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161. Jahrgang
Zweiter Blatt
Nr. 174
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag».
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L. St.
der liebende Si
Denkmal, mit am 6 Jtuguft,
Bachtiarcn
£« „eigener Ze-llleadläNer" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, du» „Kreisblatt für den “Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Die .^andwirtlchaftlichrn 5ctU fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Bildnisse, das angebliche des H. Imhof im Museum zü Madrid und das des Hieronymus Holzschuher im Kaiser-
dem kalten Fallbein der Guilottine geftorbcn, und lange konnte der liebende Lohn dreien grausamen Verlust 'nicht verwinden. In jenen Tagen lebte er saft nur der (Simamfeit und seinen botanischen . Studien, und täglich wanderte der junge Amvöce stundenlag in
Friedrich-Museum zu Berlin gemalt hat.
ocn Feldern und Viesen der Umgebung von Poleynieux sor-chend und sinnend umher Aus einer >olchen Vanderung begegnete er eines schönen Tages einem jungen Mädchen, das in Der (begrab' fremd sein mußte, denn er hatte es noch nie vorher gesehen.: 3u kam aus i;ari»: an dem unheilvollen Tage, da Miau ocn alten Ampere tm Starren jur Guillotine schleppte, srand das Madch.n auf der Straße. Als der traurige Zug vorüber ka.n, sah sie, wie der alte Ampere sein Taschentuch in die tWeng warf und dabei riri: „Welche mitfühlende Seele wird dies meinem! Sohne überbringen?" Tas Mädchen nahm das Tuch auf und suchte nach Dan Sohne des Toren, bis sie ihn endlich in dem friedlichen kleinen Torfe bei Lyon fand Allein und zu Fuß: war sic von der Hauotnadt über Berg und Tal cinbergewandert, ■ um den leeren Wunsch eines sterbenden Balers zu erfüllen Zwei, Jahre nach der ersten Begegnung waren dies junge Mädchen und der junge Arnväre ein glückliches Paar. Tas Tenhrarf, das jetzt am Jahrestage dieser Hochzeit enthüllt wird, ist so ausgestellt, daß der Blick des verewigten (belehrten weit hinaus idureiten kann über das Feld, wo er ernst die künftige Ge'ährtox seines Lebens zum ersten Male sah.
2000 Reiter
teierhd) in dem kleinen Torte Polneynicux in der Umgebung von Lyon enthüllt werden.' ein Tcnlmal für .'Innere, dessen Name in der Geschichte der Elektrizität sortleben wird, so lange oie Menschheit elektrische straft benutzt. Venn einfl französische <staot sonst einem berühmten Sohne ein Standbilds er lichtet, wiihlr man gewöhnlich zur Einweihung den Geburtstag oder Den Todestag des Mannes, dem die Ehrung gilt. Jlnwerc ist in Poleynieux geboren, und ist auch in der kleinen Gemeinde gestorben, aber Der Gemeinderat hat doch beschlossen, für Die feierliche Einweihung des Tcnkmals den 6. August zu wählen, den Iahrc-tag der Eheschließung des großen Forsdjcrs. Tenn an diesem Tage 'and einst ein Idyll seinen harmonischen Abschluß, das in blutiger Stunde begonnen hatte, um im Sonnenschein zu enden Amperes Vater war im Jahre 1793 unter
fullung einer Büste Iahn-S >n her Walhalla gestatten. Bis irnt habe er nort) keine Antwort erhalten Irr BorNtzendc regte an daß nunmehr d,e Teutschc Turnerschast als ioidv mit einer entsprechenden Eingabe an den Prinzregenten Ixraiurctcn io le. — öcublein bittet, davon abzusehen, da hei greioUimtag Bayerns jieb tm Oktober mit der Angelegenbeit bcidwittgen werde.
wird darauf nach dem Wunsche Heublems brichlolsen. - aus der Goetz-Stiftung soll en 11200 Marl an 34 V creinc
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legie daran! den Haushaltsplan für das kommende xtahr vor, 'In Einnahmen und Ausgaben find 31 500 »ark eingesetzt.
Tarmn nahm der Ausschuß zur «ta di on trage Stellung Professor Reinhardt .Berlin, luhrle btcryi aus, da» die Stadionfrage keine lokale Berliner Angetegcnheit sc. Ur- ivninghm zur Pserderennbahn bestimmt, fa auf .'Inregnng oe» Maiictö der Platz zu einer Stätte des Turnens, spielens, ccMmnv- menS uiw. geworden. Tas Stadion soll int Jahre 131b gdegcntlidi der ?x nie i national en Olympischen Svstle, an denen sich die tünche Turncrfckaft beteiligen tverde, erönnet werden Etz uettc, nch an den Vorarbeiten zu beteiligen, bannt man fpater audi .hedilc Daran Habe. Biel kleinere Bcrhände als die Trutidv lurnet- schast Hätten bereits Beiträge gezeichnet. Er beantrage daher, ui oen Haushaltsplan 1000 Mark für das -talnon emzu- iielleii und 'pater einen Iahtesbeitrag in glcidwr X'olK zu leisten. Ui gebe zu. daß Die Berdilcnisse tntiädüid) nichts ganz klar liegen, abu wer nicht wage, könne nicht gcioinnen., -irr Antrag ivuroe hierauf angenommen. Sodann wurde der .Haushaltsplan 1 ’ Tamii war die Tagcsordiutng erledigt und die öffentliche Zjtzung wurde geschlossen. — Abends sand im Zoologtsdjen Garten eine BegrüßttngSfeter statt.
Die wirren in Persien.
London, 26. Juri. „Standard" meldet aus Teheran vom 25. Juli Medjid ed Tauleh, der am ksonn* tag verhaftet worden ist, wurde heute h i n g c rickj t e t.
Teheran, 26. Juli. Hier werden Expeditionen gegen Mohammed Ali nnd Salar e Ta ul eh ausgerüstet. Tie sprachen haben, sogleich schicken. Moiz cs Saltanch. der Parteigänger Latrars und Bagirs, soll zum Führer der Expedition und zugleich zum Gouverneur von Asterabad und Masanderan ernannt wer-- den' Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung, die Hilfe des berüchtigten kaukasischen Terroristen, Sck)ridar Ehan. in Anspruch zu nehmen. Au s das Haupt M o h a m m c d Alis ist ein P reis gesetzt; ALörder werden angc- worbcn. Stündlich wird die Einnahme von stcrmanschah durch Salar cd Tauleh erwartet. In Hainadan sind die Behörden geflohen. Tie Burger baten den Prinzen, in die Stadt einzuziehen. In Meschcd hat sich die Geistlichkeit gegen die Verfassung ausgesprochen. Tic Zahl der Anhänger Mohammed Alis scheint im Wachsen zu sein.
Donnerstag, 27. Zull 19U
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Unioersttäts-Buch- und eteinbruderei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Gjpebition und Tmderei: bchul-
ftrafee 7. Expedition und Verlag:
Redaktion: 112. rel.'Adr^AnzeigerGießen.
Sclbjtbilönifie Albrecht Dürers.
Das zu Frankfurt a. M. in der Sakristei der Deutsche Ordenslirche, eines gotischen Baues des 14. Jahrhunderts, aufgefundene Selbstbildnis Türers, eine .^albftgur nut langen Locken, federgeschmücktem Barett, Pinsel und Palette in der Linken und einer Inschrifttafel in der Rechten, bildet, falls es echt ist, zu den bisher bekannten selbst bildnissen des Meisters eine Ovillkommene Ergänzung. Dürer hat das Bild laut Angabe der Tafel im Jahre l->‘-5, also nicht lange vor seinem am 6. April 1528 erfolgten Tode, genial.. Dementsprechend muß das Aller des damals .>4 jährigen Mannes in den Zügen überzeugend ausgeprägt sein. In jüngeren Jahren hat sich Dürer häufiger gemalt. Schon als Dreizehnjähriger zeichnete er mit dem Silber stift das lebenswahre Selbstbildnis, das die Albertina in Wien als köstlichen Besitz hütet. Eine Inschrift besagt: hab ich aus etm Spigell nach mir selos kunterset int 1484 Ior, do ich noch ein Mint was.' Albrecht xurcr'' Ein anderes Selbstbildnis, mit wenigen Federstrichen aui das Papier geworfen, befindet sich in Erlangen. Es stellt den nach Sclditändigkcit ringenden Jüngling dar, der mit aufgestütztem .stopf gedankenvoll ins Weite blickt. Gine Datierung fehlt, doch läßt sich die Entstehung unschwer Der zwischen Cftcrir 1490 und April 1494 fallenden Wanderzeil zuweisen. Dann kommen drei trefflich gemalte Selbstbildnisse aus den Jahren 1493, 1498 und 1500. 2ic bestätigen das Urteil des Jochim Eamerarius, des ersten Rektors des von Melanchton gegründeten Nürnberger Gymnasiums, daß Dürer ein schöner Mann gewesen sei.
„Ihm hatte", so Jd/rci&t Eamerarius in der Vorrede zu seiner lateinischen Uebersetzung der Provortionslehre 1532, „die Natur einen Mörpci gegeben, ansehnlich in Bau und Gliederung, entsprechend dem schönen Geiste, den er enthielt. — Sein Kopf war ausdrucksvoll, das Auge leuai tend, die Nase edel geformt und: was die Gricckjen vier eckig' nennen (b. i. gebogen), der 5?als etwas lang, die Brust weit, die Beine stramm. Nichts Zierlicheres tonnte man sehen, als seine Hand." Das Selbstbildnis vom Jahre 1493, ehemals in der Sammlung Felix in Leipzig, dann im Besitz der Erben von L. Goldschmidt in Paris, soll
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Vberhefsen
Ans 5tafrt itnfe Land.
Gießen, 27. Juli 1911.
•• Tagetzkalender für Donnerstag, 37. Juli: 6. Abonnement s-Lonzert der RegimentSmustr in «teins Garten. Anfang 8 Uhr. „ „ , ...
ZirkuS Blumenfcld: Eröst'nungSvorstcllnng abcitos 8 ;4 tujx.
♦* Die Ausbildung Der Li n j ä h r i g - Fr ci- willigen der Infanterie soll künftighin wesentlich ver- ändert werden. Sämtliche Einjährig-Frciunltige sollen am 1. Cltobcr eingestellt werden und nach der ersten Ausbildung die, die sich zu Vorgesetzten eignen, einen besonderen, vicrmonatlichen Kursus auf einem Truppenubungs- platz zufammengczogen werden. Das .striegoministcrium- das den Vorteil dieser besonderen Ausbildung anerkennt, stellt zurzeit Erhebungen darüber an, welche Stellung die Regimenlstommandeure hierzu nehmen.
" Das hiesige Regiment hält vom 4. bis 12. August sein Scharfschießen im Gelände zwischen Stoppelberg, Münchholzhausen und Rechtenbach ab.
** Zuschlagskarten für Schnellzüge. Die preußische Staatseisenbahnverwaltung erläßt folgende wichtige Anordnungen: „Reisende, die mit einer für Eil- und! Personenzüge gültigen Fahrkarte einen zuschlagpflickstigen Zug b ' miD über die Bestimmungsstation der Fahrkarte hinaus ihre Reise sortsetzen wollen, haben außer Der für die Weiterreise zuzulöscnden Anschlußkarle nur tute bis zur Bestimmungsstation der Anschlußfahrkarte gültige Schnellzugszuschlagskarte zu lösen." Hierdurch soll ver- mieden werden, daß der Zuschlag innerhalb derselben Zone doppelt erhoben wird.
'*♦ Talcntlosigkcit. Jahraus, jahrein müssen viele Kinder Älavierstunden nehmen, weil z Ton gehört und weil die Eltern ihren Kindern Gelegenheit geben wollen, in der Gesellschaft hervorzutreten Gewitz ist , .• etwas Herrliches um Das Talent, wo es hinkomnnl^ wird cs bald zum Mittelpunkt des Interesses weroen. Wie steht es aber im allgemeinen mit dem Vorspiel in Gesellschaften? Fragt man: „Spielen Sie stlaDier, mein Fräulein?" dann belommt man in den meisten Fällen die Antwort: „Ein wenig, — nur fürs Haus." Bittet man, etwas rorzutragen, dann heißt es: „Ach nein, so weit bin ich nicht!" — oder: „Ich habe keine Noten mit," - ober:'
— Ein Denkmal für Ampere. Ein dem eine rührende (Geschichte sich verknüpft, wird
(5. veutjcher Turntag.
~ Dresden, 26. Juli.
Ter 15. Deutsche lurntag wurde mit einer außerordentlichen Sitzung des A u s i ch u ff e s Der Deut s d) c n Turnerschast im ,,Europäischen Hos" eröffnet.
Der Vorsitzende, Gehrinicr Sannätsrat Goetz, begrüßte^die Ernbienenen und machte einige gcidjä’tliaie 'JJritteilungen. Ter Abgeordnete Heudlein (Nürnberg) teilte mit, das; er bereits vor mehreren Monaien eine Eingabe au den Prinzregenten von Bauern gerichtet habe mit Der Bitte, Der Regent inoge die .'lii'-
Tagcn fialtfanb.
Bekanntlich ist tm Sommer 1910 eine arfriidjc Zevv tm (ilpcbuion .ausgerüstet tvorden, bereit Heilung Prinz vcmrich von Preußen hatte und an Der u a. neben dem Grafen Jevveini »ein bewahrter Mitk-tmpscr, Geheimrat Hergejell ^eilnalnn, ferner Geheimrat Mielhe, der geniale Förderei Der Treisarbenphott aiapijie, Professor von Trygalski, der SuDvolarmann und viele andere Mortjpbaen der Wissenschaft Die Expedition halte ftd) cudü 2 Monate m nörblidjcm Easmeer, insbesondere au» bee Spitzbergen Inselgruppe, ausgehalten, um Dort nach geeigneten OjelanDcn zu suchen, von denen einmal ein starres Zevpeltn-l.'u'i- Idjijf fid» erheben kann, um Die vielen noch uncnondjtcii Rattel des Polargebietes einer Lösung näher zu bringen, xa-5 nur wird das Ziel Der künftigen BallonsiuDienrene »ein, nicht Die Erforschung und Entdeckung des Poles, wie ausdrudliw bcrooi- geljoben sei Bon dieser Expedition war es nach den Unjälien Des vergangenen Jahres sehr Uül geworden. Es in aber wohl mehr als ein Zufall, Da»; gerade am Tage nach Der an,lehetterregenden Welttckordfal rt Der „Schivaben" sich int größten ^aale von Friedrichshafen Graf Zeppelin mit Gemahlin, seinen Paladinen, und einer vielhundertköpiigen Beiuchcrschar einjanbviL um einen Vortrag über diese Expedition „Mit Zeppelin nach Spitzbergen" entgegcnjuneljincn, <>en Redakteur MunD aus Düsseldorf in irudjcr nah icinperamentvoller Weise unter allgemeinem Bep all hielt. Ganz besottders bewundert aber wurden Die märdicnliait idjoncn aiun Teil farbigen Lichtbilder, Die Geheimrat Micthc lur Den Vortrag gespendet hatte unD Die Dir. E. Gobbers, Der ^Leiter der Gescllid'ast zur Förderung Der Länder- und Volkcrtunde -Luiiei- Dorf mit bisher unerhörtem ted)tii|d>en Rafstnement^zur Vorführung brachte. Graf Zeppelin und die übrigen Teilnehmer Der Expedition waren sianiich ergriffen und entzückt. Grat Zepoettn insbesondere sprackj Tirektor Gobbers mol .iadi leincit a.anf, jetne Bewunderung nuS über Die bi:-l'.r c-etanntxdnmlicu unt
Bei Zeppelin.
Friedrichshafen, 24. Juli 1911.
Tas waren heiße Tage in Der lonilijdjfn Zepvelinstadt am fleheni'-e. Heiß im doppelten Sinne. Tenn seit 40 Jahren sind die gesegneten User des ichwäbisihen Meeres nickt von einer solchen andauernden Hitzwclle tcüngriudit worden, wie in Dicicm Fahre Heiß war aber auch die Arbeit in Der w.mausgebclntten LuftschiNiu^u im
Tagen. 'Seit in Tüsseldori and) die schlanke, sch-mucke ,,T msch land" ein so kuruhmluhes Ende gcitontmcn hatte, wir in weitesten Preisen gegenüber dem Lebenswerk des Grafen Zeppelin eine gc wisse Bcrdrossenheit zum Ausdruck gelernt men Ja B.rlenniDung unb offenhnibuv Scknnahjuckt hatten hibn ihr Haupt erhoben Demgegenüber iouf:ic man im ..L'intidni’bau Zeovebn bau nur eine Parole gelten konnte und die Ijicfj ...’lrbciten und mdn vet> zweifeln!" Unbekümmert um Neid und Hohn, um ehrliche Teil nahm-’ und bejserivn'sende Neugier ging man nnocrbroiwn ans Werk UllD dos l I bin
Werk Der Tral.-i aller Welt ü er hin De t hat Man oraudjt nun fern Zeppelin Fanatiker zn fein, um die hohe Oknugtuung nari empfinden ,u lonncn, bi
Irischen Ernttders beseelte, als Dirifd neueste Erzeugnis der Werft bei Der vielbesprochenen Fernfahrt nach Luzern und Den .JicrroalD- Uätterste schlechtweg alle Schnelligkeits-Weitretorde brach uno Da mit aufs neue funhtat: Trotzdem und alledem — Zeppelin allen
Dings diesem Erfolge uoraueging, oas rocih nur der, dem es ver gönnt ivar, tieferen Einblick in die Verljältitifje zu ikku Jwar, an Besuchern der Werst hat es nie gemangelt. An manchem Vor mutag sind schon mehr als 100t) Personen aus dem Gelände ver sammelt gewesen. Aber diese Beind-ec nahmen nur Die äuucrc Farm der Erscheinungen wahr. Und trotzdem gab es dock wieder Tage, an denen jedem Beiuckter Der Zutrüt zür Ballonhalle pent ludst verwehri wurde: Tage, die gerade am interessantestenund arbeitreichsten waren. Nun ist cm Mon.ag das mächtige Lchitt, das erst seit zwei Tagen in riesigen Buchstaben Die Imchrnt „Sd,waben ' trug, in aller Morgensiühc nach Baden-Baden über- fuhrt wordeii, uni von Dort aus Vergnügungsfahrten zu uiuei« nehmen, kibmionenig, wie es aber wolst oas Ideal Major Par>e. vals war, fern Fal7rzeug als fliegende Reilamriaule zu sthcn, wird nun aber auch Graf Zeppelin ui diesen Luxussat-rten lein Genügen finden. Auch Die ttriegsvcrivendbarkeit je ui cs Fahrzeuges durfte nicht seiner Hoffnungen letzte Grenze bilden, sein Be- Hrcben geht Dahm, cs wirtschaftlichen uno wi'senichaftlichcn Zwecken
nutzbar zu maflieu. Ganz bcfonDcrö der Wiise>tsd)aft. xa-5 be« »teilt eine VerUistaltung, die trotz Der reichen Arbeit ui den letzten
angeblich Dürers Brautwerbung unterstützt baben. Terl charaltervol^ .stopf mit den langen Locken und bemjreu-1 herzigen Leiteubliä, Cie hübsche, ouen lief ausgesparte Tracht! und in den Händen des Werbers die Blume Männertreu timmtcn Agnes Frey so günstig, daß schon im folgenden Jahre die .Hochzeit stattfand. Am Rande des Bildes steht der Spruch : „My Sach die gat, als es oben schtctt." Aeußer- lidj noch wirtungsvolier ist das Selbstbildnis vom Jahre 1498 in Madrid. Die phantastische Pracht der MlciDung, Die Sorgfalt, mit der die Locken behandelt sind, und das stolze Selbstdewußtscin in der ganzen Haltung weisen aus Repräsentation hin. Die Inschrift lautet: „Tas malt ich nach meiner Gestalt, ich war sex und zwanzig Ior all. Albrecht Dürer. 1498." Weiter Da* bekannte Se'.bubildnii vom Jahre 1500 in der Münchener Pinatothek, ein Brustbild mit Ehristus-, Künstler- und Eharattertops. Ganz en face, das Haar in der Mitte gescheitelt und zu beiden Seiten des schmalen Gesichts bis über die Schullern in Locken lcrabfallend, ernst, groß und tiefsinnig im Blick, mit der einen Hand in den Pelzbesatz der Schaube fassend, so übt es fesselnden Zauber aus. Sehr begreiflich, daß sich das deutsche Volk gerade nad) diesem Bildnis seine Vorstellung von Durers Erscheinung gebildet l;a:. Selbstbildnisse in ganzer Figur sind ebenfalls vorhanden; — Türer ijat sich auf vier seiner Hauptbildcr der heiligen Handlung als bescheidener Zuschauer beigesügt. Auf dem „Rosentranzfest", gemalt 1506 m Venedig, fetzt im Rudolfinum zu Prag, und auf der „Marter der Zehntausend" in der Galerie zu Wien ist er zusammen mit seinem Freunde Pir.cheimcr zu sehen. Tagcgen erschein», er allein auf dem zum Heller scheu Altar gehörigen Mittelbilde „Himmelfahrt Mariä", das leider 1674 in München verbrannt und nur noch in einer Mopie in Frantfurt a. M. vorhanden ist, und auf dem Allerheiligen Bilde in der Wiener Galerie. Hier steht er feierlich und vornehm, gelleidet in lange, pelzbesetzte -cbaubc, das Barett auf Dem langgelodtcn Haupte neben einer Tafel, Die ibn als Maler aus Nürnberg nennt und Die Jahreszahl 1511 trägt.
Also auf den älteren Dürer vom Jahre 1525 kann, man gespannt sein, um so mehr, als das Selbstbildnis in einer Periode entstanden ist, in der er seine besten männlichen
Scharfe Der Bilder, Deren Diapositive unter eigener Leuun^des i nm <n Hock'chule u Berlin I crgrftdlt morDen unD xw <«wa । ■>;, ruaDraimctcr grosen Proickttonen idnlNri^ mckt nur Du’ । Freud n und Fahr!iwleuender Teilmckiier, fonDcrn gaben aud)mc anidtouHd-.e Vorstclluni von Der granDioicn Welt tm Rctchr Der Muiemacktssonne, nad) Dem f tzt Die öflminät »o ra ler L wtuten
deutsche wisscn'ckaitlld c Zcvvvlui axtxditton nadi Den atnuthrn vtelleickt recht bald mrartet werD.n kann. Möge Dann Der in Be'.iackt ’ommtnDe Luftlrcuzer, fei es nun Die „-amubet. ober Deo Grafen rechtfertigen: „Man bat g- ragt, wie man Denn man Lu'tfchifi nad» Svu borgen bringen will, Donui cs von dort aue »euic -
nicht ui Dicicm Worte etwas von jener jchcnieitrn ,iu Welt von »VinDcn cniaegennef: Und sic bewegt 'ick bod»! . munoerbaren NorDcn Der Wissenfckajk Dienen zum weiteren Ruhme der Gra>en Zevvelm und zur Ehre Des Deut'chcn Nomens.
Vic Umgestaltung des tjcercsoberdcfthls in Zkantreich
Paris, 26. Znli O'egcnub r den von raditaler -Seile ausgesprochencn Befürchtungen, daß durch Oie,geplante Um gestaltung des Heeresoberbcsehls der Weg für eine Art M i litärdiktatur geebnet rden könnti.
amtlichen Mitteilung erklärt, daß diese Besorgnisse durd). aus unbegründet seien und daß die demokratischen Einnch lünaen Der Republik durch die Schaffung eines einheitlichen Lberlommandos in keiner Weise beeinträchtigt werden konn- ten. Ferner nnrd .. zesicht d r lauten Befriedigung der stonservativcn über Die Wahl des Generals Pau betont, daß .striegsMinister Mes s ickY hierbei lediglich die etn- ntütig ancrlanntc berufliche Tüchtigkeit im Auge gehabt und, ausschließlich vom Interesse der nationalen Verteidigung geleitet, politische Erwägungen beiseite gelasjen habe. Diese Ernennung iverde Die Haltung des .striegs- Ministers, der eine republikanisch gesinnte Armee wolle, in nichts anbei ______________
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