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15.12.1911 Drittes Blatt
 
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Et. 295

Drittes Blatt (6(. Jahrgang

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Srcltag, 15. Dezember (9(1

ftotanoiisbnicf und Verlag der Br üblichen Untveriuät» - Buch- und SietnbrudereL 9L Lange. Lieven.

ffebflfhon. Eroeditiou und Tnicferet: 6*ul- (traue 7. Eroed non und Verlag: e=JWbl. StrDaftion: e*N 118. Lel.-Äbr^'.'lnzeigerchieven,

(Eine Sparanflalt für vkutfchlanv.

DerSkrbanb der Rabattsparvereine DeutffhlandS" schreibt unS:

Erwerb Srabattgesellschaften sind solche Grün- tzungcn. deren Zweck eS ist, auS der Rabattsachc für sich selbst Ctc tninn zu erzielen. «Sie sind nicht zu verwechseln mit den gemein­nützigen Rabattsparvereinen, welche b,c ihnen ange- -örenden Tctail tauft culc einigen, sie zu nn'dwftlidjcr Unterteil verpflichten und ferner durch mündelsichere Einlage der Nibrlt- | morfenbtvolö das Vertrauen der taufeu-xu Bevölkerung sich zu erhalten suchen. Ter gemeinnützigen Rabattsparvereinsdewegung ist es gelungen, den Detail handel vor dem Eindringen der Erwerbs- rabatlge>'ellsck)asten in seine Kreise zu bewahren. So ist noch vor |einigen Jahren die mit grobem Kapital gegründete Magdeburger kErwerbsrabattgescllscl^aft niedergegangen. Jetzt tritt unter dem NamenSpa ran statt für Deutschland" ein «euer derartiges Unternehmen hervor, daS n-ach kr Tagespreise übermittelten Prospekten ganz unrichtige Angeccn über die gemeinnützigen Rabattsparvereine macht. Sie sagt, ein Hauptmangel, derbisherigen kleinen dezentralisierten Rabatt- frottier eine" fei ihre lokale Zersplitterung, deren Marken würden »nur einmal im Jahre" eingelöst, sie würden für einen Beimteu, per in eine andere Stadt verletzt würde, wertlos usw. Ten Grün­dern i'dieint nicht bekannt zu sein, baß bereits 400 gemeinnüniae Rabatttparvereine dem Verbände der Rabattsparvereine Ton'.sch lands, Sitz Bremen, mit einer Mitgliederzahl von 65 000 T.-tail- kaufteutrn angehören. Wie daher von einer Dezentralisierung der Vereine geiprodyn werden kann und von ihrer lokalen Zer- Witterung, ist absolut unklar, falsch ist ferner, daß die Rabatt­marken der Rabattsparvereine nur einmal int Jahre eingelost werden. Tic Rabattbeträge kommen im Gegenteil bei fast allen Rabattsparvereinen sofort nach J-üllung des StxirbuchS zur Aus­zahlung. Ter Verband der Rabattsparvereine sorgt ferner dafür, bag niemand, der bei den Mitgliedern seiner Vereine kauft, den Rabatt verliert. Wieder Käufer kann z. B, wenn er etwa auf der Reise in einer anderen Stadt Einkäufe macht, die dort empfangenen Rabattmarken de? 23c r - band-Vereins gegen diejenigen seines Öeimats- or t s e i n t ans ch en. 34 Millionen Mark zahlt der Verband der Kabatrsparvereine Deutscklaicks jährlich an Rabatt in barem Gelde an die barzahlende Kundschaft aus und große Summen werden all­jährlich für gemeinnützige Zwecke verwandt. Es iil also für da- neue ErwerbSrabattunternehinen absolut kein Bedürfnis vorhanden. Ein solches Untcrncbmen kann an der Einigung der Tetrnlkaufleute absolut kein Interesse lsaben, und mich in keiner Weise den Detail- Händlern ein Schutz sein gegenüber ihren n-irtfchastlichen Gegnern, toie eS bezüglich der Kou, umvereine und Warenhäuser in dem Prospekt behauptet wird. Das föniten nur die fest disziplinierten Kabattsparvereine, welche die Mittel haben, ihren auf die Soli Parität gerichteten Willen auch in die Tat umzusetzen. Hieraus ergibt sich auch, disj die kaufende Biwülkerung in dem Wirken der Grnn rbSrabattgesellf chaften keinen luirllidyn Vorteil für sich er- Klicken kann, den ihr die auf reellster Geschäftsart basierende Organi- fetivit der Rabattsparvereine gewährleistet.

dchlachlo eh> unö Aeischbes stau jm Deutzen Reiche.

An» der km 4. B.ettcli-ihrebrftc zur Stauif de» Teilt» ' en Beirtes veröffentlichten ZiilaininenueUnng de» Raiicrl. Staiiftiid) n Amte« der im 8. thertdjabr l^n befdai.ien Sdiladitt ere eigibi "ch, daß der Schlachtvieh- und Fleischbeschau uuterzoaen wuiden:

nn 3. Vierteliahr 1911 lJl i Pferde und andere Emhufer .... 28 461 29657

C(h«cii ......... 13a 15.'7-4

Bullen.......... 1 3 517 127 90j

Hi.bc..........

Jungem ei über drei r t . .

Kalber inner drei Monate all . 1 147 744 1 «'71219 ........

Sckae.......... 7o7 6 6 8u2 :'.91

Zie.ien.......... 47 977 4" 157

Hunde.......... 9.4 1141

Landwirtschaft.

Tie M aßregeln gegen Maul- und fllauen* keuche in Württemberg. Der württembergischc Minister deS Innern v Pischek hat einer Abordnung von Landwirren auS dem Oberland, die ihn um möglichste Linderung der Mast- regeln gegen die Maul- und Klauenseuche und um Aufhebung des Dichrnarkt-VerboteS baten, die Milt ilung gemacht, dast ihm vom Reichskanzler ein Schreiben zugegangen fei, in welchem die Staatsregierungen aufgefordert werden, dahin zu wirken, daß die Seuche in den kommenden Winter-Mo­naten mit allem Nachdruck bekämpft werde, inso­fern die Winter-Monate hierzu die geeignetste Zeit feien, weil man daS Vieh währen'? dieser Zeit in den Stallen behalten kamt. Bezüglich der Abhaltung von Märkten gab der Minister die Erklärung, dast D i e h m ä r k t e nur zugelassen werden können, wenn in einem Umkreis von 12 Kilometern keine Seuchenfälle vorliegen.

£>titiOcL

§ V o m Pelzhandel. £cr russische Pelz ^rkt zeigt infolge de? fluten iBertauie# her londoner und Leivzigei /luktionen eine ftctnciibc Tendenz. Pari» komint iclzi besonders al« Abnediner in Betracht. Einer besonderen Raduroge eiheucu stch 'Jlüradiaiiifdie VainteÜe, Bisam, Alaskn'uchS und Lkunk«. Abgeflaut ist die Nach» fragc nach Zobel, denn tue guten Sorten sind selten und übertrieben teuer. Ter amerikanische Zobel genießt aber nicht die Weit schätzung, wie der sibirische. Ebenso verhält eS sich mit dem lapauischen Zobel. Ehinesischer Steinmarder wird gern gekauft, dagegen ist chinesischer Fuchs lyeruntergegangcn, und nur die Fuchsschwänze haben eine Steigerung von 15 Proz. erfahren. Im wesentlichen ist eine allgemeine Preiserhöhung zu erwarten, iveil die Pelzmode in den dafür maßgebenden Städten, Paris und Wien, Pelzverbrämungen der langen Mäntel, ferner breite Pelzschallragen und große Muffen, sowie auch Pelzhüte vorschreibt. Sind diese Momente bestimmend für die ausgedehntere Pelzver­wendung, so ist es andererseits der geringe Pelzgewinn für die

Preislage. Im sibirischen Gebiet von SunkS »um Bei'piel. wo j»»t die .Hauptsaison für PeUiagd ist, bringen die Jäger nui ganz wenig Beute beim. Sie Nagen über die Abnahme bei Füchse und Marder, wie überhaupt über daS Verschwinden bex Pelztiere infolge der Ausrottung ber Wälder.

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Cingcsan-t.

3 fit Form und Indalt alhi unter o. in Hiibrif stehenden Ärtika übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber (einerlei Verantwortung.)

Zur Feldbereinigung in Birklar.

Tic Feldbereinigung ist sow it beendigt. Ich frage: Ist sie zur Zufriedenheit und .zum Wohle der Gemeinde gestaltet worden? .Mein'" Ucbcrafl Murren und Klagen, daS |id> am meisten wegen de- £id>ct Weges bemerkbar macht. Tort herrschen die schauderhaftesten Zustände Eliva 40 Personen, die täglich diesen Weg rameren müssen, besudeln sich bi-> an die Kniee und durchwaten den grundlosen Boden, ledeu Augenblick in Gefahr laufend, mit dem Schmutz Bekanntschaft zu ntadten. Zum lieber- flust hat ein besonderer Wohltäter noch teilweise seine Ländereien mit Tomen bestecken lassen, wahrscheinlich zur Zierde deS WegeS, ohne dabei daran zu denken, welche« Unheil sie anzurichlen ver­mögen. Ich selbst mußte eine Probe davon kosten, was bei diesem planlosen Weg in der Tunkelheit nicht zu vermeiden ist, Pfau bat den Weg nickt etwa verbessert, sondern erheblick ver­schlechtert. Tie allgemeinen örtlichen Interessen sind überhaupt in den letzten Jahren so gut wie gar nickt vertreten Ich will nur einige Punkte anführen: 1. Mlehnung einer Eisenbahn: 2. Ab« lchnung eine- Telephons, daS später mit doppelten Kosten den« noch angelegt wurde, nur der Bemühung eines Herrn haben wir eS zu verdanken, baß nächsten Sommer die Wasserleitung inS Leben gerufen werden soll. ES wird wohl jeder sagen müssen, daß dies berechtigte Forderungen sind, die keiner langen Er« Wägung bedürfen.

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