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30.8.1911 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

16b Jahrgang

Nr. 205

:r 1. Js. ab befindet

Informa

n Gefahr

ginnt:

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man ein und daS

Teint auch in der Türkei geht es nicht an, daß Pferd vorne an den Kabincttsivagcn spannt andere an sein hinteres' Ende.

f Ruegenberg

Arzt

berg geb. niende

hlte ugust 191t.

So stehen, die Aktien Mahmud SdicmkctS, der eben nur als -iegsminister zu brauchen ist, anscheinend schlecht, wenn auc' ohne ihn kein Ministerium gebildet werden dürfte Wei aber die Bildung des neuen Kabinetts, das jebenfaU» wieder ein gemischtes sein würde, anvertraut wird, liegt vorerst ebenso im dunkeln, wie die Verteilung der Minister- Posten zwischen die beiden Nichtungen der jungtürkischen Partei. 9fbcr mag sich auch die Bildung des neuen Kabinetts noch so sehr verzögern, oder vielleicht sogar Hakki Pascha als Großwesir beibehalten werden, daS eine ist jedenfalls sicher, daß die beiden jungtürkischen Parteien ihre Mei­nungsverschiedenheiten endlich einmal austragen müssen, soll es wirklich in der Türkei vorwärts gehen und das Land nicht durch innere Krisen andauernd erschüttert werden.

Es schwimmen ,3 (610011 en i rau en nach den Sag n TeS Nordens auf dem Rhein in weißen Neigen. Tu siehst, wie sie des Halles Linie neigen Und hörst ihr Lied za dir herüber (lagen."

Erscheint »glich mll Ausnahme deS Sonntags.

DieIthtitr ZamMendlütter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, da» Kreüblett für bei Kreis Lichen" zweimal wöchentlich. Dieraadwirtschastlichen Seit» tragen" erscheinen monatlich zweimal.

material, die Zellulose, wird nicht so stark angegriffen, so daß die Faden sestcr und besser zu verarbeiten sind. . .

Als Lösungsmittel der Zellulose Watte» nimmt em späteres Verfalnen Nupseronidaminoniak, drückt wieder die Maste durch feine Rödrchen, aber nicht in Wasser, sondern in eaure unb er­gibt schließlich einen seinen, teilen, aber elamicken ,-caden. Auch dieses Verfahren wird in deutschen und öttcrretchllchen Fabriken

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K Alicestrasse ir nachmittags, aus- Sonntags

Telephon 109.

Rechtsanwalt

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gespart werden, wenn man an ihre stelle ein Provinzial- bauamt setzte, das allen Tiefbau Straßenbau. Meliora­tionen uflv übernehmen und unter welchen, in de>i Mieifen verteilt, die Kultur und Straßenbaulechniker in niehr selb- tändiger Weise die in Betracht kommenden Arbeiten aus- uhrni könnten. Au» diese Weise könnte auch die äuge- trebte Fachtrennung erreicht werden.

Konstantinopel, 29. Ang Zuverlässigen

Die türtische Miniftertrise.

Schon als der erste Jubel über den Erfolg der Revo- ution und Gegenrevoimion bei der jnnatürkischen Partei verhallt war, zeigten sich in ihr recht bedenkliche Risse Und diese, die zu zahlreichen Ministerkrisen Anlaß gaben, ind bis beute geblieben und haben auch wieder die fetzige türlische Ministerkrise verursacht Zwar gelang es Ende Dezember 1910, eine gcwtife Einheitlichkeit des Kabinetts C'nffi herzustellen, aber schon int Ansange dieses Monats riseltc es wieder, und heule sind wir glücklich so weit, daß der WroBipeiir und Premierminister Hakki seinen Abschied einreichen will. Ter Sultan hat nun allerdings vorgestern, als ihm frciffi sein Abschiedsgesuch unterbreitete, erklärt, daß er mit dergleichen ernsten Tntgen nicht im Anschluß an das große Namasandiner belästigt zu werden wünsche, und daher die Entscheidung über Geben ober Bleioen HaMs wegen ihrer großen Tragweite verschoben. Aber da Hakki geäußert hat, daß er die Sache satt habe und nicht mehr in >cr Lage sei, bei der großen Uneinigkeit im Kabinett weiter zu arbeiten, so dürfte er sich auch durch Zureden des Sultans kaum veranlaßt sehen, Premierminister zu bleiben.

Kunftfeiöc.

93on Tr. Heinrich Wiescntbal.

Mittwoch, 30. August 19U

Wotationebnirf unb Verlag der Brübl'schen Unwersnats» Buch- und EteinbtudeteL R. Lange, Dießen.

Redaktion, Expedition unb Druckerei: Cdiul* (trabe 7. Expedilion unb Verlag: 6L

Rcdaktiom^OKIlL.Tel.-AbruAnzeigerDteben.

Wallung".

Vir hoffen, daß bei den bevorstehenden Landtags Wahlen auch diese Fragen erörtert und btc in Betracht kommenden Kandidaten darauf festgelegt werden, daß ste hier endlich einmal gesunde und weniger teure Verha tmise schaffen. Tabei wird auch die grundsätzliche Frage beant­wortet werden müssen, ob man gewillt 'st, die Oberen Baubeamten auch fernerhin noch von den Berwaltunys- benmtcu abhängig zu machen, ober ob Nc selbständig ihr technisches ^ad) vertreten sollen, Geipart konnte red)t viel werden, wenn man nur einmal mit den alten und veralte­ten Einrichtungen zu brechen den Mut hatte.Wir denken hierbei auch an die ganz überflüssigen letschen Craane der B r a n d v e r s i ch e r u n g s a ti st a l t. Tav GMb hier für insbesondere die vielen Tagegelder und Reisekosten, die'ost gar nicht im Verhältnis zu den tn ^t^cht kommen­den Tienstgeschästen stehen, können geipart werden, wenn diese Geschäfte von den Kreisbaubeamten nntbeftirgt wer­den. Audi die Kultur i n s v e k t i o n e n als wiche tonnen

volkerung stützt, und das and, bei einzelnen der '.'anonaU- Uten ; B bei den Griechen und Armeniern, wegen seiner radikalen frnh.citlidien Tendenzen AnNang gefunden hat, hätte aber niemals soviel Ansehen im Cttoman,scheu Ret«c errungen, wenn es nicht über sonst ganz vorzügliche Staats­männer und Agitatoren verfügte, von denen wir wer nur Tschavid, Talaat und Haiadschian nennen wollen, die nut vielen anderen im Parlament eine große Rolle spielen. So beüeht nach wie vor dieser Gegensatz innerhalb der jungtürtischcu Partei, der öritid) durch die Namen Kon­stantinopel (Scherofct) und Saloniki (Tidiotüb acfennvidi- net wird, unb ber au di im Parlament, wo die radikalem Iungtürken die Mehrheit haben, recht deutlich zutage tritt.

Ter Großwesir Hakki und mehr nodi ber 'rricflS- minister Schewket strebten nun danach, die türkische Reidispolitik von dem Einfluß des Salonikier Komitees zu l cfreien, und gewannen damit, wie eS scheint, auch im Volke so viele Snmpatbien. daß die gemäßigten Zuugtiirken angcnblicklidi als den Rivalen überlegen angeseden werden müssen. Ta 5 scheint ihnen nun den Rücken das in gestärkt zu haben, die radikalen Mitglieder auS dem Kabinett ent­fernen zu wollen, wobei der temperamentvolle Schewket ohne Wissen HakkiS wahrscheinlich mit dem Minister de« Innern und dem Finanzmunster einen Streit vom Zaune brach, sich dadurch mit Hakki verseindete unb ihm die Ministerpräsidentschaft vollends verekelte. Cb er bas tat, weil er selbst nach dem Großwesirat, wenn nicht nach der Tiftntur, strebte, mag dahingestellt bleiben >'bensall'- vürde ber Sultan einen Mann, hinter dem die ganze Armee leht, auS inneren unb äußeren Gründen kaum zum Groß- oefir machen, wollte er die Türkei nicht in einen Bürger­krieg stürzen unb sich mit Griechenland in einen m lieg um Kreta einlassen. Auch hat ber Sultan auf bie Parlaments­mehrheit ber rabifaten Iungtürken Rücksicht zu nehmen.

tioncu zufolge hat, der Großwesir gestern seinen Abschied gegeben, der vorn Sultan jedoch nicht angenommen wurde Tie Frage des Kriegsbudgeks soll balj.r im nächsten Miiusterrat noch­mals zur Sprache gebracht werden Wenn de» Kriegs,ninister nidü nachgibt, soll der Großwesir dann definitiv znrücktreten. Ter Sultan verlieh dem Botschafter R i s a a t Pascha, ber sich beute aut seinen Pariser Posten begibt, die Brillanten des Medschidjeordens. Wie bie Blätter melden, kündigte der Finanz- Minister dem Großwesir seinen Abschied an, falls das nadiü- jährige Budget nicht seinem Standpunkte entspreche Es verlautet, im Falle eines Rücktritts des Gesamtkabinetts werde Hussein Hilmi das neue Kabinett bilden

Konstantinopel. 30. Aug Nach Mitteilungen von informierter Seite bereitet sich eine u IN fass nb t ' gruppierung der Kammerparteien au, nativ n a - listischer Grundlage vor. Alle 60 arabischen Abgeord­neten haben sich bereits zu einer arabischen National- partei zusammengeschlossen. Für bie Bildung einer alba-

Verbilligung in -er hessischen Staatsomoaltung.

Wir erhalten folgende Zuschrift:

Als tm Februar v. I. die Abgeordneten Csann unb Genossen im Landtage den Antrag auf Vereinfachung ber Staatsverwaltung stellten, glaubte man erwarten zu können, daß auch in der hessischen Bauverwaltung, bereit Ver­billigung ganz besonbers verlangt wurde, baldigst diesbezügliche Verbesserungen in die Wege ge­leitet würden. Tein ist jedoch nicht so; es scheint sogar burdi die in jüngster Zeit in verschiedenen Streifen augeuom menen Acnderungen bas Gegenteil der Fall zu sein An gesichts biefer Aenderungen kann man ernstlich au eine Verbilligung ber hessischen Bauverwaltung nicht glauben. So soll z. B. in ber Provinz Cberhessen. die Wiederbc setzuugsfrage ber Bauiiispektorstelle in Gießen die Ver­anlassung dazu gegeben haben, den derzeitigen K-rctsbau- inspektor von Lauterbach nach Gießen unb den Alsfelder na di Lauterbach zu versetzen und um weiter die Auflösung de Hochbauamts AlSseld zu erreiche«, ist der derzeitige Vor stand dieses Amtes zum Krcisbauinspektor bei dem Krcts amt Alsseld bestimmt worden Hätte man diesen, der, wie die Auflösung des Hochbauamts in Alsfeld zeigt, über flüssig war, nach Gießen an die frcigetvorbenc Stelle her setzt, dann wäre der ganze Fall erledigt gewesen und cs wären außerdem die nidit unbedeutenden Umzugskosten für drei Beamte der Staatskasse erspart geblieben Wd)t un­erwähnt möge bleiben, daß in Gießen, tote uns zuver lässig mitgeteilt wird, bereits, ein straßenbaukundiger zweiter Baumeister vorhanden ist. Turch die Versetzung des Kreisbauinspektors von Lauterbad) dorthin smd also, was bod) gerabe vcrmieben werben soll, zwei Beamte von gleicher Fachrichtung zusammengekommen, ohne ba» man dabei dem wichtigeren Gebiete, bem Hochbau, bie gcbulp renbe Rechnung getragen hat.

Aber mit all biefen Aenberungen nicht genug: Es sol nud) nodi ein zweiter qkab. Baubcamter Reg.-Baumetster) nach Al->selb gesetzt werben, um ben Straßenbau zu über­nehmen, weil bicser angeblich von bem neuen KrciSbau- inipeftor als nicht in sein Fach emschlagenb, abgelehnt worben sei Also, einen Beamten läßt man gehen unb dafür kommen zwei wieder, die gleiche Zahl, die nötig gewesen wäre, hätte man das Hochbauamt bestehen lassen. Auncr- bem sollen bie seitherigen mittleren Baubeamten bes Hoch- bauamt^ Alsfeld bem KreiSbaninspektor in Alsseld zu- geteilt werden, so baß dessen Personal nicht vermindert, iondern um 3 Beamte vermehrt wird: trotzdem das staat­liche Hochbauwesen, soweit es in die Kreise Lauterbach und Schotten fällt, von diesen übernommen wird. Tics alles unter der Tevise:Verbilligung der hessischen Ltaatvver-

sss"* er-Abeit äsSS» .er Feber t ücrtainJCLJSH--^

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60 Betten, neuzeid t, grosser luftiger Sp» ie. Telephon 80. p

praktisch ausgeführt. . . . . . .

Schlichlid) mögen noch zwei Methoden genannt lein, das foaen Viskose- und das Azetatverfahren, beide im Besitze von Wendel v Tonnersmarck. Löst man Zellulose in Natronlauge lind Sd'rocfelfobhmftofi auf, so erhalt man beim Ausicheideu durch Chorammonium Viskose, die sich im Waner zu einer idileimigm Flüssigkeit löst: zahlreiche Patente besanen nd) der ver- ftelhing von Fäden aus diesem Material. Besonders guninge Ergebnisse soll das Zelluloseakelat liefern, wenn man seine Löiung <ms fernen Tinen zur Fadciibilduuq lieraustraen laut. Die Azetalieide ist nicht brennbar und besitzt große <yelrigfeit

Ti Fabrikanon nach allen diesen Methoden bietet mandicr- Ici redmische Schwierigkeiten, die besonders bei der Herstellung ber Fäden äufneten, genügt doch schon die allerkleinue Ver­unreinigung des Materials, um die feinen Cennungen, deren Tnrdimencr einige Huiiderlstel Millimeter betragt, zu veritowen unb somit den Prozeß anhubaltcn: auch die Neigung der zaben, klebrigen Masse, beim Austritt aus den Lvinnöfwnngen seit zu Neben unn kliunpig zu werden, erschwert den Betrieb

Fndei'sen liefert die Kunstseide beionders mit Anilinfarben x0 schön gefärbte Artikel, lind ihre Verwendung zu Po'amenten und Befavartikeln, zu Spitzen, Borten, Bändern, Krawatten und Kleiderstoffen, ferner zu Tapeten und ^ekorationsnonen nimmt io iv daß der Bedarf an diesem Surrogat itanbig nächst: die Gesamtvioduktion übersteig', bereits 40 Millionen Mark Neuer- dina^ verivenbtt mau Kunstseide auch zu Gluhitrumpien, die von gröverer (ilaftmtät und stärkerer Glübkrart als die Ramie- unb Banrnwollglübkörocr icüi sollen Anfangs verursachte es Sdnriengfeiten, den Scidcglühköroer transportsahig zu machen, jetzt soll er aber gut in Aumahmc gekommen sein.

ff Eine Brahms-Erinnerung. Eduard Behm, ber r)erflnnie Pianist, veröffentlicht gcgcnroämg in derTaUichcn Tonkmistlerzeitung" Erinnerungen, in deren MiUelpunki Johannes Brahms ftebt Eures Nachmittags forderte ber Meuter den inngai ^ünitler auf, ihn in eine Probe des Rofs-Quartttts, am brr btc erftc Ausfübrmig der mit -pannung erwarteten Umarbeitung Jxa HTurTtw- oo. 8 vorbereitet werden sollte, ju begleiten. Taö war sicher," so erzählt Belmr,ein ungewohnUdies Zeichen i'eiiie'- Vertrauens, das mich ebenso überraschte, roic crrrrulr Mächtiger aber als diese Freude war meme damals allzu itarl

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhejfen

Wie es heißt, haben die äußeren Veranlassungen der jetzige« Ministerkrise nur in Meinungsverschiedenheiten zwi« dien dem Kriegsminister Mahmud Schewket und dem Mi- «isterpräsidenten und Minister deS Acußeren Hakkt, sowie den Ressortministern Halil (Inneres) nnd Nail lFinanze«^ bestanden, Tifferenzen, die aber aus ganz versdiiedenen Gebieten lagen. Ter innere Grund der Krise ist aber jedenfalls tiefer zn suchen, und zwar darin, daß Ende Dezember vorigen Jahres das Kabinett Hakki sich nod) immer nicht der in der Inngtürlenvartei herrschenden Hauptströmung völlig anqevaßl hatte, indem es bie Radi­kalen Halil und Nail beibchielt. Tenn, wie allgemein be­kannt, ist die Partei für Einheit und Fortschritt in sich nicht einig. Tie einen, als deren Hauptführer Schewkel Pascha gelten kann, setzen sich aus Elementen des durch und durch uatioualen, charaktervollen und zielbewunte« Iungtürkentums zusammen, das int türkischen Sinne liberal ist, sich aber eine direkte Verpslanzung westeuropäischer und namcntlid) Pariser Ideen in die Türkei verbittet, weil es nicht mit Unrecht der Ansicht ist, daß sid) eines nicht für alle schicke. Ihr Hauptbcstrebeii ist daher daraus gerichtet, die Türkei erst zu einer im militärischen Sinne den europäi­schen Staaten gewachsenen Großmadtt auszugestalten, so daß es kaum verwunderlich ist, daß hinter diesen liberalen Alttiirken" die Intelligenz in der Armee und im Volke steht, da sie der Ansicht sein müssen, daß mit einer einheit­lichen Entwickelung der Türkei im westeuropäischen Sinne absolut nichts gewonnen ist,solange man cs nicht verstanden hat, die politischen Errungenschasten Frankreichs den histo­rischen türkischen Vcrhälmissen anzupassen und Mr ein gemeinsames kulturelles nationales Niveau zu forgert.

Anders dagegen das Jungtiirkcntum, das^ am besten durch die Persönlichkeit des sriiheren Finanzministers Tschavid Bei charakterisiert wird. Es will in kürzester Zeit alles, was in der Türkei historisch geworden ist und deshalb auch seine Berechtigung hat, umstürzen, um ben in Paris ausgenommenen Ideen Geltung zu ven'chasfen. Tie Türlci soll um jeden Preis, sobald als möglich, moderni­siert und sranzösisiert werden. Dieses radikale Iungtürken- tum, das sich hauptsächlich auf die kleinbürgcrlidfc Bc-

au»geprägte Scheu, zu fremden Menschen zu gehen, und ich madne ganz unbegreiflicherweise Einwenbungen, ob Ros6 nichts dagegen haben würde. Tas wäre ganz an5acid)(offni. Cb ick, denn in diesem Skraßcnanzugc zu den mir nnbrtnnnten Herrschaften gehen könne Brahms wurde uugeduloiiTas ist bod) ganz gleich. Ich bringe Sie bod) nicht Ihres Anzuges wegen mit." Als idi aber bann hinzusügte:Glauben Sie irirflidi, Herr Toftor, baß es Ihren Freunden ntdn nnongeuehm ist, mid) bei sich zu empfangen ?" da war bas Maß seiner Ge- Geduld erschöpft. Mit erhobener Stimme sprach er ärgerlich: Tmm merken Sie sich ein- für allemal, daß Sie don, wo idi Sie e ui führe, stets herzlichst willkommen sein werben Adieu!" Damit ichüttehc er mir bie Hand unb ging bavon, mich in einer mehr als verdrießlichen Stimmung zu rück lassend Als idi abend» noch einmal auf diese Angelegenb.u zu sprechen fam, meinte er:Auf jeden Fall war es fehr iinofonomifch ron Ihnen So hätten Sie bas Trio^umfonü gehört, jetzt müfien Sic schon zwei Gulden für den Sitzplatz anlegen."

kf. Welches i st das beste französische Gedicht? Theophil Gautier, dessen 100. Geburtstag letzt in Frankreich unter der Teilnahme aller Gebildeten gefeiert ivird, las; eines Tages, wie Jules Claretic in denAnnales" erzählt, ;uiammen mit Glauben, Charles Bcindelatre, Ovm BildHaut .

anderen in dem Solon der berühmtenPräsidentin" jenes K unstler- kreises, der Frau Apollonia Aglac Sabather, übet deren ourch ebenso ausgesuchte (Berichte wie geistvolle Unterhaltungen aus­gezeichneteSonntagsdtner" damals nichts ging Tie Präsidentin selbst roar es, bie an jenem Tage an ihre Wälle die Frage richtete, welches das schönste,^ das oollfommeinte Wcbicht in französischer Sprache sei. Eine schwierige Frage, Die beim and) höchst ver­schieben beantwortet wurde. Tie einen stimmtenür ein Gedicht von Tesportes, bie anderen für Roitsarb, den großen Führer der Plejabe, einer nannteDie Bienen" von Victor Hugo Man formte itth nicht einigen. Ta fragt - man denn aud Gautier nach feiner Meinung, und er antioortete in aller Rude:Haben Sie ein Exemplar meinerEmaux et Eamees" ba?"Sonnet- Wetter!"Ja? Gut, bann geben Sie es mir doch bitte!" Tie Präsidentin lief in ihre Bibliothek, holte bas Bud) unb überreichte den schön gebundenen Band bem DichterTanke!" sagte «'kiuhcr. Ec biat:me in Dem Buche und schlugTi- Svmphonic in Weiß" auf. Tttnn bat er die schone Präftbentrn- dies Gcbicht vorzulesen, das in deutscher Sprache etwa o b?-

Tie Aufzucht ber Seidenraupen, die früher vorwiegend als

R?da!? »n decken mW der Verbrauch an Seid.- Ü'oMtieg den »Ärnttr. So e» erfJMd,

Spi!üivnsnche 'mit Kn^Wpfäben an. a^

25 Jahre nad) dem eben ei mahnten Datent trat b'Nmrc b. Ehardonnet in Bcsanoon mit einem Vcriahren burDor, aus . zeUulofc Fäden zu spinnen, die den Kokonfaden an Manz «ock übemafen Aber die Nitrozellulose ist cm autzerir ^uergciabr- lid'er Stoff und die aus ihr gewonnenen <yäbcn koimten nicht in ben Verkehr gebracht werden. Gbarbomict »««tinrimette henirrierte btc Nitrozelluloie. d. b. er nahm ihr am dem ^.ege eines chemischen Prozesses ihre leichte Ervlodierbarkeit, ^Virrch fie freilich aucki an Wideritandsiahigkeit mibuEte und siM rum Verspinnen weniger eignete. Neben ^hardoniiet war e- -chn r ber solgende'i Arbeitsvorgang lanb: Reine Baumwolle oder voiz nürb rntricTt, d. h. mit einem Gemisch aU$< ealoctmcnne unb Schwefelsäure behandelt, sodann in einem Wenin di von -et her '60 Pro; 1 und Alkvdol 40 Pro; aeloit und die dtckNm iae Masse durch enge Glasröhrchen Kapillaren > w.h^^-^bdriickr. daß der Faden unter Wasser austritt. -ter iich hartenbe <va0ai wird auf einen Haspel Zwickelk wiever abgeuommen mid .n trodnet schließt ick) wirb er burdi Behandlung mit ^cvw-fcl amnwniuni oder mit einer Kupfersalzlösung bemtnert, a io die Bestandteile, die seine Explosivität bedingen, werden ihm cntsogeiv Schließlich bleicht man um, waichr und trocknet, um zuletzt ben Faden mittels phusikalischer Metzmctdodcn ;n lortu'reiL -ra- ilt in grosk 3ügrn rin 5>.-rf«6ren nad> ixm« mebrnen .«bnfen TeMschlanbs und auch tm Auslände gearbeitet rotrb.

Tic späteren Verfahren haben, dem ^n^ncn uiandKilci voraus: sie gehen nicht von der seucrgcfahrlichen Zellulo«.au und draucheu iniplQebcij'cn auch nicht ;u benitneren, ba» .. aupl-