herrschte, hatte sich eine stattliche Anzahl Stadtverordneter zu der gestrigen «Atzung eingefunden und die Erledigung oer Tagesordnung ging rasch von statten, trotzdem einige Punkte recht, wichtig waren. So z. B. die Frage der Bebauung des Nahrungsberges. Gestern handelte es sich allerdings nur um den Beschluß, daß die Stadt sich als Grundstückseigentümerin an der von mehreren Interessenten betriebenen Zusammenlegung der Grundstücke beteiligt. Aber diese Zusammenlegung ist die Vorbedingung der späteren Schaffung eines einheitlichen Bebauungsplans, bei dem, wie gestern die Stadtv. Dr. Ebel und Dr. Sommer ausführten, dafür gesorgt werden muß, daß die Stadt in bezug auf ihre Lungen (freie nicht bebaubare Flächen) nicht zu kurz kommt und Gießens Charakter als Gartenstadt nicht verloren geht. Auch die Um g estattun g der W est- Anlage wurde noch nicht endgültig entschieden. Zunächst soll der Plan dazu aufgelegt und abgewartet werden, ob und welche Einsprüche gegen die beabsichtigte Verlegung der Fahrbahn, die unzweifelhaft zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen würde, erhoben werden. Die Schaffung eines städtischen Fuhrparks scheint in den Reihen der Stadtväter wenig Freunde zu besitzen und wird die nächste Sitzung noch einmal beschäftigen, damit Stadtbaumeister Braubach seine auf diesem Gebiet gesammelten Erfahrungen der Versammlung vortragen kann. Außerhalb der Tagesordnung wurde von Stadtv. Grünewald die Frankfurter Univerfitätsfrage angeschnitten. Es geschah dies bei der Zurückweisung unrichtiger Behauptungen des Mainzer Zentrumsblattes Über das Interesse der Stadt Gießen an der Landesuniversität, aber darüber hinaus gestaltete sich die Aussprache zu einem freudigen Bekenntnis der Stadtvertretung zur Universität, die auch unter dem zu erwartenden Wettbewerb Frankfurts wohl weiter blühen und gedeihen wird.
** Tageskalender für Freitag, 31. März. Stadttheater: „Heimat". Anfang 8 Uhr.
** In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadt- verordneten-Versammlung wurde einer vom Oberbürgermeister Mecum an den Reichskanzler gerichteten Eingabe zugestimmt, worin ersucht wird, gemäß Artikel 60, Absatz 2 des Reichswertzuwachssteuergesetzes die Ortssatzung der Stadt Gießen über die Wertzuwachs st euer zuzustimmen. Auf die Tagung der deutschen H i l f s s ch u l e n in Lübeck und den musik- pädagogischen Kongreß in Berlin soll ein Lehrer auf städtische Kosten geschickt werden.
*' Vom Just izminl peri um. Der Großherzog hat den Ministerialrat im Ministerium des Innern und vortragenden Rat im Ministerium der Justiz Daniel Lorbacher zmn Ministerialrat im Ministerium der Justiz unter Belastung in seiner Stellung im Ministerium beS Innern und den Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Justiz Regie- cungsrat Wilh. Schwarz zum vortragenden Rat in diesem Ministerium unter Verleihung des AmtstltelS .Oberjustizrat" ernannt.
** Von der Gießener Irrenanstalt. Der Groß- Herzog hat den Direktor der Landesirrenanstalt bei Alzey Medizmalrat Dr. Karl Oßwald zum Direktor der Landesirrenanstalt bei Gießen, den Oberarzt an der Landesirrenanstalt bei Heppenheim Dr. Ludw. Röm Held zum Direktor der Landesirrenanstalt bei Alzey, den Oberarzt an der Landesircenanslalt „Philippshospital" bei Goddelau Dr. Joh. Dietz zum Oberarzt an der Landesirrenanstalt bei Gießen, den Bureauvorsteher der Abteilung des Ministeriums des Innern für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, Karl Lotz, zum Hausverwalter und Rechner an der Landes- icrenanslalt bet Gießen, sämtlich mit Wirkung vom 16. April, ernannt
** Die Alpenvereinssektion Gießen beschloß in ihrer gestrigen, unter der Leituna des Vorsitzenden Prof. H e d d e - rich abgehaltenen außerordentlichen Hauptversammlung einstimmig, anläßlich ihres in diesem Jahre stattfindenden 25- jährigen Stiftungsfestes sich an der Erschließung der Alpen durch den Bau einer bewirtschafteten Gießener Hütte zu beteiligen. Das bisherige Ergebnis der für den Hüttenbau eingeleiteten Sammlung läßt das Vorhaben, das gewiß auch zur Mehrung des Ansehens unserer Vaterstadt beitragen wird, gesichert erscheinen. Auch die Platzftage wurde eifrig besprochen, doch soll die Entscheidung über den Hüttenbauplatz erst nach der Befichtigung der in Frage kommenden Plätze und nach den Verhandlungen mit dem Zentralausschuß des deutschen und österreichischen Alpenvereins getroffen werden. Das 2 5. Stiftungsfest soll im Herbst d. I. in größerem Umfang gefeiert werden. Zur Vorbereitung des Festes sott der Vorstand durch Zuwahl geeigneter Kräfte sich zu einem Festausschuß erweitern. Außer der üblichen akademischen Feier soll ein alpines Fest veranstaltet werden und auch eine Festschrift erscheinen.
*♦ Im Zeichen des Verkehrs. Eine eigenartige Behandlung widerfuhr gestern nachmittag dem Boten eines hiesigen Geschäfts, der bei der Güterabfertigung Gießen zwei Kisten nach verschiedenen Orten ausgeben wollte. Durch den starken Andrang tarn er erst ganF kurz vor 6 Uhr an die Reihe, seine Kisten verwiegen zu lassen.. Als die eine Kiste verwogen und dem Ausgeber der Wiegeschein darüber ausgestellt war, schlug es 6 Uhr, woraus die Güter-Annahme aushörte und der Mann mit seinen zwei Kisten, der gewogenen und der ungewogenen, wieder abziehen durfte. Man sollte meinen, daß die Eisenbahnverwaltung dafür sorgt, daß ihre Monopolstellung nicht
Geriebtssaal.
R. B. Darmstadt, 30. März. Das Kriegsgericht der 25. Division verurteilte heute den aus Wixhausen stammenden Musketier Christian Jockel vom In i.-Regt. Nr. 116 in Gießen wegen Betrugs und Unterschlagung und unerlaubter Entfernung zu sechs Monaten Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Coldatenstandes. Ter Angeklagte hatte als Bursche eines hierher kommandierten Leutnants dessen Dl amen zu verschiedenen Schwindeleien mißbraucht und sich Geldbeträge angeeignet, worauf er flüchtig wurde. Ta er vor Ablauf der sechsten Woche zurückkehrte, erschien seine Entfernung nicht als Fahnenflucht.
von untergeordneten Organen zu einer derartigen schi. f an Öfen und rücksichtslosen Behandlung des Publikums ausgenutzt wird, denn im Geschästsleben bedeutet Zeit Geld. Oder ersetzt vielleicht die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft den Geschäftsleuten die durch die doppelten Gänge entstehenden unnötigen Kosten?
**Maul-undKlauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Rockenberg, Kreis Friedberg- Pleisweiler, Regierungsbezirk Pfalz; D i l l i n g e n, Regierungsbezirk Schwaben; Marne, Regierungsbezirk Schleswig, bei Händlervieh; und Althuven st edt, Regierungsbezirk Schleswig.
Hessen-Nassau.
w Frankfurt a. M., 30. März. Der jugendliche Kassendieb Kurt Leist, der auf dem Mannheimer Steuer- amt gegen 50 000 Mark unterschlagen hatte, ist gestern abend hier verhaftet worden.
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Der Durchschlag der Lötschbergtunnelr.
Bern, 31. März. Heute nacht um 3.50 Uhr erfolgte der Durchschlag desLötschbergtunnels. Die Arbeiter begrüßten sich mit großer Begeisterung.
Der Tunnel, der 14 536 Meter lang ist, verbindet nun auf kürzestem Wege den Thuner See mit der Simp- lonbahn, quer durch den südwestlichen Teil des Barner Oberlandes. Der Durchstich des Lötschberges wurde am 15. Oktober 1906 begonnen. Am 24. August 1907 erfolgte ein großer Wassereinbruch, bei dem 25 italienische Arbeiter ihren Tod fanden und der Tunnel auf U/2 Kilometer ver- schüttet wurde. Es mußten deshalb drei Kurven eingebaut werden, um die gefährliche Stelle unter dem Gasterental zu umgehen.
cmchstfadtt.
Vom Weitflug Berlin—Bremen—Hannover.
Bremen, 30. März. Die beiden Militärflieger sind heute nachmittag um 4 Uhr 18 Min. vom Neuenländer Felde mit ihrem Apparat wieder aufgesttegen und haben trotz des starken Settenwindes die Richtung nach Hannover eingeschlagen.
Verden an der Aller, 30. Riärz. Der Zweidecker „Albattos" mit den Leutnants Erler und Mackenthun an Bord ist um 5 Vs Uhr, nachdem er eine Schleife über der Stadt beschrieben hatte, auf der Weide glatt gelandet. Die Weiter - fahrt nach Hannover findet wahrscheinlich morgen Vormittag statt.
Handel.
— Preußische Pfandbrief-Bank. Nach einer im Inseratenteil erlaßenen Bekanntmachung gelangt von den am Schluß vor. Jahres an den Börsen zu Berlin und Frankfurt a. M. zur sukzessiven Verausgabung eingestihrten Mk. 45 000000.— 4prozentigen bis 1920 unkündbaren Pfandbriefen, ein weiterer Teilbetrag von Mk. 15 000 000.— zur Ausgabe. Eine Subskription findet nicht statt. Stücke sind zum Tageskurse — gegenwärtig 100% Prozent — bei allen deutschen Banken und Bankfirmen erhältlich. Die Pfandbriefe werden von der Reichsbank und anderen flaatlichen Finanzinstituten beliehen. Sie können als Liettrungs- kautionen bei staatlichen und provinzialen Verwaltungen und den Kassen der größeren deutschen Städte, sowie als Heiratskautionen für Offiziere verwendet werden. Die Bank steht unter Aufsicht der Preußischen Staatsregierung.
Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdien st stelle Gießen.
Welteraussichten in Hessen am Samstag dem 1. April 1911: Wechselnde Bewölkung, geringer Regen, Temperatur wenig verändert, südliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Der Ferrer-Prozetz in der spanischen Kammer.
Madrid, 31. März. In der Stamm er erklärte der Republikaner A l v a r e z, daß das MilitLrstrafgesetzbuch lückenhaft sei. Die Richter Ferrers hätten unter suggestiven Einflüssen gehandelt. Das von ihnen eingeschlagene Verfahren sei notorisch parteiisch gewesen. — In seiner Antwort erkannte Canalejas an, daß das MilitLrstrafgesetzbuch abänderungsbedürftig sei. Das Urteil über Ferrer aber sei gerecht und endgültig. Die Regierung könne auf den Prozeß nicht zuruckkom- m e n. Sie fürchte, die gegenwärtige Kampagne sei nur der Anfang einer Reihe von Handlungen, die das Parba-- ment mißzubilligen verpflichtet sei. Alvarez kündigte darauf an, die Republikaner würden Anträge auf Revision des Prozesses Ferrer und Abänderung des Mllitärstraf- gesetzbuches stellen.
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