sandten in München, der derzeitige Eeianore m .^grtiiuniu, V. Trentler, in.Aussicht genommen. ,
Aus München wird gemeldet: Eine Veriammlnng von Milchproduzicrenden Bauern in 5) olzkrrchen beschlos;, wegen Preisdifferenzen mit den Milchhändlern über München die ALilch sperre -u verhängen. Tie Holzkirchner Bauern liefern 3/io des Milchbedarfs von München.
Au-land.
Aus Ofenpest meldet man: Infolge eines Wortwechsels In der Sitzung des Abgeordnetenhauses fand am Mittwoch vormittag ein Pistolenduell zwischen dem Direktor des ungarischen Korrespondenzbureaus, Tr. Rado, und dem Abgeordneten Suemegi statt. Das Duell verlief bei einmaligem Kugel- wechsel unblutig. Nachdem Suemegi um Verzeihung gebeten hatte, versöhrtten sich die (Gegner. , . 3 . ,
Am gestrigen Jahrestage der Befreiung Roms durch die italienischen Truppen (20. Sept.) fanden im ganzm Königreiche Italien begeisterte Kundgebungen ftqtt. Alle Städte waren geflaggt; es fanden öffentliche Umzüge ;tatt und an den Denkmälern der Helden, die sich um die Unabhängigkeit des Vaterlandes verdient gemacht haben, wurden Kränze niedergelegt und patriotische Reden gehalten.
Die Zarenfamilie ist am Mittwoch nachmittag in Sebastopol eingetroffen.
Von den Wahlen zur, chwedischen Zweiten Kammer, die zum Schlüsse der letzten Sefsion aus 96 Mitgliedern der Rechten, 100 Mitgliedern der Linken und 35 Sozialdemokraten bestand, find folgende Ergebnisse bekannt geworden: Gewählt sind 43 Mitglieder der Rechten, 83. der Linken und 31 Sozialdemokraten.
Deutsche Kolonien»
Zum Ausbau unserer afrikanischen Bahnen ersahren wir aus Berlin, daß die Fortführung der Usambara-Bahn bis zum Viktoriasee und die Verlängerung der Zentralbahn in Ostafrika von Tabora an den Tangannhaien von den zuständigen Stellen im Grundsatz beschlossen ist. Wahrscheinlich wird der Haushalt für 1912 bereits Mittel für die Vorarbeiten auf diesen Strecken fordern.
Arbeiterbewegung.
Berlin- 21. Sept. Mehrere tausend Zigarren- arbeiterund- Sortierer Groß-Berlins waren gestern abend versammelt, um zur Lohnbeweaung Stellung zu nehmen. Es wurde mitgeteilt, daß bisher 110 Firmen mit zusammen 200 Arbeitgebern die aufgestellten Forderungen bewllligt haben.
Dar Manöver Oes 18. llrmeelorps.
F. C. Dauborn-Eufingen, Hauptquartier, 19. Sept.
Unter Leitung des kommandierenden Generals v. Eichhorn nahmen am 18. September die Manöver des 18. Korps ihren Anfang, die sich zwischen Ems und Aar abspielen. Es. ist angenommen, daß blaue Kräfte (25. Division) den Rhein zwischen Koblenz und Boppard überschritten haben und gegen Frankfurt a. M. oder Mainz vorzustoßen beabsichtigen. Von Frankfurt a. M. aus wird rasch ein Korps (rot), 21. Tivision, entgegengeschickt mit dem Auftrage, Blau den Austtitt aus dem ! Gebirge in das offene Gelände südlich der Lahn bei Diez oder Limburg zu wehren. Die Kavallerie unter dem Brigade-Kommandeur Oberst Frhr. v. Wechmar, wird voraus geschickt, um .möglichst bis an "die Aar vorzudringen, ehe Blau diesen wichtigen Abschnitt erreicht. Zu dieser Aufgabe wird die 21. Kavallerie-Brigade um das Dragoner-Regiment 23 verstärkt. Die rote Division, die gestern bei Kelkheim aufgebrochen, in der Richtung auf Esch marschiert, hatte Offtzierspatrouillen der 6. Ulanen gegen die Aar vorgetrieben, die 6 Uhr nachmittags die Aar südlich Langenschwalbach überschritten und hier auf feindliche Jnfanterie-Pattoulllen stießen, die sie zum Rückzug nötigten. Die blaue Division war von Nastätten aus auf Langenschwalbach marschiert und hatte durch das Regiment 116 die Uebergänze der Aür von Langenschwalbach bis hinab nach Hahnstätten besetzen lassen. Sie selbst bezog Biwaks in der Linie Lindschied—Langens chwalbach—Aettenhain—Bleidenstadt—Wehen, „Rot" in der Linie Erbach—Camberg—Wirges—Wallrabenstein. Heute früh 61/2 Uhr brach die blaue Division vom Sammelpunkt bei Bleidenstadt auf und marschierte über Born—Stecken- roth^—Niederlibbach auf Limbach zu. Der rote Gegner hatte seine Truppen bei Beuerbach zusammengezogen und war in der Richtung auf Daisbach marschiert. Als die 21. Kavallerie-Brigade Daisbach erreicht hatte, wurde gemeldet, daß „blau" mit seinen Hauptkrästen auf Limbach vorrückte, infolgedessen die vorgeschobene Kavallerie-Brigade nach Nordosten auf Panrod ausbog und die Infanterie ebenfalls eine Halbrechtsschwenkung unternahm. Die 21. Tivision war demnach an der Töte der 25. Division gerade vorbeigerückt. Eine leichte Feldhaubitzen-Batterie nahm Stellung südöstlich von Panrod und beschoß auf 4000 Meter den anrüdenben blauen Gegner. Zu gleicher Zeit wurde ein Zweidecker beschossen und genötigt, niederzugehen. Im Gleitflug landete Leutnant Hidessen, der Führer des Fahrzeuges, glatt. Um 6 Uhr nachmittags wurde ihm gestattet, den Flug nach Diez weiter fortzusetzen. Die blaue Artillerie rückte sofort an der Straße Wiesbaden—Kirberg südlich der Hühnerkirche in Feuerstellung und nötigte „rot" zum Aufgeben der eingenommenen Stellung. „Rot" zog durch den Wald östlich Panrod nach Norden auf Ketternschwalbach—Kirberg ab, gefolgt von „blau". AM Hülmerberg wurden die Truppen von „blau" gesammelt Und setzten auf der .Straße nach Kirberg den Vormarsch fort, an der Spitze das Regiment 116. Mittlerweile war es 3 Uhr geworden. Die blaue Division bezog Biwaks südlich von Kirberg, Vorposten II. 116. Tie rote Division bcwakierte in der Linie Niederbrechen—Oberbrechen, Vorposten I. 80. Die Truppen plieben die Nacht über gefechtsbereit.
Aus Statt und Land.
Gießen, 21. September 1911.
** Die Verkehrs-Einnahmen aus dem Per- on en- und Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung: für die Eisenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. M. und Mainz: im Juli 1911 12819 000 Mk. oder gegen das Vorfahr mehr 278 000 Mk. ---- 2,22 Proz., in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 48 056 000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 1037 000 Mk. = 2,20 Proz.; für die Preußisch.Hessische Eisenbahngemeinschaft: im Juli 1911 187 331 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 9 948 000 Mk. = 5,60 Proz., in der Zeit vom Beginn deS RechnungSjuhreS 710 996 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 47 179 000 Mk. = 7,11 Proz.
•• Ordensverleihung. Der König von Preußen hat auS Anlaß der diesjährigen großen Herbstübungen dem Erbprinzen zu Psenburg und Büdingen»Wächtersbach im Regiment der GardeS-du-Corps den Kronenorden vierter Klasse verliehen.
Erledigt ist die Stelle des Bezirkssteuer- aufseherS zu Vilbel.
** Die Weinkontr olle in Hessen. Dem Verband rheinischer Weinhändler ist von der Regierung eine Uebersicht über die Tätigkeit der Sachverständigen für Weinkontrolle für die Zeit vom 1. April 1910 bis 31. März 1911 zur Verfügung gestellt worden. Nach dem Bericht wurden in der angegebenen Zeit in 955 Betrieben von Produzenten und 974 Betrieben von Weinhändlern revidiert. Tie Zahl der entnommenen Proben betrug bei Produzenten 9484 und bei Weinhändlern 2145. Von diesen
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beanstandet. Tie Untersuchung gab Veranlassung zur Anzeige bei Weinproduzenten in 23, bei Weinhändlern in 11 Fällen. Nicht infolge direkter Kelleruntersnchungen wurden außerdem 31 Anzeigen gegen Produzenten und 9 Anzeigen gegen Weinhändler erstattet. Im ganzen wurden 23 Produzenten und Händler verurtellt und 6 frei« gesprochen; in einem Falle wurde das Verfahren eingestellt, in 7 Fällen ist es noch anhängig und in einem Falle ist das Ergebnis noch unbekannt. Tas Ergebnis war also folgendes: Von 11926 durch die Kontrolleure bei Weinproduzenten und Weinhändlern entnommenen Proben wurden im ganzen 168 (gleich 1,4 Prozent) beanstandet; von den 168 beanstandeten Proben gaben 34 (gleich 20,2 Prozent) Veranlassung zur Anzeige, und von sämtlichen zur Anzeige gebrachten 74 Fällen erfolgte die Verurteilung in 23 Fällen (gleich 31,1 Prozent).
8. Dckanatssyn 0 de. Tie Synode des Dekanats Gießen wurde am Mittwoch vormittag im Kvnsirmandensaal der Johannes- kirche hier mit einer von Pfarrer Barth-Großen-Buseck gehaltenen Andacht, die sich an Phil. 1, V, 3 anschloß, cingeleitet. Hierauf eröffnete Dekan Strack- Lich die Verhandlungen mit Begrüßung der Anwesenden, besonders der neu eingetretenen. Dabei wurde auch in der üblichen Weise der seit der letzten Synode verstorbenen Mitglieder gedacht. Ter Beichefl» des Oberkonsistoriums auf die Beschlüsse der vorjährigen Synode lautet zustimmend. Darauf wird der den Synodalen gedruckt zugegangene Jahresbericht über die Tätigkeit des Dekanatsauslchusses für 1910 kurz besprochen. Wir entnehmen dem Bericht folgende Angaben. Die Anzahl der Geistlichen hat sich durch Anstellung eines Assistenten in Lollar um einen vermehrt, die Seelenzahl der 20 Pfarreien beträgt 60 732; von der Landeskirche leben getrennt 183 Personen. Die Gottesdienste wurden von ungefähr 23 Prozent der Erwachsenen und 18 Prozent der Kinder besucht. Am heiligen Abendmahl nahmen 99 Prozent der Erwachsenen teil; sowohl hier wie beim Kirchenbesuch ist eine kleme Zunahme zu verzeichnen. In Bezug auf Sittlichkeit, Sonntagsheiligung und Katechismuslehre ist der sich steigernde Wirtshausbesuch der Jugend beiderlei Geschlechts, besonders an Samstag und Sonntag Abenden als ein schwerer Schaden am Volkskörper zu betragen. An der Entfremdung der Jugend vom Gottesdienst helfen bedauerlicherweise auch die Turnvereine dadurch mit, daß sie ihre Hebungen und Feste bereits am Sonntag vormittag abhalten. Christliche Eltern sollten ihren Söhnen den Besuch der Turnstunde am Sonntag vormittag einfach verbieten, bann würden die Leiter der Turnvereine schon auf das religiöse und kirchliche Gefühl der Gemeinden Rücksicht nehmen! Von 24 Mischehen sind 19 evangelisch getraut worden. Die Sekten machen sich wenig bemerkbar: das Interesse dafür scheint auf dein Lande mit Recht allmählich abzuflauen. An Liebesgaben gingen 55 842 Mark ein. Heber den Staub des Fürsorgeerziehungswesens im Dekanat berichtet sodann Pfirrer Groth- Rödgen. Ihm scheint, daß die staatlichen und kommunalen Behörden des Kreises Gießen wenig Wert aut die Mithilfe des Tekanatserziehungsvereins legten. Tas beweise u. a. auch der geringe, 25 Mark betragende Beittag des Kreises zu den Auslagen, welche der Verein in Sachen der zu beaufjichttgenden Fürsorgezöglinge aufzuwenden habe. Er bittet uni mehr Mithilfe durch die Geistlichen. In Bezug auf die Kolportage guter Bücher macht er den Vorschlag, die Kolportage eingehender betreiben zu lassen. Weiter empfiehlt er, die Gründung von Frauenvereinen auf dem Lande, den Anschlüßen die im Fluß befindliche Antialkoholbewegung u. a. Heber die Förderungen der Bestrebungen der äußeren Mission im Dekanat berichtete Pjarrer Gu ßm ann-Kirchberg. Es wurden 5 Missionsseste im Dekanat gefeiert, zu Lang-Göns, Kirchberg, Treis a. L., Klein- Linden und Hausen. Missionssammelpereine bestehen in nur zehn Gemeinden. Tie Gaben für die Mission haben sich auf dem seitherigen Stand erhalten. Hierauf berichtete Pfarrer Gombel- Reiskirchen über die Gustav-Wolf-Vereins-Arbeit. Er bittet, die Jahresfeste möglichst auch in den kleinsten Gemeinden abzuhalten, damit sich das Interesse für diese Sache noch erweitere. Heber den Fortgang der Bestrebungen des Evang. Bundes sprach sodann Pfarrer H epding-Hausen. Er kann nur vom erfreulichen Wachstum berichten. Im Dekanat sind 9 Zweigvereine mit 628 Mitgliedern; fast in jedem Verein sind je 2 Familienabende abgehalten worden, die zahlreich besucht waren. Für die evang. Bewegung in Oesterreich gingen ein 703 Mark. Die Gründung weiterer Zweigvereine soll in Angriff genommen werden. Für Familienabende steht ein Lichtbildervvrtrag zur Verfügung. — Sodann sprach Pfarrer Schwabe hier über den Stand der Dekanatslrankenpflege, die sich auch 1910 aufs beste bewährt hat. Es bestehen 6 Stationen, die Gründung weiterer ist in Aussicht genommen. Die Tätigkeit der Schwestern hat sich in den Gemeinden sehr gehoben, in denen die Pflegekosten von der Gemeindeoder Kirchenkasse getragen werden; es wird dies den anderen Gemeinden zur Nachahmung empfohlen. Eine mißbräuchliche Ar- beitsüberhäufuim der Schwestern hat sich bis jetzt nicht eingestellt. Hierauf hielt .Pfarrer Köhler-Steinbach einen tiefgründigen, eingehenden und anregenden Vortrag über „Volkserziehung und Volkser ho lung". Unfer Volk muß zur Gottesfurcht erzogen werden, als der Quelle aller menschlichen Erziehung. Dann wird es auch im christlichen Geist die rechte Erholung suchen. In der sich anschließenden Aussprache wurde noch manches neue Moment hinzugefügt, besonders wies Pfarrer Weber- Lang- Göns auf den Alkohol als den größten Verderber unseres Volkslebens hin. Im Anschluß an den Vortrag wurde vorgeschlagen, Großh. Kreisamt Gießen um Erlaß einer Polizei-Verordnung, betreffend Wirtshausbesuch der Jugend, zu ersuchen, wie sie von den Kreisämtern Worms, Alsfeld und Dieburg ergangen seien. In dieser Beziehung einigte sich die Synode auf folgende Entschließung: „Die Synode des Dekanats Gießen richtet hierdurch nach Anhörung und Besprechung eines Vortrages über Volkserziehung und Volkserholung an Grvßh. Kreisamt Gießen das ergebene Ersuchen, dasselbe möge, wie es in den Kreisen Alsfeld, Worms und Dieburg geschehen ist, verfügen, daß auch im Kreise Gießen den jungen Leuten unter 14 Jahren der Besuch des Wirtshauses ohne Begleitung Erwachsener verboten ist." Die Rechnung der Tekanatskasse für 1908/10 wird einstimmig genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Ein Antrag, das Halten des Regiermigsblattes und der Darmstädter Zeitung, in das Belieben der einzelnen Krichenvorstände zu stellen, wird einstimmig abgelehnt. Mit einem von Pfarrer Heimbach- Allen- dorf. a. d. Lahn gesprochenen Gebet wurde die Synode geschlossen.
** Bahnhofs buch Handlung en und Plakativ e s e n. Ter preußische Eisenbahnminister hat 1908 neue Grundsätze für die Handhabung des Bahnhofbuchhandels aufgestellt und sie den Königlichen Eisenbahndirektionen zur Nachachtung mitgeteilt. .Hiernach muß eine frei werdende ober neu einzurichtende Buchhandlung im Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben, die Pachtdauer in der Regel zunächst auf ein Jahr befristet und für die weitere Zeit für beide Teile eine sechsmonatige Kündigungsfrist vereinbart werden. Die Pächter sind verpflichtet, über die Einnahmen und Ausgaben des Bahnhofsbuchhandels besondere Geschäftsbücher nach kaufmännischen Grundsätzen zu führen. Buchhandlungen mit einem Rohüberschuß von 10 000 Mk. und mehr sind alte drei Jahre, die übrigen alle fünf Jahre auf ihren Ertrag zu prüfen. Zu diesem Zwecke haben die Pächter Buchauszuge über ihre Einnahmen und Ausgaben aus dem Bahnhofsbuchhandel (bei einem Roh- überschuß von 20000 Mk. von einem vereidigten Bücherrevisor auf ihre Richtigkeit hin bescheinigt) den zuständigen Eisenbahndirettionen vorzulegen. In der Regel wird die Höhe der Pacht nach Prozenten des Rohüberschusses bemessen. Sie steigt von 10 Proz. bei einem Rohüberschuß von 1000 Mk. stufenweise bis zu 65 Proz. bei einem solchen von über 60 000 Mk. Diese Steuerung nebst Kontrolle hat ein finanziell günstiges Ergebnis gezeitigt^ denn der Ertrag
l.U-' .,__________.... yj- _ . - ...,l -V V>-U .. ll.
gegen das Lorjalund im Jahre 1910 um 100241 Mk. gegen das Jahr 1909 (319 007) gestiegen. Eine Firma hat allein für die Berliner Bahnhöfe die Pacht um 20000 Mk. (auf 80000 9)11.) erhöhen müssen. — Das Plakatwesen hat im Jahre 1909 288 798 Mk. Pacht eingebracht; diese Summe ist inzivischen noch erklecklich gestiegen.
•* Sondervorstellung im Stadttheater für den Allgem. Staatseisenbahnverein. Am Samstag, 7. Oktober, findet für die Mitglieder und Angehörigen des Allgem. Eifenbahnveceins Gießen und Umgegend im hiesigen Stadttheater eine Sondervorstellung statt. Es wird Karl SchönherrS ,Glaube und Heimat" gegeben.
** Diebstahl. Aus einem Lagerhaus in der Krof- d 0 rser Straße wurden in der Nacyt vom 19. auf 20. . Mts. durch Einbruch sechsSäckeKartoffel gestohlen.
"Von der Lahn. Der ungewöhnlich Wasser- tand der Lahn wird von der Stromverwaltung dazu benutzt, Felsen und Vorsprünge, die den Verkehr hindern, durch Sprengungen zu beseitigen. Gegenwärtig ist man in Nassau beschäftigt, die Fundamente der alten Lahn- irücke, die 1795 von den Preußen zerstört wurde, zu be- eitigen.
Landkreis Gießen.
O WeiterShain, 18. Sept. Wiederum war eine unserer benachbarten Waldungen gestern das Stelldichein von acht benachbarten Gendarmen aus Gründerg, Homberg a. d. O., Lumda und Ruppertenrod. Sie suchten nach den sonst hier so häufig weilenden Zigeunern. Kein Zigeuner ließ ich blicken. Die letzte Gefangennahme der Zigeunerbande hier im Walde hat Respekt geschafft. Roch ein paar solcher Lektionen und die Klagen übJr Zigeuner verstummen.
Kreis Büdingen.
X Büdingen, 20. Sept. DaS Großh. Oberverwaltungsgericht zu Darmstadt hat am 18. d. MtS. den Oberlehrer am hiesigen Wolfgang-Ernst-Gymnasium Prof. C. Haacke bezüglich der ihm nachgesagten Anschuldigungen nach dreitägiger Verhandlung einstimmig freigesprochen, da in keinem einzigen Falle irgendeine Schuld nachweisbar war. Die Verhandlung gestaltete sich zu einer Rechtfertigung auch bezüglich seines gesamten Vorlebens.
Kreis Alsfeld.
Alsfeld, 19. Sept. In seiner am Mittwoch ungehaltenen Hauptversammlung hat per Turnverein Alsfeld die ersten Vorbereitungen für das im kommenden Jahre ftattsindendc 50jährigeJubiläumsfest getroffen. Außerdem wurde die Vorstandsmitgliederzahl nach dem jetzigen Stand der gesamten Mitgliederzahl festgesetzt.
§ Aus dem Ohmtal, 19. Sept. Das Ausmachen der Kartoffeln beschäftigt eben unsere Landwirte. Eine Mißernte, wie sie wegen der Trockenheit befürchtet wurde, tritt nicht ein. Tie diesjährigen Ergebnisse hangen besonders ab von den geeigneten Ackerfeldern und den passenden Sorten. Weltwunder und gelbe Rosen sind die bei weitem lohnendsten Arten. Trotz der Trockenheit gibt es von den beiden Sorten wahre Riesenknollen. Dabei sind die Kartoffeln von einer Qualität, wie sie in Jahrzehnten kaum vorkommt.
Kreis Lauterbach.
** Ablösung von Streu- und Weidegerecht- samen. Von sehr geschätzter Seite wird uns geschrieben: Eine Notiz aus Lauterbach vom 18. d. M. teilt in der Nr. 216 d. Bl. mit, daß über die Ablösung der Strsu- und Weideberechtigungen der Gemeinden Pfordt, Hetz Haus en und Nieder st oll ein Urteil des Kreisausschusses ergangen sei. Nach den dort angegebenen Zahlen hätte die gräfl. Görtzsche Rent- k a m m e r für die Streuberechriguna im ganzen 8897, für die Weideberechtigung 23 689 Mr. als Äblösungskapital zu entrichten. Diese Zahlen sind unrichtig; die richtigen sind folgende:
Ablösungskapitallen
für Streu Weideberechtigung der Gemeinde Pfordt .... 16 489,5 Pik. 27 615 Mk.
, Uetzhausen > in 106 5 (20 119 ,
•t , Niederstoll s ' ' 10 A06'° - >34196 ,
Summe 26 596 Mk. 71 930 Mk.
Der Wert der Streuderechtigunaen ist auf Grund zweier Gutachten von Geh. Forstrat Reitz in Offenbach und von Gey. Forstrat Tr. Wimmenauer -Gießen berechnet; dem der Weideberechtigungen liegt ein solches von Oekvnomierat Backhaus zugrunde.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 19. Sept. An unserem neuen Bahnhof wird eben recht emsig gearbeitet. Bis zum Jahre 1913 soll er in der Hauptsache fertiggestellt sein. Zurzeit wird Tag und Nacht gearbeitet. Die Tagschicht geht von morgens 6 Hhr bis abends 6 Hhr. Tann beginnt die Nachtschicht bis morgens 6 Hhr. Die Hauptarbeiten sind eben am Gütcrbahnhof und an der 170 Meter langen Unterführung, die Güter- und Personenbahnhof miteinander verbindet. Hier finden die haushohen Aufichichtungen des Bahndammes statt. Im Frühjahr wird das Empfangsgebäude an gefangen. Bereits ist die neue Wilhelmsttaße abgesteckt, die vor dem Empsangsgebäude nach der Stadt herzieht.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 19. Sept. Großer Unruhe bemächtigte sich heute der zahlreichen Passagiere, welche den um 2 Uhr 30 Min. nach Frankfurt fahrenden Eilrug benützten, als der Zug unerwartet mit einem kurzen Ruck direkt auf der Haltestelle Wixhausen hielt. Zum Erstaunen des ganzen Fahrpersonals, sowie der Reisenden entstieg dem Eilzug eine Bauersfrau aus Wixhausen, mit einem gut bepackten weißen Körbchen. Es stellte sich heraus, daß sie die Notbremse gezogen hatte, als sie beim Einfahren des Zuges in die Station merkte, daß der Zug die Station durchfahren wollte. Sie war statt in den 10 Minuten später abgehenden Pcrsonenzug in den auf demselben Gleise abfahrenden Eilzug gestiegen, und um nicht nach Frankfurt mitgenommen zu werden, zog sie die Notleine. Als ihr die Folgen mit Rücksicht auf den Kostenpunkt klar gemacht wurden, brachte sie kein Wort mehr hervor.
W Worms, 20. Sept. Der 30jährige Buchbinder* meister Heel ist aus etwa 15 Meter Höhe vom Dache, wo er mit Arbeiten am Schornstem beschäftigt war, abgestürzt und hat sich so schwere Verletzungen zugezogen, daß er in hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus gebracht wurde.
Kreis Wetzlar.
X Kinzenbach, 20. Sept. Unter äußerst reger Beteiligung fand heute mittag die Gemeinderatswahl statt. Es schieden auS: Vorsteher Adam Mandler (Klaffe I), Landwirt Georg Mandler (Kl. II) und Landwirt Albert Mandler (Kl. III). Vorsteher Mandler wurde in Klaffe I cinstinnnig wiedergewählt, während für Klaffe II Schneidermeister Ludwig Ferber und in Klaffe UI Gastwirt Heinrich Peusch mit 24 gegen 20 Stimmen den Sieg daoontrugen.
Riel, 20,J tomflriegSgerid Urfuiibenlälfcöui »ndDienstei
Prag, tanölung in d gegen den Sa Arian zur Za. nalltraieMi
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