Ausgabe 
30.3.1911 Zweites Blatt
 
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ginnt.

Kreis Friedberg.

Der Meister der Mevaillenkunst. Der Tod des großen französischen Medailleurs Louis Oscar Roth beraubt das moderne kunstlcbcn eines Meisters, der, wie wenige andere seiner Zeit, Vollendetes geschaffen und einen gewaltigen Einfluß ausgeübt hat. Rott) ivar wirklich groß in den kleinen Werken, Die seine kunstreiche Hand entstehen ließ. Ihm ist es vor allem zu verdanken, oaß ein Kunstzwcig, der in der Renaissance so Herr-

vermischte».

* Ueberfall eines Ei s e n b ah nzuges. In einem Wäldchen zwischen Wid5 en und Penratemsk lauerten zehn mit Mauscrgewehrcn bewaffnete Banditen dem Warschauer Pcrsonenzug auf und brachten ihn zum Still

lich geblüht und im 19. Jahrhundert völlig in Verfall geraten war, wieder zu neuer Pracht und Schönheit aujcrweckt itrurbc. Die Renaissance der Medaille, die wir auch bei uns in Deutschland in den letzten Jahren mit so freudigem Erstaunen erleben durften, ist durch ihn begründet worden. Er setzte an die Stelle der früher üblichen geprägten Medaille mit dem hohen Rand, der polierten Fläche, dein harten Relief und der steifen Druckschrift die randlose, gegossene Medaille, deren malerisch weiches, reich belebtes Relief eine wundervolle Harmonie mit dem Grunde eingehl und organisch aus ihm herauswächst. Die alten Mhthen und Allegorien belebte und beseelte er durch eine feine Beobachtung der Wirklichkeit, verband mit der prachtvollen. Frische seiner Phantasie eine hingehende Liebe zur Natur und lieh dem harten Metall einen glühenden Reiz, ein unendlich reiches Spiel der Lichter und Schatten. Zunächst freilich, als er 1872 mit 26 Jahren als Preisgekrönter nach Rom ging, stand er noch unter dem klassizistischen Einfluß, aber bald wußte er sich in dem Studium der großen Renaissancemedailleure und seiner fran­zösischen Vorbilder Chapu und Ehap lain von allen Einflüssen zu befreien unb einen persönlichen Stil zu schaffen, dem wir eine große Anzahl vollendeter Werke der Medaillenkunst verdanken. Wenn er dieMütterlichkeit" dcuHellk oder ein Naturbild mit Schäfern, Faunen und Nymphen, dünn verband er,_ die genaueste Beobachtung modernen Lebens mit seiner hinreißenden Poesie der Linienführung, so daß seine Medaille und besonders seine kleinen Plaketten zu Gemälden in Metall wurden. Er hat in die Welt des Tages hineingegriffen,, hat in seinen Denkmünzen unvergängliche Erinnerungen an politische unb soziale Ereignisse, an große Männer und große Ado mente festgehalten, bat mit seinen Kunstwerken liebliche Familienereignisse verherrlicht ober seine persönliche Dankesschuld abgetragen, hat auf Der kleinen runden Fläche der Dlcbailk eine ganze künstlerisch gestaltete Welt geschaffen. Ihm, dem 'Meister und Vorbild, sind denn auch als Genossen unb Schüler die Medaillenkünstler unserer Zeit ge­folgt; auch unsere deutschen sJJkiftcr, wie Hildebrand, Gaul, Hahn und andere gingen von Roch aus, demMeister-Medailleur".

Einwich tigesGesetz! Mit einem großen Auf­wand von Arbeit hat man im Herzogtum Anisalt ein neues Gesetz von höchster Wichtigkeit hcrausgebracht, das in der amtlichenGesetz-Sammlung" wie folgt angekündigt wird: Gesetz betreffend die Abänderung des Ausfliyrungs-

gesetzes zur Grundbuchordnung vom 19. 3. 11. Wir Fried­rich, von Gottes Gnaden Herzog von Anhalt, Herzog zu Sachsen, Engern und Westfalen, Graf zu Askanien, Herr zu Zerbst, Bernburg und Gröbzig usw. verordnen aus An­trag Unseres Staatsininisteriums und mit Zustimmung des Landtags, was folgt:

Artikel 1: Im Artikel 9 des Ausführungsgesetzes zur Grundbuchordnung vom 20. April 1899 (Nr. 1044 der Gesetzsammlung) wird das Wortfahrlässig durch die Worteaus grober Fahrlässigkeit" ersetzt.

Artikel 2: Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Veröffentlichung in Kraft.

Urkundlich unter Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Herzoglichen Jnsiegel. Unterschrift und Gegenzeichnung.

lieber das Einkommen der Schauspieler im eiceronianischen Zeitalter gibt uns die Rede Aufschluß, die Cicero zur Verteidigung seines Freundes, des Schau­spielers Quintus Roscius, hielt. Man erficht daraus, daß die höchsten Gehälter, die heute unsere größten Kanonen erhalten, int Vergleich mit jenen Gehältern im alten Rom nicht allzu bedeutend sind. Cicero sagt in der erwähnten Rede, daß Roscius 6 Millionen Scstertieii, die er in zehn Jahren auf die ehreirvollste Art hätte verdienen können, ausgeschlagen habe. Diese Summe, welche Cicero selbst so groß nennt, würde nach unserem Gelbe 750000 betragen und mithin ein Jahresgebalt von 75000 Mark voraussetzen. Nach Plinius VII. 30, belief sich des Roscius Jahresgehalt nur auf etiva 62 490 Mark, dagegen bestimmt Macrobius Lib. II. 10 das tägliche Gehalt aus 1000 Denare ober 4000 Sestertien, was nach unserem Gelbe ein Jahres- gchalt von mehr als 180000 Mark auSmacl)tc. Das Bei­spiel Roscius steht in dieser Hinsicht keineswegs vereinzelt da. Macrobius berichtet, daß der Schauspieler AesopuS seinem Sohn ein Vermögen von beinahe drei Millionen Mark, die er nur durch seine Kunst erübrigt, hinterlassen ' habe.

haben mir und meiner Familie tadellos geschmeckt das vierte esse nun selber." D- hatte in seinem .Eifer die eigenen Hühner erschossen.

Kreis Schotte».

= Von Schotten wird uns geschrieben: Die in der Montagsnummer dieses Blattes von hier enthaltene Mit­teilung, daß in unserer Stadt fast keine Sympathie mehr für elektrische Beleuchtung bestehe, entbehrt der Begrün­dung. Wie hätte sonst vor einigen Monaten der ein­mütige und einstimmige Beschluß des Anschlusses an die oberhessische Zentrale vom Gemeinderat gefaßt werden können, trotzdem bei der bamaHßcn Vorlage, die Eintritts- bedingungen weit ungünstiger waren? Es ist lediglich das Werk einiger oppositionslustiger Gasfreunde, die im Ge­meinderat eine Zersplitterung herbeiführen scheinen zu wollen. Der am Montag im Provinzialtag gefaßte ein­stimmige Beschluß für Errichtung einer Zentrale in Wölfersheim, woher die Bewohner Oberhessens end­lich mit billiger Energie für Kraft- und Lichtzwecke ver­sorgt werden können, hat hier freudige Zustimmung gefunden.

Eine zweite Zuschrift lautet: Ihre Montagsnummer enthielt einen Bericht über eine öffentliche Gemeinderats­sitzung, in der über die Versorgung der Stadt Schotten mit elektr. Licht und Kraft bezw. über den An­schluß an die zu erbauende Wölfersheimer Zen­trale gesprochen wurde. Der Schlußsatz des Berichts erweckt den Anschein, als ob sich sämtliche Gemeinderäte von Schotten dem Anschluß an Wölfersheim gegenüber ab­lehnend verhielten. Das ist durchaus nicht der Fall. Wenn auch zwei Gasenthusiasten das große Wort in der Ver­sammlung redeten, so hat doch auch die Elektrizität ihre Fürsprecher im Stadtvorstand, wenn auch dies nicht zum Ausdruck kam. Man kann es eben int Stadtvorstand, der aus lauter Laien in der Elektrizitätsangelegenheit besteht, nicht beurteilen, welche Vorteile Elektrizität bietet und was eine Ablehnung des Anschlusses aus sich hat. Man will Aukfäruug, man will auch erst die Stimmung in der Bevölkerung kennen lernen, die in einer Bürgerversamm­lung zum Ausdruck kommen soll. Aber auch in dieser statt find end en Bürgerversammlung wird man die Stimmen nicht zählen, sondern wägen müssen. Wir glauben bestimmt, daß man sich in unserem Stadtvorstand doch zum Anschluß entschließen wird, denn eine Ablehnung wäre ein Rückschritt und eine Hemmung der freien Entwickelung unseres Gewerbe-, Handwerker- und Jndustriestandes ge­genüber den Nachbaihtädten, mit einem Wort ein Nieder­treten des kulturellen Fortschritts.

r. Köddingen, 29. März. Ein Kind des hiesigen Forstwarts Pfänder hat sich die Füße mit kochendem Wasser überschüttet, so daß die ganze Haut sich losschälte.

r. Bobenhausen, II., 29. März. Die Holz- s ch n e i d e r e i e n sind in der ganzen Gegend zurzeit über­aus stark beschäftigt. Es liegen große Aufträge aus West­falen und besonders aus dem Ruhrgebiet vor.

Kreis. Lauterbach.

~ Crainfeld, 29. März. Gestern nachmittag fand hier durch Kreisrat von Bechtold die Schlußprüfung der wandernden Kreishaushaltungs- und Kochschule statt. An dem Kursus, der am 6. Februar begonnen hatte, nahmen 31 Schülerinnen von hier mid den umliegenden Orten teil. Die Prüfung bestand in münd­lichen, von der Lehrerin Pfündel aus Lauterbach ge­stellten Fragen über die Kochkunst sowie unter Vorlage der gefertigten Handarbeiten. Praktischer Arzt Dr. Koch in Crainfeld hatte die Schülerinnen in der ersten Hilfe­leistung bei Unglücksfällen unterrichtet und auch hierin wurde eine Prüfung abgehalten. Dem Vernehmen nach haben die Teilnehmerinnen die Prüfung gut bestanden. Von hier siedelt die Schule nach Schlitz über, wo am 3. April in der dortigen Turnhalle ein neuer Kursus be-

Arr» Stadt und Land.

Gießen, 30. März 1911.

* Invalidenversicherung. Vielfach ist die Ansicht verbreitet, daß zur Erlangung der Invalidenrente nur die Zurücklegung der vorgeschriebeuen Wartezeit notwendig sei. Der nachstehende Fall zeigt zur Genüge, daß es mit dem Kleben der zur Rente notwendigen Marken (bei der ZwangS-- Versicherung 200, bei der Selbstversicherung 500 Wochen­beiträge) allein nicht getan ist: Eine Witwe glaubte auf Grund ihres Gesundheitszustandes Anspruch auf Rente machen zu können. Sie stellte einen entsprechenden Antrag bei der BürLermeisterei, wurde aber abgewiesen, obwohl sie die vor- geschriebene Wartezeit erfüllt und auch als dauernd erwerbs­unfähig erkannt worden war. Das Jnvalidenversicherungs- gesetz verlangt, daß der Versicherte nach Zurucklegung der vorgeschriebenen Wartezeit innerhalb zwei Jahren (vom Tage der Ausstellung der Karte gerechnet) bei der Zwangs­versicherung 20, bei der Selbstversicherung 40 Marken klebt, um die Anwartschaft auf Rente zu erhalten. Da die Witwe aber in den Jahren 1901 bis 1903 nur 18 Marken geklebt unb auch keine Krankheitswochen Nachweisen konnte (sie war wohl längere Zeit krank, hatte aber feinen Arzt zu- gejogen), so war ihr Anspruch auf Rente erloschen.

** Evang. Arbeiterverein. Bei dem am Sonntag im Vereinslokal stattsindcnden Vortragsabend wird Land­gerichtsdirektor Schmeckenbecher über .Testamente" sprechen. Die Gesa ngsabteilung des Vereins feiert im Mai das 10. Stiftungsfest.

**SchließtLehrver tragend ! Um Unannehmlich­keiten, Aergernisse und Nachteile bei Einstellung von Lehr­lingen zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Abschluß des Lehrvertrags, wofür die Gewerbeordnung eine Frist von vier Wochen vorsieht, entweder vor oder alsbald nach Ein­tritt des Lehrlings vorzunehmen. Der schriftlich abzu­schließende Vertrag muß enthalten: 1. Die Bezeichnung des Gewerbes oder des Zweiges der gewerblichen Tätig­keit, in welchem die Ausbildung erfolgen soll; 2. die An­gabe der Dauer der Lehrzeit; 3. die Angabe der gegen­seitigen Leistungen; 4. die gesetzlichen und sonstigen Voraus­setzungen, unter welchen dte einseitige Auslösung des Ver­trags zulässig ist. Besonders wichtig ist, daß der Lehr­vertrag von oem Gewerbetreibenden oder seinem Stellver­treter, dem Lehrling und dem gesetzlichen Vertreter des Lehrlings unterschrieben wird. Eine Ausfertigung des Ver­trags erhält der Lehrherr, die zweite der gesetzliche Ver­treter des Lehrlings, während das 3. Exemplar an die Handwerkskammer einzureichen ist. Der Lehrvertrag ist kosten- und stempelsrei: Nimmt der Vater seinen Sohn in die Lehre, so ist ein schriftlicher Vertrag nicht nötig, dagegen muß Anmeldung bei der Haitdwerkskammer er­folgen. Schließt der Lehrherr nicht rechtzeitig den Lehr­vertrag ab, so verliert er nicht nur seine Rechte dem Lehrling gegenüber, sondern er ist auch strafbar. Auch für den Lehrling ist der Lehrvertrag wichtig, beim er ist in der Regel der einzige Beweis für die Zurücklegung der ord­nungsmäßigen Lehrzeit, ohne die er weder zur Gesellen- noch zur Meisterprüfung zugelassen wird.

** Ein Verein der Hessen und Hessen- Nassauer hat sich in Berlin gebildet. Er bezweckt durch Vereinsabende, Vorträge und gemeinsame Veran­staltungen die Förderung des landsmannschaftlichen Zu­sammenschlusses der in Berlin ansässigen Hessen und Hessen- Nassauer. Die Vereinsabende finden an jedem ersten Mon­tag im Monat, abends 9 Uhr, im Restaurant Wilhelmshof, Berlin SW., Anhalt-Straße 15, statt. Landsleute, .Gäste und Freunde sind jederzeit herzlichst willkommen.

** Hessischer Blumentag. Der Inhaber der Firma Georg Volk, Fabrik für Blechemballagen und Metallwaren in Rüsselsheim am Main hat den ge­samten Bedarf an Sammelbüchsen für den allgemeinen hessischen Blumentag, etwa 5000 Stück, gestiftet.

** Wahres Geschichtcheu. Folgendes Geschicht- chen, das viel belacht wird, erzählt man sich im Hör-- lofstal. Waren da zwei Nachbarn, die hatten alle beide hinter ihren Hofreiten gut gepflegte, eingezäunte Gärten. Sie sahen täglich mehrere Male nach, ob kein fremdes Hühnervolk über den Zaun tarne und sich da zu schaffen mache. Eines Tages traf N. Hühner in seinem Garten an. In der Annahme, daß sie Nachbar O. gehörten, sagte er diesem,wenn ich wieder Hühner in meinem Garten antreffe, schieß' ich sie nieder und werfe sie über den Zaun, du tannst sie bann essen". Gesagt getan am andern Morgen sand O. bereits ein erlegtes Huhn und ließ ein vortreffliches Mittagsmahl daraus bereiten. Noch zweimal wiederholte sich derselbe Vorgang. Als das vierte Huhn kam, sagte O. zu N.:Drei von deinen Hühnern Preis für die Unkosten or au fgegangen ist, aber die Firma blieb Sieger, und die Sache bat sich auf andere Weise bezahlt gemacht. Genau wie dieser Ostrundflug soll nun der internationale Zcilungsflug eingerichtet werden. Die ganze Sache ist also eine Geldfrage. Meines Wissens gibt es keine deutsche Flugbauanstalt, die in der Lage wäre, so große Kapitalien auf­zubringen, um ihre Flieger auch nur entfernt so auszustatten, wie es die französiscl>en Fabriken tun werden, und damit erscheint von vornherein irgend ein Erfolg deutscher Flieger bei diesem Wettbewerb ausgeschlossen.

Was wird also in Wirklichkeit erreicht, dadurch, daß Deutsch­land diesen internationalen Flug mit Geld unterstützt? Es entzieht einmal unseren Fliegern die so dringend nötige Unterstützung durch Geldpreise, welche der nationale Flug AachenBerlin gebracht hätte, wenigstens für dieses Jahr. Es entzieht weiter unseren Fliegern alle Diejenigen Geldmittel, welche als internationale Preise für den Flug gestiftet werben, denn da nicht zu erwarten ist, daß Deutfcbe Flieger einen von diesen Preisen erringen, müssen sie notwendiger Weise den Ausländern Anfällen. Deutschland hilft also zweifellos durch dieses Vorgehen den schon heute beftebenben bedauerlichen Vorrang des Aus­landes in der Fliegerei noch mehr vergrötzern. Das sollte denen, die in Deutschland diesen Flug unterftüben unb denen, bic für diesen Flug arbeiten, doch sehr zu denken geben. Es ist ja möglich, daß ich zu schlvarz sehe unb daß auch die deutschen Flieger unb Flugzeugfabrikanten, welche meine Sluf* fassung von den Dingen haben, zu schlvarz sehen, aber da ich nun einmal diese Heberjeugung habe, so habe ich es für meine Pfliclst gehallten, sie auszusprechen, solange es iwch Zeit ist. Bin ich falsch unta:richtet ober sind meine Anschauungen falsch, so lasse ich mich gern belehren.

Es laßt sich erwarten, daß an diese Auslassungen eine rege Aussprache anknüpfen wird.

Brigade (Regimenter 25 und 61), dagegen wird das Lager mit anderen Truppen während des ganzen Frühjahres und Sommers stark belegt fein. Vom 30. März bis 12. Llpril durch das 2. Bataillon Jnf.-Regt. 168 aus Off cm bad); 18. April bis 9. Mai 1. Abteilung Feld-Art.-Regt. 63 aus Frankfurt; 19. April bis 15. Mai 6. Ulan.-Regt, aus Hanau; 18. bis 28. April Jnf.-Regt. 81 aus Frankfurt; 18. April bis 9. Mai 3. Bataillon Jnf.-Regt. 80 aus Hom­burg 0. d. H.; 1. bis 10. Mai Jnf.-Regt. 118 aus Worms; 13. bis 16. Mai Maschinengewehr-Kompagnie der 118er; 15. bis 17. Mai Maschinengewehr-Kompagnie der 80er und 88er; 17. Mai bis 4. Juni 2. Bataillon Jnf.-Regt. 168 aus Offenbach; vom 30. Mai bis 9. Juni Jnf.-Regt. 168; 15. Mai bis 1. Juni Inf. - Regt. 116 aus Gießen; 6. bis 26. Juni 21. Feld-Art.-Brigade; 26. Juni bis 8. Jule Reserve-Feld-Art.-Abteilung des 18. Armeekorps; 26. Juni bis 11. Juli Jnf.-Regt. 88 aus Mainz; 28. Juni bis 11. Juli Jnf.-Regt. 87 aus Mainz; 11. bis 31. Juli 2. Abteilung Feld-Art.-Regt. 61 aus Babenhausen; 13. bis 26. Juli 1. Referve-Jns.-Regt. des 18. Armeekorps; 31. Juli bis 16. August durch eine Jnf.-Brigade des 14. (bad.) Armee­korps. Born 5. bis 18. Oktober wird bann noch das 2. Reserve-Jnf.-Regt. des 18. Armeekorps auf dem Uebungs platz zusammengezogen.

m. Offenbach a. M., 30. März. Der ehemalige Vor- fieber des städtischen Leihhauses, Wilhelm Bayers­dorf, der Unterschlagungen und Urkundenfälschungen be­ging, wurde gestern aus der Haft entlassen. Das von dem Bauinspektor Weil ausgearbeitete Theater Pro­jekt, das einen Umbau des alten Stadttheaters in der Kirchgassc Vorsicht, hat die ministerielle Geneh­migung erhalten. Das Projekt, das 500 Plätze vor sieht und schätzungsweise einen Kostenaufwand von 200 000 Mark Hervorrufen dürfte, wird demnächst der Stadtver­ordnetenversammlung zur Annahme unterbreitet werden.

d. Mainz, 30. März. Der Rheinhessische Bis- marckverein, der bei Ingelheim zum Gedächtnis an den Reichskanzler Fürsten Bismarck einen Turm errichtet hat, hat noch 15 000 Mk. zu decken und wendete sich nun an die verschiedenen Städte um Bewilligung eines Bei­trages. In der gestrigen Sitzung der Stadtverord­nete n - V e r s am m l u n g wurde namens des Finanz­ausschusses und der Bürgermeisterei beantragt, einen Zu­schuß von 500 Mk. zu bewilligen; die Stadtv. Gebär sch und Adelung sprachen sich gegen die Bewilligung aus Die Stadtv. Börckel und Dr. Pagenstecher, sowie bei Oberbürgermeister sprachen sich für einen Beitrag aus, bei mit 500 Mk. auch bewilligt würbe. Für den Verein Naturschutzpark" wurde ein Jahresbeitrag von 100 Mk genehmigt. Ende Mai ftnbet ein Zuverlässig- keitsflug von Aviatikern statt, bei dem Zwischenlan­dungen auf dem großen Sande stattftnden sollen. Sämt­liche Flieger müssen hier landen. Die Stadt soll dafür einen Beitrag von 6000 Mk. leisten, davon wurden von Privatleuten schon 4000 Mk. bereit gestellt, so daß für die Stadt nur noch ein Betrag von 2000 Mk. verbleibt. Da man für diese Tage großen Fremdenzufluß erwartet, wurden die 2000 Mk. bewilligt. Bei dieser Gelegenheit kam audi die Luftpolizeiverordnung für die Festungen zur Sprache Der Vorsitzende meinte, daß die Sache nicht so schlimm fei und alle Erleichterungen bei Luftfchiffahrtsgelegenheiten erfolgen würden. Es handle sich bei der Verordnung nur darum, zu verhindern, daß keine Pläne von der Festung gemacht würden, also um die Spionage.

Kreis Wetzlar.

Dorlar, 29. März. Die FeldvereinigungS- arbeiten in unserer Gemarkung gehen soweit ihrem Ende entgegen. Es handelt sich um einen Flächenraum von 548 Hektar, worunter sich 159 Hektar Wald befinden.

Hessen-Nassau.

X Dexbach, 29. März. Auch hier hat sich eine freiwillige Feuerwehr gebildet. Obgleich die jüngste im Kreise, zählt sie doch die meisten Mitglieder, nämlich 60 an der Zahl. Die Uniformen wurden in Auftrag gegeben. Jetzt bestehen im Kreise Biedenkopf 10 freiwillige Wehren.

= Frankfurt a. M., 29. März. Vom 13.15. Mai findet hier die 25. Hauptversammlung des Mit­telwestdeutschen StenographenbundesStolze S ch r e y" statt. Bei der Akademischen Feier wird Herr Ferd. S ch r e y aus Berlin den Festvortrag über das Thema Die Zukunft der Stenographie" halten.

ch. Klein-Kar l> en, -ö. Marz. Eine der glücklichen Gemeinden, die in der Lage sind, an ihre Ort5bürget recht hohe Beträge zur Verteilung bringen zu können, ist Klein-Karben. Es überläßt jedem Ortsbürger ein Gelände, das etwa jährlich 75 Mk. Pachtgeld ein» bringen würde. Hat ein Ortsbürger dies Gelände nur 20 Jahre im Besitz, so hat er also 1500 Mk. empfangen. An Gemeindesteuer wird ein sehr niedriger Prozentsatz erhoben.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 27. März. Das Barackenlager er­fährt auch im Laufe dieses Jahres wieder eine sehr starke Belegung. Von Feld-Artillerie kommen lt.N. G. Anz." nur 2 Brigaden zu ihren Schießübungen, und zwar die 21. Brigade (Regimenter 27 und 63) und die 25. (hessische)