stand Das Zugpersonal war machtlos Zwei FQbvgäfbe, die ausgestiegen waren, um sich nach der Ursache des Aufenthalts zu erkunden, wurden von den Räubern einfach niedergeschossen. Tann zwangen sie den Packmeister, ifmen 16 eiserne Geldkasten auszuiiesern, die hundert Rubel enthielten Tie Summe gehörte der Bahngesellschaft und stellte den zur Gehaltszahlung an die Angestellten bestimmten Betrag dar. Tie Räuber entkamen unerkannt.
* Das Krönungskleid aus Gold. Einer der tüchtigsten Webermeister Englands, der rneleriahrenc ? bomaä Whcei er, sitzt nun tagaus lagern mit einer nicht alltäglichen Arbeit beschäftigt an seinem Webstuhl - ihm liegt es ob, die gotd- Jeroebten Gewänder herzu stellen. Die Hönig Georg bei der rönung tragen wird. Eine Zeitlang mar davon die Rede, daß der Könnt denselben goldenen Kconungsmamel tragen wurde, den König Eduard seinerzeit angelegt halte, doch König Georg hat beschlossen, einen älteren Mantel anzutegen, der ein Meisterstück der Webekunst ul: Den Krönungsmantel Georgs IV. Tamit ist Thomas Wheeler Die Ausgabe gestellt, die in Gewebe und Farbe iu diesem Mantel passenden übrigen Mrönungdgeroänbcr herzu- stellen Ter alte Brauch schreibt dem britischeu König Die ein* -einen Kleidungsstücke genau vor, die er bei der Feierlichkeit tragen soll Zuerst wird, wie der „Daily Telegraph' aussührt, das Colobium Sindonensis angelegt; es ist aus meistem Leinen gefertigt und zeigt im Schnitt den Charakter der geistlichen Tracht. Darüber wird die Supertunica geworfen, dann legt der König bad Pallium, den Krönungsmantel, um und schließlich Die Armilla oder Stola Das Pallium Georgs IV. zeigt aus goldglänzendem Grunde und auf brokatartigem Gewebe m reichen Farben die Rose, das Kleeblatt und die schottische Distel, die durch eine leichte grüne Umrankung Miteinander verbunden sind. Bei dem Krönungsmantel, den König Eouard trug, tauchte zum ersten Mal auch die indische Lotosblüte unter den Symbolen aut. Damals wünschte man für den Stoff einen etwas rauhen, kräftigen Charakter, und der Weber erreichte dies, indem ei zwei austerordentlich zarte, seine und runde Fäden mit einem flachen Faden jufantmenroob. Das Goldgewebe, das für das Krönungsornai König Georgs angefertigt werden must, ist von anderer Art. Zwar werden aud) hier zwei Dünne Seidenfäden mit einem breiten Goldfaden verwebt, aber der Stoff zeigt einen überraschenden Glanz und Dabei weiche Zartheit von Seide. Tiefe Schmiegsamkeit und Feinheit des Gewebes gebt aus die Reinheit des verwendeten Goldfadeits zurück; in der Tat ist nur ein ganz unbedeutender Zusatz von Silber gegeben, um dem Goldfaden die nötige Zähig- leit zu verleihen. Für die Supertunica und Die Stola find etwa 12 Meter dieses güldenen Stosses notwendig, die in einer Breite von 20 Zoll gewebt wird. Der Weber kamt täglich 9 bis 10 Zoll dieses Stosses sertigstellen Tic Suverntunica empfängt nur wenig Ornamente, in dieser Richtung bietet Die Stola gröberen Spielraum. Tte Stola Karls II. war z. B. mit Blumen und Maltheserkreuzen geschmückt, Jakob II. wollte kemc Kreuze haben, sondern Rosen, Adler und Lilien. Königin Viktoria trug an der Stola den Adler und Kreuze. ______________
Handel.
Don der Reichsbank.
Berlin, 29. März. In der heutigen Monatsflhung der Deutschen Reichsbank wurden zunächst die Er änzungS- wablen für die Bezirksausschüsse bei teu Reichsbankhauplstellen und die Tepuiiertenivahlen für die Reichsbank-Zentrale vorge- nommeit Präsident v. (muenfiem erklärte, datz eine Diskont» Veränderung zur Zeit nicht , n F r a g e k o nt m e. - Rach dem Ausweis betrug die steuerfreie Rotcnrcicrve 367 Millionen Mark gegen 189 Millionen im Vorjahre. Zieht man die Differenz von 77 Millionen Mark nach der Berechnung infolge des neuen Bankgefeyes in Betracht, so beläuft sich die Besicrnng des Status gegen das Vorjahr auf rund 10st Millionen Marl. Es scheine aber, als ob infolge der Quarialswende ziemlich scharfe Ansprüche an die Reichsbank gestellt werden würben.
— Die Eierausfuhr Rußlands hat sich während der letzten drei Jahrzehnte außerordentlich rasch entwickelt. Im Jahre 1881 betrug sie 68 Mill. Stück, 1891 834 Mill. Stück, 1901 1997 Mill. Stück und im Jahre 1906 2993 Mill- Tlück. Ta« war Die PerioDe Der Crganifienmg des Exports. In den letzten'fünf Jahren 1906—1910 schwankte Der Export in verhältnismäßig engen Grenzen; er stieg m günstigen und fiel in ungünstigen Getreidejahren. Jrn Jahre 1910 sind 2998 Mill. E,cr im Werte von 63,7 Millionen Rubel aus Rußland auSgeführl worden gegen 2845 Mill. 3tück im Werte von 62,2 Mill. Rubel im Jahre 19-9. Der Hauptabnehmer ist Deutschland, das alljährlich mehr als die Hälfte Dos niffifcben Gefamtoxports aufnimmt. Im Jahre 1910 hat Deutschland 716 832 dz Eier im Werte von rund 80 Mill. Mk. ans Rußland erhalten. Durch Den deutsch-russischen Handelsvertrag ist Der Deutsche Einfuhrzoll auf Eier von 6 Alk. auf 2 Mk. für 1 dz ermäßigt. Im ganzen wurden im letzten Jahre 1 508 992 dz Eier im Werte von rund 172 Mill. Mk. nach Deutschland eingeführt. Tic Zolleinnahme hierfür beträgt 3 017 984 Mk. ober 1,7 Proz. vom Werl. Rächst Rußland ivar Oesterreich- Ungarn am stärksten an dieser Einfuhr beteiligt, es lieferte 567 014 dz. Sowohl der österreichisch-ungarische wie der russische Eicrerport ist m der Hauptsache auf Den deutschen Markt angewiesen.
Marke.
F.C. Wiesbaden. Diehhof-Marktbericht vom 29. März. Auftrieb: Rinder 56 (Ochsen 17, Kühe 39, Bullen 00), Kälber 283, Schafe 73, Schweine 385.
Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine lebhaft.
Breis Durch-
pro 100 Bis. schnittspreiS
lebtnb- pro 100'Jsfunb
neiDiÄt uceent» 3x6lao:-
Ochsen. Don-bifl oon-bi» «ewichc
Pollfleischige, ausgemäslete, höchsten
Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 48—51 87—91 49 89
Junge, fleischige, nicht ausgeniäsie und
ältere ausgemäslete...... 44—46 80—65 45 82
Ungejochte...... ... 50—52 90—95 51 92
Bullen.
Dollfleischige, ausgewachsene, höchsten
Schlachlwerles........ 43—45 78—82 44 80
Dollfleifchige, jüngere 39—42 67—76 40 71
o ä r j e n, Kühe.
Vollfleischige ausgemäslete Färsen höchst.
Schlachtwertes 46—50 84—87 48 85
Dollfleifchige ausgemästete Kühe höchst.
SchlachtwerteS bis zu 7 Jahren . . 40—45 77—82 42 79
Aeltere ausgemäslete Kühe und wenig
put entwickelte pmgerekühe u. Färsen 35—39 70—75 37 72
Mäßig genährte Kühe imD Färsen . . 30—34 66—68 32 67
Halber.
Feinste Mastkälber 64-66 106-110 65 108
Mittlere Blast- und beste Saugkälber . 60—63 100-105 61 102
Schafe.
Weidemastschaie 42—00 84—00 42 84
Geringere Blast- und gute Saugkälber 54—59 90—98 56 94
Schweine.
Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner
Lebendgewicht 47—49 61—63 48 62
DoUfleifcbige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 47—49 61—63 48 62
Dollfleifchige Schweine über 27, Zentner
Lebendgewicht 45—46 58—60 45 59
Fleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht ........ 47—48 60—62 47 61
Limburg a. d. Lahn, 29. März. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Blatter. Roter Weizen (uaffamscher) 16,50 Blk., weißer Weizen (ai,gebaute Fremdforte) 16,00 Blk., Korn 11,60 Mk., Gerste: Jultergersle 0,00 Blk., Braugerste <0,00 Blk., Hafer Blk. 7,75 Erbsen 0,00 Blk., Kartoffeln 7,00—8,00 Mk.
kirchliche Nachrichten.
3$raeliti|*e Hchgion^emtintc.
Gotteröienjt in ter Spnagoge lSüd-AnIagel,
Samstag Den 1. April 1911.
Vorabend: 6.45 Uhr.
Morgen-: 9.00 Uhr.
Nachmittags: 3.30 Uhr. Schrifterttär«»,.
EabbatauSgang: 7.45 Uhr.
3sratlitiid)c tteligionsgrselschaft.
Sotterdicnst.
6 a b ba t fei er am 1. April 1911:
Freitag abend 6.30 Uhr.
SamStag morgen 8.30 Uhr.
Samstag nachmittag 3.30 Uhr.
Sabbat-AuSgang 7.45 Uhr.
WochenflolteSdiensi: Morgens 6.45 Uhr, abends S.00 uot.
WSchcntl. UeberfW öerSoeesfäfle L ».Stadt «ch«.
12. Woche. Vom 19. biß 25. Marz 1911.
Einwohnerzahl: aiigenommen zu 31,300 (infl. 1600 Blann Militär).
SterblichkeitSziffer: 25,10 •/*» nach 2lbzug von 8 Ortsfremden: 11,64 Kinde r
Anm.: Die in klammern gesetzten Z'Nrrn geben an, rote trnti Der Todesfälle in Der betrcifcnDcii Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
ES starben an Zusammen:
Erwachsene.
tut
vom
L Lebensiatzr:
2.—15. Jahr:
Lungenentzündung
2
—
2
—*
Herzfehler
1
1
Schlagfluß
2 (1)
2(1)
—
■■■
Bruch
1 (1)
1 (1)
—
Blinddarmentzündung 1 (1)
—
—
1 (M
Nierenentzündung
2
2
-
KrebS
1 (1)
1 (1)
Verunglückung
2(2)
2 (2)
—
—
Lebensschwäche
2 (2)
—
2 (2)
Summa
15(8)
9 (5)
5(2)
1(1).
Meteorologische veobachtungen der Station Siehe».
vlieberlchlag : — 0,0 mm.
q 1911
Barometer arü 0e reduziert
Temperatur der Sufi
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
®rob d« Dkwvlkung in gthnirl ber ßchw flimmeUp.
«etter
29. 2"
741,8
21,2
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741,6
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739,7
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m 28.
bi- 29
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arz =
+ 24,4'0,
Riedrigst«
. 28.
r 36
+ 5,6 'S.
AtftenMarKf greben ist oft gleichbedeutend mit sich erkälten. Darum pflegen vorsorgliche Frauen besonders bei rauhem Wetter in der Handtasche neben Portemonnaie und Schlüssel eine Schachtel Wybert- T abletten mitzunehmen, die
jede Heiserkeit im Entstehen bannen. Die Schachtel kostet in allen Apotheken nur 1 Mk. und die Wirkung ist unübertroffen. Depot in Gleesen: Pelikan-Apotheke. Kreuz 2. (88%
Todes-Anzeige.
ES hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unsere liebe, teure Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Margarethe Stroh
geb. Drescher
nach längerem, schweren Leiden im 67. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufcn.
Die trauernden Hinterbliebenen
I. d. N. Carl Stroh, Werkmeister
Grünberg, KarthauS, Gießen, 29. März 1911.
Die Beerdigung findet Freitag den 31. März, nachmittags 2 Uhr statt. 12141
Bekanntmachung.
Im GenossenschastSregisler wurde bei Dem Vorschuß- und Strebilüercin, e. G. m. Ä. H-, Hungen eingetragen: Friedrich Falk ist auS dem Vorstande ausgeschieden.
Hungen, 9. März 1911. B*%
Großherzogliches Amtsgericht.
Bekanntmachung.
In unserem GcnoffenschaftSregister wurde bei der Korn- tzausgenosscnschaft, c. G m. b. H., mi Hungen, eingetragen: Die Liquidation ist beendigt. Die Vertrettingsbefugniö der Liquidatoren ist erloschen.
Hungen, 14. Mär; 1911. B29^
Großh. Amtsgericht.
Dürkopp
sT^ßl L
(EicmT
und
Vertreter: Peter Kronenber^,
Süd-Anlage 7 GJESSEN Telephon 680
Bekanntmachung.
Betrifft: Tas (Hinhalten der Tauben während der Saatzeit.
Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis aus Artikel 39 Ziffer 2, des Felbsirafgesctzes voin 13. Juli 1904 aufgeforbcit, ihre Tauben wegen der Saatzeit bis 20. Avril 1911 ciuzubalten.
Diese Bekanntmachung findet auf die Militärbrieftauben keine Anwendnng. B30!»
Gießen, den 30. Marz 1911.
Großherzogliäie Bürgermeisterei Gießen.
I. B.: Keller.
Cber()cffen.
Nutzholz-Submission
(1911 er Holzernte).
Fichtenstanime: 1. Kl. (üb. 49 Ctm. Mitteldurchni.i 1 St. 4,10 Fstm.
2. „ (40-49 „ „ 15 „ - 43,48 „
„ 3. „ (30-39 „ „ 51 „ =■ !)9,57 „
„ 4. „ (25-29 , „ 31 „ = 36.40 „
n 5a. „ (20 24 » „ 8 „ = 6, >> «
„ 5b. „ (12-19 „ „ 1 „ = 0,40 „
Das Holz ist gefällt und ohne Rinde gemessen, {yörftcr Tröller in Wcidarishain zeigt dasselbe vor. 45 »Fstm. lagern zirka x'. Stunde, 145 Fftm. zirka l1/, Stunde von der nachiien Balmstation entfernt.
Schrinlichc Gebote mit Der ausdrücklichen Erklärung, Daß fidj Bieter den hiesigen Berkaufsbedingungen unterwirft, find bis znm 15. Avril 1911, abends 7 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde, von der auch Aufmaßliften unentgeltlich bezogen werben können, ein« zurcichen. Bieter bleibt bis zum 25. April dS. Js. an fein Gebot gebunden.
Laubach, 29. Mär» 1911.
Großherzogllchc Oberförfterei Laubach.
A u D r...|B<.
K 21/11-
Donnerstag, 20. Avni 1911, nachmittags 3 Uhr, werben in nnferem Amtszimmer Die Dem Bieler, Adolf, die Firma, in Gießen gUflgftbricbenen nächste liend verzeichneten Parzellen versteigert:
1/534*'ln = 96 qm Vorrette m der
Nuhgasse.
Gießen. Den 27. März 1911.
Großh. OrtSgericht Gießen.
Gros.
K 119'10. B“/$
Donnerstag den 11. Mai 1911, nachmittags 3 Uhr, werben in unserem AmtSzinnner Die der Firma Müller & Diebel. Inh.. 1. Lubivig Blllller von Lützellinden, 2. geschiebene EarlDiebelEhefrau geb. Weiganb. zugeschriebenen nacUftebcnb verzeichneten Parzellen versteigert:
1,949 — 143 qm Grabgarten in ber Renstabt
1/950 — 444 qm Hofreite daselbst.
Gießen, Den 22. März 1911.
Großherzoglicheo Ortsgericht.
_________GroS.______ k 26/11. “ 3*7^
Donnerstag, 20. Avril 1911, nachmiilags 3 Uhr. werben in unterem Amtszimmer bic bem St. W. Henrich in Gießen znAc- fdiriebcncii nachstehend verzeichneten Parzellen versteigert: 38Dlr. ab 118"/1W - 355 qm Hofreite hinter den Schießgärten an Der RobbeimerStraße nahe Der Fetdbcrciuigung alt 38/113'’ ,« - 400 qm neu 38.72* 10 — 450 qm.
Gießen. Den 27. Marz 1911.
GroßherzoglicheS Ortsgericht.
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