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völlig unvorbereitet sei.
Baß- und Altsolo, oöer der schöne Altgesang in der soloane 3d) folge dir nach", zu dem der Frauenchoc einen vom All meister Bach geschickt hineingeworsenen Vers nach der Melotn.
O Haupt voll Blut und Wunden" sang. Freunde voller Mang Wirkung, großartiger Harmonisierung, eures kraftvollen Chors kamen bei dem Lchlußchoral „Jesu, ocittc Passion" sicher ans ihre Rechnung. Als Pleister des Instrumental und Volaliai.cs har Lach mit diesem Schluß die nachhaltige Wirtung Der einzelnen Teile nocn verstärkt, so daß die Acenge nach 1‘ ?i!unbigcir, andächtigem ^auscherr befriedigt und voll Dankbarkeit ßegcii bic Fchövfcr erhebender Musik und gegen die ausübenden Mln.tler, MiUvirkendcn und Dirigenten die chchtgcfnlltc Kirche verla,sen konnte, mit dem Bedauern, daß ein solches ^tirchenkonzert, wentt auch in n einer cm Rahmen, nicht öfter geboten wird.
— Gießener Stabtt Heater. Uriel Acost a. Zum Gedächtnis des unglücklichen Karl Gutzkow, dessen Geburtstag sich am 17. März zum hundertsten P'cake gejährt hatte, wurde gestern sein bedeutsamstes Äühnenwerk, das „Witterungsbaro-neter für die öffentlichen Zustände", Uriel Acosta, ausgefiihrt, und zwar mit einem echebttcheu Erfolg. Als Acosta soielte Willy Kaiser vorn sladr thcater in Bieiefeio auf Anstellung, und roenn bet Gast durch die Reise auch offensichtlich ermüdet war, so zeigte er sich doch als einen verständnisvollen, überlegenden Dor- steiler, der noch eine heilige Begeisterung hüte: und nicht nur mit dem Hirn, ,andern auch mit dem .Kerzen bei seiner Ausgabe ist. Kleine Fehler in der Aussprache, namentlich von g und ch sind zu überwinden; sie waren auch nicht so erheblich, das; sie bei der Frage einer Verpflichtung störend ins Gewicht fallen dürften Wie sehr der .unifiie.- im übrigen gefiel, das bewies ber außerordentliche Beifall, der ihm zuteil wurde. Auch unsere einheimtü-.ien Dar steiler taten ihr bestes zum Gelingen, insoweit wena je ., als es die Herren betrifft. Hermann Bakof an erster Stelle als wohlmeinender, lebenskluger de Silva, ber besten Figur des Stückes, die er zu einer schlichten, eindringlichen Wirkung brod)tc. Kurt Gühne sprach den Rabbi Ben Akiba und stellte seinen kleinen, aber ge
Neue ruifijche Drohungen au China
Petersburg, -ö. März. Der zeitweilige $ e r weser der auswärtigen Angelegenheiten ließ dem russischen Gesandten in Peking folgendes Telegramm zugehen:
Tie Verhandlungen der letzten Monate überzeugten bic Kaiserliche Regierung, bar bic chinesische Regierung danach fticbt, durch ausweichende Antworten bic in der rusti- jchen Role vom 1U. Februar bargclcgtcn Pnnltc adzulehncn.
Welche Einflüsse da zu Gunsten Stolypins und welche zu Gunsten Kolowzews tätig gewesen sind, wird wohl noch einige Zeit Geheimnis von Zarskoje-Selo bleiben. Tas aber weiß man schon heute: daß die Krise so lange andauerte und daraus schließlich nicht Kokowzew, sondern Stolypin als Triumphator hervorging, lag daran, daß 'lokowzew für die Uebernahme des .Ministeriums die Neu Besetzung non vier Ministerposten zur Bedingung machte, wogegen der Zar Bedenken hatte. Auch feyeinen bie Freunde Stolypins es verstanden zu haben, Kokowzew, der in der deutschen Presse als Realtionär schlimmster Sorte bezeichnet wurde, als Liberalen erscheinen zu laisen, der in jetziger 3eit, wo Gesetze, wie die Aufycbung der Rayonbeschrantung für die Juden, von der Duma verlangt würden, für den Ministerpräsidentenposten durckwus ung.eignet sei. Genug, der Zar gab schließlich Stolypin den Vorzug; nur war es äußerst schwer, diesen zur Zurückna.,nne seines Entinjsungs- gejuches zu bewegen, da der Gekränkte eme eklatante Genug- i iiung forderte.
Was Stolypin zuerst zur Bedinguiig machte, als der Flügeiadjutant des Zaren, Dedjuiin, am 22. März bei ihm erschien, wissen wir nicht genau. Es heisst, er habe die Aus- liejcrung der Verschwörer Trepow und Durnowo, die Auslosung des Reichsrats, der die nationalen Wahlkurien für bie Lemstwos der Westprovinzen abgelehnt und so den akuten Grund zum Rücktrittsgesuch Stolypins gegeben halte, verlangt, sowie als Anerkennung für sich bie Kanzler- unb Graienwürbe, nach benen er, wie man weiß, schon lange strebt. Wie es scheint, hat bann der Großfürst Rikolai Nikolajewitsch tags barauf — übrigens ein angenehmer Auftrag für ein Mitglied ber Zarenfamilic — Stolypin zu bestimmen gewußt, die Bedingung der ^luflöiung des Reichsrats, bie, ba der Reichsrat ja nur zur Halste aus gewählten Mitgliedern besteht, eigentlich wenig Sinn hatte, fallen zu lassen, aus die geforderte Standes- unb Rangerhöhung — wohl nur in diesem Augenblick — zu ver-- 'iasten und gegen die Verschwörer Miloe walten zu lassen.
Trotzdem ist das, was Stolypin erreicht hat, noch immer groß genug und wohl in der Hauptsache dem Umstand zuzuschreiben, daß der Reichsrai den ganzen siolypinschen Entwurf über die Einführung der Seinstwos in den West- provinzen mit 134 gegen 23 Stimmen verworfen hat. Tiefe Halsstarrigkeit müßte der Zar, nachdem die TeputatwnS- afferre zu gunsten Stolypins erledigt war, umsomehr als einen ihm persönlich angetanen Assront cmpsinden, als
Das Kaiferpaar in Venedig.
Venedig, 25. Mürz. Tas Kais er paar und tue Prinzessin Viktoria Luise sind um W Uhr heute mittag hier eingetrofsen und wurden am Bahnhof von dem Herzog der'Abruzzen empfangen. Bei dem privaten Charakter des Besuches sand keinerlei anrtlicher Empfang statt, doch fanden sich zur Begrüßung außer dem Herzog der Abruzzen der deutsche Militär- und Manneattachö auv Rom ein, sowie der deutsche Konsul von Venedig, ferner die Mitglieder der deutschen Kolonie mit Damen. Der Herzog der Abruzzen führte die Kaiserin durch den Bahn Hof zur Bootaulegestellc. Das Kaiserpaar, bic Prinzessin unb bas Gefolge fuhren in Booten ber „Hohen zollem" durch beit Canal bc Grande zur Kaiseriacht, wo sie Wob- nuiig nahmen. Ein zahlreiches Publikum begrüßte ba> Kais er paar.
Ter Kaiser verblieb nachmittags an Bord Die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise besuchten die „Academia delle belle ani". Die Abendtafel fand an Bord der „Hohen zollern" statt. _ .
Venedig, 26. März. Tie Kaiserin und diePrin - zess in Viktoria Luise unternahmen gestern nachmit
»er Reichsrat wissen mußte, daß der Zar Stolypin wieder • ein Vertrauen zugcwendet hatte. So siel die Genugtuung ; ür den wieder in jein Amt eingesetzten Ministerpräsidenten »esto glänzender ans. Werden hoch die beiden Verschwörer und Anführer der Hetze im Reichsrat, Trepow unb Turnowo, bis zum Januar nächsten Jahres „beurlaubt"', ihnen al,o jede Einwirkung aus den Reichsrat genommen, und muffen wch der Reichsrat selbst unb die Tmna, um einen Denkzettel zu erhalten, ihre Beratungen drei Tage lang unter- »rechen. Stolypin aber wird weiter die Genugtuung zuteil, daß er bei der Auswahl derjenigen Reichsratsmilgtteder, die der Zar zu ernennen hat, also der Hälfte, em gewichtiges Won miizusprechen hat, und daß der «cmstwo- Eiitwürf auf Grund bes Artikels 8« der Berfa,,ung auf allerhöchsten Befehl in Kraft tritt, trotz feiner Ablehnung im Reichsrat. Das bebeutet zwar, ba ein solcher Ukas inner l;alb zweier Monate von Reichsrat unb Duma angenojn men fein muß, um nicht seine Gültigkeit zu verlieren, für ben Augenblick pra-liftch nicht viel. Politisch aver z.igt cv, baß ber Zar sich mit bem Siolypinschen Entwurf vo.l.g aus- gesöhnt bat, so baß es sich ber Reichsrat wohl uoenegen wirb, in bic,er Angelegenheit gegen Stolypin unb damit gegen den Zaren selbst aufziitreten.
£b trotz ahCDcm ^s.o.y^iu uo.., lange am buibcr bleibt, möchicii wir bezweisCtU. jioar herrscht unter leinen Gegnern auf der Rechten und im Zen-rum, sowie in ber Hof- tamarilla, über seinen Sieg äugend.icklich grotze^Bestur- '-unq, die sich paralamentariich darin äußert, bap Stolypin freundliche Mitglieder ber Rechlen unb,des Zentrums ihre Parteifahne verlassen und zu den gemäßigten Nationalisten und Lktobristen überschwenken. So wirkt cm Jlöort Väterchens" im heiligen "Rußland. Aber die Feinbe ^i0ty- pins — unb bereu hat er, wie bie gestrige Abstimmung im ReichSrat gezeigt hat, genug — durften deshalb ihren Kampf gegen ihn schwerlich aufgeben. etc werden nur zu bald eine neue Mine gegen iyn aufftattern ia,,en und sich dazu wohl eine bessere Gelegeiiheit aus.uchen, als es ber Sloiypinichc Entwurf über bic ^emstwos eigentiia.) war.
Petersburg, 26. März. In ber Abenbfttzung ber Duma -Fraltion ber Oktobristen lüiibigtc Guisch- totü an, baß er bas Amt als Dumapräsibent nieb erlege. Die Frakiion beschloß, gegen bic Gesetzesvorlage über bie Lemstwos in ben W e st g o u v e r n e rn e n ts zu stimmen, wenn bas Gesetz auf Grund von § 87 ber Grundgesetze burchgcfüyrt wird. Die Frage ber Frieder- kegung bei Mauäate aller Mitgkiedec ber Fraktion wurde bis zur nächsten Fraklionsfitzuug offen gelassen.
Die amtliche „Rossija" führt aus:
Tie nngcliinbigtc llntcvbredmng ber Tagung der gc,etzgcbcndcn Jnstitulion wird der Regierung die MSglictzrcit geben, Die eentfh mogeictzvorlagc auf Grund von § 87 der Grundgesetze durchzu- lüliten Tiefe Maßregel bezeug; einerseits die tritt ichloycnhclt der l ochsten Obrigkeit, auf der Grundlage einer nationalen Politik fest zu bestehen: andcrelseüs wird sie Der russischen Bcvöllcrung der Weslgouvernements Söerubtgung bringen, die durch alles Geschehene verwirrt unb moralisch erschüttert war. Wcoer die bicichs- dnma noch der Reichsrai können sagen, daß durch die genannte Maßregel ihre Rechte übertreten werden; denn Die auf Grund von §87 eingeführien Gesetze müssen bei ben gesetzgebenden ttörper- schasien cingebradü werben und cs können in ber Folge alle Aenderungcn Dorgenommen werden, die bie Reich sduma ober der Reichsrai für nonvenbig beiinbcn sollten.
Tonmaleude auch den Alten nicht unbekannt war, iaun man an dem „Ich fahre aus zu meinem Vater" sehen. Dü sickuvebenden Töne bei ,,'ahrc" sollen wohl auf das schwingen, auf <)lügelichlag, auf das Einporstrcben Hinweisen.
An dritter Stelle lang die Knabenchorschule unter Leitung des Crganiiteu Gtulach 2 Chore a eavella „Ach, Jesu mein", ein m Volkston gehaltenes ciniachcs Liedchen, das viellcichk einst ein Volkslied gewesen ist unb dem man bann einen geiitlichcu Text mitergelegt hat: ferner „Ter Herr wird Die Tranen", eine nicht leicht zu stngende Komvosüiou Des Gcianglehrcrs >vcrm. Franke Wenn Dort Die sollen lieblichen Stimmen anipradien, waren es hier Straft unb Sicherheit des Vortrags; betannt ift bei Der Knabenckorschule Die reine Aussprache, das Aushalten des Tons bis zum zartesien Austtang unD Der saubere Vortrag.
Man hört diese Meinen gern ihren gcrciftcreii Gesangsgcnoiien das Programm abwechslungsreicher machen.
Als letzter Hauptpunkt kamen zwei L a ch 1 di c Ä’ antaten zum Vortrag, „Jesus nahm zu sich die Zwölfe" und „Sehet, wir gehn rinauf gen Jerusalem". Hier wirkten -ologeiang Gilt Teiwr unb Baß', Frauenchor unD gemuchler Evor, llemes Orchester Mlarinetrc unb Streichmusik., Flügel und ^rgel zusammen, um in der Gesamtwirkung cm einDruck-volles Mmikituck ;u Gehör zu bringen, abwechslungsvoll in seinen einzelnen Sätzen, in ben Rezuatwcn unb Arien und eigenartig in der Imtrumcntal- bcglei-ung und in der reichhaltigen Heranziehung eines Flügels, als Saiteninstrument, zu dem gezogenen Crgcltlang.
Tie Klavierbegleitung lag in den Händen Des 1 rotenors Trautmaun, Der zugleich, soweit ihm der anivnichsvolle »tlaviervart Zett ließ, als Dirigent sich betätigen mußte. Wenn hierbei alles klappte, ist es schließlich das Berdiewt aller Mtt- wirkenden, dank der jalnriangcn, vortrefflichen Schulung und bem unermüdlichen Streben des Chors naco Woterb-ldun^
Bon Einzelheiten ist bei cnlmaligcm Anhoren wlcher miC,en- werkc mit sicherem Urteil schwerlich viel zu sagen. Es in dies aud) k m Lchaden, Da sonst die Gcsahr d.'s IcrviluckenS Des Gesamteindruas zu nahe lic^t. Manche batten bei Bach nicht bic eigentümliche Klangfarbe in ber Begleitung zum Bavrezuatw Mein Jesus, ziehe mich . . . ." vermutet: eigenartig bie lang gelogenen zitternden Striche gcDampjtcr Gc.ge, mit lang ge- naltencn Klavieraikorden. Andren mag bewnders bic Bravour vQUf5 auf Dem e in „ewiges" Aut ut der Zenoraric gefallen haben oder Der schöne TSechselgesang tm Rezttattvo Arww ut
$toh)pin Triumphator!
Die Mine, die die llltiarcaltionärc des Reichsrats unter Führung von Trepow und Turnowo dem Ministerpräsi- oenten Stolypin aelegt hatten, ist nicht explodiert, hat Stoly- pin nicht unter den Trümmern seiner Prini|lerherrlichkeit begraben: Stolypin triumphiert über seine Gegner. Zwar schien es, als am 21. März Stolypin dem Zaren sein Rücktrittsgesuch unterbreitete, und dieses ohne weiteres angenommen wurde, als sei es den realcionaren Intriganten gelungen, den Zaren völlig gegen Stolypin einzuneymen und ihm den Glauben beizudringen, daß der Ministerpräsident ein frivole- Spiel mit ihm getrieben ljabc, iubcm er, um feinen Gesetzentwurf über bie Einführung ber Semstwovcr waltung in ben Westprovinzen zu unterstützen, in Petersburg Deputationen habe erscheinen lassen, bie um bie Einführung Daten, aber von Stolypin inszeniert worden feien. Doch tarn diese Jntrigue, obwohl der Flnanzminister Kokowzew als Nachfolger Stolypin bereits gcnaiuu wurde, ans Tageslicht; nur tappte man von Donnerstag vis Samstag völlig im x unfein, ob Stolypin bleiben ober Kokowzew ihn crfcr.cn würbe.
aifat hie dnnciiidK Regierung einerseits in bem am 19. ’Aors ton mssiN^ Gesandten cingchändigten Memorandum un'crcm und Billigt -'N- d.° Enncknnn
eines ruinidxii Konsulates tn Mobbe nicht adbanglg r werde von der Einführung von Zollabgaben, aberanbcrit
seit« über die anderen Konsulate, thnren Unuljnmg ba Arttkel 10 des Petersburger VeNrages oornchü und uba du Monopole, die in der Provinz vsintdiait im Widerspruch mu ben Vertretern nut den Mächten eingeführt mcrden und sag i Lacken des Handels mit Lokalcr-eugmsten würden dm rusti ax n Hänblem Die gleichen Bedingungen wie d«n chimsischcn gestett., nxtbei sie bas vertragliche Recht der Rulicn , IN ier Mongolei und in Westchina ohne die Entrichtung ngmd w6ch c Zölle oder Steuern Handel zu treiben, ganz imbcad)tct luf .
In Anbetracht der völligen N u tz l o i i g k e i t d e r n r tiger Verhandlungen, in denen die chine|lsch? Negierung nur einen Anlaß sucht, die russischen Bertragsrechle mrch .Irgn mente 7u beschränken, die sie selbst spater fallen zu lasten gezwungen ist, sicht sich Die russische Regierung genötigt, letzt di.iem Durch nichts gcrcchlsertigten vinziel en - 'i End' zu machen und die chinesi|chc Regierung zu bitten, du Mäßigkeit und die liebere in stimm ung^ aller punkte milder russischen Note vom lb. (yebruar mit D c n Verträgen sormell zu bestätigen. Nur nach einer derartigen Bestätigung kann die Kaiserliche Negi^ung eulwililgeii, über die Fragen, betreuend die Einführung von Zollabgaben, bic Lckiaffung eines besonderen Reguns für Den Techandcl, iü»c irgend melde partielle Abänderungen des Vertrages von 1881 in Berl-andlungeu zu treten. Die Kayerluhe Regierung ist bereit, auf Die Antwort dicicr Note bis z u rn 28. Ma r 0 - u war t en macht jeDoch darauf aufmerksam, daß |ic sich, wenn bis zu den angegebenen Termin leine crsckwpsendc und befri^)igcndc Untwvri bezüglich aller seckzs Punkte Der Note vom 16. Februar einGifsi, Die Freiheit des Handels v o r b e h a lt imd daß pe Die chinesische Regierung für die von ihr an den Lag gelegte Harlnädigkeit verantwort l ich m a ch t
Wie Reuter dazu aus Peling meldet, f o 1 l d i e r agc sehr e r n ft fein. Man glaubt, daß, wenn China innerhalb ber gesetzten Frist sich nicht bebingungslos auf Den Ltanbpuntt ber rusiifchen Note vom lb. ^edruar stellt, Rußlanb Zwangsmaßnahmen, bie berertS vorberei- tet feien, ergreifen wirb.
Peking, 26. März. Tas Auswärtige Ami hat nach langen wichtigen Beratungen dem hiesigen russischen Gesandten die Versicherung gegeben, daß China morgen rückhaltlos die Forderungen Rußlands b e w i l' ligen werde. Man ist hier allgemein der Ansicht, daß China keine andere Wahl hat, weil eS aus einen Krieg
Geistliche Musiiaussührung des Lvangelischen ttirchengrsangvereins.
Gießen, 26. März.
Zur Mittagszeü hatte am Loimlag pic Mi.uärtäpclle in der Anlage Mendelssohns „Frühlingslied" gespielt, b.'iicn weicher Eha ratter zu dem stürmischen Wetter vaßlc, wie Hoffnung zur rauhen Wirklid>fcit Wie die Lerchen i'tpon vor Wochen ;u uüg jubilierten, hatten wohl auch die tWeimlien sich mit ihrer Fiuhluigsitinimung gründlich verrredpict. Die Strenge Drangen in der Natur malmte »um Zurückstellen eitler Träume zur Einkehr ins Innere, ^.er Ernst der Passionszeit tarn wieder zur Geltung, für geiitlm;: Musikauffühiung der richtige Ltimmungshiiucrgrund.
Wen es Da am AbcnD zur Stadtkirche gezogen hatte, der ließ siä» von den cimcüciwen Mtängcii oer eget i-inotreuen für Die Hauptsttickc des Abends. .. .
iHlö Präludium Diente eine Pa । > aiaglia Dc« rrgcitom- honiften Buxtehude, ein alter italienisch ernster ^anz „Hahneschritt"), m weicher, zarter Figuration, bei ler die Klang- luirlunqcn der verschiedenen Register^ bu- zum Fcrnwcrl, ichon zur Geltung kamen. Ter Mompomit hat hier nickst mir Den Baß ostinalo („harenädig") gestauei, er verlegt das Wiederholen auck) in Die führenden Siimmcn, uud^auch r-a nicht nur in Thrasc oder Motiv, sondern auf beufclben Ton. ■
Als Hauvipuntt Des Programm-.' roigtcn 2 bibliicyc Szenen, ndmlicr Pharisäer und Zöllner und ^iterdialog, von öeinndi 3 tzür. d-r. 1LC 2-1 -e . 7-
Der hervorragendile deutichc Monipn.u,. Dc» 17. ^ahrhund.ris gilt, auch die erste deursche Oper ichncb. _
Tie Erzählung vom Pyariiäer und Zoluicr leitet der §rauen- d»t ein an den sich bie in einander grctjenöcn ^ologemngc des Phariiäers Baß: Reinhardt-Tarmstc.Dti und Zöllners «L-enor: Breiding-Franksi.lrt) ans-ließen, worauf der Chvr die Rechtfertigung t-es Zöllners Eunbgib,. Bewnders gefällig wirkt die Abwechslung, die ber Tondichter dem lieh immer wleDerholenden „Gott sei mir Sünder gnädig" S'bt und Die Ltclgerung im „Ter soll er! ohet werden" Dey gemischten Ehor.-.
Im Ostcrdmwg singen Baß und Lenor dcn iragenden ^c,us Alt Fräulein Rechardl-oramjurt- und covranjo" rau teilt „luller- Wetzlar) die suckjcndc Maria Magdc-icna, ein sehr Danibarc^rua mr gefühlvollen Lologcäng, voll intimen Reizes, ^-ckcho leit, Sei/:,such, und Schön heil des Zufammenklangs! Toy bas
Nr. 73 Erstes Blatt 161. Jahrgang montag, ^Mcnz Ml
Der «iefiener Anzeiger JBTOEl' M monatlich75P^viertel-
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General-Anzeiger für Gberyessen
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