letzten Jahrzehnts einmal überschritten bzw. erreicht worden. Aber Immerhin war es ein Großhandelspreis derartig, daß auf einen Zentner Eßkartoffeln 3 Mk. kamen. (Abg. Hue: zu 8 Mk. den Zentner? — Dann bestelle ich gleich 20 Zentner!) Ich habe vom vttoßhandclkpreiS gesprochen, nicht vom Kleinhandelspreis. DaS Bild unserer letzten Ernte ist derartig, daß der Winterroggen erheblich quantitativ und qualitativ besser dastcbt als die Ernte dcS vorigen Jahres, daß die Ernte des Winterroggcns in diesem .Jahre beinahe die außerordentlich große Ernte des JahreS 1909 erreicht. Die Gerste erreicht die Ernte des vorigen JahreS annähernd, Hafer bleibt etwas hinter der Ernte des vorigen Jahres zurück, die Kartoffel erheblich. Tie Ernteschätzungen bei Kartoffeln ergeben einen Ertrag von 10,58 Tonnen pro Hektar gegen 14,45 Tonnen im vorigen Jahre. Wir stehen bei der Kartoffel zweifellos vor einem großen Ernteausfall, während wir in bezug auf Brotgetreide eine mittlere Ernte haben.
Wie sicht es nun im Ausland aus? Für uns kommt in erster Reihe Rußland in Frage. Hier liegen mir Schätzungen von 860 russischen Gouvernements vor. Danach hat Rußland große Ausfälle bei Roggen, bei Winterweizcn und bei Sommerweizen, dagegen ein Plus bei Gerste. Tie Maisernte ist in der ganzen Welt eine außergewöhnlich schlechte. In Amerika ist der ErnteauSfall an Mais dieses Jahr auf über das Zehnfache von dem geschätzt worden, was Amerika im vergangenen Jahre an das Ausland abgegeben hat. Andere maisproduzierende Län- der in Südafrika sind kaum in der finge, den Bedarf des Handels zu decken. Tie einzigen Länder, die einen Ueberschuß an Mais abgeben können, sind die D o n a n l ä n d e r. Dort ist für den ganzen Westen Europas ein Quantum von 10 bis 12 Millionen Tonnen verfügbar gegenüber einem Jahresbedarf von Deutschland im Betrage von über 6 Millionen Tonnen, von dem der größere Teil nicht aus den Donauländern, sondern sonst aus Amerika kommt.
Im ganzen ergibt sich, daß kein Anlaß borliegt, einen Mangel an Brotgetreide irgendwie zu konstruieren oder zu befürchten. Im Gegenteil, die Vrotgetreideernte ist ausreichend in der ganzen Welt. Auch das Futtergetreide ist ausreichend. Die Schwierigkeit der Situtation wird dadurch ver- durch den Ausfall an Kartoffeln geschaffen, die zollfrei sind. Die Schwierigkeit der Situation wird dadurch verstärkt, daß dasjenige Futtermittel, das zum Ersatz herangezogen werden könnte, der Mais, eine Ernte in so geringem Umfange hat, daß wir nickt darauf rechnen können, Mais in irgendwelchem nennenswerten Umfange in das Land zu ziehen, das heißt, ein zwar zollpflichtiges Futtermittel kann nur in unzureichendemMaße zu uns kommen, aber nicht infolge deS Zolles, sondern infolge der geringen Ernte. Danach werden Sie mir zugeben, daß die Ur - fache der Schwierigkeiten in keinem direkten Zusammenhangs mit unserer Wirtschaftspolitik steht. Die Fleischpreise werden natürlich durch diese Lage beeinflußt. Aber sie sind nicht besorgniserregend hoch, und es ist keinerlei Anhalt dafür vorhanden, daß diese Fleischpreise — ich spreche immer von den Großhandelspreisen — in einem ursächlichen Zusammenhang mit unserer Zollpolitik stehen. Gemüse ist bei uns knapp, aber auch in den Nachbarländern. Der Großhandel hat hier, wie auch auf anderen Gebieten, seine Pflicht getan. Es ist herangcsckafft worden, waS herangeschafft werden konnte. Aber gegen eine Mißernte im eigenen Lande und gegen eine Mißernte in den übrigen Produktionsgebieten i st kein Kraut gewachsen, und die Folgen dieser Mißernte treten in jedem Lande ein, mag seine Wirtschaftspolitik schutzzöllne- risch oder freihändlerisch sein. (Zustimmung rechts.) Wenn Sie die Preise in den einzelnen Großstädten beobachten, so werden Sie finden, daß im Laufe der Jahre die Preise für wichtige Lebens- . mittel überall gestiegen sind, in Kopenhagen, in London, dort in diesen Ländern des Freihandels, ebenso wie in Wien und Paris. Im Auslande sind sogar die Preise mitunter stärker gestiegen als bei uns. _
Gewiß sind die Zahlen nicht ohne weiteres bergleichbar, aber 'zweifellos steht fest, daß die Preissteigerung eine internationale ist; und der Beweis, daß unsere Wirtschafts. Politik diese internationalen Momente besonders beinflußt hat, ist nicht zu führen. Einen Zusammenhang unserer Wirtschafts. Politik, wie ihn Herr Ocser versucht hat, mit der augenblicklichen Teuerung und aus diesem Teuerungsmoment den Grund herzuleiten zu einem allgemeinen Abbruch unserer Wirtschaftspolitik, das ist unbedingt zu verneinen. Man muß doch fragen, ob denn auch die sonstigen Ereignisse des letzten Jahrzehnts irgend welchen Anhalt dafür bieten, daß unser Wirt- schastsleben ungesund ist und irgendwelchen Beweis für die Be- Häuptling des Herrn Oeser, daß dieses Wirtschaftssystem kritischen Zeiten nicht standhalten könne. Sie werden schwer einen Moment nachweisen, wo sich unsere Wirtschaftspolitik als nicht widerstands
fähig, als bankerott erwiesen hat gegenüber politischen und wirt- schaftlichen Ereignisien. .
Der Staatssekretär hält hierauf unter Vorführung eines reichhaltigen vergleichenden Zahlenmaterials einen Vortrag über die Wirkung unserer Wirtschaftspolitik in der Richtung der wirtschaftlichen Erfolge des Landes. Deutschlands Außenhandel ist in 10 Jahren auf mehr als das Doppelte gestiegen, im Weltmarkt steht Deutschland an der zweiten Stelle und die Steigerung seines Welthandels in den letzten 20 Jahren ist ungleich größer als die des englischen. Für einen Bevölkerungszuwachs von 900000 Köpfen im Jahr ist Arbeit und Nahrunggeschaffen. Gibt da unsere Wirtschaftspolitik Anlaß zur Aende- rung? Der Ertragswert der landwirtschaftlichen Produkte ist ganz außerordentlich quantitativ und qualitativ gestiegen. — Der Staatssekretär gibt die Zahlen, desgleichen für industrielle Rohprodukte usw. In gleichem Sinne erörtert er die Entwicklung der Dividenden, den Stand der Banken, die Betriebsergebnisse der Eisenbahnen und bezieht sich den Sozialdemokraten gegenüber u. a. auf Calwcr.
Ich mußte diese längeren Ausführungen machen, damit man mir nickt vorwirft, daß ich unerwiesene Behauptungen vorbringe. Wenn der Reichskanzler und die anderen Regierungsvertreter hier so eingehend über diese Fragen gesprochen haben, so ist das geschehen aus der Ueberzeugung heraus, daß alle Versuche, unsere bestehende Wirtschaftspolitik als überlebt zu bezeichnen, mit allen Mitteln zurückgewiesen werden müssen, auch im Interesse derjenigen, für die Sie jetzt zur Behebung der Teuerung Maßnahmen verlangen. Denn ich habe die Ueberzeugung, dak gerade die Gesundheit unseres Wirtschaftslebens uns auch die Kraft geben wird, bestehende Schwierigkeiten zu überwinden. Unsere Wirtschaftspolitik kann nicht verantwortlich gemacht werden für die Höhe der Preise, die wir alle beklagen. Auf wirtschaftspolitischem Gebiete können daher auch nicht dje Heilmittel liegen, die man verlangt. (Beifall rechts.)
Preußischer Eisenbahnminister v. Vreitenbach bespricht die Tariffragen. Noch niemals sind auf deutschen Eisenbahnen so umfassende Tarifnachlassungen erfolgt, wie das jetzt zur Hebung der Not geschehen ist. Der Minister weist das zahlenmäßig nach. Die Wirkungen der Tarife auf die Eisenbahneinnahmen werden sehr erheblich fein. Wenn der Landwirt- sckaftsminister 15 Millionen Mark dafür angegeben hat, so ist das außerordentlich niedrig geschäht. Allein an Futtergerste und Mais werden wir einen Ausfall von 9 Millionen Mark haben. Dazu kommen die weiteren Ermäßigungen für Kartoffeln, Gemüse usw. Wir haben zu umfassenden Kartoffelankäufen im Großen angeregt, und haben auch für unsere Beamten billige Kartoffeln besorgt. Wir sind in der Lage, die Kartoffeln in der Rheinprovinz an unsere Beamten zu eimm Preise zu liefern, der nicht höher ist als derjenige, den sie im vorigen Jahre bezahlen mußten. So können die Beamten in Köln z. B. die Kartoffeln für 8,50 M. pro Zentner beziehen. Auch die Selbsthilfe der Kommunen hat auf die Preise mildernd gewirkt. Die Tarifermäßi- gungen sollen natürlich den Verbrauchern zugute kommen, nach- dem den Händlern schon früher int November Ermäßigungen gewährt worden waren, weil wir damals darauf aufmerksam gemacht wurden, den Handel stärker zu beteiligen. Wenn zu einem Teil mit der Auszahlung der Tarifermäßigungen an die Verbraucher zuruckgehalten wird, so entspricht das den Absichten der Tarifermäßigung. Ich hoffe, daß die Verhandlungen in diesem Hause dazu beitragen werden, einen großen Teil der Beschwerden, die erhoben worden sind, zu beseitigen. Ich habe mir aber vorgenommen, für alle Fälle Vorsorge zu treffen und vereint mit den Interessenten der Landwirtschaft und des Handels darüber nachzudenken, wie in Zukunft die ermäßigten Tarife, die dem Verbraucher dienen sollen, auch ausschließlich dem Nutzen des Verbrauchers zugute kommen. (Beifall.)
Ein Antrag Bebel (Soz.), auf Vertagung wird gegen die Linke abgelehnt. . .........
Abg. Dr. Südekum (Soz.)
Trotz seiner vielen Zahlen konnte uisö der Staatssekretär nicht sagen, wie unsere Wirtschaftslage bei einer anderen Wirtschaftspolitik sich gestalten würde. Durch das Loch des Schutzzolles wird die Not deS Volkes nicht gehoben. Das Zentrum schickte zwei Redner vor. Der eine mußte die Großgrundbesitzer im eigenen Lager und die junkerlichen Bundes* genoffen beruhigen, der andere hatte das Populäre zu besorgen. (Sehr gut! links.) Das Mindestmaß an Verständnis für die Not deS Volkes haben die Herren am Regierungötisch gezeigt. Daß trotz der Dürre Nahrungsmittel vorhanden sind, leugnet niemand (Lachen rechts); die billigen Kartoffelpreise, die der Landwirt-
(Ein patentschwindelprozetz.
! Kassel, 25. Oktober?.
Vor der ersten Strafkammer des hiesigen Landgerichts finden «gegenwärtig die Verhandlungen in einem außerordentlich umfangreichen Betrugsprozeß statt gegen den Diplom-Ingenieur Richard Gesse aus Brüssel, den Patentvermittler Rudolf Wggner aus Kassel, den Ingenieur August Mänkes aus Charlottenburg bei Berlin, 'beit Patentagenten Heinrich Brust aus Kassel und die Kaufleute August Wendeberg und Theodor Martens aus Kassel. Die sechs Angeklagten sind beschuldigt, in 66 Fällen die Unerfahrenheit von Patent- und Gebrauchsmusterschutzsuchenden ausgenüht und ihnen über 30 000 Mark in betrügerischer Absicht entlockt zu haben. Der Angeklagte Ingenieur Mankes wird von Justizrat .Dr. Sello (Berlin) verteidigt, während den übrigen Angeklagten !die Rechtsanwälte Dr. Kauffmann, Dr. Müller und Heldmann j(Kassel) zur Seite stehen. Den Vorsitz im Gerichtshof führt Land- jaerichtsdirektor Dr, Waege, die Anklage vertritt Staatsanwalt- 'schaftsrat Bauer, Da die Verhandlungen mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden, sind zu dem Prozeß zwei Ersatzrichter ^ugezogen. Unter den SachveAtändigen befindet sich der Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Patentbureaus Direktor Lehnert (Dresden), der sich jedoch vor Eintritt in die Verhandlung für befangen erklärt, da er schon früher einmal gegen die Angeklagten und ihr Treiben habe Stellung nehmen müssen. Das Gericht erkennt jedoch sein Ablehnungsgesuch nicht als begründet an.
i Bei der Vernehmung der Angeklagten ergibt sich, daß sie ! mehrfach vorbestraft sind, u. a. wegen Wechselfälschung. Ms «Anführer der Angeklagten erscheint der im 36. Lebensjahr stehende, i wegen Betrugs und Wechselfälschung vorbestrafte Angeklagte Patentvermittler Rudolf Wagner, der aus dem Rheinland stammt !und seine technischen Kenntnisse auf dem Technikum Hildburg- : hausen erworben hat. Nachdem ec längere Zeit im Auslande ials Ingenieur tätig gewesen war, begründete er in Kassel ein Patentoermittelungsbureau, für das er nach und nach sämtliche übrigen Angeklagten zur Mitarbeit verpflichtete. Das Geschäft erzielte etwa 36 000 Mk. Einnahmen im Jahr. Der Betrug wird vor allem darin erblickt, daß die Angeklagten gar nicht in der Lage waren, irgendeine Tätigtest im Patentamt zu entfalten. Ganz besonders niederträchtig aber handelten die Angeklagten bcniemgen Erwidern gegenüber, welche sich zu mündlicher Rück- 1 spräche bei ihnen entlauben. Ihnen wurde der Angeklagte Tiplom- Jngenieur Hesse in Brüssel als die Instanz benannt, durch deren Vermittelung das Patent für die Vermittelung im Ausland an- acmeldet werden sollte. Hierfür mußten sich die Erfinder zur Zahlung von Summen in der Höhe von 2000 bis $1000 Mark verpflichten Wegen dieses Veraehens ist in mehreren Fällen gegen die Angeklagten auch noch Anklage auf Wucher erhoben worden.
Reichsgerichtsbrief.
(Nachdruck verboten.) js. Leipzig, Okt. 1911.
D i c eitle Stadt Worms.
Dem Reichsgericht ist unlängst die Frage zur Entscheidung .Unterbreitet worden: Dürfen Gewerbetreibende das '.S t ad t Wappen für ihren Geschäftsbetrieb benutzen? Bei, Erörterung dieser Frage ist gleich zu Anfang darauf hmzuweisen, daß die Rechte an einem Stadtwappeu nicht
mit den Rechten an solchen Wappen übereinstimmen, die von einer Privatperson oder einer Familie geführt werden. Denn ein Wappen, das einer Korporation, einer Stadtgemeinde verliehen worden ist, ist gleichzeittg auch den verschiedenen Mitgliedern der Gemeinde verliehen worden. Tatsächlich werden auch in vielen anderen Städten die Wappen von den Gewerbetreibenden in großem Umfange benutzt, man denke nur an das von den Brauereien ausgebeutete „Münchner Kindl" der Stadt München. Die rechtliche Stütze ihres Anspruchs dürfte die Stadtgemeinde, die den Gebrauch ihres Wappens untersagen will, einzig in dem § 12 des BGB. finden. Denn die etwa in Frage kommenden §§ 823 und 826 des Bürger!. Gesetzt», können solange keine Anwendung finden, als der Nachweis eines Schadens fehlt. Dagegen ist das Wappenrecht mit dem Namensrecht identisch. Die Unterlassung des Gebrauchs eines Namens kann nach § 12 BGB. verlangt werden, wenn das Interesse des Berechtigten dadurch verletzt wird, daß ein anderer dein gleichen Namen unbefugt gebraucht. Ist das in dem nachstehend mitgeteilten Verhältnis der Fall? Das Reichsgericht v e r n e i n t d i e s e Frage, Aus dem Rechtsstreit sind folgende Tatsachen mitzuteilen:
Tie Schuh warenfirmaStrasser U. Lazar inWorms hat auf die Glasscheiben ihrer Schaufenster das Wappen der Stadt Worms malen lassen, auch in die Ladentüre hat sie das Wappen einsetzen lassen. Mit dem Gebrauch des Wappens hat sie ihrer Firma den Namen Wormatia beigelegt. Die Stadt Worms bestreitet der Firma dieses Recht und hat deshalb auf Unterlassung Klage erhoben. Landgericht Mainz und Oberlandesgericht Darmstadt haben die Stadtgemeinde abgewiesen. Zur Begründung führen die Urteile der Vorderrichter aus, daß man ein Wappen anbringe, um auf den Stifter hinzuweisen oder Symbole auszudrücken. Eine Verletzung dieses Rechts sei es nicht, wenn ein Geschäftsmann zur Verschönerung seines Ladens oder zum Vertriebe seiner Ware das Wappen seiner Stadt benutzt. Hier habe der Beklagte nicht beabsichtigt, sich als Eigentümer des Wappens auszugeben, sondern nur durch die Bennung seiner Firma mit dem Namen Wormatia die Beziehung seines Geschäfts zur Stadtgemeinde Worms dartun wollen.
Gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Darmstadt hatte die Stadtgemeinde Worms das Rechtsmittel der Revision ergriffen. Der 4. Zivilsenat des Reichsgerichts hat die Revision zurückgewiesen und das Urteil des Oberlandesgerichts im Ergebnis bestätigt.
vermischtes.
* Grausame Kriegführung. In der „Jugend" ulkt Beda: Die italienisch-türkischen Kriegsmaßnahmen werden immer grauenvoller. So meldet jetzt der „Secolo" aus Kairo, daß die türkischen Hotels und Restaurants sämtliche Makkaroni auf der Speisenkarte gestrichen haben. Italien geriet hierüber in maßlose Wut und warf die Zigaretten und den Tabai türkischer Herkunft in die Abfalltonnen. Die kriegführenden Parteien vergessen in ihren Haßansällen, welch schreckliche Folgen ihr Vorgehen haben wird: Das italienische Jnvasionskorps ist gezwungen, die sonst für die Türkei bestimmten Makkaroni allein zu essen. Was wird die Folge sein? Tie Mannschaften werden in großer Zahl platzen! Statt der türkischen Zigarette rauchen die uaiie- nischen Offiziere und Mannschaften seit kurzem nunmehr iialre- nische Slaatsmonopol-Stinkadoree Ob sie mir den Slmkiateren die Muselmänner in die Flucht jagen oder selbst daran zugrunde
Die heutige
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Abgrund.
Staatssekretär Dr. Delbrück weist den Vorwurf, t-5 Reichskanzler mit einer gewissen Brutalität geredet habe, schieden zurück.
Abg. Dr. Südekum: Ich nehme den Ausdruck zur'V, meine aber, daß der Reichskanzler Lippendienst getrieben hat.
Der Präsident ruft den Abg. Dr. Südekum zur Ordnung.
Weiterberatung: Donnerstag 12 Uhr.
Schluß 7. Uhr.
Die ge!
2ie Italieners ,efien, wollen jetzt TL Deutschland M jetzt durch die Achter habe die na lereh'en verstärkte benutzt und dieses zu innen klaren BeM fisten in der W Politik gegenubn i Haltung der führe, kommen zu dem <- Italien Tripolis b Tunis und Aegypt Frankreich getmben
Es starben an: Zusammen:
Lebensschwäche i (n Lungentuberkulose 2 Hiruhaut-Eutzünduna 1 (1) Tarmkatarrh ' j enigekl. Bruch j m Blinddarmentzündung 1 m Krebs y
Verbrennung j M Basedoiv'fcheKrankhcit 1 1) Gallenblaseuleideu i
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schaftSminister genannt hat, gelten nur am ProduktionSort unb' für unsortierte Ware. (Abg. v. Brockhauscn. Kons.: Auch bei mir können Sie sie für 2,80 Mk. haben. — Heiterkeit.) Erst in der Sterbestatistik späterhin werden wir die Wirkung der Teuerung klar erkennen. (Ruse Ohal Ohal rechts und im Zcntr.) .
Die Hauptaufgabe des RcichLgesundheitSamtcS muß sein, die Versorgung des Volkes mit Nahrungsmitteln dauernd zu beobachten. Tie Regierung sagt: Aufhebung der Futtermittelzölle nützt nichts. Ick habe mehr Vertrauen zu Sachverständigen wie Dr. Heim, die diese Aufhebung fordern. Es handelt sich nicht um eine Parteifrage, die Linke bis zur Mitte ist hier einig. Graf Kanitz erinnerte daran, daß die französischen Sozialdemokraten für die Schutzzölle, sogar für Kartoffelzölle gestimmt hätten. Gewißl Aber in Frankreich, das genngenb Brotgetreide int Lande hat, haben die Zölle eine ganz andere Bedeutung. In Frankreich haben wir eine andere Vesitzverteilung. Frankreich hat k e i n e I u n k er. (Ahal und Gelackter rechts.) . tv r a n I • reich hat keine Junkerherrschaft! Ick erinnere an das, wa§ der Abg. Semler hier in seiner Wut nach Zertrümmerung des Bülow-Blocks ausgeplaudert hat, daß Graf Posadowsky ihm mit Bezug auf die Liebesgabe gesagt hat: Die Liebesgabe brauchen die Großgrundbesitzer für th re Sohne, die Leutnanls und Referendare, 'Hort! Hört! links) So etwas gibt es in Frankreich nicht. Do" der Agrarschutz ein Baucrnschutz. Im übrigen muiyte ich Graf Kanitz Mitteilen, daß in der französischen Tevutierten- fammer auch immer ein Herr ähnlich wie Graf Kanitz sagt: Seht, so machen es die deutschen Sozialdemokraten, das sind wenigstens Kerle! .(Heiterkeit.) (Zuruf rechts: In Frankreich flt auch ferne Einkommensteuer!) Nein! Ta können wenigstens die reichen Leute nicht die Einkommensteuer hinterzieh-n. (Große Heiterkeit.)
Nicht ein Sozialdemokrat, sondern der Kaiser hat gesagt, daß die agrarische Schutzzollgesetzgebung d e r organt- fierte Brotwucher ist. (Hört! hört! und Unruhe rech.s.) Darüber kommen Sie nicht hinweg! Wo ist denn das Geld, das der Neichskasse durch die Einfuhrscheine entzogen ts . 'W Heine (Soz.): Trüben auf der Rechten!) Ja, es ist tn den unergründlichen Taschen der Großgrundbesitzer verscqw'mden. (Lachen rechts.) Die Folgen werden Sie am 1. Januar spüren! Der Reichskanzler ist der Gefangene der Junker! Ohne die Liebesgaben wären wir niemals m diese heillose Schiildenwirtschaft hineingeraten. (Der Abg. N e h b e l (Kons.): Das ist Unsinn!) Sie sind ja selbst em Liebesgaben- empfanget! Ist der Zeitpunkt zur Aufhebung des provisorischen § 12 des Fleischbeschaugesehes noch nicht gekommen? D,e Re- gierung hat sich darüber in allen ihren Organen und allen Spracken ausgeschwiegen. In der amtlichen Denkschrift :: irr die Teuerung ein A k t a u s g l e i ch e n d e r Gerechtigkeit genannt. (Hört! Hört! und Unruhe, Rufe: Wo steht das?) Der das geschrieben hat, ist wohl christgläubig. Aber er hat sich einer Blasphemie schuldig gemacht. Wir erwarten von diesem Reichstag nichts. Aber wir werden diese agrarische Mehr- heit nm 12. Januar dezimieren. (Beifall links.)
Wir legen keine Lanze für das Gramer tum em Wir wollen ja gerade mit unseren Konsumvereinen das parasitische Zwischenhändlertum ausschalten. Dabei begegnen wir ja aU’* Ihrem Widerstände. In Dresden verlangt man von den Straßenfegern die eidesstattliche Versicherung, daß sie keinem Konsumverein angehören. (Hört! Hört!) Der Zwischenhandel trägt nicht allein die Schuld. Die Teuerung der Wohnungen trägt mit bei zur allgemeinen Teuerung. Wenn so viel Leute wie in dem reichen Berlin noch in Kellern hausen müßen, so hat dieses Land, in dem das möglich ist, keinen Anspruch auf die Bezeichnung „Kulturstaat". Die herrschenden Parteien haben, ihre Pflickt vernachlässigt, sie müssen abtreten! Jetzt wende ich mich dem Stuhl zu, auf dem der Reichskanzler sitzen könnte. (Heiterkeit.) Der Reichskanzler hat eine Wahlrede gehalten. DaS ist schließlich fein Recht. Aber er hatte nicht ein einziges Wort des Mitleids mit den notleidenden Klaffen. Eine Brutalität
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klang aus seinen Worten heraus. (Unruhe.) Gewiß, wir T'aben die Verelendungstheorie aufgegeben. ES wäre aber auch schlimm genug, wenn es unserer zähen Arbeit nicht gelungen wäre, die Lage der Arbeiter zu verbessern. Aber der Aufstieg reicht au8. Ein großer Teil des Volks steht oauernd
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gehen werden, weiß nur Allah. Wie wir hören, haben die europänchen Mächte gegen diese unerhörten Grausamkeiten energischen Protest erhoben!
* D a s G e f,ä n gnissystemimLonvre. Der neue Herr des Louvre, Puwlet der dort als stellvertretender Direktor mit den blsherrgen Mißständen ausräumen soll, hat viel zu tun um Mittel zu ersinnen, die einen Diebstahl wie den der Mona'Lisa unmöglich machen. Wie der Figaro mitteilt, beabsichtigt er nun, alle ^Gema-de des Louvre an Einern System von Eisenstangen zu bie Diebe nicht von ihrem Platz entfernen können. Die ^.achter aber werden sie dank einer ingeniösen Emrichtung so leichr hcrunternehmen können, wie bisher die Dl/be. seine Ideen hat der Louvre-Direktor denjenigen Instituten entlehnt, denen an ernem sicheren Verschluß naturgemäß am meisten ge egen .sein muß: den Gefangmisen. Er hat das Pariser Zellen- gesangms besucht und hier einen Mechanismus bewundctt der einem Wachrer erlaubt, des abends mit einem einzigen Griff alle fl)m anoertrauten Zetten doppelt abzuschließen. Am Morgen kann er sie ebenlo leicht wieder öffnen. Pujalet bat den Schlossir- meister der Banque de France, der hier alle Sicherheitsvorricb- tungen ansertigt emen M. Rozier, damit beauftragt,^^ein^System zum Aufhangen der Bilder auszuarbeiten, nach dem die G^mä d^ ganz so abgeschlossen werden können, wie die Zellen Da der unter seinen Häftlingen die Rembrandts am höchsten
. * Thea t er. Herr (ärgerlich): „Werden Sie denn nickt endllch Jhren großen Hut absetzen, Fräuleins ~
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grausam fein, un/einen Aal iTbenl'^bjieS man locmierft du deine Kunden »L«'Ä!, che'
8)5 st^berstcht der Todesfälle i. d. Stadt slekiei!.
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