Die heutige Nummer umsaht 14 Seiten.
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kommt. Jedoch ist in nächster Zeit der Wettbewerk der englischen Kolonien tu befürchten. Eine kaiserliche Versuchsstation
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Reiseerlebnisse
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krise. Teils seien die Schwierigkeiten durch die Ausarbeitung der Homc-Rulc-Borlage verursacht worden; er- ;öht würden sie jedoch durch die kritische Lage der auswärtigen Beziehungen Englands und durch das Bekanntwerden der KriegSvorbereitungen zu 2anbc und zur See und durch die Mängel im Militär- und Klotten-System. Dann sei Grey über die Angriffe der radilalen Presse sehr empfindlich; wxnn feine Erklärungen am Montag von der Opposition kritisch und von der eigenen Partei ebenfalls kühl ausgenommen werden, würde er sofort demissionieren. Hal da ne würde wahr- cheinlich ebenfalls zurücktreten. Dünn könnte eine Neubildung des Kabinetts folgen oder die PurlamentSauf- 'ösung. Der nächste Montag .‘jirb ein kritischer Tag für baS Ministerium werben.
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reichliche Oelvorräte im Norden Schottlands vorhanden. - Die Entsendung von Kohlen nach dem Norden mit der h kisenbahn anstatt zur See sei ein Versuch gewesen, der | r.ichtS mit der französisch-deutschen Krisis zu tun hatte.
sehen Träger, die am Tage vor dem Aufbruch zu der embehrungs- reichcn Wanderung ins Innere sich beim Tanz und Gelage vergnügen. trauen bereiten die Nahrungsmittel für den Marsch. Aut der Wanderung selbst läßt man hauptsächlich in unruhigen Gegenden zur Sicherheit eine bewaffnete Abteilung vorausmar- fchieren. Ein Tagesmarsch von der Küste begegnet uns eine Kara- wane mit Elfenbein, von dem zurzeit ein Zahn einen Wert
800—1000 Mk. darstellt. Nachdem neuerdings die Bahn ins Innere fertiggestellt ist, verschwinden die Karawanen mehr und
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monatlui'7dP^oiertel- [5brhcb Mk. UN. durch Abdole- il Zweigstellen monatlich 65 i'i.; durch die Post Mk. 2.— viertel- idbiL ausschl. Besteila. 3filenpiti6; lokal 151% QiiviiHiu» 30 t'ieiuuo.
befindet sich in Üsambare, die jede Auskunft über Boden und dessen Anbaufähigkeit gibt. Wir kommen nach Sansibar. In letzter Zeit ist der Harrdel merklich von dort nach der afrikanischen Küste verlegt worden. Wir sehen ein kleines Fort, das im Arabcraufstand als einziges gehalten wurde, und von dem aus die gaiue Diedereroberung Afrikas ihren Anfang nahm. Weiter begegneten wir einer französischen Missionsstation, die im Araberaufstand wichtige kleine Dienste leistete. In Dar-es-Salom fällt uns die schmale Hafeneinfahrt auf Wir sehen das Regierungsgebäude, das Bismarckdenkmal und eine mit Kokospalmen bepflanzte Straße. Anfangs spenden die Kokosbäume manchen Schatten, aber ältere Bäume sind zu hoch. Ein Spaziergang unter ihnen ist manchmal auch nicht ganz ungefährlich wegen der reifen Früchte, die einem auf den Kops fallen können. Wir
Der italiekiisch-türli'che Krieg.
Tripolis, 23. Nov. (Agenzia Stc'ani.) ©cflcrn hat ich nichts bemerkenswertes ereignet. Ter „Carlo A l - .> e r t o" feuerte vormittags auf die Signale eines DrachenballonS bin auf Boi^cafa. Ter herrschende Gtbli- Wind, der bis zur Nacht ben Sand aufwirbelte, vcr- 'inderte die Fortsetzung des Feuers. Aus demselben G-runda mußten die Flugzeuge darauf verzichten, zur Erkundigung aufzusteigen.
Nachrichten aus Benghasi besagen, gestern abend abe dort ein Zusammenstoß der Vorposten des 18. Infanterieregiments mit einem feindlichen Trupp statt- gesunden, wobei der Feind zerstreut und zurückgeworfen wurde. Nach Informationen aus guter Quelle hatte der Gegner in dem Gefecht bei Terna am 16. Nov. 110 Tote.
Eine italienische Gedächtnisfeier.
Es berührt sonderbar, daß die Italiener in Tripolis schon ein vierwöchiges Jubiläum ihrer tripolitanischeiH Heldentaten gefeiert haben; komisch ist es aber geradezu, daß dies auS Rom amtlich aller^Welt verkündet wird:
Rom, 23. Nov. Tic Agenzia Stesani meldet aus Tripolis: Heute früh fand zur Erinnerung an den ruhmreichen Kamm am 23. Oktober eine Gedächtnisfeier in den Laufgräben der Versag ■ iieri statt, der Abordnungen der Truppcnabteilunge.n und der Marine beiwohnten. Nach dem Gottesdirnst hielt Oberst Fora von der Smaptieri eine patriotische Ansprache.
Zwischen Sidi Mcsri und Hamidic kam cs gestern zu mehreren Heinen Scharmützeln mit Gruppen von Arabern, die sich aber sofort nach Abgabe einiger Kanonenschüsse zurückzogcn.
Ehekredakteur: A ckoeiz.
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S&W General-Anzeiger für Gberhessen
R°tation$bru(f und Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch. und Sleinbrutferet R. tauge. Redaktton. Erpedition und Vruckeret: Schulftrahe 7.
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mehr. Wir kommen weiter d^rch freundliche und feindliche Ge- biete nach 95 Tagen an den Tanganikasee. Tie Eroeduion, die der Redner selbst führte, war äußerst schwierig. Er hatte 2500 Leute bei sich, die alles mit sich führten, da entfernte Stationen leicht^von der Hauvtstation vergessen wurden. Tos Land nördlich des Tanganikasees ist fast völlig unbekannt. Große Papprus- fümpfc dehnen ''ich aus. Ter Redner bat hier die größten Menschen der Welt angetroffen. 2,20 Meter Körpergröße ist keine Seltenheit. Aber auch ein Heines Völkchen Zwerge lebt frier, vor denen die Riesen eine große Angst haben. Jene gelten als große Medizinmänner, bte mit ihren Giften alles b-? herrschen. In friedlichem Zustand sind es sehr geschickte Töpfer und Schmiede. Hier treffen wir auch sehr große Herden an. Tas Ostufer des Tanganika ist mit verschiedenen Missionsstationen besetzt. Dir wenden wieder ostwärts und gelangen noch verschiedentlich in interessante Gegenden. Unsere Wanderung endet in Killva, das schon zur Zeit Basco de Gamas eine Rolle gespielt bat. Der reiche Beifall in dem voll besetzten Saale zeigte, daß der Redner dankbare Zuhörer gefunden hatte.
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s. Darmstädter hoftheater. Aus Darmstadt wird uns unterm 23. d. M. gefdjrieben: In Anwesenheit des Großherzoglichen Paares erzielte Paul Lincke mit ferner neuesten Operette „Grigri" einen sehr lebhaften Erfolg. Ter Vorwurf, der von Bolten-Beckers und Henriot Chancel stammt, ist recht luftig und gibt zu manchem guten sSifc Gelegenheit. Auch zu aftueHen politischen Kolonial- /rCTI' n r^n.^n Darstellern, die mit ganzem Herzen und voller Lufttgkert bei der Sache waren, ist vor allem Herr Jurgas als Theaterdirektor zu nennen. Viel Sorgfalt hatte Herr Valbek auf bic Regie verwanbt, bie sich befonberä im dritten Akt bewährte. Die Vorstellung würbe vom Komponisten selbst geleitet.
- . Gine P a r s i f a l - Ti ch tu n g von Gerhart
Hauptmann arbeitet augenblicklich an t volkstümlichen Darstellung der Parsisal-Tichtun» deren Marchenwunder ben Dichter ber „Versunkenen Glocke" mA des „Armen Heinrich" schon seit längerer Zeit fesselte. Es handelt br5?^£!fc ^bnt, sondern um em erzählendes x~crr, mit dem sich Gerhart vauptmann an die deutsche Iu- g end wenden will und das in der neuen Sammlung der Ullstein- Iugendbucher er,cheincn wird. '
w -kf: die Influenza heilen. Don einer
Ä unf> 'chweren Influenza berichtet der Neuporker Arzt «lt. P Morris Einer seiner Patienten ein ^andmann, htt an, einer heftigen Influenza Eines Tages mürbe er von einer Wespe am Bem gestochen, und der Wespenstich wurde rasch zuinner dicken Geschwulst, die sich vom SHtiebte tum Knöchel erstreckte Merkwürdigerweise verschwanden eine Ltunde .spater alle Anznchen der Inruewza vollständig der «ranke suhlte sich auyerordemlich wodi, hatte wieder HÜnae? und auch der Schlennllutz ber Naic hörte völlig auf Taje später, als ber Wespenstich ausgehellt war, traten die önnmBainnurtome itooeb erneut auf. Tr. Morris glaubt bie Gin,toste, die bA~r Wespenstich in dm Körper des gebracht habe hätten hierbei als Gegengift gegm die IMu^m dib Sache sich wohl der genauen Wissenschaft^ l'chen Unter,uckimg lohne. Zum Vergleich riebt n E . £ Seilb-rk-il d-z SfKumatiätmiS feurefi
bines rremlich fllaubhan nntficermefen ist Bei ben Pienennilben firfl aiit bLr' (hnTiihm n •” * - -öeitf rner». wahr schein-
(ub aus der Emruhnmi von Ameisen,aure in den Körper- was ^^tone es icdoch und, die der Wespenstich in den^Kö^ bringt, miß noch genauer untersucht werden.
England nicht genügend gerüstet?
Noch bevor Sir Grey feine anachinbigten Mitteilungen gemacht hat, bic bekanntlich für Montag vorgesehen imb, hat ber frühere Admiral Lorb Beresfelo, setzt d, .'- Unterhauses, bic Well mit einem Ein gestanbnis überrascht, bas aber mit einiger Vorsicht aus- ^nehmen ist. Bercssorb sagte in einer Rebe, Eng anb sei in ber letzten Krisis nicht genügenb vorbereitet g wesen, und wartete auch mit einigen Einzelheiten auf. Vielleicht war biefc Kundgebung von dem Bestreben diktiert, daß noch mehr als bisher für die englische Flotte gclan werde. Auf ber andern Seite hat Beresford auch wohl den durch bic letzten Enthüllungen hervorgerusenen Eindruck verwischen wollen, als habe England auf einen Krieg hinarbeiten wollen. Jedenfalls steht es jetzt fest, daß Eng- land während der letzten Spannung kriegerische Vorbereitungen getroffen hat. Mit höchstem Jntereife müssen daher bie Erklärungen des Ministers des Auswärtigen, Sir Greys, erwartet werden.
London, 23. Nov. Lord Eharles Beresford hielt gestern abend in Portsmouth eine Rede, in der er ouSführte:
Die Lehre der letzten Krisis zeigte, wie notwendig eS war, eu fl c n b I i l {i dj auf plötzliche Fein d s e ligkeitcn ge- sa f; t z u s c i n. Verschiedene zur öisentlickwn Kenntnis gekommene Tatsachen, die mit bet Flotte in Zusammenhang ständen, bewiesen, bis England nicht daraus vorbereitet tone. Derartige Mftplidic Vorbereitungen, während einer Krisis getroffen, ließen den einen alS den kriegerischen Teil gegenüber der andern Nation, in diesem Falle Deutschland, erscheinen. Er glaube zuversichtlich, baß die jüngst gewonnene Crfobnmg die Regierung ancifem werde, einen Entwurf ein- »ubringen, ber für den Seekrieg einen Stab schafft, welcher von Zeil zu Zeit an die Flottendcüürftiisse erinnert. Während ber urifis sei die britische ftlotlc läng» der ganzen Küste verteilt gewesen: „wir hätten"^ so fuhr ber Redner fort, „keine militärische Bewachung dir Werften und ber MunitionSmagazine, noch, was wichtiger ist, jener Teile der Eisenbahn, wo der Oberbau jeden "Lugenl'ick zerstört wc-rden konnte, wir hatten keine Minen- >i che rsürdicHäsenunddieFahr st raßen. Tic Vcr- fthrsstraften waren ohne zdreuzer, ungeachtet der Londoner Tekla- rptipn, welche die Kaperei gestattet, durch welche unsere Werf. frr»ftrof cn bei einem plötzlichen Ängrifs abgeschnllten werden fcnntni. Wir hatten im Norden keine Oelvorräte für die Torpedobootzerstörer: das Brennmaterial musste ihnen erst von kn Schlachtschiffen überlassen werden. Ein solches Nicht- jierü st elf ci n ist der Tatsache zuzuschreibcn, daß England keinen Kriegs und Marinestab bat, wie ihn jede andere Nation besitzt." kenn hierzu (Kcld notwendig fei, möge man die Sache in Ordnung dringen, er glaube, man solle eine Anleihe aufnehmen. Wahrscheinlich werde dies getan werden.
Beresford ist immer ein Scharfmacher gewesen. Er trifft mit seinen Behauptungen denn auch auf den Widerspruch Mae Ktninas:
L o n d o n, 23. Nov. Der frühere erste Lord ber Admiralität 9)2 a c Henna erklärte einem Vertreter brr „Daily News", der ihm einen Auszug aus ber Rebe *orb Charles Beresfords zeigte, bie Behauptungen Beresfords seien vollkommen unbegründet; cs waren
Deutsche» Reich.
Wie bie „Norbbcutfche Allgemeine Zeitung^" schreibt, sind bie Anforberunaen an den Güterwagenparkder Staatsei se nbahnen in biefem Jahre außergewöhnlich hoch. Tie Eisenbahnverwaltung sei zwar mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln bestrebt, ben Bebürsnissen des Güterverkehrs gerecht zu werben, eine unbebingt pünktliche Befriedigung des Wagenbedarfs würde aber vorläufig noch nicht zu erreichen sein. Immerhin sei es in den letzten Tagen wiederholt gelungen, in den ADhlenbezirken außerordentlich hohe Gestellungsziffern zu erzielen. So seien nach vorläufigen Meldungen für Brennstoffe und sonstige Güter in Oberfchlefien am 13 November 11090, int Rsthrbezirke am 15. November 34 055 Kohlenwagen ge- stellt worden, Zahlen, die bisher noch nicht erreicht wurden.
™ CÜJTrifa. Zuerst überbrachte ber Redner der Abteilung Gießen besten Grüße und Wünsche vom Gcsarntvorstand und teilte tenn mit, daß das Frauen heim, von dem im vorigen Vortrag «e Rede war, in wenigen Wochen fertiggestellt sei. Nachdem >ie Abteilung Vosen die Einrichtung hat Herstellen lassen, fehlen Dch etwa 5—6000 Mark an sämtlichen Kosten.
Tann führte ber Redner die Zuhörer in unsere ostafrikanischc Kolonie Ta er 15 Jahre dort zugebracht hat, konnte er nicht die Sehenswürdigkeiten zeigen, sondern mußte sich mit wenigem lk.wügen. Wir verlassen Neapel und schauen nochmals rück- ^ans zum rauchenden Vesuv. Schnell ist das Mittelländische I^eer, ber Suezkanal und das Rote Meer durchauert. Wir legen '1 Aden an und hier empfängt uns zum erstenmal afrikanisches Indien und Treiben. Auf der Deikersafrrt vertiefen wir uns tochmals in die Karte von Teutt'ch-Ostafrika. Um uns mit der strößc des Landes vettraut zu machen, erinnern wir uns, daß ftr ^.anganikasee von Nord nach Süd eine Länge von 700 Kilo- neiern bat. Sechs Docken hatte ber Vortragende zu mar- lfrieren, um von einem Ende zum anderen zu gelangen.
Wohl ausgerüstet verlasfen wir nun mit dem Vortragenden Im wichtigsten Hasen der Kolonie, Tanga. Dir fahren nach korben nach Vangani. Hier sehen wir eine Expedition, die eben Innere des Landes ausbrechen wlll. Bei einem Spaziergang
Auzauswärts passieren wir eine eigenartige Brücke und nehmen p einem Dorfe an einem kleinen Fest teil. Daß sich hier euch die Jagd noch lohnt, sehen wir an einem erlegten Flußpferd. Innern begegnen dem Wanderer allerlei Schwierigkeiten, >:»ptsächlich während der Regenzeit. Tie Flüsse sckwellen an, wti wenn nicht um gestürzte Bäume natürliche Brücken abgeben, n es oft schwierig, auf den schaukelnden Hängebrücken das icn* itittige Ufer zu erreichen. Manchmal muß man sogar den Fluß utMmmenb burtfrqueren. Tann bleiben die Eingeborenen in hätten Scharen beisammen und suchen durch lautes Schreien die ^Mäßigen Krokodile fernzuhalten. Gehen wir weiter ins Innere, Is kommen wir in das Gebiet der kriegerischen Massai Um ein cöroert von ihnen zu bekommen,^ mußte ber Redner den Wett Rindes bezahlen Ihre Kleidung besteh: aus Rinden tt'-ien. Ihre Schmuckgegenstände sind Messingringe, die am Hals -W in den Ohren getragen werden, und die zusammen oft 'M Gewicht von 20 Kilogramm ausmachen. Auf einem kleinen Jmoeg kommen wir durch Ussambara. Es hat jetzt allerhand
Tic H Mnnfl d-r deutschen Regierung.
In einem Berliner Telegramm der „Köln Ztg.", das offensichtlich amtlichen Ursprungs ist, wird auf5 neue das DeruhiHungShorn geblasen Es hat ja jetzt auch kaum noch Zweck, in Angrisien aus die Rcgieruna sortzufahren, nach dem diese so deutlich die Stimme des Polkcs hat vernehmen müssen. Von Interesse aber ist, wie man in amtlichen Berliner Kreisen dem Kommenden entgegensieht. Ta heiß es in der „Köln. Ztg.":
Tie akute Krisis ist jetzt vorüber, aber der Erns der Lage bleibt bestehen, und mit noch größerer Spannung al bisher erwartet man bie für bic nächsten Tage a n g c rü n bigte Erklärung der englischen Regierung. Ii- den letzten Tagen fanden sich in der englischen Presse manck Ansftihrungen, die von dem Geiste des Mas halt ms und her Sack lidjFeit getragen waren und in denen die alten Töne anklangeu twr einem fair plan, dessen Befolgung und Ansbreitting btt englischer Macht nickt weniger vortellhaft war als seine gewaltige Flotte Tie Art der zu erwartenden Erklärung der englisch.'» Regienme bürtte nickt ohne Nnflust sein auf die Entschließung der Regi,-rung Man wird aber jedenfalls daraus entti'hmen können, wie bi englische Volk über bic Lage denkt, deren O^efifrrai nie so beutlid in Erscheinung trat.it, wie jetzt. In Teukschlanb will mnn nickt von ber Möglichkeit wissen, daß über Nackt zwischen zwei großen Mächten ohne das Borhanb.msein eines eigentticken Streitfälle- ein Krieg auöbrechcn könnte, und würde überhaupt nickt daran glauben, tr-nn nicht die letzten Ereignisse eine nur zu überzeugend^ Sprache führten Van ber Stellungnahme ber englischen off ent licken Meinung imb der Regierung wird e5 abhängen, wie sich ir Zukunft bic Beziehungen zwisck)en Teutschland unb England ent wickeln werden.
Eine österreichische Warnung an England.
In Wien scheint man eS zu verstehen, baß die schwere Bewölkung dcS poEtischen Himmels im Sommer allein England zu verdanken war. In Besprechung der Vorgänge zwischen England und Deutschland wegen der Marolkover' Handlungen knüpft die Wiener „Neue Freie Presse" an die Depesche des Bot'chasters Graf Metternich über die Unterredung mit Sir E. Gren an unb sagt:
Seit dem Notenwechsel zwischen Berlin und Paris, welcher mit ber Begegnung König Wilhelms und des Botschafters Bene, betti auf l-cr Promenade in Ems endete, machte niemand ben Versuch, Deutschland durch scharfe Worte eimuschüchtern. Grev sprach mit Deutschland wie ein Mann, rodefrer, geleitet von persönlichen Abneigungen und Vorurteilen das kiare Zielbewußt sein verliert und fremden Zwecken dienstbar wird. Vertrags- f reue Tann nicht erklären, daß ber englische M i - nist er hitziger wird als der französische. Die Del bat es of mbar nur d m Bedenken b.sonnmer Männer im britiffen Kabinett zu danken, wenn sie von einem furchtbaren Un glück verschont blieb. Jetzt entsteht hie Frage, ob damit auch die Politik deS Staatssekretärs der Bergangen- angehöre ober fortwirken werbe. Die Flotte ist ber böse Traum, ber den britischen Schlaf stört. Ter jetzige Reichs kanzler Hatte große Lust, sich mit England über eine Begrenzung des Flottenbaus zu verständigen. Der englische Staatssekretär zertrat die Keime der Versöhnlichkeit. Nack den bösen Zwischen fällen des letzten Sommers steht die Flottenfrage im Vord.-r gründe; sie ist leider eine Frage der Zukunft: denn beide Völker können schwerlich noch lange so neben einander leben. Das Verhältnis muß entweder besser ober noch schleck- ter werden. Bedingung einer neuen Flottcnpolllik in Deutsch land ist eine ganz neue auswärtige Politik in England.
Eine englische RabinettSkristS?
Berlin, 21 Nov. Ter Berliner „Lokalanz." meldet aus London: In parlamentarischen Kreisen herrschen Gerüchte von einer bevorstehenden Kabinetts-
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(T ifiiGiiig und Areuaa); zweimal inonaiL land« wirtschaftliche-eltfta^tu Rmiipicd} * Anfchlusje:
Erstes Blatt 16b Jahrgang Zreitag, 21 November l9N
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