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3.11.1911 Erstes Blatt
 
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161. Jahrgang

Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.

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Erstes Blatt Q

Pas Marokko- und Kongoabfommcn.

Berlin, 2. Nov. Ter Vertrag über Kongo ist heute abend von dem Staatssekretär v. Kidcrlen-Wächter und dem Botschafter Cambon paraphiert worden. Tic Unterzeichnung der ganzen deutsch-französi­schen Vereinbarung dürfte nächsten Samstag er­folgen.

Wie dasVerl. Tagebl." hört, ist der zuständige Refe­rent int Kolonialamt, Geheimrat von T a n ck e l m a n n , soeben von seinem Posten zurückgetreten. Das Blatt behauptet, der Grund des Rücktrittes sei der deutsch­französische Gebietsaustausch, den man int Kolonialamt für durchaus unbefriebigenb halte. Das Kolonialamt soll, wie man sich in eingeweihten diplomatischen Kreisen erzähle, die sachliche und m o r a l i s ch e B e r a n t w o r- tun g für den GebietsauStansch in Kamerun und Togo in der denkbar präzisesten Form abgelehnt haben.

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bie'Voft Mk.2.viertel- jährt. nuSIM Bestclla. Zeilenpreis: lokal 15i?u cuBioüfhJ 20 lieiuuq. Chesredaktelir: A Goetz. VcrantwoNlich für den politischen Teil: Slupuft Goetz; tue .Feuille- ton", .DerniifchtcL^ und .GericlULfaai": H. Ren-

2lus Liessen.

Sie Giegener Landtagöwahl.

♦♦ Gießen, 3. (Jlov. Tie letzte Wählerver- sammlung der fortschrittl. Volkspartei, die gestern abend unter dem Vorsitz des Justizrats Metz in Steins Garten stattsand, war außcrordentttch gut besucht, auch zahlreiche Nationalliberale waren anwcsciib. Ter er)lc Redner, Lbcrleyrcr Tr. Strecker- Bad-Nauycim, sprach über bie Revision des Vollsschulgesepes, die wohl den wichtigsten Gegenstand bilde, nut bem jid) der nychste Land­tag zu befassen habe. Seine Ausführungen gipfelten ut der Forderung, unbedingt die Simultanschule aufrecht zu erhalten, die Trennung von Schule und Kirche durchzu-- führen, und der Schule das Selbstvcrwaltungsrecht zu geben, das aitdcre Einrichtungen schon längst besäßen. Tie Ge- fayr, daß das Zentrum einen Vorstoß gegen die Simultan schule uitternchmc, sei sehr groß und wenn heute auch von der Regierung und der nationallibcralen Partei das

abgcklatscht und kopiert usiv. Tie Ausarbeitung des Materials wird ohne Frage in archircktonischer Einsicht wichtige Neuheiten bieten.

Ein Vries Maria Stuarts. Tie historische Hand- schriftenlor.lmii'sion veröffentlicht einen Bericht über die im Magda- lencncollcge zu Camöltogc auiaemndenen sogenannten Pepys- papiere, Oie ursprünglich John Evelyn gehörten, der sie am 24. November 1665 Pepys zeigte Am 5. Tezember 1681 sandte er sic an Pepys mit der Erklärung, daß es sich umBriefe, Karten, Papiere, Büäser usw. handelte, die er ihm nach Durchsicht s. 3t. zurüäsenden möge." Aus der klopie dieses Begleitschreibens hat der Absender bemerkt:Tie Rücksendung habe ich spater nie­mals wieder verlangt." Scu dieser 3"t also lagern die Papiere int Archiv des Magdaleneneolteges. Unter vielen wertvollen Lricfeti aus der vorelisabcthanischen Periode enthalten sie u. a. einen Bries Elisabeths, der Tochter Karls I., von der nur noch ein einziger Vries auf-r diesem begannt war. Für uns m Teutsch- land am interessantesten der Brief Maria Stuarts an Loro Leicester, der in Inner Weise gegen Schillers Auj- sassung von dem Verhältnis der beiden, wenigstens zu Anfang ihrer Beziehungen, verstößt. Ter Dries lautet:

1Ö66, 8. Februar, Edinburgh.

Wir sind immerx und besonoers na(b den Mitteüungen des Ueöcrbringcrs dieses schreibens, unsers Dieners Robert Maloilc, bei seiner letzten Rückkehr, von Ihrer guten Gesinnung überzeugt gewesen, die stets auf daS Wach-cu und Die Erbaltung von Freun^- uart und ysgenseittgcm Einverständnis zwischen uns und unserer liebwerten Schwester, Ihrer S) er rin, gerichtu war. Hierfür sprechen wir Ihnen unsern herzlichsten Dani aus und bitten Ste drtngeno, o fortzusahren: denn wenn Sie sich hierdurch als ein Frcuno c-.i Kühe und ein eifriger Förderer des Emporsteigcns und des Glück Ihrer Herrin und damit Ihres Vaterlandes ze.gen, ebenso btx:v . cv. uns damit etn Nickt geringes Vergnügen, da wir vor allen fingen auis ernstlichst? die Fortdauer derielben guten Freund schüft wünschen. Wir wissen wohl, daß es geschrieben konoentionell klingt, aber wir versichern, daß, wenn wir dazu imstano. waren,

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o können Sie bestimmt auf uns rechnen. Ihre wohlgeneigte eouiiiie Maria R."

xer Vries in eigenhäiuig von der unglücklichen Königin ge­schrieben.

tober beschloß den Rücktritt, und Kaiser Franz Joseph hat schließlich das ihm überreichte Rücktrittsgesuch genehmigt.

Berlin, 3. Nov. Ter Berl. Lok.-Anz. meldet aus Wien: TaS neue Ministerium Slnerykh ist jetzt vollständig. Tas Ackerbauministerium wird der tschechische Professor Tr. Bros übernehmen.

Wien, 3. Roo. Der Kaiser empfing heute den in Aus sicht genommenen Ministerpräsident S t u e r g k h in Audienz. Tic kaiserlichen Handschreiben über den Wechsel werden am Sams­tag veröffentlicht.

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sich ebenso abgestoßen fühlic, wie beiläufig 203 Jahre früher van Dyck von dein lauten und übermütigen G.bahren der lustigen Jungen von derSchildcrbent" zu Rom. lieber die moderne Malerei der Zeit urtci.t Mendelssohn recht scharf, nur die Ernte von Robert und die Bildnisse von Bernet sagen ihm zu. Bel der Wahl Gregors XVI. war ei zu Unordnungen gekommen, Die den Fremden einen großen Strecken eiuge loß. hatten; vistc von ihnen verließen die S.aot und Mcudcesioyu schildert nicht ohne Humor, wie in der Französischen Atademic Horacc Bernet die Maljüngluige bewaffnete und organisierte. K. F,_

UZM General-Anzeiger für Gberhefsen

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Lin Brief Zelix Mendilssohns an Goethe.

Im Jahre 1831 unternahm Felix Mendelssohn-Bartholdy seine erftv Reise nach Italien. Von den Briefen, die er damats von der Reise geschrieben hat, sind die an seine Schwester Fanny wohlbekannt. Nun gibt icdoch Hcrr^ Georges Sa r r ad t u in demLourricr musieal" einen Brief an Goccho bekannt, den Mendelssol/n von dieser Reise am 5. Marz 1831 geschrieben hat, den der Herausgeber als unberöffenlltcht bcZiichnet und der, soviel wir ermitteln konnten, es auch ist. lieber Udine, Venedig, Bologna und Florenz war der junge Künstler, der sich in Weimar Goethes Zuneigung erworben hatte, endlich nach Rom gelangt, wo er längeren MseiUhalt nahm.

Sein Brief an Goe.I>e stellt eine Art künstlerischen Reise­berichtes dar, wobei natürlich die Musik int Vordergruiide steht. Aber Mendelssohn zeigt sich für die italienische Musik wenig begeistert. Außer der .päpstlichen Kapelle, Ivo manwürdig: Dinge" singt, machen alle römischen Gcse.lschastcn klägliche Mu lk.

In den anderen Archen ist man völlig närrisch. Ich habe, und zwar während der feierlichsten Angenb.ickc des Goiiee- dienftes aur der Orgel die Cuoertüre zum Barbier von Sevilla und ein anderes Mal eine Melodie aus (ScnDrillon spielen hören. Was die Opernmelodien angeh:,dic die 'Dlonnen li.igcn, so i.t es besser, nicht davon zu reden; die Albernheit ist zu groß, denn sie werden nicht einmal Innig gesungen."

Auch die Theater kommen nicht besser weg, undso ver­zweifeln die jungen fremden Musiker hier, aber so lange die Campagna, bte Galerien und das Forum bleiben, genügt das für jedermann, Musiker oder nicht, um hier urtvergeßliche Stunden zu erleben."

Eine Sache, die Mendelssohn schwer ärgerte und, wie er wohl wußte, auch bei Goethe ebenso wirken würde, war bi: Unversckjämlheit, mir der die jungen deutschen und französischen MalerLeichthin über die gefeiertsten Mcinerwerke der alten Kunst.cr aburteilteiLMan sinder sie zusammen nut ihren schrecklichen Schnurrbärten, ihren Bulldoggen, ihren Mützen, ihren langen alleiamt die Pfeife im Munoe; da hört man sie dann Echkn Tizian als einen guten Kowristen ohne etwas mehr be­zeichnen; für ander: ist Raffael zu weibitch, und Leute wie Gutdo Reni verdienen überhaupt Nicht einmal genannt zu werden."

Bet diesen Äußerungen ist nicht zu vergessen, baß dec zarte Mendelssohn durch die derben Manieren derKünsticrbursa^n"

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Sreitag, 3. November 19U vei'«q»vrclS: monatlich 7b Pf., viertel« jährlich ü'ik. LLö. durch 'Jlbbolc- il Ziveigstellew monatlich 65 Pf.; durch

Festhalten an der Simultanschule versprochen werde, so sei zu bedenken, daß auch in anderen Fragen vorher ge­gebene Versprechungen nicht voll gehalten ivorden seien, z. D. bei der Wahlrechtsreform. Deshalb empfehle es sich, den Kandidaten einer Partei zu wählen, von der man wisse, das; sie auf diesem Gebiete von ihren Programm­sorderungen nicht adweiche. Deshalb solle man den Kandi­daten der fortschrittl. Vollsparter wählen. (Lebh. Bei­fall.) Pros. U r st a d t besprach zunächst ein Flugblatt der rechtsstehenden Parteien und bestritt besonders die darin behauptete Allgemeinheit des Landtagswahlrechts, da durch bie Kautelen eine Masse guter Hessen nicht wahlberechtigt ici. Sonst enthalte das Flugblatt fast ausschließlich wir schaflliche und materielle Forderungen. Ter Redner be­sprach bann bie jetzige Teuerung, bie burch beit Mistwachs un letzten Sommer entstanden sei, aber burch die bestehende Zollpolitik so recht in Erscheinung trete. Tie Kreise, denen die jetzige Wirtschaftspolitik zu verdanken sei, wollten jc-tzt, daß bie Städte burch besondere Maßnahmen der Teuerung cutgegcnwirken sollten, also ihren eigenen Geschäftsleuten Koulnrrenz machen sollten. Da sehe man, was es mit der behaupteten Mittelstandsfreundlichkeit jener Kreise auf sich habe. Nicht um feiner Person, sondern um der Sache willen hoffe er, daß die fortschrittliche Wählerschaft Gießens mor­gen der Fortschrittspartei treu bleibe. (Stark. Beis.). In der Aussprache trat bann Geheimrat Prof. Dr. Bier m a n u nach einigen anerkennenden Worten über bi(* Persönlichkeit Urstctdts für die Wahl des nationalliberalen Kandidaten Klingfpor ein. Man solle Herrn Klingspor wählen, weil er dem Gewerbestand angehöre, der in der Zweiten Kammer nur ungenügend vertreten fei. Hiermit werde auch ein Wunsch des Hansabundes erfüllt. Mit Klingspors Wahl verstärke man den linken Flügel der nationalliberalen Par tei, was im Interesse des Gesamtliberalismus und des ganzen Landes liege. Tie Fortschrittspartei sei eine Mitt- derheitSpartei und könne ohne eine Stärkung des linken Flügels der nationalliberalen Partei im Landtag nichts auSrichten. Auch die Rücksicht auf das xu erstrebende Zu­sammengehen der Liberalen bei der nächstjährigen Reichs - tagswahl erfordere es, daß man "die Geneigtheit dazu nicht durch eine so verhältnismäßig untergeordnete Frage wie die Landtagswahl störe. Er könne erklären, daß, wenn Herr Urstadt gewählt werde, auch fein, des Redners, Ein­fluß «ticht hinreichen werde, ein Zusammengehen für die Reichstagswahlen zu sichern. (Lebh. Beifall.) Stadtv. Eichenauer trat als Kaufmann und Gewerbetreibender für die Wahl Urstadts ein. Es komme nicht darauf an, ob jemand einem bestimmten Gewerbe angehöre, sondern welche Grundsätze seine Partei vertrete. Daß die Fortschritts­partei die Förderung des Gewerbes erstrebe, sei allgemeiit belannt. (Zusttmmung.) Rechtsanwalt K au s m a n n trat in längeren Ausführungen für bte Wahl bes Herrn Kling­spor ein. Er wies besonders auf die Erklärung des natio- nalliberaten Kandidaten hin, daß er in der Schulfrage auf dem Standpunkt des Äbg. Bach stehe. Der national- liberale Landesausschuß habe vor einiger Zeit durch ein­stimmigen Beschluß festgelegt, daß an der Simultanschule tn Hessen nicht gerüttelt werden dürfe. Es fei nicht billig, daß man die Zuverlässigkeit seiner Partei in dieser Frage verdächttge; sie werde doch ganz gewiß nicht mithelfen, ihr eigenes Kind, die Simultanschule, zu beseitigen. Herr Kauf­mann polemisierte noch gegen einige weitere Aussübrungen der Herren Dr. Strecker und Umstadt, wobei et neben leb' hastem Widerspruch auch vielfachen Beifall erntete.

Reichstagsabg. Kopsch vertrat in sehr temperament­vollen Ausführungen den Staitdpunkt, daß auch die Land­tagswahlen sich unter dem Zeichen des Kampfes der Libe­ralen gegen denschwarzblauen Block" abspielen müßten. Sie seien hauptsächlich als ein Vorspiel zu den Reichstags-

Der Uabine Irwechscl in Gesterreich.

Als das Kabinett Gautsch, das seinen Rücktritt gegeben hat, am 26. Juni an bie Stelle des Kabinetts Biener.'h (seit 1908) trat, waren seine Aussichten von vornherein sehr trübe. Tenn das Ergebnis der kurz vorhergegangenen Wahlen zum Reichsrat hatte das Nationalgesühl der Teut- scheu wie auch der Tschechen in einer Weise gestärkt, daß von dem Zustandekommen des böhmischen Ausgleichs schon damals kaum mehr die Rede sein konnte. Aus deutscher Seite wollten insbesondere die radikalen Abgeordneten von ihren Mindcstsorderungen nichts ablassen, und auf tschechi- , fcher war man der An icht, daß man jetzt die Deutschen gründlich über den sei barbieren könnte, wenn man Fthrn. v. Gautsch an eine früheren Versprechungen er­innerte und von dein neuen Ministerpräsidenten so,ort die Parteinahme gegen die Deutschen in Böhmen verlangte.

Herr v. Gautsch war, nachdem er noch glücklich die Sommertaguiig überstmiden, mit seinem Latein eigentlich schon zu Ende, als am 5. Oktober die Herbsttaguna begann. Tenn die Verhandlungen mit Ungarn über die Zulasiung der Fleischzufuhr waren gescheitert, Herr v. Gautsch stand dem österreichischen Reichsrat bei der Tcuerungsaussprache mit leeren Händen gegenüber, und auch der berühmte Aus- gleichsstalthaiter Fürst Thun hatte den Ausgleich nicht um einen Schritt weiter gebracht. So blieben Herrn v. Gautsch als einzige Stütze bte Polen, Italiener unb anberen klei­neren Ncnionasilätcn. Die Christlich-Sozialeii behielten sich hinsichtlich aller Cutscheibungen freie Hand vor, bie Sozial­demokraten grollten ihm wegen der Bel^aiidlung der Wiener Hungerrevolte, während die Teutscheii unb Tschechen ihm mißtrauten, solange er nicht in Böhmen einen Ausgleich geschassett, der betde Teile befriedigte.

Unb wirklich, Herr v. Gautsch unternahm noch einmal einen Ausgletchsversuch, um sich baburch einen arbeits­fähigen Retchsrat zu sichern. Es ist unnötig, auf bie ein­zelnen Stabien biefer Verhanbiungen einzugeheit; jeben* falls konnte schon am 25. Oktober das Kabinett Gautsch als einin ber Schwebe befindliches" bezeichnet werden. (Kautsch, ber sich ben Tschechen gegenüber früher bie Hände gebunden batte, stellte sich von vvrnhereiit auf ihre »Seite und war bereit, ihre Forderung nach zwei Ressortmtnisterien ^.Ackerbau und öffentliche Arbeiten) zu erfüllen, wenn der deutsche Nationatbund dieser Aenderung des vorzugsw.ise den Charakter eines Beamtenministeriums tragenden Ka­binetts Gautsch zt,stimmte. Tie Deutschböhmen aber wider­sprachen der Erfüllung dieses Wunsches, solange rncht die Tschechen in Prag eine Garantie für die Verwirklichung wenigstens eines Teils der deutschen Forderuingeu g boten hätten, unb bieser Haltung schlossen sich bie bemschen Abge­ordneten ber übrigen Sauber an, so baß am 26. Oktober bie beiben tschechischen Ministerportefeuilles vom deutschen Nationalbund einstimmig abgelchnt roivrbcu.

Da Herr v. Gautsch keinen Hehl daraus gemacht hatte, daß, wenn die Deutschen nicht die Portefeuitlewünsche der Tschechen erfüllten, er und sein Kabinett demisjionieren würden, war das Schicksal des Kabinetts Gautsch eigentlich schon damals besiegelt. Zwar versuchte Baron Gaulfch uoä) am 27. Oktober im Abgeordneten Hause den Eindruck zu errvecken, als würde er trotzdem sein Ministerium rekon- (truieren, nur an Stelle tschechischer Po.it tcer tschechische Beamte, die jedoch keine Staatsbeamte tvären, aufneh­men, aber er sand mit dieser Rede nur bei den Tschechen lubelubcit Bcisall. Ter deutsche ^lationaldund verhielt sich schließlich ablehnend, und Herr v. E>au^sch mußte feinen Posten als verloren anfehen. Ter Ministerrat vom 28. Lk-

Die Revolution in China.

Peking, 2. Nov. (Reuter.) Ter Thron befahl Duansck)itai, sofort nach Peking zurückzukchr en. Gleichzeitig ersuchte die Nattonalversammlung Liyanheng telegraphisch, die Feindseligkeiten einstweilen einzustellen, während sie sich bemühe, die Streitpunkte zwischen allen Parteien beizulegen.

Ter frühere Finanzminister Tsaitse schlug der Nationalversammlung eine Inlands-Emis­sion vorr sechsprozentigen Schuldverschreibungen, rück­zahlbar nach 90 Jahren, vor. Tie Obligationen sollten als marktgängige Werte betrachtet werden. Tie National­versammlung lehnte diesen Vorschlag aber ab.

Ein Edikt ist heute veröffentlicht worden, das die Na- tionaiversammlullg beaujmigt. dn- Versassullgsgefetze An kodifizieren. General Zuanschikai ist hier einge­troffen. Eine ungeheure Anzahl von Chinesen und Hunderte von Beamten waren auf dem Bahnhof versammelt. Es herrschte keine Begeisterung, aber es kam auch zu keiner Ruhestörung.

Wieder ein Museumsdiebstahl in Frank­reich. Aus Paris wird uns umcrm 2. November gemeldet: Aus dein Museum in Lrsceux sind eine größere Menge Silber, Münzen und seltene Bücher vcrsch:vun0cn. T.r Diebstahl wurde erst gestern abend embeeft und dürste berests, vor längerer Zeil verübt worden sein. Bon den Dieben fehlt jede Spur.

Deutsche Forschungsreise in der asiatischen Türkei, lieber ixe luiighc Forschungsexpedition ceS kaiserlichen Mimstcrrcsidentcn Freiherr von Lvvcn - beim in der Asiatischen Türkei ben cgi et bisKölnische Zerrung", daß die Arbeiten am Teil Halass in Zentraimesovo.'ain.en begonnen haben. Es handelt sich um die bluigrajung einer von Baron Oppenheimer im Jahre 1809 cnsteckten herrischen Resi­denz. Mit dem ünman'cg zu dem Teil Halas hat Lpp-enhe-.m gleichzeitig eine n.ue Forschungsreise durch das nördliche Syri.n und westliche Mesovotamicn rerbunben, Die auch diesmal von reichen wrsscnschasilichen Ergebnissen gekrönt war. Seine B. glcirung beuchr aus 4 Deutschen unb der e:it!vrechcnben Trentx- schast. Am Grabungsort sind außerdem gegen.ü^r.ig b.reits 1X) Arbeiter tätig. In Damaskus und Aleova wurden einige für die islamitische Kunst wichtige Bauten, a.ie Prioaihäu.e., Me- brei'cn, Nloscheen, Festungswerke usw. ausgenommen. In Aleppo, wo der dcutswe Konsul Roßicr sich als iaifrjit;gcr He.scr cin>:c:, erfolgte Die Lrganriisrung der Expedulonskara.oane. Tie Rei­senden langten am 28. Julr am Teil HeUa- an. Tie Gesamt ergebnisse Der Expedition waren aueeroroeruiia) yica'cuij. eine ausfühNichc staue wurde coibereiiei, jagiteiaje archüetioni'ege und phou)graphiscgc Aufnahmen, Zeichnungen und dergl.ichen ycr- gcstellt, eine große Anzahl neuer Schr.sien in verfcyiebenen Lprachm