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3.5.1911 Erstes Blatt
 
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Aus Hessen.

Nationalliberale und Fortschrittler. Pfarrer Korell teilte am Sonntag in Versammlungen zu Buben­heim und Groß-Winternheim mit, daß ein kürzlich von der nationalliberalen Parteileitung in Berlin gemachter letzter Versuch einer Verständigung zwischen Nationalliberalen und Freisinnigen für Hessen endgültig gescheitert sei und daß nun die Fortschrittliche Volkspartei im ganzen Lande gezwungen sei, die Nationalliberalen als Gegner zu bekämpfen. In denselben Versammlungen wurde mitgeteilt, daß Pfarrer Korell die fortschrittliche Landtagskandidatur im Land­tagswahlkreis Wörrstadt-Arnsheim angetragen worden sei. In diesem Bezirk erhielt die fortschrittliche Volkspactei bei der letzten Reichstagswahl die absolute Mehrheit, so daß er bei der direkten Landtags,vahl als sicherer Besitz der fortschrittlichen Volkspartei angesprochen werden kann.

Aus Statt und tanOe

sieben, 3. Mai 1911.

** Ministerialrat Dr. Hermann Kratz, der neue Vorsitzende der Abteilung für Bauwesen im Ministerium der Finanzen, ist nach der Darmst. Ztg. am 25, September 1865. zu

vom Ausstand in Mexiko.

Paris, 2. April. DerNewyork Herold" meldet aus Mexiko, daß die Aufständischen vorgestern in der Nähe von Cuernavaca einen Eisenbahnzug angegriffen und vier Reisende, darunter einen Rus, en namens Dr. Olsten S e f f e r und einen Japaner sowie den Heizer getötet haben. Sefsers, welcher früher portugiesischer Konsul in Mexiko war, war ein hervorragender Agronom.

New York, 2. Mai. Nach einem Telegramm aus. Mexiko nahmen die Rebellen die Städte Durango, Topolobampo,Mayatlan und San Antonio ein. Die Belagerung von O j i n a g a mußten sie jedoch aufgeben; sie wurden in Unordnung nach Mu lato zurückgeworfen.

Ausland.

Die russische Reichsvuma erörterte die Regierungs­vorlage über die Unfallversicherung der Arbeiter. Der Berichterstatter, Baron Tiefen hausen, wies darauf hin, daß alle Mitglieder des Dumaausschusses für die Einmischung des Staates in die Beziehungen zwischen Kapital und Arbcü seien. Die Regierung sei jetzt entschlossen, die in den westlichen Staaten, besonders in Deutschland erprobten Maß­regeln durchzuführen. Als Redner traten meist Sozial­demokraten aus, Pokrowski erUärte, die Sozialdemokraten

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Deutsches Aereh.

Der deutsche Kaiser, die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise werden am 3. Mai nachmittags 3 Uhr an Bord derHohenzollern" in G e n u a eintressen unb um 5 Uhr 25 Min. mit Sonderzug nach Chiasso weiterfahren.

In Berlin wurde am Dienstag der neue deutsch- schwedische Handelsvertrag vom Staatssettetär des Auswärtigen Amtes, v. Kiderlen-Wächter, und dem schwedischen Gesandten in Berlin, v. Trolle, unterzeichnet. Der Wortlaut wird demnächst in derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" ver­öffentlicht werden.

Die Beisetzung des verswrbenen Fürsten Georg zu Schaumburg-Lippe findet am Freitag den 5. Mai, vor­mittags 11 Uhr, in der lutherischen Stadtkirche zu Bückebura statt. In Vertretung des Kaisers nimmt Prinz Ellel Friedrich an der Beerdigung teil.

In einer zahlreich besuchten Versammlung ostpreußischer ge­werblicher Kreise in Königsberg wurde ein Provinzialver­band O st Preußen des Hansabundes begründet.

Der derwürttembergischcn2. Kammer zugegangenc Gesetzentwurf betreffend die Beschaffung von Geldmit­teln für den Eisenbahn-Bahnbau und für außer­ordentliche Bedürfnisse der Verkehrsanstalten-Derwaltung in der Finanz-Periode 1911/12 fordert insgesamt 40 781000 Mark; da­von sind für Nebenbahnen 6 433 000 Mark, für den Bau von zweiten Gleisen 5 000 000 Mark, für den Umbau des Nord­bahnhofes Stuttgart 14 000 000 Mark, für notwendige Erweiterungen und Verbesserungen 7 554 500 Mark, für die Er­bauung von Wohngebäuden 831 000 Mark, für die Vermehrung der Fahrzeuge 6 770 000 Mark und für Zwecke der Post- und ZÄegraphenoerwaltung 163 000 Mark bestimmt.

Der Ausstand in Kanton.

Hongkong, 2. Mai. Naco vieren aus Kanton zu­folge stellte die britische Landesabteilnng, welche das Fremdenviertel bewacht, Geschütze am Kanal Dqr Schä­mten auf. In der Nacht vom Sonntag auf Montag unter­nahmen die Aufrührer einen erfolglosen Versuch, die Poli­zei-Station auf dem anderen Ufer des Kanals gegenüber Schamien in Besitz zu nehmen.

Der albanische Ausstand.

Daß der albanische Aufstand noa) lange nicht nieder­gedrückt ist und die in Konstantinopel amtlich ausgegebenen Nachrichten sehr gefärbt waren, zeigen die heutigen neuesten Meldungen wieder. Endlich erfährt man auch genaueres über die Ursachen der Erhebung. Tas atbanesische Zentral­komitee veröffentlicht nämlich einen Ausruf, in dem nach einer Mitteilung in derFrkf. Ztg." folgende Forderungen erhoben werden: 1. daß aus Albanien eine Provinz gebildet werde; 2. daß die albanesischen Schulen von der Regierung erhalten werden; 3. daß unsere Soldaten in Friedenszeit in den Grenzen Albaniens bleiben.

Die Albaner, die dem Padischah allerdings recht häufig sehr wertvolle Soldatendienste geleistet haben, machen an das modern umgestaltete Reich nationale Ansprüche. Be­merkenswert ist, daß die Verfasser des Aufrufes auch auf die den Jungtürken bei der Neuordnung der Zustände geleisteten Dienste sich berufen.

Konstantinopel, 2. Mai. Aus dem albanischen Aufstandsgebiet wird gemeldet: Am 28. April griffen die Aufständischen Tuzi und die Festung Schipzanik an, wurden aber zurückgetrieben, ebenso wurde der Angriff auf das Lager der Kolonne Muhiddin bei Kastrati zurück gewiesen. Am 29. April griffen die Aufständischen die Posten bei Semaja, Detschitsch und .Bitoja an, am 30.April die Mekissoren und die Montenegriner das Blockhaus Li- schiz bei Beraue, jedoch in beiden Fällen erfolglos.

Saloniki, 2. Mai. Tie Tätigkeit der Banden in Nord-K'ossowo macht sich immer fühlbarer. Starke Ar- nautenbanden umzingelten bei Zarkowe eine türkische Militürabteilung. Die Soldaten trieben die Gegner aus­einander. Sie hatten drei Tote und zwei Verwundete; die Arnauten verloren 6 Mann. Bei einem zweiten Treffen gerieten die türkischen Soldaten in einen Hinter­halt. Ein Leutnant und vier Mann wurden getötet, die übrigen entflohen. Hier lauft das Gerücht, die Aufständi­schen hätten Tuzi vollständig niedergebrannt.

seien für die Versicherung, doch müßten die Kosten der Vorlage durch Besteuerung der Arbeitgeber aufgebracht werden. Ter Ar- beüslohn, das Existenzminimum dürfte nicht geschmälert werden. Da die Vorlage die Versicherung den Arbeitgebern übertrage, würden die Sozialdemokraten dagegen stimmen.

Aus Petersburg verlautet, daß int Befinden des Ministers des Auswärtigen eine merkliche Besserung eingetreten sei. In der letzten Woche war die Temperatur normal, die Herztätigkeit gut, der Prozeß in den Lungen ist in der Auf­lösung begriffen. Saasonow tritt bald einen langen Urlaub bis zu seiner Wiederherstellung an und kehrt auf seinen Posten zurück, selbst wenn eine verhältnismäßig lange ärztliche Bchand- luna notwendig ist. Irgendwelche Personalveränderungen sind vorläufig im russischen auswärtigen Amt nicht beabsichtigt.

Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet aus H a n k o u: Das durch auswärtige Telegramme verbreitete Gerücht, in P a r i s werde eine Konferenz zusammentreten, die sich mit der Auf­teilung Chinas beschäftigen solle, rief unter der hiesigen Bevölkerung große Erregung hervor. Der Generalgouverneur erließ eine amtliche Berichtigung, die in allen Zeitungen Hankous erschienen ist. ____________________________

Deutsche Kolonien»

Eine Aufstandsgefahr in Sud-Kamerun.

Ber 1 in, 2. Mai. Die in den Tagesblättern verbreitete Nachricht von einem Eingeborenen-Ausstand in der Bimbagegend von Südkamerun blieb amt­lich bisher unbestätigt. Im Reichskolonialamt liegt ledig­lich ein kurzer Bericht des Gouvernements vor, der auf ein Telegramm von der Station D u m e vom 16. Marz beruht. Darnach ist der Leiter des Dumebezirks auf einen Hilfe­ruf des Kaufmanns Greve von der Firma Pagenstecher nach Betugge im Norden des Bezirks ge­rückt, wo anscheinend die Haltung der Eingebore­nen unsicher geworden war. Der Häuptling von Betugge und zwei Helfershelfer wurden festge­nommen und zu 15 resp. 8 und 7 Jahren Kettenhaft verurteilt. Der Bezirksleiter ist am 20. Februar wieder nach Dume zurückgekehrt und betrachtet die politische Lage im Bezirk zur Zeit der Absendung des Telegramms als ruhig. Auch der Gouverneur, der inzwischen den Südbezirk bereist, bezeichnete durch ein Telegramm vom 18. März die Lage im Süden des Schutzgebietes als ruhig. Es ist nicht aus­geschlossen, daß die jüngsten Privatmeldungen auf Gerüchte zurückzuführen find, die mit dem geschilderten Vorgänge im Zusammenhang stehen.

den, die jetzt für den Entsatz der Europäer in Fez ergriffen werden. Tie britische Regierung habe vernommen, daß auch den anderen Regierungen diese Mitteilung gemacht worden sei. Tic von Frankreich unternommene Aktion ziele nicht daraus ab, den politischen Status von Marokko zu ändern Die britische Regierung könne daher nicht sehen, warum irgend ein Gnwand gegen sie erhoben werden sollte. _________________________________________

folgen der Maiseier.

Berlin, 2. Mai. Infolge der Maifeier wurden in Groß-Berlin in 320 Betrieben 6728 Holzarbei­ter ausgesperrt, davon wurden über 6000 auf 39 Tage, die übrigen tanger ausgesperrt oder entlassen.

DenFlensburger Nachrichten" zufolge wurden auf der Flensburger Schiffswerft 1100 Arbeiter bis zum 15. Mai ausgespcrrt, weil sie am 1. Mai gefeiert hatten.

Braunschweig, 2. Mai. DieLandeszeitung" mel­det: Neun Maschinenfabriken sperrten 3000 Arbei­ter für eine Woche ans, weil sie trotz vorheriger Bekanntmachung der Fabrikleitung am Maifeiertag von der Arbeit fern blieben.

Hamburg, 2. Mai. Die Tirektion der Dulkanwerft ließ gestern an den Landungsbrücken, wo die Arbeiter zur Werft hinüber fahren, eine Bekanntmachung anschlagen, nach der alle diejenigen Arbeiter des Betriebes, die am 1. Mai nicht zur Arbeit erschienen waren, entlassen seien und am 3. Mai ihren Lohn abheben könnten. Es handelt sich angeblich um eine Aussperrung von 2000 Mann.

Nieder-Florstadt in Oberhessen als Sohn eines Arzt»« geboren. Seine Staatsprüfung legte er 1891 ab und wurde bann zunächst Polizeikommissär in Darmstadt mit dem Zit i inspektor. Durch Dekret vom 18. Juni 1892 erfolgte die Er­nennung zum Polizeiinspekwr. Dann war Tr. Kratz als dtrets- amtmann bei den Kreisämtern Friedberg und Darmstadt be­schäftigt; am 30. November 1898 wurde er Ministerial'ckretär und mit Wirkung vom 15. April 1899 ständiger Hilfsarbeiter un Ministerium des Innern. Durch Dekret vom 20. Juni 1900 erfolgte seine Ernennung zum Vorstand des Polizeiamts Tarin stadt, zunächst mit dem Charakter als Polizcirat und vom 16. April 1902 ab mit dem Charakter als Regierungsrat. Am 26. Sep­tember wurde Dr. Kratz bann zum Kreisrat im Kreise Dieburg ernannt.

** Dienstjubiläum. Ober - Postassistent Willy Kinzenbach (Schalterbeamter der Stadtpost) feiert heute sein 25jähriges Dienstjubiläum.

Iin Museum für Völkerkunde ist eine neue Kollektion javanischer Gegenstände, Geschenk von Herrn Dr. Gail, eingetcoffen.

Landkreis Gießen.

:/: Heuchelheim, 2. Mai. Auch hier wird dem Blum en tag reges Jnteresie entgegen gebracht. Tie hiesigen Gesangvereine veranstalten nächsten Sonntag im Garten der Wirtschaft »Zum Schwanen* ein Konzert, bei dem ,bie Blume der Barmherzigkeit* als Eintritt erstanden werden muß. Bei ungünstiger Witterung gehen die Gesangvereine Germania* undTeutonia* in den Saal zumTreppchen*, die zwet anderen in den Saal von Friedr. Volkmann. Am Himmelfahrttag macht der GesangvereinGermania* seinen diesjährigen Ausflug auf den HoherodSkopf.

---- Großen-Linden, 2. Mai. Am Blumentag, Sonntag den 7. d. Mts., werden weißgekleidete Mädchen an den Bahnzügen auf unserer Station Blumen zum Kauf an­bieten. Jüngere Mädchen verkaufen von 3 Uhr nachmittags ab Blumen, Postkarten und BlumentagSzeitungen. In der Turnhalle werden die Gesangvereine Lieder vortragen. Zum Eintritt genügt der Ankauf einer Blume für 10 Pfg. Auch der Turnverein wird sich beteiligen. Abends von 8 bis 11 Uhr findet in der Turnhalle Tanz statt.

Großen-Buseck, 2. Mai. Auch in unserem Orte hat das Lokalkomitee alle Vorbereitungen getroffen, um den Blumentag am 7. Mai zu einem Festtage zu ge- stalten. Den Verkauf der Blumen, Blumentagszeitungen und Postkarten hat eine Anzahl junger Mädchen übernom­men. Nachmittags 3i/2 Uhr findet bei günstiger Witte­rung in dem Park der Fran Baronin v. Rabenau, der in liebenswürdiger Weise der Veranstaltung zur Verfügung gestellt wurde, ein Konzert mit Musik- und Gesangsvor­trägen statt, zu dem die hiesige Kapelle und sämtliche vier Gesangvereine ihre Mitwirkung zugesagt haben. Im Brückschen Saale wird sodany abends 7i/2 Uhr ein Familien- abend stattsinden mit Aufführung mehrerer Theaterstücke und lebender Bilder. Ihre Einstudierung liegt in der Hand unserer Krankenschwester, die der Gemeinde schon manchen schonen Genuß durch ihre Aufführungen zu bereiten gewußt hat. Ein kleiner Vortrag des Vorsitzenden des Lokal- komitees geht den Aufführungen voraus. Der Eintritt zu diesen beiden Veranstaltungen kann gegen Kauf einer Blume erfolgen.

Grünberg, 2. Mai. Der Großherzog hat den Weichensteller in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemein'chaft Konr. Wahl hier aus Anlaß seiner am 1. Mai d. Js. erfolgte» Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit bet InschriftFür treue Dienste" verliehen.

Kreis Bübingen.

K.A. Büdingen, 2. Mai. Der Landwirtschaft­liche Bezirksverein Büdingen wird seine Hauptver­sammlung dieses Jahr etwas später halten, nämlich am Samstag, 27. Mai, in Büdingen. Oekonomierat Leithi- ger, der Generalsekretär der Landwirtschaftskammer, der in der Provinz Oberhessen von seiner früheren Wirksamkeit in bestem Andenken steht, wird einen Vortrag halten überdie Mittel und Wege zur Steigerung des Futterbauesund der Viehzucht, Anlage von Vieh­weiden und Melioration von Hutweiden"".

-l-. Büdingen, 2. Mai. Unter Vorsitz des Kreis­rats Boeckmann fand heute nachmittag imStern" eine Sitzung des Komttees für den Blumen tag statt. Der Vorsitzende berichtete über die Vorarbeiten und emp­fahl, von einer Vertagung des Blumentages, die den ein­zelnen Komitees im Falle des Eintritts schlechten Wetters sreigestellt wurde, abzusehen. Zwei hiesige Wagenbesitzer haben sich bereit erklärt, die Blumenverkauferinnen, falls schlechtes Wetter eintreten sollte, durch ihre Bezirke zu fahren. Von den Blumenkörben, die kostenfrei von einer hiesigen Dame zur Verfügung gestellt werden, standen drei ausgeschmückte und mit Blümchen gefüllte Exemplare zur Anstcht aus, ebenso neue Sorten von Postkarten und die ersten Exemplare der Festzeitung, durch deren Verkauf die ersten Nickel in die Kasse flössen. Die zum Verkauf kom­menden Figuren sind in der Fürstlich-Jsenburgischen Fabrik zu Wächtersbach hergestellt. Nach dem von Oekonomie­rat Andrae vorgelegten Programm für denBunten Abend" wird der Gesangverein Liederkranz den Abend mit einem Vortrag eröffnen, dann folgt die Ansprache des Vorsitzenden, hierauf Gesang des Evang. Kirchengesang­vereins, ein Theaterstück, ferner Gesang des Gesangvereins Sängerlust, Vorführungen der Turngeiellschaft (dem Turn­verein ist infolge der Vorbereitungen für das Gau turn­fest die Mitwirrung nicht mögtich) und weitere Vorträge der drei Gesangvereine. Die übrige Zett soll durch Tanz ausgefüllt werden. Das Komitee wird während des Blumentagsverkaufs imStern" sein,Hauptquartier" auf­schlagen.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 2. Mai. Die erst kurz hier errichtete Mutter- Beratungsstelle der Großh. ZeMrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge, Zweigstelle Alsfeld, entwickelt sich ausge­zeichnet. In der letzten Beratungsstunde waren 1 7 Mütter, bei der Größe Alsfelds ein guter Erfolg.

x Grebenau, 2. w».ai. ^ijr 40jähriges Jubi­läum als Hebamme beging Frau Schmidt, zwei Drittel der Einwohnerschaft unseres Dorfes sind ihre ein­stigen Pfleglinge gewesen.

Kreis Lauterbach.

~ Lauterbach, 2. Mai. Die Jungviehweide des landwirtsch. Bezirksvereins Lauterbach wird Donnerstag den 4. Mai eröffnet. Zum Auftrieb sind 92 Rin­der und 18 Fohlen angemeldet. Mit Rücksicht auf die über das Schlitzerland verhängte Sperre infolge der Maul- und Klauenseuche ist die Zahl der zum Auftrieb gemeldeten Tiere recht günstig zu nennen sie dürfte sich nach Er­löschen der Seuche noch bedeutend erhöhen. Das Gras der Weide ist durch die letzten warmen Tage recht ge­wachsen, so daß für das Vieh reichlich Grünfittter vorhan­den ist. Zurzeit sind einige Holländer Schafe zu Zucht-

Heer unö Flotte.

Eine Xtaueifeiet für Oberstleutnant v. Schlichting.

Berlin, 3. Äcai. Zn der frcaierne des Königm- Elisabeth- Regiments, auf deren Zinnen die Fahnen Halbmast wehten, hat gestern nachmittag. unter aujjerorbentlidj großer Beteiligung die Trauerfeier für den am 25. März in Konstantinopel er­schossenen deutschen Militärinstrutteur, Oberstleutnant von Schlichting stattgefunden. Generalfeldmarschall Frhr. v. d. Goltz, der kommandierende General des Gardekorps, sowie eine beträchtliche Anzahl hoher Militärs, ferner der türkische Bot­schafter, türkische Offiziere und die Spitzen der osmanischen Kolonie und schließtdemia-e Osiiziere aller Waffen hatten sich ein­gefunden, um dem Toten das letzte Geleit zu geben. Die Bei­setzung erfolgt auf dem Friedhof im Weftend.

Berlin, 2. Mai. DasArmeeverordnungsblatt" veröffent­licht eine Kabinettsordre, nach welcher zu Ehren des verewigten Generals der Kavallerie, des Für st en Georg zu Schaum­burg-Lippe, dem bisherigen Chef des westfälischen Jäger- Batattlons Nr. 7 die Offiziere des Standorts Bückeburg sich der Landesttauer anschließen. An den Trauerfeierlichketten nehmen das westfälische Jäger-Batattlon Nr. 7, von dem Leibgarde- Husaren-Regiment der Regimentskommandeur, ein Rittmeister, ein Oberleutnant und ein Leutnant teil.

Englische Stimmen über die englisch-deutsche Zreundschast.

London, 2. Mar.Daily Graphic" sagt in seiner Besprechung der Versammlung der englisch-deutschen Freund schaftsgesellschaft:

Die Wiederherstellung der alten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland wird dazu beitragen, den von Taft und Grey angestrebten angelsächsischen Frieden zu festigen in Anbetracht dessen, daß ein sehr großer einflußreicher Bestandteil der Bevölkerung der Vereinigten Staaten deutschen Ursprungs ist und eine sehr natürliche, angemessene Anhänglichkeit an den Interessen des großen Reiches empfindet, dem er entsprossen ist. Das Blatt ist der Ansicht, daß die neue Gesellschaft ihre Arbeiten zu einem günstigen Zeitpunkt beginnt, da die Tätig­tet t der U n h e i l sti s t er seit einiger Zeit willkommene Merk­male des Nachlassens gezeigt habe. Eine vielversprechende Grund­lage für den Wiederaufbau der englisch-deutschen Freundschaft ist vor kurzem durch die Annahme des britischen Vorschlages über den Austausch von Mitteilungen über die Flotten­bauten seitens des deutschen Reichskanzlers geboten worden.

Morning Leader" sagt:

Die Lage hat sich augenscheinlia) gebessert, wir hoffen, daß die einzige Regierung, welche die Feindseligkeit und das Mißtrauen der irischen Amerikaner zu entwaffnen vermocht, im Laufe der Zeiten mit nicht geringerem Erfolg die Deutschen von Chikago oder Berlin von der .Aufrichtigkeit unserer friedlichen Bestrebungen überzeugen wird.