Ausgabe 
30.11.1911 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Donnerstag, 30. November 1911

Zweites Blatt

161. Jahrgang

Nr. 282

Erschein! täglich mit Ausnahme de» Sonntag».

erne

am

Heute

das grossartig

l

l

III16

(J

kolosseh

;kdon: KARL 0 Telephon M5,

ickel

er.

Neuer Erdbeben in 5üddeutschland.

lieber das neuere (rrobcben, das wir schon erwähnt haben, erhalten wir noch folgende Nachrichten:

Ebingen, 29. Nov. Nachdem in den letzten Tagen in der Erdbewegung Ruhe eingelreten war, erfolgte gestern abend 6 Uhr 15 Minuten wiederum ein Erdstoß von ziem­licher Starte. In den Häusern öer।bürte man ein merk­liches Krachen. Biele Leute eilten bestürzt auf die Straße.

Tübingen, 29. Nov. Auch hier wurde gestern abend 6.35 Uhr ein kräftiger Erdstoß verspürt, der unter der Be­völkerung große Aufregung hervorrief, ober keinen Scha­den anrichtete. Desgleichen hat sich der Erdstoß aufwärts im Neckartal und im ganzen Bezirk Balingen sowie im westlichen Hohenzollern gezeigt.

SUtottorttbrucf und Verlag bet Brühlfcheo UnUKtfitQil v.ich- und 6tetnbni<fctel 8t Senge, Otefcen

Deutsche Kolonien.

Tie ostasrikamsche Bahiivorlage im Ausschuß.

Tas unaufiindbar gewesene satirische WerkJung-München" von Wilhelm Busch, das nach dem' Urteile des Buich-Biogrovhcn Eduard Soden und des bekannten Kunsthiitorikers Anton Springer ieine benen Lchöo- fungen auiwem, wird in einem neuen Buich-Werte emhiuten jein, das der leipziger Verlag Wallher Fiedler in kurzem Der»

Rebaftitn, lypebttion unb Druckerei: Schul» (traue 7. ExpediNon unb Verlag: ReDü.'iiorce^HZ. Tel.-LlbruAnz«gerGiegen.

Weilburg. Eistage mit Höchsttemperaturen unter 0° werden 78, Winternächte. die kalter als bis 10' sind, durch­schnittlich 23 beobachtet. Tie mittlere Länge der Frost- Perioden erhebt fick aber nur auf 4 Sage. Ten fältelten Tezember brachte das Fahr 1879 mit 27 Eistagen, außerordcnt lich mild war der Tezember 1868, der keinen einzigen Eistag auswies.

Tie mittlere Niederschlagsmenge ist geringer als im November und beträgt im SiCilanb 5060 Millimeter. Und rote steht es mit der er lehnt en Schneedecke? Nur an 6 bis 7 Tagen durchschnittlich fällt soviel Schnee, daß eine Schneedecke entstehen könnte: dafür regnet es aber an 12 Tagen. Toch kommen gelegentlich, wenn auch selten, Idealmonate zur Ent­wicklung. 3o lag im Tezemocr 1879 an 3J Tagen über ganz Mitteldeutschland eine ausgedehnte Schneedecke, begleitet von sa-ar- fem Frost. 1868, 1873, 1888 u. 1889 leylte aber SchneZall ganz und feucht-mildes SeeNirna herrschte vor. Für die Lenk- l u f t f ch i f s a h r t bietet der Tezember sehr wech elnde Aussichten. Bei ruhiger Frostocriode, in der die unteren ÜuTtidjicbten kälter als die höheren sind, werden Lust'ahrten sehr stabile, günstige Be» Dingungen antrei'in. häufiger aber machen atlantiiche Zy­klonen Fahnen gan; unmöglich. Tie südweuliche Richtung von dem Meere ist bei weitem die häufigste.

Ter vergangene November hatte eine Milleltemveralur von etwa 5°, war demnach einen halben GraD zu warm. Er war außer dem Mat lOit der .e i 2G -

mehr Regen brachte, als die normale Regenmenge betrug Toch bleibt trotzdem in diesem Jahr em ganz erhebliches Regendefizit von mindestens 40°-o der normalen Menge, das auch der kom­mende Te ember taum ausglcichen w.rd. 1911 ist ein Trockenjahr von außergewöhnlicher Fnten'ität. Reichliche Regen im nächsten Frühiahre sind drurgend notwendig, da sonst der Grund- wasserstand ungewöhnlich erniedrigt wurde. Toch liegen zurzell nofr keine Lln »eichen für stärkere Wituerniederschläge vor.

Der Budg e t a u s ' chu , des Reichstags genehmigte _... Mittwoch zunächst endgültig das Gesetz über die Ausgabe kleinerAktictlinden)lonsularbezirkeninEhina

Dieiltfitntr Kamlliendlätter" werten bem ,Anzetger^ viermal wöchentlich deig-legt, das Krdsblatt für den Kreis Lietzen" zweimal wöchentlich. Tiefantolrtfd}aftlld)ti leit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Iltcr löonn. Dr. g8[S /tzr Art: Ge Produkie.

naen, Wasser u|®."7 iboratorium.

SchildsanM

Helen billigst die Universiiäts-Buch-undk. druckerei. GieBen. Scbii

rangen in bett F l o 11 e n f o m m a n do S sind hervorzu- Heden: Bizeadmiral Sir George C a l l a g h a n wird Cbcrfom- mandierender der Leimatflotte, Üoturcabmiral Diaddea, der frühere vierte Seelord wird ttantrcabmiral in der der 1. Tivi- sion der ^eimatflotte, Bizeadmiral Sir George Eg ertön erholt das erste freiwerdende Kommando eines Lcimatshaiens. Dem früheren ersten Seclord Sir ?lrthur Wilson i|t die Peers würde angeboten worden, die er aber au5 persönlichen Gründen ablehnte.

Tiefe Veränderungen, die gestern abend bekanntgegeben wurden, werden interessant durch die Erklärung, die der erste Lord der Admiralität, Ehurchill, noch kurz vor der Vertagung des Unterhauses abgab. AufAnfragc des Konservativen Lord Alexander THynne tm Unterhause sagte nämlich der Minister:

Die Peränderun-ien in der t-iira.i u! mürben die Hälfte van den Mitgliedern umfassen, und sich auch auf den ersten Seelord erstrecken. Tie Beränderungcn hätten auf jeden Fa.l zu Beginn des nächsten Jahres bei Beratung des vausyalts uattgeiunDcn. Tie Regierung kam zu dem Beschluß, daß es im In ter es je des ö f l e n 11 i di e n Tienstes belfer fei, wenn derWechse 1 jetzt stattfinde. Es feien keinerlei Tinerenzen vorgekommen, die Veränderungen bedeuteten keinen Tadel oder Vor- tu u r f für irgend ein Mitglied, das aus der Admiralität scheide. Alle Gerüchte und Mittelungen über die Position und die Ver­teilung der Flotte seien völlig ohne Begründung, soweit sie behaupteten, daß die völlige Sicherheit nicht zu allen Zeiten aufrechterhalten sei. Tie Veränderungen in der Wbmiralität feien notwendig, um diese zu vereinheitlichen: sie würden dazu führen, daß wirksamer gearbeitet werde. Fnbezug aus die Frage, ob die Seelords .lurüdgetreien seien ober ihren Abschied erhielten, habe er folgendes zu lagen: Als er die Betreffenden davon in Kenntnis setzte, daß der Honig dem Wich el lugcfiunmt habe, hatten sie die Enticheidung im Geilte echten ölottenbienftcd entgegengenommen, bet sich nicht darin zeige, per­sönliche Prätentionen zur (Altung zu bringen, sondern barm, den Tienst der ganzen Person.ichteit anjubictin, wo und wie b.es im allgemeinen Znieresie liege.

London, 29. Nov. -ölt der gestrigen Suung des C b er» häufe» führte Lorb 91 e :u t o n, der nach Lord Lansdowne das Wort ergriff, aus: Zu oen juAgftcn Berhuudlungen war vielleicht keine dir beteiligten Parteien gaitz ohne Fehler. Ader Der erste Fehler lag, wenn man billig lein will, bei der französischen Regierung. Newton Umiieitc, daß Lloyd George auserieheu wucoe, eine Rede ju halten, tue den Eiitoruck ijeruorrief, bau man vor einem Ämge i.aito. Er tu nne oolUg verstehen, bau b i c deutsche Regierung d i e Straf­predigt Lloyd Georges übel nah ut. Es sei etwas anderes, eine luinteilaiig von einem ctaaij.eiretär des Aeut-ern ju erhalten, als eine Strafpredigt ton Jin.r dritten Perion. Wenn umu-tigcriveue ein licbtiiuollen zwilchen England und Deutschland entstanden sei, so habe die Regierung leider die Schuld, da sie auireizende Redner aussuchte, um ihrer Politik Ausdruck zu verleihen.

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für ©berljefjen

Ä5S

öffentlicht. Dieses Buch des genialsten Humoristen, den Teutsch- land ie besessen, wird nach der ersten Humoreske den TitelEin Abenteuer in der Neujahrsnacht" führen und außerdem noch 20 Geschichten (Vers-Erzählungen^ und 300 Bilder bringen.

Schwierigkeiten der englischen Sübpolar- expebition. Es ist jetzt genau ein Jahr vergangen, seit die neue Britische Südpolarexveditwn unter Kapitän Scott von Neuseeland nach der Antarktis aufbrach. Ter Ausschuß, der für dies Unternehmen in der Heimat gebildet worden ist, wendet sich jetzt mit einem sehr ernst gehaltenen Aufruf an die Landsleute, um weitere Mittel für diese Expedition zusammen- jubringen. Tie Höften der Reise galten bereits als gedeckt, aber es find unerwartete Ereignisse eingetreten, die einen weiteren Zuschuß von nicht weniger als 300 000 Mk. notwendig machen, und zwar soll bleie Summe bis zum 1. Dezember beschaut werden, weil sich die Pläne des Kapitäns Scott, der an diesem Tage aufs neue Vorstößen will, danach richten müssen. Tie erste Fahn derTerra Nova" am Ende des vorigen Jahres begegnete einem furchtbaren Wetter und beschädigte das Schifi dermaßen, daß eine kostspielige Ausbesserung notwendig wurde. Zufolge, denen reichen die Mittel des Äus'ckmfses der Erveduion nur noch bii Ende März 1912. Tiefe Zeit genügt aber selbstverständlick nicht zur Ausführung des aanzen Planes, der bekanntlich au> b (Erreichung des Südpols selbst gerichtet ist. Außerdem haben i Engländer Sorgen, daß dieser Ruhm ihnen von der norivegiii' .. Expedition unter Amundsen vorweg genommen werben konnte Sie wurden diese Enttäuschung um so schwerer verwinden, c\ einer der Ihren, nämlich s hackte ton, schon so nahe an bui Pol berangetommen war. Man darr darauf gespannt fein, ob na Diele Erwägung in Der an *2(ufregungcn rudjen Gegenwart cem eng­lischen Volt oder wenigstens fernen mit Rücklicht auf den Reu- tumoberen" Zehntausend mit genügender (imormglichtrit vv. impfen lassen wirb. Andernfalls scheint der Hauptplan oiefci Expedition in Frage zu stehen oder kann vielleicht sogar als gescheitert betrachtet werden.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. -Ili- or i- t i/Ljiopgie an Der UniDcriitär Wien, Laurcn; :'Ji ü 11 ner , fit in Meran gestorben.

ÄS* M.

jgfci

Das Wetter im vezemoer.

Nach meteorologischer Rechnung treten wir am 1. Tezember in den Winter ein. Auch das Flachland hat nun öoimung, mit Schnee und Eis bedacht zu werden. Zu unteren gebirger ist schon in der zweiten Novemberhälfte der Winter ungezogen: überall lag auf den höchsten Bergen eine bis 20 Zcnti« metcr tiefe Schneedecke Ter Durch ichnittsdezemb er bringt aber den Niederungen eine ganz andere Witterung, als mir |ic uns wünschen. Ter Wintercharakter der gcmätzigtcn Breiten ist äußerst veränderlich: bald herrscht unter dcm^Einiluv ailan» tisch er Zyklonen der milde, regnerische englische ^vvus vor, bald der kalte russische Typ. Ter entere ist in den letzten Fahren bei weitem der häufigere: England scheint In tlimatildicr Einsicht Teutschland zu erobern. Tas ist in höchnem Grade bedauerlich. Denn gerade vom Winter mit seinen kurzen truoen Tagen erwartet man Die volle Entfaltung feiner Eigentümlich­keit, blauen Fimmel über glitzernden, blendend weitzen -Lchnce- flächen, stähleiidcn Frost und Wintersport, Der Die Alten wie Die Zungen erlischt und die Wangen rötet. So denken wir uns den idealen Tezember, Den Deutschen ©inter. wie «nders aber, in stumpfsinniger trüber Gleichförmigkeit, bie Atmosphäre mit Nebel, Staudie.lcyen und Regen beladen, läniaien die letzten Winter dahin. Nur Die Gebirge kosteten Die echte Winterpracht: wenn and) hier Nebel und Sturm häutiger als -erwünscht herrschlen, so fiel doch Schnee, der Freund der Menichen wie Der Fluren des Landmannes

Tie mittlere Tages wärme des Dezember finkt von 2,4° am 1. auf 0,1° am 31. Dezember «nach Den Beobach- hingen der Station Franüurt a. M.: nordwärts unD mit steigen­der öl)? nehmen Die Temperaturen enfprechenD ab, etwa 0,6 für je 100 Meter. Ter geringe Wärmerückgang von nur 2 tm Tezember deutet auf Die gleichmäßigen Warmeverbolmi >e dieses Monats hm. Zm Mittel des ganzen Monats betragt die Wärme für Frankfurt 1,1", Weilburg 0,3°, Gießen 0,5. Lie höchstmöglichen Temperaturen können 15J unD mehr er­reichen, ;o am 6. Tezember 1868, während Die Temperatur im Minimum auf 20J Kälte und Darunter sinken kann 10. a.e- »cmber 18,9\ Ter Tezember bringt m Der Regel bereits ^>ie erste ftäitcrc Frostperiode, meist gegen Ncitte des Monats. a.ie 3ahl der Frost tage, in Denen Dlc Nachttemperatur unter 0 stnll, beträgt im Mittel 16 für Frankfurt, 20 für Gießen und

>LWellnicMi- ends- 5onnta<$ feder Witterung hm® bei elektr U)1 098)2

Zur privatbcamlenversicher.ng.

Als Anlage zum Bericht des 16. Ausschusses Des Reichstags über den Entwurf eines Bersicherungsgesetzes für Angestellte lind im Reichstage Die von Der Regierung in Ausiiust geitelLcii Be­merkungen z u Dem Gutachten der Arbeitszen- trale für Die Privatbeamtenversicherung über Den Ausbau Der Invaliden» und L i n t e r b l i e b e- nen-Versicherung der Reichsversicherungsord- n u n g ausgegeben worden. In Der Begründung zu Diesem Ge­setze hatte Die Regierung Dargelegt, weshalb ein Ausbau Der Invalidenversicherung durch Au, etzung ncu^r Lohnllasfen ernsten Bedenken begegne. Tie Arbeits..entrale für Die Privatoeamten- verficherung hat versucht, D.c,e Bedenken zu widerlegen In Den vorgelegten Bewertungen wiro getnupo, ob die,er Beweis gelungen ist. Tie Arbeitszentrale weist nach, daß em Ausbau Der In­validenversicherung der vorteilhafteste Weg gcroeien wäre. Bon Der Regierung wird eingehend Dargelegt, Daß Die praLiidje Turch- führung Des Vorschlags Lchwicng.eiten begegne und für Die Ver­sicherten große Nachteile zelligen werde. Vor allem werde Dieser Vorschlag eine finanzielle Gefährdung der Invalchen- und vinter- bliebenenversicherung Herbeisuhren. Tie Darlegung kommt zu dem Schlüsse, Daß Durch Den Vorschlag Der Ärbelts,entrale nicht nur die Grundlagen des besteyenoen Geietzes gefährdet werden, sondern auch unübersehbare Meyrbelastungen dem Reick>e w:e den Bersicherungsträgern auigeoürbet würden. Aus diesen Erwägungen heraus hat der Ausi'chutz den Gedanken auch fallen laßen.

Tcm Plenum wird ein münMidnr Bericht erstattet werden vom Abg. Crtcl (natl.) Tann beriet man Die ostafrikanische Bahnvorlage. Mit dem Schatzsekretär Wermuth und Dein stellvertretenden Leiter des Jlolomalamtö Tr. Sols nimmt auch Der hier auf Urlaub befindliche Gouverneur von Teutsch'Sst- afrika, Herr v. Rechenberg, an der Verhandlung teil. Ter Vertreter Der konservativen empfiehlt Die Vorlage zur Annahme. Ent Mitglied der Reichs Partei wünscht eine Bahnverbindung nach b e m Natronsee und dem .Kilimandscharo. Ter Wortführer des Zentrums regt eine Aeiiderung der Vertrage mit Den Bau firmen an. Gauvei neur Tr. Sols gibt Die Verstcherung, daß Die Kvlonialverwaluing volle Rücksicht auf Die Finanzen nehme. Tie Natronsceb.il'ii könne einmal nötig werden, Die Erwägungen feien noch nickst abgeschlossen. Ter Vorsitzende DeS Au-schusses stellt lest. Daß Die Deutsche Industrie es abgclehitt habe, sich an bei Ausbeutung M Naironiees zu beteiligen. Gouperneitr Tr. Sott ist Dagegen der Meinung, daß nun Die Natronseefrage nickst ganz so pessimistisch anzuichen brauche, zumal eben Die Unter luchungen noch nicht abgeschlossen seien. Von s o - i a l D e m o - kratischcr Seite wird als Vorbedingung für den Bahnbau nach dem Tanganjika eine genaue Prüfung verlangt, ob Die neuen Steuern in Cftafrifa ausreichen, Die erforberlidicn 52 Mil lionen zu verzinsen und zu amortisieren. Unterftaatssekretai E o n tz e bemerkt, daß Die Vertragsabschlüsse stets Den Verhält nissen angepasst worden seien. Von fortschrittlicher Selle wird ausgeführt, mit geringen Mitteln könne Der La feit von Tanga nicht ausgebaut werden. Im übrigen spricht |id> auch Der volkspartellichc Redner für die Vorlage aus. Im weiteren Verlau, der Ausivrache wird von Zeiilrumsseite um Vorlegung Des Voranschlags über die 52 Milli onen für Die Taiiganjikabahn bis zur morgigen Sitzung ersucht. Tie weitere. VelhanDlung und die Beschlußfassung über Die Mittellandbahn wird mfülgcDeiicn auf morgen vertagt. Ter erste Teil oer Vor.age über Die Ergänrungs- und Neubauten auf Der «stamm-' Itrcde Tanga-Momboder llsamdarabahn wird genehmigt. Rcgierungs'citig wird dargelegt, Daß daS Lafenprotekt für Tanga Dem Bedürfnis entspreche. Es sei Vorsorge getroffen, daß jeder - zeit eine Erweiterung Der fcaicnanlage erfolgen könne, so Daß Die großen Tampfer an die Mahnlagen gebracht werden können.

Der Ausbau Des Verteidigunassystems in T e u t s ch - L ü D w e st a f r i k a Durch Die Schaffung einer weißen Miliz ist betanntlich beabsichtigt. Im Reichs- tolotiialamt ist ein Diesbezüglicher Gesetzentwurf bereits aus- gearbeitet worden. Der Dem neuen Reichstage zugehen soll. Von der Erwägung ausgehend, daß eine Erhöhung der Militärlast für Südwestairika vermieden werden muß, um die Verhältnisse in Der Molonie nicht nachteilig zu beein» ilussen, soll von einer Vermehrung Der Schutzlruppe ab« gesehen werden und für den Fall eines Krieges oder Auf­standes eine Bürgermil grichassen werden. Tie Deut« ichen Kolonisten in Teutscy-Lüdwestafrika werden in Zukunft bei allen inneren Krisen eingezogen werden, dafür sollen ihnen als (Gegenleistung Erleichterungen bei der Ableistung von militäriichen Hebungen im Frieden gewährt werden.

Die wichtigste Forderung In tzeffen.

Wir erhalten folgende Zuschrift:

Ebne Frage ist die Aufbesserung der Beamtengchälter in tztistn Die wichtigste Ausgabe, Die Den 35. Lanotag zu beschäftigen haben wird. Vieles ist Darüber schon gesprochen und vieles gc* schrieben worden. Liber es kann eben der Regierung Nicht oft genug vorgehalten werden, welche unauhdjiebbare Verpflichtung sie ihren Beamten gegenüber bat. Bis setzt hat sich die Sie- gierung lediglich Darauf beschränkt, ihren guten Wlllen in dieser Sache hervorzutehren, aber es ist bei den ichoncu trostverheißen^ Den und nie trostbringenden Worten geblieben. Gennß, Die hessische Finanzlage ist nicht glänzend. Tas ist in anderen Staaten aber auch nicht Der Fall, und doch hat man nck> entschlossen, den Beamten, die wahrlich einen recht schweren etanb haben, eine dauernde Aufbesserung zuteil werden zu lassen. Wohl nirgends sind an Die GedulD Der Beamten so harte Anforderungeii gestellt worden, wie in Hessen. 9hm aber ist eS an Der Zeit, daß wirklich ernst gemacht wirD. Jetzt geht es nicht mehr an, die Beamten länger auf Die Zukunft zu vertrösten, auch nicht, Vie cs hier und da heißt, sie durch eure widerrufliche iogenannte Teuerungszulage gewissermaßen zu Tank zu verpflichten. Man sollte alles vermeiden, was Den Anichein erwecken tonnte, als erweise man den hessischen Staatsbeamten eine besondere Gnade, wenn man ihnen Zuwendungen mache. Eine Derartige Behand­lung ist eines Beamten unwürdig und auch der Regierung. Nicht allein durch das seit Jahren unerfüllte Versprechen ist die Re­gierung ihren Beamten verpflichtet, sondern vor allem durch Die bittere Notwendigkeit, die einen Aufichub der Aufvesserung nicht mehr verträgt. Wird den Beamten nicht Die Arbeite-" fteubigfeit genommen, wenn sie keinen ausreichenden Beidienst finden und immer nur schöne Worte zu hören bekommen'? Zieht mau noch in Betracht, bau sich die Regierung durch eine schlechte Besoldung Die roirfiid) tuu;iigen Kralle halb sernhalten wird, so muß gesagt werden, daß sie durch ein derartiges Verfahren na) l'clbit am meisten schädigt. Man hat Den Beamten ein Lob gewendet, daß sie in Zeiten der Not immer luieDcr Engels- pctmlb gezeigt haben. Tas kann aber auf Die Tauer nicht so fortgehen. *

Wie die hessischen Wahlkämpfe gezeigt haben, vertreten alle Irgerlidxn Parteien Die gerechten Forderungen Der Beamten. ES ist nicht anzunehmen, Daß das nur eine Agiiationsphrase war. Im (Gegenteil, Die Regierung Darf sicher sein, bei einer Be­soldungsvorlage die tatkräftige Unlerstützung Dieser Parteien zu finden. Sie wird aber auch dann Uiiterltützung finden, wenn die Neuordnung der Beamtengehälter eine -Lteuererhohung er­heischt, was vielleicht nicht zu umgehen sein wird. Ta aber die Bezüge aus Den Diretten otaaiöiieuern und Der Gewinn aus bem preußisch-hessischen Eäienbahn-Gemeinschaftsvertrage erheb­liche Steigerungen enahren haben, wirb sich eine Steueierhühung wohl nur wenn überhaupt im geringen Umfange al» notwendig erweisen.

Es wird frcUid) nicht auSbleiben, daß demgegenüber die Regierung eine andere Rechnung auf stellt unb die,e» und jenes so oder so alö undurchführbar bezeichnen wird. Ein altes Sprich­wort aber sagt:Wo ein Wille, Da ein Weg", unb sollte cs in diesem Falle so gänzlich versagen? Lllich wird Die Regierung behaupten, wenn wir könnten, hätten wir Die Gehälter schon aufgebessert. Auch gut! Aber man scheint Doch andere Auf­gaben immer iwch als Dringlicher anzuiehen. Das Darf in der neuen Legislaturperiode nicht Der Fall sein. Wenn Die Re­gierung im Parlament erklärt, baß ue aus Gruiwen Der Be- amtenbeiolbung andere, auch wichtige Kulturausgaben zurück stellen müsse, so wird sie bei Den Fraktionen volles Verständnis Dafür finden. Tie wichtigste Äülturaufgabe, die Die Regierung zu füllen haben wird, ist Die endlich Einlösung ihres Versprechens und Die Erfüllung ihrer moralischen Pflicht gegen ihre Beamten.

Veränderungen in den Kommaitöoiklkn der engliichen Marine.

Wie sehr die Engländer bemüht |inD, aus Den Ereig- nissen Des letzten Sommers Die Nutzanwendungen zu ziehen, beweisen Die Veränderungen in den Kommanoostellen, die jetzt bekannt gegeben weroen. Es scheint demnach zu stim­men, daß die englische Flotte in der kritiichen Zeit nicht ganz aus der Höhe stand:

London, 29. Nov. Eine amtliche Berössentlichung gibt folgende Ernennungen in der Admiralität belannt:

Admiral Sir Francis Bridgeman wird erster Seelord, LizeaDmiral Prinz Louis Battenberg zweiter Seelord, Kapitän Pakenham vierter Seelord. Unter Den Verände-

V.M

Freitag, b. L abcaoo 9 Uhr

tatsvcrsamm!

imSailttboP.

Mitglieder wtibnethrt?^ ie Borichlone wm Idr.Vr- til/12anHw«nite!)oeri lgen.

ntag, btn 3. Ttitubtt ierrmdlvaubctunii ir - CbttnboTict - annirn. ^tunb. tb'nn hr. Wer. h. M aN

(S, Andreas.

II11 fal­lt. W