Ausgabe 
19.12.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Herger Versammlung gemacht habe. Wir erhalten dazu aus Queclborn von Pfarrer Schick folgende Zuschrift:

Ich darf Sie wohl ersuchen, den in dem freisinnigen Äersamm-- lungsbericht auf meine' Kosten gemachten Witz berichtigen zu dürfen. Ich habe durchaus nichtresigniert" von der Wehrkraft des Vaterlandes geforodjen, da ich wirklich niemals der Ansicht war, daß die 50 konservativen Parlamentarier ausreichen würden, um als Soldaten und Offiziere die Grenzen zu beschützen. Aber ich hatte u. a. davon gesprochen, daß die von dem freisinnigen Kan­didaten so bitter bekämpften Konservativen allezeit bedinaungs- los für die Forderungen der Wehrkraft des Reiches zu Wasser und Ku Land eingetreten seien, was man von der Partei des Kandidaten nicht sagen könne. Tie Frage, was werden solle, wenn nach der Zertrümmerung der konservativen Partei etwa die eine Hälfte der Sitze freisinnig und die andere sozialdemokratisch ver­treten sei, liegt doch zu nahe, um sie nicht zu stellen,

Dr. Werner als Kandidat in TarmstadtGroß-Gerau aufgestellt.

Wir lesen imDarmst. Tageblatt":

Eine gut besuchte Vertrauensmänner - Versammlung der deutsch-sozialen und christlich-sozialen Partei die imHessischen Hof" tagte, hat nach eingehender Aussprache über die politische Lage beschlossen, Herrn Oberlehrer Dr. F. Werner in Butzbach als eigenen Kandidaten aufzustellen. Herr Dr. Werner, der auch für Gießen kandidiert, hat die Wahl angenommen. Die Deutsche Reichs- Partei hier hat bereits beschlossen, für diese Kandidatur ein­zutreten. Weitere Unterstützungen stehen in Aussicht, ein Zu­sammenschluß aller Rechtsstehenden ist zu erwarten.

Damit verringert sich die Aussicht Dr. Osanns, in die Stichwahl zu kommen.

Aus Hessen.

Der Laudtagsabgeordnete Zoutz der seine Adresse nicht angegeben hatte unD daher bei der Einladung zur Kammereröfsnung nicht auszuftnden war, hat sich inzwischen gemeldet und auf dem Bureau der Zwecken Kammer selbst vorgestellt.

Ein froher Ereignis in der llronprinzenfamiiie.

Berlin, 19. Dez. Die Kronprinzessin ist heute früh l Uhr von einem aesunden Prin­zen glücklich entbunden woroen.

Die Nachricht wird im deutschen Volke Freude herbei­führen. Wie das Familienglück des Kaisers ungetrübt ist, so herrscht auch in der Kronprinzenfamilie Glück und Har­monie. Der neu geborene Prinz ist das vierte Kind des Paares, das bekanntlich seit dem 6. Juni 1905 vermählt ist. Der erste Sohn, Prinz Wilhelm, wurde am 4. Juli 1906, der zweite, Prinz Louis Ferdinand, am 9. Nov. 1907 und der dritte, Prinz Hubertus, am 30. Sept. 1909 geboren.

Der französische Minifterp asiüenL über das MarEoavkommen-

Paris, 18. Dez. Das Haus ist in Erwartung einer Rede featjlany dicht besetzt. In der Tiplomalenwge sind auch heute Botfchafter Freiherr v. Schön und Tittoni anwesend. Nach einer Begründung durch Berichterstatter Song, ergriff Caillaux un­ter großer Spannung des Hauses das Wort. Er führte u. a. aus: Tre Schiedsgerichtsklausel sei eine wertvolle Friedensbürgschaft, aber das Wesentliche sei die Methode, mit welcher der Vertrag durchgefühtt werde, dieser Vertrag, welcher zwischen zwei großen Volkern abgeschlossen wurde, die fähig feien, einander zu achten und sich zum großen Wohle des Friedens und der Menschheck miteinander zu verständigen. (Lebhafter Beifall bei den Sozia­listen und Radikalen.) Nach einer sehr versöhnlichen Bemer­kung über die Verhandlungen mit Spanien und einem Hin­weis auf die Freundschaft und auf das Bündnis mit Rußland, schloß Caillaux, indem er eine starke Militärmacht als die beste Friedensbürgschaft und die Haltung des ftanzösischen Volkes wah­rend der letzten Monate als ein bewundernswertes und erhebendes Beispiel bezeichnete, seine mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede, welche auf das ganze Haus offenbar einen tiefen Eindruck gemacht hat.

Louis Dubois stellt von neuem die beiden Fragen: Was für ein Protektorat, was für ein Marokko, was man Frankreich biete, fei ein enthauptetes Marokko. England und Spanien hätten viel mehr gewonnen als Frankreich, sowohl in Bezug auf die Gebietsfrage, als in Bezug auf die Kolonisation.

Die Sitzung wurde auf morgen vertagt.

Deutsches Reich.

Ter Kaiser hat am Montag vormittag den Reichs­kanzler empfangen.

Ausland.

or Ter Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika überreichte am Montag dem r u s s i s ch e n M i n i st e r desAeußeruin Petersburg eine Note, mit der n d i g u n g

fchahe, so würde kaum mehr der zehnte Teck von dem gelesen was fetzt gelesen wird, und wir alle wären zehnmal froher und reicher. UnD wenn es dazu führte, daß unsere Bücher nimmer gekauft werden, und wenn das wieder ba&i führte, daß wir Autoren zehnmal weniger schtteben, so wäre das für die Welt durchaus kein Schaden.

*

-- Z" Reichstheater-Konferenz. Nach zwei- tägigen Beratungen hat die im Neichstagsgebäude tageiide Kon- lerenz von Vertretern der Behörden, der Bühnen-Geiiossenschäft, des Buhnenvereins und sonstiger Jnteresseiiteri, die sich mit den ^orbnatungen zur Schaffung eines Reichstheatergesetzes beschäftigte, ihr Ende erreicht. '5>a die Besprechungen gänzlich unverbindlich waren und nur zur Klärung der einzelnen Fragen betragen sollten, wurden feine Beschlüsse gefaßt. ,Die Haupt- abficht der jöonferenz war die, der Regierung einmal Einblick in die einschlägigen Verhältnisse zu geben, damit sie die ihr geworbenen Informationen bei dem Entwurf eines Reichstlwater- gefetzes verwerten könne. Unter den Themen, die zur Beratung standen, handelte es sich, wie bereits mckgeteckt, zunächst um die Frage der Kautionsleistung. Vertreter der Bühnengenossenschaft wie des Luhnenverems stellten sich auf den Standpunkt, daß prinzipiell eine Kaution für den Lhoaterbetrieb gefordert werden müsse, um die Mitglieder sick-er zu stellen. Von den Variete- befitzern wurde eine jkautionsleisttuig avgelehnt, da im Varittö- betriebe das Engagement der Künstler und Mnsllerimien gewöhn­lich nur ans Monate erfolge und diese außerdem durch die hohen Gagen genügend gtt>eck1 seien. Schließlich beschäftigte sich die Mnferenz noch mit ben privatrechtlichen Verhältnissen der Schau- fpieler. Hierunter stet auch die Frage der Sonntagsprobe

den Schaufpielern wurde natürlich der Wunsch laut, daß am Überhaupt keine Proben stattfinden sollten, wenn auch zugegeben wurde, daß fich dieses Ziel wohl niemals ganz er- reuten kaffe. !Die Vertreter der Theater gaben zu, daß das Ziel ^bbenswert sei wiesen aber auf die tatsächlichen Berhältnifse n? m^d)tcn' die Sonntagsprobe völlig fallen £nac& der allgemein herr>ck-cm>en Snft rKnb^eng^fMCrn liefert werden. Von der Genossen- schäft wurde der Borichiag gemacht, in iedem Vertrage eine be­stimmte Summe zu nennen, die die Künstlerin selbst für moderne Ausgaben, die darüber hinauschngen, hatte dann die lT-irenwn zu tragen. Auch der Urlaub erfuhr eine BS erlÄ1191 ,Vür M der Konferenz vorlwgende

des Vertrages von 1832. Gleichzeitig schlägt Ame­rika vor, sofort in Verhandlungen über den Abschluß eines neuen, den gegenwärtigen Interessen der beiden Staaten mehr entsprechenden Handels - und Schiffahrtsvertra­ges einzutreten. Ter alte Vertrag bleibt bis zum 19. Dezember 1912 in Kraft.

Aus Sradt und Land.

Gießen, 19. Dezember 1911.

** Tageskalender für Dienstag, 19. Dez. Stadt­theater:Das Cleine S ch o k o l a d e u m ä d ch e n". Anfang 8 Uhr.

*

** In Audienz empfangen wurden am Sams­tag u. a. Lehrer Vetter von Burggräfenrode und Forst­rat Eulefeld von Lauterbach.

** Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat der durch die Dekanatssynode des Dekanats Zwingenberg für den Rest der 1918 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evang. Pfarrers und Detanckellvertreters Karl Zaubitz zu Bensheim zum Dekan und der für den Rest der im Jahre 1913 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evang. Pfarrers Rud. Eckel zu Lampertheim zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Zwingenberg, sowie der durch die Dekanatssynode des Dekanats Mainz für den Rest der 1913 ablaufenden Wahlperiode vollzo­genen Wahl des evang. Pfarrers Ludw. Berck zu Mainz- Ättrmbach zum Stellvertteter des Dekans des Dekanats Mainz und der durch die Dekanatssynode des Dekanats Büdingen für den Rest der 1913 ablausenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Aug. Schä­fer zu Büdingen zum Stellvertreter des Dekans des De­kanats Büdingen die Bestätigung erteilt.

** Lehrerpersonalien, Ueberrragen wurde den Lehrern Jos. Fink * *n Klein-Krotzenburg und Karl Wag­ner zu Metzlos-Gehaag je eine Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Rüsselsheim.

** Regimentsiubiläum. 'Das Infanterie-Re­giment Kaiser Wilhelm Nr. 116 ersticht uns um Ab- omck folgender Mitteilung: Zahlreiche an das Regim.nt Kaiser- Welhckm Nr. 116 von ehern. Angehörigen des Regiments ge­richtete Anfragen brzügl. Hundertjahrfeier im Sommer 1913 lassen es wünschenswert erscheinen, bekannt zu geven, daß die Vorberei­tungen zu der Feier vom Regiment in die Wege geleitet sind. Ein öffentlicher Aufruf zur Teilnahme an der Feier wird er­folgen, sobald die vorbereitenden Maßnahmen eine feste Form angenommen haben, und namentlich der genaue Zeitpunkt mit Sicherheit festgelegt werden kann.

** Ku nst a us st e l l un g e n. Eine schöne 5Auswahl von Origincck^ichnungen llbbelohdes, z. T. ganz hervorragende Stücke derSchwarz-Weiß-Kunft" sind gegenwärtig in der Ricker- schen Unckersitätsbuchhandluug (E. Legwr) zur allgemeinen Be­sichtigung ausgestellt. Uboelohdes Federiuiist, der auch der dies­jährige Kalender des Gießener Anzeigers entstammt, ist in diesen Blättern schon oft gewürdigt worden. Der Be,uch der Ausftellluig ist frei. Ebendort sind au2) die Originale zu A r m b r u st s An­sichten von Gießen ausgestellt, die z. T. in der bekannten Mappe gesammelt vorliegen. Auch einige andere Bilder desselben Künstlers sind in der Ausstellung vorhanden, u. a. auch das aus der Jugend bekannte Bild: Mein Garten. Es märe zu wünschen, wenn die Originale der hiesigen Straßenbilder unserer Stadt er­halten blieben. Eine Anzahl vorzüglicher Wiedergaben nach Ge­mälden alter und neuerer Meister stellt K. L. Leib aus. Es sind farbige Faksimile-Reproduttionen, die sog. Medici-Drucke, die den Tonivert und die Farbe der Originale mit tadelloser Treue her­vorbringt. 'Tie Bckder sind frei von Raster und Korn, geben jeden Pinselstrich deS Malers wieder und wirten wie Originale. 'Die Auswahl der einzelnen Bilder ist sorgfältig und bedeutend.

** Stadttheater. Es tst gewiß zahlreichen Eltern lieb, ihre Kleinen "kurz vor den Feiertagen auf einige Stunden gut unterbringen zu können und da dürfte die Ausführung des KindermärchensDornröschen" von Görner am nächsten Samstag nachmittag 3hz Uhr wckl- kommene Gelegenheit bieten. Die Aufführung muß diesmal bei Keinen Preisen ftattsinden, da Neuanschaffungen be­sondere Kosten verursachten, doch werden die Besucher auch durch manche Abwechslung überrascht werden, so durch ein Ballet kleiner Kuchenjungen und Schornsteinfeger im zwei­ten Akt. Die Musik zu der Märchenvorstellung wird von der hiesigen Regimentskapekle gestellt.

** Vom Bio gr aph wird uns geschrieben: Das dies­malige Biograph-Programm ist ganz hervorragend. Besonders ist der mit dem gefährlichen TitelGift", gegen die Schundliteratur wirkende Film, sehenswert. Bei diesem großartigen Lichtbild haben sich die ersten Pariser Schauspieler in den Dienst einer guten Sache gestellt. Wenn man bebentt, daß ein solcher Film von Stadt zu Stadt und von Land zu Land reift und von Millionen Menschen besichtigt und inhaltlich ausgenommen wird, so kann man sich wohl kaum ein besseres Kampfmittel gegen die Schundlitteratur vorftellen. Besonders beachtenswert ist, daß hierbei kein trockener Ausstellungsstosf, sondern künstlerisches, an­ziehendes und unterhaltendes Wirken in Frage kommt und un­vergeßlich bleibt. Auch der übrige Teil des Programms ist vor- züglicy zusammengeftcllt, so daß ein Besuch nur empfohlen wer­den kann.

** Verschenktes Dungmittel. Durch die außergewöhnliche Hitze in diesem Jahre war es der Ver­waltung der Kläranlage möglich, schon im August und September etwa 1000 Kubiuuecer Klarbeckenschlamm um­sonst abzugeben. Bei richtiger Verwendung ist dieser Schlamm ein außergewöhnlich wertvolles Dungmittel. Bei eintretendem Frostwetter sind weitere 4 bis oOOO Kubik­meter von dem Dungstoft unentgeltlich an der Kläranlage zu haben; doch würden die Restetianten gut tun, sich jetzt schon schriftlich zu melden, damit sie zur Abnahme Dor- gemerkt werden können.

Landkreis Gießen.

+ Klein-Linden, 18. Dez. Die hiesige6 e im al­beret nigung" veranstaltete am Samstag abend in derDeut­schen Eiche" eine Weihnachtsfeier. Bibliothekar Dr. K o ch - Gießen leitete die Feier ein durch einen stimmungsvollen Vor­trag,Die Geschichte der deutschen Weihnacht". Daran schloß sich ein Weihnacotchpiel,Waldgeister in der heiligen Nackst". Vortrag und Festspiel wurden von der sehr zahlreichen Versamm­lung mit großem Beifall aufgenommen.

= Garb ent eich, 18. Dcz. Wie alljährlich, hielt an leinem gestrigen Slistungstag der hiesige Zweigverein des evan- U®ttschcn Bundes einen Familienabend ab, in dem Pfarrassistent S cho rlcmmer von Gießen wie auch Sonntags zuvor in Hausen einen zeitgemäßen, belehrenden Vortrag über Ehina hielt, der allgemein interessierte. Die vorzüglick-en De- klainationen ver,chiedeii.r Swunuioer der 1. Klage und die freundliche Mitwirkung des Gesangvereins Frohsinn erfreuten bie zahlreiche Versammlung.

~ " dors, 1/. Dez. Nachdem gestern die amt­

liche Revision der von der Firma Gebrüder Link in Grengen a. d. Brenz erbauten n e u e n O r g e l in der evang. Zttrche zu Londorf durch Kirchenmusiimeister Professor Mendel,ohn aus Darmstadt stattgefunden hatte, die ein hervorragend günstiges Ergebnis hatte, wurde heute nach­mittag in einem W e i h e g o 11 e s d i e n st das Werk seinem lirchlichen Zweck übergeben. Die neue Orgel hat zwei Ma­nuale und ein Pedal, zählt 2> Registerzuge, ferner zwei Kopp^lungeii und vier Druckknöpfe, vier feste Kombina­tionen und besitzt insgesamt 1314 tönende .Pfeiftn, ist fo-

Handel.

th. Gewerkschaft riout,e, Brauneisenstein bergwerke. Am 21. ds. Mts. wird außer einer Viertel whrsausbeute von 25 Mk., eine Weihnachtsausbeute von j0 Mk. je Kux zur Verteilung gelangen. Empfänger der Ausbeuta sind die am Tage der Zahlbarkeit des Gew.inns»

mi. i... . i in der Umgebung. Von.der alten

Orgel1 fanden nur das Gehäuse und einige Registe7-Pfeifm Wiederverwendung. Besonders hervorgehoben wurde in dem vorzüglich ausgefallenen Gutachten des Kirchenmusit- Meisters, daß die Orgelbaumeifter nicht nur in jeder Hin- icht den vertraglicheii Verpslichrimgen nachgekommen sind, onderu sogar die beiden Register Prineipal und Gamba, )ie aus oer alten Orgel hätten mit übernommen werden ollen, ohne Mehrforderung neu ausführten. Der als guter Organist bekannte Lehrer Trinkaus, der sich in das neue Werk, dank der übersichtlichen Spieltischeinrichtung rasch eingearbeitet hatte, führte sie in längerem Spiel bei der Einweihung den sehr zahlreich erschienenen Gästen vor. Die Weihnachtsbescherung der Kleinrinderschule sand heute nachmittag in der hiesigen evangelischen Kirche statt.

Kreis Büdingen.

X Nidda, int Dezember. Lebt man auf dem Lande oder in Landstädtchen billiger als in größeren Städten? Diese Frage wird sehr häufig bejaht. Und doch ist das gerade Gegenteil der Fall. Das be­weist die gegenwärtige Zeit. Wir bezahlen in Nidda das Fletsch eben bedeutend Höher als in den Städten. Die Viehpreise und Fleischpreiie stehen in einem reinen Mißver­hältnis. Deshalb entschließen sich aber viele höhere und mittlere Beamte zu Haus chlachtungen. Und wie ist es mit ben Preisen bei Petroleum oder Kolonialwaren? Da ist der Preisunterschied ebenfalls ganz gewaltig. Und doch haben die Kaufleute in größeren Städten ganz andere Aus­gaben an Umlagen, Miete und ähnlichem ccks in kleinen Städten. Gemu,e ist in ticmen Städten raunt zu kaufen; wer da keinen Garten hat, muh daran sparen, während man in größeren Städten ben Wochenmarit hat. Hier hat es jetzt mjofern eine Erleichterung gegeben, als eine Großhand­lung einer anderen Stadt eine Filiale gegründet hat, die großen Msatz hat. Man gönnt dem Verkäufer gern seinen Vorteil aber der Käufer muß auch zu seiner Rech­nung kommen, namentlich der müdere Beamte, dessen Ge­halt gering ist und keine Aussicht hat, zu steigen.

Krris Alsfeld.

w. H o m b erg a. d. O h m, 18. Dez. Donnerstag dieser Woche findet Bürgermeisterwahl in unserem Stäot- chen statt, für die zwei Kandidaten aufgestellt sind.

-j- Ober weibbach, 18. Dez. An der Straße zwi­schen Ober- und Nie-derweidbach sind jetzt bie alten Wild bäume niedergelegt und an deren Stelle O b st b ä u m e an gepflanzt. Für den Wanderer waren allerdings die schatten Ipendeiiben Wlldbäume, besonders an Heißen Tagen, eine große Annehmlichkeit, wenn aber die Obstbäume erst Ertrag liefern, können die Gemeinden Ober- und Nieder-Weidbach die Einnahme gewiß gut gebrauchen.

Kreis Lauterbach.

+ Maar, 18. Dez. Die Kaufleute Moritz'Strauß uno Max Hammerschlag von .Gießen haben hier in der Nähe der Bahn ein Gelände von rund 5000 Quadratmeter er worben. Sie wollen es parzellierdu und mit Arbeiterwohn Häusern bebauen, die sie dann verkaufen wollen. Derartige Hofreiten sind hier in der Gegend um Lauterbach von den zahlreichen Familien, bereit Ernährer in Lauterbach Arbeit haben, sehr gesucht.

Kreis Schotten.

ß. Ulrichstein, 17. Dez. In einem benachbarten Dorfe hatte ein Bauer Mängel bei einem Stück Rindvieb, das mehrmals gerindert hatte und doch nicht trächtig geblieben ist. Dessen Schwiegermutter tarn nun auf folgende Idee: aich toaii- äbbes, sagte sie zu ihm, hock (hole) dir ein Flaschche Franzoseöl und schütt's ihm ann (ein), daas wirkt. Gesagt, getan; aber welch eine Enttäuschung. Kaum hatte man das Del der Kuh einge­schüttet, kurze Zeit darauf ist sie verendet. Der Landwirt hoffte nun bei der Kasse, die in dem Dorfe besteht, den Schaden ersetzt zu bekommen; dies wurde jedoch front Vorstand abge­lehnt mit dem Bemerken, daß er durch sein eigenes Verschulden den Tod des Stück Viehes herbeigeführt hätte.

Kreis Friebberg.

Reichelsheim, 18. Dez. Gestern fand im Gasthofe zur Post eine ordentliche Hauptversammlung ber Molkerei­genossenschaft Reichelsheim statt. Von den 325 Mit­gliedern waren 255 erschienen. Tie Tagesordnung umfaßte fol­gende fünf Punkte: 1. Vorlage des Revisionsberichtes, 2. Mit­teilung über den Geschäftsgang von 1911, 3. Wahl von 5 Vor­standsmitgliedern, 4. Wahl von 5 Aufsichtsratsmilgliedern, 5. An­trag fron 43 Genossen auf Liquidation der Molkereigenossenschaft. Vor Einttitt in die Verhandlung wurde Punkt 5 an die dritte Stelle der Tagesordnung gesetzt. Nach Verlesung des Revisionsbettchls und nach eingehenden Mitteilungen über den Geschäftsgang wurde dem Vorstand Entlaslung erteilt. Zu Punkt 2 wurde noch betanm gegeben, daß Äer Reingewinn in die,em Jahre, trotzdem loenig Milch infolge der herrschenden Futtenwt angeliesert worden wäre, min­destens 10 000 Mark betragen würde. Bei Besprechung des An­trags auf Liquidation ging es ziemlich erregt her. An der auS- gedehicken Aussprache beteiligten sich auch zwei vom Hess, land- wirtschaftlichen Genossenschaftsfrerbande erschienene Herren. Als zur Abstimmung geschritten wurde, sand der Antrag nicht die nötige Mehrheit. Bon nun an glich die Versammlung dem ungarischen Landtage. Nachdem einige Beleidigungen gewechselt worden waren, schloß der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der ruhig und sachlich ge­blieben war, die Versammlung.

Slartendurg und Rheinhessen.

Darmstadt, 18. Dez. Gestern tagte eine zahlreich beschickte Versammlung der S t a a t s d i e n st a s p i r a n t e n des mittleren Finanzsachs, der auch Landtagsabg. Henrich beiwohnte. Es wurde beschlossen, nach Benehmen mit dem Verbände der mittleren Finaitzbeamten, dem die Aspiranten größtenteils angehören, bei der Regierung und den Landständen dahin vorstellig zu werden, daß die bei den heutigen Verhältnissen unzureichenden Vergütungssützc angemessen erhöht werden und bei der in Hessen beispiellos langen Wartezeit nach dem Vorgehen in anderen Staaten Anrechnung von Besoldungsvordienstzett erfolgt.

Hessen-Nassau.

th. Aus dem Biebertal, 18. Dez. Die Gemeinde Fellingshausen, die sich in den letzten Jahren sehr entwickelt hat, ist dazu übergegangen, auch dem Tou­ristenverkehr die Wege zu ebnen. Sie hat die Straße Bieber-Fellingshausen, die vielsacb.von Besuchern des Duns- bergs benutzt wird, gründlich in den Stand setzen lassen. Die Gemeinde Rodherm läßt jetzt an der Strape Rodyeirn Fellingsh-ausen die sogenamtte alte Tränke auf­füllen und zu einem F e st p l a tz e b n e n. Das gewonnene Gelände, das nach Süden zu sehr geschützt gelegen ist, soll mit Obstbäumen bepflanzt toerben, um eine Rente zu er­zielen. ,

Versicherung.

I Möbelfabrik, G. m. I bat die handelskair I bie Beibehaltung i die Erhebung der I Irankenkassen befüu 4. Reichsbc Grohh. Staatsmini i|t die handelskanil UiWandlung der torstellig geworden hat sich die Leitung des derrn Reichs! Nebenstelle nach A Gießen gemachten die Stadtverordne^

.«.'S

Cjitl "

W sSs WPllegegcseö M E ÄussMngsan uner einhe^An SeS geben haben, uberia seinen Abichmüedi Beratung und W anträgen, * ber W. San« 9 Abander gesctzcs. Die Gr geschlagen, tm Artz gehende Bestimmung lammermitglicber a ber Beüragspsücht lie handelskammei mil sie denselben ' Ansicht seiner Ml ngteiten entgegen^- 3. Einziehi

Horde in eine Rei

5. Amtlich n is. Es ist schon rftrnsprechleilnehm I »/rem (jmiiien Ne ioe

im 70.

Giessen

^Sc