Ausgabe 
20.2.1911 Erstes Blatt
 
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Bestbewährte

70% Stromersparnis Grand Prix Brüssel 1910 Dnrch die Elektrizitätswerke und Installation®- gescbOfle zu beziehen.

Aoenlesellschaft, Berlin 0.17

Maurermeister Wilh. Harbach III. wurde zum ersten Vorsitzenden,

Reiskirche». 19. Febr.

Eine richtige UnglückS>

usw.

übertreten. Da Herr Buff dadurch verhindert ist, in die Ortsgewerbevereins hin. ' Kommission für bic Umarbeitung des Strafgesetzbuches weiter*018 eryuterMaHm" Heß

* I m Kampfe mit Wilddieben. Aus Düb e- ritz wird gemeldet: Auf der Döberitzcr Heide sand am Samstag zwischen drei Wilddieben und dem Gefreiten Brandt von der 3. Kompagnie des Gardeschützen-Batail­lons ein blutiger Kampf statt. Brandt überraschte die drei Wilderer als sie ein R c h beiseite brachten. Er erhielt v ier ^lebensgefährliche Schutzverletzungen und wurdc dem Lpandauer Garnisonlazarett zugeführt. Eine Verfol­gung durch den^ Forstaufseher und Gardejäger blieb er­folglos. Am Samstag wurde in Eich gründ bei Döbe-

nochmals hmgewiesen. Dec Besuch kann um so mehr empfohlen werden als die zur Aufführung gelangende GroteskeMan soll keine Briefe schreiben" einen sehr lustigen Abend verbürgt. Die Franks. Ztg. schrieb s. Z. über die Aufführungen im Kommodienhaus":Unter den Christbaum legte der Weih­nachtsengel Herrn Direktor. Martin em einziges, aber um so wertvolleres Geschenk, ein schönes, großes, lustiges Puppen- spiel, das mit seinen heiteren Personen und seiner grotesken Handlung die Festgäste Herrn Martins riesig vergnügte. Ver­heißungsvoll munter hatten die Verwicklungen im ersten Akt angehoben in einem reizenden Salon mit gutbewegten Gesellschaftsszenen zu lebhafter Spannung waren sie im zweiten Aufzug hinaufgeführt worden dank auch dem Milieu: einer verblüffend echt inszenierten und belebten Ver- brccherspelunke nett wurden sie im dritten Akt in dem

Aus Stadt und Land.

Gießen, 20. Februar 1911.

** Promotionen an der Landesunioersität ^tn Jahre 1910. Es wurden promoviert 2 Lizentiate dec Theologie, 16 Doktoren der Rechtswissenschaft. 50 Doktoren der Medizin, 96 Doktoren der Tierheilkunde und 52 Doktoren der Philosophie. Aus Anlaß des fünfzigjährigen Doktorjubiläums wurde erneuert, das Diplom als Doktor der Rechte: Seiner Exzellenz Demeter Constantin Sturdza aus Bukarest; das Diplom als Doktor der Medizin, dem /Geh. Obermedizinalrat Dr. Karl Neidhart zu Darmstadt, dem iSanitätsrat Dr. Herm. Momberger zu Rödelheim, dem Generaloberarzt a. D. Dr. Mart. Schäfer zu Darmstadt, dem Sanitätsrat Dr. Herrn. Reuß zu Seligenstadt: das Diplom als Doktor der Philosophie dem Professor a. D. Dr. Armin Schäfer zu Darmstadt, dem Gymnasiallehrer i. P., Professor Dr. Karl Oßwald zu Büdingen, dem Professor Dr. Wilh. Körner zu Mailand, dem Schriftsteller Dr. Wilh. Jensen zu München, dem Geh. Legationsrat Dr. Wilh. Cahn zu Berlin.

** In Audienz empfangen wurden am Samstag tz. a. Major MatthieS vom 5. Hessischen Infanterie- Regiment Nr. 168 und Zahnarzt Dr. Koch von Gießen.

Gerichtspersonalien. Der Großherzog hat 4ren Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Ulrichstein Fritz Hanstein zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Gerns­heim ernannt.

Lustjchissahtt.

Versenkbare L u s i s ch i f s h a l l e n" iür mili- lärische Zwecke. Die Einfahrt von Luftschisfeu in die Luft- schiffhallen ist mitunter mit sehr großen Schwierlgtelten verknüpft, da Harfe Winde die Einfahrt sehr erschweren und oft zu Beschä­digungen der Luftschiffe führen. Als einzige Abhilfe dagegen galten bisher .drehbare Lnitschitzhallen", die je nach der Windrichtung gedreht meiDcn können, jo daß die Einfahrt des Luftschiffes m das Tor der Halle mit dein Winde erfolgen kann. Wegen der un­geheuren kosten, die derartige drehbare Hallen verursachen, kommen sie aber sehr selten für private Zwecke und überhaupt nicht für militärische Zwecke in Betracht. Darum ist eine neue Erfindung des Baumeisters Johann E i s e l in Reutlingen von großem In­teresse, die das Prinzip der drehbaren Luftschiffhallen völlig umgeht und trotzdem eine völlig gefahrlose und leichte Ein- und Ausfahrt von Luftschiffen ermöglicht. Baumeister Eisel hat nämlich eint Lustschiffhalle gebaut, bei der die Seitemväilde umgeklappt und flach auf den Boden gelegt werden können. Tie Giebelwände und das Dach lassen sich kulissenartig zusammenschieben und gleichfalls flach auf den Boden hinlegen. Dadurch ist es ermöglicht, daß die Luftschiffe auch bei stärkstem Winde ohne jede Gefahr für die Sicherheit des Luftschiffes und der Luftschiffhalle eingebracht und aussahren können. Bei dieserzusammenlegbaren Luftschiffhalle" tommt noch der Vorteil hinzu, daß das Luftschiff nicht nur von der Seite, sondern auch von oben einsahren fann. Dieser Vorteil ist selbst bei den drehbaren Luftschiffhallen nicht vorhanden, da hier das Luftschiff stets von der deut Winde zugewandten Torjeite ein- fahren muß. Wenn ein Luftschiff in die zusammenlegbare Luftschiff- Halle einfahren will, dann wird in roenigen Almuten durch Rollen iiud Seile die ganze Luftschiffhalle platt auf den Boden gelegt und das Luftschiff steigt ganz einfach wie zu ebener Erde nieder. So­bald es auf den Boden angelangt ist, wird es fest verankert und im Laufe von wenigen Minuten werden dann die Wände der Lustschiffhalle mit Hilfe eines Motors wieder an den Seilrollen in die Höhe gezogen. Tie Ausrichtung des Daches und der Giebel- wände erfolgt durch ein Zahnspangengetriebe. Tas gleiche ge- schiehk, wenn ein Luftschiff bei starkem Winde die Halle verlassen will. Es ist also sowohl die Landung, wie die Ausfahrt bei jeder Windrichtung und von jeder Seite der Halle atis möglich. In mililärischen Kreisen bringt man dieser eigenartigen Erfindung, die sich besonders für Alanöverzwecke hervorragend eignet, das größte Interesse entgegen, und es werden tu kurzer Zeit mit dieser neuen Lustschisshallenkonstruktioii militärische Versuche angefieUt werden, die sich besonders auf das sichere Riederlegen und Ausrichten der Hallenwände erstrecken werden.

, Die Beratungen » Aus d em Kr e i j e F r i eob e r g, 19. Febr. Zahlreiche Alters- und In- &cmeuwen unteres Kreffes^ haben dieser Tage den Anschluß an

Verhörzimmer des Polizetrats zuc Auflösung gebracht" l;._. Das Stadttheater übt offensichtlich auf die Umgebung von Gießen eine immer mehr wachsende Anziehungskraft aus. Das zeigte besonders wieder die gestrige Nachmittags-Vorstellung der trefflichen Schönherr'schen TragödieGlaube und Heimat", die ganz besonders stark von Auswärtigen besitcht war, die mindestens die Hälfte des Publikums stellten. Da Glaube und Heimat" z. Z. in ganz Deutschland das am meisten gegebene Stück ist, laut , Franks. Ztg.- wurde es gestern an etwa einem Drittel aller Bühnen gespielt so käme die Direktion des Stadttheaters sicher den Wünschen vieler auswärtiger Theaterfreunde entgegen, wenn sie dieses Stück noch einmal an einem Sonntag Nachmittag zur Auf­führung bringen würde.

** Dia Eisenbahnverbindung Gießen Knöchelbruch zu. Der Sohn des Fuhrunlecnehmers Biedenkopf wird von der städtischen Vecwattung eifrig PH. Damm brach das Bein beim Stämmeladen, und das betrieben. Ende dieser: Woche trifft ein Eisenbahn-Ingenieur Töchterchen des Christian Möbus I. hackte sich mit dem

T blm ®trCcC begehen und dann mit der Aus. Schiochtbeil es wurde gerade ein Schwer» geschlachtet - arbeitung der Pmne beginnen. den einen Finger saft oollsiond.q ab. 3

Kreis Friedberg.

Eine Wahnsinnstat in Lamernn.

Berlin, 18. Febr. Eine erschütternde Trauerkunde Lu8 Kamerun wird vom stellvertretenden kaiserlichen Gouver­neur durch eine soeben beim Reichskolonialamt eingetroffene Lelegraphische Meldung übermittelt. In Buea am Sitze des Gouvernements hat der in der ersten Dienstperiode stehende Sekretär Korner in einem Anfalle von Geisteskrank- heit den Bezirksleiter Biernatzky und den Sekre­tär Gnieß erschossen, die Sekretäre Nagel und Schnebele leicht verletzt und bann sich selbst er­schossen. Der Verlust von Biernatzky und Gnieß trifft die Kolonialverwaltung um so schwerer, als es sich um Beamte -handelt, die sich in langjährigem Dienst des Schutzgebietes Kamerun besonders bewährt hatten.

, B^irksleiter Biernatzky, geboren 1863 in Neuhofs bei Straßburg l Westpreußen), war bis November 1893 Vizefeldwebel des Infanterieregiments Nr. 30 und kam im Januar 1894 als Polizellneister nach Kamerun. Er wurde später Polizeiinspekrsr 11907 Stationsleller von Ri adel Re y und vor wenigen Wochen LUM Betriebsleiter befördert; er machte eine ungewöhnliche Lauf­bahn durch. Sekretär Gnieß 1878 in Schlitz (Hessen) als Sohn des dortigen gräflichen Oberförsters ge­boren, war Morst hessischer Finanzaspirant und 1903 dr den Koloniäldienft berufen worden. Er war Sekretär zunächst heim Gouvernement, sodann außerdem in Victoria und schließlich einige Dienstperioden in Duala beim Bezirksamt bezio. als stell­vertretender Vorstand des dortigen Hauptmagazins. Der Täter, 1884 in Köln geboren, toar zunächst Gerichtsaktuar, wurde 1908 dem Kolonial insttttU in Hamburg zur Ausblldung überwiesen und im August 3909 beim Gouvernement Buea angestellt.

* Gerichtspersonalicn. Demnächst wird Ober- sprechung mit den Geschäften beauftragte Maurermeister Wilhelm landesgerichtscat Dr. Buff in da§ Reichsgericht in Leipzig Harbach III. deutete mit kurzen Worten auf die Wichtigkeit eine« übertreten. Da Herr Buff dadurch verhindert ist, in die Z^tsgew erbeb meins hin. Nachdem Weißbindermeister Wilhelm Kommission für bic Umarbeitung der Sk°sg°schbuch.r weiter Kto sÄwÄi

mitzuarbeiten, ist an seine Stelle der ^andgertchtsdicektor Dr. der sich 30 der Anwesenden als Mitglieder unterzeichneten. R ü st e c-Darmstadt dorthin berufen worden nach Berlin. Maurermeister Wilh. Harbach III. wurde zum ersten Vorsitzenden, Da diese Arbeit in Berlin VL Jahre dauert, wird an Weißbindermeister Wilh. Größer III. zu dessen Stellvertreter, sXn^^V^e^bCClQnbCS9m^rüt ¥fannm8Uet biC ÄÄTÄ

Slraskalnmcr 1 letten. meister Adam Franz und Malermciiter Adam Schneider als Mst-

Dte Prüfung int Hufbcschlag haben bestanden sitzer gewählt.

und sind demgemäß berechtigt, den Hufbeschlag auszuüben ' 7

Aug. Wilh. Beck aus Nteder-Rosbvch und Nidrtin Schmidt woche war die vergangene Woche für unser Dorf. Der aus Wohnfeld. Landivirt Wilh. Becker zog sich durch einen Fehltritt einen

Die Me h r h e it d e s A u s s chu s s es stand auf dem Stand­punkte, datz der Bund der Militäranwärter mit seinen Forde­rungen über das berechtigte Ziel weit hinausschieße. Es dürfe nicht allem das Interesse der Militäranwärter maßgebend sein, son­dern es müsse auch auf die Bedürfnisse und Interessen der Zivil- Verwaltungen gebührende Rücksicht genommen werden.

Die weiteren Wünsche des Bundes der Militäranwärter gingen dahin, die Pr o b e d r e n st z e i t für die M i l i r a n r- ter zu beseitigen und sie möglich st sofort lebens­länglich an zu stell en. Die rein diätarische Beschäftigung sei nicht gesetzmäßig. Infolge der langen diätarischen Beschäf­tigung erreichten die Militäranwärter das Höchstgehalt der Be­amtenstellen, m die sie einrückten, vielfach überhaupt nicht. Hierzu wurde von der Regierung erklärt, daß einem solchen Ver­langen nur stattgegeben werden könne, wenn alle Militäranwärter zu leber Laufbahn, zu der sie sich meldeten, auch brauchbar feien Dies sei aber leider nicht der Fall. Wenn ein Militäranwärter anstellig sei und den Anforderungen bald entspreche, so sei auch die Probezeit keine allzu lange. Die Behörden müßten es aber jeder­zeit m der Hand haben, die Probezeit nach ihrem Ermessen aus- zudehnen. Eimge Wünsche, betreffs Anrechnung von $6)010^9^ dienstzeit wurden dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesen.

heim, Echzel usw., auch die Landwirte wollen die elektrische Kraft ihrem Berus nutzbar machen. Andere Gemeinden, die sich noch nicht zum Anschluß entschlossen haben, haben vorläufig die kostenlose Durchführung der Leitung durch ihre Gemarkung ge­nehmigt. Leider gibt es auch Gemeinden, die die neuzeitliche &

sich melden, so würden diese Stellen mit Zivilanwärtern besetzt werden. Ern Offenhalten solcher Stellen für Mllitäranwärter sei nicht angängig, weil dies eine nicht zu rechtfertigende Schä­digung der Zivilanwärter bedeute, den unter Umständen auf Vahre hinaus die Aussicht auf Anstellung genommen würde. iDic verbündeten Regierungen seren den Ansprüchen der Militär- wovärter int weitesten Maße entgegengekommen. Die damals verfolgte Neuregelung habe den Militäranwärtern unbestreitbar große Vorteile gebracht, daß das Bestehen von Verstimmungen bezweifelt werden müsse. Der Uebelstand liege vielfach darin, daß die Vereinigung einzelner Beamtengruppen und vor allem deren Lreßorgane, mag auch geschehen sein, was da wolle, neue For­derungen glauben aufstellen zu dürfen. Dadurch würden neue geweckt und ein friedliches Nebencinanderarbeiten von Wllitär- und Zivilanwärtern in bedauerlichster Weise erschwert.

Im Aus s ch u ß wurde darauf hingewiesen, daß es sich nicht leugnen ließe, daß sehr viele Mllitäranwärter Versorgungsstellen erhielten, die ihre Ansprüche nicht befriedigen könnten, so würde ein großer Teil der Landbriefträgerstellen den Militäranwärtern sich häufig infolge mangelhafter Vorbildung nicht für bessere angeboten. Es sei behauptet worden, daß die Mllitäranwärter Stellen eignen. _ Hier müsse Wandel geschaffen werden, indem tor Unterricht für die Unteroffiziere verbessert und den Unter» offijteyen die Möglichkeit gegeben wird, schon während ihrer Mllllärzeit durch Prüfungen ihre Brauchbarkeit für bestimmte Gruppen von Zivilbeamtenstellen nachzuweisen. Dieser Anregung gegenüber wurde von einem Kommissar des Kriegsministeriums bemerkt, daß erst kürzlich die Militärverwaltung den Mili­täranwärterunterricht Weller gefördert habe. Dieser be­ginne für die Unteroffiziere nach vollendetem 9. Dienstjahre und habe den ausgesprochenen Zweck, diese ganz allgemein für den mittleren Beamtendienst heranzubllden. Daß Militäranwärter sich mit Postbotenstellen abfinden lassen müßten, fei ein sehr seltener Ausnahmefall. Es sei vielmehr in der Zioilversorgung ein er­freulicher Umschwung eingetreten. Während noch 1900 nur 2030 Mllitäranwärter mittlere und Kanzlcibeamte, dagegen 3452 Unter­beamte geworden seien, wären 1908 3879 Mllitäranwärter mitt­lere Beamte und nur 2928 Unterbeamte geworden. Hierbei sei »och hervorzuheben, daß ein Teil dieser Unterbeamtenstcllcn, z. B. die der preußischen Zollausseher, die Eingangsstellen für die spätere mittlere Beamtenlaufbahn bildeten.

Der Verein zur Förderung des Hand- werksunterdenJsraeliten hielt gestern nachmittag 1 rm Hotel Central seine Hauptversammlung ab. Nach dem Jahresbericht hat der Verein während seines 21jährigen Bestehens im ganzen 80 junge Israeliten aus Oberhessen und den angrenzenden Gebietsteilen dem Handwerk zuge­führt. Augenblicklich werden aus Vereinsmitteln ein Bäcker, ein Gärtner-, ein Schneiderlehrling und ein Mädchen, das sich als Näherin ausbildet, unterstützt. Der Verein, der über 4000 Mark Vermögen verfügt,'hat 136 Mitglieder; er hat an Unterstützung an jüdische Handwerrerlehrlinge im letzten Jahre 616 Mark verausgabt. In der Versamm­lung wurde zum Ausdruck gebracht, daß der Verein in der Lage ist, weiteren jungen Leuten, die sich dem Handwerk widmen, Unterstützungen zu geben und daß es wünschens­wert sei, wenn die Lehrer in der Provinz die Eltern der Heranwachsenden israelitischen 'Knaben bestimmen würden, diese dem Handwerk zuzuiühren. Der Verein befolgt passende Lehrstellen, zahlt für Lehrlinge Lehrgeld oder be­stimmte jährliche Beträge für deren Unterhalt, vermittelt den ausgelernten Leuten Stellen und sorgt nach jeder Rich­tung für ihr Fortkommen.

** Eine Veteran en-Witwe aus Kloster- Mansfeld am Harz hat sich unter dem Hinweis, sie habe in dem Mansfelder Kreisblatt gelesen, daß die Stadt Gießen an Kriegsteilnehmer mit einem Einlommen von unter 2000 iDiarf einen Ehrensold zahlt, an die hiesige Bürgermeisterei gewendet. Sie schreibt, ihr erster braver Mann sei auch Veteran gewesen, und sie habe den Feldzug als Marketen­derin mitgemacht. Sie lebe heute in bedrängten Verhält­nisfen und bitte um den von der Stadt Gießen ausgesetzten jährlichen Ehrensold. Der Oberbürgermeister, dec der Bitte der alten Kriegstellnehmerin nicht willfahren konnte, hat sie davon verständigt und gleichzeitig aber deren Schreiben an seinen Kollegen nach Mansseld gesendet und gebeten, wenn es nötig erscheine, der Witwe zu helfen.

** Dec Sturm, bei am Samstag und Sonntag hier und in der Umgebung wütete und von liestigen Regen- und Hagel- Ichauern begleitet war, hat soweit sich bis jetzt überblicken läßt, keinen besonderen Sck;aden angerichtet. Das voräberziehenoe Tiefdruckgebiet hat uns zuerst starke Regenfälle und später Schnee gebracht. In den Mittelgebirgen liegt eine geschlossene Neu- Ichneedecke. Schon gestern hat sich zeitweise die Sonne bemerkbar gemacht und heute haben wir unter dem Einfluß eines neuen Hochdrucks wieder heiteres Wetter, das auch jedenfalls von einiger Beständigkeit fein wird.,

Landkreis Gießen.

Lollar, 20. Febr. Wie man uns mitteilt, soll dec Tob des S ch n e i b e r l e h r l i n g S nicht auf Selbstmord zuruck- zuführen, sondern beim Spielen mit einem Revolver durch Unvorsichtigkeit erfolgt sein.

= Großen-Buseck, 18. Febr. Am Freitag sand im AraleZur Germania" eine Versammlung hiesiger Ge- lchastsleute und Gewerbetreibenden zwecks Gründung eines O rts- gewerbevereins statt. Der bereits in einer früheren Be-

er hessische Landesverband des deutschen tz-l o t t env er eins hielt an- Samstag im Baseler Hos zu Franksurt a. M. eine Vorjäanoositzung ab. Di. Z betrafen im wesentlichen die Gründung eines Alters- und In- x;» ; * xrö' -" r c "*Tcw

oalIdenheims für deutsche Seeleute und die im Auslandsdienste My tIÜ L 5 x V C e t2n

Verwendung findenden Teile des ^andde-res hierw fcprJta beschloßen. Lies gilt vor allen Dingen von den Orten der mllt- em- hSUKÄ !,E Mttb-ch. Södel, SerflM Dorh-l-n Asien,

Ziehung, Weroe.arigteit uno vor allem uie Lanücsyaupcver,amm- lung in Hessen für das Jahr 1911. Sie soll aml7.Septem- ?. 5 r u e rstattfüiden. Admiral Lroseiidahl wird voraus­sichtlich einen Vortrag halten. Fahrten an die Wasserkante nach Hamburg, Helgoland und Kiel sollen vorgenommen werden vom 17.28. Jmii imb vom 14.21. Juli.

* 23 o m Stadttheatec wird uns geschrieben: Aus bas morgige Benefiz des Regisseurs Rudolf Goll sei

ri-cytung kurzweg ablehnten.

ötartenburg und Nhcinhcfsen.

rm. Darmstadt, 19. Febr. Im Hause Heidelberger Straße 98 fand man heute früh die 32 Jahre alte Ehefrau des Kaufmanns Ludwig Brack, Melitta geb. Winde, sowie ihr viereinhalb Jahre altes Söhnchen, ein sehr hübsches Kind, in der Küche als Leichen auf. Den Hausbe­wohnern fiel ein starker Gasgeruch auf. Als man auf­sperrte, fand man beide tot vor. Der Körper des Kindes «oll noch nicht ganz ercaltet gewesen sein. Die durch einen benachbarten Arzt angestellten Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg, lieber die Ursache zu der Tat ist noch nichts bekannt, doch hat die Frau in einem ver­schlossenen Kuvert mit der Aufschrift:Mein letzter Wille", wohl darüber Ausschluß gegeben. Die Frau soll schon einige Zeit nervös sein und jetzt erst einen starken Jnfluenzaanfall überstanden haben, der sie 14 Tage an das Bett fesselte. Sie hatte gestern noch den Arzt besucht. Der Ehemann 2)rack ist schon 8 Tage unterwegs und konnte direkt von der schrecklichen Tat feiner Frau nicht benach­richtigt werden. Plötzlich gestorben ist im Alter von 53 Jahren der in weiteren Kreisen bekannte Hofjuwelier G. Wondra, der als Kunstfreund wie als Maler einen guten Namen hatte.

Hessen-Nassau.

w Frankfurt a. M., 20. Februar. Der Direktor der Stadtkämmecei, Löwenstein, dec heute vormittag als Zeuge iu einer Beleidigungsklage geladen war, erlitt vor dem Gerichts­saale einen Schlaganfall; ec war sofort tot.

Airehe und Schule.

Speyer, 19. Febr. Heute vormittag sand im Dome der festlich geschmückten altenBischofsstabt bieFeier berK o n s e k r at i on und Inthronisation des n e u e n B i s ch o i s von Speyer Dr. Faulhaber statt, der die Spitzen der weltlichen Behörden, zahlreiche andere geladene Gäste und die Chargierten katholischer Studeutenkorporation beiwohnten.

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