Ausgabe 
27.11.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Überall erhältlich.

Aue-gesellschaft k Berlin 0.17

Berlin wird sich nicht mehr abwenden lassen. Die Parteien stehen einander schroff gegenüber und keine ist zu Einigungsderhand- tzrngen geneigt. Sowohl im Lager der Arbeitgeber wie auch dem der Arbeitnehmer werden Vorbereitungen zu einem längeren Kampfe getroffen. Die Arbeitgeber haben mit einer seltenen Einmütigkeit den Aussperrungsb-eschluß gefaßt, da gegen scheinen die verschiedenen Arbeiterorganisationen getrennt marschieren zu wollen. Die Vertrauensmänner der Hirsch-Duncker- ichen Maschinenbau- und Metallarbeiter erklärten in einem Be- l chluß, der Massettentlassnng ruhig entgegensehen zu können und verurteilten des freie Gebaren der sogenannten freien Gewerk­schaften, insbesondere des Deutschen Metall-Arbeit erverbandes, einen Keil in die bisher einige Bewegung hineingetrieben zu haben.

DieMorgenpost" meint, es sei zweifellos die Absicht der Arbeitgeber, in erster Linie die Mitglieder der freien Gewerk- schaften auszusperren, bod) gehe auch daraus hervor, daß die in den Siem en sw er lcn angestellten Arbeiter, von denen die Hälfte der rund 20 000 Beschäftigten dem gelben Verbände bereits angehören, aufgefordert wurden, diesem Verbände bei- .zntrcten, weil sie dann nicht von bei" Aussperrung betroffen würden.

I Ms, J1

! Os

ii

| >j neu) der

I LMM

IsZ

I Mist,.« dies wurde.

Mörer nutzt eyü

Unser bester Glühkörper ,

I*.. ist nur echt in Originalpackung

M Xz wW mit Aufschrift jDegeaT

Aus Stadt und Land.

Gießen, 27. November 191L

Ueberlandwerk Wölfersheim.

Wie wir erfahren, wurde in der am verflossenen Sams- kag abgehaltenen Sitzung des Provinzialausschusses ein eingehender Bericht über den Stand der für den Bau der ElektrizitätZanlagen Wölfersheim -ge­leisteten Vorarbeiten erstattet. Ihm war zu entnehmen, daß, nachdem sich etwa 100 Gemeinden dem Provinzial­unternehmen vertraglich verbunden haben, kürzlich die Ein­ladungen zur Abgabe von Offerten für die Lieferungen hinausgegangen sind. Die Vergebung der Arbeiten wird im Laufe des Monats Dezember erfolgen, so daß mit 'bet Bau­ausführung begonnen werden kann, sobald es die Wit­terung irgend zuläßt.

Wir nehmen umso freundlicher von dem rüstigen Fort­schreiten der Arbeiten Notiz, als wir damit gleichzeitig einem immer iroch hie und da auftretenden Gerücht be­gegnen, wonach das Projekt nicht recht vorwärts gehen wolle. Davon kann nach dem Vorstehenden gar keine Rede sein. Man hofft sogar, die Hauptlinien brs zum Spät- jahr 1912 in Betrieb nehmen zu können.

*

* Tagest al en der für Montag, 27. Nov. Vortrag von Irl. Tr. Kröhne-Worms: Die Tätigkeit der Iran in Wohn- ungsanisicht und Wohnungspflege. Abends 8ZL Uhr im großen Hörsaal der Universität.

Landkreis Gießen.

Lich, 2b. Nov. Die P r ä Pa r a nde n a nst a l t feierte gestern abend den Geburtstag unseres Groß Herzogs rr Steins Saalbau. Die Festansprache hielt Vorsteher Loren . Der Redner verbreitete sich eingehend über Groß Herzog Ludwig L Musikalische 'Darbietungen und Deklamationen der Schüler ver­schönten die Feier.

Kreis Büdingen.

H. Büdingen, 26. Nov. Zur Feier des Geburts­tages des Großherzogs fand am Freitag abend int Saale des Gasthauses zum Stern Biertommers ftat:. Pfarrer Schöneck-Büdingen hielt die Festrede.'Vergangene ; Woche wurde in der Röhrbacher Gemarkung Treibjagd abgehalten. Ein Rehbock, 20 Hasen und ein a n g e s ch o s s e => ner Bahnwärter waren die Jagdbeute.

H. Büdingen, 25. Nov. Gestern nachmittag janb Ge­meinderatssitzung statt, zu der sich außer Bürgermeisicr und Beigeordnete 9 Gemcindcratsmitglieder eingefunden batten. Die vom Gemeindeeinnehmer vorgelegten Kreditverzcichnisse, dec eine lieber sicht über die Einnahmen und Ausgaben int i910cr Wirtschaftsjahr darstellten, wurden genehmigt. Es wurde ein kleiner lieber schuß der Einnahmen festgestellt. Die zur Ligiü- dation vorgelegten Ausstände werden gleichfalls genehmigt. Tie Lehrer an ber hiesigen Volksschule haben ein Bürgerlos Holz als G e h a l t s a n t e i l zu beziehen. Lehrer Kämmer bittet, da er nach Einführung der Gasleitung keine Verwendung mehr für das Holz habe, ihm Iden Gehaltsanteil, der nach dem Voranschlag 25 Mark beträgt, in Geld auszuzahlen. Dem Gesuch wird stali>

diese bedeutende Erhöhung ftattgefunden habe. Vom Kreistag ist die U m p f l a st e r u n g der Bahnhofstraße mit Kleinpf.asler bis 1914 zurückgestellt worden. Der Gemeinderat bedauert diesen Beschluß, stellt hie von der Stadt gesetzlich festgelegten Befträge' zu den Herstellungskosten wiederholt zur Verfügung und beschließt, das Kreisamt tzu bitten, bei dem Kreistag zu beantragen, daß die Umpflasterung der Straße 1912 in Angriff genommen wird, i Eine Herstellung der Fußsteige ohne Fahrbahnpflasterung ist nach . Aussage von Sachverständigen unmöglich. Es wird festgestellt, daß ein Passieren ber Straßen und Fußsteige namentlich bei Nachtzeit geradezu lebensgefährlich ist und Unsälle kaum zu bcu meiden sind. Ein Gesuch verschiedener Bewohner in ber Keller- gaffe um Pflasterung.eines Teils ber Straße wird zurück- > gestellt. Eine Besichtigung des betr. Straßenteils soll stattfindei'. Ganz besonders wird hervorgehoben, daß gerade für die Keller gaffe in den letzten 15 Jahren ganz bedeutende Aufwendungen gemacht wurden. Die Darlehensverträge mit der Landeshäpo thekenbank über ein etwa notwendig werdendes Darlehen von 50000 Mark werden genehmigt. Am Ende der Sitzung wird no h die vollständige Herstellung des Beundewegs beschlossen. In einem Schreiben übergibt Kreisrat Boeckmann dem Gemeinderat, das von ihm im neuen Rathaussaal gestiftete Freskogemälde, bn-j Büdingen im 16. Jahrhundert darstellt. Der Gfenteinberaf über nimmt dankend die Stiftung und erkennt an, daß das Bild be deutend zur Verschönerung des Saales beiträgt und zum Besuch des Rathauses durch Fremde mtregen wird.

§ Eckartsborn, 25. Nov. Unser altes, zum Teil i feuchtes Schulhaus soll einem Neubau Platz machen.

O Bergheim, 25. Nov. Im Vorsommer nächsten s Jahres findet hier das 7. Bundesfeft derV ogets | berge r Sänbervereinigung" statt. Zu dem U Sängerbund gehören 8 Vereine.

x N i d d a, 25. Nov. Das Geburtsfest des Groß-W Herzogs beging am Vorabend, den 24. November, diel höhere Bürgerschule mit Gesang und patriotischen Deklama-W tionen. Pfarrer Werner hielt einen Vortrag über hessische ® Tapferkeit und hessische Treue vor 100 Jahren. Besonders I traten Franz Greit von Hessen und seine treuen Kampsgc- rroffen hervor im russischen Feldzug 1812. Ertrug bod) dieser Feldherr alle Strapazen des harten Winterseldzugs mit den Seinen; in Hunger, Frost und Blöße verlies er sie nicht und wurde dadurch ein erhabenes Vorbild für die Nachwelt in jeden: Stande. Ein Hoch auf den Groß Herzog schloß die Feier. Am Abend Hes 24. November sand im Gambrinus ein a l l g e m e i n e r KommerS statt, bei. dem das Kaiserorchester sowie der Gesangverein iLiederkranz wieder den musikalischen Teil übernahm. Eröffnet durch Oberst z. 2. Weimer folgte nach einem Gesang die Fest rede des Pfarrers Hermann, welcher aussührtc, wie in einer durch die letzten politischen Vorgänge zu Festfeieni gar nicht geneigten Zeit die Geburtstagsfeier eines Fürsten, | der auf so erhabene Vorfahren zu rückblicken kann und au i ihren Grund in landesväterlicher Weise rueiterbaue,iber der Wünschen seines Volkes in jeder Weise entgegenkomme uni für alle Stände ein offenes Ohr und eine offene Hand hat einfach eine Dankespflicht sei, die auch gern erfüllt werde ' dazu komme die Schlichtheit und Einfachheit unseres Fürsten die ihn jedem sympathisch mache. Nach herzlichen Wünschcr für ihn schloß die Rede mit einem Hoch, auf das die Na" tionalhymne folgte. Gemeinsame Lieder patriotischen In Halts, ganz vorzügliche Vorträge des Orchesters und bet Vereins Liederkranz sowie eitrige vom Turnverein gestellti felxr schöne Turnerbilder trugen zur Hebung der Feier bei welche einen allerseits gelungenen Verlauf nahm. Unser Rathaus ist diesen Sommer einer gründlichen Reno vation unterzogen worden, sowohl im Aeußereu als im Inneren und macht einen sehr schönen Eindritck. Die Räumt im Innern sind nunmehr praktischer eingerichtet unb mehr ausgenutzt als vorher. Eine Neitpflanzung von Zier bäumen läßt die Stadt eben an dem Promenaden weg vom Schloß nach der Krötenburg anlegeir Die wenig Ertrag liefernden alten Obstbäume werden ent­fernt und wird an ihre Stelle Rotdorn angepflanzt.

Kreis Alsfeld.

1} Alsfeld, 26 Nov. Im Walde bei Liederbach nnirttf der 25 Jahre alte Arbeiter H o ff m a n n von dort beim Baum­fällen erschlagen.

4- Homberg, 25. Nov. Großherzogs Ge burtstag wurde hrer durch einen Kommers dn K'rregervereins gefeiert, der im Hessischen Hof ab­gehalten wurde.

+ Deckenbach, 26. Nov. Bei der heutigen Bur^ germeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Hancßi wiedergewählt.

Kreis Schotten.

st. Schotten, 25. Nov In der letzten öffentlicher! Stadtvorstandssitzung wurde folgendes beraten und folgend Beschlüsse gefaßt! Als Schätzer für an Milzbrand, Rausä> brand und Schweinerotlauf gefallene Tiere wurden bi Herren Karl Bechtold und Konrad Schlörb VIII. unb al­beren Stellvertreter die Herren Karl Schlörb V unb Adar: Hofmannwiebergewählt. Als Ersatz für den infolg'

Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Bürgermeister, Ortsgerichtsoorsteher und Standesbeamten Ehristoph Krausgrill III. zu Nieder-Weisel, Kr. Friedberg, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß- ntütigen verliehen.

* * Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Pfarrer Hch. Wagner zuNieder-Florstadt die evang. Pfarr­stelle zu Stockstadt übertragen.

** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Streckfuß aus Gettenau eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Steinfurt, Kr. Lauter­bach. Erledigt sind: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Steinberg (Kr. Schotten) ; mit ihr ist die Hälfte des Organistendiem'tes zu Hirzenhain verbunden. Die Präsentation steht dem Fürsten zu Stolberg-Noßla-Ortenberg zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehcerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Stoll; mit der Stelle ist Organisten- und Lektor­dienst verbunden. Dem Grafen von Schlitz genannt o. Görtz steht das Präfentationsrecht zu.

* Neue Forstassessoren. Ernannt wurden zu Forstassessoren die Forstrcferendare Ludwig Frantz aus Darmstadt, Wilh. Scheele aus Babenhausen, Edgar Schmidt aus Mühlhausen und Hch. Weber aus Großen-Linden.

**DerhessischeFürsorgevereinsürKrüp- pel hielt dieser Tage zu. Darmstadt eine Vorstandssitzung ab. Der Vorsitzende, Geh. Regierungsrat Dr. Die-tz, er­stattete Bericht über l)ie seitherige Vereiustätigkeit, die sich, wie bet einem neu gegründeten Verein verständlich, nament­lich auf die Werbung von Mitgliedern und die Propaganda erstreckte. Der Mitgliederstand hat sich gehoben, wenn auch in vielen Kreisen und Städten die Werbetätigkeit noch keine rege gewesen ist. Der Verein zählt bisher 348 Mit­glieder mit 2903.50 Mk. Jahresbeiträgen und 700 Mk. einmaligen Beiträgen. Die geringen Beitragsziffern (Darmstadt zählt 137, dagegen Mainz nur 32, Worms nur

lose Arbeit, die die harten, edlen, aber dünnen, blassen Züge jenesneoklassizisttschen" Stiles in sich trägt, dessen Haupwer tretet neben Paul Ernst Hardt ist. Ein technisch wie künstlerisch bedentettdes, in ber Form harmonisch geschlossenes Werk, dem aber in Sprache wie Eharakteristtk die überzeugende Leidenschaft, die zwingende Kraft des Genies fehlt.

Die Aufführung, in der besonders die Frauengestalten, die Gerlind der Irene Driesch und die Gudrun der Lina Lossen hervorragten, ward dem Werk in seiner farbigen Koloristik nicht gerecht, aber sie rief doch jenen starken und tiefen Eindruck hervor, den man in einer großgewollten, mit künstlerischer Selbst­sucht und geschmackvoller Feinheit durchgeführten Dichtung gerade in unserer Zeit am wenigsten versagen sollte.

*

Gießener Stadttheater. Iphigenie. Zur Feier von Großherzogs Geburtstag veranstaltete die Theater- bireftion am Samstag abend bei festlich beleuchtetem Hause ein; Vorstellung von Goethes Iphigenie, zu ber Herr Hans Baumeister vom Hoftheater in Darmstadt als Gast gewon­nen war. Nach dem von der Regimentskapelle unter Leitung des Herrn Obermusikmeisters Wilhelm Löb er sehr schön vorge- trageneil Eröfjnungsspieles zur Iphigenie in Aulis gedachte Herr Oberbürgermeister Mecum in seiner Ansprache der Bedeutung des Tages unb schloß mit einem Hoch auf den Landesherrn, das von dem Hause lebhaft aufgeiwmmen wurde. Darnach wickelte sich unter ber Regie des Herrn Direktors Steingoetter die Vorstellung sehr gefällig.ab. Im Mittelpunkt des Interesses stand Herr Baumeister als Orest und Frau Baumeister als Jphiginie, die beide durch außerordentlichen Beifall aus­gezeichnet wurden. Um die Vorstellung machten sich ferner ver­dient Herr B a k o f als Thoas und Herr V o l ck als Artas. Zu erwähnen ist noch, daß an der Vorstellung zum ersten Mal der Ausschuß der Studentensä)aft in vollem Wichs teilnahm.

rm. 3atmftab bon Großherzogs A II sand, wohnten u. a. 11 Algermeisler Mülle 1 Lei Rektor M W l surch den ^aientiid I! bekannt, daß aus G Diplomprüfung zum f-tl'stungder erste Dans Darmstadt (Arch MMark dem Tiplom- Woerliehen worden ist. « Aos. Varneji-Frankf | Darm ft ad l' ounb der Landl I len, dem die gro I verbände von 11L I ssahre feinen büt I ersten Male wird stattfinden unb Ae Einladung Sc landwirtschaftliche! lassen, befien So; ßamftabt) ift. § H länbliqen &enoffen | ytMfWfdjajten, so E gewaltige reilnehnu Llj hing bes Bundestag L feilen Vorstcmdst ! II Ausschuß eingesetzt. \ | nationalen Bund d von Tanemark beig V japanischen Ge,

Li lemen Beitritt erklä V U). Worms,

I ^°Nenen Uebe I ? ^ülucksjall. I S Gimdhi I ^rden ^rnsheim wurde sch

®ie£rw'-?'9' 21 WB xDD 5 Klinik

Mer tflj 1 ^Eöung, die !°een haue.

fit

*1^

"Shei. 309

tau °°« ein, ^luch ^chnntl

^ne unter *" hne«6,ni $

15 Mitglieder, die Provinz Starkenburg 286, Rheinhessen 133, Ooerhefsen 105 Mitglieder! hemmen natürlich derr Vereinszweck, da zur Fürsorge für die armen Krüppel vor allem entsprechende Geldmittel gehören. Einige Unter» slützungsgesucbe konnten in dev Hauptsache durch Unter­bringung der Hilfsbedürftigen in dem K'rüppelheim zu Nie- der-Ramstadt und durch Beihilfen zu den Kosten der. ärzt­lichen Behandlung oder zu ben Kosten einer beruflichen Ausbildung erledigt werden. Der Gesamtvorstand erklärte sich mit den seitherigen Maßnahmen einverstanden. Da ben Gemeinden als Ortsarmenverbänden die Fürsorge für unbemittelte Krüppel obliegt, sie daher ein besonderes In teresse daran haben, daß die Krüppel möglichst in die Lage versetzt werden, nach geeigneter ärztlicher Behandlung er­werbsfähig zu werben, so sollen mit Hilfe der Kreisämter ben Gemeinden die Bestrebungen des Vereins eingehend bekannt gegeben und die Gemeinden zur Erwerbung der Mitgliedschaft eingeladen werden. In der allgemeinen Aus­sprache wurden Anregungen aller Art gegeben;

** Vom Frauenbund der Deutschen Kolonial- g ese lisch oft wird un§ zu dem Bericht über ben Vortrag beS Hauptmanns v. Ramsay:Reiseerlebnisse in Öftafnfn*, mitgeteüt, daß es sich nicht um ein Frauenheim, sondern um das Jugendheim in Lüderitzbucht handelt. Au der Kosten­deckung tmd Unterhaltung des HeimS beteiligen sich zehn Gruppen des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, darunter die Abteilung Gießen.

** Für die zweite Opernv orstellung am Mitt­woch hat das Hoftheater Nicolais ewig junge OperD i e luftigen Weiber von Windsor" gewählt, die am Samstag in "euer Einstudierung als Festvorstellung zum Geburtstage des Großherzogs in Darmstadt in Szene ge­gangen sind, jjut der Ouvertüre, diesem musikalischen Meister­werk, wurde in 1907 unser Theater eröffnet. Der dritte Akt enthält eine Reihe von Tänzen, in denen Nicolai eine der reizvollsten Ballettmusiken der ganzen Opernliteratlir geschrieben hat. Diese Vorstellung gibt also auch dem Hofballett die erste Gelegenheit, sich unter der Leitung der Ballettmeisterin Frau Thiele-Leonhardt dem Gießener Publikum vorzustellen.

**Der Schiklub Wintersport, Gießen (Gießener Schittuv) hielt am Samstag abend in sämtlichen Räumen bes Restaurants Metropol fein erstes Winter- f e st ab, bas so gut besucht war, baß viele Leute trotz ber größten Raumartsnutzung feinen Platz mefyr fanden. Die Räume waren mit Dannengrün, Schneeschuhen unb sonstigen Winte-rsportgeräten, mit vielen Winterbilbern unb einem großen Schneemann wirkungsvoll ausgeschmückt unb hielten Die zahlreichen Gäste unb Freunde bis zum früheir Morgen vergnügt beieinander. Das abwechselungsreiche Programm, das nur von Mitgliedern des Klubs bestritten wurde, war originell und humorvoll abgefaßt unb fand viel Beifall Nach einleitenden Müsikstücken und ber Ansprache bes Vor­sitzenden fang Wilhelm Schwa n ein paar Lieber zur Laute, bie sehr gefielen. Danach spielten die Herren Schmidt, Neurath und Zimmermann eine lustige Wirtshaus-- szene Die blinne Hesse und ber Borjemafter vo Meiches, die recht geschickt zusammengestellt warmnd leb­haften Beifall erhielt. Nach einem Marsch ftrug Herr Wei­ner in der Maske eines rheinhesfifchen Bauern ein paar luftige Dialektgedichte vor, auf die ein neckisches Cortplet, Die drei feschen Rodlerinnen, folgte, bas von den Damen Schmidt, Wallenfels und Emmerich allerliebst gesungen wurde. Es folgten zwei Orchesterstücke und bann ein' lustiges Protokoll, das DerNachtwächter von Breungeshain, Herr Hergenröder, über ben Vorstand des Klubs vom Stapel ließ unb das stürmischen Jubel erweckte. Auf das ulkige Couplet Alles to e g'n d e Leut folgte ein Schlußmarsch, der ebenso wie die anderen Stücke der Hauskapelle mit starkem Beifall aufgenommen wurde. Die Herren Hans Sonntag (Klavier und Lhlo- phon), Gustav Sonn t ag (Violine,, Erwin Koch (Violine), Hermann Schäfer (Klavier und Harmoniums Zimmer und Legler (Cello), aus denen bas Orchester bestand, hatten sich mit regem Eifer ihrer Aufgaben angenommen unb gaben auch späterhin noch zahlreiche Beweise ihrer .Künst, inbem sie bie Tanzpausen mit Gitarre unb Manbolin- vorträgen ausfüllten. Viel Stoff zur Heiterkeit bot ein Kasperltheater, bas eine starke Zuschauermenge um sich versammelte. Als früh um sechs Uhr ber erste Schnee über Gießen nieb errief eite, verließen bie letzten Gäste das Fest, bas sehr viel Anklang gefunden hatte, obwohl ber Vorsitzende in seiner Ansprache versichert hatte, daß die eigentlichen Feste des Schillubs nicht im Saal, 'sondern draußen im winterlichen Wald gefeiert würden.

** Regimentsjubiläum. Das 3. Unter-El­sässische Infanterie-Regiment Nr. 138 begeht am 18. Juli 1912 in Dieuze die fünfundzwanzigste Wie­derkehr seines Stiftungstages. Alle ehemaligen aktiven und Reserve-Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten des Jnf.-Regts. Nr. 138, die der Feier beiwohnen wollen, eben­so alle Unteroffiziere und Mannschaften des Regiments, die ihre Teilnahme noch nicht bereits auf anderen: Wege angemeldet haben, werden ersucht, ihre Adressen unter Angabe der Dienstzeit und der §i.ompagnie, bei welcher sie standen baldmöglichst an das Regiment nach Dieuze in Lothringen einzusenden.

* Der erfte Schnee, der in der Nacht zum Toten­sonntag siel, ruft unwillkürlich Erinnerungen an die in früheren Jahren ersten Schneefälle wach. Nach einem seit vielen Jahren geführten Wetterkalender hatten wir 1880 am 20. Oktober, 1881 am 5. Oktober und 1887 am 15. Oktober den ersten Schnee. Den spätesten Schnee brachte der Winter 1888/89 am 3. Februar. Noch seltener ist Frostwetter im.Oktober zu verzeichnen, eine Ausnahme macht nur das Jahr 1905, an dem am 21. Oktober, morgens 8 Uhr, bereits 3 Grad Kälte herrschte. Im Vorjahre fiel am 11. November Spur­schnee und am 27. Dezember trat tiefer Schneefall ein.

'* Roheit. In verflossener Nacht wurde in der Bahn­hofstraße einem Photographen der Aushängekasten nut Photo­graphien heruntergerissen und fortgeschleppt.

* Gestohlen wurden in vorgestriger Nacht aus dem Hofe Riegelpfad 39 2 eichene Balken, die von einem Ab­bruch herrührten.

fi Friedbe: I taqes des G r o ß \ I lichch wie auch er 8 Mittags um Ur ] $ amten und M I abends von 9 bis 15ie Stadtkapelle. I Een Vereinslotaic I lijchen Kirche fant Xebeum statt. M H Mtslages wurde I schalten.

Stack

KM

Äe. T?iiie ßj

Mr uWt geeint Ä

gegeben. Der löeitrag ber Stadt zur Forstdienerbesoldunq i hat sich um ttwa 500 Mark erhöht. Vor Genehmigung des Mekr- betrags wünscht ber Gemeinderat Aufschluß, aus welchem Grunöe \