Sjgg»
Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.
und China
Amerika, England
ceichichte
hoffentlich bald bekommen werden.
P.
Eine hu der Mellt.
zeidinungenr
Shalspreh
KUM OID
n scker!
en.quallhativ ungenj
Gietzrner Sänge.tranz.
Die Schöpfung". Von Jos. Haydn.
Gießen, 27. Nov.
!mbtt = + sn
*+ L8‘C
Heer und Flotte.
Potsdam, 2u. Nov. Exz u. x* l eiien, Generaloberst, Generalleutnant und Kommandant des Hauptquartiers des Kaisers, beging hcute seinen 70. Geburtstag, v. Blessen, der am 21. Leptember 1911 sein öOjühriges Tienstjublläum feierte, war am Freitag aus Donaueschingen nach Potsdam zurückgckehri, um seinen Geburtstag in,aller stille tm engsten Familienkreise SU verleben. Ter Kaiser sandte eine sehr Herzlid) gefaßte Tepesche und seine Düste, die Kaiserin und der Kronprinz sandten Glückwunschtelegramme.
Nr. 279
Ter «le-euer Anzeige, erscheint täglich, äuget LoiurtagS. - Beilagen: öiermal wöchentlich Gleze«er§omilitnd!äneri imeunQl ro5d)cnil.Kret$= blatt für btnKreu Gitten tTlenSkag und Freitag); zweimal monatl. Land' wirtschaftliche öcitfragen sleriisprech - Anschlüffe: für bie Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse Mir Depeschen: «nzctger Micfceu.
ton*. .Vermischtes^ und ittnrthm/ non Wni.ifl.« M M „ v i tz ff ff ^Derichtssaal-: K. New»
tir £..e Za««mnnmet Botoflonsbrul und Verlag »er vrühl'schen Unia. Bud), und Stcinöruderct H. lange. Heöültion, Lrpedition und Drutfcrei: Schulftratze 7. -Stabt .mb
« Uhr.Bringen: Zenisprecher Nr. 269 Leschäftrftclle vahnhsfftratze 16a. ftSt W.
(Ein Sudrun-Vrama von Lrnft Hardt.
Man schreibt uns aus Berlin: Während unsere mittelalterliche Ilias, die Nibelungen, eine große Reihe von Trchtern zur dramatischen Behandlung gereizt hat, hatte uiy'ere Odyssee, das schone Heldenlied von Gudrun, bis letzt nur einige wenige Poeten niebertn Ranges, die auf der Stofiiagd nichts verschonen, zur theatralischen Gestaltung verlockt. Tatz aber dies Gedicht von der Starke und Treue einer Frau einen bedeutenden dramatischen Gehalt umschließt, hat uns nun der preisgekrönte Tichler von „Tantris der Narr" E r n st H a r d t in seinem fünfaktigen Trauer- ipiel „Gudru n" bewiesen, das am Freitag abend im Lessing- Theater seine Uraufführung erlebte.
Sehr geschickt ist die Vorgeschichte, der Raub der Hagen- Tochter Hilde durch Hettel, nur als stimmungsvoller Hintergrund, als schmückendes Beiwerk verwendet, von dem sich das Schicksal Gudruns in reiner, starrer Größe abhebt. Mit großer Kunst ist es Hardt gelungen, die rein epuche Erzählung des alten Liedes in dramatische spannende Handlung umzusetzen, obgleich er sich — mit Ausnahme des völlig ins Gegemeil verkehrten Schlusses — ziemlich streng an die Abenteuer und Szenen der mitiel- alterülyen Dichtung hielt Geschickt ist die gegenständlich malende Erzählung vermieden, so moncyes aitgermanische Btotiv Hingt bedeutungsvoll, aber in ganz anderem Zusammenhänge an, eine große VHihe Gestalten tu überhaupt entfernt, um nicht durch
stets beliebte „Zoologische Tlrie" (Erschaffung der Landtiere) sowie die Partie des Adam aufs beste zur Geltung bringen. Frln. Bähr- Frankfurt verfügt über einen sehr reinen sympathischen Sopran, der allerdings — wie bei Koleraturstimmen häufig — nicht sehr ausgiebig ist. Gefreut haben wir uns auch über das mitwirkende Orchester (Kapelle des hiesigen In- santerie-Regiments „Kaiser Wilhelm"). Gerechtermaßen kann man ja bei einer Militärkapelle bezügl. Reinheit und Feinheit nicht durchweg io ■„aiiui1uvc k-ic ua einem Konzert-
Orchester, das -ie Ausbilduni der ctf 'iiummente, dos Begleiten von Singstimmen und das feinere Nuancieren beim Spielen in geschlossenen i/iauhien naaugeuiutf huyi puegen uno üben lann. Aber, was billigerweisc verlangt werden kann, fanden wir ganz wacker geleistet.
Ter einiichtigcn uiti) eifrigen Tätigkeit des Dirigenten gebührt alle Anerkennung.
Wäre es denn gut nicht zu ermöglichen, daß die augenscheinlich recht zahlreichen, aber zersplitterten Gesangskräne Gießens wenigstens bei einzelnen größeren Anlässen zu einem machtvollen Zusammenwirken sich vereinigten? Freilich wäre hierfür auch em richtiger Konzertsaal mit Orgel uiw. wünschenswert, den wir
ttr 2 i
d)?0 Sn
Ver '■ ** ’ ÜOn M L
Tastz Heimkehr.
Der Präsident der bereinigten Staaten, William Taft, möchte gar zu gerne bei den im kommenden Jahre stattfindenden Präsioentschaftswahlen wieder gewählt werden. Er unternahm deshalb am 16. September, nachdem er tags zuvor seinen 54. Geburtstag gefeiert hatte, im Pullman- wagen eine Agitationstour durch die Vereinigten Staaten, um für seine Kandidatur und die republikanische Partei Propaganda zu machen 13 500 englische Meilen hat er auf diesem Wege, der ihn durch 24 Staaten führte, zurückgelegt, 71 Tage war er unterwegs, in 205 Städten und Törfern hat er 306 Reden gehalten, und Hundkrt- tausenden von Menschen, Darunter dem schmutzigsten Farmer und Nigrer, hat er die Hand geschüttelt. Taft hat mit dieser Reise den Rekord aufgestellt: eine solche Agi- lationsleistung hat keiner seiner 2 5 Vorgänger, selb st nicht Theodore Roosevelt, zu verzeichnen. Mißt man daran z. B. die Agitationstouren unserer Aeichstagsabgeordneten, so wird man so recht den Riesenunterschied gewahr zwischen dem Lande der „gottgewollten Abhängigkeiten" und dem der „unbegrenzten Möglichkeiten".
Trotzdem dürfte Taft mit seiner Rundreise nicht das aeringjte für seine Präsidentschaftskandidatur erreicht haben, ja, es scheint sogar, als habe er damit noch einem Teil seiner bisherigen Anhänger, der alten rupublikanischen Garde, vor den Kopf gestoßen. Sie und die junge Garde, die «oaressisten, hatten erwartet, etwas von der kommenden Irustpolitik Tafts zu hören, jene im Sinne ihrer Aufrechterhaltung in den bisherigen Grenzen, diese im Sinne ihrer allmählichen Beschränkung. Sie hatten auch erwartet, zu hören, wie es Taft, falls er wiedergewählt würde, mit den hohen Schutzzöllen zu halten gedenke, also die Beantwortung jener Fragen, die Taft bisher trotz aller von ihm bei seiner Wahl (1908) gegebenen Versprechungen nicht berührt hatte. Demi da in Amerika fast das ganze Volk unter der durch Trustherrschast und Schuttzolltarif herbeigeführten Teuerung aller Lebensverhältnisse seufzt, io haben die Wahlen $um Kongreß im November o. Js. bereits eine Mehrheit für die Demokraten ergeben; die bisherige überwiegende Mehrheit der Repudlitaner im Senat erscheint durch Abschwenken oder wenigstens Annäherung der Jungrepublikaner an die Demokraten schon jetzt gc^ brachen und dürfte in kurzer Zeit wohl einer demokratischen Mehrheit überlsaupt Platz machen.
Und gerade von dem, was das amerikanische Volk vor allem berührt, sagte Taft, um es nicht mit diesem oder icncm Teil seiner Wählerschaft zu verderben, kein Wort. 6r erging sich des langen und breiten über den Weltfrieden und die Schiedsgerichtsverträge, über sein Tarifveto gegenüber dem demokratischen Repräsentantenhause und über die Bundesgerichte. Das aber interessiert das amerikanische Volk heute nur wenig Ist doch die Weltfriedensidee durch die kriegerischen Ereignisse in Europa
Arbeiterbewegung.
Tie Mctallardeiterbewegllog in Berlin.
Berlin, 27. Nov. zr. nir c.c nächste Woche angekundigte Ausiperrung von 60—70 000 Metallarbeitern in Groß- üvviges Episodenwert ine uaren großen hinten der Lzenenführung iu verdecken. So folgen wir denn den altbekannten liebvertrauten Geichichten von Gudruns stolzer Herrlichkeit, vom Werben ihrer Freier, von ihrer Verlobung mit dem Tanenkönig Herwig, vom Raub der Schonen durch den abgewiesenen Normannenkönig Hart mut, von ihrem schmählichen Magdtum in der Gefangenschaft, ihrer wundewollen Treue gegen Heimat und Sitten und von der Rache, die die Hegelinge an der böien Mutter de» Normannen- konigs Gerlind nehmen. Aber statt des fröhlichen kindlich hellen ^chtunes der alten Gudrun, in dem sich über Blut und Mord drei Paare zu neuem Glück und zutunftsrelchem Leben zusammen, ichließen, treffen wir dann auf einen düster dunklen Ausgang. Nicht rettet im Tratna Held Hartmut Gudrun vor dem Dolche der „wölfischen" Mutter, sondern sie erliegt ihm und haucht ihr junges Leben aus. Und darin, daß dieser Tod notwendig in dem inneren Koninkt der Heldin begründet ist, daß sie nicht am Dolchstich,, sondern an der tieiinnerlichen Herzenswunde des verwirrten Gefühls stirbt, darin liegt der Kern der dramatischen Umsormung, die der moderne Dichter mit dem Heldenlied vorgenommen, liegt die völlig veränderte Stimmung d o Werkes begründet.
Wlll der heutige Poet das Gold des alten Sagenstoifes zu einer neuen modernen Form umbilden, io muß er die rein epische Motivierung und die am Aeußerlich-Typiichen haftende Charakteristik verinnerlichen, indwidualiüeren, seelisch ausdeuten, xas hat Hardt in einer so konicauenten Weise getan, daß vom alten Gudrunlied nur die ungefähren Umrisse, die rohen Ge ichehnisse erhalten blieben, während ein neue» Kunstwort aus eigenitem Erleben erstand. Tic lühle, den Sippen und der Slli weite, germanische Jungfrau Gudrun wird zu einem modernen *5erbe, das seinen Räuber, den „goldenen" Normannenlönig, liebt und in der sich der >rtolz der geschändeten Königswürde uno der persönlichen Erniedrigung gegen die ungestüme Neigung aufbäum:. Ta Gudrun ihrem feierlich verlobten Bräutigam Herwig nach dem Gebot der Pflicht treu bleiben muß und Hartmut, u.c nick um ioz geworben, sondern sic genommen hat, in ihrem starken Persönliaiteltsgeiüht nicht verzechen kann, io muß sie neu./, denn ihr bleibt tein Ausweg zwi'chen dem (peoot des Versta und dem des Herzens. Es ist ein Kleistischer Zug in dieser Geitalt^ aber untteiMsch in die mühselige, viychologiich komv! ziene Seelendeuterei, durch die Hardt ''eine Figuren uns mer-jd’ lich näher bringen will. Wie ein ungelöster Zw e>oalt bleibt zwischen dem starten, hell durchleuchtenden Geist bei Sage uns dem müde geauälten Stil moderner Tifferenziertheit, io bleib) auch eine Klu't zo.iichen Wollen uno . onnen des Tichters, btc nicht uberbrust in. Tteie Tragödie das Blutes, in der jo viel von Den Wundern, Gehcunnmen und Mächten dieses besonderen saftes.^L-repet wird, i,x int. jr;^..t uoer^ aoer blut»
veinasvrettz: monatl ich 7öVf^ viertel» iohrlid) Alk. 2.20; tmreh Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; burch bie Post Att. 2.—viertel- jährl. auSschl. Bcstella. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig, kbesrebakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goctz; für „Feuille-
Lchiedsgerichtsverträge stoßen auf unvorhergesehenen Aidcrftand, das Beto Tafts aegen die vorn Kongreß angenommene Ermäßigung des Tarifs hat bet der steigenden demokratischen Welle überhaupt keine praktische Bedeutung, rnd die Frage der Bundesgcrichte zu erörtern, war gerade im jetzigen Augenblicke insofern recht verfehlt, als das
Vie spanischen Zorderungen.
Ter „Ternps", welcher bisher mit aller Entschiedenheit die Räumung von Larrasch und Elksar seitens der Spanier gefordert hat, meint in Erörterung des französisch>englischeir Geheimvertrages: Man hat den Spaniern ein großes Stück der Küste versprochen; mögen sie es behalten. Aber im Hinterland sollten sic Opfer an Gebiet bringen, welches Frankreich braucht, um die Freiheit seiner Verbindungen zwischen Fez einerseits und Algerien, Tanger und Casablanca andererseits zu sichern. In dieser Richtung könnte sich wohl die freundschaftliche Vermittlung Englands geltend machen.
Deutsches Reich.
Ter Kaiser horte am ^a.iiviag ui Donaueschingenden Vortrag des Chefs des MilitärkabinettS und nahm am Sonntag vormittag mit dem Fürsten zu Fürstenberg und bett Herren des Gefolges am evangelischen Gottesdienst teil. Später begab fick» der Kaiser mit dem Fürsten nach dem neuerbauten, nunmehr fertigen Rathause, wo sich die Fürstin zu Fürstenberg in Begleitung 6er fürstlichen Gäste eingefunden hatte. Ter Kaiser wurde von dem Bürgermeister empfangen, besichtigte den großen Saal und die Nebcnräume und ließ sich die Gemernderatsmckglieder vor stellen. Ter Kaiser ist nach herzlicher Verabschiedung von dem Fürsten zu Fürstenberg, dessen Familie und den Gästen um 5 Uhr 35 Mn. im Sonderzug nach Moschen Schlesien' abg ereilt I^cr Sonderzua wird in Oos halten, weil die Großherzogin Luise von Baden den Kaiser begrüßen will.
Vom Zentrum ist in einer Versammlung des Wahlkreis ausschusses in Worms für den dortigen Bezirk der Reicks- und Landtagsabgeordnete Uebel (Tieburg! als flanbibat ausgestellt worden.
Ein Vkentor für die Reichstagswahlen 1912 ist bei Gerh. Stalling in Oldenburg erschienen Er ist ein Nach- schlaac- und Notizbuch, in das nach den Wahlen übersichtlich alle Namen, Ziffern und Einzelheiten eingetragen toerben können. Zum Vergleich find auch die Tabellen seil den Wahlen von 1893 bcigciu :
gleichfalls mit der Versammlung des Hanfabundes und erklärtem Gelnimrat Riester ist nir uns Niedersachsen em Fremder, der kein Verständnis bat für unsere winichaillichc Eigenart. Rießri und feine Freunde sind für den Schutz der nationalen Arbeit nicht M gebraudren, denn fit kennen keine Heimat. Wir wollen Eristenzzölle und keine Gewinnzölle Tas ist die Meinung des ganzen Bundes der Landwirte. Ter Redner erklärte, daß der Bund der Landwirte im Fahre 1917 für paritätische Handels- vertrüge eintrete und besonders den notigien Schutz für Viehzucht und Gartenbau fordern werde. Zum «chluffe lwb er hervor, daß die Konservativen auch eine Wahlparole hätten, nämlich bae- alte Bismarckiche Programm: Verteidigung der Verfassung, Front gegen eine weitere Ttmofratiiierung Tnitfdrlanb? und Ausbau der sozialen Fürsorge.
Erster Blatt Ibf. Jahrgang Montag, 21. November M
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Vorgehen gegen den Stahlt ruft weit über das Ziel hinaus- geschossen hat. Gewiß ist die energische Bekämpfung der Auswüchse bc$_ Trustwesens in den Vereinigten Staaten überaus populär, aber es hätte sich um eine Verfolgung ber Standard Lil, der Tobacco Eompanp und anderer handeln müssen, deren Aktien ausschließlich im Besitz der Millionäre sind, nicht um den Stahltrust, der es nicht verdient, als „eine Vereinigung so ziemlich aller wirtschaftlichen Verbrecher" hingestellt zu werden, und dessen Bücher 130000 Einzelaktionäre aus allen Volksschichten aufweifen.
Was wunder daher, wenn Präsident Taft auf feiner Agitationsreife auch mehr als einmal leere Säle fand oder vor faulen Aepfeln und Apfelsinen in seinen Pullmam wagen flüchten mußte. Eiaenlliche Triumphe hat er nur vor Studenten und Schulkindern gefeiert, vor denen zu reden er fautc de mieux in einzelnen Fällen nicht unter seiner Würde hielt. Ter gute Big Bill! Man dapf fest überzeugt sein, daß er eine durchaus ehrliche Haut ist und diese für sich und die republikanische Partei auf seiner Agitationsreife zu Markte getragen hat. Und alle haben sie gegerbt, sowohl bie Altrepublikaner, die er weiter an sich zu fesseln hoffte, als auch die Jungrepublikaner und Demokraten, bie er wenigstens zum Teil für seine Präsi- bentschaftskanbidatur zu gewinnen badjte, inbem er bie im Mittelpunkte bes Interesses stehenden strittigen Hauptfragen in feinen Reden gar nicht berührte. Es war wohl ber letzte stolze Augenblick seines Lebens, als er vor kurzem seine Reise uillerbrach, um als Prasibent bie Flotte ber Vereinigten Staaten im Hafen von Neuyork parabieren zu feljeiL Seine Agilationstour war ein Fiasko. Er ist letzt als stiller Mann heimgelehrt und dürfte keine Aussicht mehr haben, im November 1912 noch einmal zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu werden.
Line proDinjialverfammlung der rechl5ftehenden Parteien in Hannover.
Tie Wahlkäinpw bober. bereut- mit aller Macht eingesetzt. In Hannover hat betanntlich vor einigen Tagen der Hansa- bund für »eine Politik Propaganda gemacht. Darauf, wollten letzt bie rcchlsstchenden Parteien dieser Provinz Anlwon geben. Wir erhalten über die gestern in Hannover abgehaltene große Versammlung folgenden Bericht:
H a n n o v e r, 20. Nov. feilte fand hier eine Provin- z i a 1 v e r f a >n m l u n g der rechtsstehenden Parteien H a n n o v e r s statt. Zahlreiche Reichs- uno Landtagsabgeordnete u. a. der Präsident des Abgeordnetenhauses von Kröchm: waren dazu erschienen. Abgeordneter Tr. Hahn, Direktor des Land- wirte-Bunder eröffnete die Tagung. General v. Lieb er t hielt einen cmitüobigen Vortrag über die Sozlall>emokratie und die bürgcrlid>cn Parteien. Tcr Redner potemisierte dabei gegen die Aeußrrung, die Geheimrat Rießer kürzlich in Hannover gegen die rechtsitehenden Parteien getan hatte. Tie Aufstellung von 220 Kandidaten des Hanfabundes für die bevorstehenden Reichstagswahlkreise bedeuteten eine Zerrüttung aller Wahlkreise und damit einen Triumph der Sozialdemokraten.
Präsident Kröcher sprach sodann über die gegenwärtige politische Lage. Er griff auf die erregte Maroktoausiprache im Reichstag zurück und betonte, daß die ganze konservative Partei verantwortlich fei nir die Heydcbrandfche Rede vom 10. November, die der Ausdruck der allgemeinen Volksstimmung gewesen sei. Tie Liberalen hätten die R e i ch s f in a n z r e f o r m als Wahlparole hingestellt. Er nehme diese Wahlparole gerne an, denn die Rcick>slinanzreform sei eine große nationale Tat gewesen.
Daraus sprach Abgeordneter La tt mann über Kolonialpoli- tif und Hederich Hahn über die Wirtschasts- und Steuerpolitik im Hinblick auf die bevorstehenden Reichstagswahlen. Abgeordneter Hahn befchäftigle sich nach der „Bossischen Zeitung" zunächst
große und dankbare Aufgabe hol sich der Sängerkranz Aufführung des ewigjungen Meisterwerks von Haydn Es ist geradezu erftannlid) und in der ganzen Mufik- _ wohl ohne Beispiel, welche unverwüslliche Lebenstraft liesem Oratorium innewohnt. Unzahligemal gegeben,Jjemäbrt es Mmcr wieder feine Anziehungskra'l und Wirkung. Sie ruht in (tr unnachahmlichen Mischung reifster, schöpfen cher Kann mit i frischer Naturwüchsigkeit, kindlich naiver Frörnmigieit mit lebens- Ipruöigem Humor Gegen das ist die Zeck nahezu machtlos; lädst das kleine Zöpfchen, das wir gelegentlich an den Arien ufo. baumeln sehen, lassen wir uns mck einer Art lächelnder Rührung willig gefallen. — lieber die Entstehung und den Inhalt des Lerkes brauchen wir Mbekanntes hier nicht zu wiederholen. *-er Text, an fiai wenig hervorragend, hat den Vorzug, dem Reiftet reichste Gelegenheit zur Entfaltung feiner fchöpferifchen üIntasie zu geben, welche ihm eine Fülle köstlicher Einfälle Tonmalereien über das Werk ausitromen läßt. _ Für die -anze nachmalige Musik, zumal für bie Orchester tunst, für die jnbioibualifierung der Jnitrumente, ist das von dauernder Bedeutung geworden, wenn auch vieles andere von Haydns Lebens- ettf icr schrieb z. B. 125 Symphonien, 77 Streichauartette, Trios, eine Menge Kirchenmuiik und sogar 24 Opern!) der Zeit imn Opfer gefallen ist.
Tie Aufsührung verdient in Anbetracht der Größe der 2lltf- ;cü>e altes Lob und fand auch den warmen Beifall der gedrängt ■ tollen Aula mit dem starken Besuch hingen wohl zwei kleine äußerliche Mängel zusammen: die Temperatur des Saales und M dl; unzureichende Garderobebedienung). Ter gut besetzte Chor '■leng frisch und kräftig und bewältigte mit sichtlicher Sangesfreude | 'innen wohleinstudierten, freilich auch dankbaren und vielen Mck- OTrfenbcn wohl schon zuvor vertrauten Part. Für die Klang- rurkung der Chöre war die Aula erheblich günstiger, als z. B. «r Theatersaal zu sein pflegt.
I Ter Dirigent, Herr Ä. Kasten, darf sich seiner Arbeü -no ihres schönen Erfolges in der Tal freuen. Auch bei der lriswahl der Solisten zeigte er eine glückliche Hand. Konnte auch « Tenorist Hr. Münch-Frankfurt) nicht voll befriedigen, i fügte er sich doch dem ganzen wacker ein und halte z. B.
u -dem Rezitativ zu Anfang des 3. Teiles recht glückliche «omente; überhaupt lebten fiaj die Stimme im Laufe des Abends ■«jeitigeiL Der Baß-Bariton Hr. Everts-Köln) erbeute durch -.3ae, wohlausgeblldete Stimme, wie durch geschmackvollen Vor- -^.g und deutliche Aussprache. So konnte er auch die bekannte, I yen l9Ttr treffenben Tonmalereien bei Sangern und Hörern
geradezu zum Spott geworden. Die von stand und Frankreich anneboteucn allgemeinen


