Ausgabe 
3.11.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Wahlen ialn-ufehten. Es sei durchaus zu bedauern, daß es in Hessen nicht, wie in zahlreichen anderen deutschen Gegen­den, zu einer Einigung der liberalen Parteien gekommen sei. Ein Paktieren mit dem Bund der Landwirte und dem Zentrum müsse bei der gegenwärtigen politischen Lage durchaus ausgeschlossen sein. Der Redner wandte sich dann gegen die Ausführungen des Prof. Biermann und des Rechtsanwalts Kaufmann und verurteilte schließlich die Agitation in Zeitungsinseraten mit den Unterschriften Einige unpolitische Wähler" u. dgl>., die in Wirklichkeit tuol# aus dem nationalliberalen Parterbureau stammten. Rechts­anwalt Kaufmann gab demgegenüber die Erklärung ab, daß die nationalliberale Partei diesen Einsendungen fern­stehe und außer dem offiziell von dem Wahlausschuß unter­zeichneten Wahlaufruf vom Parteibureau kein Inserat auf­gegeben worden sei. (Anmerkung der Redaktion: Wir können diese Feststellung des Herrn Rechtsanwalts Kauf­mann bestätigen.) Rach einem kurzen Schlußwort des Abg Kopsch, in der er angesichts der Erklärung Kaufmanns seine Behauptung zurücknahm, schloß der Vorsitzende vie .Versammlung mit der Aufforderung, daß jeder von ferner Wahlpflicht Gebrauch mache, und einem Hoch auf Hessen und die Stadt Gießern

Der nun zu Ende gehende 34. Landtag hat in der Zeit von 19081911 folgende Personalveränderungcn erfahren. Durch Mandatsniederlegung sind ausgeschieden die Abgeordneten: Breimer-Beerfclden (not!.), Oberbürgermeister Dr. Glässing-Darinstadt (natl.), Geh. Rat Tr. Gutfleisch- Giegen (fortschr. 23p.), Rechtsanwalt Dr. Pagenftecher-Mamz (natl.), Pitthan-Wöllstein (natl.), Seelinger-Lainpertheim und Dr. Schmitt-Mainz (Zentr), weil zweimal gewählt. Reu eingetreten sind im Laufe der Landtagsperiode: Bach-Mainz (natl.), Dr. Boxheimer-Worms (Zentr.), Eibach-Pfoffen- Schwab^nheim (fr. 23.), Fenchel-Oberhörgern (Bbd), Ober« bürgecmstr. Köhler-Worms (natl.), Grünewald-Gießen (fortschr. 23p.), Kredel-Airlenbach (natl.), Meiski-Ulrichstem (23. d. L.), Geh. Schulrat Münch-Darmstadt (natl.), Dr. Wolf-Gonsen­heim (fr. 23p.) und Dr. Zuckmayer-Mainz (Zentr.). Für ungültig erklärt wurde die Wahl des Abg. Dr. Frenay- Bensheim. Durch Tod ausgeschieden sind die Abgeordneten: Schmalbach-Crainfeld (Oberhessen), Reinhart-Worms und Köhler-LangSdorf (Hungen-Lich).

Von den m der vorstehenden Uebersicht genannten 91b- geobdneten scheiden diesmal aus die Abgg. Eibach, Fenchel, Kredel und Zuckmayer.

Deutsches Reich.

Mit 29 Stimmen 'wurde am Donnerstag vom Gemeinde- rat Bürgermeister Dr. Schwand er als Vertreter der Stadt Straßburg in die Erste Kammer gewählt.

Aus Weimar wird gemeldet: Eine Versammlung der Berufsbürgermeister aller Großhorzog ichen Dtädtt unter 10 000 Einwohnern beschloß den Zusammen­schluß zum gemeinsamen Einkauf wichtiger Le­bensmittel und Schaffung eines Notstandsausschusses.

Die Sozialdemokraten haben im Reichstag folgende Anfrage eingebracht:

Ist es dem Sberrn Reichskanzler bekannt, daß Arbeiter derReichseisenbahn nach langjähriger, duräiaus zufrieden- stellender Arbeit aus ihrer Arbeitsstelle entlassen wilden, weil sie zur Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen im Rahmen der bestehenden Reichsgesctzc tätig waren? Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um solch willkürliches, der Gleichberechtigung der Staatsbürger widersprechendes Vorgehen der Reichseisenbahn­verwaltung für die Zukunft unmöglich zu machen?

Es scheint zu einem Streit zwischen dem Po st ver­band und der bayerischen Po st Verwaltung kom­men zu wollen. Ein Rundschreiben der Münchener Ober- voskdirektion sagt: ,,Jn einem vertraulichen Rundschreiben oes Verbandes an die Obmänner werde unter Bezugnahme auf ein anhängiges Disziplinarverfahren betont, die Post­verwaltung ist selbst mit dem Wunsche nach Frieden an uns herangetreten." Diese Zeilen enthalten eine haltlose Ver­dächtigung der Postverwaltung. Die Oberpostdirektion hm nun gegen die Mitglieder des Hauptausschusses des Ver­bandes ein Disziplinarverfahren beantragt.

Ausland.

Im Mänsionhouse in London fand am Donnerstag eine große Versammlung der englisch - deutschen Freunoschaftsgesellschast statt, in welcher der Lordmayor von London eine Erklärung vorschlug, in der es heißt:

Die Versammlung wünscht dem im Vereinigten Königreich vorherrschenden Wunsch nach Beseitigung der bestehenden Mißverständnisse mit Deutschland Slusdruck au verleihen und dem deutschen Volke die nachdrücklichste Versicherung zu geben, daß keine verantwortliche Körperschaft im Königreich Deutsch­land seinen Anspruch auf einen Anteil in der Erledigung inter­nationaler Fragen streitig zu machen oder die einer Großmacht entsprechenden Bestrebungen nach Kolonialbesitz mit nicht zu recht­fertigender Feindseligkeit zu betrachten. Die Versamm­lung legt Sr. Majestät Regierung nahe, daß es dringend wün­schenswert ist, Schritte zu tun, um den bedauerlichen Ein- drucktzubeseitigen, den die Haltung derbritischen Regierung gegenüber den beabsichtigten Bestrebungen Deutsch­lands dort gemacht hat.

Für die Erklärung stimmten auch die Lords Weardales Brassey, Courtney und Sir Ernest Tritton, der Abgeordnete Roel Burton. Der Lordmayor verlas ferner eine zu­stimmende Schrift Alfred Rothschilds.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 3. November 1911.

** Tageskalender für Freitag, den 3. November: Stadt- k h e a t e r:Meyers." Anfang 8 Uhr.

In Audienz empfangen wurden vom Groß­herzog am Mittwoch u. a.: Kaufmann Walter und Kommerzienrat Noll von Gießen.

Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Friedr. Anton Spielmann aus Groß- Steinheim die Lehrerstelle an der kath. Schule zu Engelthal. Erledigt sind: Die mit einem evang. Lehrer zu be­sehende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Groß- Gumpen. Das PräscntationSrecht steht dem Grasen zu Erbach-Erbach zu. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mainflingen. Eine nut einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Garbenteich. Eine mit einem evang. Lehrer zu besehende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gronau. Eine mit einer kathol. Lehrerin zu besetzende Lehrermstelle an der Gemeindeschule zu Hausen (Kreis Offenbach).

Monats stattsinden.

Rochinals sei auf die heutige

®26tn|fc«

311 be­würbe

Lich nach Gießen, um seinen hier wohnhaften Sohn suchen. Unterwegs starb er plötzlich. Die Leiche nach dem Leichenhause deS neuen Friedhofs gebracht.

Landkreis Gießen.

Zvr

Was braucht [in immer m Tes See»"!« ZchMdlU §os brauch is mer 2 Vas brüt'ur Plus oder iDii Ter Adder i Hast du dem Ta werlckt d Jegt marlch ' pa, Ladder, 5ßa§ brauch * To geh ich e§ Un hell» als

Premiöre deS Schwankes ^Meyers" hingewiescn. Das Gastspiel Rosa Poppe am kommenden Mittwoch findet bei erhöhten Preisen außer Abonnement statt, doch bezahlen Abonnenten bei Ablieferung des ersten Abschnittes deS Er- inäßigunaSausweiseS nur gewöhnliche Preise.

* Der Turnverein von 1 846 hält morgen sein Winterfest ab, daS nach den getroffenen Vorbereitungen sehr schön zu werden verspricht. DaS reichhaltige Programm bringt Konzert, turnerische Aufführungen (darunter auch eine hübsche Vorführung der Damenriege), Gesangsvorträge des SängerchorS und Theater. 21 n den UnterhaltungStell schließt sich ein Boll an. Das Winterfest pstegt stets von allen Ver­anstaltungen des Turnvereins mit am besten besucht zu sein, und das sollte angesichts der Fülle des Gebotenen auch morgen wieder der Fall sein.

Kolosseum. DaS neue Programm darf man wohl mit Recht als das schönste und vornehmste in dieser Saison bis jetzt bezeichnen; es ist ungemein abwechselungsreich und ttiteressant. Der Besuch rpird stark werden; schon die Vor-- iuhrung deS kugelsicheren Panzers mirb viele herbeilocken.

** Eisenbahn-Personnlien. Zur kommissari­schen Verwaltung her' Eroßh. Bahnmeisterei II in Gießen wurde an Stelle des nach Bebra versetzten Bahnmeisters 1. Klasse Brühl der Bahnmeister Schön von Frankfurt nach Gießen versetzt.

* Militär is ch e Kontroll Versammlung. Für alle kontrollpflichtigen Eisenbahnbediensleten des Be­zirkskommandos Gießen findet am 15. November, vormit­tags 9 Uhr, die Kontrollverfammlung auf Bahnhof G r e ß e n statt.

** Interessanter Transport. Gestern morgen wurde ein Dampfkessel von annähernd 500 Zentnern vom Bahnhof nach der Aktienbrauerei übergeführt, wo er in der neuen GuUimifabrik Aufstellung finden soll. Zu seinem Transport waren 17 Pferde nötig.

"Auf der Reise gestorben. Der 83 Jahre alte Landwirt HaaS aus Sichenhausen fuhr gestern mittag von

To

'I.Mfein (^ut 6 ESTi

f . srllnd zu V

Großen-Linden, 2. Nov. Am Montag, 6. November, feiert das Ehepaar Güterbodeuarbeiter Heinrich Klamm und dessen Ehefrau Luise, geb. Dutenhöfer, hier, das Fest ihrer silbernen Hochzeit.

s. Lollar, 2. Nov. (Gemeinderatssitzung.) An­wesend sind: Bürgermeister Schmidt, Beigeordneter Gerlach, die Gemeinderäte Weber, Ringleb, Forbach, Back, Schupp, Schmitt, Römer und Hofmann. Ein bei der Gemeindekrankenkasse vorhandener Ueberschuß von 2500 Mark ermöglicht die Herab­setzung der Beiträge von 2Vs auf 2 Prozent; die Ver­sammlung beschließt demgemäß. Zur elektrischen Licht­anlage erklärt der Vorsitzende an Hand eines von der Ml- gemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft verfaßten Prospektes die Kosten, Rentabilität usw. einer solchen Anlage. Die Gemeinde steht auch in Unterhandlung mit den Buderusschen Eisenwerken. Zur Er­läuterung der von diesen ausyeteilten Anmeldebogen ist für nächsten Sonntag in der Germania eine Versammlung anberaumt worden, in der Herr Dr. Götze aus Bingen die Licht- und Lampenverhält­nisse erklären wird. Die Buberusschen Eisenwerke haben sich er­boten, der Gemeinde das Licht bei vollständiger Anlage zu 45 Pfg. für die Kilowattstunde zu liefern, bei Uebernahme her Anlage von der Gemeinde zu 14 Pfg. für die Kilowattstunde. In letzterem Falle ist die Gemeinde in der Lage und bei genügender Beteiligung verpflichtet, sie sich sogar, jedem Abnehmer zwei Lampen um­sonst abzugeben, was für jeden, da die Installation einer Lampe 12 Mk. beträgt, eine große Ersparnis ist. Nach reger Aussprache wird die Sache noch nicht als spruchreif betrachtet, da vor ifinblick in die Anmeldungen ein Bedarf überhaupt nicht festgeftellt werden kann, und ein Beschluß deshalb nicht gefaßt.

OHungen,2. Nov. Hier können etwas über 30 Pror. der zum Landtag Wahlberechtigten zwei Stimmen ab­geben. In Lich tritt das Pluralstimmrecht sogar für etwas über 40 Proz,. der Wähler in Kraft. Auf dem Lande dürften die entsprechenden Zahlen teilweise noch höher sein.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 30. Okt. (Schöffengerichtssitzung.) Der Viehhändler A. F. zu Büdingen wird von der Anvage des Blehseuchen-Bergehens fteigesprochen. Der Metzger M St. von Büdingen wird wegen Viehseuchen-Vergehens zu 10 Mk Geld­strafe oder 2 Tagen Hast verurteilt. Er hatte ein Schaf von Die­bach a. H. nach Büdingen zum Schlachten verbracht, ohne im Beirtze eines Ursprungszeugnisses gu sein. Die F. M. Witwe von Rohrbach wird wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 15, Mk. oder 3 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Taglöhner £>- B, in Büdmgen wird von der Anklage des Dichstahü ft«-.

Stau

LS*n.

** Bahnperson alieu. Die ^agento(irter Werner Krug und Waldemar Frank erhielten die goldene Dienst- auszmchnungsschnüre für siinfjährige vorwurfsfreie Dienst­zeit.

** jGenossenschaftsstatistik für Hessen. Am 1. Januar 1911 bestanden folgende eingetragene Ge­nossenschaften jn 'Hessen: 53 Kreditgenossenschaften mit 92 521 Mitgliedern, 12 gewerbliche Rohstoffgenossenschaften mit 454 Mitgliedern, 216 landwirtschaftliche Rohstoffgenossenschaften mit 19 078 Mftgliedern, 4 Wareneinkaufsvereine rmt 136 Mit­gliedern, 5 gewerbliche Werkgenosstnschrften mit 182 Mitgliedern, 19 landwirtschaftliche Werkgenossenschaften mit 562 Mitgliedern, 3 gewerbliche Magaz-ingenossenschaflen mit 296 Mitgliedern, 8 land­wirtschaftliche Magazingenossenschaften mit 1482 Mitgliedern, 1 ge­werbliche Rohstoff- und Magazingenossenschaft mit 15 Mitglie­dern, 5 gewerbliche Produktivgenossenschaften mit 1174 Mitglie­dern, 68 lairdwir tschaftliche Produktivgenossenschaftm mit 9169 Mitgliedern, 1 Genossenschaft zur Beschaffung und Unterhaltung von Zuchtvieh mit 135 Mitgliedern, 41 Konsumvereine mit 22 417 Mitgliedern, 36 Wvhnungs- und Baugenossenschaften (eigentliche) mit 2468 Mitgliedern, 1 Wohnungs- und Bau­genossenschaft (Vereinshaus) mit 70 Mitgliedern, 1 Berftcherungs- genossenschaft mit 56 Mftgliedern und 2 Zeitungsgenossenschaften mit 106 Mftgliedern.

** Ortsgewerbevereim In der Monatsver- s a m m l u n g , die am letzten Mittwoch im Gewerbehaus statt­fand, erstattete der Vorsitzende einleitend Bericht über die beiden Besichtigungen, die vor einigen Tagen durch den Gewerbeverei' stattgefunden haben. Tie Besi. igung der , S ch l a ch t h aus - Neubauten und der Unionfo rauer ei haben den Mit­gliedern (etwa 60, bezw. 40 nahmen teil) Betriebe gezeigt, die m ihrer Art wohl einzig dastehen und als mustergültig nach ieder Richtung bezeichnet werden können. Zu der in nächster Tvoche stattfindenden Wahl zur Ortskrankenkasse wird der Ver­ein demnächst Stellung nehmen. Unter den weiteren Verhand­lungsgegenständen nahm besonders die Regelung des Ver­dingungswesens durch die Stadt Worms das größte Interesse ut Anspruch. Diese Bestimmungen, die kürzlich ein­stimmig durch den Stadtvorstand angenommen wurden, konnten einmütig als mustergültig und als ganz besonders wohlwollend gegenüber dem Handwerk bezeichnet werden. Es wurde die Hoff­nung ausgesprochen, daß auch in unserer Stadt in gleicher Weise diese für das Handwerk so wichtige Frage bald gelöst werden möge. Tie folgenden Monatsversammlungen sollen, einem Wunsch eines Mitgliedes entsprechend, am ersten Montag eines jeden

gesprochen. T-er Taglöhner K. W. von Büdingen wird wegen Diebstalsts zu einer Gefängnisstrafe von 3 Tagen verurteilt. C&r Küfer K. F. H. zu Büdingen wird tvegen Unterschlagung zu ebter Geldstrafe von 10 Mk. oder 2 Tagen Gefängnis verurteilt. Tie Dienstmagd S. B. von Wdingen, zurzeit in Hanau a. M. erhält wegen Diebstahls einen gerichtlichen Verweis. Tie Verhandlmig gegen den Viehhändler S. F. von Wdingen wegen Biehleuchen- Vergehens wird zum Zwecke weiterer Ermittelungen auf un­bestimmte Zeit ausgesetzt. Der Dienstkneckst P. B. von Aulen- diebach wird wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe von 1 Mk. oder 1 Tag Haft verurteilt. Die Verhandlung gegen den Landwirt A. R. von Rinderbügen wegen Körperverletzung wurde auf den 13. November 1911, vormittags 8V2 Uhr verschoben Str Vieh­händler S. H. von Düdelsheim wird wegen ViMeuchen-Ver- gehens zu 20 Mk. oder 5 Tagen Haft verurteilt. Ecne Prwat-, fiage wurde durch Vergleich erledigt.

Krcis Lauterbach.

^Schlitz, 2. Nov. Dem Vernehmen nach hat die Gräflich Görtz'sche Verwaltung durch ihren Vertreter, Justizrat Reh m Alsfeld, gegen die Entscheidung des KreisauSschuffe^ wegen der Ablösung der Weide- und Streuberech^ tigung der drei Gemeinden Nieder-Stoll, Uetzhausen und Pford Berufung an den ProvinzialauSschuß ein­gelegt. Auch die genannten Gemeinden haben durch ihren Vertreter Berufung einlegen lassen. Die Llngelegenheit be­schäftigt schon fünf Jahre den Kreisausschuß.

~ HopfmannSfeld, 2. Roo. Der Pfarramts, kandidat Friebrich Vogt in Lich wurde mit der Verwaltung oer evangelischen Psarritelle hier beauftragt.

= Grebenhain, 2. Nov. Der Bahnhof Greben- ha in-Crainfeld ist unter Nr. 9 an das OrtS fern sprech, netz angeschlossen.

Kreis Schotten.

-1. Ober-Seemen, 2. Nov. Am^ 31. Okt. feierte die älteste Berv-ohnerin von Nieder-Seemen, Frau M H 0 f mann, ihren 93. Geburtstag. Die Greisin, die noch sehr rüstig ist, war 56 Jahre Hebamme in dem genannten Ort und den Nachbarorten.

= Ober-Lais, 21. Okt. Gestern fand hier unter allge-, meiner Beteiligung die Bürgermeisterwahl statt. Der seitherige Bürgermeister Friedrich Schauermann II., der be-, reite 18 Jahre im Amte ist, ivurde einstimmig mit 127 Stimmen wiedergewählt. Die öftesten Bewohner unseres Ortes können sic^ eines solck^en einmütigen Zusammengehens bei einer Bürger? meisterwahl nicht entfinnen. Aus diesem Anlaß veranstaltete der GesangvereinLiederftennd" abends einen F a ck e l zu g. Der Dirigent dieses Vereins, Lehrer Mohr, feierte in einer mar-« Eigen Ansprache den Gewählten und die ganze Gemeinde, den Gerechtigkeitssinn des ersteren und die Friedensliebe und Ein­mütigkeit der letzteren besonders rühmend. Möge unsere friedliche Gemeinde so mandjer anderen, in der Parteilichkeit und Parteihaß ein notwendiges liebel geworden ist, als nach-! ahmenswertes Vorbild dienen.

Kreis Friedberg.

x Bad-Nauh eim, 2. Nov. Die Stelle eines Friedhofwärters ist hier ausgeschrieben. Es haben! sich über 4 0 Bewerber gemeldet.

-l- Butzbach, 2. Nov. Freitag, 3. Nov., findet die Vereidigung der Rekruten oes 1. Bataillons deA Infanterie-Regiments Nr. 168 hier statt. Freitag, 3. Nov., feiern Wachtmeister i. P. Johannes Lepper, geboren am 6. Oktober 1827 zu Großen-Buseck, und dessen Ehefrau Katha­rine, geb. Meier, geboren am 2. Dezember' 1837 zu Butz­bach, ihre goldene Hochzeit.

L. Staden, 2. Nov. Auf Veranlassung des Kreis­rates Schliephake von Friedberg fand gestern hier eine größere Versammlung statt. Sie beschloß, dahin zu wirken, daß eine Bahn von Ranstadt nach Fried­berg gebaut würde, als Verbindungsbahn zwischen der Oberhessischen und der Main-Weser-Bahn.

Starkenburg und Rheinhessen.

R.B. Darmstadt, 1. Nov. Anläßlich des Rektorais­wechsels an der Teckmischen Hochschule fand heute abend zu Ehren des seitherigen Rektors, Geh. Hofrats Schenck und des neuer Rektors, Geh. Baurat Prof. Wickog ein Fackelzug der hie sigen Studentenschaft statt. Die sänftlichen Verbindungen öer sammelten sich an der Ecke der Frankfurter- und Bismarck­straße und von dort begab sich der Zug unter Begleitung mehr er eck Regimentskapellen zuerst zur Wohnung des Prorettors Geh. Hoft rate Prof. Dr. Schenck auf der Künstlerkolonie und bann zur! Wohnung des neuen Rektors am Rouquette-Weg; vor beiden Wohnungen wurde Halt gemacht mrd vom beseitigen Vorsitzenden des studentisck>en ^Ausschusses, Stud. Brusius von der Mero-

vingia, eine Ansprache gehalten, wofür die Gefeierten herzlich dankten. Hierauf begab sich der Fackelzug nach der Altstadt zu dem Platz twr dem Hallenschwimmbad, woselbst unter dem Absingen hesGaudeamus igitur" die Fackeln zusamengeworfen" wurden.

d. Mainz, 2. Nov. Der LandtagSabgeordnete Hauck fuhr am Sonntag mit einem Fuhrwerk nach Schornsheim zur Wahlagitation. In Udenheim scheute das Pferd vor einem Auto und ging durch. Es konnte bald wieder eingefangen, werden. Vor Schornsheim verlor die Droschke ein Rad, ba6 Pferd wollte nun abermals dtirchgehen. Hauck sprang aii9|| dem Fuhrwerk, um dem Kutscher zu helfen, kam aber zu Fall, I wobei er sich erhebliche Verletzungen zuzog. Daß | Pferd wurde zum Stehen gebracht und dadurch weitere Un­fälle vermieden.

Hessen-Nassau.

(?) Hermannstein, 2. Nov. Trotz allen Vorsichts- | maßregeln ist die Maul- und Klauenseuche auch j hier eingekehrt.

X Marburg, 2. Nov. Nächste Woche finden hier die Ersatzwahlen für je drei aus jeder Wählerklaffe ausscheidende Stadtverordnete statt. Die Innungen und sonsttgen Vereine halten schon seit Wochen einzeln und gemeinsam Besprechungen ab, um sich über die Kan­didatenfrage zu einigen. Einen besonders scharfen Wahl- ' kamps dürfte es wieder in der dritten Wähler klasse geben. Die Fleischerinnung gibt bekannt daZ der Preis ür gewöhnliches Schweinefleisch auf 70 Pfg., für Braten- : tücke auf 80 Pfg. und für Kotelettes auf 90 Pfg. das Pfund eftgesetzt ist. Seither stellten sich die Preise höher.

X Hanau, 2. Nov. Der kürzlich von der Stadtver- I ordnetenversammlung beschlossenen Eingab e an Regie- i rung und Reichstag, in der um Maßnahmen zur Linderung ; der Te ueru n g durch Oeffnung der Grenzen usw. gebeten werden soll, ist der Magistrat nicht veigetreten^ I da derartige Schritte durch die inzwischen int Reichstage erfolgte Erörterung und Darlegung des Regierungsstand­punktes als gegenstandslos anzusehen seien.

X. Bad Orb, 2. Nov. Für die Errichtung eines Truppenübungsplatzes für das 18. Armeekorps haben die Besitzer in Billbach bis auf einen uhtd die Lettgen - brunner bis auf fünf ihre Anwesen der Militärverwaltting zu den gebotenen Preisen zur Verfügung gestellt. Einer der Lettgenbrunner, der fein Gut mit Inventar zum Preise von 17 000 Mk. gekauft hat, soll jetzt von der Heeresvernmft tung 108902 W. ohne Inventar ein anderer, der M

Ri W ftOruck verboten.), | u. Prozeß um' Len wen hat d

I dm Prozessen, t ML MM.) nicht M dm Staat und Mtzfl'cht als filagegr Di . miiizipiellen Inte ILri worden. Er ben M Im S.Mai 1909 fr L{n Ort Georgen Klttt der Gendarm vl Lfien Landmann, de li^bei verwaltete, Ri ^ältliche Automobi W^perrnÄurgermeiste M trachten, die vorschre M.avensignale zu M-hcne» Nummer roi Mdenlohe als Inh Bk von G. fragte 1 K Üerr wohne und t Mmlohe-Oehrmgen it Mqege» den Fursler Wtizeiliche Stra Miliche Entlcheidung 1 Wun KrMahrzeug in W- die 3utüdnal)me (Mm Illage gegen |l-: deaelirte von ihm Milis Rechtsanwalts Dvsien im betrage vo Me § 839 des Bürger Mesehesvorfchriit der: »hrläfstg einem anbei flichtverletzung erbhc 2trafbelehts durch das nimmer imb and) bar. tiitllt worben ifi, rviili » flraftroagenS

DasLandgerich fte allerdings seine A d'e Ltralveckugim- 1 wirtlichen Leiter bei M das Amlsgericht 1 Emlchmg der Amt