Ausgabe 
26.7.1911 Zweites Blatt
 
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bie (Einleitung des GnicignungSDtriabrenS beantragt, wo­rauf der Regierungspräsident in Kassel den Landrat <yrbrn. Laut in Hanau zum (rnteignungSkommissar erntnrtt bat

Luflschiffahri.

Da-LustschiffSchwaben".

Ärcis Lauterbach.

= Stockhausen, 2b. Juli. In der Nacht vom 24. dS. MlS. stürzte ein Arbeiter dec Firma Drenkhahn n, Sudrop m Braunschweig, die zurzeit bei Blankenau eine ifi-enbctonbriide über die Lüder errichtet, auö dem im dritten Gtocfe eines hiesigen Gasthauses befindlichen Schlafzimmer und erlitt schioere innerliche Verletzungen, so daß er in daö tlrankenhauL nach Lauterbach verbracht werden mußte.

Slartcnbuig miD bi hin Hessen.

l Mainz, 25. Juli. Für die am Katholikentag van Warm- und Alzey kommenden Extrazüge wird am Tentoc gegenwärtig eine große Aussleigerampe errichtet, die jun» 'JluöneiQen dec Fremden dienen soll. Nur die sahrplan- ii obigen Züge werden biS zum Hauptbahnhof geleitet.

Mainz, 2>. Juli, Sdjüii fcit langer Zett tragt man such mit dem öeoanten, ein R l) e i u f cy i f f a y r t s - in. u f c u m zu errichten, das zur Au,nähme von Bildern, y uchcrn, Mooeltcu uno äbniidjen Q)cgen|ianbcn bienen soll, lieber oen Platz ist man sich noch nicht einig Es kommen bie Stabte jtöln, Tusseldorf und Tuhburg in Frage, und nie verlautet, hat Tuie-biirg bie meiste Aussicht, das Mu­st um zu bekommen. Für bie Vorarbeiten bet neuen l), i)einbrüde Bingcn-Rüdesheim wird im nächsten Reichs* I, ushaltoetat bie Summe von 3j0000 Mc. auitreten. Tie V.ii»arbcüung des Planes wird voraussichtlich der Eifen- bihnbirektioil Mainz übertragen. Gestern rettete ein stübtischer Arbeiter bei bet Wateinschen Babeanstatt am

IDbergtor einen Jungen vom Lobe des Ertrinkens unter eigener Lebensgefahr. Lanogenchtsbirettor Tr. Bocken* hetmer, Ehrenbürger unserer Stadt, vollendet am 6. Ang. L in. Lebenswahr und blickt an demselben Tage aus eine K'iährige Amtstätigkeit zurück. Bockenheimer i|t nament­lich durch seine Forschungen in der Mainzer Geschichte be* t ^nnt.

Hessen-Nassau.

X Fechenheim (»lr. Hanau), 24. Juli. Tie Ver­handlungen bis Magistrats der Stabt Frankfurt mit den Eigentümern der Grunbstücte, bie zur Anlegung des Frank­furter SsthafenS erforderlich sind, haben injolgc der Höhe bet Forberungen noch nicht in allen Fallen zum Abschluß geführt. Der Magistrat dec Stabt Franlsun hat deswegen

Karlsruhe, 25. ehili. nahm brate seine erste Pass 9 Ubr Donmttagi ftarlerube.

Dcrmiübtc».

* Das höchste Bauwerk der Welt. Der Ehrgeiz der amerikanischen Baumeister verliert immer mehr icbc Vergleich? Möglichkeit mit bet Baukunst der Alten Wett: auS Eleve* land kommt nun die Skachticht, baß eine der mächtigsten amen* kanischen HauSbesitzerorgamsattonen, die National BuUdmgs' Lwners Eonventton, den Plan »u einem Neubau in Auftrag gegeben hat, der alle Bauwerke der Welt an Höhe übertreffen wird Ter einzigartige Baukörper wird in Network erstehen: ein Wolkenkratzer von 100 Stockwerken und einer Ge,arnthob von nicht weniger als 365 m Dieses neue Gebäude läßt alle bisherigen Rekords deS Wolkenkratzerbaus weit hinter nch. In Neuyork arbeitet man gegenwärtig an einem neuen Rielenhaufe, dem Woolworth Building, das genau 262 m hoch wird und 46 Stockwerke aufweisen soll. TaS Woolworth Building wird bi- zur Fertigstellung mehr als 30 Millionen verscbiunaen haben: man kann daraus schließen, welches Kapital für den neuen Hundert-Stock-Wolkenkiatzcr festaclegt werden muß Nack» «ollen- düng bei BaueS wird das Gebäude der National Buildings Lamers Eoiwentioii das höchste Bauwerk der -O-Clt fern, neben dem der 300 m hohe Eiffelturm beinahe wie em Spielzeug

Aufklärung der Reisenden. ES ist vielfach «läge darüber geführt worden, daß das Zugbegleitpersonal es an der Unterrichtung *bcr Reisenden fehlen lasse, wenn ein Zug auf freier Strecke zum Halten gebracht ist. In solchen Fällen ist, rote der Herr Minister in einem Erlaß ailSsuhrt, zur Beruhigung dec Reisenden die Ursache deS Aufenthalts, soweit sie dem Personal bekannt ist, in an* i'mesfener Weise mitzuteilen Ist das Personal über die lrsache des Haltens selbst nicht unterrichtet, oder ist dec big roie es wohl zumeist zutreffen wird vor einem -auptfignal -um Halten gekommen, so ist auch dies in , eignetet Weise herannt zu geben.

Sofort zurück!* Nach einer neuen Verfügung J(| ReichSpoftamtes müssen Nachnahmesendungen mit dem I Lermeck ySofort zurück direkt an den Absender zurück» H?}anbt werden, fall- dec Empfänger beim erflenmale nicht on- j troffen wird und weitere« Vorzeigen aussichtslos erscheint.

* DaS Tränken der Tiere erfordert in dec heißen ^ahreSzeit ganz besondere Sorgfalt. Es ist gut, Pferden und i Eseln schon während der Mahlzeit einen mit Wasser gefüllten ijimer zum Löschen ihres Durstes hinzustellen. Ter schon durch Staub und Schwitzen vorhandene Durst steigert sich durch das Hauen des trockenen FuttcrS noch mehr. Tie Tiere können zuweilen nicht Speichel genug absondern, um das Futter genügend anzufeuchten. Auch bie Hunde bedürfen jetzt täglich reichlichen frischen Wassers.

* TaS Schöllkraut verdorrt. Als ein Zeichen dafür, welchen großen Schaben diese- Jahr die sommer­liche Gluthitze an den Feldfrüchten an richtet, darf die Tat- fache angeführt werden, daß bas bekannte giftige Schöll- kraut an vielen Stellen abgedörrt und versengt angetroffen wird. Schöllkraut ist eine Pflanze, die gewöhnlich bei dec größten Hitze ihr frisches Grün nicht verliert, aber dieses Fahr muß auch sie unter den heißen Sonnenstrahlen leiben.

Ism e» indessen »um Glück für bie schwer geprüfte Tarne nickt, ba sich im lebten Augen, sick ein paar ihrer amcrnaniitpen Be­kannten ein:anben. tue al» Bürgen für sie ein trat en und ihr danrtt bie itinwanberungscrlaudniS verickastten Tie in ihren heiligten Gesüdleu grfrdnlic Witwe betrat ben Boden Amerikas nut dem feften koriatz, an dem nculoien Herrn Luß furchtbare Rache |u nehmen.

Wie der Bildhauer Houdon der Guillotine entging Ter berühmte fran»ösiiche Bildhauer HotDonvon dessen Ttnficrbanb bieipcnbc Marnwnigur Voltaires im Fover de Iboatre Francais in Paris geschaffen worden ist. entgmg in der Lchreckensicit, als man nur auf der Liste ber Verdächtigen iU neben brauchte, um sestgenommen und inö befiere ^enfetts bcsöiber! zu werden, wie durch ein Wunder der Guillotme. Er hatte seine Renung einem klugen Jun all des LonveniSmitgliedes Barsre de Brrarac zu verdanken. Aus die ffunbe, da» ihr Gtatte verhaftet iin-rben würbe, eilte Frau Houdon ins Yhmiktuim be-? Inncru m Barste und bat den £dbt«fcn#mann, den man, weil er bic Btu.de trete, für die er sprach, mit blumenreichen Phrasen zu schmucken pflegte, denAnakreon der GnÜlotme" nannte, flehentlich, tbren Mann zu retten. Barsre erwiderte ackielzuckeub, daß er r.ickt wüßte, mit er den >wp, de» auch von ihm geschabten Künstlers vor dem Fallbeil bewahren konnte, da der 'Waler Tavid bet spätere Liebling NapolwnS 1.) fick in den stopf gesetzt babr, alle ÄunfÜer. bte stärkere künstlerische Wirkungen erzielten als er, aut oer Welt zu schonen: -^rotb aber fn int stonvent so mächtig, daß kein Maler.und kein Bild­hauer mehr seine- Sopfes iiOjcv wäre, brau voudon, die m größter Bc ureulung wat, wolttc sich ickon enneruen, aU Bar-re ne fragte, an ivas für einem Werk rdr Gatte augenblicklich arbeite. Es ist ein allegorisches Werk," eNorberte sie;der Wlauhe, der über bie Lehre non Gott ludtxmft."Unb nne ist das barflcftellt4ine Frau b'traditet imnenb eine Papierrolle 3ft bie Frau schön?" .Sehr schön!"Dann ist Ihr Warm gerettet: ich habe aber feine Zeit, Ihnen das -u erklären, ba uh nt oie Versammlung eilen muh.' Erne stunde später trat Baröre im üonvent aus bie Rcdnerbühne unb tagte:Mit be­sonderer Freude teile ick den Vertretern des Balkes mit, daß ein großer Aünftler, der in der ganzen Welt berühmt ist, der Bürger Houdon, ein von den lautersten Burgergesiihlen cui- gegcbenes Werl beendigt hat unb dieses Werk der Nanonolver* '..Himlung -um Geschenk macht: es stellt die Frechen ^tc U>er bie Konstitution nachdenkt " Stürmischer Beifall folgte diesen Worten, und man beschloß, dem Bürger Houdon sofort den Tank der Versammlung ouszuiprechen. So liegtc der große Bildhauer über den Neid des Moll egen Tavid. (Nach einer ander en v ers w n sott Baröre die Statue als eine Darstellung der Philosophie bezeichnet haben.)

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wirken würde. _ B «.

* Liebesabenteuer an Bord eines Ejean* dampf ers. Auf Ellis Island, wo die Einwanderer landen, um die Erledigung der Zulassungsiormalitäten abzuwarten, wurde in diesen Tagen cm Ehebund geschlossen, bet eure vttzwrckte Liebes­geschichte zum vorläufiacn Abschluß bringt, dre an 5ort) be deutschen TampfersPräsident Grant" roabrenb der UcbcrtahTt abibidte. Ter Held her Geschichte, ein gewisser Luy, dem Fräu­lein Claßtann angetraut wurde, war Pasiagicr -werter Mlahc und suchte sich die Langeweile der Fahrt durch cm Liebesgeländel -u kürzen, an dem besagte- Fräulem Elaßtann unb eine liebenswür­dige Hamburger Witwe zu gleichen Teilen beteiligt roaren. -taa unterhaltsame Tovpelspiel konnte ohne bic Befürchtung unlieb­samer Zwischenfälle umso vergnüglicheren Fortgang nehmen, als die beiden Rivalinnen, von denen keine Don_ber Eztstenz der an« bereu wußte, sich niemals auf dem den Schauplatz des Ereig­nisses bildenden Teck trafen, alldieweil die Witwe bis zum ^püt« nachmittag schlief unb ent des Abends an Teck lam, wenn Herrn Lußens TageSgeliebte bereits die Äabine ausgesucht hatte, um dort der wohlverdienten Ruhe zu vfleaen. Die Katastrophe trat bet der Ankunft des Dampfers in Neuyork em Tic beiden Tarnen stürzten sich a ttmpo auf ihren Verehrer und hingen |ich rechts und links an seinen Arm Bei der nun lolgcnben Aus* spräche machte jebe der Huldinnen ihr Recht auf den Allembesitz des Mannes energisch geltend, während der wild umworbene Herr Luß sich mit raschem Entschluß für die Jungfrau entldjtcb unb seine Wahl mit bem Hinweis rechtfertigte, datz er der Witwe roabrenb der Reise für 50 Mark Champagner spenbiert hätte, daß dagegen Fräulein Claßtann ihm auch nicht einen Pfennig Unkosten verursacht hätte. Tie reichlich fließenden -tränen der Witwe ließen den hartherzigen Ton Juan ungerührt, der mit seinen beiden Bräuten aul Anordnung des argwöhnisch gewor­denen EmwanderungsinspektorS schließlich -um Zwecke dec Auf* llärung des Lalle» aus Ellis Island interniert wurde. Seim Verhör crtlärte Herr Luß, daß er zu Besuchszwecken nach Amerika gekommen sei und auf dem Schiss durch Zufall die beiden Tarnen leimen gelernt gäbe. Er fand beide sehr anziehend, aber eine Heirat mit dec Witwe sei ihm nie m den Sinn gekommen. Anders lägen bic Tinge bei Fräulein Elaßtann, bie er auch zur Gattin nehmen würde, wenn |ie arm wie eine Kirchenmaus wäre. Wad) diesen Eröffnungen wurde die Trauung unverzüglich vollzogen, und das glückliche Paar zog triumphierend von bannen. Tic schmählich zurückgelassene Wittib aber rauste sich verzweifclnb das Haar, unb sie hatte zu dieser SdMerzensaußerung um |o eher Grund, als bic Emivandcrungsbehörde im Hinblick auf ihre Mtttel- longlcit drohi-, sic nach Europa zurückzuschicken. Zum äußersten

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9 lKn(,örtnilnJ 22. November 1888 -

1 schreibt uns: Tie M- 11 darauf aufmerksam ae- ^en her Mitgliedsbeitrag e der Monnementskarlen ' durch die Mitteldeutschk

Der Vorstand hat, ihm eine neue Abonnement».

jedoch die Preise zu tr- izerte zu den bisherigen , 15 Mk.); Serie II: für Künstler- -- < .«sonzerle f.); .Serie III: für drei den ersten Pla^i. la- irten für einzelne Äon-

ba§ Konzert der Ski?

obe iiidjt zur Berjügne/ ing des Parfival, roe: . Wegen der Kstnsst nit den ersten Mjltr sientlicht werden, gtta« nbetracht der erheblil>en rchester, welche nur W onnements- und Taoer- rriger zu nennen, xt» -lt Herr Challier, 'Jlcutr- Zlane ausliegen unb jrtt erteilt wird.

tfchaftlichen Bin- i 1911/12 an den Imib' nnt Montag den 6. D- liq schriftlich obeimunb- rden Schule zu beroirfen, mb Jahresbericht unent- chte Auskunft eingeholt iqe unb Steueiab- beoeutsame Enticheldung erlassen. Im GegeiW daß die von einem Sani mg-verein des Deutichen Berlin entrichteten $e- b, ba nach den , zweifellos ein klagbar« affigen Leistungen be^ ! Voraussetzung der >

ix das Großherzog- iWß '»eMini- ? »eber.

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(Erdbeben in $üiffrantrcid>.

Paris, 25 Juli. In bet verfloßenen Rächt wurde im dkbiete der Ve st Pyrenäen unb in einem Teile Südwest- fran kreicks ein Erdbeben verspürt, da» sich bis Bordeaux erstreckte und an einigen Crten lebhafte Beunruhigung verur­sachte In Louvie'Juzon iZetertement Nieder-Porenäen) löste ,'ich ein Fctsblock ab und zertrümmerte ein HauS, dessen Bewohner sich wegen des Erdbebens geilüchtet batten.

Kleine Tagerchronik.

Aus Berlin meldet man; Ein in 9)1 a n nbe im ansässiger, bisher sehr angesehener Kaufmann wurde in Bersin, wo hm er sich zur ärztlichen Untersuchung begeben hatte, wegen einer öton- balanärc, in oic Soldaten des Mannheimer Feldartilierie-Regi- ments verwickelt sind, auf ?liwrbming des Staatsanwalt- ver­haftet In einem unveachteten Augenbsick machte der Kauf­mann im Untersuchungsgefängnis seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Tie Untersuchung gegen die übrigen Beteiligten wird sorlgeiuhrt. Ter demiiachst in Mannheim zur B er hand­ln ng kommende Prozeß dürfte einen großen Umfang an­nehmen.

Albert Nauen der frühere Prokurist unb spätere Teilhaber des Bankl>auseS Gebt. Schicki er, ist, wie aus Berlin gemeldet wird, im 72. Lebensjahr nach langer ittanfbeit verstorben.

In der werteren Umgebung Berlin- wurden durch Blitz­schlag fünf Personen getötet

Beim Baden ertranken in Straßburg vier Personen, bar uni er ein Soldat. Alle erlitten im Wasser einen Sonnen­stich unb gingen unter.

Aus verschiedenen Crten Bayern- werden Todesfälle durch H i v s ch l a g gemeldet. In Ansbach kann baß Wasser werk das erforderliche Wasserguantum nicht meist herbei schaff en. Bon einem in München nachts angekommenen Schweine- transport find 60 Tiere infolge bet Hitze verendet.

Tae Fabritciablisicment von umil Moichall in Osterode ist vollständig n i c £> c r g c b r a u n t. Ter Schaden wird, auf über 800000 Mark geschätzt.

Aus Sftcl wird gemeldet: In ihrer Wohnung in der Teich­strabe wurde am Ticiietag früh bie Schneiderin Margarethe Groth mit durchschnittener Kehle auf gefunden Sie konnte noch erlären, daß sie nachts von drei Männern über­satten wurde. Tie Polizei verhaftete den Schneider Seda, der bie Tat aus Eifersucht begangen haben will.

Tic Verhütung von Tarmgarnngen ist ein Haiivtmoment für das Wohlbefinden der ^auglrnge und wird am leichtesten dadurch beiDirti, baß man bei den ersten Anzeichen als Nahrung statt Kuh mild) einige TageMufetc" allem, ohne Busah von Milch gib, Alan verhuiet aui diese Weife sehr oft fchwere Darmkranthetten. hvl11