Ausgabe 
26.7.1911 Zweites Blatt
 
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Englische auswärtige Sorgen.

X Fechen, Handlungen des Cigenlumern der futter Osthafens der Forderungen geführt. Der Mc

Line Hilfeleistung des Nronprinzen.

Potsdam, 25. Juli. .Als der Kronprinz heute vormittag von Berlin nach Potsdam fuhr, begegnete er Lei Wannsee einem Radfahrer, der mit seinem Rade gegen einen Baum gefahren war und dadurch eine schwere Kopfverletzung erlitten hatte. Der Kronprinz veran­laßte sofort die Ueberführung des Verunglückten in das nächste Haus und holte, nach Potsdam fahrend, einen .Arzt aus dem städtischen Krankenhause. Er beauftragte diesen, sich mit seinem Auto an die Unfallstelle zu begeben, wäh­rend er selbst in einer Droschke nach dem Marmorpalais fuhr. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der Ver­unglückte im Auto des Kronprinzen nach dem Krankenhause Nowawes gebracht.

streckten Kabehaue-entflohen ins weite Meer, und die Robben wanderten aus. Kohl und Kartoffeln hörten zu gedeihen aus ebenso die Zwiebeln.

WaS die vierzehn Einwohner anbetraf, so waren sie einfach im Sterben begriffen. Vierzehn neurasthenische, von Arbeit uni> mangelnder Mhrung erschöpfte, von der Furcht vor Krankheit und Tod gemarterte, von Ehrgeiz, Neid und gegenseitigen: Haß verzehrte Skelette (Herr Pluvinage hatte ihnen die Notwendig- keck einer polckischen Organisation zwecks Herstellung ihrer Würde 'N den Augen der Völker offenbart) ersetzten die einst so früh- lrchen, kraftstrotzenden Menschen.

So weck hatte Herr Pluvinage die kleine Kolonie in we- mger als einem Jahr gebracht. Aber er sah seine Verheerungen nrcht, er war mit sich und den anderen zuftieden und setzte Fett an.

. rC Jahrestag seiner Ankunft veranstaltete Herr Pluvinage öffentliche Vergnügungen, die erMäßigkeitsfest" benannte, denn dieser Menschenfteund war fest entschlossen, sein Werk zu krönen.

Er vereinigte sie am Morgen und photographierte sie, wie es be: ferner Ankunft getan hatte. Dann hielt er ihnen einen eindrücklichen Vortrag über den Alkoholismus und seine Ver- wuitungen und kündigte chnen an, daß er, um diesen schönen Tag zu feiern und um ihren letzten Feind zu unterjochen, es aus , ich genommen habe, dem Fäßchen Rum, das ihnen noch verblieben war, den Boden auszuschlagen und den Inhalt bis zum letzten tropfen ins Meer zu entleeren.

Die Menschen, die alles ertragen hatten, ertrugen dies nicht wehr. Ohne jede Verabredung gingen sie auf Pluvinage los, schlugen chn zu Boden und fesselten ihn. Tann trugen sie ihn out_ ihr kleines Schiff und ruderten ihn nach einer ganz wüsten Jn,el, Die ftch achthundert Meter von der ihren befand. Dort bauten ne ihm eine kleine Hütte, versahen ihn mit Lebensrnitteln und ergriffen, nachdem sie ihn von seinen Fesseln befreit hatten, die Flucht. '

In einigen Monaten wird vermutlich ein Walfischfahrer fommen , sagte einer von ihnen, während sie ihn verließen. Bis dahin wird man Ihnen Nahrung Herdringen, aber sehen will man sie mcht mehr. Man würde Sie töten. Die Ab­sonderung i|t auch eine heilsame Methode." ov dluvinage begriff niemals, lvas ihm geschehen war.

MonLte spater erschien der Walfischfahrer. Er schiffte sich aus demsewen ein, nachdem er von ferne einen letzten Blick aus ferne Opser geworfen hatte, die, von ihm befreit, ihre Qualen »ergoßen und sich nach und nach dem Leben wieder zuwendeten.

zbie "rückkehr des Herrn Pluvinage nach Europa war ein ungeheurer Triumph. Man stritt sich um diesen Helden, und seme Vortrage erzielten Riesenpreife. Er erzählte in ihnen fein staunenerregendes Abent-v.er, aber zweifellos in gutem Glauben, unb un tfcucr feiner Ueberzeugung verwirrte er Vie trüben Er- lebniffe und sprach nur von dem großmütigen und nützlichen

daß er tn zwols Monaten so zum Guten zu leiten ge­wußt hatte.

photographischer Gruppen erläuterte

Er Seite frohe herkulische, von Gesundheit Atzende Gestalten, auf der anderen einige abgezehrte klägliche vicicnc.

, ^or meiner Ankunft!" sagte Herr Pluvinage, indem er auf. die Lkeletck wies. ,,^m Augenblicke meiner Abreise!" schloß er, indem er die Herkulesmenschen zeigte.

Und die Begeisterung war unbeschreiblich.

Aus Stadr mit LanH.

Gießen, 26, Juli 1911, Ein neuer Frauenerwerb.

Fast jede neue Reisezeit bringt einen neuen Erwerbs­zweig für diejenigen Frauen, die in den Ferien nicht ver­reisen können, sondern die freien Tage sogar noch zur Schaffung eines neuen Erwerbes benutzen müssen. In Paris hat sich ein Institut gebildet, das Wohnungs- verwahrerinnen anstellt. Es sind junge Damen, deren Zuverlässigkeit bekannt ist, deren Familie für ihre Ehrlich­keit bürgt und die durch eine leichte Beschäftigung sich sehr gern einige Mark in den Ferien verdienen. Das Institut der Wohnungsverwahrerin rechnet mit den Familien, welche ihre Wohnung im aufgeräumten Zustande iviederfinden wollen, wenn sie von der Erholungsreise zurückkehren, welche ihre Blumen gepflegt haben möchten, die Zimmer gelüftet und vor dem Ungeziefer, Motten, Fliegen usw. geschützt haben wollen. Nicht immer will man seine Wohnung dem Hausmeister anvertrauen. Das Institut für Wohnungsver­wahrerinnen sendet nun zuverlässige junge Damen einmal in die Wohnung der Abwesenden, damit sie dort nach dem Rechten sehen können. Zugleich ist den verreisten Familien damit eine Sicherheit gegen Einbruch und Diebstahl geboten, denn bekanntlich suchen sich die Feriendiebe hauptsächlich die Wohnungen auH, deren herabgelassene Jalousien daraus hindeuten, daß das Heim leer steht. Die Wohnungsver­wahrerinnen haben, wie man sich vorstellen kann, keine zu schwere Tätigkeit. Sie gehen des Morgens in die leere Wohnung, schließen bei großer Hitze die Fenster, die nachts geöffnet waren, gießen die Blumen, wischen Staub und gehen am Abend wiederum dahin, um die Fenster zu öffnen und die Blumen zu pflegen. Auch überwachen sie das Aufräumen, zu welchem das Institut ihre Frauen stellt achten darauf, daß aus der Wohnung nichts gestohlen wird und daß die Familie ihr Heim in bewohnbarem Zustande an- trifft, wenn sie zurück kehrt. Die Reisenden abonnieren bei dem Institut für einen verhältnismäßig geringen Betrag sie senden oder übergeben der Vorsteherin eine Lifte, welche alle Gegenstände aufzählt, die in der Wohnung sich befinden Das Institut schickt eine Dame hin, bamit sie sich durch den Augenschein überzeuge, daß alles so vorhanden ist, wie die Liste beiagt, und garantiert dafür, daß die Abwesenden auch alles tn der richtigen Anzahl wiederftnden. Sehr viele Damen aus guter Familie haben sich bereits für den Posten der Wohnungsverwahrerin entschlossen und gemeldet. Sie werden durch,chnittllch mit 1,5 Franken täglich bezahlt, eine nicht gerade hohe Surnme, die aber doch verhältnismäßia leicht verdient ist. Die Nachfrage nach Wohnungsverwähl rinnen übersteigt in diesem heißen Sommer bei lveitem

wolle die Dauer des Dienstbriefes, der dem geplanten Erlaß zufolge dem Generalissimus und Generalstabsche übergeben werden wird, ans ein Jahr beschränken, doch soll dieser Tienstbries erneuert werden tönnen. Allgemein wird bestätigt, daß General Pau zum Inhaber dieses Dienst­briefes ausersehen worden sei, durch den ihm der Ober­befehl über die Ostarmeen übertragen werden soll. Es heißt, daß das Entlassungsaesuch des Generals Michel nicht abgewartet werden wird, da die bloße Verlautbarung des Erlasses seinen Rücktritt zur Folge haben müsse.

unterstützt wurden. Die Bauern würden von den Soldaten mißhandelt, aber ohne Erfolg. Auf einen Brief Hin,, in welchem Richter bat. ihn von ftinen Leiden zu erlösen, sind von den Freunden direkte Verhandlungen eingeleitet worden.________________________________

Die petroleumexplosion in Schotten.

Zu der schweren Petroleumexplosion in Schotten, die bereits zwei Menschenleben gefordert hat und eine Anzahl schwerer und leichter Verletzungen verursacht^hat, erhalten wir noch folgende ausführliche Schilderung unseres dortigen Berichterstatters, der wir den amtlichen Bericht über den tief bedauerlichen Anfall anfügen. Da beide Mitteilungen die Ursache der Explosion noch nicht mit Sicherheit fest- steilen können, bleiben weitere Nachrichten abzuwarten.

st. Schotten, 25. Juli. Wie in letzter Nr. schon kurz gemeldet, brach gestern abend um 10 Uhr im Waschhaus des hiesigen Bahnhofs auf unaufgellärte Weise Feuer aus. Direkt an dem Feuer lagerten zwei Fässer mit Kerospetro- leum für die am Bahnhof befindliche Keroslarnpe. Das Feuer wurde sofort bemerkt und eine Anzahl Leute sprangen hinzu, um zu retten. Es wurde versucht, das volle Vetro- leumsaß vom Feuer zu entfernen, was aber bei wiederholten Versuchen nicht gelang. Das Faß explodierte uno die Kleider der in oer Nähe stehenden Herren Rektor ®r. Rausch, Oberpoftassistent a. D. Wolsschmidt, Metzger Otto Herchert und Stationsvorsteher Frevmann fingen Feuer. R. und W. legten sich sofort in den gegenübw- gelegenen Straßengraben und versuchten die Flammen zu ersticken, O. Herchert sprang in die vorbeifließende Nidda uftd löschte die Flammen an seinen Kleidern, während der Letzte nur leichte Brandwunden an den Armen und dem Kopf erlitt. Die Ehefrau des Gg. Spamer XII., die herbei- geeilt und Dr. Rausch brennend im Straßengraben liegen >ah, besaß soviel Geistesgegenwart und warf sich auf ihn, um mit ihren Kleidern Die Flammen zu ersticken. Sofort waren drei Aerzte zur Stelle. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle. Durch die Explosion des Petroleum­fasses breitete sich das Feuer rasch aus und bald standen das Waschhaus, die Abortgebäude des Bahnhofs und das Baumaterialien- und Kohlenlager der Firma S. Kaufmann in Flammen. Die Feuerwehr konnte nur das Feuer auf seinen Herd beschränken. Glücklicherweise wehte dtordwind und konnten infolgedessen keine Funken in die Htadt ge­trieben werden. Gegen 2 Uhr war das Feuer soweit ge­löscht, daß die Feuerwehr bis auf die Wachmannschaften ab- rücken konnte. Oberpostassistent W o l f s ch m i d t ist bereits heute um 3 Uhr seinen Verletzungen erlegen. Er hinter­läßt drei Mädchen, von denen zwei noch unmündig sind. Die Mutter der Kinder ist vor 2 Jahren gestorben. Um 5 Ubr ist auch der Rektor Dr. Rausch, ein in der ganzen Stabt sehr beliebter und hochgeschätzter Beamter, seinen Verletzungen erlegen. Der Zustand des Metzgers Otto Herchert ist sehr bedenklich, auch in dem Be- inden des Stationsvorstehers Fr eh mann ist eine Ver- chlimmerung eingetreten. Bei dem Versuch, den bren­nenden Männern zu helfen, zogen sich einige Personen Verletzungen zu.

Das E:se nbahnbetriebSamt macht uns unterm 25. Juli über den Brand auf Bahnhof Schotten folgende amtliche Mitteilung: Gestern abend gegen 10% Uhr chlugen plötzlich Flammen au§ dem Magazingebäude auf dem Bahnhof Schotten. Zwei Petroleumfässer waren in Brand geraten; eines davon explodierte alsbald. Durch die Explosion erlitten die zum LöschungSoersuch Herbeigeeilten: BahnhofSverwalter Freymann, Oberlehrer Dr. Rausch, Rektor der höheren Bürgerschule, Sparkassenkontrolleur Wolsschmidt, Metzgergeselle Herchert, sämtlich zu Schotten, starke Brand- wunden. Wolsschmidt ist seinen Verletzungen heute nachmittag erlegen. Die Explosion ist wahrscheinlich durch Selbstentzündung von Petroleumgasen, die sich bei der großen Hitze entwickelt haben, entstanden. Niedergebrannt sind das Magazin» und Waschküchengebäude, das Abort- gebäude und eine kleinere Lagerhalle einer Privatfirma. Die Schottener Feuerwehr hat den Brand gelöscht.

zu machen. Asquit

lichen Interesse liegen und auch im allgemeinen besser passen, wenn Derartige Mitteilungen am Donnerstag ge­macht würden, wo der Etat des Auswärtigen Awtes zur Be­ratung stände. Carlile fragte, ob der Staatssekretär des Aeußern irgend eine Nachricht habe über die Rück keh r des Exschahs nach Persien und ob irgendwelche Maß­regeln ergriffen seien, um im Falle eines Bürgerkrieges in Persien die britischen Interessen sicherzu­stellen. Sir Edward Grey erwiderte: Ich habe keine neuen Nachrichten und hoffe zuversichtlich, daß die bri­tischen Interessen nicht ernstlich berührt sind. Wir werden aber natürlich von dem enalsjchen Gesandten in Teheran auf dem laufenden gehalten werden. John Ward fragte, ob russische Unteroffiziere dem Exschah bei seinem Einrücken in Persien behilflich gewesen seien. Grey erwiderte, davon habe er nichts gehört. Alle Nachrichten, welche er über die Haltung der russischen Regierung yabe, lassen aber darauf schließen, daß dies gänzlich unmöglich sei.

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vom entführten Ingenieur Richter.

Einer Meldung derDaily Mail" aus Saloniki zufolge sollen den Räubern, die den deutschen Ingenieur Eduard Richter vor 2 Monaten auf dem Olymp gefangen nahmen, 60 000 Mark als Lösegeld angeboten worden fein, und zwar von Freunden des Gefangenen. Die Räuber haben bisher eineMillionMark verlangt ünd außer- demnochEdelsteine,die türkische Regierung hat jedoch die Anerkennung dieser Forderungen verweigert und zwei Abteilungen Militär fausgeschickt, um die Räuber zu fangen, die aber von den Bewohnern der umliegenden Ortschaften

das Angebot. Die Preise für das Abonnement sind nach den Größenverhältnissen der Wohnungen verschieden. Doch nicht nur die wohlhabenden Familien, auch sehr viele we­niger bemittelte Leute haben ein Abonnement genommen, weil sie bedeutend ruhiger reisen, toenn sie ihre Wohnung gut verwahrt wissen.

** Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 27. Juli 1911, nach­mittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung festgesetzt: 1. Mitteilungen. 2. Gesuch des C. Valentin um Erlaubnis zur Anbringung eines Balkons am Hause Schützenstraße 18. 3. Anbringung einer Laterne am Laden Bahnhofstraße 61 durch Photograph Borst. 4. Entwässerungsanlage Ludwias- platz 5; hier: Dispens. 5. Ankauf der Halle auf dem früher Eulerschen Grundstück an der Steinstraße. 6. 93er tauf ber alten Klinik. 7. Neubau der Oberrealschule. 8. NeubaueinerVolksschule. 9. Fortbildungs­schulzwang für weibliche Personen im Handels­gewerbe. 10. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. 11. Gesuch des Wilhelm Kraushaar um Erlaubnis zum Be­triebe einer Schankwirtschaft Frankfurter Straße 7. 12. Des­gleichen des Friedrich Weber zum Betriebe einer Gasd- und SchanQvirtschaft im Hause Tiefenweg 4.

Truppenschau in Mainz. Die verschiedenen Regi­menter treffen zur Truppenschau vor dem Kaiser bereits jetzt ihre Vorkehrungen. In der Frühe üben die berittenen Truppen und nach diesen die Infanterie in Gefecht und Parade­marsch. Die Kavallerie-Regimenter Nr. 6 und 24 beteiligen sich an der Truppenschau. Es werden jedoch einzelne Teile der Regimenter fern bleiben, da unter dem Pferdebestand Brustseuche herrscht.

** Einjährigen-Prüfung. Nach einer Bekannt­machung der Großh. Prüfungskommission für Einjährig- Freiwillige werden diejenigen jungen Leute, welche beab- fichttgen, sich der im Herbst 1911 stattfindenden Prüfung zu unterziehen, aufgefordert, ihre Gesuche um Zu­la s su n g bei Meldung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. August 1911 einzureichen. Gesuche um Zulassung zu einer späteren, als der im Frühjahr des 1. Militärpflichtjahres d. i. des Jahres, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird stattfindenden Prü­fung bedürfen der Genehmigung der Ersatzbehörde 3. In­stanz und sind bei den Ersatzkommissionen des Aufenthalts­orts einzureichen, lieber Die Anforderungen, die an die zu Prüfenden gestellt werden, .gibt die Prüfungsordnung (Aul. 2 zur Wehrordnung vom 22. November 1888 Reg.-Bl. Nr. 68 1901) Aufschluß.

** Der Konzert-Verein schreibt uns: Die Mit­glieder des Konzertvereins werden darauf aufmerksam ge­macht, daß in den nächsten Tagen der Mitgliedsbeitrag 1911/12 (6 Mk.), der bei Entnahme der Abonnementskarten voll in Anrechnung gebracht wird, durch die Mitteldeutsche Creditbank zur Erhebung gelangt. Der Vorstand hat, ihm geäußerten Wünschen entsprechend, eine neue Abonnements- Einteilung vorgenommen, ohne jedoch die Preise zu er- höhen. Serie I: für alle 10 Konzerte zu den bisherigen Preisen (30 Mk., 25 Mk., 20 Mk., 15 Mk.); Serie II: für zwei Ehor-, zwei Orchester-, drei Künstler- = 7 Konzerte (25 Mk., 20 Mk., 15 Mk., 10 Mk.); Serie III: für drei Kammermufikkonzerte (6 Mk. für den ersten Platz). Da­gegen muß der Preis der Tageskarten für einzelne Kon­zerte erhöht werden; so z. B. für das Konzert der Mei­ninger, welche sich für eine Hanprprobe nicht zur Verfügung teilen, sowie für die Konzertausführung des Parsival, welche besonders hohe Ausgaben erfordert. Wegen der Künstttr- Konzerte verhandelt der Vorstand mit den ersten Kräften. Das Programm wird demnächst veröffentlicht werden. Jeden- alls ist der Abonnementspreis in Anbetracht der erheblichen Kosten für Künftlerhonorare unb Orchester, welche nur zum Teil durch die Einnahmen aus Abonnements- und Tages­karten gedeckt werden, ein sehr niedriger zu nennen. Neu­anmeldungen von Abonnenten nimmt Herr Challier, Neuen­weg 9, entgegen, woselbst auch die Pläne ausliegen und jede Auskunft mündlich und schriftlich erteilt wird.

** Beginn der landwirtschaftlichen Win- ter schul en. Der Lehrgang von 1911/12 an den land­wirtschaftlichen Winterschulen beginnt Montag den 6. No­vember. Anmeldungen sind rechtzeitig schriftlich oder münd­lich bei dem Vorsteher der betreffenden Schule zu bewirken, von welchem der Unterrichtsplan und Jahresbericht unent­geltlich bezogen und jede gewünschte Auskunft eingeholt werden kann.

Im englischen Unterhaus sind gestern wieder Anfragen über die auswärtige Politik gestellt worden. Den persischen Vorgängen gegenüber nimmt die englische Regierung eine höchst vorsichtige und abwartende Stellung ein:

London, 25. Juli. Bei Eröffnung der Sitzung des Unterhauses war noch der Nachhall der gestrigen Tumulte wahrnehmbar. Als sich Hugh Cecil, der gestrige Hauptlärmer, zu einer Frage erhob, gaben ihm die Mini­steriellen ihr Mißfallen zu verstehen. Darauf ging das Haus zur Beratung unbedeutender Etatstitel über.

Iw weiteren Verlauf der Sitzung fragte Balfour den Premierminister, ob es im öffentlichen Interesse liege, Mttteilung über Fragende r auswärtigen Politik zu machen. Asquith erwiderte, es würde mehr im öffent­lichen Interesse liegen unb auch im allgemeinen besser assen, wenn Derartige Mitteilungen am Donnerstag ge-

** Versicherungsbeiträge und Steuerab­zug. Eine für Bankbeamte bedeutsame Entscheidung hat das Oberverwaltungsgericht erlassen. Im Gegen atz zu den Vorinstanzen stellte es fest, daß die von einem Bank­beamten an den Beamtenversicherungsverein des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes zu Berlin entrichteten 93er- icherungsbetträge abzugsfähig sind, da nach den Satzungen dieses Vereins für die Versicherten zweifellos ein ilagbarcr Rechtsanspruch auf die bedingungsmäßigeii Leistungen be­gründet unb damit die gesetzliche Voraussetzung der Ab­zugsfähigkeit erfüllt fei.

** Das Gewerbeblatt für das Großherzog- en (Zeitschrift des Landes-Gewerbevercins) ent- feiner Nr. 29: Die neue Neichsversicheruiigsordnung (Schluß.) Großh. Zentralstelle für die Gewerbe. Bekannt- nachung, betr. Ermittelung ber dem Landesgewerbeverein eit 50 Jahren angehörenden Mitglieder. Bezirksver- band Gießen.. Gewerbeverein Langen. Handwerks­kammer zu Darmstadt.. Meisterprüfung unb Lehrlingsanlei- tung. Hufbefchlagprusung unb Meisterprüfung. Allge­meiner Teil. Verschiebenes. .Anzeigen.

** Mißstänbe bei der Stempelung von Post- w e\ 1 .als recht unangenehm empfunden

vorden, daß die ^.evbarkeit von Mitteilungen auf der Vor- berfeUe ber Postkarten durch den langen Stempel ber Stem- lelmaschine stark beeinträchtigt wirb. Der Ausschuß des )eutschen Handelstags hat sich mit der Angelegenheit befaßt

n9£be«ran?en Staatssekretär des Reichs- frf?rucf gegeben, daß auf Postkarten der zu schriftlichen Mitteilungen benutzbare linke Teil der Vorderseite nicht vom Entwertungsstempel getroffen werde.

Staatssekretär ftraetfe dem Handelstag soll Kindes Schreiben zugehen lassen:Die Unzuträglichkeiten b" der Stempelung der Postkarten mit Briesstempelmaschi- i yd auch I>iec schon erkannt worden. Die Technik ist y^lgebessen angeregt worden, eine brauchbare und leb ÖÄSx Stempelmaschine herzustellen, die nur den

^^Vorderseite der Postkarten unb Briefe mii versiegt. In letzter Zeit sind einzelne Mcher ^tempelmaschinen versuchsweise in den Betrieb eingestellt ?orden und haben schon annehmbare Ergebnisse in ber Sor Fxoi Koh . c bafje r zu erwarten, daß

1211 -^eratungert des Handelstags hinsichtlich der Stempelung der Postkarten geäußerte Wunsch in absehbarer Zett erfüllt werden wird."